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Spiegel Artikel

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ulrich Blum

Spiegel Artikel

Beitragvon Ulrich Blum » 31. März 2006, 13:32

Hallo

Da folgender Artikel aus dem KulturSpiegel (dens nur für Abonnenten gibt) nun auch online gelesen werden kann, möchte ich doch mal wieder auf das leidige Thema "Spiele in den Medien" zu sprechen kommen.

Hier erst mal der Link:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,408191,00.html

Wieso ist es so, dass Gesellschaftsspiele immer nur dann ein Thema in den Medien sind, wenn es eigentlich gar nicht um sie geht. (Fürstin Gloria spielt Thurn und Thaxis; Brettspiele werden digitalisiert; etc)

Versteht mich nicht falsch, ich erachte digitale Komponenten in Brettspielen durchaus als interessant und berichtenswürdig. ABER wenn ich beim Lesen des Artikels dann feststellen muss, dass der Autor offensichtlich keine Ahnung von Brettspielen hat muss ich mich schon wundern. Als Beispiele im Artikel fallen die üblichen Verdächtigen: Monopoly, Cluedo, Risiko etc. immerhin auch Siedler wird einmal im Lead genannt, das es davon eine Computer Version gibt wird jedoch wieder unterschlagen, obwohl es für den Artikel spannend gewesen währe.

Das Prickelnste was sich der Autor in Bezug auf die Verknüpfung von Brett und Computer vorstellen kann ist folgendes: (Zitat) Warum nicht eine Risikoversion, bei der man die Armee auf dem Brett verschiebt und den anschließenden Kampf auf dem Bildschirm beobachtet? (Zitat ende)
Besonders das Wort "beobachtet" sagt alles. Dass es beim spielen um die interaktion mit System und Mitspielern geht und eben nicht um lustige Gimmiks, fällt völlig unter den Tisch.

Wieso wird so gut wie nie, ausser in Rezensionen, kompetent über Brettspiele berichtet? Es wird sich doch in den Redaktionsstuben des Spiegels (oder auch anderer grösserer Blätter) ein mindestens ansatzweise Spielinteressierter Autor finden.
Wieso lesen wir nie einen längeren Spiegel Artikel über den deutschen Brettspielmarkt? Weil es zu unwichtig ist? Der deutsche Brettspielmarkt ist immerhin ein weltweiter Vorreiter! Ausserdem als relativierung: Vor einigen Wochen gab es einen mehrseitigen Artikel über das Deutsche Regietheater. Als Schauspieler weiss ich, dass mit Theater ungefähr 5% der Bevölkerung angesprochen werden. Diese Zahl erreicht das Brettspiel locker (wag ich jetzt einfach mal zu behaupten). Also wieso dann nicht die Titelstory über das Spieleland Deutschland?

Naja man darf ja noch träumen....

Das Hauptproblem liegt meines erachtens darin, dass das Feuleton noch nicht begriffen hat, dass es sich beim Autorenspiel um eine Kunstform handelt, die genau so ihre Strömungen und Stile hatt wie das Theater oder die neue Musik. (um noch eine Kunstrichtung zu nennen, die wahrscheinlich weniger Menschen anspricht als das Spiel) Auch bei Spielen gibt es eine "Avantgarde" sowie den etablierten Betrieb etc.
Aber schliesslich galt ja auch das Kino am Anfang des letzten Jahrhunderts Jahrzente lang als Jahrmarktatraktion, bis man sich eines besseren belehren lies...

Gruss Ulrich
(der keine der genannten Kunstformen schlecht machen will, sondern diese nur zur Relativierung der angesprochenen Persohnenkreise benutzt hat)

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Daniel_R

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Daniel_R » 31. März 2006, 14:41

Hallo Ueli

Vor allem Stellen mit tendenziösen Aussagen, also von der neutralen
Berichterstattung abweichend, nerven unsereiner:

Zitat:
"Er glaubt zum Beispiel, gerade die DVD-Brettspiele, also der Kompromiss
zwischen innovativ und konservativ, ..."


Wie bitte? Brettspiele sind generell konservativ?! In Puerto Rico oder Caylus und Antike gäbe es keine Innovationen ggü. Monopoly und Risiko?
Diese Aussage ist in etwa so geistreich wie die Feststellung,
dass man heute keine Bücher (Belletristik) mehr bräuchte, denn
es gibt ja die DVD. :eek:


Dieser Artikel ist in seiner Gesamtheit ähnlich ignorant, wie der umstrittene
Artikel über HiFi bzw. High End Musik Liebhaber im Januar dieses Jahres, der
bei den Audiophilen ebenfalls sehr schlecht angekommen ist, da nur auf
reisserisch getrimmt. :sad:

Es scheint, als lege der Spiegel nicht mehr so viel Wert auf
Seriösität wie früher. Schliesslich will man ja nicht zu viele Leser an die
modernere Konkurrenz wie Fokus verlieren...


