Anzeige

Stonehenge unter "Aktuelle Meldungen"

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Christian Hildenbrand » 28. Januar 2007, 15:32

Jingo schrieb:

> Habe ich mich nicht klar ausgedrückt? Natürlich wurde es
> falsch angegangen.
>
> >
> > Ist es nicht eine sehr reizvolle Sache auch für die Spieler
> > zu sehen, was verschiedene Autoren mit dem gleichen
> > Grundmaterial machen ohne jegliche sonstige Vorgaben?
>
> Sicher kann das interessant sein. Aber JEDE Entwicklung zu
> veröffentlichen... Nö.


Ein Verlag würde sicherlich nicht eine Entwicklung herausbringen, von der er nicht glaubt, dass es gerechtfertit wäre, denn ansonsten wäre die redaktionelle Arbeit ziemlich für die Katz'.

Und ich kann Dir versichern, dass es durchaus Spiele gibt, bei denen Autoren aufgefordert wurden, aus vorgegebenem Material ein Spiel zu machen. Und es gibt Spiele, die mehr oder weniger aus Abfallprodukten entstanden sind, weil das Material sonst in den Müll geflogen wäre. Und es gibt Spiele bzw. Ergänzungen zu Spielen, bei denen mehrere Autoren mit vorhandenem Material was machen sollten, dass dann auch veröffentlicht wurde.

Ich akzeptiere Deine Ansicht, dass es in Deinen Augen falsch ist, so die Konzeptionierung eines Spieles anzugehen. Ich sehe das genau andersrum.

In dem Sinn nicht zu einem Konsens kommende Grüße,

Christian (findet, dass nicht alles immer so sein muss, wie es immer war und fragt sich zudem, woher Jinbgo sein Wissen nehmen will, dass Verlage nicht öfter so arbeiten...)

Benutzeravatar
peer

Re: Keine Vorverurteilung....

Beitragvon peer » 28. Januar 2007, 18:08

Hi,
Jingo schrieb:
>
> peer schrieb:
> >
> > Hi,
> > Herbert schrieb:
> > >
> > > ... aber eine Riesenportion Skepsis bringe ich einem
> solchen
> > > Werk entgegen. Das wäre doch ein Riesen-Zufall, wenn das
> > > vorgegebene Material einen Spieleautor nicht einengen
> würde.
> >
> > Weiß ich nicht. Wenn das Material gut gewählt ist, wird es
> > eher inspirieren. Manchmal gehe ich durchaus bei
> > Spieleentwicklungen vom Material aus - das kann durchaus
> > funktionieren
>
> Es geht ja nicht darum, daß man mit der Vorgabe unter keinen
> Umständen kein gutes Spiel entwickeln kann, sondern daß 5
> Leute beauftragt wurden und alle Spiele akzeptiert wurden.

Wie bei vielen Anthologien (in literarischer und musikalischer Form). Und die sind nicht alle Schrott, soweit ich weiss.

Außerdem schließt du aus "Jedes Spiel wurde akzeptiert" zu "Keine redaktionelle Bearbeitung". Entweder weisst du da mehr als ich oder du unterschätzt die Arbeit einer Redaktion. Ich denke absoluter Schrott wurde gar nicht eingereicht und mittelmässiges bearbeitet. "Stonehenge" sollte bereits letztes Jahr erscheinen. Insofern gabs ausreichend Vorbereitungszeit.

Also warten wirs mal ab. Vor der WM hätte auch jeder gewusst, dass Deutschland nur früh ausscheiden kann ;-)

ciao
peer

Benutzeravatar
Andreas Last

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Andreas Last » 28. Januar 2007, 18:22

Wahr gesprochen.

Andreas (der auch nicht sieht, warum man erzkonservativ an allem Althergebrachten festhalten sollte)

Benutzeravatar
Jingo

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Jingo » 28. Januar 2007, 23:10

Rede nicht von Dir selbst.

