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Warum keine Neuauflage ?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Robert Vötter

Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Robert Vötter » 14. Mai 2006, 06:51

Was mich zurzeit eigentlich am meisten interessieren würde:

Warum macht ein Verlag nach einer Zeit keine Neuauflage bzw. produziert wieder seine Spiele ?

zb. Bei ALEA
Die Spiele haben eine hohe Nachfrage,trotzdem kein Neuerscheinen (außer in einer anderen Sprache )
Werden die Entwürfe nicht gespeichert ? Muß man soviel umstellen,das sich das ganze eigentlich nicht lohnt ?
Verkauft z.b. ein Verlag dadurch bei Ebay besser und sahnt mehr Geld ein ?

Soll jetzt bitte nicht nur ALEA gemeint sein,es gibt noch andere Spieleverlage,wo eine gute Nachfrage herrscht (Spiel Talisman z.b. [Wobei ich das Spiel selbst eher langweilig empfinde])

Gruß
Robert (Welcher schon längst ein paar Luxusausgaben von Spielen hergestellt hätte,wenn er in einem Spieleverlag etwas zu sagen hätte ;) )

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Matthias Prinz

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Matthias Prinz » 14. Mai 2006, 08:34

Hallo Robert,

> Warum macht ein Verlag nach einer Zeit keine Neuauflage bzw.
> produziert wieder seine Spiele ?

zu teuer.

> zb. Bei ALEA
> Die Spiele haben eine hohe Nachfrage,trotzdem kein
> Neuerscheinen (außer in einer anderen Sprache )

Große Nachfrage?! Weil 2-3mal im Monat hier im Forum jemand danach fragt? insgesamt sind das vielleicht 100-200 Leute, dafür lohnt sich keine Auflage von 5000 Einheiten. In so einer Produktion stehen hohe sunk costs, die auch erstmal "eingespielt" werden wollen. Ist doch klar, dass das Kapital da lieber in neue frische Ideen gesteckt wird und die Spiele, die sich weniger verkaufen als zum Erlangen des Break-Evens notendig sind, rausgeschmissen werden.

> Werden die Entwürfe nicht gespeichert ? Muß man soviel
> umstellen,das sich das ganze eigentlich nicht lohnt ?

Siehe oben. Das eigentlich teure ist ja die Produktion, die findet so und so statt.

> Verkauft z.b. ein Verlag dadurch bei Ebay besser und sahnt
> mehr Geld ein ?

BItte?! Das ist nicht dein Ernst? Bei Ebay laufen Privatauktionen ab, der Verlag sieht doch dafür keinen Cent!

> Robert (Welcher schon längst ein paar Luxusausgaben von
> Spielen hergestellt hätte,wenn er in einem Spieleverlag etwas
> zu sagen hätte ;) )

Dann wärst du vermutlich schneller auf der Straße, als du "alea" sagen kannst ;)

Gruß
- Matthias

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peer

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon peer » 14. Mai 2006, 09:10

Hi,
Robert Vötter schrieb:
>
> Was mich zurzeit eigentlich am meisten interessieren würde:
>
> Warum macht ein Verlag nach einer Zeit keine Neuauflage bzw.
> produziert wieder seine Spiele ?

Weil z.B. Alea die Spiele seinerzeit aus dem Programm genommen hat, weil die Nachfrage so gesunken ist, dass sich eine weitere Produktion nicht mehr gelohnt hat. Daher würde eine Neuauflage bestenfalls bei einem anderen Verlag erscheinen und hätte mehrere Gründe:
1) Neuauflage eines schon sehr älteren Spieles, dass schon lange OoP ist.
2) Der Verlag glaubt dass bei der Originalausgabe nicht jeder der wollte was bekommen konnte (Spiel war nicht bekannt, ausländischer Verlag etc.)
3) Er glaubt neue Märkte (z.B. Ausland) öffnen zu können
4) Die Neuauflagfe hat neues Design und wird eventuell als neues Spiel wahrgenommen
5) Die Neuauflage ist günstig in der Herstellung (Quo Vadis, E&T Kartenspiel)
6) Der Verlag ist ein kleinverlag, die Auflage ein "Liebhaberprojekt"

