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Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

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heino

Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon heino » 3. Januar 2007, 12:01

ausgehend von der vorgabe, dass das "spiel des jahres" kein freakpreis ist/sein soll, hab ich mal die listen der jahrgänge korrigiert. dabei sind spiele rausgekommen, die schnell erklärt und auch für nichtspieler ihren reiz haben (könnten) und auch als "familienspiele" durchgehen.

einige spiele halte ich für die anvisierte zielgruppe schon wieder für zu komplex, z. b. dampfross, die siedler, tikal, habe sie aber mangels alternativen trotzdem aufgeführt.

aber die jury hat ja letztes jahr schon reagiert und z. b. für caylus einen sonderpreis vergeben. auch für geschicklichkeitsspiele wäre dieser preis sinnvoller als wie bei villa palletti "SdJ"

ein würdiger allgemeiner preisträger wäre m.e. das ver-rückte labyrinth oder kuhhandel. bin mal gespannt, was die jury diesmal hervorbringt.

Hier meine liste

1979 Alaska
1980 Rummikub
1981 Can't Stop
1982 Sagaland
1983 Scotland Yard
1984 Dampfross
1985 Kuhhandel
1986 Das ver-rückte Labyrinth
1987 Der fliegende Teppich
1988 Hol's der Geier
1989 Cafè International
1990 Die heisse Schlacht am kalten Bufet
1991 Razzia
1993 Bluff
1994 6 nimmt
1995 Die Siedler von Catan
1996 Top Race
1997 Expedition
1998 Elfenland
1999 Tikal
2000 Metro
2001 Carcassonne
2002 Trans Amerika
2003 Alhambra
2004 Zug um Zug
2005 Tanz der Hornochsen
2006 Was'n das?

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peer

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon peer » 3. Januar 2007, 12:50

Hi,
1992 - wäre das Tabu gewesen?

Interessant, dass du mit "Hase & Igel" eines der erfolgreichsten SdJs rausgeschmissen hast :-)

ciao
peer

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JML | ludosophicus

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon JML | ludosophicus » 3. Januar 2007, 12:56

Hallo Heino,

heino schrieb:
>
> ausgehend von der vorgabe, dass das "spiel des jahres" kein
> freakpreis ist/sein soll, hab ich mal die listen der
> jahrgänge [b]korrigiert[/b].

Bei allem Verständnis und aller Sympathie: Da ist doch ein wenig zu viel Blasphemie im Spiel, findest du nicht auch?

Ja, es gibt eine Menge Gründe zur Kritik an der Jury. Allerdings würde ich mich sehr dabei zurückhalten, ihre Arbeit - insbesondere die Auswahl der Hauptpreisträger, die schon älter als drei Jahre sind - so direkt anzugreifen.
Hinterher weiß man es immer besser - daher ist es auch besonders einfach zu "beweisen", bestimmte zurückliegende Entscheidungen seien "falsch" gewesen - auf der Erfahrung beruhend, die man innerhalb von Jahr[b]en[/b] (!) aus den jeweiligen Spielen ziehen konnte. (Die Jury hat hierzu nur wenige Monate Zeit!)

Sicher bin auch ich nicht immer glücklich mit den Entscheidungen der Jury, aber welche Einzelperson könnte schon behaupten, sie fände sich in allen SdJ-Auszeichnungen zu 100% wieder? Nicht einmal ein Jurymitglied könnte das von sich behaupten! ;-) Bitte vergiss nicht den Wahlmodus, der zwar jedem Mitglied ein Votum einräumt, das aber "nur" innerhalb einer demokratischen, geheimen Wahl.

Die Tatsache, dass es in jedem Jahr mehrere preiswürdige Titel gibt, dürfte wohl unumstritten sein - und genau das ist es, was die Wahl des Hauptpreisträgers so schwierig macht. Zudem ist die Anzahl an relevanten Neuerscheinungen pro Jahrgang unüberschaubar angestiegen. Wer die Preisvergabe des SdJ also ernsthaft kritisieren will, sollte es zumindest versuchen, sich ernsthaft in die Situation eines Entscheidungsträgers zu begeben und das infrage kommende Neuheiten-Volumen möglichst erschöpfend in verschiedensten Besetzungen unter die Lupe zu nehmen.

Abschließend stimme ich dir allerdings darin zu, dass es schon sinnvollere Preisträger für das "Spiel des Jahres" gegeben hätte. Daran besteht kein Zweifel!

> dabei sind spiele rausgekommen, die
> schnell erklärt und auch für nichtspieler ihren reiz haben
> [b](könnten)[/b] und auch als "familienspiele" durchgehen.

Diese Äußerung entzieht deiner Kritik jegliche Bodenhaftung.
Ein "Spiel des Jahres" [b]muss[/b] einen solchen Reiz für Nichtspieler offenbaren und es [b]ist[/b] in jedem Fall ein "Familienspiel"! Sonst ist es kein Spiel des Jahres. ;-)

> aber die jury hat ja letztes jahr schon reagiert und z. b.
> für caylus einen sonderpreis vergeben. auch für
> geschicklichkeitsspiele wäre dieser preis sinnvoller als wie
> bei villa palletti "SdJ"

20 Sonderpreise sind keine Lösung. Die meisten (unwissenden) Kunden sind selbstverständlich der Ansicht, es gäbe jedes Jahr genau [b]ein[/b] Spiel des Jahres (was auch der Verantwortung - wenn nicht gar der Ver[b]pflicht[/b]ung des Preises entspricht). Entsprechend wenig (marktwirtschaftliche) Relevanz haben die verschiedenen Sonderpreise, die die Jury eher als gut gemeinte Trostpflaster vergibt. Gegen ein Geschicklichkeitsspiel als Spiel des Jahres spricht in meinen Augen wenig, gegen "Villa Palletti" als Hauptpreisträger hingegen eine ganze Menge.