Gruss
Daniel

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RoGo

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon RoGo » 31. März 2006, 16:04

Hallo,
ich war auch ziehmlich enttäuscht und hab mich gefragt, ob der Spiegel bei Themen, bei denen ich mich nicht auskenne, oft genauso weit daneben liegt - ich es bloss nicht merke.

Am meisten gewundert hat mich dabei, dass der Autor die interaktiven Möglichkeiten des Internet wie sie BSW oder BGG bieten offensichtlich nicht mal als link entdeckt hat.

Wir sind einfach unbedeutend.

Fröhliche Grüße

Roland

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Maddin

etwas OT: Moderner Fokus

Beitragvon Maddin » 31. März 2006, 16:07

Jaja, nur zu richtig:
MODERN heißt tendenziös, desinformierend, bunt und vielleicht etwas unterhaltsamer als früher. Und sooo viel schlechter...

NichtmehrandieZukunftglaubende Grüße,
Maddin = : - /
(der inzwischen - nach einer mehrjährigen Frustphase - wieder richtig gern Fernseh-Nachrichten guckt: ist heute schließlich gar nicht mehr schwer zu erkennen, wer da wem was aus wessen Interessen einreden will...)

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Tim-spielbox

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Tim-spielbox » 31. März 2006, 16:21

> Es scheint, als lege der Spiegel nicht mehr so viel Wert auf
> Seriösität wie früher.

Wann war der "Spiegel" je seriös? Das Magazin ist ein Unterhaltungsmedium wie "Bild", verkauft sich aber etwas weniger krawallig. Dem "Spiegel" geht es nie darum, die reine Wahrheit zu verkünden, sondern meistens darum, seine Weltsicht zu bestätigen. Und die lautet: "Es geht alles den Bach runter - und wir haben schon vor Jahren davor gewarnt". Ich erinnere mich noch gut daran, wie sie um 1993 den Standort Deutschland im allgemeinen und die deutsche Automobilindustrie im speziellen abgeschrieben haben (übrigens kurz vor ihrer globalen Auferstehung).

Der "Spiegel" ist eben kein Nachrichten-, sondern ein Meinungsmagazin. Man sollte seine Berichte nie allzu ernst nehmen und sich vor allem nicht über sie ärgern. :)


Tim

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Guido
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Guido » 31. März 2006, 16:24


Ulrich Blum schrieb:

> feststellen muss, dass der Autor offensichtlich keine Ahnung
> von Brettspielen hat muss ich mich schon wundern.

Wieso? Das Redakteure solch großer Zeitschriften keine Ahnung haben, ist doch längst Allgemeinwissen.
Wer, außer jemand aus der Szene, kennt schon Spiele wie Caylus, Puerto Rico... (unsere Verdächtige eben) ???

> Das Prickelnste was sich der Autor in Bezug auf die
> Verknüpfung von Brett und Computer vorstellen kann ist
> folgendes: (Zitat) Warum nicht eine Risikoversion, bei der
> man die Armee auf dem Brett verschiebt und den anschließenden
> Kampf auf dem Bildschirm beobachtet? (Zitat ende)
> Besonders das Wort "beobachtet" sagt alles. Dass es beim
> spielen um die interaktion mit System und Mitspielern geht
> und eben nicht um lustige Gimmiks, fällt völlig unter den
> Tisch.

Sagt doch alles, oder? Wahrscheinlich hat er noch gedacht, ein richtungsweisende Idee von sich zu geben.

>
> Wieso wird so gut wie nie, ausser in Rezensionen, kompetent
> über Brettspiele berichtet? Es wird sich doch in den
> Redaktionsstuben des Spiegels (oder auch anderer grösserer
> Blätter) ein mindestens ansatzweise Spielinteressierter Autor
> finden.

S.o. - ernsthafte Redakteure beschätigen sich nicht mit "Kinderspielen"

> Wieso lesen wir nie einen längeren Spiegel Artikel über den
> deutschen Brettspielmarkt? Weil es zu unwichtig ist?

so wird's wohl sein. Wie der Redakteur selber schrieb: 240 Millionen Euro Umsatz ist (zu) wenig.

Der
> deutsche Brettspielmarkt ist immerhin ein weltweiter
> Vorreiter!
> Das Hauptproblem liegt meines erachtens darin, dass das
> Feuleton noch nicht begriffen hat, dass es sich beim
> Autorenspiel um eine Kunstform handelt, die genau so ihre
> Strömungen und Stile hatt wie das Theater oder die neue
> Musik.

EXAKT. Mich persönlich hat am meisten der letzte Abschnitt des ersten Teils gestört. Da heisst es:"Die Brettspielbranche schaffte 240 Millionen Euro und feierte das als Erfolg. Sie wird wohl, so viel ist abzusehen, um die digitale Aufrüstung nicht herumkommen."
Ich finde, der Autor hat einen Hinweis und einen anderen Hinweis genommen und dann mit der falschen Operation eine völlig falsche "Conclusion" kontruiert.

