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Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

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JoelH
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 22. Mai 2007, 20:30

Marcus schrieb:
>
> Hallo,
>
> > "schlechte" und "bessere" sind rein subjektive Begriffe die
> > jeder frei für sich selbst definieren kann wie er will. Von
> > daher haben sie keinen objektiven Wert.
>
> das stimm ich dir voll zu.
>
> > Ich verstehe zB. nicht, was viele gegen den Dieb von Bagdad
>
> Ich habe nichts gegen den Dieb von Bagdad.
>

Das hab ich auch nicht gesagt. Aber es klang hier schon in so manchem Posting an.

> > haben, es ist ein nettes Spiel das ich gerne als Absacker
> > spiele,
>
> Von einem Spiel des Jahres erwarte ich persönlich mehr, als
> dass es für einen Absacker ausreichend ist. Man sollte damit
> schon einen Arbend bestreiten können.
>

Dieses Prädikat spreche ich zB. TuT völlig ab, für mich die größte Schlaftablette und dazu noch ohne irgendeine Art von Interaktion.... Naja und TuT wurde auch - warum auch immer in meinen Augen jetzt - SdJ.

> > Das hat also alles nix mit gut oder schlecht zu tun, sondern
> > es geht rein um Zielgruppenorientiertheit. Und "deine" Spiele
> > scheinen einfach dieser Zielgruppe nicht zu entsprechen.
>
> Um das beurteilen zu können müsste man die Zielgruppe erst
> einmal eindeutig definieren.
> (siehe auch Antwort auf Beitrag von peer)

Siehe dazu das Posting von peer und den Link auf die SdJ-Seite, da wird die Zielgruppe IMHO relativ genau definiert.

J.

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Marcus
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Beiträge: 69

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 22. Mai 2007, 21:49

Hallo,
>
> Gerade der DSP ist aber etwas kritisch zu beurteilen: Zum
> einen wird er fast ausschließlich von Vielspielern gewählt,
> hat also eine andere Zielgruppe.

Das ist was ich gemeint habe. Zwei unterschiedliche Zielgruppen und das gleiche Spiel in beiden auf den vorderen Plätzen.

> ist. Zum dritten -und das ist der Hauptpunkt in diesem
> Zusammenhang - kann nur ein Spiel gewählt werden, das viele
> kennen. Das SdJ kennt fast jeder (auch Vielspieler probieren
> es mal aus und wenn nur um mitreden zu können) und hat
> dementsprechend viele Chancen weit nach oben zu kommen. Die
> nominierten werden dann schon nicht ganz so viel gespielt.

Das hast du wohl recht. Davon könnte die Bewertung durchaus beeinflusst werden.

Gruß

Marcus

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Marcus
Brettspieler
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 22. Mai 2007, 22:09

OK,

dass die Zielgruppe für das Spiel des Jahres die spielende Familie ist leuchtet mir schon ein. Aber wie alt sind die Kinder, auch 17 und 18 jährige oder nur jüngere. Sind alle sozialen Schichten gleichmäßig vertreten, oder sind z.B. akademiker Familien häufiger. Wie groß ist die Lesebereitschaft im allgemeinen, wie groß ist die Lesebereitschaft für Anleitungen usw. Wenn man die Spielespezialisten weg läßt bleiben immer noch über 80.000.000 Menschen übrig, die wohl auch größtenteils zu einer Familie gehören. Kann mir nicht ganz vorstellen, dass das Spiel des Jahres eine Zielgruppe von 80.000.000 Menschen hat. Aber darüber soll sich mal ein klügerer Mensch als ich den Kopf zerbrechen.
Ich persönlich fände es nur schade, wenn in Zukunft die etwas anspruchsvolleren Spiele, die es in den vergangen Jahren immer wieder gab, keine Berücksichtigung beim Spiel des Jahres mehr erhalten würde, nur um irgend eine Zielgruppe zu entsprechen. Mögen diese Spiele der Zielgruppe nun mehr oder weniger gerecht werden.

Gruß

Marcus

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JoelH
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Beiträge: 302

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 22. Mai 2007, 22:12

Marcus schrieb:
>
> Hallo,
> >
> > Gerade der DSP ist aber etwas kritisch zu beurteilen: Zum
> > einen wird er fast ausschließlich von Vielspielern gewählt,
> > hat also eine andere Zielgruppe.
>
> Das ist was ich gemeint habe. Zwei unterschiedliche
> Zielgruppen und das gleiche Spiel in beiden auf den vorderen
> Plätzen.
>

Und wie oft kam das vor?
Zuletzt war dies bei Carcasonne der Fall, ein Kultspiel. Davor Tikal, welches ich nicht als in die Zielgruppe SdJ rechne. Da hat die Jury mal für die Vielspieler abgestimmt, IMHO. Davor El Grande und Die Siedler von Catan.

Also nur in ein Drittel der Fälle und diese Spiele fallen alle in die "gehobene" Klasse was die Komplexität des SdJ angeht.

Bei allen Spielen davor bin ich der Meinung, dass die Spieleszene wohl noch eine ganz andere war. Heimlich&Co ist ein geniales Spiel, haben wir in der Schule bis zu Exzess gezockt, aber DSP? Interessant seicht.....

J.

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wolfi1971
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon wolfi1971 » 23. Mai 2007, 10:40

Marcus schrieb:

> Zitat: "Dies ist auch deshalb wichtig, weil die Bereitschaft
> zum Lesen der Regeln immer weiter abnimmt. Zudem haben
> Verbraucher immer häufiger Probleme, Regeltexte in einen
> runden Spielablauf umzusetzen. Vor diesem Hintergrund ist es
> wichtig, einfache, aber spannende Spielangebote zu machen,
> die Interesse für mehr erzeugen."

Da steckt meiner Meinung nach ein großes Körnchen Wahrheit drin - leider!

> Dieser Aussage kann ich persönlich nicht ganz zustimmen. Ich
> finde, dass sehr wohl eine gewisse Bereitschaft vorhanden ist
> sich mit einer Materie auseinander zu setzten, allerdings
> kommt es auf die Materie an.

Ganz kurz gesagt: Du kannst nicht von uns Vielspielern auf Gelegenheitsspieler schließen oder vielleicht auf eine Familie, die sich gelegentlich am Abend für eine Spielrunde zusammenfindet.
Im harten Kern unserer Spielegruppe habe ich kein Problem damit, auch komplexere Spiele vorzustellen, da sind alle mit Begeisterung dabei. Lange Regelwerke sind eine Herausforderung, keine Abschreckung. Wenn aber mal Leuten dazukommen, die nur selten spielen, ist jede Regelerklärung, die mehr als 10 Minuten in Anspruch nimmt, zu viel des Guten. Da sehe ich dann, wie die Augen rollen und blicke in manches verständnislose Gesicht und dann kommt aus dem weiten Rund auch schon meine Lieblingsfrage... "Können wir nicht einfach anfangen?"

Ich rede jetzt allein vom Erklären, das selbständige Erarbeiten einer Spielregel ist doch noch mal eine Kategorie höher. Mir persönlich macht es sehr viel Spaß, ein neues Spiel zu entdecken und anhand der Regeln den Spielablauf nachzuvollziehen. Wenn ich aber an unsere Gelegenheitsspieler denke, die würden so manche dieser Spielregeln spätestens auf der zweiten Seite in den Karton zurücklegen und verzweifelt aufgeben. Dabei sind das keine Dümmlinge, sie haben nur einfach nicht so den Draht dazu und die Geduld dafür.

> Meiner Meinung nach wird jemand der Interesse an etwas hat
> auch die Regeln lesen und die anderen werden sich auch durch
> einfach Regeln nicht locken lassen.

Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Ich denke schon, dass die Regeln für viele Gelegenheitsspieler eine große Hürde darstellen. Ganz persönlich glaube ich, dass sogar ein wenig Talent und Erfahrung dazu gehört, um die Regelwerke komplexere Spiele zu verstehen. Deshalb scheitern bestimmt viele Gelegenheitsspieler an längeren Spielregeln, auch wenn sie das Spiel gerne spielen würden und es ihnen sicher Spaß machen würde.

> Ich würde einige Titel der Auswahl- und Empfehlungsliste
> miteinander tauschen.

Da sind wir uns hingegen absolut einig. :-)

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peer

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon peer » 23. Mai 2007, 14:41

Hi,
Marcus schrieb:
>> den Kopf zerbrechen.
> Ich persönlich fände es nur schade, wenn in Zukunft die etwas
> anspruchsvolleren Spiele, die es in den vergangen Jahren
> immer wieder gab, keine Berücksichtigung beim Spiel des
> Jahres mehr erhalten würde, nur um irgend eine Zielgruppe zu
> entsprechen. Mögen diese Spiele der Zielgruppe nun mehr oder
> weniger gerecht werden.

Definiere "Anspruchsvoller".
Die Zielgruppe aus den Augen zu lassen wäre wohl absolut kontraproduktiv. Das SdJ bringt nur dann einen Gewinn, wenn es von der Bevölkerung angenommen wird. Würde die Jury konsequent an der Zielgruppe vorbei entscheiden, wäre der Preis auf Dauer sinnlos.
Das heißt ja nicht, dass anspruchsvollere Spiele keine Chance hätten: Tikal war SdJ, ebenso El Grande. Puerto Rico war nominiert. Nur muss es eben auch geeignete, anspruchsvolle Spiele geben (Da kann man sich dann drüber streiten, ob es die gibt).
Aber hin oder her: Der SdJ zeichnet nun einmel nicht das "beste" Spiel aus. Sein Sinn und Zweck ist klar definiert. Man mag mit dieser Definition (Förderung Kulturgut Spiel, Hauptaugenmerk auf spieleunerfahrene Familien etc) konform gehen oder nicht - aber der Jury vorzuwerfen, sie würde sich an die eigenen Regeln halten ist absurd (damit meine ich jetzt nicht nur dein Posting).Es ist ein bisschen so als würde man sich beschweren, dass beim Fußball nicht die sympathischste Mannschaft gewinnt.
Umgekehrt der DSP: Der sagt im Prinzip nichts weiter aus, als dass der Gewinner von den Abstimmenden die meisten Punkte bekommen hat. Ist es nun das "beste" Spiel? Das Spiel, das am besten für Vielspieler geeignet ist? Oder was eigentlich? Eine klare Aussage fehlt dort. (Die beliebteste Neuerscheinung ist es übrigens auch nicht, sonst würde wohl immer Pokemon gewinnen).

ciao
peer

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Heinrich Tegethoff

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 23. Mai 2007, 15:34

Hallo Marcus,

Marcus schrieb:
> Ich persönlich fände es nur schade,

hier möchte ich wieder rufen: warum?

Warum soll ein Spiel "Spiel des Jahres" werden?
* Weil es mein Liebling ist?
Das war bei bei mir z.B. "San Juan" (-) und "Niagara" (+).
Ich bin Fan und bejubel lieber den Sieg meines Favoriten.
Schön. Aber damit kommen wir beim Thema "anspruchsvoll" nicht weiter. Aber es erklärt viele Emotionen hier im Forum.

* Weil ich lieber sehe, dass die mit dem SdJ-Logo gemachten Umsätze in die für mich interessanten Spiele bzw. deren Verlage fliessen und damit langfristig mehr "meine" Spiele zur Verfügung stehen?
Verführerischer Gedanke - ich habe ihn auch!
Aber ich weis (mittlerweile), dass man damit auf Dauer das SdJ-Logo kaputt macht, und genau [b]das[/b] will die Jury nicht (sagt sie wörtlich)! M.E. hätte es 2001 ohne den "Überflieger" CC auch zur Spaltung der Jury kommen können, da 2000 die Torres-Akzeptanz in der Zielgruppe sehr niedrig war, und Tikal hatte 1999 viele überfordert - die Zielgruppe war sensibel und kaufte 2000 nicht mehr "blind". CC löste das Problem durch seine Art -- aber 2002 wäre beinahe der Tod der Marke "SdJ" geweesen, wäre Puerto Rico SdJ geworden.


> wenn in Zukunft die etwas
> anspruchsvolleren Spiele, die es in den vergangen Jahren
> immer wieder gab, keine Berücksichtigung beim Spiel des
> Jahres mehr erhalten würde, nur um irgend eine Zielgruppe zu
> entsprechen.

Ganz ehrlich: Ignoriest Du im Beruf auch Deine Zielgruppe, meist "Kunden" genannt? Wohl kaum, die Frage ist rhetorisch.

Ich möchte auch gerne "anspruchsvolle" Spiele als SdJ sehen, und beim Gedanken, den "Dieb von Bagdad" ein Dutzend Mal auf der Spielwiesn erklären zu müssen: :eek:
Ergo möchte ich das anspruchsvollste Spiel als SdJ sehen, was die Zielgruppe noch akzeptiert (und dies ist für mich heuer Yspahan; wobei ich JvT nicht kenne). Meine Vermutung ist, dass die Jury dies genau so sieht, nur weicht deren gemeinsame Bewertung von Anspruch und Noch-Akzeptanz gering ab, was aber auch zu anderen Spielen führt.

Und es gibt nun einmal eine nicht mehr wegzuredende Nicht-Akzeptanz bei der "Regel-Lesen"-Menge. Dies ist heuer auf Jury-Seite vielleicht sensibler, und Yspahan steht dann plötzlich hinter Zooloretto.

> Mögen diese Spiele der Zielgruppe nun mehr oder weniger gerecht werden.

Sie optimal zu treffen, ist aber Ziel des Preises "SdJ"!
Über die konkreten Angebote können wir uns gerne streiten (= niveauvoll diskutieren), über die Zusammensetzung der "Zielgruppe" wird eh viel geredet, das Ergebnis bleibt: die Jury wählt.

Servus,
Heinz

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Marcus
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 24. Mai 2007, 00:22

Hallo,

na ja, in den letzten zehn Jahren gabe es drei Spiele die Spiel des Jahres waren und nicht unter den ersten drei beim DSP. Und unter den ersten drei ist bei mir schon auf den vorderen Plätzen.

Gruß

Marcus

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Marcus
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 24. Mai 2007, 00:58

Hallo Heinz,

> Warum soll ein Spiel "Spiel des Jahres" werden?

weil es unter berücksichtigung bestimmer Kriterien, Spieleranzahl, Spielzeit, Komplexität usw. das scheinbar "beste" Spiel ist.

> * Weil es mein Liebling ist?

Nein, für mich sollte es ein Musterbeispiel für das Hobby Brettspiele sein. Erwarten, dass einem immer alles gefällt darf man wohl nicht.

> * Weil ich lieber sehe, dass die mit dem SdJ-Logo gemachten
> Umsätze in die für mich interessanten Spiele bzw. deren
> Verlage fliessen und damit langfristig mehr "meine" Spiele
> zur Verfügung stehen?
> Verführerischer Gedanke - ich habe ihn auch!
> Aber ich weis (mittlerweile), dass man damit auf Dauer das
> SdJ-Logo kaputt macht, und genau [b]das[/b] will die Jury
> nicht (sagt sie wörtlich)! M.E. hätte es 2001 ohne den
> "Überflieger" CC auch zur Spaltung der Jury kommen können, da
> 2000 die Torres-Akzeptanz in der Zielgruppe sehr niedrig war,
> und Tikal hatte 1999 viele überfordert - die Zielgruppe war
> sensibel und kaufte 2000 nicht mehr "blind". CC löste das
> Problem durch seine Art -- aber 2002 wäre beinahe der Tod der
> Marke "SdJ" geweesen, wäre Puerto Rico SdJ geworden.

Dazu kann ich ganz ehrlich nichts sagen, da mir dafür die Verkaufszahlen und Hintergrundinformationen fehlen.

>
> Ganz ehrlich: Ignoriest Du im Beruf auch Deine Zielgruppe,
> meist "Kunden" genannt? Wohl kaum, die Frage ist rhetorisch.

Allerdings kann ich im Beruf auch viel emotionsloser Entscheidungen treffen als bei meinem Hobby. Nur in den seltesten Fällen versuche ich in meiner Freizeit meine Freunde und Bekannten für mein Arbeit zu begeistern. Bei Brettspielen sieht das des öfteren anders aus.

>
> Ich möchte auch gerne "anspruchsvolle" Spiele als SdJ sehen,
> und beim Gedanken, den "Dieb von Bagdad" ein Dutzend Mal auf
> der Spielwiesn erklären zu müssen: :eek:
> Ergo möchte ich das anspruchsvollste Spiel als SdJ sehen, was
> die Zielgruppe noch akzeptiert (und dies ist für mich heuer
> Yspahan; wobei ich JvT nicht kenne). Meine Vermutung ist,
> dass die Jury dies genau so sieht, nur weicht deren
> gemeinsame Bewertung von Anspruch und Noch-Akzeptanz gering
> ab, was aber auch zu anderen Spielen führt.

Was der Jury ja auch ihr gutes Recht ist. Immerhin sind die Jurymitglieder ja die Experten und nicht ich. Trotzdem muss ich mit ihrer Meinung ja nicht konform gehen.

>
> Sie optimal zu treffen, ist aber Ziel des Preises "SdJ"!
> Über die konkreten Angebote können wir uns gerne streiten (=
> niveauvoll diskutieren), über die Zusammensetzung der
> "Zielgruppe" wird eh viel geredet, das Ergebnis bleibt:

Allerdings bleibt doch die Frage wie weit ich mich dieser Zielgruppe anpassen muss. Wenn man sich die bekannte deutsche Tageszeitung mir vier Buchstaben ansieht, kann man sich sehr leicht vorstellen was die Zielgruppe wünscht. Als eine Person die keinerlei finaziellen Nutzen hat, graut mir vor einer Memory-Variante als Spiel des Jahres mit Germany's next topmodel auf der Schachtel. Allerdings wenn es nur darum geht eine möglichst große Bevölkerungsschicht zu erreichen könnte das schon funktionieren.


die
> Jury wählt.

Dem Satz ist wohl nichts hinzuzufügen.

Gruß

Marcus

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Marcus
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 24. Mai 2007, 01:13

Hallo,


> Definiere "Anspruchsvoller".

Für mich bedeutet Anspruchsvoll ein Spiel bei dem meine Entscheidungen maßgeblich zum Sieg beitragen und der Sieg weniger vom Würfelglück bzw. ziehen von Karten abhängig ist. Das ist aber mit Sicherheit keine allgemeingültige Definition.

> Die Zielgruppe aus den Augen zu lassen wäre wohl absolut
> kontraproduktiv. Das SdJ bringt nur dann einen Gewinn, wenn
> es von der Bevölkerung angenommen wird. Würde die Jury
> konsequent an der Zielgruppe vorbei entscheiden, wäre der
> Preis auf Dauer sinnlos.

Wenn es um Verkaufszahlen geht gebe ich dir da völlig recht. Allerdings bleibt die Frage wie weit man bereit ist sich der Zielgruppe anzupassen. Wenn man sich einmal ansieht was in der Computerspiele-Industrie alles betrieben wird um der Zielgruppe gerecht zu werden. Da sind einige Spiele, welche die Zielgruppe laut verkaufszahl besser erreichen als jedes Spiel des Jahres, doch etwas Grenzwertig im Bezug auf zumindest meinen Geschmack. Da ich die ganze Sache, ohne finazielle Interessen betrachte, wünsche ich mir ein solche Entwicklung für den Bereich Brettspiele nicht.

Gruß

Marcus

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Marcus
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 24. Mai 2007, 01:25

Hallo,

was mich bei dieser Sache nur einwenig Stört ist, wir reden hier nur von vier bis acht Seiten. Wenn jemand schreibt, dass ihm ein "Twilight Imperium III" mit über vierzig Seiten Regeln und einer Spieldauer von mehreren Stunden einfach zu lange ist, kann ich das gut verstehen. Bei den vier kleinen Seiten von "Thurn und Taxis" kann ich das nicht ganz nachvollziehen. Selbst wenn man eine Regel falsch interpretiert verstehe ich nicht ganz wo da die Hürde ist, welche die Spiele für Gelegenheitsspieler unspielbar macht.

Gruß

Marcus

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JoelH
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 24. Mai 2007, 08:11

Marcus schrieb:
>
> Hallo Heinz,
>
> > Warum soll ein Spiel "Spiel des Jahres" werden?
>
> weil es unter berücksichtigung bestimmer Kriterien,
> Spieleranzahl, Spielzeit, Komplexität usw. das scheinbar
> "beste" Spiel ist.
>

Ersetze "beste" durch "geeignetste" und ich gehe mit dieser Aussage konform.

[snip]

> > Ganz ehrlich: Ignoriest Du im Beruf auch Deine Zielgruppe,
> > meist "Kunden" genannt? Wohl kaum, die Frage ist rhetorisch.
>
> Allerdings kann ich im Beruf auch viel emotionsloser
> Entscheidungen treffen als bei meinem Hobby. Nur in den
> seltesten Fällen versuche ich in meiner Freizeit meine
> Freunde und Bekannten für mein Arbeit zu begeistern. Bei
> Brettspielen sieht das des öfteren anders aus.
>

Das ist ja aber genau der Punkt! Für die Jury ist die Entscheidung eben keine emotionale Hobby(Bauch)entscheidung, sondern ein professionell zu handhabendes Auswahlverfahren um Kunden zu befriedigen.


J.

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JoelH
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 24. Mai 2007, 08:14

Marcus schrieb:
>
> Hallo,
>
> na ja, in den letzten zehn Jahren gabe es drei Spiele die
> Spiel des Jahres waren und nicht unter den ersten drei beim
> DSP. Und unter den ersten drei ist bei mir schon auf den
> vorderen Plätzen.

Dann verstehe ich dein Problem mit dem SdJ aber nicht!? Wenn 70% die Spiele doch auch beim, bei dir bevorzugten, DSP unter den ersten drei sind, dann scheint die SdJ-Jury ja doch einen guten Job zu machen. Oder sind dir 70% "Trefferquote" zu wenig?

J.

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Heinrich Tegethoff

Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 24. Mai 2007, 10:23

Hallo Marcus,

Marcus schrieb:
> > Warum soll ein Spiel "Spiel des Jahres" werden?
>
> weil es unter berücksichtigung bestimmer Kriterien,
> Spieleranzahl, Spielzeit, Komplexität usw. das scheinbar
> "beste" Spiel ist.

Zustimmung. Aaaaaber: "beste" ist zwar vergleichsweise objektiv messbar, aber nicht ohne den Bewertungsmaßstab. Und dies ist eben die Zielgruppe. Jede Preisverleihung hat nun einmal eine eigene Zielgruppe hinter sich, auch wenn diese Preise dann "Universalität" propagieren. Kennen keinen Computer-HW/SW-Preis, der dies nicht tut.

Dies ist beim DSP nicht anders als beim SdJ, aber die Jury hat ein klar definiertes Ziel und eine recht klar definierte Zielgruppe, auch wenn nicht 100% klar ist, was dieser Zielgruppe zur Zeit am wichtigsten ist. Aber die "Experten" kennen ihre Zielgruppe gut.

Ergo ist auch das mit SdJ-Logo versehene Spiel das "beste" Spiel des Jahres. Nur vielleicht nicht für Dich und für mich. Habe ich aber bei Niagara, TuT u.a. auch erlebt (auch [i]mein[/i] SdJ), obwohl diese dann eben nicht DSP-#1 wurden.

>> [snip]
> Dazu kann ich ganz ehrlich nichts sagen, da mir dafür die
> Verkaufszahlen und Hintergrundinformationen fehlen.

Ist von mir auch nur in den letzten 3 Jahren aus dem Forum gepickt, aber im Hinterkopf behalten worden. Ohne ist aber genau dieser wichtige Wirkmechanismus nicht zu verstehen.
"Als Michael Knopf die Jury im Richtungsstreit verlies..."

> > Ganz ehrlich: Ignoriest Du im Beruf auch Deine Zielgruppe,
> > meist "Kunden" genannt? Wohl kaum, die Frage ist rhetorisch.
>
> Allerdings kann ich im Beruf auch viel emotionsloser
> Entscheidungen treffen als bei meinem Hobby. Nur in den
> seltesten Fällen versuche ich in meiner Freizeit meine
> Freunde und Bekannten für mein Arbeit zu begeistern. Bei
> Brettspielen sieht das des öfteren anders aus.

Also würdest Du den SdJ-Hauptpreis auch nach emotionalen Kriterien vergeben, oder?
Lese doch einmal, wie sich die Jury selbst präsentiert zur Frage "seriöse, professionelle Entscheidungsfindung", einem aktuellen Beitrag zur Klausurtagung letzte Woche:
http://www.spiel-des-jahres.de/cms/front_content.php?idcatart=472

> Was der Jury ja auch ihr gutes Recht ist. Immerhin sind die
> Jurymitglieder ja die Experten und nicht ich.

Woher rekrutiert sich die Jury? Dies ist eine wichtige Frage. Die Jury beantwortet dies selbst auf ihrer Homepage. Primär: nebenberufliche Journalisten, die häufig Rezensionen über Spiele in [b]allgemeinen[/b] (nicht-spiele-speziellen) Medien veröffentlichen. Ergo kennen sie ihre Zielgruppe, sonst wirft sie die Redaktion des Mediums bald als dem Programm.

> Trotzdem muss ich mit ihrer Meinung ja nicht konform gehen.

Tun die Jurymitglieder anfangs selbst nicht. Nur am Ende sind sie sich einig, um das Gesamtbild zu vertreten. Wie in jeder Jury wird aber keiner intern mit jedem Detail einverstanden sein, aber das äußere Gesamtergebnis muss jedem stimmen.

> Allerdings bleibt doch die Frage wie weit ich mich dieser
> Zielgruppe anpassen muss.

Gar nicht. Im Zweifel bis Du nicht Zielgruppe -- des Hauptpreises "Spiel des Jahres". Ich bin es auch nicht. Ich beobachte die Jury aber genau, denn mein Lieblingshobby hängt langfristig von deren Entscheidungen ab.

> Wenn man sich die bekannte deutsche
> Tageszeitung mir vier Buchstaben ansieht, kann man sich sehr
> leicht vorstellen was die Zielgruppe wünscht. Als eine Person
> die keinerlei finaziellen Nutzen hat, graut mir vor einer
> Memory-Variante als Spiel des Jahres mit Germany's next
> topmodel auf der Schachtel.

Gibt es schon.
Neben den HiG-Spielen bei einem grossen Münchner Spieleladen liegt "Busen-Memo".
Dessen Verkaufszahlen kenne ich nicht, aber das Spiel liegt "in der dunklen Ecke". So wie die für die meisten Kunden zu anspruchsvollen Spiele (Funkenschlag, Amun-Re, HiG im allgemeinen etc).

> Allerdings wenn es nur darum geht eine möglichst große Bevölkerungsschicht zu erreichen könnte das schon funktionieren.

Will dies die Jury? Nein!
Erreichbarkeit ist nicht das Ziel.
Denn es funktioniert seit 25 Jahren nach dem Prinzip: 'Die Vorjahre war die Empfehlung "SdJ" zumeist gut für uns, kaufen wir heuer wieder das SdJ?'.
Hohe Erreichbarkeit hat das Logo, aber die "Marke" kann auch verbrennen. Und dies schaffen sowohl Spiele, die zu anspruchsvoll für die ca. 300,000 Käufer sind, als auch "banale" Spiele, die reizlos sind oder gar technisch schlecht funktionieren.

