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Warum ist der "Spiel des Jahres"-Titel wichtiger als der Deutsche Spielepreis?

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Hendrik

Warum ist der "Spiel des Jahres"-Titel wichtiger als der Deutsche Spielepreis?

Beitragvon Hendrik » 29. Mai 2006, 20:00

Hallo Spielergemeinde,

Es gibt wohl keinen Verlag, der nur schon wenn er nominiert wird, den roten SdJ Pöppel nicht auf sein Spielecover pappt. Umgekehrterweise sehe ich kaum je einen Sticker vom DSP auf einem Spiel.
Im Gegensatz zum SdJ wird der DSP aber demokratisch erkoren und ist für uns Spieler eigentlich relevanter als der Kulturgut-Preis der geheimnis-umwitterten SdJ Jury. Also warum zum Kuckuck ist der SdJ so viel wichtiger als der DSP?
OK, der DSP ist mit 1990 jünger als das SdJ schon ab 1979, aber das kann doch nicht schon die ganze Erklärung sein.
Man muss doch keine Abgaben machen, wenn man so ein Logo verkaufsfördernd einsetzen will, oder doch?
Machen die vom SdJ einfach besseres Marketing als die vom DSP?

Cheers
Hendrik (der hofft, dass jemand Licht ins Dunkel bringt)

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Bernd

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Bernd » 29. Mai 2006, 20:33

Hallo Hendrik,

eigentlich ist es so, dass eigentlich jedes Spiel, dass den DSP-Hauptpreis gewonnen hat, das Logo auch auf seine Verpackung druckt (jedenfalls bei den Spielen aus den letzten Jahren).

Andererseits ist der Preis "Spiel des Jahres" älter und viel bekannter.
Ich kenne fast niemanden, der das Logo nicht kennt.
Dadurch hat es mehr Wirkung auf den Markt und ist dadurch "Wertvoller" für die Verlage. Gleichzeitig ist der Preis auch in der Presse wesentlich bekannter - über den Preisträger wird mehr berichtet und dadurch steigt ebenfalls der "Marktwert" des Preises.

Der größere Bekanntheitsgrad liegt wohl daran, dass es der "erste" Preis war, der sich in Deutschland durchgesetzt hat und seit Jahrzehnten bekannt ist.

An der aktiven Pressearbeit der Jury kann das eigentlich nicht liegen - denn die ist sträflich und fast nicht existent (wenn man mal von der Homepage und dem Flyer absieht).

Gruß

Bernd

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Tim-spielbox

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Tim-spielbox » 29. Mai 2006, 20:39

> Kulturgut-Preis der geheimnis-umwitterten SdJ Jury. Also
> warum zum Kuckuck ist der SdJ so viel wichtiger als der DSP?

Ein Gütesiegel bringt nur dann etwas, wenn die potentiellen Kunden es kennen und das Gefühl haben, daß es ihnen die Kaufentscheidung erleichtert. Den DSP kennt dort draußen niemand, also ist er für die Verlage wahrscheinlich einfach nicht relevant.

Möglicherweise wäre es für die Spielebranche sinnvoller, den DSP einzudampfen und unter dem großen Dach SdJ eine neue Kategorie für anspruchsvollere Spiele einzuführen ...


Tim

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Miriam

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Miriam » 29. Mai 2006, 20:40

Der Preis SdJ hat als Zielgruppe mehr den Gelegenheitsspieler im Blick, also eine größere Gruppe an Spielern (Familien, Jugendgruppen etc.) = größere Bekanntheit in der "normalen" Bevölkerung, die nicht übermäßig viel spielt. Der DSP geht eher auch mal an Spielen, die für Familien bzw. den Gelegenheitsspieler nicht unbedingt so interessant sind. Er richtet sich an eine speziellere, kleinere Bevölkerungsgruppe = geringere Bekanntheit. Grundsätzlich kann zwar jeder bei dem Preis mit abstimmen, aber in erster Linie werden dies wohl eher Vielspieler sein.