Bis zum Ende des ersten Teils fand ich den Artikel noch ok. Es ging darum, darüber zu berichten, dass die Spieleindustrie ein neues Marktsequment erschliessen will: die Verbindung von digitalem mit bewährtem (meine Wortwahl), um neue Kundenkreise zu gewinnen. Der Autor interpretiert und konstruiert daraus aber eine Überlebensstrategie der Spieleindustrie. Er schreibt: "die Verbindung von innovativem mit konservativem", als läge die Rettung der "schwächelnden" Brettspielindustrie, die ja durch den PC-Markt an Anteilen verloren habe, in der Symbiose aus PC/ DVD/ Internet und Brettspiel, gerade so, als befinden wir uns in einem entscheidenen Umbruch in der evolutionären Entwicklung der Brettspiele. Er hat den Sinn des Brettspiels, seine Reize nicht verstanden.
Der Autor hat, denke ich, nicht gerafft, dass DVD. etc. nette Gimmicks sind, aber eben nichts Wesentliches, so wie es der Wissenschaftler angedeutet hat. Solche Spiele werden gekauft, weil sie erstam originell wirken, sie werden mal gespielt und sind dann aber out. Das liegt, denke ich, nicht an der kurzlebigen Technik ansich, oder das eine DVD inhaltlich abgenutzt ist. Mit solchen Symbionten werden Trends und Stimmungen bedient. Egal, ob da noch ein Internet dranhängt, oder nicht, das Brettspiel lebt im großen und ganzen doch gerade davon, dass es nichts technischen bietet. Es ist die Interaktion der Spieler, die Leute immer wieder zu einer Partie zusammen bringen. Das Brettspiel wird nicht auf Dauer attraktiver, in dem man Technik dazupackt. Sie ist im Endeffekt nur Köder, um Interesse zu wecken.

Der Autor hat sich wahrscheinlich nicht groß mit der wahren Situation und Umfeld der Brettspielindustrie beschäftigt. Dadurch ist ihm der Kernreiz des Brettspiels verwehrt geblieben. Der Autor, wie viele andere auch, kennen eben nur Mechanismen, wie sie in Monopoly und Mädn zu finden sind. Das es auch ganz (!) andere Dinge geben könnte, kommt Ihnen nicht auf's Blatt. Er kennt sie ja auch gar nicht. Somit wird die Lust für solch einen Autor auf eine Party "Brettspiel" auf den Auf- und Anforderungscharakter und den Spaß von Monopoly und Risiko reduziert. Das der Mann da zu solchen Schlüssen kommt, verwundert nicht.

Ähnliche Äußerungen gab es mal, als es darum ging, dass man ganze Bücher irgendwann nur noch auf kleinen Handheld-PC lesen würde, und die Buchform ansich aussterben werde. Blödsinn. Ein Buch birgt eben auch Ästhetik und eine eigene Gemütlichkeit, die man fast als Lifestyle bezeichnen könnte. Ganz abgesehen davon, dass ein gedrucktes Wort angenehmer zu lesen ist als an einem leuchtenden Bildschirm. Bücher wird es immer geben. Und Brettspiele ohne Technik dementsprechend auch.

Technische Brettspiele sind ein netter Zusatz. Ob sie je ein "gutes/rentables" und dauerhaftes Standbein werden, mag ich bezweifeln. Die Entwickung solcher Spiele ist zu teuer bei derzeitiger Absatzlage. Wollte die Brettspielindustrie richtig groß rauskommen, bräuchte sie mal eine gemeinsame und richtige Marktetingstrategie, in denen das Brettspiel aus dem Image der Kinderspiele gehoben und als Kulturgut gewürdigt würde. Leider passiert sowas allenfalls nur auf Spielemessen, in dem dann jemand aus der Spiel des Jahres-Jury oder sonst jemand versichert, dass das Spiel gerade im deutschen Sprachraum Kulturgut ist. Aber in solch einer "Freakatmosphäre" kann man sowas nicht ernst nehmen.
Gemeinsames Vorgehen also. Aber dazu fehlt ja immer das Geld und die Kooperationsbereitschaft. Irgendwann kam hier mal im Forum die Idee, wenigstens die Erwachsenenspiele bei den Büchern zu postieren und eben nicht unter Spielzeug in der Kinderabteilung. Warum das nicht schon längst gemacht wird, ist mir schleierhaft.

Gruß
Guido

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Attila
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Attila » 31. März 2006, 16:31

Ulrich Blum schrieb:

> feststellen muss, dass der Autor offensichtlich keine Ahnung
> von Brettspielen hat muss ich mich schon wundern.

Naja, was hast du denn erwartet?

> folgendes: (Zitat) Warum nicht eine Risikoversion, bei der
> man die Armee auf dem Brett verschiebt und den anschließenden
> Kampf auf dem Bildschirm beobachtet? (Zitat ende)

Tja, das wäre toll oder? - So richtig die Kämpf in Grossaufnahme, geil!
Das traurige ist, das wird sich wahrscheinlich tatsächlich gut verkaufen ...

> Wieso lesen wir nie einen längeren Spiegel Artikel über den
> deutschen Brettspielmarkt?

Wohl weil das kaum jemanden wirklich interessiert. Wenn man eine Zeitschrift verkaufen will, dann muss man da auch was drinne schreiben was die Leute interessiert.

