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Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Marcus
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Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 21. Mai 2007, 06:20

Hallo,

bin doch etwas über folgende Aussage des Sprechers der Jury Spiel des Jahres Stefan Ducksch verwundert.
Zitat: "Dies ist auch deshalb wichtig, weil die Bereitschaft zum Lesen der Regeln immer weiter abnimmt. Zudem haben Verbraucher immer häufiger Probleme, Regeltexte in einen runden Spielablauf umzusetzen. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, einfache, aber spannende Spielangebote zu machen, die Interesse für mehr erzeugen."
Dieser Aussage kann ich persönlich nicht ganz zustimmen. Ich finde, dass sehr wohl eine gewisse Bereitschaft vorhanden ist sich mit einer Materie auseinander zu setzten, allerdings kommt es auf die Materie an. Da die Bedienungsanleitung eines Photo-Handy auch nicht kürzer sein dürfte als die des durchschnittlichen Gesellschaftspiels, die Leute ihr Handy aber meistens bedienen können, kann es nicht nur an dem Umfang der Anleitung liegen. Auch stehen bei den Kindern sehr häufig Sammelkartenspiele hoch im Kurs, welche vom Regelumfang mit vielen Gesellschaftsspielen gleichzusetzen sind oder diese gar übertreffen. Außerdem bezweifele ich, dass diejenige welche nicht bereit sind eine umfangreiche Spielanleitung zu lesen, dazu bei einer kürzeren bereit sind. Ist es nicht viel mehr so, dass sich viele Menschen die Regeln von Freunden bekannten (Vielspieler) erklären lassen, und dann ist der Umfang der Regeln von geringerer Bedeutung. Wenn ich als Wenigspieler die Regeln eines einfachen Spiels erklärt bekommen und dann merke, die Regeln sind ja ganz einfach aber das Spiel ist auch etwas einfach, wird es mich kaum für das Hobby Brettspiel begeistern können. Auf der anderen Seite, wenn das Spiel ein halbes Jahr im Schrank liegt, bis es dann bei einem Familienfest von einem Vielspieler entdeckt und erklärt wird, und alle merken wenn man erst einmal die Regeln verstanden hat macht das Spiel richtig Spaß, sieht die Sache schon anders aus.
Meiner Meinung nach wird jemand der Interesse an etwas hat auch die Regeln lesen und die anderen werden sich auch durch einfach Regeln nicht locken lassen. Allerdings fällt das erklärt bekommen und für ein Spiel begeistern bei vielen einfachen Spielen weg. Ein Siedler von Catan mit Erweiterung wird in vielen Familien gespielt, aber ein Notre Dame ist zu anspruchsvoll?
Ich würde einige Titel der Auswahl- und Empfehlungsliste miteinander tauschen.

Gruß

Marcus

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Christian Hildenbrand

RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Christian Hildenbrand » 21. Mai 2007, 07:33

"Marcus" hat am 21.05.2007 geschrieben:

> Da die
> Bedienungsanleitung eines Photo-Handy auch nicht kürzer
> sein dürfte als die des durchschnittlichen
> Gesellschaftspiels, die Leute ihr Handy aber meistens
> bedienen können, kann es nicht nur an dem Umfang der
> Anleitung liegen.


Hallo Marcus,

da mag ich Dir mal ein klein wenig widersprechen. Bei einem Großteil der Nicht-Vielspieler ist das Regellesen wirklich nicht gerade das, was gern mehr als notwendig gemacht wird. Den Vergleich mit Elektrogeräten, v.a. Handys und Kameras und ähnliches, finde ich sehr hinkend, da ich bei mir selbst zum Beispiel weiß, dass ich seltenst in diese Bedienungsanleitungen schaue, weil ich sie nicht gern lese. Da ist mehr "learning by doing" angesagt. Bei Spielen geht das nicht... da ist es notwendig, die Spielregeln gelesen zu haben, um das Spiel in vollem Umfang spielen zu können.


> Auch stehen bei den Kindern sehr häufig
> Sammelkartenspiele hoch im Kurs, welche vom Regelumfang mit
> vielen Gesellschaftsspielen gleichzusetzen sind oder diese
> gar übertreffen. Außerdem bezweifele ich, dass diejenige
> welche nicht bereit sind eine umfangreiche Spielanleitung
> zu lesen, dazu bei einer kürzeren bereit sind. Ist es nicht
> viel mehr so, dass sich viele Menschen die Regeln von
> Freunden bekannten (Vielspieler) erklären lassen, und dann
> ist der Umfang der Regeln von geringerer Bedeutung. Wenn
> ich als Wenigspieler die Regeln eines einfachen Spiels
> erklärt bekommen und dann merke, die Regeln sind ja ganz
> einfach aber das Spiel ist auch etwas einfach, wird es mich
> kaum für das Hobby Brettspiel begeistern können. Auf der
> anderen Seite, wenn das Spiel ein halbes Jahr im Schrank
> liegt, bis es dann bei einem Familienfest von einem
> Vielspieler entdeckt und erklärt wird, und alle merken wenn
> man erst einmal die Regeln verstanden hat macht das Spiel
> richtig Spaß, sieht die Sache schon anders aus.
> Meiner Meinung nach wird jemand der Interesse an etwas hat
> auch die Regeln lesen und die anderen werden sich auch
> durch einfach Regeln nicht locken lassen. Allerdings fällt
> das erklärt bekommen und für ein Spiel begeistern bei
> vielen einfachen Spielen weg.