> ein würdiger allgemeiner preisträger wäre m.e. das ver-rückte
> labyrinth oder kuhhandel. bin mal gespannt, was die jury
> diesmal hervorbringt.

Ersteres ist ein Kinderspiel, das fürs Spiel des Jahres leider zu kindlich gestaltet wurde. Das liegt allerdings an den Ravensburgern, die das Design natürlich bewusst gewählt haben. "Das verrückte Labyrinth" wäre im Übrigen tatsächlich ein preiswürdiges Spiel gewesen und ist wohl das erfolgreichste Ravensburger Spiel der vergangenen zwanzig Jahre. Kuhhandel ist zwar sehr schön, aber ein Kartenspiel und damit leider fürs SdJ untauglich. (Ein Kartenspiel wird wohl leider niemals Spiel des Jahres werden!)

Deine Liste kommentiere ich gerne noch einmal unabhängig von diesem Beitrag.

Spielerische Grüße
sendet Mirko (der einen eigenen Mini-Spielepreis im BGG nicht ausschließen möchte)

http://www.ludosophicus.de/

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Thomas O.

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Thomas O. » 3. Januar 2007, 13:32

Hallo Heino,

heino schrieb:

> ausgehend von der vorgabe, dass das "spiel des jahres" kein
> freakpreis ist/sein soll, hab ich mal die listen der
> jahrgänge korrigiert.

Diese Vorgabe ist sattsam bekannt (auch und gerade der Jury), von daher bedarf es "ausgehend von der vorgabe,..." ganz bestimmt keiner Korrektur. Ich weiß aber, was du meinst, und eine eigene "Spiel-des-Jahres"-Liste mit den ganz persönlichen Favoriten aufzustellen, hat sicherlich seinen Reiz. Allerdings wäre meine Liste mit der "echten" Liste in vielen Jahren deckungsgleich.

> einige spiele halte ich für die anvisierte zielgruppe schon
> wieder für zu komplex, z. b. dampfross, die siedler, tikal,
> habe sie aber mangels alternativen trotzdem aufgeführt.

Wäre SvC nicht SdJ geworden, wäre ein Großteil des Booms im Brettspielbereich in den letzten 11 Jahren der Branche und den Spieler verwehrt geblieben... Andersrum: Ich denke, dass das SdJ 1995 einen großen (positiven) Effekt auf unser Hobby hatte.

> aber die jury hat ja letztes jahr schon reagiert und z. b.
> für caylus einen sonderpreis vergeben. auch für
> geschicklichkeitsspiele wäre dieser preis sinnvoller als wie
> bei villa palletti "SdJ"

Ich glaube, Sonderpreise sind nur sinnvoll, wenn sich wirklich gerade ein bestimmtes Spiel für einen solchen anbietet, und die Jury es nicht verantworten kann, ein hervorragendes Werk mit dem Haupttitel zu würdigen, z.B. weil es dafür zu komplex ist. Ein Paradebeispiel für die Zukunft stellt in meinen Augen "Die Säulen der Erde" dar, das für "Literatur im Spiel" einen Sonderpreis verdient hat, ich aber für das SdJ regel- und spielablauftechnisch für zu komplex halte.

Gruß Thomas

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heino

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon heino » 3. Januar 2007, 13:42

peer schrieb:
>
> Hi,
> 1992 - wäre das Tabu gewesen?

hatte ich erst auch so stehen, laut regel aber erst ab 12 j. spielbar...


> Interessant, dass du mit "Hase & Igel" eines der
> erfolgreichsten SdJs rausgeschmissen hast :-)


regeltechnisch erscheint mir es für normalspielerInnen zu kompliziert.

cartagena hätte da in meinem augen bessere chancen.

grüsse
heino

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heino

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon heino » 3. Januar 2007, 13:57

JML | ludosophicus schrieb:
>
> Abschließend stimme ich dir allerdings darin zu, dass es
> schon sinnvollere Preisträger für das "Spiel des Jahres"
> gegeben hätte. Daran besteht kein Zweifel!


genau darum ging es mir bei meiner aufstellung, es sind keineswegs meine persönlichen favotiten.
>
> > dabei sind spiele rausgekommen, die
> > schnell erklärt und auch für nichtspieler ihren reiz haben
> > [b](könnten)[/b] und auch als "familienspiele" durchgehen.
>
> Diese Äußerung entzieht deiner Kritik jegliche Bodenhaftung.
> Ein "Spiel des Jahres" [b]muss[/b] einen solchen Reiz für
> Nichtspieler offenbaren und es [b]ist[/b] in jedem Fall ein
> "Familienspiel"! Sonst ist es kein Spiel des Jahres. ;-)

eben drum, el grande ist ein hervorragendes tasktikspiel, aber nie ein familienspiel.

> Gegen ein Geschicklichkeitsspiel als
> Spiel des Jahres spricht in meinen Augen wenig, gegen "Villa
> Palletti" als Hauptpreisträger hingegen eine ganze Menge.

vila palletti grenz von vornherein eine ganz bestimmte gruppe aus: die der grobmotoriker bzw. motorsch behinderten. das ist keine basis für den hauptpreis.


