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Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Pattmeyer
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Re: Fresko - Irgendwie enttäuschend

Beitragvon Pattmeyer » 19. April 2010, 18:20

Nachdem Fresko so oft gelobt wurde, waren wir nach dem ersten Spiel enttäuscht: Noch ein worker-placement-spiel nach bekanntem Schema. Sicher, die thematische Einkleidung ist originell, aber unterm Strich? Was hebt es ab von Vasco da Gama, Keythedral, Mastro Leonardo etc.?
Pat

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f-p-p-m
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Re: Familienspiel

Beitragvon f-p-p-m » 19. April 2010, 18:24

janove schrieb:
> Vom 2. Typus kenne ich kaum welche, eigentlich gar keine.
> Gibt es nach Eurer Einschätzung wirklich (viele) Familien,
> bei denen nicht wenigstens ein Mitglied schon zu den
> Vielspielern zählt und die sich neue Spiele anhand der regel
> selbständig erschließen?

Das Du kaum solche Familien kennst, liegt sicher daran das man sich bewußt oder auch unbewußt einen Freundeskreis aussucht oder aufbaut, der ähnliche Interessen hat wie man selbst. Der überwiegende Teil der Bevölkerung dürfte noch immer zu den Personen zählen die nichtmal einen Vielspieler kennt.
Wir bewegen uns auf Internetseiten und in Geschäften wo wir Leute mit ähnlichen Interessen treffen, dies ist jedoch kein repräsentativer Ausschnitt der Bevölkerung, sondern eher eine Randgruppe.

Der große Teil der Bevölkerung hat ein Problem damit sich eine Spielregel selbstständig zu erarbeiten/erlesen.
Allerdings ist diesem Teil der Bevölkerung wahrscheinlich sogar ein "Spiel des Jahres" völlig egal.

Selbst die "Siedler von Catan" kennt nicht jeder, auch wenn sicher mehr Leute davon gehört haben werden als von anderen Spielen und auch von denen die es wirklich gespielt haben, werden sich viele die Regel nicht selbst erarbeitet/erlesen haben.

Ein echtes Familienspiel ist für mich ein Spiel, das Vati erklären kann, nachdem er sich nach der Sportschau von der Couch an den Tisch geschleppt hat und seiner Frau und den Kindern das Spiel nach einem halbstündigen ( eher weniger ) Regelstudium das Spiel fehlerfrei erklären kann.
Dann müssen es auch alle verstehen können und am wichtigsten ist es das alle Spaß daran haben.

Gar nicht so einfach ein Familienspiel zu sein !

Gruß
Frank

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Dietrich
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Re: Fresko - Irgendwie enttäuschend

Beitragvon Dietrich » 19. April 2010, 19:16

... und Goa ...
Man muss Fresko also nicht haben, doch schön ist es allemal.

Schade, dass ein Spiel des gehobenen Mittelmaßes, das in angenehmer Zeit Spielspaß bringt, durch die Diskussion in einem schiefen Licht erscheint, so dass eventuell die einen und anderen schon von einem Probespiel zurückschrecken ...

Das muss nicht sein - eine Fresko-Partie lohnt sich sowohl für Vielspieler als auch für Familienspieler!

In diesem Forum werden Vielspieler(-Spiele) über- und die anderen geringschätzig bewertet; und das in einer Weise, die an Arroganz grenzt.

Mein Forum ... dein Forum ... das Forum ist für alle da ...

MfG Dietrich

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Jerry

Vielspielerfamilien: Eine Randgruppe

Beitragvon Jerry » 19. April 2010, 19:27

janove schrieb:

> Gibt es nach Eurer Einschätzung wirklich (viele) Familien,
> bei denen nicht wenigstens ein Mitglied schon zu den
> Vielspielern zählt und die sich neue Spiele anhand der regel
> selbständig erschließen?

Kleine, natürlich grob verzerrte Rechenaufgabe:

In Deutschland gibt es laut statistischem Bundesamt knapp 9 Millionen Familien (Stand 2006). Zur Spielemesse in Essen kamen 2006 etwa 150.000 Leute.

