Beitragvon Heinrich Tegethoff » 28. Februar 2007, 23:13
Hallo Volker,
da meine Antwort von den meisten anderen abweicht:
VolkiDU schrieb:
> Ist der typische Spieleerklärer (daheim und anderso) auch
> derjenige, der i.d.R. neben den Spieleanleitungen
> vorzugsweise auch die Gebrauchsanweisungen für die
> Installation und Bedienung für Telefon, Fernseher oder
> Rekorder etc. durchliest
Nun, stellt sich erst die Frage, ob ich ein typischer Spieleerklärer bin.
Da ich viel erkläre und etwas stolz darauf bin, dass ich teils sehr gute
Kritik dafür bekomme, sehe ich mich als guter Erklärer.
Dafür bin ich wohl "zu wenig Mann", denn ich lese meist die Anleitungen,
allein schon um zu wissen, was die "Kiste" denn noch so an versteckten
Details zu bieten hat. Und meist will ich etwas besonderes, dann bin ich
zu faul zum suchen und lese sequentiell.
> und versteht
Die technischen Anleitungen verstehe ich auch so gut oder schlecht wie
andere.
> und somit die anderen ihm folgen?
Ich erkläre meist nicht, wie die Geräte funktionieren, ausser es fragt
jemand. Den alten Videorekorder kann ich immer noch nicht ohne
Tobsuchtsanfall programmieren, kenne aber alle Tricks beim SAT-Rekorder.
> Oder auch Anleitungen für den Bau für Regale und
> Schränke etc. vorzugsweise liest
Ja!
> und versteht und somit die anderen ihm folgen?
Hat viel mit räumlicher Vorstellung zu tun, wenn es nicht nur schrittweise
vorangeht. Versuch es einmal mit grösseren LEGO-Anleitungen...
> Gibt es da auch Unterschiede beim Geschlecht?
Nun, in meinen Spielekreisen kann ich mich nicht daran erinnern, dass
überhaupt einmal eine Frau ein Spiel erklärt hat.
In Oberhof war dies aber anders.
> Wer hat als Spieleerklärer auch Lesen auch als sein Hobby?
Ich *nicht* - ich lese Bücher sehr selten. Dies ist ein reines Solohobby,
und ich meide Freizeit, die ich allein verbringen muss.
Beim Spielboxforum gibt es zwar eine asychrone Kommunikation, aber es
ist halt interaktiv. Dort (=hier) lese ich viel.
> Hindert sonstige Leseabstinenz auch das Verstehen einer
> Spieleanleitung?
Da ich mich, allemal dafür das ich Akademiker bin, als Leseabstinenzler
einstufe: nein.
> Die typischen Spieleerklärer - im allgemeinen die besseren
> Leser und Versteher?
Leser? Weis ich nicht. Aber was ist ein Versteher?
Um Geralds Position aufzugreifen: Als technischer Consultant habe ich
jahrelang Ingenieuren "die Welt erklärt" (lassen wir es bei diesem prosaischen
Ausdruck). Vielleicht hat dies zum guten Spieleerklärer geführt.
Oder, was mir hier für beides wichtig ist, die Frage: Was will mein Gegenüber
hören? Dafür muss ich weder guter Leser noch guter Versteher sein, aber
Erfahrung mit dem Thema hilft dann über Stolpersteine.
Und somit: Wenn ich ein Spiel erkläre, hat dies selten etwas mit der
Beschreibungsform im Regelheft zu tun.
Servus,
Heinz