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Kritiken schreiben - Verlage finden

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Reiner Köstner

Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon Reiner Köstner » 14. Juni 2006, 10:35

Hallo,

angeregt von Roberts Posting weiter unten habe ich Lust bekommen vielleicht auch die ein oder andere "Kritik" zu schreiben (bzw. PEEPs).

Bei mir ist weniger das Talent ( :D )als vielmehr die Erfahrung das Problem.
Robert hat ja schon den ein oder anderen PEEP geschrieben. Aktuell ist mir bei HIVE seine Danksagung an den Verlag aufgefallen.
Kann man auch als "Normalsterblicher" ein Rezensionsexemplar bekommen (auch für einen PEEP?). Ich dachte immer Rezensionsexemplare wären den Kritikern mit festem Medium vorbehalten.
Ich will keine Exemplare schnorren. Ich würde mich zu Beginn auch auf vorhandene Spiele konzentrieren. Aber für die Zukunft ist es natürlich ein Anzeiz von Verlagen die nötigen Spiele zu erhalten.

Jetzt meine Frage:

1. Kann ich als Schreiber ohne Referenz Verlage anschreiben (bzw. hat dies
aussicht auf Erfolg)?
2. Wie schreibe ich die Verlage am Besten an und woher bekomme ich die
entsprechenden Kontaktdaten (per Email oder besser mit einem Brief?)
3. Welche Unterlagen schicke ich bei meinem Anscheiben am Besten mit (eine
abgefasste Rezension?)
4. Brauche ich einen Presseausweis (und wenn ja, woher bekommt man den und
was sind die Voraussetzungen?)
5. Falls gelegentliche PEEPs nicht ausreichen (und Robert nur ein "Zufall" ist) wie
baue ich am Besten eine Spieleinternetseite auf und welche Kriterien muss
diese erfüllen.

Jetzt schon einen großen Dank an alle die sich die Zeit nehmen mir zu antworten :)

REINER

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Robert Vötter

Re: Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon Robert Vötter » 14. Juni 2006, 11:27

Hallo Reiner,

das mit dem Exemplar von Hive war eine nette Geste vom Huch & Friends Verlag.
Da ich selbst ja die "Deutsche Fan Seite" von Hive leite und dort viel Werbung mache,denke ich,das ich deshalb das Exemplar bekommen habe.
Das PEEP hätte ich so oder so geschrieben.

Noch zum Thema "Gratisexemplare":
Ich selbst strebe eigentlich nicht an,das ich solche Exemplare bekomme,da ich dann automatisch fast bessere Kritiken schreiben müßte

Ich bedanke mich hier nocheinmal für die ganzen Tipps und Hilfeleistungen,die mir zurzeit gegeben werden.
Besonders Carsten macht sich sehr viel Mühe und ist ein geduldiger Lehrer ^^

Gruß
Robert

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Reiner Köstner

Re: Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon Reiner Köstner » 14. Juni 2006, 11:36

Hallo Robert,

danke für die Richtigstellung. Das war für mich so nicht ersichtlich.
Ich finde deine Fanseite sehr lobenswert :)

Meine Motivation ist nicht der Erhalt von Gratisexemplaren.
Es ist vielmehr so, dass ich eine gewisse Erwartungshaltung bzw.
Anforderung an Professionalität an mich selbst habe.
Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig oder gar nicht.
Das brauche ich um selbst zufrieden mit mir zu sein.

Ich möchte aber so viele Fehler wie möglich vermeiden (die Fehler kommen schon von selbst). Ich bin auch bereit entsprechend "hart" zu arbeiten und meine Zeit zu investieren.

Deshalb bin ich für jede Starthilfe dankbar.

REINER

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Robert Vötter

Notwendig ?