Neuauflagen lohnen sich selten!

ciao
peer

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Martin

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Martin » 14. Mai 2006, 10:06

Was bei Ravensburger/Alea zu wenig ist, kann bei einem anderen Verlag, der mit kleinen Stückzahlen arbeitet reichen. Gute Beispiele sind Hase & Igel (jetzt Abacus) oder Heimlich & Co. (jetzt Amigo).

Die Neuauflage von Um Reifenbreite bei Jumbo dagegen ist herbe gefloppt.

Martin

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Holger

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Holger » 14. Mai 2006, 11:49

Matthias Prinz schrieb:
>
>
>
> BItte?! Das ist nicht dein Ernst? Bei Ebay laufen
> Privatauktionen ab, der Verlag sieht doch dafür keinen Cent!
>
In welcher Welt lebst Du denn? Wäre schön, wenn Du recht hättest.
Hier ein kleines Beispiel, welches ich nicht als Vorwurf angesehen haben möchte, dir aber die Realität vor Augen halten soll!

Auf Anfrage bei Alea nach den Fürsten von Florenz, antwortete mir Herr Brück, dass einige wenige noch zu haben sind. Preislich würden diese sich an dem Markt orientieren. Der Markt wäre m.E. also ebay sprich 55 € oder mehr.
Den genauen Wortlaut kann ich nicht mehr wiedergeben.

So Matthias, jetzt kommst Du!


MfG
Holger
(der immer wieder gerne mit alea spielt und auch dem Herrn Brück ein gewisses Verstehen entgegenbringen kann)

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Thomas

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Thomas » 14. Mai 2006, 12:35

Robert Vötter schrieb:
> Verkauft z.b. ein Verlag dadurch bei Ebay besser und sahnt mehr Geld ein ?

Holger schrieb:
> Auf Anfrage bei Alea nach den Fürsten von Florenz, antwortete
> mir Herr Brück, dass einige wenige noch zu haben sind.
> Preislich würden diese sich an dem Markt orientieren.

Wenn man die Ursprungsfrage betrachtet, ob der Verlag durch das Unerdrücken einer Neuauflage mehr Geld verdient, dann sollte man gerade durch deine Information, dass es bei Alea nur noch "einige wenige" Exemplare gibt, zu dem Schluß kommen, dass der Verlag damit wohl kaum die Riesengewinne einstreicht.

Holger schrieb:
> Der Markt wäre m.E. also ebay sprich 55 € oder mehr.

War das auch Bestandteil der Antwort von Alea oder ist das deine persönliche Interpretation von "Markt"?

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Braz
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Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Braz » 14. Mai 2006, 13:03

Hallo Robert,

meines Erachtens ist das alles eine Frage der COGS (=Herstellungskosten) vs. Markt vs Preis.

Will sagen:

Wenn ein Spiel in einer größeren Auflage wieder hergestellt werden würde, dann würde folglich -als Reaktion zum Angebot<->Nachfrage- der Preis wieder sinken, da das Angebot ja zunimmt und dadruch die Ratio Angebot/Nachfrage steigt.

Viele EBay Produkte erzielen gerade deswegen einen so hohen Preis, da sie ja out-of-print sind und noch von einigen gewollt werden. Diese "Einige" sind nun die zu definierende Masse.

Will sagen: Lohnt es sich für einen Verlag nun die Herstellung wieder hochzufahren und dadurch den geringen Markt zu decken? Dies ist eine Frage, welche wahrscheinlich jeder Verlag hat: Ab welcher Stückzahl stellen wir die Produktion ein, um unser Portfolio noch im Griff zu haben.
Eine Stückzahl von einigen Hundert lohnt sich da (nimmt man noch die Herstellungskosten etc.) wahrscheinlich schon nicht mehr.

