Beitragvon Roman Pelek » 19. Juli 2006, 04:16
Hi Gregor,
Gregor schrieb:
>
> Für mich ist es schlechter Stil, eigene Spiele überhaupt zu
> bewerten.
Über den Stil solcher Aktivitäten kann man streiten, aber wenn man diese öffentlich unter fairer Angabe der eigenen Identität tätigt und das nicht ausweitet, indem man Fakeaccounts oder den eigenen Verwandtenkreis bemüht, um eigene Kreation zu pushen, finde ich daran objektiv nicht auszusetzen. Denn jeder Außenstehende kann das einsehen und sich sein eigenes Urteil darüber bilden. Und solange es in diesem Rahmen bleibt, ist es auch statistisch nicht relevant.
Aber es gibt natürlich auch immer vereinzelte Interessengruppen, die versuchen, mehr oder minder unter der Hand aggressiv zu manipulieren (Jeffs auch noch öffentlich einsehbare Versuche auf BGG sind da eher ein amüsant naives Beispiel, wie Niccolo bereits sagte), da muss man sich nix vormachen. Selbige stellen auch ein reales Problem dar, wenn sie halbwegs clever agieren. Und um das halbwegs in Schach zu halten, muss man die überwiegend ehrliche Mehrheit bei Sachen wie der spieleumfrage.de (oder jetzt - sowohl leider als auch endlich - dem DSP) mit Registrierungen und eigentlich überflüssiger Erhebung persönlicher Daten unnötig aufhalten und beunruhigen. Die händische Begutachtung, ob allzu auffällige Muster durchrutschen, die auf Manipulation hindeuten, bleibt dennoch nicht aus...
Kurzum: jede Netzcommunity, die eine weitergehende Öffentlichkeit erfährt, verliert irgendwann ihre Unschuld. Und dann wird sie nichts weiter als ein ganz normaler Teil eines ganz normalen Wirtschaftsbetriebs, in dem viel gelogen und viel betrogen wird. Vielleicht, im positiven Sinne, noch einer wie die Spieleszene, in der es im Gegensatz zu anderen Branchen noch relativ gesittet zugeht und die Sache an sich zumeist noch im Vordergrund steht. Aber wir verkaufen ja auch kein Erdöl, keine Waffen, sondern lediglich mit vergleichsweise bescheidenem Erfolg und hoffentlich mehr Spaß, weniger negativen Seiteneffekten ein paar Stanzpappe gewordene Ideen für die Freizeit.
Aber was Stilfragen an sich anbelangt: ich persönlich empfinde es als schlechten Stil, kritische Postings in einem öffentlichen Forum wie diesem, in dem zum Glück sehr viele stark involvierte Personen der Szene öffentlich unter ihrem Namen unter ihrer realen E-Mail-Adresse Stellung nehmen, ohne eigene Angabe selbiger vorzunehmen.
Das sollte der Respekt, die Fairness gegenüber den anderen Teilnehmern in Fällen jenseits banaler Regel-/Spielefragen eigentlich gebieten, wenn man ernsthaft mitdiskutieren möchte. Das ist zumindest etwas, was ich persönlich voraussetzen würde, wenn man sich über Dinge unterhält wie die Rechtschaffenheit namentlich benannter Personen, deren - für alle öffentlich einsehbare - Verhaltensweise man kritisiert.
Ciao,
Roman (Aber was ist Stil eigentlich? Heißt es für das Meiste im Leben persönlich zu haften, möglichst wenig auf andere zu schieben und noch weniger daran zu glauben, dass das, was man letztlich doch auf andere geschoben hat, immer rechtens war? Oder ist es letztlich doch eine Modefrage, mal dies, mal das und damit nur abhängig von der temporär populären Etikette?)