>Kuhhandel ist zwar sehr schön, aber ein Kartenspiel
> und damit leider fürs SdJ untauglich. (Ein Kartenspiel wird
> wohl leider niemals Spiel des Jahres werden!)

wetten das!!!

wie gesagt, es geht mir hier um denkanstössse.

grüsse
heino

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heino

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon heino » 3. Januar 2007, 14:06


> Ich glaube, Sonderpreise sind nur sinnvoll, wenn sich
> wirklich gerade ein bestimmtes Spiel für einen solchen
> anbietet, und die Jury es nicht verantworten kann, ein
> hervorragendes Werk mit dem Haupttitel zu würdigen, z.B. weil
> es dafür zu komplex ist. Ein Paradebeispiel für die Zukunft
> stellt in meinen Augen "Die Säulen der Erde" dar, das für
> "Literatur im Spiel" einen Sonderpreis verdient hat, ich aber
> für das SdJ regel- und spielablauftechnisch für zu komplex
> halte.

hi thomas,

ich stimme dir zu.

naheliegender wäre eine vorgehensweise wie beim österreichischen spielepreis.

obwohl deren entscheidungen auch oft kopfschütteln bei mir auslöst.

die jury sdj sieht sich ja selber in einer zwickmühle: mit jambo auf der liste...

da sehe ich handlungsbedarf.

grüsse
heino

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Jonas Hoffmann

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Jonas Hoffmann » 3. Januar 2007, 14:13

Thomas O. schrieb:
>
> Wäre SvC nicht SdJ geworden, wäre ein Großteil des Booms im
> Brettspielbereich in den letzten 11 Jahren der Branche und
> den Spieler verwehrt geblieben... Andersrum: Ich denke, dass
> das SdJ 1995 einen großen (positiven) Effekt auf unser Hobby
> hatte.
>

Hierzu vollste Zustimmung.

aber ....

> Ich glaube, Sonderpreise sind nur sinnvoll, wenn sich
> wirklich gerade ein bestimmtes Spiel für einen solchen
> anbietet, und die Jury es nicht verantworten kann, ein
> hervorragendes Werk mit dem Haupttitel zu würdigen, z.B. weil
> es dafür zu komplex ist. Ein Paradebeispiel für die Zukunft
> stellt in meinen Augen "Die Säulen der Erde" dar, das für
> "Literatur im Spiel" einen Sonderpreis verdient hat, ich aber
> für das SdJ regel- und spielablauftechnisch für zu komplex
> halte.
>
> Gruß Thomas

...diesen Absatz kann ich immer und immer wieder nicht nachvollziehen. Immer die Komplexität vorschieben. Ich kenne SdE leider "noch" nicht (Habs zwar schon gesehen aber noch nicht selbst gespielt), aber ich spiele sehr gerne Caylus und ich verstehe nicht wieso dieses Spiel als "zu komplex" beschrieben wird. Zugegeben die Anleitung ist lang, man muss sich einiges mehr an Zeit nehmen als bei Thurn und Taxis (Dessen Anleitung bei weitem nicht so gut ist und IMHO mehr Fragen aufwirft als die von Caylus!). Trotzdem ist das Spiel nicht wesendlich "komplexer" wenn es gespielt wird. Der Spielablauf gestaltet sich absolut logisch, durch die Icons überall hat man immer den Überblick, was auch "Wenigspieler" immerhalb von einigen Spielrunden begeistert. Ganz im Gegensatz zu Thurn und Taxis, wo sich nach wenigen Spielrunden ein Gefühl der Leere einstellt weil keinerlei Interaktion vorhanden ist und man nur dem Spieler (Oft die Position Nr. 1) hinterherhechelt der den Wagner und den Postmeister geschickt einsetzt und dazu das nötige Kartenglück hat.

Ich kann diese Komplexitätsgeschichte einfach nicht verstehen, was ist an Caylus komplex? Dass man sich als Spieler gezielt Gedanken über seine Spielzüge machen kann? Mich beschleicht eher das Gefühl, dass es viele Leute als komplex ansehen weil die Anleitung so lang ist, diese Anleitung fällt aber weg wenn ein Spieler am Tisch sitzt der die Regeln im Kopf hat und dann wird das Spiel direkt zu einer fesselnden Angelegenheit.

meine subjektiven 2ct zu diesem Thema, in der Hoffnung das der "Mut zur Komplexität" wieder steigt beim SdJ.

Jonas

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peer

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon peer » 3. Januar 2007, 14:14

Hi,
heino schrieb:
>> > Interessant, dass du mit "Hase & Igel" eines der
> > erfolgreichsten SdJs rausgeschmissen hast :-)
>
>
> regeltechnisch erscheint mir es für normalspielerInnen zu
> kompliziert.
>
> cartagena hätte da in meinem augen bessere chancen.

Naja, aber dass es so erfolgreich ist, sollte eigentlich ein Zeichen sein, dass es nicht zu kompliziert ist. Ich glaube auch nicht dass es viel komplizierter ist als Alaska. (Beide Spiele haben wir damals sehr oft gespielt)
ciao
peer

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peer

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon peer » 3. Januar 2007, 14:17

Hi,
heino schrieb:
Menge.
>
> vila palletti grenz von vornherein eine ganz bestimmte gruppe
> aus: die der grobmotoriker bzw. motorsch behinderten. das ist
> keine basis für den hauptpreis.