Also: Weiso sollte ein Verlag die Produktion bei einer geringen Nachfrage noch aufrecht erhalten?

Die Sache bei Privatverkäufen und EBay ist da schon anders, denn hier werden ausschließlich Sammlerpreise erzielt, die jedoch wieder fallen würden, würde ein Verlag die Produktion wieder vorantreiben.


Besten Gruß
Braz

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Braz
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Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Braz » 14. Mai 2006, 13:06

Matthias Prinz schrieb:
> > Verkauft z.b. ein Verlag dadurch bei Ebay besser und sahnt
> > mehr Geld ein ?
>
> BItte?! Das ist nicht dein Ernst? Bei Ebay laufen
> Privatauktionen ab, der Verlag sieht doch dafür keinen Cent!

Das hast du mE falsch verstanden, Michael.
Die Frage war nicht, ob ein Verlag bei einem privaten EBay-Verkauf mitkassiert, sondern ob ein Verlag, sollte er seine eigenen Restposten über EBay verkaufen, nicht ordentlich Kohle einstreichen? ...

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peer

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon peer » 14. Mai 2006, 13:34

Hi,
Thomas schrieb:
> Holger schrieb:
> > Auf Anfrage bei Alea nach den Fürsten von Florenz, antwortete
> > mir Herr Brück, dass einige wenige noch zu haben sind.
> > Preislich würden diese sich an dem Markt orientieren.
> Wenn man die Ursprungsfrage betrachtet, ob der Verlag durch
> das Unerdrücken einer Neuauflage mehr Geld verdient, dann
> sollte man gerade durch deine Information, dass es bei Alea
> nur noch "einige wenige" Exemplare gibt, zu dem Schluß
> kommen, dass der Verlag damit wohl kaum die Riesengewinne
> einstreicht.

yo. FvF wurde aus dem Sortiment genommen, als die jährliche Vekaufsanzahl nicht mal mehr dreistellig war (Antwort von Brück hier im Forum vor einigen Jahren)

> Holger schrieb:
> > Der Markt wäre m.E. also ebay sprich 55 € oder mehr.
>
> War das auch Bestandteil der Antwort von Alea oder ist das
> deine persönliche Interpretation von "Markt"?

Das "m.E" deutet auf seine Interpretation hin. ICH denke Herr Brück meinte eher den Verkaufspreis anderer vergleichbarer Spiele (also 30 EUR).
Selbst wenn er die ebay-Preise meinte, heisst das ja nicht, dass der Verlag da auch verramscht.
Ist schon schön, wenn man von den Verlagen immer das schlechteste denkt. :-)

ciao
peer

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peer

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon peer » 14. Mai 2006, 13:37

Hi,
Braz schrieb:
>
> Matthias Prinz schrieb:
> > > Verkauft z.b. ein Verlag dadurch bei Ebay besser und sahnt
> > > mehr Geld ein ?
> >
> > BItte?! Das ist nicht dein Ernst? Bei Ebay laufen
> > Privatauktionen ab, der Verlag sieht doch dafür keinen Cent!
>
> Das hast du mE falsch verstanden, Michael.
> Die Frage war nicht, ob ein Verlag bei einem privaten
> EBay-Verkauf mitkassiert, sondern ob ein Verlag, sollte er
> seine eigenen Restposten über EBay verkaufen, nicht
> ordentlich Kohle einstreichen? ...

