Anzeige

Neulich gespielt (2019)

Benutzeravatar
Lehni
Kennerspieler
Beiträge: 327

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 17. April 2019, 01:09

Werwörter gefällt uns gerade sehr gut. Wir spielen es auf und ab und es tauchen immer wieder witzige Situationen auf. Die app lässt ab und zu lustige Sprüche ab und eigentlich reicht die Gratis-app auch. Die Chips sind eher lästig. Ja, es gibt die Regel, dass man verliert, wenn die Chips ausgehen, aber die haben sie wohl eher gemacht um die Chips zu rechtfertigen. Obwohl Partyspiele nicht mein Lieblingsgenre ist, Werwörter haben mich überzeugt. 9/10.

Wingspan hat bestätigt, was viele schon geschrieben haben: Ja, eh ok. Aber keinesfalls ein Highflyer. Die große Stärke ist halt, dass es viel Spiel in 1h mit überschaubaren Regeln packt. Der Wiederspielreiz bei uns war nach der Partie durchschnittlich. Die Karten sind allesamt eher ähnlich, also viel gibt es da nicht zu entdecken. Sicherlich kann man Wingspan nicht mit Blackout vergleichen, das sind 2 verschiedene Kaliber, aber bei Blackout gab es zumindest den Woow-Effekt bei manchen Karten. Was mir bei Wingspan gut gefällt ist die Übersicht. Es ist schnell erklärt und Text auf Karten mag ich irgendwie schon gerne. Thema mag ich halt gar nicht. Für mich also ein nett, 7/10.

Tavernen vom Tiefen Thal hat mir dagegen besser gefallen. Auch das ging nur ca. 1 Stunde und hat mich deutlich mehr gepackt. Das Thema gefällt mir gut. Es ist ein Deckbuilder und man versucht seine Taverne zu verbessern. Man kauft Gäste, die über Würfel, die man draftet, aktiviert werden. Mit dem Geld kann man Verbesserungen kaufen. Gäste kosten Bier. Außer dem Würfeldrafting spielt man eher solitär. Stört mich aber nicht. War bei Wingspan auch ähnlich. Für mich 8/10.

Benutzeravatar
Maery
Kennerspieler
Beiträge: 133
Wohnort: Bocholt
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Maery » 17. April 2019, 11:18

Dee hat geschrieben:Altiplano ist vermutlich das Spiel, in welchem ich am schlechtesten Abschnitt. Der Sieger führte mit 116 Punkten, danach trafen sich drei andere mit 60-64 Punkten und am Schluss folgte ich mit 35 Punkten. Das Spiel ging also völlig an mir vorbei und ich hatte keine Ahnung, dass dem so war.

Solche Spiele mag ich auch gar nicht, wenn man nicht einmal versteht, was man falsch gemacht hat. Und das ist sogar wirklich ein krasser Punkteunterschied.
Bestätigt aber auch das, was ich bisher über Altiplano gehört habe. Schade..

Lehni hat geschrieben:Wingspan [...] Thema mag ich halt gar nicht. Für mich also ein nett, 7/10.

Wobei das ja auch wieder fürs Spiel spricht, wenn dich Thema gar nicht anspricht und du trotzdem 7 Punkte gibst.


So, jetzt berichte ich mal, wir haben sehr viel spielen können =)
Corinth spielen wir momentan als unser Roll-and-Write-Spiel und es ist weiterhin ganz nett, das Geld aber nicht wert und jetzt auch nicht so besonders. Man kann nicht wirklich taktisch vorgehen und ich bin jetzt schon ein wenig gelangweilt.

Quadropolis immer mit den öffentlichen Gebäuden!Wir mögen das Spiel wirklich gerne und ich finde es wie Azul schön ansprechend und mit tollem Material und es ist für uns ein schöner Spieleeinstieg. Spielen aber immer mit der einfachen Seite, die andere Expertenseite nimmt für uns das lockere weg und macht es viel denklastiger.. Aber die Erweiterung ist für uns ein Muss, da sie die öffentlichen Gebäude viel attraktiver macht und man da seine eigene Strategie schön unterstützen kann.

