Anzeige

Antike - Überbewertet?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
andre

Antike - Überbewertet?

Beitragvon andre » 9. Januar 2006, 18:03

Moin,

nach meiner ersten Partie Antike (5 Spieler) war ich doch etwas entäuscht, was den Spielverlauf angeht. Es verlief sehr statisch und nachdem fast alle Spieler den Fortschritt Dmokratie hatten, wäre es selbstmord gewesen, als erster anzugreifen.
So hat den jeder fleißig rohstoffe gesammelt, bischen Tempel gebaut und zufällig konnte schließlich ein Spieler zwei Aktionen machen, die ihm den Sieg brachten.
Einige Mechanismen sind wirklich gut an dem Spiel (zB das Aktionsrad), aber die hohen Erwartungen konnte es bei mir nicht erfüllen. Ich würde es zwar wieder spielen, hab es jedoch von meiner "muss ich haben" Liste gestrichen.
Wer hat ähnliche Spiele erlebt, statisch und kaum Interaktion?

Gruß
Andre

Benutzeravatar
Martin

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Martin » 9. Januar 2006, 18:48


San Juan (welches eine ziemliche Enttäuschung war)

Benutzeravatar
Steffen S.

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Steffen S. » 9. Januar 2006, 19:10

Ähm Martin,

andre meinte mit "Spiele" nicht andere Spiele, sondern "Partien" des Spiels Antike....

Lesekompetenzfördernde Grüße,
Steffen

P.S.: @andre - ich schreib was längeres dazu, falls ich meine Unterrichtsvorbereitung noch zeitnah fertig bekomme (verflixte Lehrproben...)

Benutzeravatar
Dieter Niehoff

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Dieter Niehoff » 9. Januar 2006, 19:16

Interessant, dass bei Euch das Spiel statisch gelaufen ist.

In meinen bisherigin Partien ging insbesondere im Endspiel munter einer auf den anderen (Tempel) los. Denn nirgendwo gibt es "preiswerter" einen Siegpunkt, als beim Abriss gegnerischer Tempel ....

Will sagen: Bisher lief ANTIKE alles andere als statisch. Für mich neben CAYLUS Highlight in Essen ...

In Deine Kategorie "statisch und kaum Interaktion" gehören m. E. ziemlich viele Gebiets- oder Wirtschaftsspiele. Aber meinst Du vielleicht eher eine Zuschreibung wie "Persönliche Enttäuschung trotz hoher eigener Erwartungen"?

Dieter NIehoff

Benutzeravatar
Stefan/Norddt. Spielekultur

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Stefan/Norddt. Spielekultur » 9. Januar 2006, 19:25

Hi andre,

ich denke, dass ihr dann tatsächlich "zu lieb" gespielt habt. Das Geniale an Antike ist ja auch, dass es durchaus mal Sinn macht, Städte aufzugeben, statt sie mit aller Macht zu verteidigen - den Siegpunkt für die 5./10. Stadt behält man ja. Und durch die verschiedenen Möglichkeiten, an Siegpunkte zu kommen, hat man eigentlich immer noch Alternativen, zum Sieg zu gelangen.

So viel Interaktion wie bei Handelsspielen (Händler von Genua, Siedler, neueren Datums Ostia z.B.) hast Du natürlich bei derartigen Spielen seltener.

Probiers evtl noch mal mit 4 Spielern aus, da funktioniert es m.E. am besten.

Stefan

Benutzeravatar
Patrick

Off-Topic

Beitragvon Patrick » 9. Januar 2006, 19:38

Hallo Steffen,

schön,dass ich nicht der einzige Referendar zu sein scheine, der Lehrprobenstress und Spiele unter einen Hut bringen muss. ;-)

Gruß,
Patrick

Benutzeravatar
Wolfgang

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Wolfgang » 9. Januar 2006, 20:00

Weil ich zufällig gerade eben auf dieser Seite war:

http://www.ez-online.de/kultur_und_medien/spieletipp/

... möchte ich sie mal als Gegenpol zu Deiner Sichtweise so anbieten.