> behaupten). Also wieso dann nicht die Titelstory über das
> Spieleland Deutschland?

Ich denke auch wenn das mal passiert, bist du auch nicht zufrieden. Dann ist der Artikel zu gross, zu klein, zu reisserisch, zu kritisch oder was auch immer ...

> Naja man darf ja noch träumen....

Wieso sollte man davon träumen? - Ich muss sagen ich habe kein Interesse daran das ach-so-tolle Artikel übers Hobby Spielen geschrieben werden. Was soll mir das bringen?

Atti

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Guido
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Beiträge: 404

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Guido » 31. März 2006, 17:08

> Wieso sollte man davon träumen? - Ich muss sagen ich habe
> kein Interesse daran das ach-so-tolle Artikel übers Hobby
> Spielen geschrieben werden. Was soll mir das bringen?
>
> Atti


Nun, wenn jemand heute offen sagt, er/sie lese gerne, ist das o.k. Schlimmstenfalls ist man dann eine Leseratte, was nichts Negatives ist. Kann man in dieser Situtation mit Autorennamen und Buchtitel aufwarten, gilt man unter Nichtlesern als intellektuell, obwohl keine von denen weiss, ob diese Autoren nun Pfennigromane oder Anspruchsvolles produzieren.
In den Magazinen wird immer mal wieder irgendwas aus der Welt rund ums Buch gebracht. Es gibt sogar Bestenlisten.

Erwähne ich offen, dass ich Spiele spiele, guckt der Aúßenstehende erstmal leicht skeptisch, man denkt an PC-Spiele. Erwähne ich Spieletitel und Autoren ist das Gespräch mit dem Gegenüber eigentlich beendet. Man ist im Günstigsten Fall ein "Spielkind" und wird belächelt, was leider abwertend ist. Im ungünstigen Fall wird man ausgelacht.
In den Medien finden sich immer nur solche Artikel wie diesen diskutierten hier. Bestenlisten habe ich leider noch nicht entdecken können.

Nun, stelle Dir vor, Du hast ein Bewerbungsgespräch. Was meinst Du, wie jemand abschneidet, der sagt, sein Hobby sei das Lesen, und jemand, der erwähnt, er spiele gerne. Ersterer gilt im günstigsten Fall als kultiviert, im schlechtesten Fall wird solch ein Hobby neutral gewertet. Er liest halt eben gerne .
Wenn Letzterer Glück hat, wird diese Ausage nicht gleich mit Glücksspiel und Spielsucht gleichgesetzt. Wenn es gut ausgeht, gilt er als Computerzocker, weil den meisten eben nur das Computerspiel für Erwachsene einfällt, was aber schnell nach hinten losgehen kann, wenn Gewalt und Kontaktfreudigkeit mit den altbekannten umhergehenden Klischees verglichen werden und darüber eine Einschätzung über diese letzte Person erfolgt.

Was würde sich ändern, wenn die Rezeption der Spiele in den Medien, also bei den Meinungsmachern, anders erfolgt? Wenn es eine renommierte und verlässliche Rezensionen und Bestsellerlisten für Spiele gäbe. Wenn das Spiele spielen nicht als Randgruppenbeschäftigung bzw. Therapiemöglichkeit für Erzieher und Ergotherapeuten abgetan würde. Wenn die allg. Reflektion des Spiels sich nicht auf "Opa und Mutti spielen mit Kleinhans (um ihn zu beschäftigen)" beschränken würde. Mh, lass mich mal überlegen....

Gruß
Guido

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Arby

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Arby » 31. März 2006, 17:10

Ulrich Blum schrieb:

> (Zitat) Warum nicht eine Risikoversion, bei der
> man die Armee auf dem Brett verschiebt und den anschließenden
> Kampf auf dem Bildschirm beobachtet? (Zitat ende)
> Besonders das Wort "beobachtet" sagt alles. Dass es beim
> spielen um die interaktion mit System und Mitspielern geht
> und eben nicht um lustige Gimmiks, fällt völlig unter den
> Tisch.

Das erinnerte mich jetzt spontan an "Catan - Die erste Insel", mit dem ich eigentlich nur PC-gestützt Siedler von Catan spielen wollte, und mir dann diese schrecklichen, langwierigen und nach fünf Minuten nervenaufreibenden Animationen ansehen musste.

Ralf "Arby" Brostedt

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Ulrich Blum

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Ulrich Blum » 31. März 2006, 17:21

Attila schrieb:
>
> Ulrich Blum schrieb:
>
> > feststellen muss, dass der Autor offensichtlich keine Ahnung
> > von Brettspielen hat muss ich mich schon wundern.
>
> Naja, was hast du denn erwartet?

Ich bin natürlich nicht so blauäugig zu erwarten, dass die Redaktionen von Freaks bevölkert sind, aber ein wenig Recherche Arbeit darf man für einen mehrseitige Artikel ja noch erwarten.

