Anzeige

Tempus

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Rüdiger Langtim

Tempus

Beitragvon Rüdiger Langtim » 15. September 2006, 10:43

Hallo,

wir haben gestern unsere erste Partie Tempus zu fünft gespielt und niemand war wirklich begeistert von diesem Spiel.

Äußerungen, die im Vorfeld getätigt wurden wie "Der beste Wallace aller Zeiten." können wir in dieser Form nicht bestätigen.

Von den Qualitäten eines AoS ist Tempus in der bisherigen Ausbaustufe noch sehr weit entfernt.

Wie schätzt Ihr die Qualität dieses Spieles im Vergleich zu anderen Werken von Martin Wallace ein ?

Gruß

Rüdiger Langtim

Benutzeravatar
Rüdiger Langtim

Tempus - Frage

Beitragvon Rüdiger Langtim » 15. September 2006, 11:14

Hallo,

bei unserer Partie kam die Frage auf, ob man an einem Binnensee stehend ein anderes Feld an diesem Binnensee bekämpfen kann, denn im Sinne der Bewegungsregeln sind solche Felder ja schließlich benachbart.

Die Spielregel erwähnt diesen Fall nicht explizit.

Wie spielt Ihr das ?

Gruß

Rüdiger Langtim

Benutzeravatar
Frank

Re: Tempus - Frage

Beitragvon Frank » 15. September 2006, 11:27

Studiere gerade die Regel und habe mir just die gleiche Frage gestellt.
Ich denke, es ist nicht erlaubt.
Du hast aber recht, die Regel erwähnt dies nicht ausdrücklich.

Ich argumentiere wie folgt:
1. Es ist ein Ausnahmefall, der sicher erwähnt worden wäre, wenn er zulässig wäre.
2. Im englischen heißt benachbart "adjacent" und meint angrenzend. Das sind Landfelder die über einen Beinnensee erreichbar sind definitv nicht. -Ich denke man muß hier zwischen Erreichbarkeit und benachbart differenzieren.

Wie auch immer, man muß ein wenig interpretieren.
Ich tue es wie beschrieben und freue mich auf die erste Partie.

Was Deine Enttäuschung angeht. Im Vorfeld halte ich es nicht für fair, Tempus mit AoS zu vergleichen. das ist für mich ein anderes Genre.
Es wurde schon vorab gesagt, das Tempus nicht die Komplexität anderer Wallace-Spiele hat und dagegen ist nichts einzuwenden. Ich spiele auch ganz gerne mal ein kurzes Wallace :-)

gruß
Frank

Benutzeravatar
miXa
Kennerspieler
Beiträge: 153

Re: Tempus

Beitragvon miXa » 15. September 2006, 11:37

Ich habe die Regeln gerade nicht vorliegen, aber ich meine gelesen zu haben, dass man NIEMALS über Wasser (weder See, noch Meer) angreifen kann. Könnte in der Gegend zu finden sein, in der auch die "weniger als 3 Hexes" Regel steht.

Gruß

Micha

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Tempus

Beitragvon Ralf Arnemann » 15. September 2006, 12:11

> niemand war wirklich begeistert von diesem Spiel.
Alles Geschmackssache, sagte der Igel, und biß in die Seife.

Will sagen: Mit solchen Aussagen kann ich wenig anfangen. Da müßte man schon wissen, was Eure Erwartungshaltung war und warum die Begeisterung ausblieb.

> Von den Qualitäten eines AoS ist Tempus in der
> bisherigen Ausbaustufe noch sehr weit entfernt.
Das ist nun Äppel mit Birnen vergleichen.

> Wie schätzt Ihr die Qualität dieses Spieles im
> Vergleich zu anderen Werken von Martin Wallace
> ein ?
Siehe PEEP: Die handwerkliche Qualität ist m. E. sehr gut, es funktioniert gut und macht Spaß - beim langfristigen Spielreiz dagegen habe ich noch Zweifel.

Aber Zweifel heißt, da fälle ich so schnell noch kein Urteil. Vor allem, da man bei einem so flotten Spiel ja gerne noch ein paar Partien probieren kann.