Wolfgang

Benutzeravatar
andre

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon andre » 9. Januar 2006, 20:02

Ich würde das Spiel auf jeden Fall nochmal spielen...Es war nur so, dass alles so ewig lang dauerte und kaum etwas auf dem Brett passierte (lange Aufbauphase, Ausbreitung und Aufrüstung). Dann war es nicht mehr sinvoll, anzugreifen, weil einfach unmengen von truppen benötigt werden. Wer zu erst angreift steht dann völlig nackt dar unei anderer Spieler holt sich seinen letzten oder vorletzten Siegpunkt (person)...wir spielten ca. 3,5 Stunden...das war einfach zu lang für die wenigen Aktionen, die im Spiel passierten...aber irgendwann, werd ichs nochmal spielen, vielleicht läufts ja dann ganz anders (wir sind übrigens keine Anfänger, und gerade weil bei diesem Spiel so viel berechenbar ist,hat kaum jemand eine wirklich schlechte Strategie gefahren)

Gruß
Andreas

Benutzeravatar
Eric

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Eric » 9. Januar 2006, 20:04

Durch den hohen Materialverlust von zwei Kriegsparteien lassen sich die Landstriche der betroffenen Spieler danach relativ leicht von den nicht beteiligten Spielern erobern. Deshalb wird meines Erachtens das Einigeln zu stark betont und das Spiel läuft zu statisch. Mit vielen Spielern ist es auf jeden Fall besser als mit wenigen, deshalb würde ich von einer Reduzierung der Spielerzahl abraten. Ein konfliktloser Sieg über die Fortschritte ist allerdings sehr langwierig und auch unwahrscheinlich. Von der Qualität in der Kategorie "Eroberungsspiele" ist es für mich gehobener Durchschnitt. Nicht besonders schlecht, aber auch nicht besonders gut.

Wie bei so einigen Fairplayscout-Wertungen der diesjähigen Messe sind einige der bestplatzierten Spiele mit Vorsicht zu geniessen.

Benutzeravatar
Sven
Kennerspieler
Beiträge: 213

Antike: Schulnote 2

Beitragvon Sven » 9. Januar 2006, 20:08

Für mich ist Antike ohne wenn und aber ein gutes Spiel !

Sven

Benutzeravatar
Christian Schnabel
Kennerspieler
Beiträge: 642

Re: Antike - Überbewertet - Nein!

Beitragvon Christian Schnabel » 9. Januar 2006, 20:50

Hallo,

> Wer hat ähnliche Spiele erlebt, statisch und kaum Interaktion? <

Ich zumindest nicht.

Auch hat Antike selbst mit 6 Personen kaum über 2 Stunden gedauert; anstatt der 3,5 Stunden bei Euch.
Gegen einen Spieler mit Demokratie ist ein erfolgreicher Angriff natürlich verlustreich (evt. früher angreifen?).

Für mich zählt Antike zu den absoluten Highlights des Jahres 2005, und das bei ausgesprochen einfachen Regeln und praktisch keinen Down-, bzw. Wartezeiten.

Viele Grüße

Christian Schnabel

Benutzeravatar
Herbert

Re: Antike - Überbewertet? - Absolut nicht!

Beitragvon Herbert » 9. Januar 2006, 21:04

Bei den meisten Bewertungen war Antike ja knapp hinter Caylus gewertet. Damit sehe ich es absolut nicht überbewertet.

Es reiht sich meiner Ansicht nach nahtlos in die Gruppe der herausragenden Eroberungsspiele (Serennissima, Vinci) ein.

Die erste Partie dauert natürlich etwas, da man ja die Regeln immer noch mal zu Hilfe nehmen muss und auch die Strategien noch nicht klar sind. Aber mit dem 2. Mal ging bei uns (zu viert) die Spieldauer enorm nach unten. Und dann entwickelte sich zunächst ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen in der Entwicklung auf dem Brett. Was das Spiel aber in meinen Augen so gut macht ist, dass nach der Entwicklung alle Spieler ungefähr ein Level haben (wenn man keine spielerischen Totalausfälle in der Runde hat) und es dann darauf ankommt, den passenden Tempel zu knacken.

Damit haben fast alle bis zum Schluss Siegchancen und der Sieger ist trotz allem ein verdienter welcher und kein zufälliger - keine Überbewertung!

Und den Vergleich mit Caylus braucht es auch nicht zu scheuen, in meinen Augen hat es da die Nase sogar leicht vorn.

Benutzeravatar
Herbert

Forum für Lehrer

Beitragvon Herbert » 9. Januar 2006, 21:07

Ja gibt es denn kein Forum nur für Lehrer, wo Ihr euch gegenseitig belehren könnt.