Auch hier stelle ich in den Raum, dass die meisten "Kinder" die Sammelkartenspiele entweder erklärt bekommen haben oder schlicht falsch spielen.
Letzteres muss nicht schlecht sein, mein Patenkind hat auch mit völlig falschen Regeln, die das Spiel ad absurdum führen, Spaß.

Die Zahl der Vielspieler wird oft maßlos überschätzt ... so viele sind das nicht. Vor allem sind es zu wenig, um alle Einkäufer des neuen Spiel des Jahres zu bedienen ... nicht mal ansatzweise wird das so sein. Die Jury weiß das.


> Ein Siedler von Catan mit
> Erweiterung wird in vielen Familien gespielt, aber ein
> Notre Dame ist zu anspruchsvoll?
> Ich würde einige Titel der Auswahl- und Empfehlungsliste
> miteinander tauschen.


Ich behaupte an dieser Stelle einfach mal - und gehe da von mir selbst aus, weil Siedler genau in die Zeit viel, als ich als junger Erwachsener das Spielen wiederentdeckte - dass Siedler bei vielen verstaubt wäre, wenn sie sich nur durch die Regeln hätten das ganze Spiel näher bringen müssen. Das ist zumindest ein Tenor, den ich nun schon sehr oft vernommen habe, dass der Reiz, der in dem Spiel "Siedler von Catan" steckt, durch die Regeln nicht vermittelt wird. Das Spiel hat sich (in meinen Augen) deswegen so extrem verbreitet, weil viele begeisterte Spieler das Spiel an ihre Freunde weitergegeben haben ... inkl. Erklären des besonderen Reizes des Spiels.


So, ich muss mal in Urlaub.

Sommerliche Grüße,

Christian (ohne Spiel im Gepäck!)

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Jerry

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Jerry » 21. Mai 2007, 11:32

Marcus schrieb:

> bin doch etwas über folgende Aussage des Sprechers der Jury
> Spiel des Jahres Stefan Ducksch verwundert.
> Zitat: "Dies ist auch deshalb wichtig, weil die Bereitschaft
> zum Lesen der Regeln immer weiter abnimmt. Zudem haben
> Verbraucher immer häufiger Probleme, Regeltexte in einen
> runden Spielablauf umzusetzen.
> [...]"
> Dieser Aussage kann ich persönlich nicht ganz zustimmen. Ich
> finde, dass sehr wohl eine gewisse Bereitschaft vorhanden ist
> sich mit einer Materie auseinander zu setzen,

Zugegeben, in Stefans Aussage schwingt ein wenig Kulturpessimismus
mit aber tendenziell hat er schon recht. Wenn man mit Wenigspielern
redet, hört man so gut wie immer den Spruch dass das Spiel
auf keinen Fall dolle kompliziert sein darf. Wir Vielspieler
sollten uns mal abgewöhnen, uns und unseren Dunstkreis als Maß
aller (Spiele)dinge zu sehen.


> [...]
> Ist es nicht viel mehr so, dass sich viele Menschen die
> Regeln von Freunden bekannten (Vielspieler) erklären lassen,
> und dann ist der Umfang der Regeln von geringerer Bedeutung.

Die Jury will sich bewusst *nicht* den Vielspielern zuwenden
und genauso wenig den Leuten, die einen Vielspieler im Hause
haben weil das im Prinzip hieße, Eulen nach Athen zu tragen.

Die Jury will sich ums "einfache Volk" kümmern, also im Zweifelsfall
Menschen, die sich zwar irgendwie für Spiele interessieren aber
aus welchen Gründen auch immer nicht willens oder in der Lage sind,
sich mit komplexeren Regeln auseinanderzusetzen. Von daher ist
der Schritt der Jury, Spiele mit einfachem Zugang zu bevorzugen
durchaus verständlich. Man mag jetzt darüber meckern und aus
"erzieherischen Gründen" anspruchsvollere Spiele fordern aber
es ist ganz einfach so: wenn ein Spiel nicht verstanden wird,
dann wird's auch nicht gespielt. Punkt.