Den Vergleich zu anderen Wallace-Werken halte ich in dieser Frage für wenig relevant.

Benutzeravatar
Rüdiger Langtim

Tempus - Hauptschwäche

Beitragvon Rüdiger Langtim » 15. September 2006, 12:26

Hallo,

ich denke, daß die Hauptschwäche von Tempus die Gleichmacherei ist.

Wer den Sprung in die nächste Epoche am Ende dieser Runde nicht schafft, bekommt ihn halt am Ende der nächsten Runde geschenkt.

Das und die Tatsache, daß die Unterscheide zwischen zwei Epochen wirklich nur marginal sind (Ausnahme: Eisenbahn), trägt dazu bei, daß viele Spieler sich hier nicht engagieren.

Ich fände es sinnvoll, wenn man auf die einzelnen Stufen des Spielplans Zahlen aufdruckt. So viele Punkte muss man zusammenbringen, sonst schafft man den Sprung in die nächste Epoche nie. Das ganze hätte dann einen Geschmack von "Phase 10" und jeder müsste sehen, daß er den Anschluß nicht verpaßt.

Das würde dem ganzen Spiel sehr viel mehr Pfeffer geben.

Gruß

Rüdiger Langtim

Benutzeravatar
Hendrik

Re: Tempus

Beitragvon Hendrik » 15. September 2006, 12:29

Ralf Arnemann schrieb:
>
> > Von den Qualitäten eines AoS ist Tempus in der
> > bisherigen Ausbaustufe noch sehr weit entfernt.
> Das ist nun Äppel mit Birnen vergleichen.
> ...
> Den Vergleich zu anderen Wallace-Werken halte ich in dieser
> Frage für wenig relevant.

Hier bin ich entegengesetzter Meinung.
Jeder Kunstkritiker ist in der Lage das bedeutendste Werk von Picasso zu benennen. Dort kommt niemand auf die Idee zu sagen, es ist Äpfel mit Birnen vergleichen, ein Bild aus der kubistischen Phase mit der späteren neoklassizistischen Phase zu vergleichen, da der Kritiker über einen adaptiven Maßstab verfügt (intellektuell gesehen).

Wenn sich jemand intensiv mit dem Thema Brettspiel auseinandersetzt, ist der durchaus in der Lage, das neueste Werk mit älteren Wallaces zu Vergleichen.
In der Schlussfolgerung kann man anderer Meinung sein (so wie auch nicht jeder Kritiker das gleiche Bild als bedeutendstes Werk empfindet). Dennoch sind solche Diskussionen im Rahmen der Meinungsbildung als relevant zu betrachten, im Sinne als hilfreiche Äusserungen für Aussenstende.

Grüße
Hendrik

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Tempus

Beitragvon Ralf Arnemann » 15. September 2006, 13:26

> Jeder Kunstkritiker ist in der Lage das
> bedeutendste Werk von Picasso zu benennen.
Und das wäre dann welches? Und da sind sich alle Kunstkritiker einig? ;-)

Ich gebe Dir aber im Prinzip völlig recht.
Ich hätte das noch deutlicher formulieren sollen, das "IN DIESER FRAGE für wenig relevant" war nicht deutlich genug.

Natürlich kann man alle Wallace-Werke vergleichen, oder auch das beste unter ihnen suchen (wobei ich da keine klaren Favoriten erwarte).

Aber wenn ich jetzt hier erst einmal grundlegend diskutiere, ob Tempus Qualität hat, bzw. welche, und welchen Geschmäckern es entgegen kommt - dann sind mir die übrigen Wallace-Werke noch ziemlich egal.

Benutzeravatar
Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Tempus - Hauptschwäche

Beitragvon Ralf Arnemann » 15. September 2006, 14:31

OK, jetzt kann ich Eure Unzufriedenheit nachvollziehen.