Wenn wir mal annehmen dass alle 150.000 Essenbesucher deutsche Vielspieler sind und dass sich alle auf lauter unterschiedliche Familien verteilen, dann bekommst du 150.000 Familien mit Vielspielern und 8.850.000 Familien
ohne.

Macht eine Vielspielerquote von 1.6% und eine Nichtvielspielerquote von 98.4%. Du kannst jetzt sogar die Anzahl der hypothetischen Vielspieler versechsfachen und kommst immer noch auf ein Verhältnis von 1:9.

Alles in allem: lass dich nicht von der regen Beteiligung hier täuschen. Spielen ist ein Nischenhobby für Freaks und Verrückte.

J. (verrückter Freak vom Dienst)

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Gead
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Familien nur eine Zielgruppe?

Beitragvon Gead » 19. April 2010, 19:29

Der Begriff "Familienspiel" ist m. E. ein ungeeignetes Attribut, um die Spielfähigkeiten oder Spieleignung einer Familie (oder Familien allgemein) zu beschreiben. Und ohne mich allzu weit aus dem Fenster lehnen zu wollen, aber da könnte auch ein fundamentales Problem in der Kundenansprache zwischen Verlag(en) und dem Spielernachwuchs bestehen.

Denn in den seltensten Fällen ist man ja von Geburt an DIE Zielgruppe "Familienspieler". Vor allem dann nicht, wenn man als Kind keine oder nur wenige Erfahrungen mit Brettspielen im Familienkreis gemacht hat. So wächst man da wohl eher mit der Zeit hinein:

Gesetzt den Fall, ein zukünftiges Elternpaar hat noch nie gespielt, bekommt ein Kind (oder mehr) und kauft dem Nachwuchs nach drei, vier Jahren das erste altersgerechte Kinderspiel, ein Jahr später das nächste usw. usf. Irgendwann kommt es dann beim sogenannten Familienspiel an. Die Regelhürde steigt bis dahin langsam an - und das Regelverständnis (der Eltern) bzw. die Fähigkeit sich Spielregeln selbst zu erarbeiten, hält so Schritt mit der Entwicklung des Kindes - idealerweise natürlich.

Ist der Nachwuchs dann ausgewachsen und ausgezogen, kann es natürlich sein, dass Papa künftig wieder "nur" mit der großen Eisenbahn spielt ... ;-)

Märklinische Grüße
Gead

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Helmut
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Beiträge: 1529

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Helmut » 19. April 2010, 19:52

Die habe ich auch. Ich kenne Fresko nicht. Aber die wenig, oder nur Monopoly und/oder Mädn-spielende Familie möchte "spielen" und nicht "lesen". "Kompliziert" fängt da schon bei mehr als 5 Erklärsätzen an.

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Spielefix
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Beiträge: 259

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Spielefix » 19. April 2010, 20:57

Ich habe neulich auf dem Flohmarkt ein jungräuliches "Siedler von Catan" um (ich glaube) 1 Euro gesehen.

Erklärung: Die Spielregeln hat keiner verstanden.

Spielefix

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Duchamp

Viel = "schwierig" oder was?

Beitragvon Duchamp » 19. April 2010, 21:12

Exakt. Wobei hier und in anderen Forum oft (nicht immer und längst nicht von jedem, aber eben doch relativ häufig) "Vielspieler" gleichbedeutend benutzt wird mit "Liebhaber schwerer Spiele".
???
Was haben wir früher als Familie viel gespielt! Und was nicht alles rauf und runter! Monopoly und Malefiz und Pochen und Roulette und Rommée und "Hase und Igel" und Ballonrennen und "Öl für uns alle" und was weiß ich noch!

