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Merkmale guter Rezensionen

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Andreas Keirat

Komische Spiele gibts immer wieder...

Beitragvon Andreas Keirat » 7. Oktober 2006, 08:42

Michael Weber schrieb:

>
> Ja, ja. Aber es gibt ein Problem. Die Rauten laufen über zwei
> Ebenen. Über die Stufe und die Wand zur nächsten. Wo bitte
> steht dann die Figur, wenn sie auf dieses Feld kommt. Und von
> wo aus kommt man auf die Quadrate. Fragen über Fragen ;-) :-))
>
> > Das Spiel sieht ja grauenhaft aus, für die goldene Himbeere
> > würde ich aber dennoch (danke Frank für das
> > Spielvergnügen...) eher "Movie Maker" vorschlagen.
>
> Ach, dann bist du ein Testspieler für Reich der Spiele. :-)
> Movie Maker fand ich als SPiel aber immerhin spielbar ...
>
> Michael


Na Michael, dann wünsche ich Dir schon mal viel Spaß mit ZWISCHENDURCH von der IDEENFINDERIN. Hast Du doch bestimmt auch schon in deinen Händen, oder?

Das ALRA von 2006 ?!?!?!

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de

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peer

Re: Merkmale guter Rezensionen

Beitragvon peer » 7. Oktober 2006, 10:48

Hi,
wie bereits erwähnt wurde das Thema oft besprochen. Mein Fazit:
Ich bevorzuge einen gut lesbaren Text, der unterhält und mir einen Eindruck verschafft, wie sich das Spiel spielt und ob ich es mögen können würde. Der Rest ist erst einmal nebensächlich. :-)

Ich lese Rezis auf hall9000 (schneller 1. Eindruck dank Struktur und Note, aber meistens trocken zu lesen), fairspielt und Reich der Spiele (Eindruck vom Spiel, erstere sind oft unterhaltender als letztere, dafür bringt letzteres eine größere Auswahl an Spielen), westpar-gamers (interessante Analysen, aber leider nur selten neues) und Boardgamenews (englisch, ohne Bilder, dafür oft Spiele, für die es in deutsch keine Rezis gibt). Hinzu kommt noch Boardgameswithscott, aber das ist ja irgendwie keine Rezi mehr ;-)

Wenn ich Rezis schreibe mache ich Fließtext. Früher (siehe Rezis hier auf spielbox.de) hab ich eine Struktur gehabt, denn die macht das Schreiben leichter. Heute finde ich sie zu einschränkend (und die erscheinen jetzt auf www.spielbar.com)

ciao
peer

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Michael Weber

Re: Komische Spiele gibts immer wieder...

Beitragvon Michael Weber » 7. Oktober 2006, 11:20

Andreas Keirat schrieb:
> Na Michael, dann wünsche ich Dir schon mal viel Spaß mit
> ZWISCHENDURCH von der IDEENFINDERIN. Hast Du doch bestimmt
> auch schon in deinen Händen, oder?

Ja, liegt hier rum. Ist so flach, dass es leicht unter andere Dineg rutscht ;-)

> Das ALRA von 2006 ?!?!?!

Schauen wir mal. In ein paar Tagen weiß ich mehr.

Michael

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Michael Weber

Re: Merkmale guter Rezensionen

Beitragvon Michael Weber » 7. Oktober 2006, 11:24

Grzegorz Kobiela schrieb:
> Ganz wichtig ist zudem, dass aus der Rezension
> klar hervorgeht, welcher Typ Spieler der Rezensent ist, denn
> danach kann ich besser einschätzen, wie seine Wertung zu
> verstehen ist. Ein knallharter Stratege würde Monopoly
> vielleicht eine 1/10 geben, während ein Familienspieler auch
> mal 5/10 oder mehr geben könnte.

Ganz wichtiger aspekt. Deshalb denke ich, dass die Rezension immer dem Spiel, aber nie dem Rezensenten gerecht werden muss! Und eine Note, wenn es denn schon sein muss, muss eben das wiederspiegelen. Deshalb ist eine 1/10 oder Schul-6 für Monopolyauf keinen Fall gerechtfertigt.