Naja, die meisten SdJs können nicht von Blinden gespielt werden. Das sollte kein Kriterium sein.
Dass es Leute gibt, die solche Spiele nicht spielen können ist irrelevant. Es gibt für jedes Spiel Leute, die nicht gut sind bzw. diese nicht spielen können: Farbenblinde, Analphabeten...

ciao
peer

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Christian Hildenbrand

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Christian Hildenbrand » 3. Januar 2007, 14:23

heino schrieb:
>
> peer schrieb:
> >
> > Hi,
> > 1992 - wäre das Tabu gewesen?
>
> hatte ich erst auch so stehen, laut regel aber erst ab 12 j.
> spielbar...


Dann musst Du Dein 2006er Spiel aber auch rauswerfen... ;-)

Christian (ist fast durchaus zufrieden mit den bisherigen Entscheidungen der Jury)

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Hendrik

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Hendrik » 3. Januar 2007, 14:32

Jonas Hoffmann schrieb:
>
> meine subjektiven 2ct zu diesem Thema, in der Hoffnung das
> der "Mut zur Komplexität" wieder steigt beim SdJ.


Volle Zustimmung, aber leider gibt es genügend Zeitgenossen, welche El Grande und Tikal bereits als familienfeindlich (da zu schwierig?) bezeichnen. Dagegen scheint kein Kraut gewachsen zu sein.

Cheers Hendrik

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Christian Hildenbrand

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Christian Hildenbrand » 3. Januar 2007, 14:35

Jonas Hoffmann schrieb:

> Ich kann diese Komplexitätsgeschichte einfach nicht
> verstehen, was ist an Caylus komplex? Dass man sich als
> Spieler gezielt Gedanken über seine Spielzüge machen kann?
> Mich beschleicht eher das Gefühl, dass es viele Leute als
> komplex ansehen weil die Anleitung so lang ist, diese
> Anleitung fällt aber weg wenn ein Spieler am Tisch sitzt der
> die Regeln im Kopf hat und dann wird das Spiel direkt zu
> einer fesselnden Angelegenheit.

Mal ganz einfach erklärt und möglicherweise mit auf einen von einigen Punkten gebracht:

Das Spiel des Jahres wird an Weihnachten wie blöd verschenkt - zu recht, denn es soll ein Familienspiel mit schnellem Einstieg sein. Nun sitzt die Familie abends an Weihnachten oder am Tag drauf da und will das neue Spiel auch spielen. Und das muss "funktionieren" ... und zwar ohne eine stundenlange Vorbereitung, bis endlich der erste Zug gemacht werden kann. Ich sag mal: alles was über eine halbe Stunde Vorbereitung beim ersten Spiel rausgeht, ist zu viel. Denn dann besteht die Gefahr, dass das Spiel unbespielt wieder zurück ins Regal / in den Schrank wandert.
Und wichtig: wir gehen hier von der Gruppe an Spielern aus, die 4-5 Mal im Jahr spielen ... und nicht die, bei denen eine Spielregel eine schnelle Klolektüre darstellt, um den nächsten Spieleabend komplett vorzubereiten. Und: die normale Familie kommt in dieser Situation zu 99,5 % nicht auf die Idee, sich vorher irgendwelche Kurzspielregeln aus dem Internet zu ziehen ... auch wenn das für viele hier in diesem Forum fast selbstverständlich ist, dass "man" das doch so machen kann / sollte.

Caylus gehört zu den Spielen, die einfach zu spielen sind, wenn man einmal die Regeln intus hat. Gleiches gilt für Himalaya, Raja, Puerto Rico und Co. Aber als Träger des Hauptpreises, der nun mal in der Vorweihnachtzeit so vermehrt in die Einkaufstaschen wandert, sind sie in meinen Augen aufgrund der Vorleistungen, die von den (Gelegenheits-)Spielern erbracht werden muss, nicht geeignet. Erfahrenere Regelleser haben aber sicherlich ihre Freude an den Spielen.

"Komplex", "kompliziert" und ähnliche Ausdrücke sind nicht einfach anzuwenden im Spielebereich. Aber der "Sonderpreis Komplexes Spiel" hat hoffentlich dafür gesorgt, dass das ein oder andere Caylus nicht versehentlich da gelandet ist, wo es nur Frust bewirken könnte, weil es einfach eine Spur zu schwierig ist im Einstieg. Und bei den erfahrenen Spielern ist es dadurch vielleicht in einen Focus gerückt, so dass es da für viele schöne Spielmomente gesorgt hat.

Unkomplexe Grüße,

Christian (sieht dadurch auch im aktuellen Jahrgang Spiele, die es schwer haben können, nach diesen Aspekten auf dem Thron des SdJ zu landen)

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Christian Hildenbrand

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Christian Hildenbrand » 3. Januar 2007, 14:36

Und wieder einmal zeigt sich, dass die Spieler, die sich hier in diesem Forum herumtreiben, nicht die primäre Zielgruppe des SdJ sind ...

Christian

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Thomas O.

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Thomas O. » 3. Januar 2007, 14:37

Hallo Jonas,

Jonas Hoffmann schrieb:
>
> Ich kann diese Komplexitätsgeschichte einfach nicht
> verstehen, was ist an Caylus komplex? Dass man sich als
> Spieler gezielt Gedanken über seine Spielzüge machen kann?
> Mich beschleicht eher das Gefühl, dass es viele Leute als
> komplex ansehen weil die Anleitung so lang ist, diese
> Anleitung fällt aber weg wenn ein Spieler am Tisch sitzt der
> die Regeln im Kopf hat und dann wird das Spiel direkt zu
> einer fesselnden Angelegenheit.