Und auch jetzt - ob auf Spieletreffs oder anderswo, ob mit Familie oder Freunden - ein "gutes Spiel" muss meines Erachtens mitnichten "schwierig" sein. Es muss mich reizen, auf welcher Ebene auch immer. Es sollte mir Spaß machen, ganz individuell, aus welchen Gründen ist mir egal.

Dieses Gerede über "Herausforderung" klingt mir ehrlich gesagt zu sehr nach Hochleistungssport oder Gipfelstürmer: "Ich brauche nur noch einen Achttausender - die Nordwand vom K2 - meine letzte Herausforderung!"

Ich gestehe - ich tippe nicht alle meine erreichten Spielstände in mein stets bei mir befindliches Blackberry und notiere nicht mal jede Partie als "gespielt" bei Boardgamegeek.

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Braz
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Beiträge: 6431

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Braz » 19. April 2010, 21:18

Hi Jerry,


Jerry schrieb:
> Wollte nur mal auf den Busch klopfen :smile: In meinem
> eigenen Umfeld passiert es mit schöner Regelmäßigkeit, dass
> man Erziehungsratschläge bekommt von Leuten die weder eigene
> Kinder haben noch intensiver mit Kindern zu tun haben :razz:


Das kann ich schon verstehen, dass man da einmal nachfragt, aber glaube mir: Ich denke nicht, dass ich als sog "Vielspieler" (ab wann ist man eigentlich ein "Vielspieler"? *grübel.... egal -> ich spiele jedenfalls gerne, regelmäßig und rel. häufig) nicht betriebsblind bin und sehr wohl abwägen kann, ob das Spiel ein -in meinen Augen- Familienspiel oder ein sog. Vielspielerspiel ist. ...und ich bin mir rel. sicher, dass Fresko die erste Gruppe bedient.

Als Vergleich: Schau dir mal das Vielspielerspiel "Through the Ages" (Im Wandel der Zeiten) an.....da siehst du IMHO einen guten Vergleich von Vielspielerspiel und Familienspiel... ein FRESKO ist da weit von einem solchen Spiel (was die Regellektüre, die strategische Tiefe und die SPieldauer betrifft) weg....wobei dies natürlich keine Aussage über die generelle Qualität von FRESKO sein soll!



> Bei Spielen ist es ähnlich: Um einschätzen zu können wie
> Spiele mit Kindern funktionieren, sollte man zumindest eine
> gewisse eigene Erfahrungbasis haben, je breiter desto
> besser.


Naja...ich bilde mir ein, dass ich die schon habe, da ich meinen einen Neffen jetzt schon 14 Jahre kenne und dessen Spielvorlieben ganz gut einschätzen kann....


> oder Siedler. Bei Fresko hab ich da so meine Zweifel einfach
> weil es einen ziemlich starken Planungscharakter hat (vor
> Zugbeginn den Tag festlegen, dann abspulen).


Aber gerade FRESKO setzt auf inhaltlich schlüssige und nachvollziehbare Abläufe: Erst Aufstehen, der erste, der aufgestanden ist, darf am Markt die Farben kaufen, mit den Farben kann man dann am Deckenfresko malen bzw. den ALtar ausbessern.....was ist daran denn schwierig?! Ein "Siedler" finde ich da weitaus schwieriger, da gerade bei diesem dann Rohstoffmenegement im Vordergrund steht, welches ersteinmal verinnerlicht werden muss.....


und abschließend: Generell mag ich solche suggestiven Fragen, wie die deine mit den Kindern nicht, denn hierbei versuchst du mir eine Erfahrung abstreitig zu machen bzw. zweifelst an dieser, lediglich auf der Tatsache, ob Kinder vorhanden sind oder nicht.... Ich will mal so sagen: Ich kenne einige Eltern, die ihren Kindern ein Gesellschaftsspiel zu Weihnachten geschenkt hatten, bei dem ich im Nachhinein gesagt hatte: "Was wollen denn eure Kinder mit DEM Spiel?! Hättet ihr mich lieber mal gefragt...." Was soll ich sagen....die SPiele stehen heute noch ungespielt in der Ecke.......soviel als zu diesem Thema ;-) :-P

Gruß
Braz

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Björn-spielbox
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Super! 100% Zustimmung!

