Beitragvon Sven75 » 2. Juni 2006, 23:07
Prinzipiell kann ich den Unkenrufen nicht zustimmen. Wie bereits weiter oben erwähnt, verkaufen sich WK2 Computerspiel ja seit einigen Jahren wie geschnitten Brot...auch in Deutschland!
Jetzt mag es aber sein, daß der durchschnittliche Brettspielverleger nicht so konfrontationsfreudig ist wie sein Kollege aus der elektronischen Branche - der ist sowieso gewohnt, daß er von Soziologen, Erziehern und Politikern für den Untergang des Abendlandes verantwortlich gemacht wird.
Ein weiterer, und voll nachvollziehbarer Grund, ist daß die meisten "echten" Wargames einfach sehr komplex und kompliziert sind - allein daraus ergibt sich eine kleine Klientel, ganz unabhängig vom Thema de Spiels. Die meisten amerikanischen Wargame-Verlage kommen gerade so über die Runden, obwohl Sie abnehmer in der ganzen Welt haben. Wie soll man da von einer deutchen Übersetzung/Eigenproduktion leben können, wenn solche Spiele in Deutschland einfach keine Tradition haben?
Letzteres trifft allerdings, nach allem was man hört, nicht auf Memoire 44 zu. Im Gegenteil, es scheint eines der simpelsten und beliebtesten Spiele mit Kriegsthema zu sein, die es gibt. Auf gut deutsch: Es besteht echt die Gefahr, daß es ein Erfolg werden könnte. Damit greift aber wieder die erste These: Der Verleger hat einfach nicht den Mumm dazu! (Ich hätte ihn im übrigen auch nicht.)