Ja, aber deswegen eine lohneswerte Neuaulage nicht machen? Glaube, kaum dass das der Grund ist. Eine einfache Rechnung hilft da:
50 Restexemplare bei ebay loswerden (ohne Bezahlung + Organisation) = vielleicht 2500 EUR.
Eine Neuauflage machen, die sich normal verkauft, also so 6000 Exemplare. 1 EUR gewinn pro Spiel: 6.000 EUR.
Dabei ist der Gewinn pro Spiel ein Schätzwert :-)

ciao
peer (der hier mal den physikalischen Ansatz benutzt hat, dass sich viele Schätzungsfehler im Mittel rausmitteln)

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Hartmut

RE: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Hartmut » 14. Mai 2006, 13:40

"Braz" hat am 14.05.2006 geschrieben:
> Matthias Prinz schrieb:
>> > Verkauft z.b. ein Verlag dadurch bei Ebay besser und sahnt
>> > mehr Geld ein ?
>>
>> BItte?! Das ist nicht dein Ernst? Bei Ebay laufen
>> Privatauktionen ab, der Verlag sieht doch dafür keinen Cent!
>
> Das hast du mE falsch verstanden, Michael.
> Die Frage war nicht, ob ein Verlag bei einem privaten
> EBay-Verkauf mitkassiert, sondern ob ein Verlag, sollte er
> seine eigenen Restposten über EBay verkaufen, nicht
> ordentlich Kohle einstreichen? ...

Und? Wäre das so, wie sich der Markt nun einmal im Einzelfall entwickelt hat, in irgendeiner Form anstößig? Ich denke nicht. Ebay ist doch nur eine Marktplattform, und ob diese nun von Secondhand-Anbietern oder Produzenten genutzt wird, ist letztlich egal. Dass ein Verlag seine Restexemplare ausnahmsweise mal nicht verramschen muss sondern der tatsächlichen Nachfrage folgend preislich nach oben korrigiert anbietet, ist absolut keine Schande.

Wer will, darf meinetwegen gerne ein tolles Spiel produzieren, nichts davon in den Handel bringen und die "Reste" auf Ebay anbieten ;-)

Hartmut (Spiele kosten nur Geld, Kommunismus kostet die Freiheit)

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Matthias Prinz

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Matthias Prinz » 14. Mai 2006, 14:02

Lieber Holger,

> In welcher Welt lebst Du denn? Wäre schön, wenn Du recht hättest.

Ich lebe in einer Welt, in der Preise durch Angebot und Nachfrage gebildet werden und eine soziale Marktwirtschaft vorherrscht.

> Auf Anfrage bei Alea nach den Fürsten von Florenz, antwortete
> mir Herr Brück, dass einige wenige noch zu haben sind.
> Preislich würden diese sich an dem Markt orientieren. Der
> Markt wäre m.E. also ebay sprich 55 € oder mehr.
> Den genauen Wortlaut kann ich nicht mehr wiedergeben.

Sehr schade, dass du den genauen Wortlaut nicht mehr hast, der würde mich dann doch interessieren. Ohne diesen fällt es schwer deiner Argumentation zu folgen.
Ich denke Stefan hat dabei vor allem auf Privatpersonen angesprochen oder auf Versandhändler die noch Restbestände haben, anstatt auf sein eigenes Restlager von alea.

> So Matthias, jetzt kommst Du!

Tja, da komme ich. Und ich habe mir ein Exemplar bei eBay für ca. 40 Euro ersteigert und finde den Preis gerechtfertigt. Dabei sehe das Spiel aber auch als Sammlerstücke, was einen höheren Preis rechtfertigt.

Viele Grüße
- Matthias

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Mike

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Mike » 14. Mai 2006, 14:34

Hi

> zb. Bei ALEA
> Die Spiele haben eine hohe Nachfrage,

Also gerade die ALEA-Spiele sprechen doch meist eher Vielspieler an und da ist die Nachfrage schon begrenzt. Wer soll die denn noch Kaufen, wenn alle Vielspieler, die dran interessiert sind, es nach z.B. 2 - 3 Jahren haben. Für die Hand voll Leute, die nach 5 Jahren noch von diesem Spiel hören und es kaufen wollen oder erst da zum Vielspieler werden, lohnt es wohl kaum.

