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Emira

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Christine W.

Emira

Beitragvon Christine W. » 27. Oktober 2006, 16:33

Hallo,

ich habe auf der Messe Emira leider nur anspielen können und fand es erstmal sehr interessant. Auch das mal ganz andere Thema und die Gestaltung waren ansprechend. Aber über die spielerischen Qualitäten bin ich mir momentan noch recht unsicher, v.a. wegen der eher verhalteneren Rezensionen in der Spielbox und auf den verschiedenen Websides.
Deshalb nochmal meine Nachfrage hier im Forum v.a. an diejenigen, die das Spiel etwas besser kennen und es zumindest einmal durchgespielt haben:
Welches Potenzial seht ihr in Emira? Wie schätzt ihr den Langzeitspielreiz ein? Sind Anfangsfehler wirklich so schwer aufholbar? Ist der Glücksanteil durch die Haremsdamenkarten zu hoch? Für wen ist das Spiel geeignet?
Wenn ihr trotz kleinerer Nachteile das Spiel gerne mochtet und auch weiterempfehlen würdet, was macht für euch den Reiz des Spiels aus (außer Thema und Aufmachung)?

Gespannte Grüße,
Christine

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Andreas

Re: Emira

Beitragvon Andreas » 27. Oktober 2006, 17:29

Also ich finde es ganz prima und es wird bestimmt noch ein paar Male auf den Tisch kommen. Einziger Kritikpunkt den ich habe ist, daß es zur Spielgruppe passen muß. Die vielen Auktionen können sich bei Ewiggrüblern und Daueroptimierern schon ziemlich hinziehen und man braucht auch vielleicht zwei, drei Runden um zu wissen, welches "Gut" man wann braucht. Dabei sollte dieses Spielelement eigentlich - gemäß dem Geiste des Spieles - zügig ablaufen. Eher so wie man sich das Feilschen auf einem Basar vorstellt (nur eben in die andere Richtung). Damit kann man auch gleichzeitig dem oft gelesenen Kritikpunkt der langen Spieldauer entgegenwirken. Also sollte man nicht jede Runde auf's optimale spekulieren und durchrechnen, sondern vielleicht einfach mal aus dem Bauch heraus höher bieten oder passen, je nach aktueller Einkommenslage.

Sehr hilfreich - gerade bei den ersten Spielen - ist dabei auch die Kartenauflistungen in den Regeln. Anfangs hat man noch keine Übersicht über die Ereigniskarten oder die Vorlieben der Haremsdamen. Wenn man weiß welche Vorlieben besonders häufig vorkommen bzw. häufiger als andere, kann man den Glücksanteil durch das Kartenziehen reduzieren. Emira ist ein Spiel welches nicht so bierernst gesehen werden sollte. Wir haben uns bei den bisher ersten vier Runden jedenfalls köstlich amüsiert und die herrliche politische Unkorrektheit (so sie denn überhaupt tatsächlich existiert) genossen.

Andreas (schöner und wohlerzogener aber armer Scheich)

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Michael Weber

Re: Emira

Beitragvon Michael Weber » 27. Oktober 2006, 17:39

Christine W. schrieb:
> Auch das mal ganz andere
> Thema und die Gestaltung waren ansprechend.

Richtig. Großartiges Thema, ansprechende Gestaltung.


> Welches Potenzial seht ihr in Emira?

Zwei Spiele mit Überlänge und dann ein anderes vorziehen. Leider! Es ist schön, dauert aber viel zu lange und hat meiner Meinung nach Probleme:
Die Schwierigkeit, sich auf die Damen der nächsten Runde rechtzeitig (!) vorzubereiten (es ist eher Glückssache, wer gerade in den benötigten Gebite die Nase vorne hat) und die sehr unausgewogenen Aktionskarten. Dazu ist ein Vorsprung in einem der Gebiete der Scheichs schwer aufzuholen. Außerdem sind die Kamele sehr wichtig, aber extrem von Kartenglück und -pech abhängig.