Dann haben wir mal wieder Seasons gespielt. Im Vergleich zu den ganzen anderen Engine-Buildern wie Flügelschlag und Everdell ist es wirklich gemein. Also fast jede Karte ist so konzipiert, dass die anderen Spieler leiden müssen. Als Kontrast zu den anderen Spielen dann sogar noch interessanter und da wir die anderen in letzter Zeit oft gespielt haben, war diese Partie mal wieder echt lustig :D Ab und zu böse zu sein liegt uns nun einfach doch sehr (Arcadia Quest - Lover) und hier ist es eben auch so. Allerdings reichte mal wieder eine Partie, dann sind wir danach doch lieber wieder nett und spielen mehrere Partien von den anderen Spielen. Aber bleibt weiterhin in der Sammlung!

Und dann haben wir auch ein Spiel gespielt, was wir schon ewig in der Sammlung haben und leider viel zu selten spielen. Ist so ein Urlaubsspiel und leider gehen die kleinen 2-Personen-Spiele wegen der Größe einfach unter. Ist bei Caverna das 2-Personenspiel leider genauso, dabei ist es wirklich gut und in den Schachten steckt einfach sehr viel drin, aber geht immer wieder unter. Naja, gemeintes Spiel ist Targi und auch dort spielen wir immer mit der Erweiterung. Gibt noch mehr taktische Möglichkeiten für ein ohnehin schon wirklich perfektes Spiel. Ich finde auch weiterhin, dass hier eine der besten Aktionsauswahlmechanismen vorliegt.

Über Terraforming Mars und Everdell rede ich einfach mal gar nicht, auch wenn die beiden unsere Dauerbrenner sind. Hab letztens noch eine ältere Meinung von mir dazu gelesen und Everdell ist zwar an einigen Stellen absolut nervig und unperfekt, aber es macht einfach absolut süchtig. Aber ja, auch diese beiden Spiele landen zurzeit ständig auf dem Tisch.
Mit Great Western Trail ist auch unser Liebling, landet aber nicht so oft wie der Rest auf dem Tisch, da es trotz Inlay einfach länger zum Aufbauen braucht. Sehr viel Kleinkram, aber auch wundervolles Spiel. Dieses Mal wieder mit der Erweiterung, denn im Gegensatz zu vielen anderen Erweiterungen (und wir lieben oft die Erweiterungen, wie schon beschrieben und gleich noch weiter zu lesen sein wird) ist diese hier nicht Pflicht und kommt immer mal wieder zur Abwechslung rein, aber nicht dauerhaft. Die Erweiterung ist viel taktischer und verzeiht noch weniger Fehler, da die angereisten Städte viel seltener Punkte bringen und man im Vorfeld planen muss, wohin man wohl reisen wird. Hab haushoch verloren, aber es macht trotzdem mega Spaß.

Dann kam wieder mal Dice Forge mit Erweiterung dran und trotz absolutem Würfelpech ist es dennoch knapp ausgegangen, da man durch die Karten gut aufholen kann. Ist sehr schön für ein Würfelspiel.

Räuber der Nordsee.jpg
Räuber der Nordsee.jpg (355.53 KiB) 2490 mal betrachtet

Dann noch Räuber der Nordsee mit beiden Erweiterungen. Auch hier gehören die Erweiterungen zum Spiel dazu, ohne würde ich es nur mit neuen Leuten spielen, aber sonst nie mehr. Es verbessert so viel und macht es zu einem perfekten Ganzen. Immer wieder schön!

