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Erweiterungen zu teuer

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Grzegorz Kobiela

RE: Das Wort: Wucher

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 11. Mai 2006, 00:52

Marten Holst schrieb:
>
> "Nicht mehr" denke ich ist falsch, ich kenne die Bedeutung in
> diesem Sinne durchaus. Es ist allerdings wohl nicht die
> vorwiegende Bedeutung.

>

Danke, genau das meinte ich!

Gruß,
Grzegorz

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Grzegorz Kobiela

RE: Erweiterungen zu teuer

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 11. Mai 2006, 00:59

Ja, ich habe einen Link dazu, denn das Problem haben wir schon in unserm GTA Forum durchgenommen und uns geärgert...

http://www.spiegel.de/netzwelt/technologie/0,1518,407246,00.html

Gut, dazu gesagt werden muss, dass kopiergeschützte Werke nicht sicherheitskopiert werden dürfen, aber welches Werk ist heute nicht kopiergeschützt?!


Liebe Grüße,
Grzegorz (dem das System höllisch auf den Senkel geht mit sowas...)

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Roman Pelek

Ein Widerspruch meinerseits

Beitragvon Roman Pelek » 11. Mai 2006, 04:12

Hi Gustav,

Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Raubkopien gibt es, weil Kriminelle sie herstellen,
> verbreiten und erwerben.

Nein und ja. Raubkopien überraschen vielleicht manchen so, weil im Standardmodell von Angebot und Nachfrage kein Platz für sie eingeräumt wird. Da in den gängigen Wirtschaftsüberlegungen sowie kein Platz für Moral mehr ist, können wir das aber eigentlich auch ganz außen vor lassen und das in der Richtung "Ursache und Wirkung" betrachten:

> > Und weil es so üblich ist, gibt es um Vielfache
> > mehr Raubkopien als Originale... Eine tolle Politik...
>
> ... ist nur ein Rechtfertigungsversuch kriminellen Verhaltens.

Nein, es ist ein statistisch nachweisbares Verhalten, das sich ganz unabhängig von eigenen Werten immer wieder zeigt ("je höher der Preis, desto mehr Raubkopien"). Egal, ob man es gut oder schlecht findet: es ist einfach da. Und jedes vernünftige Wirtschaftsunternehmen muss darauf reagieren, weil das auch ein (Schatten-)"Markt" ist. Juristerei wird da menschlichem Nachfrageverhalten eh nicht beikommen können.

> "Die Gesellschaft hat mich kaputt gemacht" ist auch ziemlich
> beliebt, oder "Ich habe das nur gemacht, weil ich das so im
> Fernsehen gesehen habe."

Je nu, das als Argument anzuführen, ist auch nicht sonderlich differenziert...

> Menschen sind für ihr Handeln selbst verantwortlich, und
> Schuld an der Existenz von Raubkopien tragen die Raubkopierer
> und ihre Hehler, nicht die Künstler, für die der Verkauf
> ihrer Werke ihre Art ist, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Was Du hier außen vor lässt, ist die Position derer, die als rechtsstaatlich getragene Vermittler der Kunst agieren. Sicher ist es nicht die Schuld der Künstler, dass ihre Kunst kopiert wird und sie mögen sich zurecht ärgern, dass der Lohn für ihre Arbeit an ihnen vorbei fließt. Aber auch jeder Künstler hat einen Verleger (als Protagonisten zum Antagonisten namens "Hehler"), und der sollte hoffentlich clever genug sein, diejenigen auszustechen, die weniger ehrenhaft agieren.