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Jan Mirko Lüder

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Jan Mirko Lüder » 29. Mai 2006, 22:22

Hallo Hendrik,

das von dir in Frage gestellte Phänomen der inflationär auftretenden roten Pöppel im Vergleich zu den kaum auffindbaren DSP-Auszeichnungsverweisen auf Spieleschachteln ist ja nicht gerade neu und hat - seit es die Spielepreise gibt - mehrere einfache Gründe.

Dass es den DSP überhaupt mit dieser "flächendeckenden" Reichweite gibt, ist wohl ebenso dem Verein "Spiel des Jahres e.V." zu verdanken, wie auch die Tatsache, dass es in Deutschland eine so einzigartige und große Spieleszene gibt. Auch dass Deutschland weltweit [b]das[/b] "Spieleland Nr.1" ist, ist in erster Linie auf die engagierte und sehr erfolgreiche Arbeit dieses Vereins zurückzuführen.

Es war die erste derartige Spieleauszeichnung, die zum damaligen Zeitpunkt hervorragend medial aufbereitet und zelebriert wurde. Seit vielen Jahren gibt es mittlerweile ein großes, gut vorbereitetes Medienspektakel um die Hauptpreisvergabe. Da sämtliche sonstigen Aktivitäten der Jury der breiten Öffentlichkeit zumeist vollkommen unwichtig erscheinen (was sie natürlich nicht sind), gibt es zu anderen Vorkommnissen aus der SdJ-Ecke in der Regel auch keine Berichterstattung.

Das ist auch gut so! Denn was die Jury seit vielen Jahren auszeichnet, ist ihr auf diesem Weg der Medienresonanz gewonnenes Vermögen, Menschen aller Bevölkerungsschichten und Altersstufen auf neue Spiele aufmerksam zu machen, die es mit den allseits bekannten Klassikern wie "Monopoly", "Mensch ärgere dich nicht", "Mau-Mau" oder "Kniffel" mehr als nur aufnehmen können.

Auf Grundlage der bei den meisten Menschen geweckten Erfahrung, dass Spiele, auf denen der rote Pöppel klebt, besonders unterhaltsam und langlebig sind, ist es dem Verein gelungen, zunehmend mehr Menschen zum Spielen zu bringen. Da diese aufgrund ihrer positiven Erfahrungen mit der gleichen Erwartungshaltung an neue rote Pöppel gingen und in dieser oft bestätigt wurden, konnte er darüberhinaus sogar ein raumgreifendes Kaufverhalten in dem Markt installieren: Mittlerweile kauft die Mehrheit aller SpielekäuferInnen "Spiele des Jahres" oder solche, die von der Jury mit einer Empfehlung oder "Auswahlliste" gewürdigt wurden.

Dieser Mechanismus ist dabei inzwischen der für unseren Spielemarkt charakteristischste überhaupt geworden. Kein Verlag, der mit seinen Spielen in einer größeren Größenordnung Geld verdienen möchte, kommt heute an der Jury vorbei. Die jeweilige Preisvergabe hat sich zu einer bestimmenden Richtungsentscheidung auf dem Markt entwickelt, die jedes Jahr einen neuen Trend auslösen kann. 1995 z.B. war das der Fall mit einem relativ anspruchsvollem Spiel, das durch "El Grande" im darauf folgenden Jahr noch gesteigert wurde. Dieser Trend hielt bis 2000 an, als er von dem gefloppten (weil zu abstrakt-komplexen) Hauptpreisträger "Torres" und dem neuen Stern am Spielehimmel - "Carcassonne" - gekippt wurde. Seitdem sind Spieleneuheiten im Durchschnitt wieder immer einfacher geworden, wenn man vom Ausnahmejahr 2004 absieht, das die Jury mit dem Hauptpreisträger "Zug um Zug" jedoch nicht vollständig gewürdigt hat.