Man muss bei dieser Diskussion unterscheiden: Finde ICH das Spiel (i.d.F Caylus) zu komplex, verstehe ICH die Regeln, oder ist es geeignet, die Zielgruppe "Familien und Gelegenheitsspieler" in der Form anzusprechen, dass sie nach dem "Konsum" eines SdJ Lust am Gesellschaftsspiel entwickeln und sich zukünftig intensiver diesem Hobby widmen? Für eine Wahl zum SdJ ist die zweite Frage viel wichtiger. Für mich ist Caylus auch keineswegs zu komplex, und für dich auch nicht, aber darum geht es nicht. Nimm ein Beispiel aus diesem Jahrtausend: Welches SdJ hatte den größten Erfolg auf dem Markt und konnte den größten Bekanntheitsgrad auch bei Wenigspielern erzielen? Ohne es wissen, tippe ich auf Carcassonne. Und wenn es so sein sollte, würde ich vermuten, dass es am genial simplen Spielprinzip, dem absolut familientauglichen Regelumfang und der "Immer-mal-wieder-Zwischendurch-Spielbarkeit" auf Grund der überschaubaren Spieldauer liegt. So klasse Caylus auch sein mag, diese Kriterien sehe ich einerseits bei Caylus nicht als erfüllt, andererseits aber bei einem SdJ als notwendig an.

Und wenn du das Thema "Regellänge" ansprichst: Auch die Regel gehört zum Gesamtprodukt "Spiel" und kann mit über Erfolg oder Misserfolg entscheiden. Und ja, bei Caylus erschwert sie den Zugang zum Spiel durch eher ungeübte Spieler. Gerade bei Familien ist es doch meist so, dass man niemanden hat, der einem die Regeln erklärt, sondern dass einer sie sich selbst erarbeiten muss. Und da stellt Caylus selbst den einen oder anderen engagierten Familienpapi vor eine gewisse Hürde... ;-)

> meine subjektiven 2ct zu diesem Thema, in der Hoffnung das
> der "Mut zur Komplexität" wieder steigt beim SdJ.

Warum? Und was hättest du davon? Man muss den heutigen Zeitgeist, der in vielen Familien herrscht (wenig Zeit für gemeinsame Aktivitäten, viel mediale Ablenkung etc.) so nehmen wie er ist und der Zielgruppe ein geeignetes Produkt zur Verfügung stellen. Ob Caylus das wäre? Nee, nee... Ein zweites Carcassonne mit ähnlicher Breitenwirkung tät´ ich mir da schon eher wünschen ;-)

(auch nur meine 2 ct)

Gruß Thomas

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Marc Noelkenbockhoff
Kennerspieler
Beiträge: 283

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Marc Noelkenbockhoff » 3. Januar 2007, 14:41

Genau richtig.

El Grande ist für mich auch so ein Beispiel.
Es wird auch immer als zu komplex dargestellt.
Aus meiner Sicht ist das nun wirklich nicht so schwer zu erlernen.
Das war eines meiner ersten Spiele, als ich mein Hobby entdeckt habe.
Da hatte ich noch nicht viel Ahnung von Spielen, aber das Spiel stellte mich nicht vor unlösbare Probleme.

Gruß

Marc

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Thomas O.

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Thomas O. » 3. Januar 2007, 14:42

Christian, was soll ich sagen? Da hast du mir 2 Minuten vor meiner Antwort die Worte derart von der Tastatur geklaut, dass ich das nächste Mal eine Diebstahlsicherung einbauen muss ;-)

Gruß Thomas

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Marc Nölkenbockhoff

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Marc Nölkenbockhoff » 3. Januar 2007, 14:43

Meine Meinung bezog sich auf die Antwort von Jonas.
Bin wohl irgendwie verrutscht :-)

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heino

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon heino » 3. Januar 2007, 14:47

peer schrieb:

> Naja, die meisten SdJs können nicht von Blinden gespielt
> werden. Das sollte kein Kriterium sein.
> Dass es Leute gibt, die solche Spiele nicht spielen können
> ist irrelevant. Es gibt für jedes Spiel Leute, die nicht gut
> sind bzw. diese nicht spielen können: Farbenblinde,
> Analphabeten...

einspruch peer ;-)

ich seh es differenzierter.

ein blinder z. b. kann sich assistieren lassen, ein gehörloser die sprache übersetzen lassen. bei einem geschicklichkeitsspiel geht das nicht.

habe aber trotzdem das spiel zu weihnachten verschenkt. bin also gar nicht so normalo-feindlich hihi

aber ich denke schon, dass bei einem sdj an sowas gedacht werden sollte.

ein 100% barrierefreiesn spiel kann es nicht geben, aber ein optimum dessen was möglich ist, und da wäre rot-grün das erste, was jeder vcerlag ohne grossem aufwand angehen könnte.

grüsse
heiino

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Jonas Hoffmann

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Jonas Hoffmann » 3. Januar 2007, 15:00

Christian Hildenbrand schrieb:
>
> Und wieder einmal zeigt sich, dass die Spieler, die sich hier
> in diesem Forum herumtreiben, nicht die primäre Zielgruppe
> des SdJ sind ...
>
> Christian

Das kann man so nicht sagen, ich finde zB. Zug um Zug, in der Europaversion allerdings, ein klasse Spiel. Und ich bin ein Fan von Heimlich & Co sowie Scotland Yard seit 20 Jahren. Auch Metro, was Heino in seine Liste hat *Daumen hoch* spiel ich super gerne. Das sind alles keine Spiele die besondern kompliziert sind, sie haben aber einfach ihren Reiz, ihren eigenen Charme oder einfach einen interessanten Spielmechanismus.

