Beitragvon Kai Borschinsky » 31. Mai 2006, 17:39
Hendrik schrieb:
>
> > Nimm's doch einfach hin. Das Forum wird durch solche
> > Rechthaberei nicht schöner!
>
> Mir geht's nicht ums Rechthaben, aber ich kann doch keine
> unrepräsentativen Argumente als Fakt akzeptieren, sonst wäre
> ich der naivste Mensch der Welt. :seufz:
Ich wage bei peer zu unterstellen, dass er eine gewisse Informationsbasis zur Verfügung hat, die nur dummerweise nicht ergooglebar ist, sondern mit Erfahrung, fachkundigen Kontakten etc zu tun hat. Andere Leute, die mehr oder minder vergleichbare Informationszugänge haben, scheinen mir zu ähnlichen Erkenntnissen gekommen zu sein. Das mag aber die verblendete Binnensicht von Leuten sein, die mit der Branche (nicht nur der Szene) näheren Kontakt haben... Deine Sicht habe ich dagegen bei Fachvertretern schlicht noch nicht gehört.
> Die These "eine Durchschnittsfamilie kauft 1x pro Jahr ein
> Spiel und das ist das SdJ" kann doch nur funktionieren, wenn
> diese Familie nur 1 Kind hat. Sind es 2, wollen doch beide
> ein Geschenk! Ist der Vater auch noch Onkel eines Neffen
> ergibt sich wieder ein Geschenk mehr. Da kauft man doch nicht
> automatisch 3x SdJ sondern erkundigt sich, was denn die
> lieben Racker für Vorlieben haben. Da kann genausogut wie
> Niagara auch Heroscape über den Ladentisch gehen.
Du biegst dir deine Argumente auch zurecht, wie es gerade paßt, oder?
Also, ich spinne mal deine These weiter. In Deutschland haben wir etwa 80 Millionen Einwohner, die in knapp 40 Millionen Haushalten leben, davon knapp 25 Mio. in Mehrpersonenhaushalten. Ich nehme einfach mal nur diese 25 Mio. Mehrpersonenhaushalte. Nach deiner These müßten diese ja im Jahr mindestens zwei Spiele kaufen. Selbst wenn es nur ein Spiel wäre, dann müßten jährlich 25 Millionen Spiele, über die Ladentheke gehen, und zwar in großen Schachteln, keine Mitbringspiele. Ich habe jetzt keine exaken Umsatzzahlen vorliegen. Der Gesamtumsatz an Spielen und Puzzles in 2005 lag bei gut 300 Mio. (Quelle: http://www.fachgruppe-spiel.de/, Puzzles und Spiele sind eine gemeinsame Warengruppe). So, nehmen wir mal einen Durchschnittspreis je Ware von 15 € an, dann wurden ca. 20 Millionen Stück in dieser Warengruppe umgesetzt. Wohlgemerkt, einschließlich Puzzles, Mitbringspiele, Kinderspiele, Klassiker etc. Puzzles sind durchaus ein bedeutender Faktor in dieser Gruppe, die verkaufsstärksten Spiele sind Klassiker wie Madini, Kniffel, Memory.
So, umgelegt auf die oben genannten Mehrpersonenhaushalte, bedeutet das, dass jeder von diesen im Jahr 2004 ganze 0,8 Spiele gekauft hat. Und dabei ist schon unterstellt, dass in Single-Haushalten keine Produkte dieser Warengruppe gekauft wurden!
Ja, das ist nur eine Näherung und ich habe die Annahmen sogar zu Gunsten deiner These gemacht, indem ich nur Mehrpersonenhaushalte zu Grunde gelegt habe, die gesamte Warengruppe einbezogen habe und den Einzelpreis eher niedrig angesetzt habe.
So, und nun erkläre mir weiter, dass die deutsche Durchschnittsfamilie jährlich mehr als ein Spiel kauft.