Sozialkompetenzfördernde Grüße,
Herbert

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Attila » 9. Januar 2006, 21:30

andre schrieb:

> nach meiner ersten Partie Antike (5 Spieler) war ich doch
> etwas entäuscht, was den Spielverlauf angeht. Es verlief sehr
> statisch und nachdem fast alle Spieler den Fortschritt
> Dmokratie hatten, wäre es selbstmord gewesen, als erster
> anzugreifen.

Sehe ich nicht so ...
Das ist alles eine Sache der Ressourcen. Ob ein Spiler Demokratie hat oder nicht ist am Ende teilweise völlig wurscht ! - Je länger das Spiel dauert, desso uneffektiver wird Monarchie/Demokratie doch! - Am Anfang ist es ein echter Hammer - +1/+2 in der Verteidigung das ist schon was - aber wenn man in einem Zug 20 Einheiten aus dem Boden stampft, dann interessiert die Demokratie nicht mehr wirklich ... (zumindest mich nicht :-) ).

Ich weiss zwar nicht wie ich erkennen kann ob Antike "überbewertet" ist, aber ich finde es ein Klassespiel ! - Bei BGG kommt es mit Platz 152/205 (Game/Overall) ganz ordentlich weg, aber für BGG-Verhältnisse kein Top-Spiel! (Für mich aber schon :-) )

Atti

Benutzeravatar
Attila
Kennerspieler
Beiträge: 4715

Re: Antike - Überbewertet? - Absolut nicht!

Beitragvon Attila » 9. Januar 2006, 21:35

Herbert schrieb:

> Es reiht sich meiner Ansicht nach nahtlos in die Gruppe der
> herausragenden Eroberungsspiele (Serennissima, Vinci) ein.

Also ein Eroberungsspiel ist Antike ganz bestimmt nicht ...

Atti

Benutzeravatar
Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Marten Holst » 10. Januar 2006, 02:44

Moin,

ich denke auch, die Crux liegt im eingerosteten Denkmuster. Ich kenne das bei mir sehr vom "Zeitalter der Renaissance", hier ist das Problem ähnlich, und einige andere solche Spiele mit vergleichbaren Effekten gibt es auch noch (teilweise "Vinci", Britannia): es ist kein klassisches "Landnahmespiel". Es geht nicht darum, einen Besitzstand auf "Teufel komm raus" zu wahren (okay, wenn es denn klappt, jammert man besser nicht zu laut), sondern gezielt zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Stelle etwas zu machen, zu erreichen. Ob man nun als Sklavenhändler beim Vinci ein paar Plattmachsiegpunkte abgreift, ob man bei Z.d.Renaissance sich spontan auf eine Ware stürzt und den Rest eher liegen lässt - oder ob man beim Antike mal entspannt ein Tempelchen verraucht. Es mag teuer sein, es mag einen anderen Spieler geben, der sich als Profiteur zeigt - aber so lange ich selber auch meinen Schnitt mache, muss ich das tun. Defensives Festhalten führt bei all diesen Spielen nicht weiter. Spielen alle Spieler defensiv, dann machen sie sicherlich unterschiedlich viel Spaß - aber das ist dann nicht direkt der Fehler des Spieles, als mehr "die Chemie stimmt nicht". Kommt auch vor - wie zwischen Menschen - aber deswegen denke ich noch lange nicht, dass hier "überbewertet" zutrifft.

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
Mike

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Mike » 10. Januar 2006, 09:07

Hi

> Es war
> nur so, dass alles so ewig lang dauerte

Hm, also meiner Meinung nach ist das ein großer Vorteil des Spieles, dass alles so fix geht.

>Dann war es nicht mehr sinvoll, anzugreifen,
> weil einfach unmengen von truppen benötigt werden. Wer zu
> erst angreift steht dann völlig nackt dar

Aber er hat ein oder mehrere Siegpunkte sicher, weil er ja hoffentlich Tempel zerstört hat und nebenbei auch 7 Gebiete mit Flotten belegte.

> wir spielten ca. 3,5 Stunden...das war einfach zu
> lang für die wenigen Aktionen, die im Spiel passierten...

also unsere Runde ist absolut keine Schnellspielerrunde, aber die Partien dauerten bislang etwa 2,5 h, was für so ein Spiel doch sehr kurz ist.