Michael

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Roman Pelek

Der Fluch Zielgruppe, Teil I

Beitragvon Roman Pelek » 7. Oktober 2006, 11:34

Hi Peer,

peer schrieb:

> Wenn ich Rezis schreibe mache ich Fließtext. Früher (siehe
> Rezis hier auf spielbox.de) hab ich eine Struktur gehabt,
> denn die macht das Schreiben leichter. Heute finde ich sie zu
> einschränkend (und die erscheinen jetzt auf www.spielbar.com)

Ja, aber nörgelt dann nicht Deine Zielgruppe daran rum? Wo kommen wir denn dann hin, wenn jemand die Aussagen nicht nur in sein Fazit verpackt? Das bricht ja eklatant mit der Erwartungshaltung.

Ciao,
Roman (Dinge, jetzt gibt's einen auf die XII: Jemanden, dem ich bei "Cash&Guns" gerade die Waffe in "Executioner-Style" an die Schläfe halte, darauf hinweisen, dass Xavier Naidoo nicht die Speerspitze der deutschen Lyrik darstellt)

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peer

Re: Der Fluch Zielgruppe, Teil I

Beitragvon peer » 7. Oktober 2006, 12:39

Hi,
Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Peer,
>
> peer schrieb:
>
> > Wenn ich Rezis schreibe mache ich Fließtext. Früher (siehe
> > Rezis hier auf spielbox.de) hab ich eine Struktur gehabt,
> > denn die macht das Schreiben leichter. Heute finde ich sie zu
> > einschränkend (und die erscheinen jetzt auf www.spielbar.com)
>
> Ja, aber nörgelt dann nicht Deine Zielgruppe daran rum? Wo
> kommen wir denn dann hin, wenn jemand die Aussagen nicht nur
> in sein Fazit verpackt? Das bricht ja eklatant mit der
> Erwartungshaltung.

Was kümmerts mich? :-) Ich hab sowieso den Verdacht, dass ich meine Leserschaft an den kleinen Fingern der rechten Hand abzählen kann :P

> Ciao,
> Roman (Dinge, jetzt gibt's einen auf die XII: Jemanden, dem
> ich bei "Cash&Guns" gerade die Waffe in "Executioner-Style"
> an die Schläfe halte, darauf hinweisen, dass Xavier Naidoo
> nicht die Speerspitze der deutschen Lyrik darstellt)

Nee, das tut sich wirklich nicht. Da würde ich andere nominieren (Element of Crime, Wolfsheim...)

ciao
peer

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VolkiDU

Re: Der Fluch Zielgruppe, Teil I

Beitragvon VolkiDU » 7. Oktober 2006, 12:46

peer schrieb:
> > Ja, aber nörgelt dann nicht Deine Zielgruppe daran rum? Wo
> > kommen wir denn dann hin, wenn jemand die Aussagen nicht nur
> > in sein Fazit verpackt? Das bricht ja eklatant mit der
> > Erwartungshaltung.
>
> Was kümmerts mich? :-) Ich hab sowieso den Verdacht, dass ich
> meine Leserschaft an den kleinen Fingern der rechten Hand
> abzählen kann :P

Zählt bei Dir der Daumen auch als Finger :-? ;-)

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Hendrik

Zwischenresultat

Beitragvon Hendrik » 7. Oktober 2006, 12:49


Eigentlich wollte ich eine Art Umfrage gestalten, wo die Leute am
liebsten Ihre Rezensionen Lesen bzw. Teile davon (wenn es bspw. nur
um die Noten geht).
Natürlich leidet auch dieser Thread an ein paar Off Topics, dennoch
kann ich folgendes festhalten:

Die *Leser* scheinen die Struktur und die verteilte Notenvergabe von
Hall9000 sehr zu schätzen.
Die *Schreiber* bevorzugen Fliesstext bei dem sie Ihre stilistische
Freiheiten haben.

Es hat sich niemand negativ über eine Webseite geäussert, also kein
"Die Kritiken auf xxx.de entbehren jeder sachlichen Grundlage und
stellen jedesmal eine Bankrotterklärung des Intellekt des Rezensenten
dar."
Das wundert mich nicht weiter, den die Meisten, die sich hier geäussert
haben, schreiben selber auch Rezensionen. :wink: und wer will schon als Nestbeschmutzer gelten.

[i]Sachliche Schreibe vs. witzig/humorvoll[/i]
Einerseits wurde Hall9000 gelobt, aber gleichzeitig wurde die eher
trocken-sachliche Beschreibung erwähnt.