>
> > folgendes: (Zitat) Warum nicht eine Risikoversion, bei der
> > man die Armee auf dem Brett verschiebt und den anschließenden
> > Kampf auf dem Bildschirm beobachtet? (Zitat ende)
>
> Tja, das wäre toll oder? - So richtig die Kämpf in
> Grossaufnahme, geil!
> Das traurige ist, das wird sich wahrscheinlich tatsächlich
> gut verkaufen ...

An dem Punkt, wo ich die Kämpfe mittels Controller beieinflussen könnte, währe die Sache ja schon wieder interessant. Ich sehe da durchaus Inovationspotential, nur blieb dieses dem Autor offensichtlich verborgen.

>
> > Wieso lesen wir nie einen längeren Spiegel Artikel über den
> > deutschen Brettspielmarkt?
>
> Wohl weil das kaum jemanden wirklich interessiert. Wenn man
> eine Zeitschrift verkaufen will, dann muss man da auch was
> drinne schreiben was die Leute interessiert.

Wie ich schon zu verdeutlichen versucht habe, viele Kunstrichtungen interessieren im Grunde auch kein Schwein, zumindest keine Auflagen relevante Masse. Trotzdem leistet sich fast jedes Blatt einen Kulturteil.

>
> > behaupten). Also wieso dann nicht die Titelstory über das
> > Spieleland Deutschland?
>
> Ich denke auch wenn das mal passiert, bist du auch nicht
> zufrieden. Dann ist der Artikel zu gross, zu klein, zu
> reisserisch, zu kritisch oder was auch immer ...

Es geht eben letztlich nicht um den einzelnen Artikel, sondern um die anerkennung des Spiels als Kulturgut.

>
> > Naja man darf ja noch träumen....
>
> Wieso sollte man davon träumen? - Ich muss sagen ich habe
> kein Interesse daran das ach-so-tolle Artikel übers Hobby
> Spielen geschrieben werden. Was soll mir das bringen?

Eine breite Rezeption des Kulturgutes Spiel (Ich spreche auch hier nicht von einem einzelnen Artikel) würde natürlich eine grössere Masse an verkauften Spielen Bedeuten, dies wiederum einen grösseren Spielraum der Verlage für Veröffentlichungen und eben auch Experimenten. Und es sind eben genau diese Experimente, die eine Kunstrichtung weiterbringen. Um diese Experimente wagen zu können muss ein Verlag aber wissen, dass er mit anderen Produkten aus seiner Palette sein überleben sichern kann.
Genau dazu sind ja im Kulturbetrieb Subventionen da: Ein Schauspielhaus kann sich einmal pro Saison erlauben ein Stück zu machen, welches das Risiko eingeht, anders zu sein. Scheitert das Experiment, will es keiner sehen. Wenn das Experiment aber gelingt kann es durchaus sein das genau dieses Stück der Renner der Saison ist, gerade weil es anders ist.

Ulrich

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Tim-spielbox

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Tim-spielbox » 31. März 2006, 17:48

> Gespräch mit dem Gegenüber eigentlich beendet. Man ist im
> Günstigsten Fall ein "Spielkind" und wird belächelt, was
> leider abwertend ist. Im ungünstigen Fall wird man ausgelacht.

Das ist so absurd, daß Du es unmöglich ernst meinen kannst. Ist auch nur ein einziger Forumsteilnehmer je wegen seines Hobbys ausgelacht worden? Ich habe die umgekehrte Erfahrung gemacht. Fast alle Nichtspieler, denen ich moderne Brett- oder Kartenspiele vorgesetzt habe, waren begeistert. Die meisten würden sich wohl trotzdem nicht selbst Spiele kaufen, sind aber bei Spieleabenden immer wieder dabei.

> In den Medien finden sich immer nur solche Artikel wie diesen
> diskutierten hier. Bestenlisten habe ich leider noch nicht
> entdecken können.

Wenn ich ein Spieleverlag wäre, würde ich mir nach diesem Artikel sofort eine pfiffige PR-Agentur suchen und die Situation ausnutzen. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie professionell die Verlage in dieser Hinsicht heute schon sind ...


Tim

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Heinrich Tegethoff

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 31. März 2006, 17:52

Guido schrieb:
> Wenn Letzterer Glück hat, wird diese Ausage nicht gleich mit
> Glücksspiel und Spielsucht gleichgesetzt. Wenn es gut
> ausgeht, gilt er als Computerzocker, weil den meisten eben
> nur das Computerspiel für Erwachsene einfällt, was aber
> schnell nach hinten losgehen kann, wenn Gewalt und
> Kontaktfreudigkeit mit den altbekannten umhergehenden
> Klischees verglichen werden und darüber eine Einschätzung
> über diese letzte Person erfolgt.

Hallo Guido,

Gewalt und andere Klischees sehe ich da nicht als aufpoppendes Problem.
Aber sehr die "erahnte" Zeitverschwendung, wenn der Bewerber einen PC
auf dem Schreibtisch hat. Müßte der Personalchef diesem nicht erst einmal
alle Spiele sperren und den Webzugang überwachen, damit hier nicht eine
Spezies gute Arbeitszeit unablässig ins Hobby umwandelt?