Beitragvon Robert Vötter » 14. Juni 2006, 11:57

Hallo Reiner,

was mir oft schon gesagt worden ist:

Ist es überhaupt noch notwendig,noch eine Spielerkritik Seite zu machen ?
Was willst du anders machen,als die anderen Seiten ?
Alleine die Arbeit alleine an einer Spieleseite ist enorm ! (Wenn ich da nur an meine simple Hive oder Herr der Ringe Seite denke , kommt mir noch das grausen[oder sagt man hier Grauen ? ] )

Am besten hilfst du bei einer Seite mit und bekommst sicher dadurch auch einmal Exemplare zum testen ;)

Ansonsten wünsche ich dir viel Glück,weil ich gemerkt habe, wieviel Zeit man investieren muß, um eine gute Rezension zu schreiben

Gruß
Robert

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Reiner Köstner

Re: Notwendig ?

Beitragvon Reiner Köstner » 14. Juni 2006, 12:42

Hallo Robert,

ich sage jetzt einmal ganz provokativ "Ja!"
Stillstand ist Rückschritt.
Es kommen täglich neue Zeitungen, Zeitschriften und Internetseiten auf den Markt.
Manche verschwinden gleich wieder - andere können sich halten und werden vom Markt akzeptiert.

Wenn die Menschheit nicht den Ehrgeiz hätte immer alles schöner, besser und größer machen zu wollen, würden wir vielleicht immer noch in Höhlen wohnen (hoffentlich kommt jetzt keine Diskussion, ob das nicht besser gewesen wäre).

Als der Fokus auf den Markt kam, waren auch alle der Meinung, dass diese Zeitschrift nicht nötig wäre. Lane Zeit war "Bravo" die einzige Jugendzeitschrift und "Formel 1" die einzige Musiksendung.

Wenn ich die anderen Internetseiten so ansehe, fällt mir immer etwas auf,
dass ich anders machen würde. Vielleicht wird sie multimedialer, lauter und auffälliger. Vielleicht sind auch die Leser dieses Forums nicht die Zielgruppe.
Vielleicht wird sie aber auch seriöser, nimmt nur einen Teilbereich auf und kann dadurch mehr in die Tiefe gehen.

Möglichkeiten gibt es viele - Schranken wenige - Kreativität ist gefragt!

REINER
PS: Aber ich will ja gar nicht unbedingt eine neue Internetseite "online" setzen. Es war nur eine mögliche Option.

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MIchael Weber

Re: Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon MIchael Weber » 14. Juni 2006, 12:48

Reiner Köstner schrieb:

> Kann man auch als "Normalsterblicher" ein Rezensionsexemplar
> bekommen

Ja, sicher. Wenn ein Medium vorhanden ist.

> (auch für einen PEEP?).
Eher nicht. Würde mich zumindest wundern.

> Ich dachte immer
> Rezensionsexemplare wären den Kritikern mit festem Medium
> vorbehalten.

Nein, Rezensenten mit der Möglichkeit, Texte irgendwo zu veröffentlichen. Wobei die Chancen nicht unbedingt mit der Häufigkeit der Veröffentlichungen, sondern eher mit der "Auflage"/Bedeutung des Mediums steigen.

> Ich will keine Exemplare schnorren. Ich würde mich zu Beginn
> auch auf vorhandene Spiele konzentrieren. Aber für die
> Zukunft ist es natürlich ein Anzeiz von Verlagen die nötigen
> Spiele zu erhalten.

Guter Ansatz. :-)

> 1. Kann ich als Schreiber ohne Referenz Verlage anschreiben
> (bzw. hat dies
> aussicht auf Erfolg)?

Ja, wenn ein Medium vorhanden ist und du tatsächlich freier Mitarbeiter bist. Allerdings sind die meisten Medien bereits im Verteiler, sodass es eine Berechtigung geben müsste, wenn ein zusätzliches Exemplar verschickt werden soll.

> 2. Wie schreibe ich die Verlage am Besten an und woher
> bekomme ich die
> entsprechenden Kontaktdaten (per Email oder besser mit
> einem Brief?)

Wir leben schon im Zeitalter von E-Mail ;-)
Schreib, wer du bist, was du vor hast, wo du veröffentlichen willst und vor allem, was so wichtig an dem Medium ist.