Da mir viel (auch als Spieler!) an einem möglichen neuen Trend in Richtung innovative und anspruchsvolle Spiele gelegen ist und die Jury die einzige Institution ist, die die nachfragenden und ausschlaggebenden Käufer dahin mitnehmen/mobilisieren kann, ist die Preisvergabe des "Spiel des Jahres" für mich sehr, sehr wichtig. ;-)
Außerdem kenne ich mittlerweile einige der beteiligten Verleger und Spieleautoren persönlich, denen ich natürlich gerne die Daumen drücke. :-)

Zum DSP noch folgendes: Der DSP wird von ein paar Tausend Menschen gewählt, die einen für die Mehrheit der gelegentlich spielenden Gesellschaft ganz und gar nicht repräsentativen Spielegeschmack und Anspruch an Spiele hat. Wer als Verlag/Verleger eben diese Zielgruppe bedienen möchte, druckt die Auszeichnung auf seine Spieleschachteln. Verlage wie [b]Hans im Glück[/b] oder [b]alea[/b] machen das bereitwillig, bei anderen wird's schon kritisch, wenn sie ihre Hauptzielgruppe nicht mit anderen frustrierend anspruchsvollen DSP-Preisträgern abschrecken wollen. Wir Spielefreaks und Vielspieler sind nunmal eine sehr kleine Interessengruppe mit einem sehr speziellen "Special Interest".

Zum Vergleich: DSP-Preisträger landen mit einer Gesamtauflage von 60.000 Stück bereits einen (leider außerordentlich) großen Erfolg, SdJ-Preisträger verkaufen sich schlecht, wenn die vermarktete Gesamtauflage deutlich unter 300.000 Stück liegt und das ist wirklich eher selten der Fall.

Spielerische Grüße
ludosophicus alias Mirko

http://www.weltspiel.com/

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Harald Schrapers^

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Harald Schrapers^ » 30. Mai 2006, 00:15

Entscheidend dafür, ob ein Preisträger-Logo auf die Schachtel gedruckt wird, ist: Wird überhaupt eine neue Auflage produziert?

Das Spiel des Jahres hat da zwei Vorteile:
Es wird Juni/Juli verliehen – damit bleibt ausreichend Zeit bis zum Weihnachtsgeschäft.
Das Spiel ist nach der Verkündung des Preisträgers in der Regel innerhalb weniger Tage ausverkauft – da muss eh neu produziert werden.

Beim Deuschen Spiele Preis wird der Preisträger im September – also relativ spät – bekannt. Und oft sind einfach noch genügend Exemplare vorrätig.

Harald
http://gamesweplay.de/

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Siggi Mertens

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Siggi Mertens » 30. Mai 2006, 00:51

Da bin ich aber ziemlich perplex.Der DS wird demokratisch erkoren? Eine seltsame Art von Demokratie, bei der munter gepfuscht werden kann.

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Jan Mirko Lüder

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Jan Mirko Lüder » 30. Mai 2006, 07:56

Hallo Harald,

> Entscheidend dafür, ob ein Preisträger-Logo auf die Schachtel
> gedruckt wird, ist: Wird überhaupt eine neue Auflage produziert?

Neben den von dir genannten Kriterien fallen da natürlich auch die zu erwartenden Verkaufszahlen ins Gewicht. "Euphrat & Tigris" oder auch "Puerto Rico" sind zwar absolute Bombenspiele, der Nerv zur Wahrnehmung dieser extraordinären Qualität ist aber nur bei einer kleinen spielwütigen Minderheit ausgeprägt. Wir dürfen uns hier nichts vormachen: Wer richtig "gute" Spiele macht, braucht dafür viel Zeit und verdient sich dabei garantiert keine goldene Nase.

Ohne die ganzen Mittel- und Leichtgewichte, die zum Beispiel Reiner Knizia wie "vom Fließband" fertigt, gäbe es wohl auch von ihm weniger hochkarätiges, als wir es alle zum Glück gewöhnt sind. Der Markt für sehr anspruchsvolle Gesellschaftsspiele ist eben leider sehr klein, leider auch heute noch - trotz der zunehmenden Internationalisierung dieses Marktes (die wir an den auflebenden euro-style games wie etwa dem ja nun bereits erfolgreichen "Caylus" beobachten können).