Bei guten Kinderspielen ist das was anderes. Diese Spiele spielen sehr viele Kinder in einem bestimmten Alter, z.B. 5 bis 8. Auch in Nicht- oder Wenigspieler-Familien werden ab und an Spiele für Kinder gekauft bzw. sie kriegen Spiele geschenkt. Ein erwachsener NICHT-Spieler bekommt aber eher selten ein ALEA-Spiel geschenkt.

Mike

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Braz
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RE: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Braz » 14. Mai 2006, 14:56

Hallo Hartmut,

Hartmut schrieb:
> Und? Wäre das so, wie sich der Markt nun einmal im Einzelfall
> entwickelt hat, in irgendeiner Form anstößig?

Hmm..verstehe ich nicht ganz: Diese Antwort auf mein Posting :???:

[b]Nichts[/b] wäre anstößig, wenn du mich direkt fragst!

Meine Antwort bezog sich eher auf eine mE falsch verstandene These.


Gruß
Braz

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Braz
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Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Braz » 14. Mai 2006, 15:13

peer schrieb:
> Ja, aber deswegen eine lohneswerte Neuaulage nicht machen?
> Glaube, kaum dass das der Grund ist. Eine einfache Rechnung
> hilft da:
> 50 Restexemplare bei ebay loswerden (ohne Bezahlung +
> Organisation) = vielleicht 2500 EUR.
> Eine Neuauflage machen, die sich normal verkauft, also so
> 6000 Exemplare. 1 EUR gewinn pro Spiel: 6.000 EUR.
> Dabei ist der Gewinn pro Spiel ein Schätzwert :-)

Hallo Peer,

du glaubst jetzt aber nicht wirklich, daß ein Verlag lediglich 1 € Gewinn pro Spiel einstreicht, oder?! :))

Dennoch -du hast ja wahrscheinlich absichtlich eine extrem niedrige Gewinnspanne gewählt, um deine Rechnung bzw. die dahinterstehende Aussage zu untermauern.

Ich arbeite nicht bei einem Spielverlag, weiß daher nicht was so kostentechnisch auf einen zukommt.

Ich tippe mal, daß da aber [b] nicht nur Herstellungskosten[/b], sondern auch [b]Schutzgebühren (Copyright, Patente? -> Patentschutz -glaube das waren z.B. 2 Jahre bei King Arthur kostet ja auch was...).[/b]
Evtl. ist es keine Inhouse-Entwicklung und es müssen sogar vielleicht sog. [b]Royalties [/b]für den Entwickler (=Hersteller) gezahlt werden usw.usw.


Also ich kann nur von der Pharma Industrie sprechen, denn da bin ich Portfolio Manager und verwalte die Pipeline diverser Produkte: Fällt da etwas unter eine gewisse Gewinnspanne, so lohnt sich das nicht mehr und man muß sein Portfolio (=frei verfügbares Kapital einer Firma) anders einteilen. -> Dies bedeutet, daß dann nach neuen Produkten gesucht/geforscht wird. Die Kohle, welche man dann an Herstellungskosten und der geringeren Gewinnspanne in dem alten Produkt einspart, fließen in die Entwicklung und Vermarktung neuerer innovativerer Produkte.

Ähnlich vielleicht wie mit einem Auto: Irgendwann braucht es zu viel Sprit und lohnt sich nicht mehr, obwohl es vielleicht sehr schön ausschaut und noch Sammlerwert hat und einige wenige es vielleicht noch gerne kaufen und fahren würden. Also schafft man sich irgendwann ein Neues an und verkauft das Alte.

Gruß
Braz

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Braz
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Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Braz » 14. Mai 2006, 15:17

Mike schrieb:
>
> Hi
>
> > zb. Bei ALEA
> > Die Spiele haben eine hohe Nachfrage,
>
> Also gerade die ALEA-Spiele sprechen doch meist eher
> Vielspieler an und da ist die Nachfrage schon begrenzt. Wer
> soll die denn noch Kaufen, wenn alle Vielspieler, die dran
> interessiert sind, es nach z.B. 2 - 3 Jahren haben. Für die
> Hand voll Leute, die nach 5 Jahren noch von diesem Spiel
> hören und es kaufen wollen oder erst da zum Vielspieler
> werden, lohnt es wohl kaum.

