Beitragvon Günter Cornett » 30. Juni 2006, 00:36
Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Günter,
>
> Günter Cornett schrieb:
>
> Was mir auffällt,
> sind primär die teilweise starken Überschneidungen der
> Altersgruppen und Geschlechter (und diese Eigenschaften sind
> eindeutig) bei gleichzeitiger Präsenz von Lücken (16jährige
> Frauen kommen in drei Gruppen vor, 17-24jährige männliche
> Digital-Aficionados in keiner).
Hi Roman,
was mir zunächst einmal auffällt, ist, dass es nicht um Befragungen sondern um Gruppendiskussionen geht. Um das "Hauptziel des Forschungsvorhabens, die Entwicklung des Marktes für digitale und nicht-digitale Spiele in Deutschland zu beschreiben" kann das allenfalls eine ergänzende Funktion haben. Denn Gruppendiskussionen snd sicher nicht das primäre Mittel, um sachliche Informationen zu einem solchen Thema in einer Weise zu bekommen, die für eine wissenschaftliche Auswertung geeignet ist.
Es ist entweder nur ein Teil der Wahrheit oder das Thema ist nur vorgeschoben, weil etwas ganz anderes erforscht werden soll. Verhalten in Gruppendiskussionen. Das funktioniert natürlich nur, wenn die Mitglieder dieses Ziel nicht kennen und das Diskussionsthema sie stark beschäftigt..
> > > Was soll das überhaupt, "Frauen" als eigene Kategorie
> > > einzuführen und das weibliche Geschlecht quer durch alle
> > > Altersgruppen über einen Kamm zu scheren? Soll die Aussage
> > > etwa lauten "Frauen sind eh alle gleich", während man sonst
> >
> > ' verschiedene Spieltypen bzw. -intensitäten ' meint sicher
> > nicht, dassFrauen eh alle gleich sind.
>
> Nein. Aber es ist auffällig, dass bei den "young gamers" mit
> 14-16 ein sehr enger Fokus vorliegt (m. E. zu eng für diese
> Zielgruppe) während bei der Frauendiskussionsgruppe die
> Alterspanne extrem breit ist. Bei den "young gamers"
Es gibt unter den BrettspielerInnen sehr viel weniger Frauen. Bei PC-Spielen ist das möglicherweise ähnlich. Vielleicht gibt es Erfahrungswerte darüber wieviel Leute sich melden. Wenn abzusehen ist, dass im Schnitt ein bis zwei Frauen eine Gruppendiskussion führen, dann macht eine Zusammenlegung eventuell schon Sinn.
> adressiert man nur einen Ausschnitt einer Lebensphase
> (Pubertät, dafür aber nicht geschlechtsspezifisch), während
> bei Frauen durchaus drei verschiedene Generationen
> aufeinandertreffen. Das macht mich stutzig, da u. A. eine
> hohe Selektion in einer Gruppe einer anderen Gruppe gegenüber
> steht, in der sehr verschiedene Erfahrungshorizonte
> miteinander konfrontiert werden.
Das gibt dann sicherlich unterschiedliche Ergebnisse.
> > Die Aufgabenstellung ist sicherlich ähnlich oberflächlich wie
> > die Kritik daran.
> > Allerdings kann man bei einem Forumsbeitrag nicht davon
> > ausgehen, dass es sich um eine detaillierte Beschreibung
> > handelt.
>
> Deswegen präzisiere ich es gerne, ich hatte ja schon
> angemerkt, dass es von mir sicher etwas zu unpräzise
> formuliert war, wenn ich schon mangelnde Präzision mit
> kritisiere.
>
> > Fragt doch mal beim Institut nach, wie die Gruppen genau
> > aufgeteilt werden und warum.
>
> > im Vergleich zu den anderen Gruppen ist die Bezeichnung
> > 'young' durchaus korrekt. Weshalb bestimmte Gruppen gar nicht
> > erfasst werden und andere mehrfach findet ihre Erklärung
> > möglicherweise in Hinblick auf die - uns unbekannten -
> > Fragestellungen, möglicherweise auch nicht.
>
> Das eine mögliche Erklärung, denn ein flächendeckendes Bild
> über die Entwicklung des Marktes für digitale Spiele in
> Deutschland - und danach klingt es vom Anspruch her - erhält
> man so definitiv nicht. Dazu bräuchte es z.B. eine disjunkte,
> aber lückenlose Aufteilung in Beobachtungseinheiten getrennt
> nach Alter und Geschlecht.
Die Entwicklung des Marktes beobachtet man nicht in Gruppendiskussionen sondern man besorgt sich einfach die Verkaufszahlen.
> Insofern sind meine Kritikpunkte:
>
> a) Die Intransparenz der Zielsetzung dieses
> Forschungsprojektes, die nicht hinreichend vermittelte
> Intention des Ganzen. Ist es ein umfassendes
> Forschungsprojekt oder sind es lediglich parallel laufende
> Auftragsstudien unter einem gemeinsam Oberthema?
Wie ausführlich hätte der Forumsbeitrag denn sein sollen?
> b) Die recht laxe Definition des gewünschten
> Teilnehmerkreises der einzelnen Gruppen, die in einer hohen
> Unsicherheit, wer sich angesprochen fühlen soll oder nicht,
> resultiert.
Die Teilnehmerkreise sind schon recht deutlich definiert.
Lediglich der Grund für die Einteilung ist etwas nebulös.
> c) Der Teilnehmerkreis (ausgehend davon, dass Menschen
> reisefaul sind, wenn man ihnen nicht entsprechende Anreize
> gibt, 30 Euro plus Reisekosten werden z. B. kaum jemanden aus
> weiter entfernten Bundesländern anlocken) aus dem näheren
> Einzugsbereich von Luwigshafen rekrutiert und somit mit
> Sicherheit in keinster Weise repräsentativ für das gesamte
> Deutschland sein wird.
Vielleicht ist Ludwigshafen ja das Abbild ... ach, da denke ich lieber nicht weiter.
> Ich hoffe, ich habe meine (gleichbleibenden) Bedenken hiermit
> etwas exakter und sachlicher paraphrasiert :-)
Jo, vielleicht antwortet Stefan Dobler ja mal auf die Fragen und Bedenken.
Gruß, Günter