Dies stellt für mich keinen Nachteil dar, denn schliesslich will ich
Informationen gewinnen.
Natürlich schliesst das eine das andere nicht aus und selbst wenn man vorwiegend witzige Texte verfasst, heisst das nicht, dass man nichts über das Spiel erfährt. Dennoch braucht es einiges an Disziplin, um nichts zu vergessen. Als positives Beispiel für letzteres, möchte ich folgende Rezi von Carsten Pinnow anführen, welche RdS-typisch ohne strenge Struktur dafür umso humorvoller abgefasst wurde:
http://www.reichderspiele.de/kritiken/Baron.php

Dennoch bin ich mir nicht sicher, wie gut das Spiel dem Rezensenten nun gefallen hatte oder nicht. (Dies als Hinweis an Michael Weber, der die freie Form so schätzt, aber in Kauf nehmen muss, dass nicht alle den Text auch richtig interpretieren, hingegen bei den ihm unbeliebten absoluten Noten keine Interpretationsspielraum besteht).


Über Wochenende gibt es sicher noch paar Meinungen mehr über die
beliebesten Darreichungsformen von Spielekritiken.


Cheers Hendrik

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Michael Weber

Re: Zwischenresultat

Beitragvon Michael Weber » 7. Oktober 2006, 13:02

Hendrik schrieb:
> Es hat sich niemand negativ über eine Webseite geäussert,
> also kein
> "Die Kritiken auf xxx.de entbehren jeder sachlichen Grundlage
> und
> stellen jedesmal eine Bankrotterklärung des Intellekt des
> Rezensenten
> dar."
> Das wundert mich nicht weiter, den die Meisten, die sich hier
> geäussert
> haben, schreiben selber auch Rezensionen. :wink: und wer will
> schon als Nestbeschmutzer gelten.

Sei dir sicher, hier würde ich gnadenlos Steine schmeißen. Aber es ist nicht notwendig.
Ich denke schon, dass es schwächere Rezensenten und bessere gibt, nur sind die meist gut auf alle Medien verteilt. Es gibt aber sicher auch ein, zwei Webseiten, die (noch) nicht so recht wissen, wo sie hinwollen. Aber alle sind zumindest im Ansatz so, dass man die Texte lesen kann.

> Dennoch braucht es
> einiges an Disziplin, um nichts zu vergessen. Als positives
> Beispiel für letzteres, möchte ich folgende Rezi von Carsten
> Pinnow anführen, welche RdS-typisch ohne strenge Struktur
> dafür umso humorvoller abgefasst wurde:
> http://www.reichderspiele.de/kritiken/Baron.php

Oh, wir haben eine fste Struktur. Das "Fazit" steht immer am Schluss :-D


> Dennoch bin ich mir nicht sicher, wie gut das Spiel dem
> Rezensenten nun gefallen hatte oder nicht. (Dies als Hinweis
> an Michael Weber, der die freie Form so schätzt, aber in Kauf
> nehmen muss, dass nicht alle den Text auch richtig
> interpretieren, hingegen bei den ihm unbeliebten absoluten
> Noten keine Interpretationsspielraum besteht).

Dass du ausgerechnet dieses Beispiel herausgegriffen hast, ist gemein. :-( ;-)
Denn ich bin mit dem Text inhaltlich nicht richtig glücklich, aber andererseits ist er eine schöne Abwechslung. Ich muss die Freiheit, die ich für uns fordere, natürlich auch in solch extremen Fällen meinen Schreibern zugestehen. Baron ist sicher sehr grenzwertig. Andererseits stand das Spiel urspünglich auf meiner eigenen to-do-Liste und deshalb weiß ich, dass ein Abriss des Spielverlaufs im Vergleich zur vorliegenden Rezension ganz bestimmt langweilig gewesen wäre.

Michael

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peer

Re: Der Fluch Zielgruppe, Teil I

Beitragvon peer » 7. Oktober 2006, 13:03

Hi,
VolkiDU schrieb:
>
> peer schrieb:
> > > Ja, aber nörgelt dann nicht Deine Zielgruppe daran rum? Wo
> > > kommen wir denn dann hin, wenn jemand die Aussagen nicht
> nur
> > > in sein Fazit verpackt? Das bricht ja eklatant mit der
> > > Erwartungshaltung.
> >
> > Was kümmerts mich? :-) Ich hab sowieso den Verdacht, dass ich
> > meine Leserschaft an den kleinen Fingern der rechten Hand
> > abzählen kann :P
>
> Zählt bei Dir der Daumen auch als Finger :-? ;-)

Ja, aber nicht als "Kleiner Finger"

ciao
peer

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peer

Re: Zwischenresultat

Beitragvon peer » 7. Oktober 2006, 13:08

Hi,
Hendrik schrieb:
>> Natürlich leidet auch dieser Thread an ein paar Off Topics,

Liegt auch daran, dass dieses Thema immer wieder diskutiert wurde

> Die *Leser* scheinen die Struktur und die verteilte
> Notenvergabe von
> Hall9000 sehr zu schätzen.