Servus,
Heinz

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Ulrich-Peter Weiand

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Ulrich-Peter Weiand » 31. März 2006, 18:01

Tim schrieb:

>
> Das ist so absurd, daß Du es unmöglich ernst meinen kannst.
> Ist auch nur ein einziger Forumsteilnehmer je wegen seines
> Hobbys ausgelacht worden?

Ja, habe dies leider schon häufig selbst erfahren müssen. Belächelt wird man immer wieder gerne, wenn man einem anderen offenbart, was man gerne so in seiner Freizeit treibt. Bei vielen Leuten helfen da auch keine Erklärungsversuche, es macht einfach keinen Sinn zu erklären zu versuchen, daß es sich dabei um andere (evtl. anspruchsvollere) Spiele als Mädn oder Monopoly handelt.
Hatte mal den Fehler gemacht,jemandem zu erzählen, daß ich den Ringkrieg spiele, und Die Spielregel 24 DIN A4 Seiten umfaßt. Wurde daraufhin quasi als nicht mehr zurechnungsfähig eingestuft :-)
Meist halte ich seitdem in Bezug auf mein Hobby Spielen den Mund, und zähle meine anderen Hobbys auf (von denen es zum Glück noch einige gibt)

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Marion Menrath
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Marion Menrath » 31. März 2006, 18:02

Ich hab in meinem Bewerbungen unter Hobbies "strategische Brettspiele" stehen. Eingeladen worden bin ich durchaus, nur leider hat mich keiner je darauf angesprochen und nach meinem Lieblingsspiel gefragt oder welches ich gerade auf dem Nachttisch liegen habe. ;)

Marion

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Roland G. Hülsmann

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 31. März 2006, 18:10

RoGo schrieb:

> ich war auch ziehmlich enttäuscht und hab mich gefragt, ob
> der Spiegel bei Themen, bei denen ich mich nicht auskenne,
> oft genauso weit daneben liegt - ich es bloss nicht merke.

Nun, zumindest, was den kirchenpolischen und theologischen Bereich betrifft, von dem ich Einiges verstehe, da ich erstens Theologie studiert und zweitens 8 Jahre als Pastoralreferent gearbeitet habe, kann ich sagen, daß der Spiegel da eigentlich immer danebenlag. Und zwar nicht, weil er nicht meine Meinung teilt - das ist sein gutes Recht -, sondern, weil einfach vieles faktisch falsch beschrieben wurde, es also bei den Autoren offensichtlich an Fachkenntnis mangelte.

Gruß
Roland (der aus Nußloch)

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Attila
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Attila » 31. März 2006, 18:11

Ulrich Blum schrieb:

> Es geht eben letztlich nicht um den einzelnen Artikel,
> sondern um die anerkennung des Spiels als Kulturgut.

Das steht imo völlig ausser Frage. In jeder Zeitschrift gibt es Schachpartien oder Rätsel. Heutztage gibt es sogar manchmal was zu Go oder Backgammon.

Das andere Spiele da nicht an den Bekanntheitsgrad ranreichen ist klar, aber mal ganz ehrlich - bei einem Bewerbungsgespräch zu erwähnen das man in einem Schachverein ist oder in einem Jugenförderverein (wo die "Spieleclubs" ja oft eine Sparte sind) ist mit *sicherheit* etwas was negativ ausgelegt wird - ganz im gegenteil. (Irgendjemand hat da eine etwas andere Theorie aufgestellt) - oder wenn man erwähnt das man gerne Gesellschaftsspiele spielt.

> Eine breite Rezeption des Kulturgutes Spiel (Ich spreche auch
> hier nicht von einem einzelnen Artikel) würde natürlich eine
> grössere Masse an verkauften Spielen Bedeuten,

Korrekt - habe ich ehrlich gesagt auch nur Interesse daran wenn ich Spiele verkaufe oder auch nur indirekt etwas damit zu tun habe womit ich Geld verdiene.

> dies wiederum einen grösseren Spielraum der Verlage für
> Veröffentlichungen und eben auch Experimenten.

Was und ob das mir als Spieler irgendwas bringt steht ziemlich in den Sternen. Es wird auf jedenfall Kommerzieller, die Spiele werden immer Massentauglicher und langweiliger. Habe ich nicht wirklich etwas von.

> Experimente, die eine Kunstrichtung weiterbringen.

Spielen als Kunst darzustellen ist sehr eigenwillig. Ganz ehrlich - wenn ich Spiele dann hat das nix mit Kunst zu tun, sondern mit Spass.
Die Argumentation als Kunstrichtung halte ich für abwegig - Gesellschaftsspiele habe sicherlich was mit Kultur zu tun (was wie gesagt imo völlig ausser Frage steht, viele Spiele haben sich in Deutschland etabliert. Schach, Skat, Backgammon, Go ...) - aber mit Kunst allenfalls im Einzelfall.

Atti

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Heinrich Tegethoff

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 31. März 2006, 18:13

Guido schrieb:
> so wird's wohl sein. Wie der Redakteur selber schrieb: 240
> Millionen Euro Umsatz ist (zu) wenig.