Ich bin halt der Meinung dass man gute Spiele auszeichnen sollte wenn sie vorhanden sind, wie Caylus und wie wohl jetzt im nächsten Jahr Die Säulen der Erde. Und dabei auch über den eigenen Schatten springen, wie zB. 1995 bei den Siedlern! Denn auch auf dieser Seite hier verlinkt man mit dem Titel "Die besten Spiele" und dazu gehört Thurn&Taxis IMHO nicht, aber das sind wieder meine 2ct ;)

Jonas

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heino

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon heino » 3. Januar 2007, 15:00

Christian Hildenbran

d schrieb:
>
> Und wieder einmal zeigt sich, dass die Spieler, die sich hier
> in diesem Forum herumtreiben, nicht die primäre Zielgruppe
> des SdJ sind ...

wie klug du bist ;-)

wir spieler brauchen keine preise, wir haben dieses forum, luding und co.

beim spiel des jahres gehts darum, die leute für mehr als malefiz, monopoly und mädn zu begeistern.

die meisten nicht bzw. wrenigspieler yschrecken eben vor langen regeln zurück.

Einstiegshürde ist das stichwort.

wer das ignoriert, schreibt am thema vorbei, logo.

grüsse
heino

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Jonas Hoffmann

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Jonas Hoffmann » 3. Januar 2007, 15:10

Thomas O. schrieb:
>
> Hallo Jonas,
>
> Jonas Hoffmann schrieb:
> >

> > meine subjektiven 2ct zu diesem Thema, in der Hoffnung das
> > der "Mut zur Komplexität" wieder steigt beim SdJ.
>
> Warum? Und was hättest du davon? Man muss den heutigen
> Zeitgeist, der in vielen Familien herrscht (wenig Zeit für
> gemeinsame Aktivitäten, viel mediale Ablenkung etc.) so
> nehmen wie er ist und der Zielgruppe ein geeignetes Produkt
> zur Verfügung stellen.

nicht dein Ernst, oder?

Ich denke Gesellschaftsspiele sollte genau gegenüber diesen Dingen Position beziehen und den medialen Ablenkungen Zeit "wegnehmen" und die Familie wieder zusammenführen. Ansonsten könnte man gleich hingehen und Yazee bzw. Kniffel als SdJ küren, denn diese Spiele "passen dazwischen", in die Werbebreaks wo die Familie sich noch miteinender unterhält.

Auf der anderen Seite sind da aber auch die medialen Dinge wie "World of Warcraft" etc.. Daran sieht man doch, das durchaus der Wille da ist "komplex" zu spielen, nur eben am Computer, diese Leute kann man sicherlich auch ans Spielbrett bewegen, aber nicht mit trivialen Spielen.

Jonas

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Christian Hildenbrand

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Christian Hildenbrand » 3. Januar 2007, 15:35

Hallo Jonas,

"Zug um Zug Europa" ist nicht "Zug um Zug" und ich würde die Behauptung aufstellen, die Europavariante hätte nicht die Chancen des "Originals" gehabt beim Rennen um das SdJ. Und Du sagst selbst, Du bevorzugst die Europa-Version. ;-)

Und ich habe nicht gesagt, dass Du und die anderen hier die SdJ-Preisträger nicht unter ihren Spielefavoriten haben (dürfen / sollen) - es geht um den anderen Weg: den von der Jury mit ihrer Entscheidung zu den Gelegenheitsspielern, die sich an der Auszeichnung orientieren.

Es gibt jedes Jahr mehrere Kandidaten, die ausgezeichnet werden könnten. Die Jury muss eine Wahl treffen, und mit einer Wahl kann man niemals alle Meinungen unter einen Hut bringen. Ich habe selbst oft das ein oder andere Spiel gehabt, das ich lieber "oben" gesehen hätte ... aber das heißt nicht, dass trotz Verfehlens meiner Meinung die Wahl der Jury schlecht oder gar falsch gewesen sei. Doch das ist eine Diskussion, die hier jedes Jahr von neuem aufkommt: einmal nach Essen, wenn die ersten das Spiel des Jahres schon zu wissen glauben, dann wenn Nürnberg vorbei ist udn alle auf die ominöse Liste spekulieren, dann wenn die Liste da ist und schließlich wenn die Entscheidung (in Augen vieler natürlich falsch) gefallen ist. :-D

Ich spiele selbst gerne einige der SdJ, so war bei mir in der letzten Zeit Rummikub, Siedler, Carcassonne, Zug um Zug, Alhambra, Thurn und Taxis, Bluff und Cafe International auf dem Tisch. Doch auch Elfenland, Auf Achse, Hase & Igel und Torres spiele ich durchaus gerne - wenn ich nur die Zeit dazu hätte.