Sehe ich exakt genauso -> Vollste Zustimmung! ;)

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Olav Müller
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RE: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Olav Müller » 14. Mai 2006, 16:28

"peer" hat am 14.05.2006 geschrieben:
> Eine Neuauflage machen, die sich normal verkauft, also so
> 6000 Exemplare. 1 EUR gewinn pro Spiel: 6.000 EUR.

Woher nimmst Du die Gewissheit, dass tatsächlich 6000 Exemplare Deines Spiels verkauft werden? Du musst in diesem Fall das wirtschaftliche Risiko selbst tragen. Die x Exemplare, die schon produziert sind, traffen ja schon vorher nicht auf genug Nachfrage, dass sie verkauft worden wären. Warum sollte es den nächsten 6000 besser gehen? Warum solltest Du diese Art von Kapitalbindung für Deinen Verlag riskieren, wenn Du in der gleichen Zeit andere Spiele, die noch keinen annährend gesättigten Markt vorfinden, produzieren könntest?

CU,
Olav

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peer

RE: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon peer » 14. Mai 2006, 16:58

Hi,
Olav Müller schrieb:
>
> "peer" hat am 14.05.2006 geschrieben:
> > Eine Neuauflage machen, die sich normal verkauft, also so
> > 6000 Exemplare. 1 EUR gewinn pro Spiel: 6.000 EUR.
>
> Woher nimmst Du die Gewissheit, dass tatsächlich 6000
> Exemplare Deines Spiels verkauft werden?

Nehme ich nicht. Dafür liegt die Gewinnspanne höher. das gleicht sich aus.
Natürlich verkaufen sich einige Spiele schlecht (besonders Neuauflagen ;-) ), aber für einen Verlag wie Alea sind 5000-6000 sicherlich keine schlechte Schätzung.
Auf jeden Fall machen sie aber so vielmehr Gewinn als durch den Abverkauf über ebay (wenn das Spiel nicht der absolute Ober-Flopp wird). Und das zu zeigen, darum ging es mir.

ciao
peer

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peer

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon peer » 14. Mai 2006, 17:01

Hi,
Braz schrieb:
>> Hallo Peer,
>
> du glaubst jetzt aber nicht wirklich, daß ein Verlag
> lediglich 1 € Gewinn pro Spiel einstreicht, oder?! :))
>
> Dennoch -du hast ja wahrscheinlich absichtlich eine extrem
> niedrige Gewinnspanne gewählt, um deine Rechnung bzw. die
> dahinterstehende Aussage zu untermauern.

Richtig. Wenn die tatsächliche Gewinnspanne höher liegt, dann ist der Gewinn noch größer und meine These wird nicht falscher sondern richtiger. :-)

ciao
peer

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Günter Cornett

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Günter Cornett » 14. Mai 2006, 17:06

Braz schrieb:
>
> peer schrieb:
> > Ja, aber deswegen eine lohneswerte Neuaulage nicht machen?
> > Glaube, kaum dass das der Grund ist. Eine einfache Rechnung
> > hilft da:
> > 50 Restexemplare bei ebay loswerden (ohne Bezahlung +
> > Organisation) = vielleicht 2500 EUR.

Hi,

Bei 50 Euro/Spiel dürften die jährlichen Verkaufszahlen von FvF sicher null- bis einstellig sein. ;-)

> > Eine Neuauflage machen, die sich normal verkauft, also so
> > 6000 Exemplare. 1 EUR gewinn pro Spiel: 6.000 EUR.
> > Dabei ist der Gewinn pro Spiel ein Schätzwert :-)
>
> Hallo Peer,
>
> du glaubst jetzt aber nicht wirklich, daß ein Verlag
> lediglich 1 € Gewinn pro Spiel einstreicht, oder?! :))

Wenn die gesamte Auflage verkauft wird, ist es bei einem Spiele wie die FvF sicher mehr. Wenn nur ein Drittel der Auflage verkauft wird, macht man dicken Verlust.