Bitte schlagt mich, wenn ich da in der Vergangenheit etwas verwechselt
habe, aber für 2001 habe ich in Erinnerung, dass das deutsche Kino mit
Film (also ohne Popcorn etc) 1,3 Mrd Euro Umsatz machte - alle Kinos
zusammen (damals entsprach dies dem Umsatz meines Arbeitgebers,
und dieser war ja nicht riesig - dies blieb haften). Zudem passte dies zu
den Zuschauerzahlen.

Wir bzw. der Spielredakteur reden hier von einem Umsatz, der einem
Fünftel des Kinos entspricht - weniger, aber nicht unbedeutend weniger.
Kino ist dagegen ein kulturelles Dauer-Top-Thema. Verglichen mit
anderen Branchen wie Auto oder Banken ist dies aber wiederum >>nichts<<.
Der Redakteur ist also auf dem einen Auge blind, oder er mischt die Mehrfach-
verwertungsmöglichkeiten des Films mit hinein.
Erst wenn ich dann auf das zwar als altmodisch angesehene aber weiterhin
akzeptierte Thema Modelleisenbahn schaue werde ich neidisch
(wer kein SB-Abo hat sondern Fachzeitschriftenhandel aufsucht: schaut
einmal in das Fach(!) "Modelleisenbahn").
Da steht das Kulturgut Spiel aber völlig auf dem Abstellgleis.

Aber manchmal resigniere auch ich, wenn ich mein Hobby gut für andere
sehe. Z.B. der Aburtelung"Kinderspiel". In Amiland ist "Fußball" auch nur
was für Kinder. Unterhaltet Euch einmal mit einem echten Fan der
US-Männer-Nationalmannschaft, und dann wisst Ihr wieder, wie gut es
uns geht...

Servus,
Heinz

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Attila
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Attila » 31. März 2006, 18:14

Tim schrieb:

> Das ist so absurd, daß Du es unmöglich ernst meinen kannst.
> Ist auch nur ein einziger Forumsteilnehmer je wegen seines
> Hobbys ausgelacht worden? Ich habe die umgekehrte Erfahrung
> gemacht. Fast alle Nichtspieler, denen ich moderne Brett-
> oder Kartenspiele vorgesetzt habe, waren begeistert.

Damit erspare ich mir eine Antwort. Thx! - Genauso ist es!


> Wenn ich ein Spieleverlag wäre, würde ich mir nach diesem
> Artikel sofort eine pfiffige PR-Agentur suchen und die
> Situation ausnutzen. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie
> professionell die Verlage in dieser Hinsicht heute schon sind

Hat nix mit professionell zu tun, sonder rein mit Kosten und Nutzen.

Atti

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Heinrich Tegethoff

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 31. März 2006, 18:22

Tim schrieb:
> Das ist so absurd, daß Du es unmöglich ernst meinen kannst.
> Ist auch nur ein einziger Forumsteilnehmer je wegen seines
> Hobbys ausgelacht worden?

Nun, ob jemand lacht und damit sein Gegenüber entwürdigt, ist
Charaktersache. Belächeln ist da schon normal. Mein Lieblingsbeispiel
war der Fußballtrainer (also was seriöses...) meines Sohnes.
Spielen? 1000 in einer Halle am Brettspielen, so mitten in München?
Er ist ein höflicher Mensch. Aber sein Gesicht hatte er nicht so
unter Kontrolle wie seine Worte.

Ich deutete es als "Ich hielt Herrn Tegethoff bisher für einen
intelligenten Menschen!".

Servus,
Heinz

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peer

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon peer » 31. März 2006, 18:33

Hi,
Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> RoGo schrieb:
>
> > ich war auch ziehmlich enttäuscht und hab mich gefragt, ob
> > der Spiegel bei Themen, bei denen ich mich nicht auskenne,
> > oft genauso weit daneben liegt - ich es bloss nicht merke.
>
> Nun, zumindest, was den kirchenpolischen und theologischen
> Bereich betrifft, von dem ich Einiges verstehe, da ich
> erstens Theologie studiert und zweitens 8 Jahre als
> Pastoralreferent gearbeitet habe, kann ich sagen, daß der
> Spiegel da eigentlich immer danebenlag. Und zwar nicht, weil
> er nicht meine Meinung teilt - das ist sein gutes Recht -,
> sondern, weil einfach vieles faktisch falsch beschrieben
> wurde, es also bei den Autoren offensichtlich an Fachkenntnis
> mangelte.

Ja, es gibt ja auch viel zu viele Themen auf der Welt, da kann man sich ja nivht überall so gut auskennen :-)
Als damals Counter-Strike & co groß in den Medien waren konnte ich auch sehen wie wenig Ahnung die hatten (ich war zu dem Zeitpunkt einigermassen aktiv dabei). Und zwar richtig falsch. So falsch als würde man sagen "Bei Caylus geht es darum, Deutschland mit Schweinepest zu überziehen".
Das gilt allerdings nicht nur für den Spiegel, sondern für so ziemlich alle Zeitungen, die ich damals verfolgte.

