Beitragvon Roman Pelek » 19. Oktober 2006, 02:22
Lieber Holst mit Vornamen Marten und nicht Gustav Theodore,
Marten Holst schrieb:
> so von Ivar zu Billy (und an dieser Stelle scheitert ja auch
> Deine anderswo angedeutete These, Frauen würden sich keine
> Ikeamöbel einstellen: fast alle weiblichen Teenies wollen ja
> einen Billy), Du hast mich provoziert, und zwar hierdurch:
Wenn es Dich beruhigt, Holst: Claudia streicht grade ein "Ivar" in lebendigem Steingrau an. Manche nennen sowas "weibliche Intuition", ich schimpfe es liebevoll "XX-Chromosomenkombinationsbedingte Messepanik".
> > Andererseits alliterationstechnisch aber arg abseits
> > allgegenwärtigen Aberglaubens, also allumfassenc alltagsabweisend.
>
> Nur habe ich leider aufgrund der aukommenden Messerei keine
> Zeit, der Provokation nachzugeben. Also recycle ich einfach
[...einen alten groben Unfug Deinerseits[
Das ist jetzt reichlich vermessen, hoffentlich endet das nicht in Beckmesserei meinerseits ;-)
> Warum? Weil ich Lust habe.
Ah, "Spaßgesellschaft reloaded". Ich wußte doch, es gibt noch Überlebende, die der Auffassung sind, dass Spaß und Ernst im Leben sich nicht ausschließen, nur weil das volkstümelnde Duo Reiner Spaß und Rainer Ernst daran gescheitert sind:-D
[Dienstleistungsgewerkschaft ver.di]
> schon Dein Name macht entzücken. Benannt nach einem
> Kompositeur zeitgenössischer Musik (als er sie komponierte,
> war sie zeitgenössisch), das Pünktchen erinnert nicht nur an
E- und U-Musik is' eh alles Pop mit einer zeitlichen Dilatation im Angesicht des Betrachters. So why the long face? Die beste Idee in jüngster Zeit fand' ich eh die Erfindung der "EU-Musik" (klingt auch mehr nach Alter Welt, wenn die Neue schon nach der Herrschaft über das Universum greift) durch Thomas Quasthoff in der "Welt": http://www.welt.de/data/2006/10/08/1063385.html
Andererseits birgt der Untertitel genau dieses Interviews wieder eine fatale Alliterationsverwendung: Es geht um "Klassik, Kiffen und koreanische Studenten".
> Für Dich. Der Slogan "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu"
Und ich dachte schon, "Alles bleibt anders" a la Grönemeyer...
> gemahnt an die Werbung Christoph Daums für Strom, das Bild
> "Wir schneiden alte Zöpfe ab, der Kopf bleibt der gleiche."
Dabei "stinkt der Fisch doch immer vom Kopf her", wohingegen man nach alter Volkssage "Treppen von oben kehren" sollte.
> erinnert auf geradezu kongenialistische Weise an alles
> mögliche, wie zum Beispiel Daisy Mooshammer, und die
> Tatsache, dass ver.di "aufregend bunt und beruhigend stark"
> sei, empfinde ich als aufregend beruhigend.
Was mich hingegen stark sediert hat, war, als ich auf der jüngsten Deutschland-WM das Motto "Zeit, dass sich was dreht" als Aufforderung zum aktiven Bierkverschlingen missverstanden habe. Hat aber nix Schlimmes angerichtet, da die meisten anderen Anwesenden auch meiner Fehlinterpretation anheim fielen.
Sorgte allerdings manchen an sich wo anders beheimateten Menschen für leichte Irritation, da die dachten, sie hätten sich auf's Oktoberfest verirrt. Insgesamt ließ sich das aber alles klar stellen, indem wir ihnen wort- und gestenreich vermittelten, dass sie sich in keiner solchen No-Go-Area befänden und von uns keinerlei Unheil zu befürchten hätten. Ein hartes Stück Überzeugungsarbeit erforderte allerdings die Erkenntnis, dass die meisten Deutschen zum fröhlichen Bierkonsum KEINE Tracht zu tragen pflegen.
> "Künstler und Krankenschwestern,
> Banker und Beamte, Musikerinnen und Müllmänner,
> Verkäuferinnen und Fluglotsen sind jetzt in einer
> Gewerkschaft". Das hat Pep, das hat Esprit.
Ich persönlich phar ma' ein paar Meilen für die Gesundheitsreform und die deutsche Alterspyramide: "Egal, ob sie kranker Verunsicherter oder verunsicherter Kranker sind - glauben Sie an uns, die Geldempfängnis nicht verhütet, irgendwo vermehrt sich das schon, auch wenn es nicht ihre Stammkneipe ist, in der das stattfindet."
> Nur eines frage ich mich: hat denn von Euren
> ganzen hochbezahlten Werbeprofis wirklich niemand gemerkt,
> dass "Vluglotsen" falsch geschrieben wurde?
Bei Angie Merkel ist ja auch kaum jemandem aufgefallen, dass manche Textzeilen des zu ihren Auftritten gerne gespielten Rolling Stones-Liebeslieds auch durchaus zu ihren Ungunsten auslegen kann: "I hate that sadness in your eyes / But Angie, Angie, ain't it time we said goodbye? / With no loving in our souls and no money in our coats / You can't say we're satisfied."
> Da mir (und einem Kommilitonen) ja dereinst diese beiden
> Nachnamen als Spitznamen angehängt wurden, wie wir an der
> Caféteria über der "Badewanne", dem Foyer unseres
> Fachbereiches, saßen, alles überblickten und zu allem eine
> Meinung hatten, würde mich hier interessieren, welcher Blog
> hier von Dir und dem Arnemann Sepp hochgejazzt wird.
Des Arnemanns ihr Sepp meinte wohl den hier:
http://www.statler-and-waldorf.de/
Aber ich kenne Dein Schicksal gut: Erst jüngst galt ich auf meiner Arbeit so lange als "Bernd das Brot", bis auf ganz zufällige Weise ein ehemaliger Studien- und andauernder Spielekollege zu meinem Bürokollege wurde. Seitdem ist nur noch von "Statler und Waldorf" die Rede. Oder von "Hanni und Nanni" - anlässlich einer fehlgeleiteten, an sich durchaus wichtigen Mail, die eigentlich meinen Kollegen betraf, aber leider an eine "Hannelore" gleichen Nachnamens adressiert war, die sich wohl gedacht haben muss: "Was will wer wieso denn schon wieder was von mir?"
Ciao,
Roman (Wilde wirre Männerthesen, erster Akt: Gute Kinderunterhaltung lernt man als Mann erst wirklich schätzen, wenn man erwachsen ist. Und dann wünscht man sich zurück, aber darf nicht mehr. Also muss man wieder Kinder kriegen, um eine frauentechnisch legitimierte Ausrede zu haben, das in vollen Zügen zu genießen. Sollte es einen Gott geben, isser er ziemlich clever. Und perfide bis zum Anschlag.)