Beitragvon Jan » 2. Februar 2007, 00:19
Hallo Peter,
habe "Legenden von Camelot" bisher nur einmal zu zweit gespielt und das mit den "falschen" Karten.
Insofern hatten wir ein etwas verzerrtes Spielgefühl, da an einem von grundsätzlich drei möglichen Orten gar kein Ereignis stattfand, während an einem anderen Ort doppelt so viele Ereignisse wie üblich stattfanden. Aber vielleicht sollte ich vorne beginnen...
Die Grundregeln sind recht einfach, so dass man schnell ins Spiel hineinfindet. Es gibt drei Orte an denen Ereignisse bzw Aufgaben stattfinden können. Diese Aufgaben bringen unterschiedlich viele Siegpunkte. Um sie zu erfüllen, muss man Anforderungen in einem oder zwei Bereichen wie z. B. Kampfkraft oder Wagemut erfüllen. Dies macht man, indem man Charaktere an diese Orte spielt. Die Charaktere haben Werte von 0 bis 6 in sechs Bereichen. Verlangt also eine Aufgabe 6 Punkte in Ritterlichkeit, so kann man sie erfüllen, wenn man zwei Charaktere an den Ort spielt, wobei der eine die Ritterlichkeit 2 und der andere die Ritterlichkeit 4 besitzt.
So weit, so einfach...
Interessant, aber sicherlich auch in den ersten Spielen etwas unübersichtlich, wird das Spiel, da alle der ca. 50 im Spiel enthaltenen Charaktere jeweils eine unterschiedliche Bonusfunktion haben. Diese Bonusfunktionen sorgen vermutlich für viele taktische Möglichkeiten, wenn man sie selbst und die Mechanismen des Spiels nach mehreren Partien besser verinnerlicht hat. Was die Bonusfunktionen angeht, wurde ich an Sammelkartenspiele erinnert.
"Problem" bei den ersten Spielen ist also sicherlich, dass man - gerade bei vier Spielern - die Bonusfunktionen und damit den Text von vielen, gleichzeitig auf dem Tisch befindlichen Karten im Auge behalten muss.
Geholfen wird einem dabei dadurch, dass das Spiel Grundregeln, erweiterte Regeln und Expertenregeln beinhaltet. Dadurch sind, wenn man zunächst nur nach den Grundregeln spielt, Charaktere mit komplexeren Bonusfunktionen nicht im Spiel und auch verschiedene Arten von Ereignissen, die keine Aufgaben darstellen, werden erst durch die erweiterten Regeln in das Spiel integriert.
Insgesamt wird das Thema des Spiels - die Arthussage - mit dichter Atmosphäre gut umgesetzt. Man nimmt an Turnieren teil, treibt Steuern ein, kann Excalibur finden. Es gibt geheimnisvolle Jungfrauen, Meuchelmord, den obligatorischen schwarzen Ritter und vieles mehr.
Um alle taktischen Finessen zu ergründen braucht man - wie oben schon erwähnt - sicherlich einige Partien, aber wir hatten bei unserem ersten Spiel viel Spass und ich freue mich auf weitere Partien, wenn dann die korrekten Karten von Verlag geschickt werden.
Hoffe, meine Ausführungen waren verständlich und helfen Dir bei der Beantwortung der Frage, ob sich das Spiel lohnt.
Gruss Jan