Von daher verstehe ich auch nicht, wie sich die Vielspieler immer
so über die Liste(n) aufregen können. Für mich als Vielspieler
ist die SdJ Liste nur insofern interessant, als dass ich sie
wenigspielenden Freunden oder Familie mit einem kurzen Kommentar
als Einkaufshilfe empfehle. Ansonsten ist der Inhalt für mich
bedeutungslos (naja, nicht ganz: man freut sich schon wenn so
schöne Spiele wie Imperial oder Notre Dame auf irgendeiner der
beiden Listen auftauchen)

Gruß,
Jerry (hat 2 von 5 SdJ Kandidaten noch nie gespielt)

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peer

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon peer » 21. Mai 2007, 11:57

Hi,
Marcus schrieb:
>
> sich mit einer Materie auseinander zu setzten, allerdings
> kommt es auf die Materie an. Da die Bedienungsanleitung eines
> Photo-Handy auch nicht kürzer sein dürfte als die des
> durchschnittlichen Gesellschaftspiels, die Leute ihr Handy
> aber meistens bedienen können, kann es nicht nur an dem
> Umfang der Anleitung liegen. Auch stehen bei den Kindern sehr
> häufig Sammelkartenspiele hoch im Kurs, welche vom
> Regelumfang mit vielen Gesellschaftsspielen gleichzusetzen
> sind oder diese gar übertreffen.

Wie Christian schon schrieb: Bei Elektrogeräte ist "Learning by Doing" möglich, bei Spielen nicht. Zudem ist die intinsische Motivation herauszufinden, wie ich bei meinem neuen Fernseher Kanäle einstellen kann (sofern das nicht eh mittlerweile automatisch geschieht), als herauszufinden, wie ich ein Spiel spielen kann. Zur Not spiele ich etwas, was ich kenne.
Ich hab nie die Magic-Regeln gelesen. Oder die Skatregeln. Genausowenig die von Monopoly, Cluedo oder Schach. Bin ich ein Exot? Kaum. Dennoch kann ich diese Spiele spielen. Viele Spiele sind deshalb so beliebt, weil sie als Kulturgut weitergegeben und mündlich erklärt werden wollen. Bridge hab ich nie gelernt, weil ich nie jemanden gefunden habe, der es mir beigebracht hätte. Sicherlich hätte ich die Regeln auch aus einem Buch lernen können, aber dazu habe ich keine Lust. Ein klein wenig "Familienspieler" lebt also wohl in mir...


Außerdem bezweifele ich,
> dass diejenige welche nicht bereit sind eine umfangreiche
> Spielanleitung zu lesen, dazu bei einer kürzeren bereit sind.
> Ist es nicht viel mehr so, dass sich viele Menschen die
> Regeln von Freunden bekannten (Vielspieler) erklären lassen,
> und dann ist der Umfang der Regeln von geringerer Bedeutung.

Das bestätigt meine Aussage und wiederspricht deiner ;-)
Allerdings: Bis ich hier ins Forum gekuckt habe war ich der einzige "Vielspieler" den ich kannte.
Ich geh oft auf dem Flohmarkt. Dort werden viele Spiele ungespielt verkauft, weil "wir sie nicht verstanden haben". Darunter "Black Box" (das von Jumbo, nicht das 2er-Spiel), "Punk sucht Lady" und "Crazy Derby". Zugegebenermaßen vermute ich, dass oft eine gewisse Interessenlosigkeit eine Rolle spielt. Aber: s.o. Bei der Wahl zwischen einem Spiel, dass man kennt und eines das man sich erarbeiten muss, siegt oft ersteres.

>>Ein Siedler von Catan mit Erweiterung
> wird in vielen Familien gespielt, aber ein Notre Dame ist zu
> anspruchsvoll?
> Ich würde einige Titel der Auswahl- und Empfehlungsliste
> miteinander tauschen.

a) Wird Siedler ja langsam gelernt: Erst das Grundspiel, dann die Erweiterung
b) Ist Notre Dame sicherlich nicht so schwierig, aber es ist defintiv kein Familienspiel. Dazu ist es zu anspruchsvoll: Es ist ein Optimierungsspiel, bei dem Fehler tödlich sein können. Da macht dem 10jährigen die Partie nicht unbedingt Spaß. Oder ist Go ein Familienspiel?
(Wobei Go schon eher aus dem Bauch heraus gespielt werden kann. ND würde dann schnell frustrieren)

Letzter Satz ist wohl eher die Motivation. Wie Gilovich 1991 herausfand sucht jeder nach Bestätigung seiner Hypothesen. Und deine ist es, dass du deine Spiele "oben" sehen willst ;-)
Warum eigentlich? :-)

ciao
peer

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Grzegorz Kobiela

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Grzegorz Kobiela » 21. Mai 2007, 12:40

Auch ich gebe hier eher Stefan Ducksch Recht als dir Marcus. Ich kann mich durchaus auch als Vielspieler bezeichnen, da ich gerne und oft spiele. Da ich aber lesfaul bin und ungern über irgend etwas Gedrucktem hocke, habe ich auch keine Neigung Regeltexte zu lesen. Daher liegen viele Spiele bei mir erst einmal nur rum, bis

a) ich das Spiel woanders erklärt bekomme,
b) ich mich mal schaffe zu überwinden und die Regel lese,

oder

c) ich eine überzeugende Rezi lese, dass das Spiel nichts taugt und somit verkauft wird und wieder verschwindet...

