Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 23. April 2008, 23:51
Hallo,
schade eigentlich, dass bei den Vielspielern hier Stone Age eher weniger gut ankommt.
Stone Age und Kingsburg zu vergleichen, finde ich schwierig.
Nach meinem Verständnis ist Kingsburg im Schwerpunkt ein Würfelspiel. Man würfelt, teilt die Würfel Feldern zu, auf denen man dann Siegpunkte/Soldaten/Rohstoffe bekommt, baut mit den Rohstoffen Gebäude, die einem Siegpunkte und/oder spezielle Fähigkeiten bringen, die teils das Würfelergebnis oder den "Kampf" beeinflussen. Die Siegpunkte entscheiden den Ausgang. Das ist arg verkürzt der Kern des Spiels, funktioniert sehr schön, dauert zwar verhältnismäßig lange, macht aber auch entsprechend viel Spaß. Vergleicht man es mit um Krone und Kragen, Giganten der Lüfte, Drachenwurf, Burgenland etc., ist es von diesen für meinen Geschmack das beste.
Stone Age ist für mich eher eine Art Aufbauspiel und hat als solches mehr Ähnlichkeiten mit Die Säulen der Erde, Cuba etc.. Klar, auch hier wird gewürfelt um Rohstoffe, die man dann u.a. zum Bauen braucht. Die Würfel werden aber nicht einfach 1:1 auf ein Feld gesetzt und bestimmen den Ertrag, sondern die Anzahl der Leute, die zur Gewinnung eines bestimmten Rohstoffs eingesetzt werden, bestimmt die Anzahl der einzusetzenden Würfel; das Würfelergebnis geteilt durch einen für jeden Rohstoff anderen Wert ergibt dann die Anzahl der jeweils gewonnenen Rohstoffe (also: stelle ich nur einen Mann zum Goldwaschen ab, muss ich mit nur einem Würfel eine 6 werfen, um 1 Gold zu bekommen; wollte ich mit einem Mann auf Jagd gehen, bekäme ich mit der einen gewürfelten 6 schon drei Nahrung usw.). Es gibt also eine Abhängigkeit zwischen Mann-Einsatz und Zahl der verfügbaren Würfel, womit ich die Chance beeinflussen kann, zu bekommen, was ich haben will. Krass gesagt: Will ich unbedingt ein Gold haben, kann ich -egal ob das sinnvoll ist- 6 Mann zum Goldwaschen schicken, bekomme dann mindestens das eine Gold, weil ich schlechter als 6x1 nicht würfeln kann, könnte aber auch 6x6 werfen und 6 Gold bekommen. Es lässt sich also zielgerichtet planen, ein Glücksfaktor bleibt natürlich. Dass auch hier das Würfelergebnis noch beeinflusst werden kann (durch Werkzeuge, die man ganz ohne Würfeln erwirbt), kommt hinzu.
Weder Kingsburg noch Stone Age sprechen unmittelbar den reinen Strategen an. Schöne Spiele, jedenfalls für die Familie, sind es aber beide allemal. Ich würde mich ungern zwischen beiden entscheiden müssen. Kingsburg ist als Würfelspiel schlicht gut, auch Stone Age ist als thematisches Aufbauspiel mit einem sehr interessanten Würfelmechanismus ein gut gelungenes Spiel.
Für den Kneipentisch dürfte Stone Age wegen seines geringeren Platzbedarfs geeigneter sein.
Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen