Beitragvon Droegi » 26. September 2006, 03:27
Hallo Frank,
wo Du gerade auf "Regelunklarheiten" vom Zepter (spätestens nach der Messe sollte man es so ausdrücken, bevor es zu Mißverständnissen kommt) anspielst, so möchte ich Dir eigentlich widersprechen. Die einzigen Unklarheiten waren extreme Situationen, wie wir sie beim Testen nicht erkannt haben. Die Regel ansich war wasserdicht. Wenn auch nicht für jeden sofort verständlich. Von daher gehe ich davon aus, daß Du dieses vielleicht meinen könntest. Trotzdem fühle ich mich motiviert, einen anderen Standpunkt als den Deinigen hier zu vertreten und darzustellen.
Die Fehler, die sich bei der Gestaltung eingeschlichen haben, sind ärgerlich. Ich habe mich darüber auch nicht gefreut. Sie sind zum Glück mathematisch unlogisch und von daher für die meisten auch sofort zu erkennen (oder wiederzuerkennen). Ich denke, Lookout hat aus den Fehlern gelernt und geht bei Folgeprojekten akribischer vor.
Auf der anderen Seite ist es ein Spiel, wo der Autor (ok ok) sein Entwurf voll und ganz umgesetzt bekommen hat. Der Verlag hat nicht, wie es oftmals üblich ist, den Rotstift angesetzt. Stattdessen hat man das Spiel soweit es damals möglich war, zusammen ausbalanziert. Über die Materialfrage (zip-Tüten oder Plastik-Inlay) war man sich sofort einig. Ich wollte etwas Farbe ins Spiel bringen und fand die Idee einer Rahmengeschichte toll (ok, einige mögen es, für andere ist es immer noch Outpost), der Verlag willigte ein.
Lookout hat einiges mit dem Zepter riskiert. (erstes Brettspiel nach den Bohnanza-Erweiterungen und diversen Kartenspielen) Einige "Größen" der Brettspiel"-Szene haben vor der Messe vor 2 Jahren gesagt, daß sie froh sein können, wenn von dem Spiel 1000 Stück verkauft werden. - Und nun ist die 2. Auflage draußen.
Kleinverlage wie Lookout, 2F, Doris&Frank, etc. bringen frischen Wind in die Welt der Brettspiele (vergleichbar vielleicht wie der Mittelstand in der Wirtschaft). Sie sind auf die Unterstützung der Spielergemeinde der Freaks mehr angewiesen als die großen Verlage, die sich durchaus mal ein schlechtes Spiel leisten können (was häufiger gekauft, aber seltener gespielt, wird). Es ist ein ständiges Geben und ein Nehmen.
Es sollte m.E. nicht immer auf die Verlage rumgehackt werden. Die Entwicklung und die Verwirklichung eines Spiels kann durchaus ein riesiger Kraftakt sein. Probier es doch einfach mal selber.
Frank, wenn Du jetzt also immer bis zur zweiten Auflage warten möchtest, dann ist das Deine Entscheidung. Aber wunder Dich nicht, wenn es eines Tages von einem Spiel einmal keine zweite Auflage geben sollte, weil keiner sich traute, die erste Auflage zu kaufen.
So, nun ist es schon spät/früh.
Schöne Grüße
Droegi, der sich wieder auf die neuen Wagnisse in Essen freut.