> 3. Welche Unterlagen schicke ich bei meinem Anscheiben am
> Besten mit (eine
> abgefasste Rezension?)

Am Anfang lohnt es sich in der Tat mit Texten zu eigenen Spielen irgendwo zu starten und diese als Referenz (Link, pdf, Textkopie) zu verschicken. Mehr ist eigentlich nicht notwendig. (s. 2.)

> 4. Brauche ich einen Presseausweis (und wenn ja, woher
> bekommt man den und
> was sind die Voraussetzungen?)

Nein. Presseausweise sind ausschließlich (!) für fest angestellte/hauptberuflich freie Journalisten (bzw. vergleichbare Jobs) gedacht und werden auch nur an diese abgegeben.

> 5. Falls gelegentliche PEEPs nicht ausreichen (und Robert nur
> ein "Zufall" ist) wie
> baue ich am Besten eine Spieleinternetseite auf und
> welche Kriterien muss
> diese erfüllen.

Kuck dir die gängigen Seiten an (und verzweifel am Layout der meisten ;-) ),versuch optisch und strukturell das beste im neuen Gewand zusammenzuklauen. Aber unterschätz nicht die Arbeit. Die Seite macht doppelt so viel Arbeit wie das Verfassen der Besprechungen. Und vor allem sollte die Struktur der Seite auch darauf ausgelegt sein, dass sie vielleicht mal wächst.

Sinnvoller wäre es, wenn du bei den gängigen Seiten einfach mal anfragst, ob noch Mitarbeiter gesucht werden. Reich der Spiele z. B. sucht ab und zu welche. Bei uns läuft allerdings die Spielevergabe zentral über die Redaktion (was die Verlage schätzen, da sie nur einen zuständigen Ansprechpartner haben), d. h. der Kontakt zu Verlagen würde im Prinzip wegfallen. Aber auch Hall, Spieltest.at und Fairspielt bestehen nicht nur aus Texten von einem Menschen. Schau einfach, wo du dich zu Hause fühlen könntest und frag nach ;-)

Michael
(hat auch ne Webseite, die furchtbar schnell gewachsen ist)

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Bernd

Re: Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon Bernd » 14. Juni 2006, 14:15

> Noch zum Thema "Gratisexemplare":
> Ich selbst strebe eigentlich nicht an,das ich solche
> Exemplare bekomme,da ich dann automatisch fast bessere
> Kritiken schreiben müßte

Bessere Kritiken in Hinblick auf die Qualität des Textes oder der Bewertung?
Wenn du die Qualität meinst, gebe ich dir recht :-)) bei der Bewertung darf dies jedoch keine Rolle spielen.

Gruß

Bernd

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Robert Vötter

Re: Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon Robert Vötter » 14. Juni 2006, 14:44

Hehe,natürlich bei der Bewertung :lol:

Ist ganz einfach:
Der Verlag schickt jedesmal das neueste Spiel. Jedesmal wird aber ein Verriß über das Spiel geschrieben. Der Verlag wird dann keine Spiele mehr schicken und somit hat man weniger zu schreiben und weniger Geschenke,die zum Geburtstag verteilt werden :evil:

Somit macht der Autor einen kleinen Kompromiss und schreibt das ganze ein bischen "softer"

Das habe ich gemeint

Robert

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MIchael Weber

Re: Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon MIchael Weber » 14. Juni 2006, 14:56

Robert Vötter schrieb:
> Ist ganz einfach:
> Der Verlag schickt jedesmal das neueste Spiel. Jedesmal wird
> aber ein Verriß über das Spiel geschrieben. Der Verlag wird
> dann keine Spiele mehr schicken und somit hat man weniger zu
> schreiben und weniger Geschenke,die zum Geburtstag verteilt
> werden :evil:

Kommt eigentlich nicht vor. Die zumindest mittelgroßen Verlage sind in dem Punkt sehr professionell! Ärger machen eher ganz kleine, meist unbedarfte Selbstverleger, die der Meinung sind, das kommende Spiel des Jahres erfunden zu haben. ;-)

> Somit macht der Autor einen kleinen Kompromiss und schreibt
> das ganze ein bischen "softer"

Never! Hoffe ich für alle Rezensenten.