Beitragvon Björn-spielbox » 20. April 2010, 08:00

Super! 100% Zustimmung von mir!
Björn aus Hannover.

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Braz
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Re: Viel = "schwierig" oder was?

Beitragvon Braz » 20. April 2010, 08:28

Duchamp schrieb:
>
> Exakt. Wobei hier und in anderen Forum oft (nicht immer und
> längst nicht von jedem, aber eben doch relativ häufig)
> "Vielspieler" gleichbedeutend benutzt wird mit "Liebhaber
> schwerer Spiele".
> ???


Hiho,

na, dann gebe ich auch mal meinen Senf dazu ab ;-) :-P

Wenn man schon eine Unterscheidung zwischen Vielspielerspiel und Familienspiel macht, dann differenziert sich die eine Gruppe wohl oder Übel von der anderen Gruppe ab. Tut sie das nicht, dann gibt es auch kein "Vielspielerspiel" und/oder "Familienspiel".

Für mich gibt es solche unterschiedlichen Gruppen, wie es auch die dazugehörigen SPiele natürlich gibt, denn ohne Spiele ist die jeweilige Gruppe mE nicht existent.

Charaktersitika für sog. Vielspielerspiele wären:
- Regel komplexer (wäre die Regel einfach und könnte sie von der Standardfamilie verinnerlicht werden, dann wäre es IMHO ein Familienspiel)
- Strategie und SPielspaß steigen mit Anzahl gespielter SPiele mit diesem Spiel
- Spieldauer, aufgrund der Komplexizität, steigt, entgegen dem Familienspiel

Charaktersitika für sog. Familienspiele wären:
- kurze, sehr gut bebilderte Regel
- Spiel spielt sich in einer angenehmen Zeit
- Spiel kann schnell begriffen werden....man braucht nicht erst 2,3,4 oder 5 Partien, um sofort einsteigen zu können
- SPiel für breite Altersgruppe

ABER das ist natürlich und NICHT in Stein gemeiselte ...wären aber so meine (!) Charakterstika, bei denen ich mich auch gerne irren mag.....

Kurzum und was will ich damit überhaupt sagen: Du sagst, dass dich das Spiel reizen muss, auf welcher Ebene auch immer. DA stimme ich dir zu 100% zu. Meines Erachtens darfst du aber diese Aussage nicht mit dem Unterschied Vielspielerspiel <-> Familienspiel verknüpfen. Ich kenne sehr viele Familienspiele (Manila, Raja, Union Pacifis), die mich reizen, obwohl ich mich in die Kategorie der Vielspieler einordnen würde......gleichsam reizen mich aber auch viele sog. Vielspielerspiele, deren Spielreiz mit der Anzahl der Partien steigt (Bsp: Through the Ages, Automobile, Brass).

Kurzum: Es gibt diverse Spiele, welche mE diverse Gruppen bedienen und das ist auch ok so. Ein "Automobile" oder ein "Brass", wenn du das der "Standardfamilie" hinlegst, die wahrscheinlich bislang lediglich "Uno" und "Carcassonne" kennt, dann werden diese die Anleitung weglegen und dich fragen, was das denn soll....

Also nochmal: Gefallen ist eine Sache - mir gefallen auch super viel Familienspiele.....aber dass es auch andere Spiele gibt, welche eine andere Zielgruppen haben (eben z.b. die Vielspieler, Fantasyrollenspieler, COSIM-Spieler, Tabletop-Spieler etc.), ist doch unumstritten, oder?!

Will sagen: Gefallen hat mE nichts mit Unterscheidung in Vielspielerspiele und Familienspiele zu tun.

Jedenfalls meine Meinung ;-)

Gruß
Braz

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nique77
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Beiträge: 200

Re: Familien nur eine Zielgruppe?

