Beitragvon Steffen S. » 4. Juni 2006, 21:26
Hi Bernd,
das liest jetzt wahrscheinlich keiner mehr, dennoch: Genau DAS halte ich für das Kardinalproblem bei Seeräuber. Beim ersten Spiel spielt man recht beliebig vor sich hin, hat keine Ahnung von Sinn und Zweck, stapelt einfach mal drauf los und sammelt hier und da was ein. Alles wirkt beliebig, belanglos, unplanbar. Die einfachen Regeln scheinen den EIndruck zu unterstützen, dass da auch nichts mehr dahinterstecken kann, schließlich ist´s doch ein sooo simples Spiel - aber genau das ist es NICHT!!! Die Regeln sind zwar simpel, aber das Spiel erschließt sich erst nach 3-4 Partien. Ich habe selten ein Spiel erlebt, dessen Spielcharakteristik sich mit etwas Erfahrung derart wandelt - von beliebig zu hart und grüblerisch umkämpft. Es ist verblüffend, was man alles ausnutzen und beachten kann, wenn man ein paar Partien hinter sich hat (gezielte Maximalstapel, gezielte Steilvorlagen, Vorantreiben von Meutereien, Zwang zum Entern kleiner Schiffe mit großen Stapeln usw.). Seeräuber muss man nicht mögen, aber es nach einer Partie als belanglos abzustempeln und wegzulegen ist zwar verständlich (mir ging´s spontan fast genauso), tut dem Spiel letztendlich aber höchst unrecht.
Grüße,
Steffen