Beitragvon JML | ludosophicus » 7. Januar 2007, 15:12
Hallo Andreas,
>
> Ich frage mich gerade, wie stark sich die Endabrechnung von
> Hermagor oder Il Principe von Schlusswertungen wie bei den
> Baumeistern von Arkadia unterschiedet? Zum Schluss gibt es
> nochmal Punkte - ist doch okay.
>
> Ich für meinen Teil kann da nichts "unrundes" an den beiden
> Spielen entdecken.
Das ist doch gut, so soll es ja auch sein!
Mir geht es da persönlich eben ein bisschen anders: Man könnte vermutlich jedes Spiel verbessern, indem man alle möglichen Spielelemente bei Abschluss des Spiels zusätzlich gewichtet, um den Sieger zu ermitteln. Das sollte aber nicht unbedingt erforderlich sein und schränkt die jeweilige Zielgruppe eines solchen Spiels in der Regel auch erheblich ein.
Eine solche Abschlusswertung finde ich gut, wenn sie von vornherein das Ziel der Spieler ist. Kommen aber noch x Elemente dazu, die im Verlaufe des Spiels zu diversen Zusatzwertungen führen, ist mir das einfach zu viel. Ich mag Komplexität, allerdings am Liebsten dann, wenn sie zusammen mit relativ einfachen Strukturen oder Abläufen auftritt. Wenn ich bei einem Spiel nicht weiß, auf welches Ziel ich hin arbeiten soll, weil es davon so viele gibt, finde ich das nicht gut. Das verdirbt mir in der Regel auch alle spielinternen Spannungsbögen. Dies ist übrigens eine Kritik, die ich bei meinen Spieleabenden von vielen Mitspielern zu hören kriege (z.B. etwa zu "Euphrat & Tigris" oder auch zu "Goa") und selbst gar nicht immer teilen kann.
> Okay, "Arkadia" ist da vielleicht
> "direkter", weil alles auf ein großes Ziel hinausläuft. Und
> du machst im Endeffekt nichts anderes, als auf dieses eine
> Ziel hinzuarbeiten. Das ganze Spiel über.
Genau das ist es, was ich mit "direkter" meine. Bei "Die Baumeister von Arkadia" gab es in meinen Runden bisher auch noch keine Probleme mit spielinternen Unklarheiten, mangelnder Spannung oder Überforderung der (nicht in jedem Fall passionierten und spielerfahrenen) Mitspieler.
>
> Bei Hermagor sind nun alle Elemente so stark miteinader
> verwoben (noch stärker als schon bei Il Principe, wie ich
> finde), und die Strategie die man verfolgt ist so stark
> abhängig von den Schlusswertungen, dass ich für mich
> feststellen muß, dass hier ein Spiel vorliegt, bei dem man
> jederzeit alle Elemente beachten muss, da man sonst den
> Anschluß verliert und bei der Abrechung den Kürzeren zieht.
> Gerade das finde ich bei Hermagor und auch bei Il Principe
> total super!!!
Ist doch schön, das ein Spiel den Weg zu seiner Zielgruppe gefunden hat. :-)
>
> In meinen Augen muß man da auch keinesfalls ein Plädoyer an
> den Autor richten, wo seine Spiele (außer Fantasy Pub, dass
> m.E. nach etwas abfällt) in den letzten drei Jahren drei der
> besten Spiele des jeweiligen Jahres abgeliefert hat!!!
Okay, diese Bemerkung war vielleicht auch unnötig und zudem nicht so ernst gemeint, wie sie mancher hier offenbar begreift. Tut mir Leid, wenn das überheblich rübergekommen ist. Das war nicht meine Absicht!
Spielerische Grüße
sendet Mirko