Spielerische Grüße
Mirko :-)

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Tim-spielbox

[OT] Demokratie

Beitragvon Tim-spielbox » 30. Mai 2006, 08:11

> Eine seltsame Art von Demokratie, bei der munter
> gepfuscht werden kann.

Gibt es denn eine Art von Demokratie, bei der +nicht+ gepfuscht wird? ;)


Tim

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Christian Gentges

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Christian Gentges » 30. Mai 2006, 08:22

Tim schrieb:
>
> Möglicherweise wäre es für die Spielebranche sinnvoller, den
> DSP einzudampfen und unter dem großen Dach SdJ eine neue
> Kategorie für anspruchsvollere Spiele einzuführen ...


Diese Kategorie gibt es übrigens schon. Dieses Jahr ist Caylus der Preisträger. Wie oft es diesen Preis für komplexe Spiele schon gab, weiß ich nicht. Mir ist dieser Preis selbst erst gestern aufgefallen. Hier ist ein Link zur Spiel-des-Jahres-Seite mit dem Preis: http://www.spiel-des-jahres.de/cms/front_content.php?idcatart=384&lang=1&client=1

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Tim-spielbox

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Tim-spielbox » 30. Mai 2006, 09:15

> > DSP einzudampfen und unter dem großen Dach SdJ eine neue
> > Kategorie für anspruchsvollere Spiele einzuführen ...
> Diese Kategorie gibt es übrigens schon. Dieses Jahr ist
> Caylus der Preisträger.

Ist doch aber "nur" ein Sonderpreis, d.h. eine außerordentliche Preisvergabe, oder?


Tim

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Jürgen W.

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Jürgen W. » 30. Mai 2006, 09:31

Die Auszeichnung "Spiel des Jahres" ist nun bereits seit mehrerern Jahren abgewirtschaftet und verbraucht.
Die Zielsetzung dieses angeblichen Preises besteht darin, den unerfahrenen Käufern ein leicht spielbares, wenn auch letzlich dümmliches Spiel vorzugauckeln, damit hohe Absatzzahlen und damit hohe Lizezgebühren für das Logo erzielt werden können.
Deshalb sollte die Spieleszene alle Bemühungen unternehmen, die Preisverleihung für das angebliche Spiel des Jahres, deren Entscheidungsfindung nur auf den Egoismen, den wirtschaftlichen Interessen und der persönlichen Überheblichkeit einzelner Jury-Mitglieder beruht und für niemenaden außerhalb der Jury nachvollziehbar ist, mit allen Mitteln zu bekämpfen und in Misskredit zu bringen. Ziel muss sein, den Marktwert des Spiel des Jahres endgültig zu zerstören. Dann erst kann dem deutschen Spielepreis der Stellenwert zukommen, den es verdient hat. Die Spieleszene sollte nicht der Qualität des SdJ nachtrauern, den es zu Beginn einmal hatte, aber nie wieder haben wird.

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Ralf Arnemann » 30. Mai 2006, 09:58

> Die Auszeichnung "Spiel des Jahres" ist nun
> bereits seit mehrerern Jahren abgewirtschaftet
> und verbraucht.
Angesichts des hohen Interesses AUCH hier im Bereich der "Hardcore-Spielerszene" halte ich das für maßlos übertrieben und falsch.

> Die Zielsetzung dieses angeblichen Preises
Was soll daran "angeblich" sein?
Dümmliche Polemik.

> besteht darin, den unerfahrenen Käufern ein
> leicht spielbares, ...
Genau, eine sinnvolle Zielsetzung.

> wenn auch letzlich dümmliches Spiel
> vorzugauckeln, ...
Leicht spielbar ist NICHT automatisch dümmlich.

> damit hohe Absatzzahlen und damit hohe
> Lizezgebühren für das Logo erzielt werden können.
Das ist eine sehr perfide und völlig unangemessene Beleidigung.
Das gilt auch für die weiteren persönlichen Anwürfe gegen die Jury-Mitglieder.

