Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 8. Februar 2006, 06:06
Michael Weber|Reich der Spiele schrieb:
> Wenn ich mich nicht irre, werden die Verkaufszahlen aber zum
> Verkaufspreis in Verbindung gesetzt, sodass ein günstiges
> Produkt häufiger verkauft werden muss, als ein teures, um
> erfolgreich zu sein. Ob das so vernünftig ist, ist sicher
> diskussionswürdig.
Ich denke, das wird von der Zielgruppe und deren Fragestellung abhängen.
Im Buchhandel geben die populären Bestsellerlisten von Spiegel und Gong nur die verkaufte Stückzahl an: Diese Listen richten sich an die Käufer und beantworten ihnen die Frage: Welche Bücher wollten viele Menschen lesen? (Die dann aus Sicht des Käufers mit der unausgesprochenen Vermutung verknüpft wird: Was vielen Menschen gefallen hat, wird mir auch gefallen.)
In größren Buchhandlungen - in denen mit Deutschland-weiten Filialketten vor allem - orientiert man sich beim Einkauf daran aber kaum (natürlich hat man die schon im Blick, weil viele Buchhandlungen inzwischen ja eine Art "Bestseller-Regal" haben, über dem dann häufig auch das Logo von Spiegel oder Gong angebracht ist), sondern eher an der Frage: Wie mache ich pro Regalmeter den meisten Umsatz?
Und dafür sind dann Menge und Preis gemeinsam Ausschlag gebend: 5 Bücher für je 6 Euro zu verkaufen macht genau so viel Umsatz, wie 1 Buch für 30 Euro zu verkaufen, erfordert aber den 5-fachen Arbeitsaufwand.
(Wer daraus jetzt folgert, es würden keine Bücher für 6 Euro mehr im Buchhandel verkauft, folgert das voreilig: Es gibt ja noch andere Überlegungen, wie zum Beispiel, innerhalb seines Angebotes verschiedene Preissegmente abzudecken, um auch die Kunden zu erreichen, die niemals 30 Euro für ein Buch ausgeben würden.)
So unterschiedlich wird die Welt im Buchhandel und im Spielwarenhandel vermutlich nicht sein:
Die genannte Eurotoys-Liste richtet sich ja an Händler, und für die ist das Umsatz-Kriterium auf jeden Fall interessanter als das reine Mengen-Kriterium. Wenn für die Spieler die Menge interessanter sein mag, so ist das sicherlich verständlich, es schmälert aber nicht die Aussagekraft einer Umsatz-Liste für die Händler, für die sie eigentlich gemacht wird.
Mit einem lieben Gruß
Gustav