Wenn du mal die bisherigen Beiträge durchsiehst, wirst du feststellen, daß ich bisher der einzige bin, der seine Meinung - und es geht hier doch wohl um Meinungen, oder? - begründet hat. Alle anderen und dich eingeschlossen, polemisieren begründen aber nicht, bzw. ziehen unbrauchbare Vergleiche heran. Und um auch das nochmals festzustellen, es geht und ging hier nicht darum, zu erahnen, ob das oder die Produkte am Ende gut sind, sondern darum, ob die Herangehensweise an das Produkt eine gute Idee war.

Wenn du mit Diskussion meinst, alle sind der gleichen Meinung und Friede, Freude, Eierkuchen, dann sieh doch mal im Lexikon nach. Diskussion meint kontrovers Argumente liefern. Und das, s.o., tat bisher nur ich.

Benutzeravatar
Jingo

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Jingo » 28. Januar 2007, 23:18

Christian Hildenbrand schrieb:
> Ein Verlag würde sicherlich nicht eine Entwicklung
> herausbringen, von der er nicht glaubt, dass es gerechtfertit
> wäre, denn ansonsten wäre die redaktionelle Arbeit ziemlich
> für die Katz'.

Unbestritten.

>
> Und ich kann Dir versichern, dass es durchaus Spiele gibt,
> bei denen Autoren aufgefordert wurden, aus vorgegebenem
> Material ein Spiel zu machen.

Bezweifele ich in keiner Weise.

> Und es gibt Spiele, die mehr
> oder weniger aus Abfallprodukten entstanden sind, weil das
> Material sonst in den Müll geflogen wäre.

Wußte ich nicht, aber gut zu wissen und nachvollziehbar.

> Und es gibt Spiele
> bzw. Ergänzungen zu Spielen, bei denen mehrere Autoren mit
> vorhandenem Material was machen sollten, dass dann auch
> veröffentlicht wurde.

Natürlich. Aber wurde immer alles veröfentlicht?

>
> Ich akzeptiere Deine Ansicht, dass es in Deinen Augen falsch
> ist, so die Konzeptionierung eines Spieles anzugehen. Ich
> sehe das genau andersrum.

Es ist also besser, Autoren (denen man vertraut, nehme ich mal an) zu beauftragen, als aus der Menge der frei entwickelten Spiele etwas Gutes auszuwählen? Das geht mir nicht ein. Könntest du mir Gründe für deine MEinung nennen?

>
> In dem Sinn nicht zu einem Konsens kommende Grüße,
>

Ach, ich denke nicht, daß wir SO weit auseinander liegen. Aber Konsens muß ja auch nicht immer sein.

> Christian (findet, dass nicht alles immer so sein muss, wie
> es immer war und fragt sich zudem, woher Jinbgo sein Wissen
> nehmen will, dass Verlage nicht öfter so arbeiten...)

Jinbgo weiß das nicht, wäre aber (s.o.) verwundert, wenn immer alles, was in Auftrag gegeben wurde, veröffentlich worden ist.

Friedliche Grüße

Jingo

Benutzeravatar
Jingo

Re: Keine Vorverurteilung....

Beitragvon Jingo » 28. Januar 2007, 23:25

peer schrieb:
> Wie bei vielen Anthologien (in literarischer und
> musikalischer Form). Und die sind nicht alle Schrott, soweit
> ich weiss.

Ich habe nie gesagt, daß etwas, insbesondere Stonehenge, Schrott ist. Ich habe nur die Herangehensweise in Frage gestellt.
>
> Außerdem schließt du aus "Jedes Spiel wurde akzeptiert" zu
> "Keine redaktionelle Bearbeitung".

Durchaus nicht.

> Entweder weisst du da mehr
> als ich oder du unterschätzt die Arbeit einer Redaktion. Ich
> denke absoluter Schrott wurde gar nicht eingereicht und
> mittelmässiges bearbeitet.

Vielleicht hätte man sich aber eine Gefallen getan, wenn ein offener Wettbewerb möglicherweise bessere Ergebnisse gebracht hätte? Möglich, daß nicht. Aber darum geht es nicht. Mir ist unklar, warum statt aus dem vollen zu schöpfen diese Selbstbeschränkung erfolgte.


