Hallo,
absichtlich nicht als PEEP gekennzeichnet, weil dazu meine persönlicher Eindruck wohl nicht ausreichend ausführlich ist und nur auf einer abgebrochenen Spielpartie in Zweierrunde bestand:
Bei Factory Fun von Cwali baut jeder für sich auf seiner eigenen Fabrikhallen-Spielablage Maschinen, die vier verschiedene Rohstoffe benötigen oder produzieren und das in unterschiedlicher Kapazität und Kombination. So gibt es Maschinen, die gelbe Rohstoffe in der Kapazität 2 brauchen und daraus Rohstoffe in rot und braun mit der Kapazität 1 produzieren. Dazu gibt es noch unendlich gefüllte aber von der zur Verfügung stehenden Anzahl stark eingeschränkte Vorratstanks in den vier verschiedenen Farben und zwei Sorten von Tanks für produzierte Rohstoffe.
Jede neue erworbene Maschine will auch direkt verbaut werden und Zuleitungen zwischen Tanks und Maschinen kosten Geld, was den einmaligen Ertrag der neuen Maschine verringert oder gar ganz auffrisst. Kombiniert man Maschinen, so gibt es in der Endabrechnung noch saftige Bonuspunkte. Das Zwischenziel ist, viele Maschinen möglichst kostengünstig in seine Fabrikhalle zu bauen. Also möglichst wenig Zuleitungen und Tanks zu benötigen und ebenso möglichst wenig Elemente später wieder umplatzieren zu müssen, weil man falsch geplant hat. Wer dann noch Maschinen fleissig kombieren kann, der spart sich Zuleitungen und sahnt zum Spielende entscheidend ab - so stark, dass man diese Maschinen-Kombinationen als Spielziel möglichst oft anstreben sollte.
So oder so, der Platz in der Fabrik reicht ohne Spielpraxis vorne und hinten nicht aus und da neue Maschinen zufällig gezogen werden, kann es gut sein, dass im aktuellen Angebot gerade die benötigte eben nicht vorhanden ist und die Mitspieler freuen sich derweil, weil bei ihnen irgendwie alles einfach perfekt passt. Dieses Glückselement nervt ein wenig, da man an dieser Stelle den sonst planbaren Einfluss verliert.
Noch extremer nervt aber der Spielmechanismus, wie man an neue Maschinen kommt: In Spielerzahlstärke liegen die verdeckt in der Mitte, werden zeitgleich auf Kommando umgedreht und wer mit der anderen Hand eine Maschine berührt, der bekommt die auch und muss die in seine Fabrik einbauen. Wartet man zu lange, weil man tüftelnd überlegt, welche der Maschinen in den vier möglichen Ausrichtungen (im Kopfe gedreht, wer anfasst muss die nehmen) denn jetzt wohl am besten die eigene Fabrik ergänzen könnten, dann ist gerade diese Maschine von einem Mitspieler ausgewählt und für einen selbst weg. Nimmt man allerdings zu unüberlegt eine Maschine, kann diese zu Verlusten führen, weil nur extrem umständlich oder auch überhaupt nicht einzubauen.
Hier hätte ich mir einen entspannten Versteigerungsmechanismum gewünscht, denn so besteht das Spiel aus hektischen Phasen, die sich mit Grübelphasen abwechseln, in denen jeder für sich alleine die eigene Fabrik optimiert und die neue Maschine möglichst gewinnbringend einzubauen versucht. Und diese beiden Phasen wollen nicht so recht zueinander passen.
Trotzdem ist Factory Fun für mich ein interessantes und herausforderndes Spiel - eine Art UBONGO in komplexer Form. Wer was anderes erwartet, der könnte allerdings enttäuscht werden. Gewünscht hätte ich mir allerdings noch Übersichten mit den einzelnen Baukosten und eine Regel, die in den Details deutlicher wird und wichtige Regelpassagen nicht erst in den Fallbeispielen aufgreift.
Cu/Ralf