Michael

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Never!

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 14. Juni 2006, 15:21

MIchael Weber schrieb:
>
> > Somit macht der Autor einen kleinen Kompromiss und schreibt
> > das ganze ein bischen "softer"
>
> Never!

Wenn ich schon mal Lust habe, über ein schlechtes Spiel zu schreiben, dann muß das aber auch sowas von deutlich werden.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich gerne an mein Fazit zu [b]King Arthur[/b], was mich dazu bringt, mich selbst zu zitieren:
[pre]Zum Schluß habe ich noch einen Rat für Euch alle: Gehet zum Gasthaus, der erste dort, wird ... bestimmt ein paar nette Leute treffen, mit denen man was Ordentliches spielen kann.[/pre]

Gruß Carsten (dem noch viele schlechte Beispiele einfallen)

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Never!

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 14. Juni 2006, 15:23

Ach
Mist
:x
auf
den
Zeilenumbruch
:evil:
muß
man
auch
selber
achten.
8-]

GrußCarsten(derDenZeilenumbruchJetztMalGeschicktUmgeht)

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Roman Pelek

Re: Kritiken schreiben - Verlage finden

Beitragvon Roman Pelek » 14. Juni 2006, 19:00

Hi Robert,

Robert Vötter schrieb:

> Der Verlag schickt jedesmal das neueste Spiel. Jedesmal wird
> aber ein Verriß über das Spiel geschrieben. Der Verlag wird
> dann keine Spiele mehr schicken und somit hat man weniger zu
> schreiben und weniger Geschenke,die zum Geburtstag verteilt
> werden :evil:

Michael hat ja schon sehr richtig geschrieben, dass eine solche Verhaltensweise eher bei "Kleinbetrieben" mit recht hohem "Selbstbewusstsein" anzutreffen ist. Aber die haben auch bei Umfragen etc. immer ein etwas eigenwilliges Verständnis von Fairplay und Professionalität.

Abgesehen davon: Wer ist denn so masochistisch, ständig Spiele bekommen und rezensieren zu wollen, die er nicht mag? Und wer darüber hinaus so sadistisch, mit selbigen nicht nur seine Testspieler zu quälen, sondern sie sogar noch zum Geburtstag zu verschenken?

Also ich hätte in dieser Hinsicht ein bissl Schiss, recht schnell keine Freunde mehr zu haben :-))

> Somit macht der Autor einen kleinen Kompromiss und schreibt
> das ganze ein bischen "softer"

... und schafft mit dieser Maßnahme den Hattrick: auch noch seine Leser zu belügen :-D

Ciao,
Roman (will heute lieber einen Hattrick von "unserm Miro" sehen)

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Roman Pelek

Re: Notwendig ?

Beitragvon Roman Pelek » 14. Juni 2006, 20:16

Hi Reiner,

Reiner Köstner schrieb:

> Wenn die Menschheit nicht den Ehrgeiz hätte immer alles
> schöner, besser und größer machen zu wollen, würden wir
> vielleicht immer noch in Höhlen wohnen (hoffentlich kommt
> jetzt keine Diskussion, ob das nicht besser gewesen wäre).

Och, wenn Du es sooo provozierst, es gibt auch pro-Argumente für das herrlich heimelige Höhlenwohnen :-) Falls sich anbahnt, dass sich das gesellschaftlich durchsetzen könnte, werde ich mir auch gleich die Domain "www.hoehlikea.de" reservieren (natürlich nicht, um irgendwas dafür zu tun, sondern um die Domain später zu verkaufen).