"Stonehenge" sollte bereits
> letztes Jahr erscheinen. Insofern gabs ausreichend
> Vorbereitungszeit.

Das spricht für die Schierigkeit, aber auch für möglicherweise bessere Resultate. Ich wusste es nicht, aber es ändert nichts an der Fragestellung.

>
> Also warten wirs mal ab. Vor der WM hätte auch jeder gewusst,
> dass Deutschland nur früh ausscheiden kann ;-)

:) Wie schon oben gesagt, es geht ja gar nicht ums Ergebnis. Vielleicht ist es ja ganz besonders toll in allen fünf Fällen und ich bin der Doofe. Aber, wie gesagt, daß ist nicht mein Punkt.

>
> ciao
> peer

Grüße
Jingo

Benutzeravatar
Jingo

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Jingo » 28. Januar 2007, 23:26

Polemik statt Argumentation. Ich dachte, ich hätte klar 'm.E.' gesagt?

Benutzeravatar
Bernhard Naegele

RE: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Bernhard Naegele » 29. Januar 2007, 11:51

Ist das Spiel Conquest of the Empire von Eagle Games nicht auch
mit zwei Sätzen Regeln ausgestattet?
Die überarbeitete Orginalregeln von Glenn Drover und
zweitens ein Regelsatz von Martin Wallace (in Anlehnung an Struggle of empires)

Also auch eigentlich zwei Autoren - ein Material?

Bernhard
(würde das Teil gern auch mal ausprobieren)

Benutzeravatar
peer

RE: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon peer » 29. Januar 2007, 12:23

Hi,
Bernhard Naegele schrieb:
>
> Ist das Spiel Conquest of the Empire von Eagle Games nicht auch
> mit zwei Sätzen Regeln ausgestattet?
> Die überarbeitete Orginalregeln von Glenn Drover und
> zweitens ein Regelsatz von Martin Wallace (in Anlehnung an
> Struggle of empires)
>
> Also auch eigentlich zwei Autoren - ein Material?

Richtig. Ich weiss aber nicht inwieweit der Verlag den Wallace jetzt gezielt beauftragt hat ein neues Spiel für das Material zu schaffen.

Auftragsarbeiten gibts in der Spieleszene aber weiss gott genug - meistens allerdings in Bezug auf das Thema (z.B. Merchandising oder Literaturumsetzung). Dann wird ein Autor gezielt beauftragt was entsprechend zu kreiren. Warum das jetzt erfolgsversprechender sein soll, als das Material vorzugeben ist mir allerdings immer noch nicht klar ;-)

ciao
peer

Benutzeravatar
Günter Cornett

RE: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Günter Cornett » 29. Januar 2007, 13:33

peer schrieb:
>
> Auftragsarbeiten gibts in der Spieleszene aber weiss gott
> genug - meistens allerdings in Bezug auf das Thema (z.B.
> Merchandising oder Literaturumsetzung). Dann wird ein Autor
> gezielt beauftragt was entsprechend zu kreiren. Warum das
> jetzt erfolgsversprechender sein soll, als das Material
> vorzugeben ist mir allerdings immer noch nicht klar ;-)

Als generelle Methode zur Entwicklung eines Spieles, ist es sicher ungünstig Material so genau vorzugeben. Aber darum geht es hier nicht. Generell ist es sicher erfolgsversprechender, Autoren mehr Freiheit zu geben, aber es ist doch ein interessantes Konzept. Es zeigt wie unterschiedlich Autoren mit dem selben Material umgehen, wie aufgrund des Regelwerks unterschiedliche Spiele entstehen. Solch ein Projekt macht deutlich, dass das Regelwerk das Wesentliche an einem Spiel ist und hebt dadurch die Leistung der Autoren hervor und auch voneinander ab.

Ob jedes der Spiele gut ist, steht auf einem anderen Blatt. Ich vermute mal, wenn einem der Autoren gar nichts eingefallen wäre, mit dem er selbst zufrieden ist, wäre das auch nicht in dieser Sammlung veröffentlicht worden.