Je einfacher die Regeln und je kürzer sie ausfallen, umso eher beschäftige ich mich damit. Nachdem ich aber ein Spiel erklärt bekommen habe und schon mal gespielt habe, lese ich auch die Regeln gerne, um zu überprüfen, ob das, was ich gelernt habe, auch die tatsächlichen Regeln sind. Aber ohne jede Vorahnung mich in Regeltexte zu stürzen, ist nahezu undenkbar und abschreckend. Nachlesen - gerne, erstlesen - nur mit vorgehaltener Pistole.

Es liegt in unserer Natur faul zu sein. Und ich bin lesfaul. Andere haben andere Faulheiten. :)

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Phil Reinhardt
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Beiträge: 79

RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Phil Reinhardt » 21. Mai 2007, 13:02

Hallo Christian,

wenn sich viele Spieler lieber berieseln lassen möchten, als ein paar Seiten selber zu lesen, wann schafft die Spielregel, übersetzt in Bild und Ton, endlich den Sprung auf DVD?
Ich frag jetzt nicht nach den Kosten :D.

Schönen Urlaub

Gruß
Phil

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Heinrich Tegethoff

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 21. Mai 2007, 14:55

Hallo Marcus,

diese Aussage von Stefan Ducksch bedrückte mich gestern ebenfalls, kann sie aber leider auch nachvollziehen.
Ich gehe häufiger in einen Spieleladen, meist auf der schnellen Suche nach Angeboten oder Exotischem. Gern lasse ich mich dabei auf ein Gespräch mit anderen Kunden ein. Fast alle wollen dabei eine kurze Regel - den Glücksgriff "Suche sowas wie Puerto Rico" hatte ich nur einmal (und lud ihn gleich zum Spieletreff).

Botschaft? Es scheint, als wären moderne Regeln zu lang. Meinem Empfinden nach hat sich die Regelmenge aber gar nicht verändert, aber moderne Regelhefte mit Übersicht, Beispielen, Fotos, Abspann sind zwar inhaltlich viel besser als "früher" (es hat sich viel getan!) -- aber auch umfangreicher.

Und wer die Regeln von "Einfach Genial" in die Hand nimmt, der sieht 2x3 engbedruckte A4-Spalten -- für ein angeblich sehr einfaches Spiel. Tatsächlich mit Einleitung, Varianten, Beispielen, Solospiel, Abspann, wo der Kern nur eine A4-Spalte ausmacht. Aber es schreckt schlicht ab. Tanz der Hornochsen sind 4 volle A4-Seiten, wenn auch gute Regel. Aber TransAmerica passt auf 2 Seiten A5-Zettel.

Was sagt uns dies? Moderne Regeln sind eingängiger und besser, aber zu Lasten der Heftlänge. Und diese zählt für den "ich muss dies erst einmal lesen vor dem Spiel"-Typus, der mit steigender Länge rapide unmotiviert wird. Man sieht einem Spiel halt vorher nicht an, ob es einem später Spass macht. Und viele Selten-Spieler lesen die Regeln schlicht vor dem Spiel vor -- je mehr, desto tödlicher.

Sollen die Regeln also wieder schlechter werden? Nein, das wollen wir sicher nicht. Allemal sollte in den Redaktionen aber wieder die Diskussion entstehen, wie es Peer schon über SvC aufzeigt, dass man Regeln in optisch kleine Anfangshappen und vollwertige Versionen aufsplittet, um sie dem Spieler schmackhaft zu machen. Losspielen nach 5 Minuten Lesen - wäre dies schön! Dies ist nicht das, was ich selbst will, aber ich sehe die Gesellschaftsentwicklung ähnlich. Und wiederum einen sanften Niedergang unseres Kulturgutes, wenn dem nicht entgegen gehalten wird, denn sonst langfristig verflachen die real gespielten Spiele.

Servus,
Heinz

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peer

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon peer » 21. Mai 2007, 15:45

Hi,
Heinrich Tegethoff schrieb:
).
>
> Botschaft? Es scheint, als wären moderne Regeln zu lang.
> Meinem Empfinden nach hat sich die Regelmenge aber gar nicht
> verändert, aber moderne Regelhefte mit Übersicht, Beispielen,
> Fotos, Abspann sind zwar inhaltlich viel besser als "früher"
> (es hat sich viel getan!) -- aber auch umfangreicher.