Wenn die jährlich verkaufte Auflage zuletzt nicht einmal dreistellig war, musst du u.U. 60 Jahre Lagerkosten in die Kalkulation einbeziehen ...

Ein Großteil der Spiele wirft keinen Gewinn ab.
Einige Spiele mit hohen Verkaufszahlen subventionieren diese quasi.

Dummerweise weiss man vorher meist nicht, welche Spiele sich gut verkaufen.

> Dennoch -du hast ja wahrscheinlich absichtlich eine extrem
> niedrige Gewinnspanne gewählt, um deine Rechnung bzw. die
> dahinterstehende Aussage zu untermauern.

Warum sollte er das tun?

> Ich arbeite nicht bei einem Spielverlag, weiß daher nicht was
> so kostentechnisch auf einen zukommt.
>
> Ich tippe mal, daß da aber [b] nicht nur
> Herstellungskosten[/b], sondern auch [b]Schutzgebühren
> (Copyright, Patente? -> Patentschutz -glaube das waren z.B. 2
> Jahre bei King Arthur kostet ja auch was...).[/b]

Patentgebühren sind die Ausnahme

> Evtl. ist es keine Inhouse-Entwicklung und es müssen sogar
> vielleicht sog. [b]Royalties [/b]für den Entwickler
> (=Hersteller) gezahlt werden usw.usw.

Jo, gelegentlich erhalten Autoren auch Honorar.

> Also ich kann nur von der Pharma Industrie sprechen, denn da

Von den dortigen Gewinnspannen kann eine Spieleverlag sicherlich nur träumen.

> bin ich Portfolio Manager und verwalte die Pipeline diverser
> Produkte: Fällt da etwas unter eine gewisse Gewinnspanne, so
> lohnt sich das nicht mehr und man muß sein Portfolio (=frei
> verfügbares Kapital einer Firma) anders einteilen. -> Dies

Das ist bei Spielen im Prinzip nicht anders.
Aber es gibt sie nicht auf Rezept.
Das macht das Marketing vergleichsweise schwierig.

Gruß, Günter

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Braz
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Beiträge: 6431

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Braz » 14. Mai 2006, 17:17

Günter Cornett schrieb:
> Das ist bei Spielen im Prinzip nicht anders.
> Aber es gibt sie nicht auf Rezept.


..*hehe :D

Schade eigentlich -> wäre dochmal was: Beim Railroad Tycoon übernimmt 20€ die sog. Spielkasse (abgeleitet von Karnkenkasse) und 10€ zahlt man dann vor Ort bei Laden. ;)

Ich fänd`s super! Würde mir `ne Menge Geld ersparen ;)

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Günter Cornett

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Günter Cornett » 14. Mai 2006, 17:45

Braz schrieb:
>
> Günter Cornett schrieb:
> > Das ist bei Spielen im Prinzip nicht anders.
> > Aber es gibt sie nicht auf Rezept.
>
>
> ..*hehe :D
>
> Schade eigentlich -> wäre dochmal was: Beim Railroad Tycoon
> übernimmt 20€ die sog. Spielkasse (abgeleitet von
> Karnkenkasse) und 10€ zahlt man dann vor Ort bei Laden. ;)

10 € pro Quartal (bzw. 5€ pro Besuch)

> Ich fänd`s super! Würde mir `ne Menge Geld ersparen ;)

Dann lass dir mal eine Krankheit einfallen, die man durch Spiele heilen kann.
Wenn du in der Pharmaindustrie arbeitest, dürfte dir das doch nicht schwer fallen. ;-)

Gruß, Günter

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04Schneider

Re: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon 04Schneider » 14. Mai 2006, 19:47

Braz schrieb:

> Viele EBay Produkte erzielen gerade deswegen einen so hohen
> Preis, da sie ja out-of-print sind und noch von einigen
> gewollt werden. Diese "Einige" sind nun die zu definierende
> Masse.
....
> Will sagen: Lohnt es sich für einen Verlag nun die
> Herstellung wieder hochzufahren und dadurch den geringen
> Markt zu decken?
....
> Die Sache bei Privatverkäufen und EBay ist da schon anders,
> denn hier werden ausschließlich Sammlerpreise erzielt, die
> jedoch wieder fallen würden, würde ein Verlag die Produktion
> wieder vorantreiben.