Wobei das auch sehr unterschiedlich ist. Wir hatten hier einmal eine Diskussion wie genau die Regeln rezeptiert werden müssen. Ich bin ja der Meinung ein Abriß reicht, andere wollen wirklich jedes Detail wissen.

> Es hat sich niemand negativ über eine Webseite geäussert,
> also kein
> "Die Kritiken auf xxx.de entbehren jeder sachlichen Grundlage
> und
> stellen jedesmal eine Bankrotterklärung des Intellekt des
> Rezensenten
> dar."
> Das wundert mich nicht weiter, den die Meisten, die sich hier
> geäussert
> haben, schreiben selber auch Rezensionen. :wink: und wer will
> schon als Nestbeschmutzer gelten.

Eher weil zumindest die großen Webseiten eine Vielzahl von Schreibern haben. Einige sind gut, andere sind schlecht - innerhalb derselben Webseite ist die Schreibe aber diffus.

>> Natürlich schliesst das eine das andere nicht aus und selbst
> wenn man vorwiegend witzige Texte verfasst, heisst das nicht,
> dass man nichts über das Spiel erfährt. Dennoch braucht es
> einiges an Disziplin, um nichts zu vergessen. Als positives
> Beispiel für letzteres, möchte ich folgende Rezi von Carsten
> Pinnow anführen, welche RdS-typisch ohne strenge Struktur
> dafür umso humorvoller abgefasst wurde:
> http://www.reichderspiele.de/kritiken/Baron.php
>
> Dennoch bin ich mir nicht sicher, wie gut das Spiel dem
> Rezensenten nun gefallen hatte oder nicht. (Dies als Hinweis
> an Michael Weber, der die freie Form so schätzt, aber in Kauf
> nehmen muss, dass nicht alle den Text auch richtig
> interpretieren, hingegen bei den ihm unbeliebten absoluten
> Noten keine Interpretationsspielraum besteht).

Das ging mir bei der Rezi auch so. Noch extremer das "Manager-spiel" auf derselben Webseite, bei der ich auch nicht weiß, wie das Spiel eigentlich funktioniert. Oder die "Spaß im Auto" -Rezi von Hall (allerdings eine Spielerei-Rezi). Bei freien Formen ist die Gefahr am Leser vorbeizuschreiben größer. Aber eine gelungene Rezi ist dafür netter zu lesen. Bei Hall lese ich in der Regel nur das Fazit und den Spielablauf lese ich woanders ;-)

ciao
peer

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Hendrik

Re: Zwischenresultat

Beitragvon Hendrik » 7. Oktober 2006, 13:33

Michael Weber schrieb:
>
>
> Dass du ausgerechnet dieses Beispiel [Baron] herausgegriffen hast,
> ist gemein. :-( ;-)
> Michael


Beispiele müssen plakativ sein und sorry ich wusste nicht, dass nicht alle Rezis auf RdS zur Diskussion zur Verfügung standen :-|

Der freie Stil muss kein Nachteil sein, kann aber schnell einer werden. Dennoch würde auch ich vermuten, dass zu 90% der Rezensent das Spiel überhaupt nicht mochte und deshalb einen distanziert-witzigen Text schrieb über die Zielgruppe, welche dieses Spiel mögen kann (zu der er offensichtlich nicht zählt). Ich nehme an, das war sein diplomatischer Kompromiss um nicht deutsch und deutlich zu schreiben, dass das Spiel bei ihm gefloppt hatte.

Wie Du siehst, musste ich für diese Interpretation die Worte "annehmen" und "vermuten" benutzen, welche eine Restunsicherheit ausdrücken.
Andererseits habe ich auf RdS noch nie eine Rezi gelesen, welche an einem Spiel [i]kein[/i] gutes Haar lässt. In diesem Sinne seid Ihr durchaus "diplomatisch" :wink:
Andere schreiben durchaus mal, wenn ein Spiel total flach rausgekommen ist, aber vielleicht kannst Du mir ja ein paar Beispiele nennen, da ich nicht behaupte alle Eure Rezis zu kennen.

Hendrik

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Michael Weber

Dem Spiel gerecht werden/Verrisse

Beitragvon Michael Weber » 7. Oktober 2006, 14:16

> Beispiele müssen plakativ sein und sorry ich wusste nicht,
> dass nicht alle Rezis auf RdS zur Diskussion zur Verfügung
> standen :-|

Doch, doch. Hast halt einen unbequemen Treffer gelandet ;-)

> Andererseits habe ich auf RdS noch nie eine Rezi gelesen,
> welche an einem Spiel [i]kein[/i] gutes Haar lässt. In diesem
> Sinne seid Ihr durchaus "diplomatisch" :wink:

Och. Dazu sage ich nur zwei Sachen. Erstens gibt es viele für die jeweiliige Zielgruppe gemachte Spiele, die zumindest nicht so schlecht sind, dass man sie ohne Weiteres verdammen darf, selbst wenn man sie als Rezensent nicht mag. Unsere Schreiber sind zudem angewiesen, die Rezension für die Zielgruppe zu schreiben. Zum Zweiten gibt es bei uns einige echte Verrisse, die aber tendenziell weniger Menschen lesen, weil es sich meist um Spiele kleiner, unbekannter Verlage handelt, die mit der Qualität der "etablierten" Hersteller nicht mitkommen.

> Andere schreiben durchaus mal, wenn ein Spiel total flach
> rausgekommen ist, aber vielleicht kannst Du mir ja ein paar
> Beispiele nennen, da ich nicht behaupte alle Eure Rezis zu
> kennen.

Spotan:
http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/Taki.php
http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/Dribbel-FCBayernMuenchen.php
http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/GrabraeuberAusDemAll.php
http://www.reich-der-spiele.de/kritiken/ObscuraTempora.php

Was den totalen Flop angeht: Wenn ich nur auf Grundlage meine Vorlieben ein Spiel rezensiere, werde ich mehr Verrisse schrieben. Das wird jedoch dem Spiel NICHT gerecht. Deshalb gilt für einen ernsthaft arbeitenden Rezensenten immer, den Anspruch des Spiels/Autors/Verlages, die Zielgruppe und die Qualität im Vergleich im Auge zu behalten. Nur dann kann eine Rezension dem Spiel gerecht werden. Das bedeutet auch, dass ich abseits von meiner persönlichen Vorliebe ein Spiel positiv bewerten kann, das ich selbst nicht wieder spielen mag. Wer diesen Drahtseilakt nicht beherrschen WILL, sollte keine Rezensionen schreiben. Aber auch oben auf diesem Drahtseil kann man einen Verriss formulieren, der sich gewaschen hat. Ich finde es anders herum aber äußerst bedauerlich, dass auf einigen Seiten zum Beispiel Kinderspiele verrissen werden, die zum Teil augenscheinlich nicht einmal mit Kindern getestet werden. So geht die Rezesnion dann vollends an der Zielgruppe vorbei. Oder was, wenn Attila oder Braz Uno rezensieren würden? Was käme da wohl bei raus? Also, eine Rezension muss schon den Anspruch haben, dem Spiel gerecht zu werden.

Michael

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Axel Bungart

Re: Merkmale guter Rezensionen

Beitragvon Axel Bungart » 7. Oktober 2006, 15:51

Hallo zusammen,

also, ich finde, es macht wenig Sinn, sich über eine Regel auszulassen, die der Leser evt. gar nicht kennt. Bevor ich dem Leser meine Meinung über eine in meinen Augen gelungene oder misslungene Regel sage, sollte er doch wissen, worum es geht.

Daher enthalten meine Rezis auch immer einen recht ausführlichen "Regelteil". Der enthält sicher auch schon Kommentierendes, aber der eigentliche Kommentar folgt stets am Schluss meiner Rezis. So kann zumindest - wer will - den beschreibenden Teil der Rezi überspringen und sich gleich der Bewertung widmen.

Gruß
Axel

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: Komische Spiele gibts immer wieder...

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 7. Oktober 2006, 16:40

Michael Weber schrieb:
>
> Andreas Keirat schrieb:
> > Na Michael, dann wünsche ich Dir schon mal viel Spaß mit
> > ZWISCHENDURCH von der IDEENFINDERIN. Hast Du doch bestimmt
> > auch schon in deinen Händen, oder?
>
> Ja, liegt hier rum. Ist so flach, dass es leicht unter andere
> Dinge rutscht ;-)

Oops, Da habe ich doch tatsächlich 2 Personen gefunden, die ein Spiel haben, das ist auch habe. Verblüffend.

Gruß Carsten (der auch mal eine Idee finden möchte)

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peer

Re: Merkmale guter Rezensionen

Beitragvon peer » 7. Oktober 2006, 17:04

Hi,

Axel Bungart schrieb:
>
> Hallo zusammen,
>
> also, ich finde, es macht wenig Sinn, sich über eine Regel
> auszulassen, die der Leser evt. gar nicht kennt. Bevor ich
> dem Leser meine Meinung über eine in meinen Augen gelungene
> oder misslungene Regel sage, sollte er doch wissen, worum es
> geht.

Natürlich, die Frage ist doch eher wie genau mus auf die Regeln eingegangen werden? Reicht eine Beschreibung des Spielablaufs, mit einigen Kniffen, oder müssen auch Details erklärt werden? Wie viele Details? IMHO ist eine reine Nacherzählung nur bei sehr einfachen Spielen sinnvoll - andere mögen das anders sehen. Ich aber brauch nicht zu wissen, welche Gebäude es bei Puerto Rico gibt, um mir ein Bild von dem Spiel zu machen, wenn jemand mir den groben Spielablauf schildert. Ja, selbst die Privelegien der Rollen müsste ich in einer Rezi nicht unbedingt erfahren, eher schon, dass es sie gibt.

ciao
peer

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Roman Pelek

Re: Der Fluch Zielgruppe, Teil I

Beitragvon Roman Pelek » 7. Oktober 2006, 19:56

Hi Peer,

peer schrieb:

> > Ja, aber nörgelt dann nicht Deine Zielgruppe daran rum? Wo
> > kommen wir denn dann hin, wenn jemand die Aussagen nicht nur
> > in sein Fazit verpackt? Das bricht ja eklatant mit der
> > Erwartungshaltung.
>
> Was kümmerts mich? :-) Ich hab sowieso den Verdacht, dass ich
> meine Leserschaft an den kleinen Fingern der rechten Hand
> abzählen kann :P

Kardinalfehler des Online-Herumfaselns, Teil 1: Unterschätze niemals Deine Leserschaft hinsichtlich Intellekt und Menge.

Ciao,
Roman (Nr. XIII: Wie wär's mit einem Betriebsausflug nach Patagonien? Motto: "Wir lernen Demut und fortgeschrittenes Windhundtum angesichts der Anden?")

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Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Dem Spiel gerecht werden/Verrisse

Beitragvon Marten Holst » 8. Oktober 2006, 00:08

Moin,

>> Beispiele müssen plakativ sein und sorry ich wusste nicht,
>> dass nicht alle Rezis auf RdS zur Diskussion zur Verfügung
>> standen :-|
>
> Doch, doch. Hast halt einen unbequemen Treffer gelandet ;-)

Wobei ich als Leser auch sagen muss: nett zu lesen, aber ich bin doch wirklich nicht viel weiter außer grober Thematik und ganz grobem Mechanismus. Als Entscheidungshilfe, ob dieses Spiel einen näheren Blick lohnt, taugt es wenig, auch wenn ich zwischen den Zeilen ähnlich lese wie Hendrik.

> Was den totalen Flop angeht: Wenn ich nur auf Grundlage
> meine Vorlieben ein Spiel rezensiere, werde ich mehr
> Verrisse schrieben. Das wird jedoch dem Spiel NICHT
> gerecht. Deshalb gilt für einen ernsthaft arbeitenden
> Rezensenten immer, den Anspruch des Spiels/Autors/Verlages,
> die Zielgruppe und die Qualität im Vergleich im Auge zu
> behalten.

Was gar nicht so leicht ist. Ich bin kein übergroßer Freund von Mau-Mau-Varianten, kann aber durchaus mal eine mitspielen. Ich dachte aber, dass Hit The Deck auch unter diesen für ihre Hauptzielgruppe eine Graupe ist, denn selbst (oder vielleicht auch gerade) Unoholiker schauderten gar jämmerlich. Dem scheint aber nicht an dem zu sein - es wirkt so, als ob es seinen Markt gefunden hat. Kann man das ahnen? Nein, an sich ist es nicht die Ahnung, ob ein Spiel ein Erfolg wird, sondern ob es für seine Zielgruppe qualitativ gut scheint. Aber ist es nicht doch das gleiche?

Tschüß
Marten (Dinge, die ich schon immer mal tun wollte, Teil MCMLXXXVII: anderen eine Idee klauen, aber durch einen Trick so zu wirken, als wäre man selbst der Ersinner gewesen, und der andere nur ein trübtassiger Epigone)

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Martin L. Beiwerk

BGG!!!

Beitragvon Martin L. Beiwerk » 8. Oktober 2006, 10:41

Drei Buchstaben: BGG

Die Masse der (unabhängigen) Bewertungen gibt ein umfassendes Bild eines Spiels ab. Ein hier weit vorne platziertes Spiel hat mich noch nie enttäuscht. Vor allem der Langzeitspielspaß wird nur auf BGG deutlich.

Für mich ist Boardgamegeek.com die erste Wahl, dann kommt lange nichts...

Gruß
Martin L. Beiwerk

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: BGG!!!

Beitragvon Attila » 8. Oktober 2006, 10:49

Hiho,

So ist es ...

Der Vorteil von BGG liegt in der grossen Nutzerzahl und den vielfältigen Meinungen. Währnd ich in einem Magazin (INternet oder Gedruckt) nur sehr selktiv DInge vorgesetzt bekomme, finde ich bei BGG eine extrem Breit gefächerte Palette von Meinungen.

Atti

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Michael Weber

Re: BGG!!!

Beitragvon Michael Weber » 8. Oktober 2006, 11:19

Attila schrieb:

> Der Vorteil von BGG liegt in der grossen Nutzerzahl und den
> vielfältigen Meinungen. Währnd ich in einem Magazin (INternet
> oder Gedruckt) nur sehr selktiv DInge vorgesetzt bekomme,
> finde ich bei BGG eine extrem Breit gefächerte Palette von
> Meinungen.

Das mag schon sein. Das Thema war aber der Aufbau von Rezensionen. Und Boardgamegeek ist nun mal eine Community, kein Magazin.

Michael

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Hendrik

Re: BGG!!!

Beitragvon Hendrik » 8. Oktober 2006, 12:20

Michael Weber schrieb:
> Das mag schon sein. Das Thema war aber der Aufbau von
> Rezensionen.


Hm, streng genommen sollte das Thema sein "wo gibt's die besten Rezensionen", weil es das andere schon gab. Dennoch: Wie eine Rezi am besten aufgebaut wird ist quasi ein Subthema, welches nötig ist um "die Besten" zu definieren.

Zu BGG (Boardgamegeek):
Jeder User darf eine Rezension schreiben, deshalb steht und fällt die Qualität einer Rezension mit dem Talent jedes indivduellen Schreibers. Beinahe interessanter als eine Rezi im engeren Sinne, sind die "Kommentare" zu den Benotungen, welcher jeder User wieder frei abfassen kann. Dort findet man dann von
10 "Best game ever !" bis zu 1 "This game stinks". Wenn man selber aber die Extrembewertungen ignoriert, kann man sich ein gutes Bild über ein Spiel machen.
Dennoch: die meisten User sind immer noch Amerikaner, welche teilweise einen anderen Geschmack in Sachen Brettspiele als wir Deutsche/Europäer haben.


Hendrik

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Marten Holst
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Beiträge: 1787

RE: BGG!!!

Beitragvon Marten Holst » 8. Oktober 2006, 14:24

Moin,

allerdings verstehe ich Martin und Atti auch so, dass ihnen bei ihrem Plädoyer pro BGG die Rezensionsqualität der möglichen einzelnen Rezensionen eher egal war, sondern es ihnen erst einmal um die Note geht, aus deren Mittelwert und Streuverhalten man sicherlich einiges über die grobe Gefalltendenz des Spieles ableiten kann.

> Hm, streng genommen sollte das Thema sein "wo gibt's die
> besten Rezensionen", weil es das andere schon gab. Dennoch:
> Wie eine Rezi am besten aufgebaut wird ist quasi ein
> Subthema, welches nötig ist um "die Besten" zu definieren.

Wenn man es objektiv will, dann ja. Nur ist natürlich das Bewerten von Rezensionen den selben Fallstricken unterworfen, wie die ursprüngliche Rezension: es gibt verschiedene Geschmäcker, verschiedene Ansprüche und Primärinteressen bei Rezensionen genau so wie bei Spielen. Mehr als ein Meinungsbild, oder gegebenenfalls wieder eine intersubjektive Tendenz, kann man hier nicht abrufen.

> Dennoch: die meisten User sind immer noch Amerikaner,
> welche teilweise einen anderen Geschmack in Sachen
> Brettspiele als wir Deutsche/Europäer haben.

Ich bin mir nicht sicher, ob Atti das so unterschreiben würde ;-) Ist halt alles auch wieder was persönliches.

Mir persönlich reicht allerdings die Note auf BGG nicht aus, höchstens um eine Anregung zu bekommen (Thema passt, gute Note, sollte ich mal weiterlesen), und wenn ich dort mal Texte lese, sind die zwar gelegentlich sehr großartig und brillant, weil jemand (was ein Querbeetrezensent in der Art selten leisten kann) sich wirklich in ein Spiel reingekniet hat, ohne dabei in zu unbegründbare Jubelorgien zu rodeln, aber wären oftmals auf einer lektorierten Seite so nicht in Druck gegangen (allerdings schon durch die Bank sinniger als die Fanrezensionen auf beispielsweise Amazon). Obendrein ist es schwerer, die Rezensenten einzuschätzen. Persönlich bräuchte ich also gerne noch eine Rezension aus einem "bekannteren Umfeld".

Tschüß
Marten

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Steffen S.

Re: HALL9000: eigene Note für Spielanleitung

Beitragvon Steffen S. » 8. Oktober 2006, 15:03

Hi Tim,

darüber haben wir auch schon diskutiert. So erstrebenswert das im Prinzip wäre: das Problem ist, dass viele der Notengeber aus der Redaktion die Regel nie persönlich gelesen haben, sondern das Spiel von anderen erklärt bekamen - wie es eben in Spiele(r)kreisen Gang und Gäbe ist.
Demzufolge könnten nur der Rezensent selbst sowie weitere Einzelpersonen, die das Regelwerk selbst stuidert haben, eine Note abgeben - weitere Noten wären unseriös als Folge subjektiver Mund-zu-Mund-Propaganda. Wir haben uns daher vor einigen Monaten darauf geeinigt, dass der Rezensent in seinem Fazit verpflichtend einen Kommentar zur Qualität der Regeln einbauen muss. Im Sinne der Transparenz halten wir das für den besten Kompromiss.

Viele Grüße,
Steffen (traditionell der "Regelleser" seiner Spielerunden...)

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Hendrik

RE: BGG!

Beitragvon Hendrik » 8. Oktober 2006, 15:38

Marten Holst schrieb:

> > Dennoch: die meisten User sind immer noch Amerikaner,
> > welche teilweise einen anderen Geschmack in Sachen
> > Brettspiele als wir Deutsche/Europäer haben.
>
> Ich bin mir nicht sicher, ob Atti das so unterschreiben würde
> ;-) Ist halt alles auch wieder was persönliches.
>

Darauf würde ich schon fast wetten, denn gewisse User hier scheinen mir [i]grundsätzlich[/i] zu widersprechen wollen. :))

Zu den Unterschieden der Geschmäcker:

Viele Amerikaner (bzw. BGG User) stören sich, wenn ein Spiel ein "supferficial Theme" (nur oberflächliches Thema) hat. Beispielsweise Blue Moon City.
Bei uns wird es sogar für das SdJ nominiert (weil es sich auch wirklich gut spielt).
Das Verhältnis abstrakt ggü. thematisch interessiert uns Deutsche (Europäer) weniger, wenn die Spielmechanismen wirklich überzeugen und es einfach Spaß macht.

Ausserdem sind in Amerika "Wargames" (Spiele mit Kriegsthema) viel populärer als bei uns. Einige zum Thema Zweiter Weltkrieg wären bei uns gar verboten, weil es darin vor Hakenkreuzen nur so wimmelt. Die Amis haben kein Problem damit.

Daher glaube ich schon, dass zumindest [i]teilweise[/i] die Geschmäcker verschieden sind.

Hendrik


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