Beitragvon nique77 » 20. April 2010, 08:49

Gead schrieb:

>
> Gesetzt den Fall, ein zukünftiges Elternpaar hat noch nie
> gespielt, bekommt ein Kind (oder mehr) und kauft dem
> Nachwuchs nach drei, vier Jahren das erste altersgerechte
> Kinderspiel, ein Jahr später das nächste usw. usf. Irgendwann
> kommt es dann beim sogenannten Familienspiel an. Die
> Regelhürde steigt bis dahin langsam an - und das
> Regelverständnis (der Eltern) bzw. die Fähigkeit sich
> Spielregeln selbst zu erarbeiten, hält so Schritt mit der
> Entwicklung des Kindes - idealerweise natürlich.
>
> Ist der Nachwuchs dann ausgewachsen und ausgezogen, kann es
> natürlich sein, dass Papa künftig wieder "nur" mit der großen
> Eisenbahn spielt ... ;-)
>

So zusammengefasst klingt das fast nach meiner Karriere.
Meine Mutter (Lehrerin) war sicher der Meinung Spiele sind pedagogisch wertvoll, oder wie man das sonst so schön ausdrückt.
Also hatten wir diverse Kleinkinderspiele, und bekamen dann auch später verschiedene SdJ, oder fast SdJ-Spiele. Auch aus der Bücherrei wurden sie ausgeliehen.
Meinem Bruder gefiehlen Spiele nicht so, mir schon.
Was zur Folge hatte, das meine Mutter dann ab und zu sich erbarmte, mit mir zu spielen, schließlich hatte sie mir die Spiele geschenkt, dann muß sie ja wohl.
Aber das waren alles die hier beschriebenen "Familienspiele".
Dann eine längere Pause, und mit Studiumsbeginn wieder Komtakt mit den neueren SdJ-Spielen etc.
In der "Szene" bin ich jetzt erst seid 3 Jahren.
Meine Mutter ist wieder zu ihren Puzzeln und Paciencen zurück gekehrt.
Da ich jetzt genug Leute kenne, wird sie freiwillig nicht wieder mit mir spielen ;-)
Die Regelverständnisfrage war aber nie das Problem bei uns. Nur das Interesse fehlt beim Rest der Familie

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Jonas
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Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Jonas » 20. April 2010, 10:26

Spielefix schrieb:
>
> Ich habe neulich auf dem Flohmarkt ein jungräuliches "Siedler
> von Catan" um (ich glaube) 1 Euro gesehen.
>
> Erklärung: Die Spielregeln hat keiner verstanden.
>
> Spielefix

Für mich absolut keine Überraschung, habe ich sehr häufig bei Flohmarktkäufen vom Verkäufer eines Spieles zu hören bekommen: Adel Verpflichtet, Niagara, Um Reifenbreite, El Grande, Barbarossa(!).
Nahezu keine "normale" Familie, die hin und wieder mal ein Spiel des Jahres kauft und sonst eher nicht so viel spielt, wird die Siedler-Regel anhand der geschriebenen Anleitung verstehen oder zu Ende lesen (wollen). Sind wir ehrlich: Fast jeder hat doch Siedler von irgendwem erklärt bekommen.
Die geschriebene Siedler-Anleitung ist WEIT jenseits dessen, was Seltenspieler-Familien zu erlesen bereit sind. Weit, weit, weit.

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Cardhu
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Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Cardhu » 20. April 2010, 10:59

Hallo Jonas,

da muss ich Dir deutlich wiedersprechen. Wir ich und meine Familie haben uns Siedler damals ohne Probleme selbst erlesen - wie gesagt die Kurz- bzw. Einstiegsregel war/ist dermaßen gelungen das es wirklich keine Probleme geben sollte.