Ich denke das ist ein Punkt. Verständlichkeit macht die Regel lang und das ist abschreckend. Ähnlich wie viele Nichtmathematiker beim Anblick einer Formel wie 10-10+10-10+10-10 = x sofort abschalten, schalten viele bei langen Regeln auf Durchzug und schauen sich den Inhalt gar nicht erst an.
Dazu muss man aber imho gar nicht PISA zitieren (bereits in den 70ern gab es übrigens eine ähnliche Studie mit nahezu identischem Ergebnis) oder den Kulturverfall predigen: Ein Grund ist imho, dass es jetzt Konkurrenz in Form von Video- und PCspielen gibt. Dort gibt es Tutorials; die Regeln werden also erklärt. Und damit müssen Brettspiele jetzt nunmal konkurrieren, obs uns gefällt oder nicht. Wer unbedingt ein Brettspiel spielen will, nimmt die Hürde auf. Vor der Wahl "Brettspiel oder was anderes" gestellt, wählt aber nicht jeder den beschwerlicheren Weg sondern spielt Buzz auf der PS2 oder Wiki oder alle gehen in ihre Zimmer und nutzen den heimischen PC oder wasweißich.

> Sollen die Regeln also wieder schlechter werden? Nein, das
> wollen wir sicher nicht. Allemal sollte in den Redaktionen
> aber wieder die Diskussion entstehen, wie es Peer schon über
> SvC aufzeigt, dass man Regeln in optisch kleine Anfangshappen
> und vollwertige Versionen aufsplittet, um sie dem Spieler
> schmackhaft zu machen. Losspielen nach 5 Minuten Lesen - wäre
> dies schön! Dies ist nicht das, was ich selbst will, aber ich
> sehe die Gesellschaftsentwicklung ähnlich.

Ich habe meinen Eltern ein Quispiel zur Silberhochzeit gebastelt, wo ich das "Lernen beim Spielen"- Prinzip desMr. Easy kopiert habe. Warum gibst das eigentlich so selten? Ich vermute das hat prosuktionstechnische Gründe (und da sich Vielspieler gerne über die Axh so teuren Spielepreise aufregen, wäre das Geschrei groß, wenn ein Spiel noch´n Euro mehr kostet, weil ein Extraheft fürs Gleichlosspielen beiliegt, was der Vielspieler eh nicht braucht),

ciao
peer

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Marcus
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Beiträge: 69

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 21. Mai 2007, 18:29

Hallo,

da ich nicht jeden damit langweilen will, indem ich zu den meisten Antworten das selben schreibe, hier eine allgemeine Stellungsname.

Vielleicht überschätzen wir (so genannte Vielspieler) uns aber auch, wenn wir davon ausgehen, dass andere Personen nicht dazu in der Lage sind die Regeln eines Familienspiel zu verstehen. Zwischen dem Aufwand den man für das Verständnis der Fouriertransformation betreiben muss und der Regel eines Familienspiel ist doch nach ein gewisser unterschied.
Und man darf auch "wollen" nicht mit "können" gleichsetzen. Wenn ich zu faul dazu bin eine Regel zu lesen ist das eine Sache, wenn ich aber Probleme damit habe, Regeltexte in einen runden Spielablauf umzusetzen, ist das eine andere. Und das war das Zitat auf das ich mich bezogen habe.
Der Vergleich mit den Elektrogeräten war wohl etwas ungünstig gewählt, weil dort oft das learning by doing im Vordergrund steht, aber was ist wenn ich so nicht zum Ziel gelange. Packe ich dann einfach wieder meinen Fotoapparat weg und mach keine Bilder? Bin ich dazu bereit für das gleiche Geld ein Gerät mit weniger Funktion, aber dafür mit einer kürzeren Anleitung, zu kaufen? Oder greife ich dann vielleicht doch zur Anleitung?
Außerdem sehe ich persönlich auch nicht die große Hilfe bei der Kaufentscheidung. Wenn einen Person, welche sich vorher nicht mit der Materie beschäftigt hat, in ein Geschäft kommt und fünf Spieler die von der Jury empfohlen wurden erblickt. Wie soll sie anhand der Angaben auf der Schachtel erkennen welches der empfohlenen Spiele für den lese faulen Spieler geeignet ist und welches der Spieler geeignet ist, wenn er ein anspruchsvolleres Famielienspiel sucht? Dazu sind erst wieder weiter Listen und Informationen notwendig.
Wie kann ich erwarten, dass eine Person die eigentlich eher keine Lust zum spielen hat sich für ein Spiel völlig begeistern kann, wenn das Spiel selbst mir als Vielspieler nur durchschnittliches Vergnügen bereitet? Soll ich zu ihm sagen mir gefällt das Spiel selbst nicht so gut, aber bei den guten Spielen verstehst du die Regeln nicht? Meiner Meinung nach kann man jemanden am besten für etwas begeistern, wenn man selbst davon überzeugt ist.
Von einigen Jahren hieß es auch immer, dass unsere Jugend keine Bücher mehr liest, bis eine gewisse Frau Rowling über einen kleinen Jungen schrieb und viele Kinder Stunden mit Bücher in der Hand zubrachten.
Wenn ich gefragt werden würde ob ich fünf Spiele aus diesem Jahrgang nennen könnte die mich dazu bringen würden Brettspiele als mein Hobby zu betrachten, wenn es noch nicht mein Hobby wäre, würde ich ganz klar ja antworten. Bei den fünf nominierten wäre ich bei allen aber nicht sicher. Wie kann ich es dann von jemand anderen erwarten?
Es geht mir auch nicht darum, dass Spiel A auf der Liste steht und Spiel B das mir viel besser gefällt nicht. Mir geht es einfach nur darum, dass schlechter Spiele nominiert werden weil man der Ansicht ist die besseren würden die meisten nicht verstehen.
Da ich allerdings, wie ich den Beiträgen entnehme, mit meinen Ansichten ziemlich alleine dastehe, ist es wohl besser, dass ich kein Mitglied der Jury bin.

Gruß

Marcus

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Christian Hildenbrand

RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Christian Hildenbrand » 21. Mai 2007, 23:15

Phil Reinhardt schrieb:

> wenn sich viele Spieler lieber berieseln lassen möchten, als
> ein paar Seiten selber zu lesen, wann schafft die Spielregel,
> übersetzt in Bild und Ton, endlich den Sprung auf DVD?


Manila, Niagara ... also zumindest schon zweimal passiert ... ;-)

Ich glaub, SpaceDealer hatte auch so was drin, oder? :-)

Viele Grüße,

Christian (Urlauber)

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Micha A.
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RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Micha A. » 22. Mai 2007, 06:54

"Marcus" hat am 21.05.2007 geschrieben:

> Da ich allerdings, wie ich den Beiträgen entnehme, mit
> meinen Ansichten ziemlich alleine dastehe

Täte ich so nicht sagen. Ich teile Deine Ansichten voll und ganz - so prinzipiell zumindest. Allerdings hatte ich kürzlich eine von mir organisierte Veranstaltung mit Wenigspielern, bei der genau das Thema "Anleitungen" auch diskutiert wurde. Mit den dort gemachten Erfahrungen (oder auch nur mit den Erfahrungen, die ich regelmäßig mit der besten Ehefrau von allen mache) muss ich leider sagen, dass ich die Entscheidung der Jury gut finde. Damit meine ich jetzt nicht speziell die nominierten 5 Spiele (insbesondere den Dieb von Bagdad nicht), sondern die Auswahl eher einfacher Kandidaten (wobei ich die Regel von Theben bzgl. der Länge von 8 Seiten schon grenzwertig finde, auch wenn sie aus meiner Sicht sehr gut aufbereitet und schnell zu verinnerlichen ist) - quasi die Kapitulation vor der Realität.
Das, was Du beschreibst, ist der Zustand wie man ihn eigentlich erwarten sollte. Die Realität ist leider eine andere...

Grüße,
Micha

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Robina
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Robina » 22. Mai 2007, 09:02

Die Bedenken der Jury bzgl regeln Lesen wollen /können kann ich gut verstehen. Ich gehöre wohl einer aussterbenden Rasse an, da ich Spielregeln noch lese und normalerweise auch vertehe.
Einige mir bekannte Vielspieler lassen sich Regln viel lieber erklären, oder sagen sogar, sie verstehen sie nicht, wenn sie sie allein lesen müssen.
Marcus schrieb:

> Mir geht es einfach nur darum, dass schlechter Spiele
> nominiert werden
> weil man der Ansicht ist die besseren würden die meisten
> nicht verstehen.

Ein schlechtes Spiel ist ein nicht funktionierendes Spiel, oder aus subjektiver Sicht oft auch eins, das man nicht versteht.
Soll die Jury Spiele nominieren, die für viele Spielungeübte schlechte Spiele sind?
Damit machen sich die Nominierungen unglaubwürdig.

Robina

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Phil Reinhardt
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Beiträge: 79

RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Phil Reinhardt » 22. Mai 2007, 11:34

Christian Hildenbrand schrieb:
>
> Phil Reinhardt schrieb:
>
> > wenn sich viele Spieler lieber berieseln lassen möchten, als
> > ein paar Seiten selber zu lesen, wann schafft die Spielregel,
> > übersetzt in Bild und Ton, endlich den Sprung auf DVD?
>
>
> Manila, Niagara ... also zumindest schon zweimal passiert ...

Ein Anfang...mich interessierte hier mehr die Zukunft. Schafft die DVD als Standard-Regelwerk den Sprung in die Schachtel?
Den "Urlauber" möchte ich jetzt nicht weiter beim Surfen stören ;-)

Gruß Phil

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JoelH
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RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 22. Mai 2007, 12:29

Micha A. schrieb:
>
> auch nur mit den Erfahrungen, die ich regelmäßig mit der
> besten Ehefrau von allen mache)

:O :O :O :O :O

Wieviele nennst du von denen denn dein eigen?

:cool: :cool: :cool:

SCNR.

J.

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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 22. Mai 2007, 12:43

Marcus schrieb:
> Es geht mir auch nicht darum, dass Spiel A auf der Liste
> steht und Spiel B das mir viel besser gefällt nicht. Mir geht
> es einfach nur darum, dass schlechter Spiele nominiert werden
> weil man der Ansicht ist die besseren würden die meisten
> nicht verstehen.

"schlechte" und "bessere" sind rein subjektive Begriffe die jeder frei für sich selbst definieren kann wie er will. Von daher haben sie keinen objektiven Wert.

Ich verstehe zB. nicht, was viele gegen den Dieb von Bagdad haben, es ist ein nettes Spiel das ich gerne als Absacker spiele, trotzdem kann man nett an seinen Zügen rumoptimieren, es hat einen gewissen Glücksfaktor aber trotzdem strategische Elemente. Die Anleitung ist gut und kurz. IMHO eigentlich prädestiniert als Einsteigerspiel. Und nichts weiter ist ein Spiel des Jahres. Es sollen jede Menge Nichtspieler "angefixt" werden damit. Das ist IMHO der Sinn des Preises.

Das hat also alles nix mit gut oder schlecht zu tun, sondern es geht rein um Zielgruppenorientiertheit. Und "deine" Spiele scheinen einfach dieser Zielgruppe nicht zu entsprechen.

J.

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peer

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon peer » 22. Mai 2007, 13:34

Hi,
JoelH schrieb:
>
> Marcus schrieb:
> > Es geht mir auch nicht darum, dass Spiel A auf der Liste
> > steht und Spiel B das mir viel besser gefällt nicht. Mir geht
> > es einfach nur darum, dass schlechter Spiele nominiert werden
> > weil man der Ansicht ist die besseren würden die meisten
> > nicht verstehen.


> "schlechte" und "bessere" sind rein subjektive Begriffe die
> jeder frei für sich selbst definieren kann wie er will.

Ja. Notre Dame z.B. finden hier anscheinend einige gar nicht so gut. Ich finde Zooloretto insgesamt sogar ein bisschen besser (wobei man da doch Äpfel mit Birnen vergleicht). Insofern wurde das bessere Spiel gewählt ;-)

> Das hat also alles nix mit gut oder schlecht zu tun, sondern
> es geht rein um Zielgruppenorientiertheit. Und "deine" Spiele
> scheinen einfach dieser Zielgruppe nicht zu entsprechen.

Genau.
Mal ehrlich jedes Jahr dasselbe (ich nehm mich da nicht aus). Eine Seite sagt "So kompliziert sind die Spiele gar nicht", die andere "Doch!" (oder -wie letztes Jahr die österreichische Jury gar "Die sind sogar zu kompliziert!"). Wer Recht hat kann nicht bestimmt werden, denn es fehlen objektive Zahlen.
Fakt ist aber: Das Spiel des Jahres verkauft sich auch nach fast 30 Jahren immer noch hervorragend. Wenn die Wahl so an der Zielgruppe vorbei wäre, wäre das längst nicht mehr der Fall.

ciao
peer

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Christiane F.

[OT] RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Christiane F. » 22. Mai 2007, 16:34

hm, hat da jemand seinen Kishon nicht gelesen?

Klugsch...erische Grüsse,

Christiane

(nagt noch an ihrem sinnvollen Beitrag zum Thema).

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Re: [OT] RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Christiane F. » 22. Mai 2007, 18:12

Das ist jetzt nicht wahr, oder?
Ich hab jetzt seit halb 5 an einem Beitrag geschrieben, und als ich auf 'Absenden' klicke, kommt die Meldung:

Bitte loggen Sie sich ein, wenn Sie einen Beitrag schreiben wollen.

Na gut, dann halt net.:-/ :cry: :evil:

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Marcus
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Re: [OT] RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 22. Mai 2007, 18:46

Hallo,

schade eigentlich, aber vielleicht kannst du dich ja zu einem zweiten Anlauf durchringen.

Gruß

Marcus

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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 22. Mai 2007, 18:53

Hallo,

> "schlechte" und "bessere" sind rein subjektive Begriffe die
> jeder frei für sich selbst definieren kann wie er will. Von
> daher haben sie keinen objektiven Wert.

das stimm ich dir voll zu.

> Ich verstehe zB. nicht, was viele gegen den Dieb von Bagdad

Ich habe nichts gegen den Dieb von Bagdad.

