Beitragvon Guido » 21. März 2006, 16:30
jowojofo schrieb:
> Meines Erachtens ist das Spiel nicht ausbalanciert.
Ich gebe Dir da recht, dieses Gefühl habe ich auch ein wenig, denn es gibt zu wenig Kartenkombinationen, die auf gewisse Notlagen gespielt werden können. Dazu zählt auch das Klauen vom Gegener, um das Spiel nicht frühzeit zu seinen eigenen Ungunsten zu beenden. Insgesamt liegt aber die Möglichkeit des Ausfalls im System. Es ist ein Würfel dabei, da weiss man nicht, was kommt.
> Das Forum
> ist stark, aber zum Glück 6x im Spiel. Die kriegerischen
> Karten sind zu schwach um wirklich etwas ausrichten zu
> können.
Das Forum ist relativ. Zwar gibt es mehrere, aber ich finde, wer als erstes drei Foren liegen hat, gewinnt. Ich finde zwar nicht, das es zu wenige Angriffskarten gibt, aber der Würfel ist da nun mal recht "zufällig". Kann manchmal frustierend sein, wenn alle Attacken einfach nicht gelingen wollen.
> Und der Händler ist in der Tat oft ein Killer, so
> dass wir tatsächlich auch schon Partien gespielt haben, bei
> denen wir den Händler entfernt haben. Denn gegen den Händler
> hilft rein gar nichts: ich sammle einfach so lange Geld, bis
> ich genug habe, spiele ihn dann aus und nutze ihn auch
> direkt. Rumms, aus, vorbei - da hilf noch nicht einmal Nero.
Nun ja, jetzt denke, bewertest Du den Händler über. Erstmal muss ich an Geld kommen. Und wenn der Gegner nicht schläft (und Würfelglück hat), kann er den Mitspieler so unter Druck setzten, dass er eben nicht soviel Geld scheffeln kann. Zumindest ist in meinen Partien der Händler als noch nie zu stark wahrgenommen worden, da man sich schließlich selbst Handlungsfähigkeit nimmt, wenn man zuviele Punkte vom Gegener kauft. Nee, der Händler ist soweit eine sehr schöne Karte.
> Außerdem gibt es eine Reihe von Karten, die ich einfach für
> viel zu schwach halte. Der Berater ist so eine. Es gibt zudem
> zu wenig Möglichkeiten, dem Gegner Siegpunkte zu klauen (und
> wenn man hinten liegt, ist das viel wichtiger, als die SP vom
> Stapel zu nehmen, was u.U. tödlich sein kann).
Stimmt (s.o.)
> Und das Spiel hat keinen zwingenden Zeitpfeil, d.h. es hat
> das Potenzial, unendlich lange zu dauern. Ich hatte schon die
> Idee, jede Runde einen Siegpunkt vom Stapel aus dem Spiel zu
> nehmen.
Mh, da ist nun mal ein Würfel drinn. Und trotz des Gesetzes der Großen Zahlen hat ein Würfel nun mal Ausbruchcharakter. Auch schon in verschiedenen Partien erlebt. Mal ist es frustrierend schnell zu Ende (mit mir als Verlierer), mal dauert es etwas. Bisher aber noch nie das Gefühl gehabt, es dauere zu lange.
> Insgesamt gefällt es mir zwar trotz dieser Kritikpunkte recht
> gut, es hinterlässt aber das Gefühl, dass hier mit einem
> ordentlichen Feintuning noch viel viel mehr zu holen gewesen
> wäre.
>
> Herzliche Grüße,
> jowojofo
Nun, Feintuning hin oder her. Bin mir nicht sicher, ob da wirklich mehr rausgeholt werden kann. Die "Mängel", die Du beschreibst, muss man wohl als systemimmanent abtun. Irgendwann gibt es bestimmt ein paar neue Karten zum Spiel. Aber es wird immer diesen "Ausfall"-Charakter haben, denn ein Würfel ist nun mal ein Zufallselement.
Gleiches Beispiel ist das Siedler-Kartenspiel. Frustfaktor bei SvC-Kartenspiel ist imho wesentlich höher. Liegt evtl auch daran, dass es vom System her komplexer ist und den Eindruck erweckt, nicht so sehr vom Zufall abhänig zu sein. Klar, wer die Karten gut kennt und sinnvoll einsetzt, gewinnt in der Regel. Aber eben nur "in der Regel". Ich habe insbesondere beim Siedler-Kartenspiel viele Partien gehabt, da wollte ich oder mein Gegner einfach nicht auf den Grünen Zweig kommen, weil die Rohstoffe nicht erwürfelt werden. Ist der Gegner dann auch noch gehässig (meistens der Fall ;-) ), hat er leichtes Spiel und wirft einen fast uneinholber zurück. Hier habe ich sogar weit mehr das Gefühl, vom Zufall abhängig zu sein, als wie bei RiR. Denn wenn man die Rohstoffe nicht würfelt und dann auch noch ständig Mist auf die Hand bekommt (Karten eben, die man eben nicht bezahlen kann), ist es nur noch schlimm frustrierend und unbefriedigend. Karten kaufen ist da nicht, da die Rohstoffe ohnehin fehlen. Und abgesehen davon auch SvC-Kartenspiel kann manchmal sehr lange dauern....
Um nicht den falschen Eindruck zu erwecken, ich spiele beide Spiele nach wie vor gerne. RiR aber im Moment lieber, denn es dauert längst nicht so lange und ist auch nicht so frustrierend, eben weil man hier klar sieht, dass ein entscheidendes Moment der Würfel ist. Liegt wohl auch daran, dass RiR gar nicht so komplex daher kommen will, wie das SvC-Kartenspiel. Da akzeptiere ich die Niederlage eher - war halt eben Würfelpech. Klar ersichtlich, oder?!
Gruß
Guido