Mike

Benutzeravatar
Mac

Re: Antike - kein Spiel um Territorien

Beitragvon Mac » 10. Januar 2006, 10:12

Das Problem scheint manchmal zu sein, dass der Besitz von Städten völlig überbewertet wird. Da vernebelt der Blick auf den Spielplan schon mal den Blick auf die strategischen Optionen: Antike ist ein Spiel um antike Persönlichkeiten, NICHT um Territorien! Wer angreift, kann alles gewinnen, hat aber nichts zu verlieren (denn alle bisher gewonnenen Siegpunkte bleiben einem ja sicher).
Und wer sich nur einigelt, wird fast zwangsläufig gegen erfahrene Spieler verlieren.
Ausführlichere Überlegungen in:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=122910&t=122152
Gruß
Mac

Benutzeravatar
Martin

Re: Antike - Überbewertet? OT

Beitragvon Martin » 10. Januar 2006, 12:52

Hallo Steffen,

Ich sehe ein, dass ich den Aufruf missverstanden habe.
Den Grund sehe ich aber nicht in mangelnder Lesekompetenz meinerseits, sondern im Interpretationsspielraum der Fragestellung.
Ein Wörtchen mehr hätte bereits das ganze Missverständnispotential nahe Null gebracht.

Beleidigte Grüße
Martin

Benutzeravatar
Michael Schlepphorst
Kennerspieler
Beiträge: 793

Re: Antike - kein Spiel um Territorien

Beitragvon Michael Schlepphorst » 10. Januar 2006, 14:53

Mac schrieb:
>
> NICHT um Territorien! Wer angreift, kann alles gewinnen, hat
> aber nichts zu verlieren (denn alle bisher gewonnenen
> Siegpunkte bleiben einem ja sicher).

Na ja, so ganz unterschreiben kann ich das aber auch nicht ;-) Antike gehört von den letzten beiden Jahrgängen mit zu meinen Lieblingsspielen. Am Anfang habe ich auch eher wie bei Risiko gedacht und mein Territorium schön ausgebaut und abgesichert. Das hat mir dann schurstracks den letzten Platz beschert ;-)
ABER
es bringt auch nix einen Großangriff auf einen Tempel zu starten wenn ich dafür fast alle meine Truppen aufbrauche. Zuletzt hatten wir so einen Fall wo ich für einen Siegpunkt (Feldherr) viele Einheiten geopfert habe. Die Folge war das ein Dritter danach über meine Ländereien herfiel wie ein Aasgeier. Klar sind diese Gebiete punktetechnisch egal, aber Städte bedeuten ja auch Einkommen in Form von Rohstoffen. Also großes Gebiet = viel Rohstoffe. Kleines Gebiet = wenig Rohstoffe. Daher ist es schon schmerzhaft wenn man viele Städte verliert. Und wenn ich mich auf einem kleinen Gebiet mit eigenen Tempeln einigel, dann werden dadurch natürlich die Neider angezogen ;-)
Also, ganz so einfach ist das nun auch wieder nicht mit dem Territoriumverlust. ich stimme aber zu, daß dies nicht ein Landnahmespiel im eigentlichen Sinne ist. Wie oben schon mal erwähnt ist es ein bißchen wie Renaissance, wo man seine Ländereien wild streut bzw. ständig wechseln muss.
Ich persönlich finde es aber auf jeden Fall klasse!

Gruß

Michae, der hofft am WE die nächste Antike-Partie spielen zu können ...

Benutzeravatar
Mike Merten

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Mike Merten » 10. Januar 2006, 15:40

Als "Eroberungsspiel" habe ich Antike bisher nie begriffen. Zum einen gibt es dafür zu viele andere Möglichkeiten, Siegpunkte zu erhalten. Zum anderen hat ein Angriff häufig etwas selbstmörderisches.
Grade das finde ich an Antike hervorragend. Es geht eben nicht darum, seine Nachbarn einfach nur platt zu machen.

Von daher bin ich bisher auch noch nicht auf die Idee gekommen, mich einzuigeln. Die Ressourcen habe ich lieber in Tempel oder Fortschritte investiert.

