Beitragvon Andreas Keirat » 30. Oktober 2009, 07:21
Moin!
1. Auspacken
2. Auspöppeln (oh, wie ist das schön... ;-) )
2a. Klipptüten exzessiv nutzen
3. Anschauen
4. Regel lesen
5. Platz suchen
6. Unterbringen
7. Telefonieren, um Spieleabende zu organisieren
8. Einkaufen mit dem Hintergedanken, die anderen später schlecht aussehen zu lassen (bei Christian S. bedeutet dies Weizenbier, bei Steffen B. bedeutet dies z.B. Gummitiere, bei Klaus K. muss ich nur die Brille verschwinden lassen :-) )
9. Spiel aufbauen
10 SPIELEN
11. Einsortieren
Dann noch in loser Reihenfolge:
12. Abstauben
13. Mit Tränen in den Augen auf eBay oder über Kleinanzeigen verkaufen
Macht das Sinn? Viele Hobbys machen bei "objektiver Betrachtung" keinen Sinn. Wenn ich bspw. ein Cyclades für 35 Euro kaufe und nach 5 Spielversuchen wieder für 10 Euro verkaufe, dann hab ich 25 Euro in den Sand gesetzt, ganz klar. Pro Spiel also 5 Euro (oder 10 DM für uns alte Knacker). Ist eine Menge Geld, auch für mich.
Andererseits kostete die extended Version von Herr der Ringe (alle 3 Teile) bei mir damals auch 30 Euro bei Karstadt. Und die habe ich mir bislang auch nur einmal angeschaut und werde dies voraussichtlich auch nur noch einmal in den nächsten Monaten machen. Wenn ich die gebraucht verkaufen will, bekomme ich maximal 5 Euro dafür. Der Verlust ist vergleichbar, das Nutzungsverhältnis noch gruseliger. Allenfalls die benötigte Zeit (Beschäftigung mit dem Objekt) würde wohl für die DVDs sprechen unter der Voraussetzung, daß ich Cyclades immer mit den gleichen Leuten spiele.
Mein Auto ist ein Hyundai Accent. Der hat 15000 Euro gekostet. Würde ich den nun verkaufen, bekäme ich um die 3500 Euro dafür (aber angerechnet auf einen Neuwagen, ohne Abwrackprämie). Das sind in 5 Jahren knapp 11500 Euro Verlust. Die Vergleichbarkeit hinkt hier natürlich mehr, weil ich den Wagen viel stärker nutze als jedes Brettspiel :-)
Mein Vater sammelt seit 60 Jahren Briefmarken. Er hat nach seinen Einschätzungen in dieses Hobby bestimmt im Laufe seines Lebens ein bis zwei Einfamilienhäuser gesteckt (je nach Region in Deutschland). Dabei macht er mal Gewinn, wenn er die Sachen 50 Jahre lang gehortet hatte, mal macht er Verluste bei Tauschtagen. Die entscheidene Motivation ist aber nicht das Geld (positiv wie negativ), sondern ganz einfach das kommunikative Erlebnis und der Austausch bei einem gemeinsamen Hobby. Der Kauf/Verkauf stellt nur eine Art zusätzlicher Belohnung dar. Ich konnte das früher nie begreifen, mittlerweile verstehe ich ihn aber voll.
Wer einen Jäger & Sammler richtig verstehen will, muss irgendwie selbst mal einer gewesen sein.
Ich z.B. habe nie begriffen, warum sich Leute jedes Wochenende auf Tankstellen treffen, dort stundenlang ihr Auto wachsen, polieren, saugen und keimfrei halten, um dann anschließend mit der Freundin auf den nächsten Burger-King-Parkplatz zu düsen und dicke Hamburger mit Pommes und Soße zu futtern und gleichzeitig angeben, wie groß der Hubrraum ist, was Reifen und Alu-Felgen kosten und welches Schampoo für die Polsterreinigung besonders schonend sei. Ist eben nicht meine Welt. Die bezeichnen mich als Spinner und ich belächele diese "Kreaturen" genauso. Vorurteile können nämlich durchaus auch unterhaltend sein :-)
Ciao,
Andreas Keirat
www.spielphase.de
(hat alles ausgepöppelt und wartet nun auf Pakete...)