Beitragvon Günter Cornett » 9. Oktober 2006, 19:20
Volker L. schrieb:
>
> Marten Holst schrieb:
> >
> > Um "menschenverachtend" zu konkretisieren: Rechtsextremismus
> > lehnt Menschen aufgrund nicht von ihnen zu verantwortender
> > Charakteristika ab oder bewertet sie niedriger aufgrund
> > derselben (Herkunft, Geschlecht, sexuelle Orientierung),
> > Linksextremismus kann auch "Menschen verachten", dann aber
> > aufgrund entschlussbedingter Charakteristika. Ein für mich
> > persönlich sehr wichtiger Unterschied.
Jo, ein sehr interessanter Aspekt.
> Ich glaube nicht, dass Günter dies mit "menschenverachtend" meinte.
Eigentlich nicht, aber auch ich lerne gern dazu.
> Für mich jedenfalls heisst "menschenverachtend" nicht, dass man
> Verachtung (oder Hass) gegenüber [i]bestimmten[/i] > Eizelpersonen,
> politischen, ethnischen oder sonstigen Gruppen empfindet,
> sondern dass der einzelne Mensch an sich als wertlos angesehen wird.
Für mich bezieht sich dass nicht auf Einzelpersonen, wo eine i.d.R. Haltung auf persönlichen Erlebnissen oder Umständen beruht, sehr wohl aber auf Gruppen von Menschen, die man verachtet ohne sie zu kennen: die Juden, die Moslems, die Schwulen, die Intellektuellen, die Ausländer, die ... - das ist Menschenverachtung.
> Also beispielsweise wenn Maßnahmen zum Wohle des Staates
> durchgeführt werden müssen, bei denen einige Menschen draufgehen
> (z.B. Industrie, die hochgiftige Abgase in die Luft bläst),
> dann werden
> diese Maßnahmen ohne moralische Bedenken durchgeführt, weil das
> Wohlergehen des einzelnen Menschen irrelevant ist.
Da kann man einen neuen Thread aufmachen:
Ist Autoverkehr menschenverachtend?
Immerhin frißt dieser Drache jedes Jahr Tausende von Menschen
[und dummerweise nicht nur Jungfrauen, wie einst im Märchen ;-) ]
> Und diese Einstellung ist tatsächlich auf beiden
> Extremistischen Flügeln vorhanden.
Gerade das von dir genannte Beispiel zieht sich durch die ganze Gesellschaft.
Der Balken in deinem Auge scheint dich das übersehen zu lassen. ;-)
Gruß, Günter