Geschmack ist etwas, worüber sich (zum Glück) immer streiten lässt. Und ich werde niemandem absprechen, einen anderen Geschmack zu haben als ich das habe. Es würde in der Spielewelt ja keinen Spaß machen, wenn alle immer nur das gleiche spielen wollen, denn dann würde die in Deutschland einmalige Vielfalt in den Spieleregalen schnell kleiner werden.
Bei der Auszeichnung "Spiel des Jahres" hängt nun mal aber (leider) mehr dran als nur der Spielegeschmack. Diese Auszeichnung hat eine wichtige Bedeutung als Förderer des Kulturgutes "Spiel". Und damit muss es diejenigen erreichen, die nicht sowieso schon permanent spielen, sondern auch denen das Thema näher bringen können, die noch nicht den Einblick haben in die vielen Vorteile, die gemeinsames Spielen haben kann. ;-)

An dieser Stelle verweise ich gerne (mal wieder) auf ein Posting, das ich vor langer Zeitmal verfasst habe zu dem Thema:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=114760&t=114741

Neutrale Grüße,

Christian (will doch nur spie-hi-hi-hi-hieln ... und tut doch nichts)

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JML | ludosophicus

Re: Deine Liste

Beitragvon JML | ludosophicus » 3. Januar 2007, 16:04

Hallo zum Zweiten,

>
> Hier meine liste
>
> 1979 Alaska
> 1980 Rummikub
> 1981 Can't Stop
> 1982 Sagaland
> 1983 Scotland Yard
> 1984 Dampfross
> 1985 Kuhhandel
> 1986 Das ver-rückte Labyrinth
> 1987 Der fliegende Teppich
> 1988 Hol's der Geier
> 1989 Cafè International
> 1990 Die heisse Schlacht am kalten Bufet
> 1991 Razzia
> 1993 Bluff
> 1994 6 nimmt

Bis hier betrachte ich deine Liste mal als verjährt, nehmen wir das maximale Einstiegsalter "12 Jahre" mal als obligatorisches Attribut eines SdJ an. Damit beginnt die heute relevante SdJ-Zeitrechnung aktuell mit dem Jahr 1995.

Meinen jeweiligen SdJ-Favoriten habe ich jeweils [b]fett[/b] hervorgehoben.

> 1995 [b]Die Siedler von Catan[/b]

Hier gab es (zum Glück!) keine vernünftige Wahlalternative, wie uns die Vergangenheit und Gegenwart der Siedler bestätigt. Auch wenn etwa "Linie1", "Maulwurf Company" oder "Buzzle" annehmbare Preisträger gewesen wären.

In welchem Jahr erschien eigentlich [b]Billabong[/b], das ebenfalls ein prima SdJ gewesen wäre? 1995 oder 1996?

> 1996 Top Race

Das sehe ich nicht ganz so. Außer "[b]Entdecker[/b]", "Carabande" und "MarraCash" gab es (imho) in diesem Jahr keine wirklich sinnvollen Alternativen. Auch wenn die Jury mit "El Grande" letztlich das "beste" Spiel des Jahrgangs ausgezeichnet hat. Nicht zu vergessen ist natürlich auch "Mü & Mehr" (das zweite preiswürdige Spiel nach "6 nimmt!") welches als Eigenverlagsspiel leider keine Chance hatte.

> 1997 [b]Expedition[/b]

Da stimme ich dir zu. Außerdem preiswürdig wären auch "Bohnanza", "Showmanager" und "Löwenherz" gewesen.

> 1998 Elfenland

Gute Preisträger wären [b]"Durch die Wüste"[/b], "Basari", "Canyon" und "Caesar & Cleopatra" gewesen. [Ein Hammerjahrgang (aus Vielspielersicht), wie ich immer noch finde. Man bedenke alleine die HiG-Neuheiten in Essen'97: "Euphrat & Tigris" und "Die Macher"]

> 1999 Tikal

In diesem Jahr gab es viel Auswahl: angefangen beim hervorragenden [b]"Union Pacific"[/b] über "Giganten", "Big City" und "Andromeda" bis zu "Rheinländer".

> 2000 Metro

Ja, sehe ich fast genauso. Allerdings gab es mal wieder ein klasse Kartenspiel: [b]"Ohne Furcht und Adel"[/b]. Außerdem: "Kardinal & König" und "Carolus Magnus" sowie (abgeschlagen) "Zoff im Zoo".

> 2001 [b]Carcassonne[/b]

Nach den Siedlern der zweite Titel, bei dem man nichts falsch machen konnte. Am Ende vielleicht sogar noch erfolgreicher... (warten wir mal noch 5-10 Jahre ab)
Außerdem: "Medina", "Capitol", "Das Amulett" und "Cartagena"

> 2002 Trans America

OK, das sollte an sich eindeutig sein, auch wenn ich das Spiel persönlich nicht mehr besonders mag. Deswegen heißt mein Kandidat auch [b]"Blokus"[/b], gefolgt von "Alles im Eimer", "Dschunke" und "Atlantic Star".

> 2003 Alhambra

Nö, das finde ich überhaupt nicht. Ist in meinen Spielerunden nie überragend angekommen, da es einen recht langweiligen Solitär-Touch hat. Stattdessen: [b]"Rumis"[/b], dahinter "Paris Paris", "Clans" und "Coloretto"

> 2004 Zug um Zug

In meinen Augen ein großer Fehler. Die erheblich bessere Qualität der Europa-Version gibt dieser Kritik in meinen Augen recht. Der Preisträger hätte [b]"Einfach Genial"[/b] heißen müssen. Ein Spiel, das den Preis nicht einmal benötigt, um trotzdem zum Bestseller und wahrscheinlich Klassiker zu avancieren. Der Name war wohl unklug gewählt, wirkte er doch zu Unrecht etwas überheblich. Andere vergleichbare Kandidaten gab es in meinen Augen (und in denen der Käufer) nicht, auch wenn aus Vielspielersicht viele Spieleperlen zu nennen wären.

