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Inflation und Kartenspiel-Preise

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Der Landvogt
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Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Der Landvogt » 14. November 2007, 10:39

Moin moin,

mich würde mal eure Meinung zu den aktuellen und zu den zu erwartenden Kartenspielpreisen interessieren. Ich habe mich am Wochenende mit einem Bekannten unterhalten, der hin und wieder in einem Spieleladen jobt.

Vor der Euro-Einführung kosteten Adlung- und Amigo-Kartenspiele etwa 10 DM. Jetzt liegt Amigo bei 7,50 und Adlung bei 8 Euro.
Kurzer Einschub: NEIN ich finde das nicht zu teuer. etwa die Hälfte meiner Spielesammlung sind Kartenspiele und das Preis-Leistungsverhältnis ist zumeist top.

Nun kosten z.B. ein Kuhhandel und ein Werwölfe von Düsterwald ohnehin schon 10 Euro oder mitunter im Laden sogar mehr.
Dürfen wir also erwarten, dass sich die Kartenspiele in absehbarer Zeit alle bei mindestens 10 Euro bewegen werden.
Nehmen wir das als Käufer einfach hin undd sagen Okay ist in Ordnung? Oder schlucken wir erstmal kräftig und schütteln den Kopf?

Wer wie ich gerne Vollmich trinkt, der weiß, was ich meine :eek: oder Butter, oder Benzin tankt, oder Pizza beim Italiener ißt oder oder oder :evil:

Es grüßt der Landvogt.

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Twixtim
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Re: Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Twixtim » 14. November 2007, 10:50

> Nehmen wir das als Käufer einfach hin undd sagen Okay ist
> in Ordnung? Oder schlucken wir erstmal kräftig und
> schütteln den Kopf?

Das muß wohl wie immer jeder im Einzelfall selbst entscheiden. Ich finde ja, daß Spiele nach wie vor zu den sehr, sehr, sehr günstigsten Freizeitbeschäftigungen zählen. Man vergleiche mit Sport, Kino, Konzert, Buch, Kneipe & Gastronomie, Urlaub, Auto usw.


Tim

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Thomas O.
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Re: Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Thomas O. » 14. November 2007, 11:18

Twixtim schrieb:
>

> Das muß wohl wie immer jeder im Einzelfall selbst
> entscheiden. Ich finde ja, daß Spiele nach wie vor zu den
> sehr, sehr, sehr günstigsten Freizeitbeschäftigungen zählen.
> Man vergleiche mit Sport, Kino, Konzert, Buch, Kneipe &
> Gastronomie, Urlaub, Auto usw.

Hallo Tim,

ich gebe dir grundsätzlich recht, Spiele sind verhältnismäßig günstige Freizeitbeschäftigungen, da man ein Spiel nur einmal erwerben muss, aber mehrmals Zeit damit verbringen kann. Von daher stimme ich deinem Vergleich mit Kino und Buch zu (es mag zwar auch Leute geben, die ein Buch mehrmals lesen oder öfters in denselben Film gehen, aber die erlebten Vorgänge sind doch immer nahezu dieselben, was bei Spielen nicht der Fall ist).

Aber ich denke, ein Vergleich mit Gastronomie und Urlaub hinkt. Hier handelt es sich um Dienstleistungen und nicht um Standard-Industrieprodukte. Wenn ich essen gehe, dann ist dort ein Koch, der einen bestimmten Teil seiner Arbeitszeit dafür aufwendet, das von mir bestellte Gericht zuzubereiten, und ein Kellner, der dies tut, um meine Bestellungen zu servieren. Das ist etwas anderes als ein Spiel, das zu Tausenden produziert und von mir im Laden gekauft wird (die Betrachtung des Handels mal außen vor gelassen). Dafür, dass Menschen sich individuell mit der Bereitstellung meiner Wünsche beschäftigen, finde ich die "normale" Gastronomie nicht überteuert und auch kaum mit Spielen vergleichbar.

Wieso zählst du Sport nicht zu den günstigen Freizeitbeschäftigungen? Laufschuhe, Hose, T-Shirt und ab. Die Investitionen amortisieren sich recht schnell. Und kauf noch einen Ball dazu, dann macht das Ganze auch Spaß ;-)

Grüße Thomas

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Twixtim
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Re: Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Twixtim » 14. November 2007, 11:42

> Betrachtung des Handels mal außen vor gelassen). Dafür,
> das Menschen sich individuell mit der Bereitstellung meiner
> Wünsche beschäftigen, finde ich die "normale" Gastronomie
> nicht überteuert und auch kaum mit Spielen vergleichbar.

Ich finde Dienstleistungen generell nicht überteuert, nicht mal Handwerker. Aus irgendwelchen Gründen scheinen viele Deutsche aber ein Problem damit zu haben, andere für Dienste angemessen zu bezahlen. Nach dem Motto: "25.000 Euro fürs Auto? Kein Problem. 20 Euro für den Friseur? Äh, geht's nicht billiger?"

Spiele liegen in der Kategorien "Kosten pro Stunde" meiner Meinung nach allerdings ziemlich weit unten. Das fällt vielen (leider) oft nicht auf ...


Tim

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Thomas

Re: Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Thomas » 14. November 2007, 12:02

Twixtim schrieb:
> angemessen zu bezahlen. Nach dem Motto: "25.000 Euro fürs
> Auto? Kein Problem. 20 Euro für den Friseur? Äh, geht's nicht
> billiger?"

Stimmt.

> Spiele liegen in der Kategorien "Kosten pro Stunde" meiner
> Meinung nach allerdings ziemlich weit unten. Das fällt vielen
> (leider) oft nicht auf ...

Nur, dass ich Spiele nicht pro Stunde miete, sondern pro Stück kaufe. Daher ist ein Vergleich mit Kino o.ä. nur bedingt richtig. Ich müsste ein Spiel dann doch eher mit etwas vergleichen, an dem ich Eigentum erwerbe, z.B. einem Wandbild oder einem Radioempfänger (wobei bei letzterem durch die Vorhaltung weitere Kosten GEZahlt werden müssen).

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Thomas O.
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Re: Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Thomas O. » 14. November 2007, 12:03

Twixtim schrieb:
>
> Spiele liegen in der Kategorien "Kosten pro Stunde" meiner
> Meinung nach allerdings ziemlich weit unten. Das fällt vielen
> (leider) oft nicht auf ...

Das ist richtig, und da ich Leute kenne, die Spiele als zu teuer empfinden, kann ich vermuten, woran das liegt: Diese Menschen gehören in der Regel eher zu den Wenigspielern, d.h. sie haben gar nicht die Ambition, das gekaufte Spiel sehr häufig zu spielen. Vielleicht tun sie das, wenn Ihnen das Spiel ausgesprochen gut gefällt (dann beurteilen sie auch den Anschaffungspreis im Nachhinein als günstig), aber oft landet das Spiel nach einer Partie in der Ecke (weil der Reiz des Neuen vorbei ist und man sich nicht intensiver mit dem Spielmechanismus beschäftigen möchte), oder es ist schon nach Lektüre der Regel durchgefallen. Fakt ist, dass solche Frusterlebnisse bei Wenigspielern verhältnimäßig häufiger auftreten als bei Vielspielern, auch weil wir Vielspieler uns vor dem Kauf genauer über das Spiel informieren, oder weil wir eh fast jedes Spiel kaufen und Enttäuschungen dabei einkalkulieren ;-) Bei Wenigspielern kommt noch eine sehr hohe Erwartungshaltung dazu: Die kaufen sich vielleicht ein Spiel im Jahr, und daran knüpfen sie dann die größten Hoffnungen, zumal wenn es mit dem Pöppel dekoriert ist. Das ist das Spiel des Jahres, das muss es doch sein! Und wenn es dann allenfalls "ein nettes Spiel" ist, für das man 25 ¤ von seinem Freizeitbudget abgezweigt hat, dann hat man schnell das Gefühl, zu viel bezahlt zu haben. Die wenigsten Wenigspieler haben die Geduld, das Spiel in weiteren Partien zu erkunden und den Reiz der Mechanismen und möglichen Strategien auszuloten, wie wir es oftmals tun. Wer sich viel mit Spielen beschäftigt, kann zudem Erwartung und Realität besser relativieren.

Grüße Thomas

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Werner Bär
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Re: Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Werner Bär » 14. November 2007, 12:10

> Nun kosten z.B. ein Kuhhandel und ein Werwölfe von Düsterwald
> ohnehin schon 10 Euro oder mitunter im Laden sogar mehr.

Wobei die Werwölfe damals im Laden bereits 15 DM gekostet haben.

Werner.

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Ralf Arnemann
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Re: Inflation und Kartenspiel-Preise

Beitragvon Ralf Arnemann » 14. November 2007, 13:48

> Aus irgendwelchen Gründen scheinen viele
> Deutsche aber ein Problem damit zu haben,
> andere für Dienste angemessen zu
> bezahlen.
Das liegt daran, daß die Relation zwischen eigenem Nettolohn und zu zahlendem Bruttolohn des Handwerkers nicht mehr stimmt.

In den 50ern mußte ein Durchschnittsverdiener etwa 1,5-2 Stunden arbeiten, um die Arbeitsstunde eines anderen Durchschnittsverdieners zu bezahlen.
Das war eine recht vernünftige Relation, die Produktivität eines Handwerkers ist in der Regel deutlich höher als wenn man selber rumstümpert.

Heute muß man etwa 6-8 Stunden arbeiten, um eine Stunde einzukaufen. Steuern und Sozialabgaben fressen auf beiden Seiten zu viel.
Und so rentieren sich Handwerkerleistungen nur noch selten - das Wachstum der Baumärkte ist ein klares Symptom für die Fehler des deutschen Steuerrechts.

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VolkerN.

Re: Preis für Werwölfe

Beitragvon VolkerN. » 14. November 2007, 14:08

Hallo Werner,

wenn mich mein Gedächtnis nicht wahnsinnig trügt, können die Werwölfe niemals 15,- DM gekostet haben, da sie erst
im Laufe des jahres 2002 auf den Markt kamen.
Die Euro-Einführung war aber zum 01.01.2002

Grüße

VolkerN. ( findet 10,- Euro für ein gutes Kartenspiel nicht zuviel )

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Twixtim
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[OT] Abgabenquote

Beitragvon Twixtim » 14. November 2007, 14:10

> Heute muß man etwa 6-8 Stunden arbeiten, um eine Stunde
> einzukaufen. Steuern und Sozialabgaben fressen auf beiden
> Seiten zu viel.

Nein, die Begründung stimmt so nicht. Bin ja auch sehr gegen Staatsverschwendung, aber die Abgabenquote (Steuern + Sozialabgaben) war vor 40 Jahren nicht wesentlich niedriger als heute - vielleicht 5-6 Prozentpunkte, mehr aber nicht. Das macht den Kohl nicht fett.

Das Problem ist eher die unsinnige Handwerksordnung mit dem Idealbild des Kleinunternehmens. Gäbe es bundesweite Malerei-Konzerne, hätten wir auch andere Preise.


Tim

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Dirk Piesker
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Beiträge: 950

Re: Preis für Werwölfe

Beitragvon Dirk Piesker » 14. November 2007, 14:32

Hi Volker,

hmmm vielleicht in Kosovo oder Montenegro, da war
die D-Mark doch auch noch offizielles Zahlungsmittel.

Aber ob's da Werwölfe zu kaufen gab? ;-)

Viele Grüße,
Dirk

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Werner Bär
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Beiträge: 450

Re: Preis für Werwölfe

Beitragvon Werner Bär » 14. November 2007, 14:33

Hallo Volker

ich hab Werwölfe als 15 DM in Erinnerung. Aber wenn sie im ersten Euro-Jahr veröffentlicht wurden, hab ich da wohl automatisch im Kopf noch alles in DM umgerechnet. Ich kann mich noch an den Preis erinnern, da ich ihn für die kleine Anzahl Karten als recht hoch empfand (aber gemessen am Spielspaß in Spieler-Stunden war er sehr niedrig)

Gruß, Werner.

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Marten Holst
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RE: [OT] Abgabenquote

Beitragvon Marten Holst » 14. November 2007, 15:44

Wobei das Geld ja locker anderweitig eingespart werden könnte, sodass der gleiche "Warenkorb" (inkl. Dienstleistungen) noch funktionierte. Denn wie viel arbeitete man 1987 oder gar 1967 für (angeblich so teuer gewordene) Produkte wie Kaffee, Benzin oder Milchwaren - und wie viel heute? Wobei mir 1,5h für 1h (Durchschnittsverdiener zu Durchschnittsverdiener) seeehr wenig scheint, immerhin kommen ja im Allgemeinen in jedem Fall noch Fixkosten dazu.

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peer

Re: [OT] Abgabenquote

Beitragvon peer » 14. November 2007, 17:55

Hi,
Twixtim schrieb:
>
> > Heute muß man etwa 6-8 Stunden arbeiten, um eine Stunde
> > einzukaufen. Steuern und Sozialabgaben fressen auf beiden
> > Seiten zu viel.
>
> Nein, die Begründung stimmt so nicht. Bin ja auch sehr gegen
> Staatsverschwendung, aber die Abgabenquote (Steuern +
> Sozialabgaben) war vor 40 Jahren nicht wesentlich niedriger
> als heute - vielleicht 5-6 Prozentpunkte, mehr aber nicht.
> Das macht den Kohl nicht fett.

Jein.
Obs an den Abgaben liegt oder waron auch immer: Die Lebenserhaltungskosten in Deutschland sind nun einmal recht hoch und auch Handwerker müssen leben. Dass die Polen und andere Osteuropäer z.T. viel günstiger arbeiten können liegt nicht daran, dass die so viel gebügsamer wären, sondern dass die Lebenserhaltungskosten in den entsprechenden Ländern niedriger sind. Damit können die natürlich auch mit weniger auskommen und können so auch auf einen teil des Gehalts verzichten,
Ein Beispiel aus Thailand: Ich hab in Thailand umgerechnet 11o¤ Miete bezahlt. In der Miete waren Wasser, Strom und Telefon(!) mit drin. Lebensmittel sind auch so enorm günstig, dass man locker mit 100¤ im Monat auskommt. Da war es kein Problem, dass ich dort weniger als die Hälfte von dem verdient habe, was ich heute verdiene - ich hab heute eher weniger Geld netto zur Verfügung als damals...

ciao
peer

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Re: [OT] Abgabenquote

Beitragvon Ralf Arnemann » 14. November 2007, 17:56

> aber die Abgabenquote (Steuern +
> Sozialabgaben) war vor 40 Jahren nicht
> wesentlich niedriger als heute -
> vielleicht 5-6 Prozentpunkte
Die war schon deutlich niedriger.
In den 50er Jahren lag sie bei etwa 30% - und setzte sich auch deutlich anders zusammen als heute (es gab mehr indirekte Steuern, Normalverdiener zahlten nur marginal Einkommenssteuer, die Sozialabgaben waren niedrig).

Korrekt berechnet liegt die Staatsquote heute bei über 50% - das merkt man schon.


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