Ich denke mal, die Neuauflagen von Sequence und Looping Louie zeigen auf, daß die bei ebay erzielten Sammlerpreise auch ein Indikator für die Verlage sein kann.
Hier wurden vor der Neuauflage regelmässige Preise von bis zu 40 Euro erzielt. Seit den Reprints sind die Preise wie von dir oben beschrieben im Keller.

Mein nächster Favorit auf Neuauflage: Racko :-)

Gruß Volker

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Hartmut

RE: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Hartmut » 14. Mai 2006, 20:22

"Braz" hat am 14.05.2006 geschrieben:
> Hallo Hartmut,
>
> Hartmut schrieb:
>> Und? Wäre das so, wie sich der Markt nun einmal im Einzelfall
>> entwickelt hat, in irgendeiner Form anstößig?
>
> Hmm..verstehe ich nicht ganz: Diese Antwort auf mein
> Posting :???:
>
> [b]Nichts[/b] wäre anstößig, wenn du mich direkt fragst!
>
> Meine Antwort bezog sich eher auf eine mE falsch
> verstandene These.
>
>
> Gruß
> Braz

Hallo Braz,

Robert, Matthias und Du theoretisieren in dieser Linie des Threads, während Holger ein Beispiel an anderer Stelle konkretisiert (Alea, FvF), ohne es aber dort zu bewerten. In dem (fiktiven) Beispiel verwendet Robert die Worte "absahnen", die Du in Deinem Beitrag nur präzisierst ("ordentlich Kohle einstreichen"). Du bist insofern hier nur "Erklärbär", sehe ich genauso, da soll Dich mein Beitrag nun wirklich nicht treffen, entschuldige, falls das so rüberkam.

Aber Robert's Begriff (von Dir präzisiert) verstehe ich als eine Wertung i.S.v. "unmoralische, unseriöse Bereicherung", die ich im Falle eines Falles nicht teile. Insofern mehr eine Antwort für Robert, okay? "Mehr verdienen" wäre der wertneutrale Begriff gewesen. Daneben steht nun das Beispiel "Reste bei Alea" und der geneigte Threadleser fragt sich im Kontext von Worten wie "absahnen" und "Kohle einstreichen", ob ein (unbestätigtes) erhöhtes Preisangebot in Ordnung geht? Ich (und Du ja auch) sage klar "ja", mehr nicht, bevor hier was reininterpretiert wird.

Hartmut (freut sich, wenn es wirtschaftlich gesunde Verlage gibt, die für uns gute Spiele produzieren können)

PS [offtopic]: Braz, wenn Du Einblicke in die Pharma-Industrie hast, weißt Du ja, was "ordentlich Kohle einstreichen" heißt ;-)

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Braz
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[oT] RE: Warum keine Neuauflage ?

Beitragvon Braz » 14. Mai 2006, 21:17

Hartmut schrieb:
> Ich (und Du ja auch) sage klar "ja", mehr nicht, bevor hier
> was reininterpretiert wird.

Vielen Dank für dein Posting. Jup, denke ja gerade eben auch, daß wir einer Meinung sind ;)


> PS [offtopic]: Braz, wenn Du Einblicke in die
> Pharma-Industrie hast, weißt Du ja, was "ordentlich Kohle
> einstreichen" heißt ;-)

Bin bei einer Generika-Firma => da sahnt man nicht so große Gewinne ein wie die bösen, großen Orginatoren :)) *hehe


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