> 2005 Tanz der Hornochsen

Nette Idee, aber hier sehe ich [b]Ubongo[/b] knapp vor "Verflixxt!" vor "In 80 Tagen um die Welt" vor "Jambo" und natürlich "Geschenkt...". Die Käufer übrigens mal wieder auch. ;-) Nur "Niagara", das war leider ein wenig kurzsichtig: Eine tolle Idee gepaart mit einer witzigen Materialinnovation reicht noch nicht für ein gutes Spiel...

> 2006 Was'n das?

Nee! Wie war das mit SdJ und Familientauglichkeit? Leider nicht, leider!
Stattdessen: [b]"Packeis am Pol"[/b], wobei "Thurn und Taxis" ebenfalls eine hervorragende Wahl ist (und das ZuZ-Trauma ein bisschen wieder gut macht). Alternativ: "Just 4 Fun", "Hart an der Grenze", "Mesopotamien" oder "Aqua Romana".

Mit Blick auf die vergangenen Jahre fällt mir dazu eines auf: Kosmos scheint einige Gegner in der Jury zu haben. Wie sonst kann man so oft verdientermaßen nominiert aber nicht ausgezeichnet werden, wenn man [b]nicht[/b] Reiner Knizia heißt? Liegt das etwa am (doch noch relativ neuen) Exklusivvertrag?

Spielerische Grüße
sendet Mirko (der den "Ludo des Jahres" im Mai bekannt geben wird)

http://www.ludosophicus.de/

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Thomas O.

Re: Spiele des Jahres - Subjektive Einschätzung

Beitragvon Thomas O. » 3. Januar 2007, 16:07

Jonas Hoffmann schrieb:
>
> Thomas O. schrieb:
> >
> > Hallo Jonas,
> >
> > Jonas Hoffmann schrieb:
> > >
> > > meine subjektiven 2ct zu diesem Thema, in der Hoffnung das
> > > der "Mut zur Komplexität" wieder steigt beim SdJ.
> >
> > Warum? Und was hättest du davon? Man muss den heutigen
> > Zeitgeist, der in vielen Familien herrscht (wenig Zeit für
> > gemeinsame Aktivitäten, viel mediale Ablenkung etc.) so
> > nehmen wie er ist und der Zielgruppe ein geeignetes Produkt
> > zur Verfügung stellen.
>
> nicht dein Ernst, oder?

Aber mein vollster :-) , das Problem ist nur, dass du mich nicht verstanden hast. Wenn du eine Gesellschaft (oder Teile davon), die so strukturiert ist, dass anderen Dingen mehr Zeit eingeräumt wird als ein gemeinsames Gesellschaftsspiel, für das Thema "Spiel" begeistern willst, dann musst du ihr etwas bieten, was sie auch annimmt. Und wenn es zu Beginn ein leicht verdauliches, aber fesselndes Häppchen ist, dann entwickelt sich vielleicht daraus Etwas, und später werden auch gerne größere Brocken konsumiert. Aber wenn du mit etwas kommst, was schon von vornherein auf Ablehnung stößt, dann hast du keine Chance, dass angebissen wird. Glaub mir, ich habe Sätze wie "Die Regeln hören sich zu kompliziert an" oder "Wenn überhaupt, dann will ich was Einfaches spielen" schon mehr als genug gehört. Versteh mich nicht falsch: Ich halte diese Einstellung für bedauernswert, aber sie gibt es. Auch ich würde mich freuen, wenn mein privates Umfeld offener für komplexere Spiele wäre, aber das kann ich nur erreichen, wenn ich es zunächst mit "Einstiegsdrogen" probiere.

> Ich denke Gesellschaftsspiele sollte genau gegenüber diesen
> Dingen Position beziehen und den medialen Ablenkungen Zeit
> "wegnehmen" und die Familie wieder zusammenführen.

Ganz klar, das ist das Ziel, und zwar je mehr Zeit, desto besser :-) Aber wenn du genau da ansetzt, und ein "Caylus" verschenkst, würdest du zwar im besten Fall 3 Stunden Glotze "wegnehmen", aber in der Realität meist nur 5 Minuten, weil nämlich nach Betrachten der Spielregel der Ruf nach der Fernbedienung wieder laut würde...

Wir sprechen über das SdJ, nicht über Spiele im Allgemeinen. Und ich glaube nicht, dass ein SdJ "Position beziehen" muss (wie du schreibst), sondern seinen Zweck darin sieht, den Blick der wenigspielenden Bevölkerung auf das Gesellschaftsspiel zu richten.

> Auf der anderen Seite sind da aber auch die medialen Dinge
> wie "World of Warcraft" etc.. Daran sieht man doch, das
> durchaus der Wille da ist "komplex" zu spielen, nur eben am
> Computer, diese Leute kann man sicherlich auch ans Spielbrett
> bewegen, aber nicht mit trivialen Spielen.

Ich weiß nicht, ob die WOW-Spieler zur Kernzielgruppe des SdJ gehören...

Gruß Thomas


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