Beitragvon Roman » 28. Februar 2008, 23:44
Hi Marten,
Marten Holst schrieb:
> ich behaupte sogar, dass die so beliebte Kategorie
> "Mangelspiel" eigentlich alle Spiele umfasst. Selbst Go:
> Mangel an Zügen. Man stelle sich vor, ich darf so viele
> Steine setzen, wie ich will, würde das Spiel doch langweilig
> gestalten - die einzige Frage ist, wie viel zu Null man damit
> "sicher" gewinnt :-)
:-)) Jepp, sowas ist dann ungefähr so spannend wie ein sonntäglicher Dorffriedhofsbesuch, bei dem man mitzählt, wie viele Kiesel man beim Durchqueren der Ahnenreihen unbotmäßig über die Randbegrenzung des Gehwegs getreten hat.
Aber ja, so gesehen ist jedes vernünftige Spiel jenseits von reiner Jux und Dollerei sicher ein Mangelspiel. Wer alles haben kann, geht irgendwann vor Langeweile ein.
En vogue ist momentan aber doch eher die "Mangelrüge" mit ihren derzeit vermutlich prominentesten Vertretern "Agricola" und "Im Jahr des Drachen". Will sagen: der Mangel besteht nicht nur darin, dass ich nicht immer machen kann, was ich möchte, sondern auch darin, dass ich, sobald ich zu Zeitpunkt X nicht Bedingung Y erfüllt habe, destruktive Strafen in Form von Malus Z erhalte.
Das Interessante ist daran für mich, dass es derzeit mal wieder wirklich gute Spiele gibt, die vom Spieldesign her bewusst mit Frustmomenten, namentlich dem Verlust von bereits erworbenem (Material oder Siegpunkten), hantieren.
Normalerweise wird sowas ja gemieden wie der Teufel das Weihwasser, denn auch in Freakkreisen sind solche Elemente durchaus nicht immer unproblematisch.
Ciao,
Roman