Aber wahrscheinlich gilt bei Antike das selbe, wie bei tausend anderen Dingen: Die Geschmäcker sind verschieden. Ich persönlich halte ja Siedler, Puerto Rico (und vielleicht auch Caylus) für total überbewertet.


nice dice
Mike

Benutzeravatar
peer

Re: Off-Topic

Beitragvon peer » 10. Januar 2006, 16:13

Hi,
Patrick schrieb:
>
> Hallo Steffen,
>
> schön,dass ich nicht der einzige Referendar zu sein scheine,
> der Lehrprobenstress und Spiele unter einen Hut bringen muss.
> ;-)
... Ganz zu schweigen von den Vorurteilen irgendwelcher Herberts ;-)

ciao
peer (auch Referendar)

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Antike - Überbewertet? - Nein

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 10. Januar 2006, 16:23

Hallo andre,

ich kann Mac's Sicht nur bestätigen: man sollte zwar nicht beliebig viele
seiner Städte aufgeben, aber sein Gebiet, also seine tempellosen Städte,
zu verteidigen ist in diesem Spiel völlig unnötig. Aus eigener (und nicht
des Autorens Sicht) kann ich sagen: es fühlt sich im Spiel unangenehm
an, wenn einem ein paar Städte abhanden kommen, aber von meinen
Siegen hat mich dies nicht abgebracht. Einigeln als Germane war aber
tödlich. Es braucht vielleicht Nerven, aber es sollte immer klar sein, auf
welches Ziel ich gehe. Und das heist nicht "Territorium".

Statt Einigeln habe ich auch erfolgreich "Abtauschen ohne Stadteroberung"
durchgeführt. So wird klar, wo ich keine fremden Truppen in Reichweite
meiner Tempel dulde, aber ich investiere nicht auch noch meine Einheiten,
um die Demokratie-Städte dazu zu plätten. Es bringt, gegenüber den
Investionen, nichts. Ich "entmilitarisierte" also Zonen, ohne andere Fronten
zu schwächen. Aber bei 6 Spielern ist nach solchen reinen Abtäuschen
auch Diplomatie wichtig. Wer dann Antike wortlos spielt, ohne seine
Absichten dann dem Nachbarn klar zu machen, der mauert/igelt sich nur
ein und wird statisch. Bewegliche Truppen über Navigation etc sind viel
wichtiger. Und nach einer Entmilitarisierung sieht auch mein Nachbar,
dass er (so wie ich) nur sinnlos Ressourcen verheizte, und lässt das
Einigeln an meiner Grenze wohl sein.

Ob aber Antike überbewertet ist? Nun, in jeder (Durchschnitts-)Bewertung
gehen ja auch die Grenzwerte ein, bei denen das Spiel nicht ankommt.
Die [i]bisherige[/i] Bewertung (Scout, Sauerland, Forum) kann also keine
ausserordentliche Überbewertung sein, sofern dahinter schon Spielpraxis steht.
Und da muss ich sagen: Antike ist schon seit 3 Monaten spielbar, nachdem
4 Tage in Essen vielleicht zu Überbewertungen neigen.

Servus,
Heinz (der hofft, das sein Antike heute abend auf den Tisch kommt)

Benutzeravatar
Martin M. Beiwerk

Re: Antike - Überbewertet?

Beitragvon Martin M. Beiwerk » 10. Januar 2006, 16:30

Hallo Andre,

kann Dir nur zustimmen. Deine Erfahrungen waren auch meine Erfahrungen mit 6 Spielern. Total langweilig. Stundenlang tut sich gar nix. Jeder baut erst mal auf, bis ein Angriff unrentabel wird: Und noch mehr Langeweile. Tempel sind viel zu mächtig! Dazu kommt der gravierende Nachteil, wenn man in der Mitte des Spielbrettes starten muss: Keine Chance ohne Bündnis!

Fazit: Für ein Zivilisationsspiel zu wenig Möglichkeiten, dann lieber Vinci spielen. Für ein Gebietskontrollspiel zu wenig Action, dann lieber A Game of Thrones mit Erweiterung, oder Wallenstein.

Für mich war Antike eine echte Enttäuschung. In den 4 Stunden hätten wir lieber zwei gute andere Spiele gespielt. Wenn möglich: Antike nie mehr!

Schade um das schöne Spielbrett und Material...

Martin M. Beiwerk

Benutzeravatar
Herbert

Antike - Kein Eroberungsspiel....

Beitragvon Herbert » 10. Januar 2006, 17:41

.. da hast Du sicherlich Recht. Aksi 2. Versuch:

Es reiht sich meiner Ansicht nach nahtlos in die Gruppe der
herausragenden Mittelmeerspiele (Serennissima, Vinci) ein.

Besser so?
Herbert


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 22 Gäste