> Dann erst kann dem deutschen Spielepreis der
> Stellenwert zukommen, den es verdient hat.
Der deutsche Spielepreis hat genau den Stellenwert, den er auch verdient: Als Orientierung für die Insider, nicht für die Gelegenheitsspieler.

> Die Spieleszene sollte nicht der Qualität des SdJ
> nachtrauern, den es zu Beginn einmal hatte, aber
> nie wieder haben wird.
Völliger Unfug.
Die Nominierungen früherer Jahre waren nicht besser in der Qualität als heute.

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Ralf Arnemann » 30. Mai 2006, 10:01

Sehr gute Darstellung, der ich voll zustimmen möchte.

Das ist auch inhaltlich die klare Widerlegung der Vorwürfe von "Jürgen".

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TRH
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Beiträge: 647

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon TRH » 30. Mai 2006, 10:22

Moin!

Ich glaube kaum, dass eine Profilierung des DSP auf Kosten einer Renomeezerstörung des SdJ-Preises möglich/ sinnvoll ist. Pfiffiger fände ich es, wenn die Zahl deren weiter wächst die sich am DSP beteiligen (z.B. durch Werbung in Spieleläden, Treffen, usw.). So könnte die Breitenwirkung des DSP steigen ohne dass deshalb gleich die SdJ-Jury "bekämpft" werden müsste.

Außerdem haben sich doch beide Preise ein eigenes Profil "erarbeitet", das unterschiedliche Zielgruppen anspricht. Dass der Preis mit der größeren Zielgruppe auch bekannter ist, verwundert irgendwie nicht und kann m.E. auch nur schwer geändert werden bzw. würde einen deutlichen Profilverlust des DSP nach sich ziehen.

Gruß Tom
(der die diesjährige Auswahlliste auch nicht gerade berückend findet...)

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Lukas Merlach
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Beiträge: 193

RE: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Lukas Merlach » 30. Mai 2006, 10:37

> Im Gegensatz zum SdJ wird der DSP aber demokratisch erkoren
> und ist für uns Spieler eigentlich relevanter als der
> Kulturgut-Preis der geheimnis-umwitterten SdJ Jury.

naja, die Demokratie besteht darin, dass auch viele Leute, die nur 3 Neuheiten kennen mitstimmen. - Also wird im DSP immer ein Spiel eines Grossverlags gewinnen, das SDJ ist im DSP immer weit vorne platziert.
Daher halte ich den (für mich) nicht wirklich für aussagekräftiger als das SdJ.

Früher hatte der DSP auch noch die Sonderwertung von Fachleuten (Händlern und/oder Journalisten). Die war meist etwas besser. Gibts die noch?

Lukas

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Miriam

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Miriam » 30. Mai 2006, 10:45

Meine volle Zustimmung an Ralf!

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Andreas Odendahl

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Andreas Odendahl » 30. Mai 2006, 10:48

Hi,

alter Kämpfer, wie?

Ich will deine revolutionären Ansätze ja nicht bremsen mit meinem kapitalistischem Gewäsch, aber ich glaube, dass viele Verlage sich es überhaupt erst leisten können ein farbenfrohes Spieleprogramm auf die Beine zu stellen, weil sie ein (oder zwei) erfolgreiche Spiele des Jahres in ihren Reihen haben. So profitieren ja auch alle Spieler davon...

ode.

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Franz-Benno Delonge
Kennerspieler
Beiträge: 277

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 30. Mai 2006, 10:51

Lieber Jürgen,
jeder hat das Recht, seine Meinung frei zu äußern. Aber Beiträge wie dieser deiner beweisen geradezu den Wert der Auszeichnung "Spiel des Jahres" und die vergleichsweise geringere Bedeutung des "Deutschen Spielepreises".
Wenn es dir vor allem darauf ankommt, dich über die blöde Masse zu erheben - weshalb interessierst du dich dann überhaupt für Brettspiele und nicht für Zwölftonmusik?
Ratlose Grüße
Benno

