Beitragvon peer » 31. August 2006, 16:57
Hi,
Ralf Arnemann schrieb:
>
> > 1) Die MÄDN-Erfinder bewegen sich eh
> > ausserhalb der Szene, ...
> Und landen deswegen bevorzugt bei Ravensburger oder Hasbro.
> Es ist ja kein Zufall, daß ausgerechnet diese beiden Verlage
> das so praktizieren (müssen?), die kriegen halt den Schrott
> fast komplett ab ...
>
> Wenn ein Spieleautor überhaupt weiß, daß es Verlage wie "Hans
> im Glück" oder "Adlung" gibt, wird er schon mit wesentlich
> geringerer Wahrscheinlichkeit nur einen primitiven MÄDN-Clon
> basteln.
Naja, Schmidt-Spiele gibts da auch noch, Hans im Glück und Kosmos dürften mittlerweile auch bekannt sein. Und wer "Spieleverlag" googelt landet bei Bambus (gefolgt von Ravensburger, Sphinx und Heidelberger).
Ich muss es mal duetlich machen: Aus Verlagssicht kann ich die Entscheidung irgendwo nachvollziehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist dass die Reaktion des damaligen Vorstandes der SAZ. Und daruf bezogen sich meine Kommentare in erster Linie.
Den MÄDN-Leuten ist es egal, ob die SAZ Professionalisierung oder Sauerkraut predgt.
>
> > 2) Die damalige Argumentation implizierte (für
> > mich), dass ein Autor mit einer brauchbaren
> > Spielidee, die auch gut getestet ist, tolle Chancen
> > auf einen Vertrag hat, ...
> So direkt hielte ich das auch für falsch.
> Selbst mit einem guten Entwurf ist das Risiko da, daß man
> nicht in die derzeitige Planung paßt etc. und beim
> angesprochenen Verlag nicht durchkommt.
>
> Aber es ist immerhin so, daß man mit Gebühr wenigstens eine
> faire Chance bekommt, weil der Entwurf wirklich ordentlich
> geprüft wird (das setze ich jetzt wenigstens voraus ...).
>
> Wenn ein Verlag mit zu viel Müll zugeschüttet wird ist
> umgekehrt die Gefahr groß, daß ein guter Entwurf durchfällt,
> weil seine Qualitäten nicht schnell genug erkennbar sind.
Kommt immer darauf an, wie geprüft wird. Wie gesagt, damals bin ich der Diskussion gefolgt und hatte den obigen Eindruck bekommen. Irgendwie schwingte immer "Machs richtig, dann klappts auch" mit. Meine Überraschung war groß als ich in meiner neuen Berliner Autorenrunde mit tollen Prototypen konfrontiert wurde, die niemand haben wollte.
> > Buchverlage verlangen kein Geld für unverlangt
> > eingeschickte Manuskripte ...
> ... dafür ist es dort oft üblich, diese Manuskripte ungeprüft
> zu retournieren.
> Es sei denn, sie kommen über einen Agenten rein, das wäre
> dann eine Variante der Gebühr.
Hmm, kann ich so nicht bestätigen. Ich habe damals knapp 15 Verlage angeschrieben. 1 hat nie geantwortet. 2 haben mein Manusskipt zurückgeschickt mit der Meldung, sie nähmen so nix an, 2 weitere meinten es passt nicht ins Verlagprogramm. Die anderen haben eine persöhnliche Rückmeldung gegeben, bei der ich mal davon ausgehe, dass sie sich mit dem Manusskript beschäftigt haben.
> Insgesamt begrüße ich die Gebühren weder wie die SAZ noch
> lehne ich sie ab.
> Es ist eine legitime Entscheidung der Verlage, ob sie so
> etwas machen.
Natürlich. Es ist auch eine legitime Entscheidung die Preise für Spiele zu verdoppeln. Nur muss ich die deshalb als Spieler nicht loben und mich freuen, dass Spielen jetzt professioneller wird ;-)
> Und jeder muß halt selber entscheiden, wieviel er seiner Idee
> zutraut und was er da investiert.
> WENN ich mal eine wirklich gute Spielidee hätte, UND das
> Gefühl, diese wäre bei Ravensburger am besten aufgehoben (bei
> Hasbro kann ich mir das nicht vorstellen), dann wären die
> 65,- Euro für mich letztlich völlig nebensächlich.
Ehrlich gesagt könnte ich mir eher vorstellen, eine Idee speziell für Hasbro zu haben (z.B. Merchandising), zumal "Hasbro" ja auch für Parker, MB, Wizards of the coast... also für einen Großteil des amerikanischen Spielemarktes steht.
Bei Ravensburger wüsste ich keine Idee, die ich nicht genauso gut bei Amigo, Hans im Glück oder Schmidt unterbringen könnte... :-)
Naja, ich bin jaim Zweifelsfall in Göttingen dabei, komme als -wenns gut läuft - um die 65 EUR herum, bin also nicht direkt betroffen. Nur macht es diese Regelung Neulingen eben deutlich schwerer (und Neulinge sind ja nicht nur MÄDN-Macher) und gerade deshalb war ich damals von der SAZ schwer enttäuscht.
ciao
peer