> Wie schätzt ihr den
> Langzeitspielreiz ein?

s. o.

> Sind Anfangsfehler wirklich so schwer
> aufholbar?

Meiner Meinung nach bei "richtigen" Fehlentscheidungen nur im nächsten Spiel, aber es gibt viele Teilaspekte, die ausgebügelt werden können. Problematisch ist nur, wenn man sich nicht früh auf die Notwendigkeit einer gesunden Mischung aus Eigenschaften (weiß gerade das passende Wort im Spiel nicht) und Geldfluss einstellt.


> Ist der Glücksanteil durch die Haremsdamenkarten
> zu hoch?

Ja, aber im Grunde liegt das an der starren Platzierung in den Eigenschaften der Scheichs. Man kann innerhalb einer Runde kaum einen Führenden in einzelnen Bereichen einholen.

> Für wen ist das Spiel geeignet?

Frag Emira. Vom Ansatz für geübte Familienspieler und willige Freaks, von der Länge her für Freaks, vom Zufallseinfluss nicht für Freaks. Für Scheichs?

Ich möchte hier mal betonen, dass ich die Idee sehr gut finde und das Spiel mögen will, aber irgendwie überzeugt es leider nicht.


> Wenn ihr trotz kleinerer Nachteile das Spiel gerne mochtet
> und auch weiterempfehlen würdet, was macht für euch den Reiz
> des Spiels aus (außer Thema und Aufmachung)?

Im Grunde alles (Bieten, Ausbau der Bereiche, Unterhalt, sehr vielschichtiges Spiel eigentlich), aber dafür hat es leider zu viele kleine Schwächen, die es in der Summe nicht zu einem Tipp werden lassen.

Michael
(darf keine Haremsdamen neben seiner ersten haben)

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Grzegorz Kobiela

Re: Emira

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 28. Oktober 2006, 03:04

Für meinen Geschmack zu glückslastig. Ich habe mein allererstes Spiel gegen Leute gewonnen, die schon wussten, worauf die Damen stehen und welche Karten es gibt. Der Grund: Wo ich schon vier Damen hatte, spielte einer ne Karte, die zwei Damen herholt und beide hatten genau das, was ich gesammelt hatte - Ausstrahlung. So gewann ich urplötzlich das 5-Personenspiel mit der alternativen Siegbedingung, 6 Damen zu besitzen. Na toll. Für diesen Glücksmoment haben wir 3 Stunden rumgehockt...

Ich würde es sicher noch einmal spielen, da das Material so schön ist und mir auch der Bietmechanismus zusagt und die vielen Optionen, aber begeistert bin ich nicht. 7/10 habe ich damals gegeben und würde das so stehen lassen.

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Bernd Geiges

Re: Emira

Beitragvon Bernd Geiges » 29. Oktober 2006, 06:31

Hallo,

ich muss erstmal zugeben, dass das Spiel selbst noch nie gespielt habe und von daher natürlich nicht unbedingt Adressant Deines Postings bin. Ergänzend zum bereits Geschriebenen kann ich aber noch bemerken, dass das Spiel auch in der Rezenssion in der "Fairplay" eher schwach abschneidet.

Gruss, Bernd

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Christine W.

Danke an alle

Beitragvon Christine W. » 29. Oktober 2006, 09:35

Vielen Dank für eure ausführlichen Antworten!

Ich werde mir das Spiel dann wohl erstmal nicht zulegen. Auch ich hätte das Spiel sehr gerne gemocht, aber selbst wenn ich ebenso der Meinung bin, man muss das Spiel ja nicht unbedingt bierernst nehmen, finde ich es schwierig, wenn Länge und Zufallseinfluss so gar nicht zusammen passen. Auch die beschriebene Partie von Grzegorz klingt eher frustrierend, denn als Vielspielerin mag ich doch auch das Gefühl, dass nach drei Stunden nicht allein der Zufall entscheidet.

Verspielte Grüße,
Christine


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