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Hendrik

Zwischenstand

Beitragvon Hendrik » 30. Mai 2006, 11:57

So wie ich das gelesen und verstanden habe, gibt es zwei, drei Argumente, welche als sehr wahrscheinlich gelten:
1). der DSP ist 11 Jahre jünger als das SdJ und daher kann seine Bekanntheit noch nicht die selbe Durchdringung in der Bevölkerung aufweisen.
2.) die Zielgruppen sind verschieden und da die Zielgruppe des SdJ die grössere ist (Familien/Gelegenheitsspieler), ist der SdJ wirtschaftlich relevanter und deshalb auch wichtiger.
3) die Anbringung eines Logos ist abhängig vom Produktionsprozess und dessen Timing. Da der DSP erst im Herbst vergeben wird, finden sich ab Messpunkt Weihnachtsgeschäft rein organisatorisch gesehen weniger Spiele mit DSP-Logo.


Nun gut. Was mich dabei erstaunt ist die Kombination von Argument 1 + 2 in folgendem Beispiel:
Ein unbedarfter Familienvater X geht in ein Kaufhaus weil er für seinen Sohn/Neffen im Alter von 11 Jahren ein Spiel kaufen will. Er steht vor dem Regal und entdeckt Niagara mit dem SdJ Logo, daneben steht St. Petersburg mit dem DSP-Logo.
"Hey, Niagara hat einen SdJ-Preis bekommen, das muss ein gutes Spiel sein." so seine erste Reaktion.
Den DSP kennt er zwar nicht, aber dennoch: "Hey, St. Petersburg hat auch einen Preis bekommen, das muss auch gut sein."

Feststellungen:
Wer die Auszeichnungen nicht kennt, kann nicht wissen, dass der DSP einen anderen Fokus als das SdJ hat.
Dem Familienvater ist es wurscht, ob er nun das Spiel mit dem Kulturgut-Preis kauft oder das Spiel mit dem Spielerpreis. Hauptsache es bereitet dem Beschenkten Freude und Spass.
Deshalb bin ich mir immer noch im Klaren darüber, warum zwar jedes Spiel dass nur schon auf der Empfehlungsliste landet, einen roten Pöppel auf dem Cover hat, aber nur schon "DSP 3.ter Rang" scheint nicht mehr verkaufsfördernd zu sein, und dies obwohl die Mehrheit der Käufer den Unterschied zw. SdJ und DSP gar nicht kennen!
Ganz zu schweigen von weiteren möglichen Auszeichnungen wie die Preise der "österreichischen Spieleakademie" (selber zwar schon gesehen, aber selten genug), "As d'or" von Frankreich, "Schweizer Spielepreis" usw. etc.

Hendrik

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Jan Mirko Lüder

Re: Zwischenstand

Beitragvon Jan Mirko Lüder » 30. Mai 2006, 12:11

Hallo Hendrik,

ich bin mir nicht ganz sicher, ob du meinen Beitrag überhaupt [b]gelesen[/b] hast?
Natürlich verkünde auch ich hier keine universellen Wahrheiten, doch dem Beitrag kannst du durchaus trauen: Die meisten Experten würden ihn wohl mehr oder weniger so unterschreiben, wie er da steht. ;-)

Zu deinem Beispiel mit dem Familienvater: Den roten Pöppel kennt er und (wie ich auch schon geschrieben habe) wenn er ihn kennt, dann wird er damit gute Spielerfahrungen verbinden und sich denken: "Ja, das ist bestimmt auch so gut wie ..." Folge: Natürlich, er kauft "Niagara", weil da der rote Pöppel mit dem Schriftzug "Spiel des Jahres" drauf´steht. Dem DSP wird er kaum vertrauen, wenn er ihn nicht kennt - bei anderen Produkten gibt es schließlich viele Auszeichnungen, die jeweils vom Hersteller selbst als solche deklariert werden. Noch schlimmer: Vielleicht kennt er sogar ein Spiel, das mit dem DSP ausgezeichnet wurde und hat damit in seiner Familie schlechte Erfahrungen gemacht, weil es diese überfordert hat.