Bzgl. "technisch funktionieren" hat die Jury aber ihr Augenmerk wohl auf die "Regel-Lesen-Menge" gelegt -- dem Ausgangspunkt dieses Threads.

Servus,
Heinz

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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 24. Mai 2007, 18:35

Marcus schrieb:
> Bei den vier kleinen
> Seiten [..] kann ich das nicht ganz
> nachvollziehen.

Kann es sein, dass die urgendwie als Amerikanischer Anwalt tätig bist der jedes Wort auf eine Goldwaage legt und dadurch den Profit berechnet?

Ich glaub, du nimmst den Text einfach viel zu wörtlich. Auf der anderen Seite, schau dir mal an wie weit SvC gekommen ist und wie lang da die Anleitung des Basisspiels ist ;)

Komplexität passt auch auf kleinen Raum.

J.

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Marcus
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 24. Mai 2007, 19:28

Hallo,

ich finde, dass die Jury bis jetzt nicht nur eine gute sondern eine sehr gute Arbeit geleistet hat. Und meine Sorge ist, dass sich das mit einer Anpassung an die Zielgruppe zumindest aus meiner Sicht ändern könnte.

Gruß

Marcus

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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon JoelH » 24. Mai 2007, 19:35

Marcus schrieb:
>
> Und meine Sorge
> ist, dass sich das mit einer Anpassung an die Zielgruppe
> zumindest aus meiner Sicht ändern könnte.
>


Dafür habe ich keine Sorge, dass sich Yspahan (und Arkadia) auch ganz weit vorne beim DSP finden wird.

J.

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Marcus
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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 24. Mai 2007, 19:54

Hallo,

> Also würdest Du den SdJ-Hauptpreis auch nach emotionalen
> Kriterien vergeben, oder?
> Lese doch einmal, wie sich die Jury selbst präsentiert zur
> Frage "seriöse, professionelle Entscheidungsfindung", einem
> aktuellen Beitrag zur Klausurtagung letzte Woche:
> http://www.spiel-des-jahres.de/cms/front_content.php?idcatart=472

bei aller Professionalität die ich der Jury auch mit sicherheit nicht abstreiten will, bleibt es doch oft eine Bauchentscheidung ob mir Spiel A oder B besser gefällt.


> Gar nicht. Im Zweifel bis Du nicht Zielgruppe -- des
> Hauptpreises "Spiel des Jahres". Ich bin es auch nicht. Ich
> beobachte die Jury aber genau, denn mein Lieblingshobby hängt
> langfristig von deren Entscheidungen ab.

Und das ist der springende Punkt, für all die Aufregung.

> Gibt es schon.
> Neben den HiG-Spielen bei einem grossen Münchner Spieleladen
> liegt "Busen-Memo".

Ohne weiteren Kommentar :)

> Bzgl. "technisch funktionieren" hat die Jury aber ihr
> Augenmerk wohl auf die "Regel-Lesen-Menge" gelegt -- dem
> Ausgangspunkt dieses Threads.

Wobei ich gestehen muss, dass ich nach dem Lesen des von dir geposteten Bericht "Reden und Spielen - Protokoll einer Klausurtagung" zugeben muss, dass ich wohl etwas zu viel in die Aussage hinein interpretiert habe. Die Jury scheint doch ihrem bisherigen Kurs treu zu bleiben.

Gruß

Marcus

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Re: Kommentar der Jury zum Jahrgang 2007 der Familienspiele

Beitragvon Marcus » 24. Mai 2007, 19:56

Hallo,

> Kann es sein, dass die urgendwie als Amerikanischer Anwalt
> tätig bist der jedes Wort auf eine Goldwaage legt und dadurch
> den Profit berechnet?

leider nicht die sollen ja richtig gut verdienen.

Gruß

Marcus


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