Klar gehöre ich zu einer Familie die schon immer viel gespielt hat aber wir haben uns immer die Spiele gemeinsam erschlossen und die Spiele des Jahres waren damals um Einiges anspruchsvoller. Aber dennoch hatten wir nie Probleme. Entscheidend ist dabei wohl ob man überhaupt das Interesse hat ein bestimmtes Spiel zu spielen und genügend Geduld aufbringt die Regeln zu lesen. Ich glaube dieses hat sich wirklich in der heutigen schnelllebigeren Zeit mit hohem Medienkonsum gewandelt. Die Masse konsumiert halt mehr.

Dennoch gebe ich Dir Recht die Krux leigt wohl in der Kunst eine gute Regel zu schreiben, die am Besten wie damals Siedler mit einem Schnelleinstieg auf einer Seite aufwarten kann damit die allzu ungeduldigen gleich loslegen können und so es eher ein "learning by playing" ist.

Gruß

Cardhu

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Günter Cornett

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Günter Cornett » 20. April 2010, 11:09

Jonas schrieb:
>
> Spielefix schrieb:
> >
> > Ich habe neulich auf dem Flohmarkt ein jungräuliches "Siedler
> > von Catan" um (ich glaube) 1 Euro gesehen.
> >
> > Erklärung: Die Spielregeln hat keiner verstanden.
> >
> > Spielefix


Mal generell:

Die Tatsache, dass es Erwachsene gibt, die ein 'Familienspiel' nicht verstehen, macht das 'Familienspiel' noch nicht zum 'Vielspielerspiel'. Bei Millionen verkauften Siedler-Spielen sollte es nicht ungewöhnlich sein, dass das eine oder andere Exemplar wg. Zielgruppe verfehlt auf dem Flohmarkt gelandet ist.

Die Tatsache, dass es Kinder gibt, die ein 'Vielspielerspiel' spielen, macht das 'Vielspielerspiel' auch nicht zu einem Familienspiel.

Die Verwendung von Schubladen kann in einer Diskussion helfen, einen Sachverhalt etwas klarer zu beschreiben. Aber man sollte sich dabei bewusst sein, dass es eben nur Schubladen sind, die keinesfalls auf jeden Einzelfall zutreffen, sondern dass es auch recht große Gruppen gibt, die nicht reinpassen in das Zweiladenschränkchen.



> Die geschriebene Siedler-Anleitung ist WEIT jenseits dessen,
> was Seltenspieler-Familien zu erlesen bereit sind. Weit,
> weit, weit.

Hm, ich überlege, ob mir die Ironie in dem Beitrag entgangen ist. Vielleicht ist er auch zu lang, dass ein durchschnittlich begabter Formumsleser ihn verstehen kann, aber die Siedler-Anleitung halte ich für geradezu vorbildlich übersichtlich. Dieses Spiel kann man sich sehr gut erspielen, ohne dass man alle Sonderregeln kennt.

Gruß, Günter

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Duchamp

Kategorisierungen (ein Angebot)

Beitragvon Duchamp » 20. April 2010, 11:15

Ich denke, man sollte andere "Stufen" benennen als "Familie" und "Vielspieler" - das ist m.E. begrifflich einfach zu unsauber.

Wenn ich versuche, mit möglichst wenig Kategorien auszukommen, wären es folgende vier:

1. "Kinderspiel": von Thema, Dauer, Einfachheit her relativ klar abgegrenzt.

2. "Einfache Spiele": sofort begriffen, sofort spielbar, kurze Dauer. Hier auch der "Massen"-Markt von Monopoly (wobei das dauern kann!) etc. SPONTAN spielbar, sozusagen von Zug zu Zug. Meistens ziemlich glücksabhängig. Hie viele Varianten einer Handvoll von Grund-Mechanismen (Würfeln und Laufen, Ereigniskarten ziehen, Karten auslegen / stechen), die jedem bekannt sind.

3. "Abwechslungsreiche Spiele": Regel und / oder Spieltiefe schon anspruchsvoller, vor allem aber bei jedem Spiel "anders" - d.h., es muss erstmal begriffen werden, worum es geht und wie das Spiel funktioniert, damit man es "richtig" spielen kann. Hauptaugenmerk eher auf der TAKTIK. Das Reagieren auf verschiedene, durchaus zufällige Situationen ist oft ein starkes Element.

4. "Komplexe Spiele": Heavy Stuff. Längere Dauer, hohe Komplexität. Wir wissen, was gemeint ist. Hier ist die STRATEGIE bestimmend, rein taktisch herangehende Spieler verlieren in der Regel. Glücks- und Zufallsanteil oft auf ein Minimum (oder 0) reduziert.

Der gern verwandte Begriff "Familienspiel" ist für mich durch den verwandtschaftlichen Begriff "Familie" völlig irreführend. Das ist, als ob es Spiele für Alleinstehende gäbe, die sich zum Spielen treffen, und für Verheiratete, und für was weiß ich, wen.

Was die ganze Sache (neben den diversen Grauzonen) noch komplizierter macht, ist die Tatsache, dass es viele Spiele gibt, die man auf unterschiedlichen Ebenen spielen kann. Der eine spielt aus dem Bauch - der andere grübelt und optimiert seine Strategie. Auch "geometrische" Spiele wie Blokus können sehr simpel oder auf hohem Niveau angegangen werden. Am ehesten entziehen sich die Kategorien 1 und 4 einer anderen Herangehensweise, wenn man dem Spiel überhaupt gerecht werden will. Während man den mittleren Bereich beliebig weiter ausdifferenzieren und kategorienübergreifend durchforsten könnte - aber wozu?

Und Fresko? Für mich bei 3. angesiedelt, mit Tendenz zu 2. statt zu 4.

Also, liebe Liebhaber "komplexer Spiele": Für allzu gewichtiges Herangehen ist Fresko m.E. nicht wirklich geeignet - und das ist auch der Unterschied zu den anderen genannten "Worker Placement-" und "Ressourcen-Verwaltungs"-Spielen, die sich eher zwischen 3. und 4. tummeln. Einfach nicht das Falsche erwarten - dann wird man auch nicht enttäuscht.

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peer

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon peer » 20. April 2010, 12:16

Hi,

>
> Hm, ich überlege, ob mir die Ironie in dem Beitrag entgangen
> ist. Vielleicht ist er auch zu lang, dass ein
> durchschnittlich begabter Formumsleser ihn verstehen kann,
> aber die Siedler-Anleitung halte ich für geradezu vorbildlich
> übersichtlich. Dieses Spiel kann man sich sehr gut erspielen,
> ohne dass man alle Sonderregeln kennt.

Ich sag mal so: Siedler wären vermutlich viel weniger erfolgreich gewesen, wenn die Anleitung nicht ebenso genial gewesen wäre, wie das Spiel selbst.
Die Siedler sind tatsächlich relativ komplex, im Vergleich mit anderen Spielen, aber sie sind didaktisch so gut aufbereitet, dass das nicht so auffällt - insbesondere muss man eben NICHT eine lange Anleitung studieren, um loslegen zu können.
ciao
peer

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eisenbahner
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Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon eisenbahner » 20. April 2010, 12:17

In welcher Bezug steht dann "Samarkand", zum gleichen Zeitpunkt im gleichen Verlag erschienen? Ist das dann ein Kinderspiel?

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Günter Cornett

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Günter Cornett » 20. April 2010, 12:49

peer schrieb:
>
> Ich sag mal so: Siedler wären vermutlich viel weniger
> erfolgreich gewesen, wenn die Anleitung nicht ebenso genial
> gewesen wäre, wie das Spiel selbst.
> Die Siedler sind tatsächlich relativ komplex, im Vergleich
> mit anderen Spielen, aber sie sind didaktisch so gut
> aufbereitet, dass das nicht so auffällt - insbesondere muss
> man eben NICHT eine lange Anleitung studieren, um loslegen zu
> können.

Das sehe ich in der Tat auch so. Daher verstehe ich Cardhus Beitrag nicht so recht.