Die Spielepreise anderer Nationalitäten haben auf den deutschen Markt (so gut wie) keinen Einfluss. Sie dienen der Unterstützung des jeweils prämierten Spiels im eigenen Land. So auch die Auszeichnung "Spiel der Spiele" die aus Österreich stammt und so etwas wie der kleine Antagonist zur deutschen SdJ-Jury ist.

Sorry, wenn ich dir zu viel schreibe, aber [b]lesen[/b] schadet nicht! ;-)

Spielerische Grüße
Mirko

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Harald Schrapers

Dt. Spiele Preis

Beitragvon Harald Schrapers » 30. Mai 2006, 12:21

Zitat aus Wikipedia:

[quote]Bis 2000 ging das Ergebnis der Fachpublikums-Abstimmung unter den Lesern der „Pöppel-Revue“ zu 40 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Zu 60 Prozent gingen drei Umfragen unter Spielejournalisten, Spielekreisen sowie Händlern in das Resultat ein.
Im Jahr 2000 geriet der Deutsche Spiele Preis in die Krise, nachdem aufgedeckt wurde, dass die „Pöppel-Revue“ regelmäßig um ein Vielfaches überhöhte Teilnehmerzahlen an seiner Leserumfrage veröffentlicht hatte. Ím Folgejahr stellte die „Pöppel-Revue“ ihr Erscheinen ein.
Der Friedhelm-Merz-Verlag sah sich gezwungen, einen neuen Abstimmungsmodus einzuführen und ein unabhängiges Institut mit der Auswertung zu beauftragen. Seit 2001 kann jeder informierte Spieler über das Internet an der Abstimmung teilnehmen. Darüber hinaus werden Journalisten, Spielekreise, Händler sowie die Leser der Fachzeitschrift „Fairplay“ gezielt angeschrieben und um ihre Teilnahme gebeten.[/quote]

Fazit: Ein expliziter Expertenpreis ist der DSP nicht mehr, denn im Prinzip kann JEDER via Internet daran teilnehmen. Allerdings wird ja nicht das allgemeine Publikum aufgefordert, teilzunehmen, sondern Experten/Fachpublikum werden gezielt angesprochen/angeschrieben. Damit kann man DSP guten Gewissens als Fachpublikums-Preis bezeichnen.

Harald
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Kai Borschinsky

Re: Zwischenstand

Beitragvon Kai Borschinsky » 30. Mai 2006, 13:55

Hendrik schrieb:

> 2.) die Zielgruppen sind verschieden und da die Zielgruppe
> des SdJ die grössere ist (Familien/Gelegenheitsspieler), ist
> der SdJ wirtschaftlich relevanter und deshalb auch wichtiger.

Er ist vor allem auch deswegen relevater, weil der Handel, insbesondere die Handelsketten gute bis sehr gute Erfahrungen mit dem SdJ gemacht haben und weniger gute mit dem DSP. Der Handel (vor allem besagte Ketten) braucht auch nur einen Preis, alles andere führt nur zu Verwirrungen.
Die Zielgruppe ist zudem die uninformiertere, aber für den Handel einzig relevante. Die Vielspieler brauchen keinen Preis, um "ihre" Spiele zu finden, und sie sind in Sachen Absatz schlicht eine irrelevante Größe aus Sicht eines Chefeinkäufers.

> 3) die Anbringung eines Logos ist abhängig vom
> Produktionsprozess und dessen Timing. Da der DSP erst im
> Herbst vergeben wird, finden sich ab Messpunkt
> Weihnachtsgeschäft rein organisatorisch gesehen weniger
> Spiele mit DSP-Logo.

Auch. Vor allem sorgt der Pöppel halt für ein enormes Auftragsplus, was überhaupt erst die Produktion einer weiteren Auflage rechtfertigt. Aber den Pöppel klebt man zur Not auch von Hand auf das Spiel, weil es sich halt merklich auf den Absatz auswirkt, im Gegensatz zum DSP.