Ciao,
Roman

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RedPiranha
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Re: Das Wort: Wucher

Beitragvon RedPiranha » 11. Mai 2006, 14:44

Grzegorz Kobiela schrieb:
>
> In der Umgangssprache meint man mit Wucher aber nicht eine
> kriminelle Handlung. Somit unterstelle ich niemand kriminelle
> Handlungen, wenn ich sage, seine Preise seien Wucher. Dass
> die deutsche Rechtsprechung so engstirnig ist und sich kein
> bisschen um mit der Zeit wandelnde Wortbedeutungen schert,
> ist nicht mein Problem. Anderes Bsp.: Wenn ich etwas "geil"
> finde und jemand versteht darin sexuelle Erregung, dann tut
> er mir ernsthaft Leid. Seine Bildung lässt dann wohl sehr zu
> wünschen übrig, was Sprache angeht.
>
> Dennoch danke ich dir sehr über die Aufklärung, was der
> Begriff Wucher eigentlich bedeutet. Bisher wusste ich davon
> nichts. Der Begriff wird heutzutage halt nicht mehr in diesem
> Sinne verwendet, was die (nicht im gesundheitlichen, sondern
> umgangssprachlichen Sinne) "normale" Durchschnittsbevölkerung
> angeht. Und da ich hier nicht mit Juristen, sondern Spielern
> rede, darf ich davon ausgehen, dass der eigentliche Sinn
> meiner Wörter richtig verstanden wird. Wer mag, darf
> natürlich jedes Wort auf die Goldwaage legen, zeigt aber
> dadurch nicht gerade Diskussionsfähigkeit.
>
> Gruß,
> Grzegorz

Ich denke, man kann nicht einfach einen rechtlichen Begriff missbrauchen weil es ja viele andere auch tun. Wenn ich eine Ware oder Dienstleistung anbiete, dann würde ich es schon als Beleidigung empfinden wenn jemand beim Preis von Wucher spricht. Solange ein Autor nicht die Notlage eines Menschen ausnutzt - und das tut niemand der ein Spiel oder eine Erweiterung zu einem Spiel anbietet - kann er dafür jeden Preis verlangen den er will. Dass dieser Preis dann für den einen oder anderen, u.U. sogar für viele zu hoch ist, kann ich akzeptieren. Jeder hat halt ein individuelles Empfinden bzgl. des Preisleistungsverhältnisses. Wäre das nicht so würden wir alle in Trabbies rumfahren, denn auch mit einem Trabbie kam man von A nach B.
Wenn sich dann herausstellt, dass eine Ware zu dem Preis nicht kostendeckend zu verkaufen ist, dann hat man entweder die Nachfrage falsch eingeschätzt oder die Herstellungs-, Vertiebs- und sonstigen Kosten waren zu hoch. Dass dann das Produkt irgendwann verramscht wird bedeutet aber nicht, dass man es zu dem niedrigeren Preis schon vorher hätte verkaufen können, sondern man versucht bei der Leerung der Läger für neue Produkte wenigstens noch etwas für das alte Produkt zu erhalten um die Verluste so gering wie möglich zu halten.

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Simon-spielbox
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Re: Das Wort: Wucher

Beitragvon Simon-spielbox » 11. Mai 2006, 15:00

RedPiranha schrieb:
> Ich denke, man kann nicht einfach einen rechtlichen Begriff
> missbrauchen weil es ja viele andere auch tun.

RedPiranha schrieb:
>Bei der neuesten Musik-CD ist man ja auch in vielen Fällen bereit - Raubkopierer >mal ausgenommen - mehr als für einen CD-Rohling zu bezahlen.

Zitat Wikipedia:
Raub ist nach deutschem Strafrecht die Wegnahme (Besitzübergang) einer fremden beweglichen Sache mittels Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben mit der Absicht, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.

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Re: Das Wort: Wucher

Beitragvon RedPiranha » 11. Mai 2006, 15:26

Simon schrieb:
>
> RedPiranha schrieb:
> > Ich denke, man kann nicht einfach einen rechtlichen Begriff
> > missbrauchen weil es ja viele andere auch tun.
>
> RedPiranha schrieb:
> >Bei der neuesten Musik-CD ist man ja auch in vielen Fällen
> bereit - Raubkopierer >mal ausgenommen - mehr als für einen
> CD-Rohling zu bezahlen.
>
> Zitat Wikipedia:
> Raub ist nach deutschem Strafrecht die Wegnahme
> (Besitzübergang) einer fremden beweglichen Sache mittels
> Gewalt gegen eine Person oder unter Androhung einer
> gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben mit der Absicht, die
> Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen.