@Jingo:
Du solltest schon unterscheiden zwischen einer grundsätzlichen Herangehensweise und einem konkreten Projekt. Ich teile deine Meinung inswoweit, dass abstrakten Themen oft irgendein beliebiges Thema übergestülpt wird, ohne dass die Spielmechanik irgendeinen Bezug dazu hat oder das Spiel irgendetwas über das Thema vermittelt. Oftmals wirkt das dann arg aufgesetzt. Mitunter gibt ein Thema, das zumindest nicht im Widerspruch zur Spielmechanik steht, dem Spiel eine interessante Atmosphäre, wie imho bei Knizias Stonehenge.

Ein Autorenwettbewerb wäre sicherlich viel aufwändiger gewesen, als fünf namhafte Autoren anzusprechen. Man hätte dann alles testen müssen, was kommt (und auch ne 65,-Euro-Gebühr hätte die Qualität der Masse der Einsendungen sicherlich nicht verbessert). Ob sich viele professionelle Autoren an einem solchen Wettbewerb beteiligt hätten, ist sicherlich fraglich.

Es ist bestimmt nicht das einzige sinnvolle Vorgehen, aber ein interessantes Konzept, das allein dadurch schon Aufmerksamkeit bekommt.

Gruß, Günter

Benutzeravatar
Jingo

RE: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Jingo » 29. Januar 2007, 18:31

> Mitunter gibt ein Thema, das zumindest nicht im Widerspruch zur
> Spielmechanik steht, dem Spiel eine interessante Atmosphäre, wie imho bei
> Knizias Stonehenge.

In diesem Punkt sind wir unterschiedlicher Meinung.

> aber ein interessantes Konzept
Wie ich selbst auch schon sagte, ist es sicher interessant. Ich habe nur Bedenken, ob 5 angesprochene Autoren auch 5 veröffentlichungswürdige Spiele mit gleichem Material entwickeln können. Mich würde wirklich interessieren, wo z.B. CH den Vorteil einer solchen Verfahrensweise sieht. Man lernt ja gern dazu.

Hinsichtlich eines Wettbewerbes wären die EUR 65.- ja wohl sicherlich entfallen. :) Und testen: Ja sicher, mehr Arbeit. Aber meistens ist das ja eine Voraussetzung für Erfolg (nicht immer, ich weiß; und bei Weitem nicht immer führt es zum Erfolg).

Benutzeravatar
Andreas Last

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Andreas Last » 29. Januar 2007, 20:08

Ich meinte aber nicht nur diesen einen Satz, den man in der Tat zu deinen Gunsten verstehen kann. Andere Sätze sprechen da aber eine ganz andere Sprache. Und ich finde, ich argumentiere meine Ansicht dazu schon ganz gut.

Benutzeravatar
Andreas Last

Streich das...

Beitragvon Andreas Last » 29. Januar 2007, 20:14

bin da am falschen Punkt des Threads gelandet.

Benutzeravatar
Andreas Last

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Andreas Last » 29. Januar 2007, 20:24

Keine Sorge, Jingo, ich kann dich beruhigen. Ich rede ganz sicher nicht von mir. Ein paar Belege dafür gefällig? Aber gern:

"Hier wurde die Sache richtig angegangen."

"> Ob es "falsch" angegangen wurde, kann man wohl nicht
> beurteilen, bevor das Ergebnis vorliegt...

Doch, doch."

"Habe ich mich nicht klar ausgedrückt? Natürlich wurde es falsch angegangen."

"Sicher kann das interessant sein. Aber JEDE Entwicklung zu veröffentlichen... Nö."

"Besser wäre es gewesen,..."

Ausnahmslos Zitate aus deinen Beiträgen. Ich denke, das untermauert meine Ansichtsweise.

Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

RE: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Christian Hildenbrand » 29. Januar 2007, 22:33

Jingo schrieb:

> Mich würde wirklich interessieren, wo z.B.
> CH den Vorteil einer solchen Verfahrensweise sieht. Man lernt
> ja gern dazu.