Ein anderes Beispiel war ja die letzte Bundestagswahl, bei der die Jounalisten ja auch kräftig danebengelegen haben. Leider habens sies nicht mal genutzt um sich zu hinterfragen, sondern waren so arrogant wie vorher (Ich denke da an einen Artikel der sonst von mir recht geschätzten Zeit, bei der es im wesentlichen hieß "Eigentlich haben wir ja recht gehabt mit unseren Analysen, dass das Ergebnis nicht übereinstimmte hat damit nichts zu tun)

Aber wie schrieb Dug von den Gathering of Engeniees? "Ich höre privat Death Metal, da versuche ich auch niemand von zu überzeugen - wieso also bei Spielen?"

ciao
peer

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Attila
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Attila » 31. März 2006, 18:33

Tim schrieb:

> weniger krawallig. Dem "Spiegel" geht es nie darum, die reine
> Wahrheit zu verkünden, sondern meistens darum, seine
> Weltsicht zu bestätigen.

Wohl kaum - es geht einzig und alleine darum die Zeitschrift möglichst oft zu verkaufen - sonst garnix!

Atti

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Heinrich Tegethoff

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 31. März 2006, 18:54

Hallo Ulrich et al,

meines Erachtens hat der zuständige Journalist "gute" Kenntnisse
über PC-Spiele und versucht dies auf Brettspiele zu übertragen.
Dabei standen ihm Geschäftsführer (also auch Marketingspezialisten)
von Hasbro und ein Redakteur von Ravensburger zur Seite - wahrscheinlich
als einzige Informationsquelle plus seine Kindheitserinnerungen.
Wer keine anderen Quellen hat, nutze gerne das gegebene Futter.
Macht wohl jeder Journalist mit begrenzter Zeit so.

Oder glaubt wirklich jemand, das die "Spielefanatikerin aus Mülheim"
Brettspiele meint und nicht Computerspiele, wenn der Offenbarungssatz
lautet >Nach dem dritten Mal habe man das System durchschaut, sagt
Ganschinietz, das sei zwar beim herkömmlichen Brettspiel auch so, aber da
könne man wenigstens ein Erweiterungsset kaufen.<< Das kenne ich von
keinem Brett-Spielefanatiker und keinemBrettspiel. Ich durchschaue zwar
auch das System, aber deswegen braucht's ja keine Erweiterung - dies ist
nur bei programmierten und damit fixen Spielen ein Thema.

Spätestens im Schlußsatz, die Investionen eines(!) solchen Spieleabends mit
einem Bildschirmbrettspiel würden die Kosten eines Spiels übersteigen,
zeigt die Betriebsblindheit eines PC-Gamers: die Kosten für den PC werden
den Spielen nicht zugeschlagen. Dabei sind Gamer-PCs die teueresten
nicht-professionellen Rechner. Aber angeblich wird darauf ja nicht nur gespielt.
Dummerweise reicht für den Rest sogar der alte Duron 700.

Servus,
Heinz

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Guido
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Guido » 31. März 2006, 19:00

Tim schrieb:
> Fast alle Nichtspieler, denen ich moderne Brett-
> oder Kartenspiele vorgesetzt habe, waren begeistert. Die
> meisten würden sich wohl trotzdem nicht selbst Spiele kaufen,
> sind aber bei Spieleabenden immer wieder dabei.
>
Ja, ja, vorgesetzt und spielen lassen. Klar. Kenne ich auch, das funktioniert. Aber rein aus dem Gespräch her jemanden erklären, man spiele Brettspiele, wird nun mal belächelt. Ob sie nach einer Partie noch darüber lachen, ist was ganz anderes. Ein Spiel wie Werfwölfe in Düsterwald klingt erstmal für viele nach Kindergrusel oder Freakgeschichte. Nach der Party denken sie alle anderes und vor allem ans nächste Mal. Nur, für gewöhnlich kann man nicht jedem sofort ein Spiel vor die Nase legen und zeigen, warum es Spaß macht, zu spielen.

Gruß
Guido

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Tim-spielbox

Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Tim-spielbox » 31. März 2006, 19:16

> > Situation ausnutzen. Ich habe allerdings keine Ahnung, wie
> > professionell die Verlage in dieser Hinsicht heute schon sind
> Hat nix mit professionell zu tun, sonder rein mit Kosten und
> Nutzen.

Professionelles Arbeiten = Abwägen von Kosten und Nutzen. :)


Tim

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Niccolo
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Re: Spiegel Artikel

Beitragvon Niccolo » 31. März 2006, 19:53

Marion Menrath schrieb:
>
> Ich hab in meinem Bewerbungen unter Hobbies "strategische
> Brettspiele" stehen. Eingeladen worden bin ich durchaus, [...]

Mutig! Mutig!

Wenn du sie spielst, dann schreib vielleicht noch darunter, dass du auch leidenschaftlich Ego-Shooter zockst -- damit ja perfekt deine Teamfähigkeit demonstrierst. ;)


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