> Wenn ich die anderen Internetseiten so ansehe, fällt mir
> immer etwas auf,
> dass ich anders machen würde. Vielleicht wird sie
> multimedialer, lauter und auffälliger. Vielleicht sind auch
> die Leser dieses Forums nicht die Zielgruppe.
> Vielleicht wird sie aber auch seriöser, nimmt nur einen
> Teilbereich auf und kann dadurch mehr in die Tiefe gehen.
>
> Möglichkeiten gibt es viele - Schranken wenige - Kreativität
> ist gefragt!

Sicher, deshalb ist das Wichtigste, dass Du Dir darüber klar wirst, was Du willst. Denn viel Arbeit ist alles, und die hältst Du nur durch, wenn Du selbst voll dahinterstehst, Dich jeden Tag für das begeistern kannst, was Du tust. Genug Gegenwind, genug Frustrationsmomente wirst Du Dir eh einhandeln.

> REINER
> PS: Aber ich will ja gar nicht unbedingt eine neue
> Internetseite "online" setzen. Es war nur eine mögliche Option.

Denk' die Optionen in Ruhe alle durch, bei den möglichen Szenarien sollte man sich wirklich keine Schranken setzen. Manche Szenarien lassen sich auch kombinieren, aber kaum, wenn man für alle hauptverantwortlich zeichnet. Dann musst Du bereit sein, auch eine gewisse Subordinationsfähigkeit an den Tag zu legen und anderen, die die Hauptarbeit machen, Entscheidungen zu überlassen. Und sie (vor allem ohne allzu großen Herumgejammere) zu akzeptieren, auch wenn es mal nicht zu 100% Deinen Vorstellungen entspricht.

Ciao,
Roman

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Peter Gustav Bartschat

[OT] Vom Ehrgeiz der Höhlenbewohner

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 16. Juni 2006, 06:17

Reiner Köstner schrieb:
> Wenn die Menschheit nicht den Ehrgeiz hätte immer alles
> schöner, besser und größer machen zu wollen, würden wir
> vielleicht immer noch in Höhlen wohnen (hoffentlich kommt
> jetzt keine Diskussion, ob das nicht besser gewesen wäre).

Ich neige eher zu einer Diskussion um die Frage, ob unsere Vorfahren überhaupt jemals in Höhlen gewohnt haben.

Das ist zwar ein beliebtes Klischee, das wahrscheinlich darauf basiert, dass Knochenfunde früherer Menschenrassen gelegentlich in Höhlen gemacht wurden, und in Höhlen auch einige steinzeitliche Malereien überdauert haben.

Da unsere Vofahren aber nach allem, was die Paläoanthropologie zur Zeit weiß, nomadisierende Bewohner von Wäldern und Steppen waren, erscheint mir das Bewohnen - zumindest das Gewohnheitsmäßige Bewohnen - von Höhlen eher unwahrscheinlich. Ich vermute, das Überdauern von Funden in Höhlen liegt eher daran, dass alle Relikte außerhalb von Höhlen vom Zahn der Zeit weggenagt wurden, nicht, dass unsere Vorfahren sich überwiegend in Höhlen aufgehalten hätten.

Vielleicht kann man sich das so ähnlich vorstellen, wie eine Situation in zukünftiger Zeit, in der nur noch die Relikte weniger großer, fester Gebäude überstanden haben, während der Rest vom Erdboden verschwunden ist: Spätere Forscher könnten zu dem Schluss kommen, ihre Vorfahren hätten überwiegend Räume bewohnt, die auf einer Seite vergittert waren, und daheim gestreifte Kleidung bevorzugt.

Eine andere Frage ist, ob Fortschritt wirklich auf Ehrgeiz beruht, oder vielleicht eher auf Faulheit und Langeweile.