Aber das Epochen-Fortschreiten funktioniert hier halt anders als in vergleichbaren Spielen.
Tempus ist ein kurzes Spiel, gerade mal 10 Runden. Mehr können es auch gar nicht sein mit diesem Spielplan.
Es muß also jede Runde ein Spieler in die nächste Epoche kommen, um den Spielfortschritt zu sichern.
Das kann man also nur durch relativen Vergleich mit den übrigen Spielern erreichen, nicht nur irgendwelche absolut definierten Schwellwerte, die dann vielleicht von allen Spielern verpaßt werden.
Und die übrigen Spieler müssen dann nachziehen, weil sonst der relative Vergleich in den Folgerunden nicht mehr paßt.

> die Unterscheide zwischen zwei Epochen wirklich
> nur marginal sind ...
Nicht in diesem Spielrahmen. Denn in einer Runde passiert ja nicht viel, da können dann nicht zwischen den Runden die großen Klötze kommen.

Wir haben insgesamt 10 Rundenvorteile:
Zweimal bekommt man zwei Karten geschenkt, dreimal eine Aktion mehr als die Mitspieler - das ist schon ordentlich, genauso die doppelte Vermehrung.
In der letzten Runde bekommt man drei Siegpunkte, das ist noch besser.
Und dann gibt es einige Runden, da steht man bei Bewegen und/oder Stapeln etwas besser.
Das muß nicht, kann aber sehr vorteilhaft sein. Ob man z. B. durch die Seefahrt ganz entscheidend irgendwo einen neuen Brückenkopf errichten kann, das hängt von der Situation ab, entsprechend verschieden wertvoll ist der Rundenvorteil für die Spieler.

> daß viele Spieler sich hier nicht engagieren.
Das wäre ein Fehler.
Bei Tempus geht es um die erfolgreiche Addition von kleinen taktischen Vorteilen. Dazu gehört auch die gezielte Investition in die Rundenfortschritte, die einem weiterhelfen.


Generell ist Tempus NICHT ein abendfüllendes Spiel mit enormen strategischem Tiefgang.
Wer das erwartete, ist jetzt natürlich enttäuscht.
Aber es ist auch kein Bier-und-Bretzel-Spiel, sondern m. E. ziemlich raffiniert und verlangt ein gutes Gespür für Feinheiten.

Benutzeravatar
Wolfgang

Re: Tempus

Beitragvon Wolfgang » 15. September 2006, 17:37

Hallo Hendrik,

Spielekritiker sind keine Kunstkritiker und was bei Gemälden gilt, gilt noch lange nicht bei Spielen.

Daher komme ich auf die Idee zu sagen, dass der Vergleich von Spiele- und Kunstkritikern etwas mit Äpfeln und Birnen zu tun hat.

Wolfgang

Benutzeravatar
Hendrik

Re: Tempus

Beitragvon Hendrik » 15. September 2006, 18:44

Das musste ja kommen :grin:

Benutzeravatar
Hendrik

Re: Tempus

Beitragvon Hendrik » 17. September 2006, 12:58

Hallo Wolfgang,

Habe mir lange überlegt, ob ich Dir antworten soll, weil mir das KO-Argument "Äpfel mit Birnen vergleichen" welches hier sehr oft verwendet wird, ziemlich auf den Senkel geht.

Muss man Sklave sein, um Sklavenhandel zu verurteilen?
Nein, ein wenig gesunder Menschenverstand reicht da schon aus.

Und so verhält es sich auch mit vielen anderen Sachgebieten, in welchen Kleingeister, welche einer Diskussion aus dem Weg gehen wollen, schnell mal mit "keine Äpfel mit Birnen vergleichen" daher kommen. Argumentativ gesehen, ist eine solche Antwort schlicht indiskutabel und kommt einer intellektuellen Bankrott-Erklärung sehr nahe.

Mahlzeit
Hendrik

Benutzeravatar
trumpetfish

Re: Tempus - Frage

Beitragvon trumpetfish » 17. September 2006, 17:40

Um nochmals die Ausgangsfrage zu zitieren:

Ist denn jetzt ein Angriff über einen Binnensee hinweg möglich? So ganz geklärt scheint mir das nicht zu sein, oder irre ich da?

Gruss, trumpetfish


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste