Beitragvon Günter Cornett » 26. Juli 2006, 02:35
Roman Pelek schrieb:
>
> > > Wenn der Deutsche Spielepreis wirklich eine echte
> > > Alternativaussage zum "Spiel des Jahres" machen will, dann
> > > wäre es vielleicht eine bedenkenswerte Idee, auch hier eine
> > > Art Jury zu installieren - vielleicht 50 anerkannte
> > > Spielefreaks, natürlich ohne Autoren und
> Verlagsvertreter. Da
> >
> > Wo willst du die hernehmen?
> > Und wie willst du da eine kontinuierliche Arbeit leisten?
> > Alles ist mit Arbeit verbunden.
>
> Nun, der "á la carte"-Preis der Fairplay schafft dies auch.
Hi,
als Beispiel taugt dieser Preis nicht.
Die werden nicht jedes Jahr gewählt.
Im Gegenteil, man weiss noch nicht mal, wer die sind.
Man kann noch nicht mal wissen, ob die Rezensenten, die gleichzeitig Verlagsmitarbeiter sind, mit abstimmen dürfen. Und ob da irgendwie multi ... ;-)
Die kritischen Fairplay-Redakteure sollten sich doch mal ein wenig dieses Skandals annehmen. :D
Da schon lieber den Portvester oder Syltner ...
> Man muss sich aber ganz klar vom Gedanken verabschieden, über
> die Jahre eine kontinuierlich gleichbleibende Jury zu haben.
> Aber das ist beim SdJ ja auch nicht der Fall. Menschen kommen
> und gehen nunmal aufgrund ihrer sich stetig wandelnden Lebensumstände.
Ja, aber bei 50 leuten ist der Organisationsaufwand zehnmal höher als bei 10.
Und gewählt werden sollen die Leute auch noch.
Aus einem kreis von wieviel Kandidaten?
> > > könnte man sogar ein Mordsbrimborium draus machen -
> > So wie beim ALEX, dem unbekannten Medienpreis?
>
> Damit kann ich ja in meiner bis dato geheim gehaltenen
> Forums-Checkliste jetzt beruhigt ein weiteres Häkchen im
> Kästchen "Posting von Günter: Sarkasmus vorhanden?" machen ;-)
Naja, wenn man sich jahrelang drum bemüht, dass man das Ganze so gestaltet, dass über journalistische Beiträge diskutiert wird ... - aber die Macher mögen lieber ganz diskrete Öffentlichkeitsarbeit ...
Naja, ein wenig tut sich da jetzt, aber es ist immernoch eine entsetzliche Bürokratie. Und bis wir dahin kommen, dass mal inhaltlich über vorgeschlagene texte diskutieren, ... naja, du bist jung, du wirst es vielleicht noch erleben ... :-/
> > Wenn schon noch ein Preis, dann ich fände es aus Autorensicht
> > sinnvoller einzelne Leistungen von Autoren auszuzeichnen, die
> > die Spieleentwicklung weitergebracht haben, die deutlich
> > machen, was in einem guten Spiel stecken kann. Nicht die
> > Frage Vielspieler oder Massenkompatibilität sondern ist es
> > künstlerisch wertvoll?
>
> Das mag 'ne schöne Idee sein, aber Du lässt ja selbst bewusst
> aus, mit welcher halbwegs praxisnahen Methode dies im
> Gegensatz zu obigem geschehen soll.
Da es nur alle fünf Jahre eine Jury braucht, kann man die tatsächlich wählen oder sie kann sich selbst ernennen, sollte darauf achten, dass unterschiedliche Fähigkeiten zusammenkommen.
> > Francis Treshams 1830, Civilization fällt mir da als erstes
> > ein. Das sind richtige Meisterwerke, sowohl von der
> > Spielmechanik als auch inhaltlich. Als Autor staune ich da
> > immernoch: wie kann ein Mensch sich soetwas ausdenken? [...]
>
> Geht mir durchaus ähnlich, bei manchen Spielen staune ich
> einfach, steh' wie ein kleines Kind mit großen Augen davor:
> Wie kann man sich sowas Komplexes und/oder Innovatives
> ausdenken? Oder auch: wieso ist auf diese vordergründig so
> simple Idee noch nie jemand vorher gekommen? Aber die Antwort
> auf solche Fragen kennt wohl niemand wirklich.
>
> > Soetwas besonderes sehe ich weder bei Caylus noch Antike noch
> > Thurn und Taxis, obwohl dies alles hervorragende Spiele sind
> > und sicher viel häufiger auf den Spieltisch kommen, allein
> > aufgrund des Spielspasses.
>
> Auch hier mag ich zustimmen: bahnbrechend ist keines, jede
> Menge Spielspaß in der passenden Runde bereiten können aber beide.
>
> > Eine Auszeichnung wäre da rückblickend über einen
> > 5-Jahres-Zeitraum sinnvoll nach einer Wartezeit von 1-2 Jahren.
>
> Wenn es denn irgendwie machbar wäre, wäre das mein Traum, um
> Spiele halbwegs fair bewerten zu können. Die Probleme, dass
> das zum einen dann keine Sau mehr interessiert und etliche
> Spiele bis dahin längst vom Markt verschwunden sind, kennen
> wir aber sicher beide ziemlich gut :-))
Ja, wobei marktfähigkeit nicht so eine große Rolle spielen sollte.
Ich würde die künstlerische Leistung in den Vordergrund stellen, zeigen was möglich ist, wie Spiele gemacht werden, nicht: wie man gut verkauft.
> > Aber ich sehe niemanden, der einen solchen Preis organisieren
> > könnte, weder deinen noch meinen Vorschlag.
>
> Eine fünfzigköpfige - aber wohl wechselnde - Jury wie von
> Benno eingeworfen, hielte ich für machbar, den Rest nicht.
> Aber natürlich hat auch eine solche Idee ihre Nachteile (Wer
> wird wieso ausgewählt? Ist die Auswahl auch nur halbwegs
> repräsentativ für die Zusammensetzung der Szene? Und wer
> urteilt über selbiges, wer bestimmt die Juroren? Und wieso
> darf die/darf der/dürfen die das eigentlich?)
Ich denke, dass die Jury da schon recht optimal arbeitet.
Es ist zwar so, dass ein Dutzend Leute mit großer Macht entscheidet, aber sie hat Kriterien, an denen sie sich eben auch messen lässt.
> Ciao,
> Roman (ist reif für die Insel, muss aber zum Glück nur noch
> gut einen Tag warten - das nur als Vorwarnung/Anlass zur
> Vorfreude, dass ich ab morgen vorübergehend nicht mehr
> mitposte :-) )
Hab ich da etwa Chancen, dich aus den Top Ten zu verdrängen?
Gruß, Günter