Ok, ich hätte da wohl besser "Urheberrechtsverletzter" schreiben sollen: http://de.wikipedia.org/wiki/Raubkopierer

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Simon-spielbox
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Re: Das Wort: Wucher

Beitragvon Simon-spielbox » 11. Mai 2006, 15:31

Kein Problem, war auch ein bischen kleinlich ;)
Dachte nur, dass ich mal schnell hinzufüge, wie oft rechtliche Begriffe unabsichtlich durcheinander gewürfelt werden...
Und p.s.: wollte eigentlich noch etwas dazu schreiben, bin aber aus Versehen schon auf die Entertaste gekommen - sollte also nicht so nüchtern, kritisierend rüberkommen :)
Ciao,
Simon

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RedPiranha
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Re: Ausreden zu billig

Beitragvon RedPiranha » 11. Mai 2006, 16:26

Es wird immer Menschen geben, denen der Preis einer Ware zu hoch ist - entweder weil sie nicht so viel verrdienen und/oder weil ihnen die Ware diesen Preis nicht wert ist. Trotzdem wird sich von denen nur ein geringer Teil die Ware auf nicht legalem Wege beschaffen. Der große Rest verzichtet einfach darauf oder wartet halt bis der Preis gesunken ist. Deshalb ist es mE nicht zulässig den Preis einer Ware als Alibi für "Raubkopien" zu sehen.

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peer

Re: Ein Widerspruch meinerseits

Beitragvon peer » 11. Mai 2006, 18:03

Hi,
Roman Pelek schrieb:
> > > Und weil es so üblich ist, gibt es um Vielfache
> > > mehr Raubkopien als Originale... Eine tolle Politik...
> >
> > ... ist nur ein Rechtfertigungsversuch kriminellen
> Verhaltens.
>
> Nein, es ist ein statistisch nachweisbares Verhalten, das
> sich ganz unabhängig von eigenen Werten immer wieder zeigt
> ("je höher der Preis, desto mehr Raubkopien"). Egal, ob man
> es gut oder schlecht findet: es ist einfach da. Und jedes
> vernünftige Wirtschaftsunternehmen muss darauf reagieren,
> weil das auch ein (Schatten-)"Markt" ist. Juristerei wird da
> menschlichem Nachfrageverhalten eh nicht beikommen können.

Du sagst da etwas sehr wahres. Hier in der Diskussion wird wieder fleissig gemischt: Es gibt diese Korrelation Preis-Anzahl Raubkopien nun einmal und wer die zitiert rechtfertigt das Verhalten deswegen nicht. Wenn ich feststelle, dass es in Städten mehr Morde gibt als auf dem Land (und da ein paar Gründe nenne, z.B. mehr Anonymität), rechtfertige ich diese Morde nicht. Dennoch kann ich versuchen Gründe zu finden, warum sie stattfinden und diese beseitigen.
Bei Raubkopien heisst das; Wenn die Musik- und Filmindustrie die Raubkopiererei wirklich eindämmen möchte, so sollte sie versuchen, die Gründe der Raubkopierer zu verstehen und nichtig zu machen. Die Musikindustrie ist da seit Apples i-Tunes schon auf den richtigen Weg (davon unabhängig wirds immer Raubkopierer geben, so wie es immer Mörder geben wird, die frage ist wie viele), die Filmindustrie ist noch auf dem Holz(hammer)weg.
Aber das ist natürlich eine Diskussion fürs OT-Forum ;-)

ciao
peer (der sich zuletzt Bright Eyes "Lifted" gekauft hat und bei Gelegenheit "Digital ash in a digital urn" mitnehmen wird)

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Marten Holst
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RE: Ein Widerspruch meinerseits

Beitragvon Marten Holst » 12. Mai 2006, 01:08

Moin,

ich denke, man sollte aber bei allem nicht vergessen, dass nicht immer ein Kompromiss in der Mitte liegen muss, dass nicht immer ein Kompromiss das Richtige ist. Obwohl ich allgemein zustimme, denke ich doch, dass die Ursache Preis zu kurz greift, und dass es eben hier nicht zwingend Aufgabe der einen Seite sein muss, auf die andere zuzugehen. Wenn einer 2 sagt und der andere 4, muss nicht 3 die Lösung sein, es kann einfach sein, dass 3 stimmt.

