Beitragvon Guido » 22. März 2006, 13:29
Hallo,
ich muss nun doch mal die Pädagogen unter Euch konsultieren. Ihr kennt sicherlich alle die Situation ein Spiel zu erklären. Jeder merkt schnell, dass da eine gewisse Systematik vorhanden sein muss, damit andere auch kapieren, was Sache sein soll. Aber gerade da wird's schwierig, speziell für mich. Denn ich habe just eine Diskussion mit einem eher Wenigspieler gehabt, der stur und steif daran festhält, dass eine Realsimulation des ersten Spiels á la Prof Easy besser ist, als ein Spiel im Überbau zu erklären, kurz noch auf evtl. wichtige Ausnahmeregeln einzugehen und dann loszulegen und weitere Unklarheiten während des Spiels zu klären.
Wie ihr merkt, finde ich die Prof. Easy- Weise eher doof, weil sie nur auf bestimmt Spiele anzuwenden ist, deren Ablauf immer gleich ist und es somit wenig andere Möglichkeiten gibt, irgendwas zu machen, so z.B. Siedler. Haben wir da aber ein Puerto vor unsl liegen, die eher komplexer sind, sieht es meiner Meinung nach anders aus. Es gibt viele Möglichkeiten in einem Spielzug, abgesehen von den vielen Gebäuden bei Puerto, die auch erstmal verinnerlicht werden sein wollen. Wie macht man das einem Wenigspieler klar, der aber sofort abschaltet, wenn man es anders erklären will?
Ich finde, man landet schnell in einer Zwickmühle. Erklärt man es Schritt für Schritt, fangen sich die anderen bei einem komplexeren Spiel schnell an zu langweilen, weil sie die einzelnen Komponenten nicht grob überschauen können. Wofür mach ich was? Denn vielfach bestimmt der erste Schritt beim Zug, was sich am Ende noch machen lässt. Solcherlei Dinge kann ich aber nicht bei einer Prof. Easyerklärung einbinden, denn sonst bin ich wieder bei einer Übersichtserklärung, wie ich sie am Anfang hatte, und der Gegenüber schaltet ab. Erkläre ich aber diese "strat. Grundüberlegungen" nicht, weiss keiner genau, was man eigentlich warum machen soll. Die Lust am Spiel schwindet. Zieh ich die Prof-Variante gnadenlos so durch, gewinne ich, denn ich weiss, worauf es ankommt; ich kann den anderen aber nur erklären, was im unmittelbaren Zug zu machen ist, damit nicht abgeschaltet wird. Und dann heisst es, ich hätte den anderen wichtige Details vorenthalten.
Abgesehen davon dauert die Prof. Easy-Sache so lange. Wenn ich mir vorstellt, dass man auf der SPIEL so erlären würde, müsste man die Besucherzahlen begrenzen, damit überhaupt jemand spielen kann.
Nun, könnt ihr mir Tipps geben, wie man gut erklärt und alles unter einen Hut bringt? Kann ich von den Leuten beim Erklären nicht ein mindestmaß an Konzentration fordern? Ich weiß, einer Erklärung wie bei Puerto zu folgen ist nicht so einfach, aber es ist auch längst nicht so schwer. Wenn man spielen will, so kann man sich doch auch selbst etwas anstrengen, oder? Ich merke, dass aber dazu gerade Wenigspieler nicht bereit sind. Sie wollen spielen, gerne auch was Anspruchsvolles, aber eben bitte nur mit minimalem Aufwand. Möglichst viel für möglichst wenig. Wie soll das gehen? Unmöglich!
verzweifelte Grüße
Guido