Für die Faulheit spricht, dass die Mehrzahl aller Erfindungen körperlich anstrengende Arbeiten erleichtert oder verkürzt (Hebel, schiefe Ebenen, Räder ...), für die Langeweile spricht, dass Hochkulturen nur in fruchtbaren Gegenden und Zeiträumen entstanden sind, als die Menschen nicht den ganzen Tag mit der Suche nach Nahrung beschäftigt waren, sondern auch mal ein paar Stunden mit Nichtstun. Dabei kann man auf die seltsamsten Gedanken kommen wie z.B.: "Wenn ich doch nur eine Möglichkeit fände, diesen lästigen Tiger zu erlegen. Ein spitzer Stein wäre gut - aber ich möchte nicht so nah an den Tiger heran. Ein Stock wäre zwar lang genug, aber zu stumpf. Hmmm ... ob man einen spitzen Stein und einen Stock irgendwie zusammenbringen kann?"

*

... und irgendwann hat dann vielleicht sogar jemand eine Rezension über dieses seltsame neue Dingsda namens ´Speer´ mündlich vorgetragen: "Radikal bricht Grumpfs neue Erfindung mit der Tradition ´Ein Werkzeug - ein Material´. Durch seine Kombination von organischen und anorganischen Baustoffen stößt er, wie vor allem die jüngeren Stammesmitglieder meinen, eine Tür in jenes unentdeckte Land namens ´Zukunft´ auf. Bei genauerer Betrachtung aber zeigt sich, dass der sogenannte Speer keineswegs eine reine Verbindung zweier Elemente ist: Die Verbindung gelang nicht durch einfache den Göttern gefällige Zusammenfügung, sondern nur unter Zuhilfenahme kleberiger Bauteile wie Tiersehnen und Baumharz. Darum erkennt der erfahrene Jäger schnell, dass Groo sich auf einem Irrweg befand, denn kleberige Materialien und die Jagd passen einfach nicht zusammen. Zukünftigen Erfindern kann euer Rezensent daher nur empfehlen, mehr auf das Material zu achten. Das Wetter."

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: [OT] Vom Ehrgeiz der Höhlenbewohner

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 16. Juni 2006, 08:23

Danke Gustav!

Das war wohl die beste Unterhaltung am Morgen.
Wenn nun noch [i]Ehrensenf[/i] angenehm früh kommt, kann gar nichts mehr schief gehen.

Gruß Carsten (der diesen Thread-Teil gar nicht [OT] findet, kommt doch das Wort [b]Rezension[/b] darin vor...:-| )
--
PS: Ich finde nicht, daß :-| grimmig/angeekelt wirkt.

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Fabian Pfitzenmaier

Re: [OT] Vom Ehrgeiz der Höhlenbewohner

Beitragvon Fabian Pfitzenmaier » 16. Juni 2006, 08:36

Danke Gustav!

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Fabian Pfitzenmaier

Re: [OT] Vom Ehrgeiz der Höhlenbewohner

Beitragvon Fabian Pfitzenmaier » 16. Juni 2006, 08:38

Ups, zu früh auf "Return" gekommen :-)

Ich wollte noch sagen: Dermaßen gut aufgeheitert fängt der Tag wirklich gut an ;-)

Gruß
Fabian

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Roman Pelek

[OT] Ehrensenf

Beitragvon Roman Pelek » 16. Juni 2006, 12:16

Hi Carsten,

Carsten Wesel | FAIRspielt.de schrieb:
>
> Danke Gustav!
>
> Das war wohl die beste Unterhaltung am Morgen.
> Wenn nun noch [i]Ehrensenf[/i] angenehm früh kommt, kann gar
> nichts mehr schief gehen.
>
> Gruß Carsten (der diesen Thread-Teil gar nicht [OT] findet,
> kommt doch das Wort [b]Rezension[/b] darin vor...:-| )
> --
> PS: Ich finde nicht, daß :-| grimmig/angeekelt wirkt.

Manchmal ist es mir unheimlich, wie ähnlich unsere Geschmäcker doch sind, Herr Wesel ;-) Und Ehrensenf auf Spiegel-Online kann man dem mündigen Internetmitverunstalter wirklich nur empfehlen...

Ciao,
Roman (hat keine Zeit mehr, auf Ehrensenf zu warten, dafür zieht es seinen Multikulti-Magen zu sehr in Richtung des nahegelegenen Griechen)


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