Nichtsdestotrotz haben wir zwei Fragen hier: ist Raubkopieren ein legitimes Mittel, um Preisdruck auszuüben - hier ist die Antwort meines Erachtens einfach "nein". Die andere ist "wäre es für die Industrie am Ende nicht einfacher und ertragreicher, die Preise zu senken". Hier kenne ich die Antwort nicht.

Tschüß
Marten

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Grzegorz Kobiela

RE: Ein Widerspruch meinerseits

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 12. Mai 2006, 05:48

Marten Holst schrieb:
>
> Nichtsdestotrotz haben wir zwei Fragen hier: ist Raubkopieren
> ein legitimes Mittel, um Preisdruck auszuüben
>

Ich denke, dass hier niemand dies als Mittel oder Weg vorgeschlagen hat, sondern als existierendes Faktum genannt hat. Somit besteht diese Frage schon gar nicht. Hier geht es nämlich nicht darum, ob und wie Raubkopien Einfluss nehmen können/dürfen/sollen/etc., sondern darum, dass sie es tun. In anderen Worten: egal auf welche Weise Troja überrannt wurde und ob es gut oder schlecht ist, Fakt ist, dass es überrannt wurde und man hätte etwas dagegen tun können. ;-)

Gruß,
Grzegorz (in der Hoffnung sich wenigstens einmal klar ausgedrückt zu haben)

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Marten Holst
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RE: Erweiterungen zu teuer

Beitragvon Marten Holst » 12. Mai 2006, 11:46

Öh ja. Also. Das ist doch, öh, neu :-(

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peer

RE: Ein Widerspruch meinerseits

Beitragvon peer » 12. Mai 2006, 12:48

Hi,
Grzegorz Kobiela schrieb:
> Ich denke, dass hier niemand dies als Mittel oder Weg
> vorgeschlagen hat, sondern als existierendes Faktum genannt
> hat. Somit besteht diese Frage schon gar nicht. Hier geht es
> nämlich nicht darum, ob und wie Raubkopien Einfluss nehmen
> können/dürfen/sollen/etc., sondern darum, dass sie es tun. In
> anderen Worten: egal auf welche Weise Troja überrannt wurde
> und ob es gut oder schlecht ist, Fakt ist, dass es überrannt
> wurde und man hätte etwas dagegen tun können. ;-)

yo, so hatte ichs gemeint.

ciao
peer

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RedPiranha
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Re: Ausreden zu billig

Beitragvon RedPiranha » 12. Mai 2006, 14:25

Die These, dass "je höher der Preis, desto mehr Raubkopien gibt es" stimmt aber so nicht. Wenn es so wäre müssten hier tausende von kopierten Ferraris rumfahren, denn für mehr als 99,999 % der Menschen ist ein Ferrari zu teuer. Es muss also noch etwas hinzukommen: Die Möglichkeit, die Kopie mit weniger Aufwand zu erstellen als das Original und die Möglichkeit für Menschen mit genügend Kapital an der Erstellung von Kopien zu verdienen. Dies war gegeben bei Büchern als die Kopiergeräte auf den Markt kamen und bei Musikprodukten anfangs durch die Cassettenrekorder, später durch die CD-Brenner. Aber auch dann gilt nicht, dass das was am teuersten ist am häufigsten kopiert wird, sondern das wird mehr kopiert was mehr verkauft wird, wenn man das gewerbsmäßige Kopieren außen vor lässt.


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