> haben, es ist ein nettes Spiel das ich gerne als Absacker
> spiele,

Von einem Spiel des Jahres erwarte ich persönlich mehr, als dass es für einen Absacker ausreichend ist. Man sollte damit schon einen Arbend bestreiten können.

> Das hat also alles nix mit gut oder schlecht zu tun, sondern
> es geht rein um Zielgruppenorientiertheit. Und "deine" Spiele
> scheinen einfach dieser Zielgruppe nicht zu entsprechen.

Um das beurteilen zu können müsste man die Zielgruppe erst einmal eindeutig definieren.
(siehe auch Antwort auf Beitrag von peer)

Gruß

Marcus

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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 22. Mai 2007, 19:03

Hallo,

> Genau.
> Mal ehrlich jedes Jahr dasselbe (ich nehm mich da nicht aus).
> Eine Seite sagt "So kompliziert sind die Spiele gar nicht",
> die andere "Doch!" (oder -wie letztes Jahr die
> österreichische Jury gar "Die sind sogar zu kompliziert!").
> Wer Recht hat kann nicht bestimmt werden, denn es fehlen
> objektive Zahlen.
> Fakt ist aber: Das Spiel des Jahres verkauft sich auch nach
> fast 30 Jahren immer noch hervorragend. Wenn die Wahl so an
> der Zielgruppe vorbei wäre, wäre das längst nicht mehr der
> Fall.


Das stimmt, aber man muss auch berücksichtigen, dass die Regeln der Preisträger (z.B. 8 Seiten bei Niagara) dann auf einmal nicht mehr zu kompliziert für die Zielgruppe sind. Bei dem "Deutscher Spiele Preis" sind die Preisträger meistens unter den ersten fünf, wobei einige den anderen nominierten docht etwas weiter abgeschlagen sind. Also scheint es ja doch Spiele für alle zu geben, oder?

Gruß

Marcus

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Roland G. Hülsmann
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RE: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 22. Mai 2007, 19:08

Phil Reinhardt schrieb:

> Schafft die DVD als Standard-Regelwerk den Sprung in die
> Schachtel?

Wohl kaum, da die DVD sicher nicht mehr das Medium der Zukunft ist. ;)

Ein Problem wäre auch die Tatsache, daß in manchem Spielzimmer eben nicht die Heimkinanlage mit DVD-Player steht und in manchem Wohnzimmer der Couchtisch nicht sonderlich spielegeignet ist.

Gruß
Roland

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peer

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon peer » 22. Mai 2007, 19:45

Hi,
Marcus schrieb:
> Um das beurteilen zu können müsste man die Zielgruppe erst
> einmal eindeutig definieren.
> (siehe auch Antwort auf Beitrag von peer)

Zitat www.spiel-des-jahres.de :
"(...) anderen muss die Jury die Qualität stets im Hinblick auf die Zielgruppe beurteilen, also ein sehr heterogenes Publikum, das nur zu einem geringen Teil aus Spiele-Spezialisten besteht"

und
"wenn die Qualität des Spiels im Hinblick auf die Zielgruppe des Preises stimmt, also „Familie und Gesellschaft“ in einem umfassenden Sinn "

Schwerpunkt ist also die spielende Familie, und nur zu einem sehr kleinen Teil Spiele-Spezialisten (aka Vielspieler)

ciao
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon peer » 22. Mai 2007, 19:48

Hi,
Marcus schrieb:
> Das stimmt, aber man muss auch berücksichtigen, dass die
> Regeln der Preisträger (z.B. 8 Seiten bei Niagara) dann auf
> einmal nicht mehr zu kompliziert für die Zielgruppe sind. Bei
> dem "Deutscher Spiele Preis" sind die Preisträger meistens
> unter den ersten fünf, wobei einige den anderen nominierten
> docht etwas weiter abgeschlagen sind. Also scheint es ja doch
> Spiele für alle zu geben, oder?

Gerade der DSP ist aber etwas kritisch zu beurteilen: Zum einen wird er fast ausschließlich von Vielspielern gewählt, hat also eine andere Zielgruppe. Zum zweiten stimmt jeder nach anderen Kriterien ab, weswegen die Aussage etwas diffus ist. Zum dritten -und das ist der Hauptpunkt in diesem Zusammenhang - kann nur ein Spiel gewählt werden, das viele kennen. Das SdJ kennt fast jeder (auch Vielspieler probieren es mal aus und wenn nur um mitreden zu können) und hat dementsprechend viele Chancen weit nach oben zu kommen. Die nominierten werden dann schon nicht ganz so viel gespielt.

ciao
peer

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JoelH
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 22. Mai 2007, 20:26

Marcus schrieb:
>
> (z.B. 8 Seiten bei Niagara) dann auf
> einmal nicht mehr zu kompliziert für die Zielgruppe sind.

Dafür ist das Spiel schrott ;) SCNR.


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