Was dein Beispiel angeht: Du gehst von der falschen Grundannahme aus. Die Auszeichnung "Spiel des Jahres" ist durchaus eine Marke mit hohem Wiedererkennungswert. Auf ihr liegt auch viel Verbrauchervertrauen.
Der Deutsche Spiele Preis ist über interessierte Kreise hinaus praktisch unbekannt. Wenn jemand also unbedarft vor zwei Spielen, eines mit Pöppel, eines mit DSP, steht und nur eines kaufen will, dann greift er schlicht zu dem mit dem Pöppel.
Die zugehörge Marketingmaschine ist zudem besser geölt. Das SdJ findest du an allen Ecken und Enden, [i]weil[/i] es SdJ ist. Den Träger des DSP nur, [i]wenn[/i] es zufällig zugleich auch SdJ geworden ist.

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Bernd

Re: (OT) Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon Bernd » 30. Mai 2006, 13:58


> Wenn es dir vor allem darauf ankommt, dich über die blöde
> Masse zu erheben - weshalb interessierst du dich dann
> überhaupt für Brettspiele und nicht für Zwölftonmusik?

Kann ich nur zustimmen - der Jürgen kann ja erst einmal mit 5 Tönen anfangen und sich langsam den zwölf Tönen nähern :) :) :)

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peer

Re: Warum ist der SdJ Titel wichtiger als der DSP?

Beitragvon peer » 30. Mai 2006, 14:11

Hi,
Zusätzlich zu den anderen Argumenten:
Der SdJ hat eine klare Zielsetzung: Er soll das Kulturgut "Spiel" fördern. Damit ist jedem klar wofür der Preis steht -ob man damit einverstanden ist oder nicht - und jeder kann seine Bedeutung klar einschätzen. Ein Familienvater weiss, dass er mit dem SdJ eher richtig liegt, als mit einem Blindkauf nach Packung. Der Co-Simer weiss dass er den Preis getrost ignorieren kann.

Der DSP hat keine derartige Zielsetzung. Scharf gesagt: Er ist eine nette Spielerei, darauf angelegt das Ego der Spieleszene zu streicheln ;-) (Mein Spiel ist nicht SdJ? Das gewinnt dann bestimmt den DSP. Und der ist ja viel ausagekräftiger, denn wir verstehen ja mehr von Spielen als die Jury)

Wem dient der DSP? Die Vielspieler, die ihn hochjubeln haben vermutlich maximal 1 Spiel aufgrund dieser Auszeichnung gekauft - denn die kennen die Spiele ja.
Dem Wenigspieler bringt die Auszeichnung nix, weil er vermutlich nicht die Zielgruppe ist. Jemand der nicht aus der Szene ist, weiss auch nicht was er damit verbinden soll - es ist nur eine weitere Auszeichnung, wie der As dóur oder der japanische Spielerpreis.

Hinzu kommt das Auswahlverfahren: Eine demokratische Wahl setzt ja eigentlich vorraus, dass die Abstimmenden
a) über dieselben Vorraussetzungen verfügen (ergo: dieselben Spiele kennen)
b) sich darüber einig sind, was ein Abstimmungskriterium ist (ergo: Soll das Spiel gewählt werden, was mir am besten gefällt? Das was ich am elegantesten halte? Das von dem ich meine, dass es den meisten Viel/Wenig/allen Spielern gefällt?...)
Weder a noch b tritt ein. a) sorgt hier sogar für extreme Verzerrungen, auf die Lukas schon hingewiesen hat (Es ist kein Zufall, dass das SdJ oftmals vorne mit dabei ist).

Fazit: Keine Zielsetzung, fragwürdiges Abstimmungsverfahren, ergo kann es kein Preis sein, der eine "Aussage" hat. Und ein Preis ohne Aussage kann auch nirgendwo eine richtige Bedeutung haben oder?

ciao
peer (der trotzdem beim DSP mitstimmt, ihn aber nicht zu ernst nimmt)


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