Beitragvon Michael Schlepphorst » 24. Oktober 2006, 12:09
Ralf Arnemann schrieb:
>
> Um es vorwegzuschicken: Einen gewissen Glücksfaktor finde ich
> bei Spielen (und auch bei hochkarätigen Denkspielen) durchaus
> positiv. Das führt dazu, daß man nicht schach-ähnlich viele
> Züge im Voraus exakt berechnen kann, sondern eine Strategie
> entwickeln muß, die flexibel auf Unvorhergesehenes reagieren
> kann.
So weit sind wir uns einig ;-) Ich mag Spiele bei denen ein unerfahrener Spieler im Normalfall keine Chance gegen einen erfahrenen Spieler hat, ausser wenn das Glück mal ganz heftig zuschlägt. Wenn dies aber nicht all zu oft passiert ist es für mich eine sehr gutes Spiel.
> Trotzdem will man bei anspruchsvollen Spielen natürlich
> nicht, daß sie vom Glück entschieden werden, daß sollte nur
> eine Beigabe sein und den Ausgang nicht wirklich entscheiden.
dito
> "Säulen der Erde" gilt allgemein als eines der besten Spiele
> dieses Jahrgangs, und gefällt mir bisher auch recht gut.
dito
> Und der Glückseinfluß bei den diversen Karten scheint mir
> durchaus verträglich zu sein.
dito
> Dagegen habe ich ein zunehmend unangenehmes Gefühl bei der
> Baumeister-Platzierung. Da kann es schon zu krassen Effekten
> kommen, und das Bezahlen der ersten Züge gleicht das nur
> teilweise aus.
Diesen Kritikpunkt habe ich natürlich schon oft gehört. In meinen bisherigen 3 Partien hatte ich allerdings nicht den Eindruck als wäre dies so übermäßig spielentscheidend. Kann natürlich auch sein, dass ich diesbezüglich bisher immer Glück hatte. Aber ich denke eh, dass dieses Spiel nicht unbedingt eine Strategiewerk ala Caylus sein will sondern eher ein Familienspiel bei dem das Glück auch schon mal hart eingreifen kann. Vergleichbar mit SvC wo man wenn die Würfel ganz blöde fallen auch keine Chance haben kann. Trotzdem würde ich sagen, dass ein unerfahrener Spieler in 90% der Fälle bei beiden Spielen keine Chance gegen einen erfahrenen Spieler hätte.
So kann es hier natürlich sein, dass man beim Ziehen der Baumeister oft ganz ungünstige Konstellationen bekommt. Aber immerhin gibt es kleine Möglichkeiten dem ein wenig entgegen zu wirken (vor allem die Möglichkeit als Startspieler).
> Und genau diese Spanne kann man locker durch etwas
> Glück/Unglück beim Baumeister-Setzen der letzten Runde
> übertreffen. Wer nun den Glockengießer kriegt, oder das
> entscheidende Mettall bei König oder Ereigniskarte - das sind
> halt leicht drei bis vier Siegpunkte, und der Konkurrent
> schaut in die Röhre.
Auch bei uns lagen die Endergebnisse meistens dicht beieinander. Der Abstand zwischen dem Ersten und Zweiten war maximal glaube ich mal bei 9 Punkten. Sonst waren es ca. 3-5 Punkte.
Leider weiß ich gerade nicht welches der Glockengießer ist, aber ich kann nur sagen, dass ich mein letztes Spiel gewonnen habe und dabei nur 1 Metall in Punkte umgewandelt habe. Statt sich auf diese meistens teuren Handwerker zu stürzen habe ich stattdessen versucht viel Geld anzuhäufen und dann mit dem Handwerker der 8x Geld in Punkte umwandeln kann am Ende die entscheidenden Punkte gemacht. Einmal hatte ich allerdings dazu noch den Handwerker der aus 1 Holz und 1 Metall 6 Siegpunkte machte. Da war dann der Vorsprung schon sehr hoch (9 Punkte). Ich habe aber auch erlebt wie jemand das ganze Spiel über fleißig Punkte machte (auch über Priorei + Vorteilskarte) und uns mit einem Start- Zielsieg überraschte weil wir am Ende mit den tollen Metall-Handwerkern das nicht mehr aufholen konnten.
So oder so, ich mag dieses Spiel unheimlich gern und finde dafür auch viel leichter Mitspieler als z.B. für ein Caylus.
Aber so richtig beurteilen lässt sich dieses wohl erst nach mehr Partien. Die aber werde ich gerne angehen ...
Grüße
Michael, der immer noch glaubt das SvC (mit Städte & Ritter) nicht so viel mit Glück zu tun hat wie viele meinen ...