Wenn Deine eMail-Adresse stimmt, solltest Du eigentlich Post bekommen haben ... gern Abend schon ...

Christian (muss nicht alles in diesem Forum schreiben)

Benutzeravatar
Jingo

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Jingo » 29. Januar 2007, 23:11

Ich denke, wir sollten dieses sinnlose hin und her beenden.

Benutzeravatar
Thomas

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Thomas » 30. Januar 2007, 00:13

Dein mit Abstand bester Beitrag bisher.

Jingo schrieb:
>
> Ich denke, wir sollten dieses sinnlose hin und her beenden.

Benutzeravatar
peer

RE: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon peer » 30. Januar 2007, 09:59

Hi,
Jingo schrieb:
>> Wie ich selbst auch schon sagte, ist es sicher interessant.
> Ich habe nur Bedenken, ob 5 angesprochene Autoren auch 5
> veröffentlichungswürdige Spiele mit gleichem Material
> entwickeln können. Mich würde wirklich interessieren, wo z.B.
> CH den Vorteil einer solchen Verfahrensweise sieht. Man lernt
> ja gern dazu.

Ich denke er sieht denselben Vorteil, wie Günter (und ich): Bei einem Wettbewerb hätten Knizia oder Faidutti z.B. kaum teilgenommen. Die idee war ja gerade eine Anthologie von NAMHAFTEN Autoren herauszubringen. Das schafft man eben nur, in dem man die Autoren fragt.

ciao
peer

Benutzeravatar
Andreas Last

Re: mehrere Autoren / Spiel

Beitragvon Andreas Last » 30. Januar 2007, 22:22

Oh, wie schneidend ist das eig'ne Schwert,
wurd der Griff mit dem Blatt verkehrt.

Benutzeravatar
Volker Hesselmann
Spielkind
Beiträge: 5

mehr Infos und Antworten vom Spielzeitverlag zu Stonehenge

Beitragvon Volker Hesselmann » 6. Februar 2007, 16:48

Hallo Forumsleser und -schreiber,

ich bin bisher praktisch nicht in Erscheinung getreten. Auf der Messe in Nürnberg wurde an mich herangetragen, dass hier schon heiß diskutiert wird. Ich habe nun alle Beiträge gelesen und würde gerne ein wenig mehr über die Entwicklung von Stonehenge erzählen und zu ein paar Zitaten antworten.
Das Interesse scheint vorhanden zu sein – aber es fehlt scheinbar einfach an mehr Informationen.
Eins kann ich hier natürlich nicht garantieren: nämlich dass jedem Stonehenge gefallen wird und das es das Tollste überhaupt ist. Eins ist es allemal – ein spannendes Projekt.

Weltneuheit Spiele-Anthologie?
Dies habe ich von Titanic Games übersetzt aber es ist natürlich ein wenig die Werbetrommel geschlagen von den amerikanischen Kollegen. Genau genommen scheint jedes 3. Kinderspiel heutzutage eine Spielesammlung zu sein. Außerdem kam mir sofort Knizas „Neue Spiele im alten Rom“, „Igel ärgern“ und das schon erwähnte „Das Spiel“ in den Kopf. Titanic Games hat aber nun den Begriff „Spiele-Anthologie“ erschaffen (und sicherheitshalber als Warenzeichen eintragen lassen) und dieser ist neu. Auch neu – und viel wichtiger - ist es, dass 5 verschiedene bekannte Autoren je ein Spiel für das gleiche Material präsentieren. Mir ist so etwas zuzmindest nicht bekannt.

Angeheuerte Autoren?
Es klang hier und da ein wenig so, als ob ein Verlag diese Idee gehabt, das Material ausgesucht und dieses dann den Autoren vorgesetzt hätte. Dem ist nicht so. Soweit es mir erzählt wurde ist das Projekt schon seit Jahren eine fixe Idee von James Ernest gewesen. Mike Selinker - der gerne knobelt und deswegen davon begeistert war - hat sich dann ein Herz genommen und gesagt: jetzt lass es uns endlich tun. Sie haben die anderen bekannten Autoren im eigenen Umfeld angesprochen, ob sie auch an so etwas Lust hätten. Sie hatten.