Siedler ist allerdings auch ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht nur eine Frage der Spielanleitung ist, ob ein Spiel sich auch dem 'Familienspieler' erschließt. Siedler spielt sich auch recht intuitiv, kommunikativ und konstruktiv, nicht grübelerisch. Es hat - wie man sagt - hohen Aufforderungscharakter. Das Kennenlernen eines solchen Spieles ist mehr ein Eintauchen als ein SichErarbeiten.

Gruß, Günter

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Cardhu
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Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Cardhu » 20. April 2010, 13:12

Hallo Günter,

was genau verstehst Du an meinem Beitrag nicht? Etwa meine Meinung, dass Siedler meines Erachtens nicht allzu komplex ist? Ich finde Siedler wirklich nicht kompliziert: würfeln, bestimmte Kartenkombinationen zusammenbekommen und dann bauen. Was ist denn daran schwierig?

Wie gesagt die Spielregel ist bis heute beispielhaft - es wäre schön wenn es mehr von dieser Art gäbe. Dies wäre gewiss bei dem ein oder anderen Spiel möglich und würde so den Einstieg erleichtern.

Ich bin in meiner Familie auch mit anderen Spielen durchaus zurecht gekommen. Man muss sich halt nur mal die Zeit dafür nehmen. Ich habe wie gesagt das Gefühl, dass heutzutage immer weniger Menschen überhaupt Interesse daran haben sich etwas länger mit etwas zu beschäftigten.

Gruß

Jan (Cardhu)

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peer

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon peer » 20. April 2010, 13:18

Hi,
ich glaube Günter meinte Jonas ihmsens Beitrag.

ciao
peer (will mal die Grammatikfans ärgern)

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Günter Cornett

Re: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Günter Cornett » 20. April 2010, 20:30

peer schrieb:
>
> Hi,
> ich glaube Günter meinte Jonas ihmsens Beitrag.

Jo, das glaube ich auch. :)

Sorry, Cardhu.

Gruß, Günter

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Klaus Knechtskern
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RE: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Klaus Knechtskern » 21. April 2010, 07:52

"eisenbahner" hat am 20.04.2010 geschrieben:
> In welcher Bezug steht dann "Samarkand", zum gleichen
> Zeitpunkt im gleichen Verlag erschienen? Ist das dann ein
> Kinderspiel?

Samarkand geht ja eher in die Vielspielerecke...

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Duchamp

RE: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Duchamp » 21. April 2010, 12:11

Klaus Knechtskern schrieb:
> > In welcher Bezug steht dann "Samarkand", zum gleichen
> > Zeitpunkt im gleichen Verlag erschienen? Ist das dann ein
> > Kinderspiel?
>
> Samarkand geht ja eher in die Vielspielerecke...

Weil man es wegen der deutlich kürzeren Spieldauer viel öfter spielen kann, oder weil es der Ableger eines Winsome-Spieles ist?

Ansonsten kommt es ja doch eher noch leichtfüßiger daher, als Fresko.

Karawanige Grüße,

D.

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Klaus Knechtskern
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RE: Fresko - Ist das noch ein Familienspiel?

Beitragvon Klaus Knechtskern » 22. April 2010, 07:24

"Duchamp" hat am 21.04.2010 geschrieben:
> Klaus Knechtskern schrieb:
>> > In welcher Bezug steht dann "Samarkand", zum gleichen
>> > Zeitpunkt im gleichen Verlag erschienen? Ist das dann ein
>> > Kinderspiel?
>>
>> Samarkand geht ja eher in die Vielspielerecke...
>
> Weil man es wegen der deutlich kürzeren Spieldauer viel
> öfter spielen kann, oder weil es der Ableger eines
> Winsome-Spieles ist?
>
> Ansonsten kommt es ja doch eher noch leichtfüßiger daher,
> als Fresko.
>
> Karawanige Grüße,
>
> D.

Ich kann mir nciht vorstellen, dass etwas leichtfüssiger daher kommen kann als Fresko
in der Basisversion ;-)

Malende Grüße

Klaus


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