Das Material
Ein Teil der Arbeit war nicht das Erfinden der Spielregel, sondern das sich Einigen auf die Komponenten, mit denen jeder arbeiten sollte. Das Material und Spielfeld sollte genug Möglichkeiten bieten, um die notwendigen Freiräume zu für das Spiele Erfinden zu haben.
Ich habe auch schon mal von einem Autorentreffen gehört, wo jeder etwas mitbrachte und mit den Mitbringseln sollte was erfunden werden (quasi so etwa wie beim Kochduell). Das ist eine wesentlich schwierigere Ausgangslage, die hier aber gar nicht gewollt war.
Richard Garfield schreibt in seinem Vorwort über seine Begeisterung dem klassischen Rommeblatt gegenüber, weil hier extrem viele verschiedene Spiele zu existieren. Die Autoren wollten etwas entwickeln, was genug Potential hat auch noch zu viel mehr benutzt zu werden, als ihre 5 Spiele.

Das Thema
Das Thema wurde gewählt, weil keiner weiß wozu Stonehenge gebaut wurde. Viele Themen können hier angesiedelt werden. Es bekannt, inspiriert und eignet sich für die Umsetzung auf einem Spielfeld.

Die Entwicklung
Natürlich hat es Redaktionelle Bearbeitung gegeben. Die Autoren sollten sich zudem jeweils um andere Spielgattungen kümmern. Es wurden Ideen eingereicht, verworfen, geändert, usw.…
Am ende sind auch nicht mehr alle Autoren mit dabei gewesen und andere hatten ihr Interesse angemeldet. Die 5 sind den Weg aber vom Anfang bis zum ende gegangen. Von den Anderen wird man vielleicht im weiteren Verlauf hören.

Der Wettbewerb
Es klang hier und da an, dass es besser einen Wettbewerb hätte geben sollen, um ein solches Projekt umzusetzen. Andere meinten, bekannte Autoren hätten sich daran nicht beteiligt. Das stimmt sicher. Die Frage stellte sich aber nicht. Es ist wie erwähnt die Idee bekannter Autoren gewesen und der Wettbewerb die logische Fortsetzung der Idee. Der Wunsch aller Beteiligten ist es ja, dass sich Stonehenge ohne sie weiterentwickelt. Ob es genug Potential dafür hat andere zu inspirieren, wird sich zeigen.
Das Spiel wird in Verlagen aus Spanien, Frankreich, den USA und Deutschland verlegt und der Wettbewerb wird kommen. Genaueres wird mitgeteilt, wenn die Details unter den Verlagen abgestimmt worden sind. Sicher ist nur, dass in Essen der Wettbewerb entschieden werden soll.

Risiko
Bei so einem Projekt gibt es natürlich die Gefahr, dass aller Versuche es so gut wie möglich zu machen zum Trotz, das Ganze scheitert und alles abstrakt, mittelmäßig und aufgesetzt empfunden wird. Ein Erfolg ist nicht einfach zu erzielen. Alte Hasen der Szene haben zudem geäußert, dass bei Spielern, Verkäufern und der Presse Spielesammlungen nicht gut ankommen. Denn wenn nur ein Spiel als schlecht empfunden wird, strahlt dies auf alle anderen Spiele der Sammlung ab, was zu einem negativen Urteil führen wird. Illustratoren bemängeln, dass man auf dem Titelbild keine Geschichte erzählen kann, weil es außer den Ort keine Gemeinsamkeit git und die Hintergründe so stark varieren das eine Collage sehr chaotisch wäre. Der Verkäufer hat keine Lust mehr als eine Regel zu erklären.

Warum machen wir es?
Trotz dieser schlechten Ausgangslage war ich auf der Messe sofort begeistert, als es mir vorgestellt wurde. Mich reizt die Idee, ich mag das Thema, finde das Spielmaterial sehr atmosphärisch. Einen Schaffensrausch später hatte ich auch schon meine eigne Regel, die auf unserer Internetseite zum Download sein wird. Es gibt schon weitere fertige Regeln anderer Autoren, die veröffentlicht werden sollen.
Das Material funktioniert in meinen Augen prächtig und animiert zum Herumtüfteln.
Ich hoffe das es die Skeptiker widerlegen wird.

Die ambitionierte Reise wird demnächst losgehen… mal sehen wohin sie uns führt.

So - ich habe nun keine Zeit mehr zum Korrektur lesen und hoffe, dass keine zürnenden Engel der Dudenkonferenz hier tätig sind.

Schöne verspielte Grüße an alle,

Volker

Nun noch zu ein paar Zitaten:


Ulrich schrieb: „Da es sich aber hier nicht um eine akademische Fingerübung, sondern eine kommerzielle Produktion handelt, sollte das Resultat nicht nur *interessant* sondern auch schlicht *gut* (oder besser!) sein.
Beim Spielen (und Spiele kaufen) zählt nämlich letztendlich einzig und allein die Qualität des Spiels. Da gibt es keinen Bonus oder mildernde Umstände für irgendwelche Schwierigkeiten, mit denen sich der Autor womöglich herumschlagen musste.“

Vollkommen richtig. Es kann natürlich sein, dass die „ultimativen-bahnbrechenden-Spielregeln“ zu dem Spiel erst später entstehen.


Ulrich schrieb:„Wenn ich Jingo richtig verstehe, meint er, dass es mehr Sinn macht, den freien Ideenwettbewerb (o.ä.) als Zugabe, auf der Basis eines *normal* zustande gekommenen Basisspiels (das die grundlegende Qualität des Produkts gewährleistet), zu konzipieren.
Diesen Gedankengang kann ich durchaus nachvollziehen.“

Genau das passiert. Stonehenge ist als diese Basis gedacht.


Andreas schrieb: „>... aber eine Riesenportion Skepsis bringe ich einem solchen
> Werk entgegen. Das wäre doch ein Riesen-Zufall, wenn das
> vorgegebene Material einen Spieleautor nicht einengen würde.
Naja, es gibt aber auch Menschen, die sehen Restriktionen als Motor für Kreativität an. Und ich muss sagen, so ganz falsch ist das nicht.“

So war es zumindest bei mir. Es fällt einem auch durchaus aus einem gewissen Blickwinkel einfacher.
Und nehmen wir noch einmal das klassische Kartenspiel. Hier hat es über die Jahrhunderte trefflich funktioniert.


Jingo schrieb: „Mir ist unklar, warum statt aus dem vollen zu schöpfen diese Selbstbeschränkung erfolgte.“

Eben weil dies von allen Beteiligten als reizvoll empfunden wurde.


Jingo schrieb: „Ich habe bisher noch nie von einem Verlag gehört, der einem oder einigen Autoren eine Aufgabe mit klar definiertem, einschränkenden Zuschnitt (Material, Thema) beauftragt hat und diese(s) Spiel(e) dann auch veröffentlicht hat. Die Gefahr eine Bruchlandung zu machen, weil dem/den Autor(en) nichts qualitativ Hochwertiges einfiel, ist doch sehr groß. Insofern ist die Herangehensweise m.E. extrem risikoreich was den Markterfolg angeht und somit falsch.“

Es gibt sehr viele solcher Auftragsarbeiten, die unterschiedliche stark eingeschränkt sind. Besonders schlimm ist es bei der Umsetzung von Spielen, die in Filmen gezeigt werden. Eine Kuriose Geschichte war hier das Jumanji Spiel. Das wurde auf der Spielemesse in Nürnberg vor Jahren präsentiert, ohne dass es dazu eine Regel gegeben hätte. Das mag nicht die Art von Spielen sein, die hier gemeint ist, aber wirtschaftlich erfolgreich war es dank Werbemacht trotzdem.


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 71 Gäste