Takenoko.jpg
Takenoko.jpg (323.62 KiB) 2490 mal betrachtet

Zuletzt von den uns bekannten Spielen noch Takenoko mit Erweiterung. Auch hier verbessert sich das Spiel durch die Erweiterung grundlegend. Wird weniger zufällig und durch besondere Gartenplättchen kann man viel besser planen und den Garten ausbauen. Man muss bei diesem Spiel ja den Garten farblich nach gewissen Mustern anordnen, den Bambus in gewisser Höhe angärtnern und den Banda füttern. Durch die Erweiterung kann man durch das Zeugen von Pandababys Bonusse erlangen, durch neue Gartenteile gezielter bewässern und co. Wir spielen auch mit neuen Leuten nur mit der Erweiterung und das Spiel ist optisch einfach der Knaller!

Soo, jetzt noch 2 neue Spiele für uns (und bald erfolgt auch noch ein neues, haben Nah und Fern hier aus dem Forum kaufen können und ich freue mich schon riesig, es spielen zu können!)
Teotihuacan.jpg
Teotihuacan.jpg (416.56 KiB) 2490 mal betrachtet

Teotihuacan ist das erste neue Spiel. Wir haben es unbedingt haben wollen und nun ist es auch bei uns gelandet. Optisch finde ich es ja sehr hübsch und wenn es vor einem liegt, ist es sogar noch cooler mit den kleinen Personen auf dem Spielfeld und der Pyramide. Auch der Aufbau ist schneller gemacht als erwartet und das eigentliche Spiel ist auch gar nicht so schwierig, wie es sein soll. Da wir auf Würfeleinsetzspiele wie Rajas of the Ganges stehen, waren wir hier gespannt (auch wenn man eben nicht würfelt) und die Mechanik ist eigentlich ganz nett. Leider hat meinem Mann das Spiel so gar nicht gefallen. Mir schon, aber das hilft erstmal wenig ;) Er hat auch immer haushoch verloren und für ihn war das schon von Vornherein klar und dementsprechend hat er sich einfach nur schlecht gefühlt und er hat auch nicht das Gefühl, persönlich etwas zu schaffen. Bei anderen Spielen baut ja jeder oft etwas für sich und hat somit immerhin das geschafft, hier baut man aber entweder gemeinsam an der Pyramide oder an den verschiedenen Leisten und hat nicht wirklich das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Er fühlte sich auch immer im Zugzwang durch mich, denn wenn ich bei den Anbetungsleisten vorangegangen bin und die Wertungsboni freigeschaltet habe, musste er das ja auch um nicht ganz extrem zu verlieren.
Er will dem Spiel bisher noch Chancen geben (haben es auch bisher erst zweimal gespielt), vor allem weil ich eben die Spielmechanik mag, aber wenn er es nicht auch bald mag, werden wir es wohl verkaufen. Macht mir ja auch keinen Spaß, wenn ich weiß, dass es ihm nicht gefällt und mit anderen werden wir es nicht spielen, weil es eben nichts für Wenigspieler ist. Dafür ist es dann doch zu kompliziert, zumindest zum Erklären.

Alchemisten.jpg
Alchemisten.jpg (360.52 KiB) 2490 mal betrachtet

Netterweise konnten wir dann noch Alchemisten von Bekannten ausleihen, da ich dieses Spiel auch schon länger im Auge hatte. Denn wir stehen auf logische Rätsel und ein Spiel dazu fehlt noch in unserer Sammlung. Auch gegen Apps haben wir nichts bei Brettspielen, da gibt es ja einige, die es gezielt getrennt haben möchten. Naja, haben es dann voller freudiger Erwartung gespielt und leider mögen wir das Spiel gar nicht! Es hapert einfach an so vielen Ecken. Das fängt schon mit dem Material an. Die Bögen zum Notieren sind sehr bleich und man erkennt dort die Ladungen nur sehr schwach. Daher haben wir von vornherein mit einer guten Vorlage auf unseren Tablets gespielt, also daran liegt es nicht einmal, dass wir es nicht mögen. Die Sichtschilder dienen ja sogar mehreren Zwecken, einmal dem Sichtschutz einmal um dort auf einer Pyramide die gematchten Ladungen zu befestigen. Beides funktioniert nicht gut. Beim Befestigen der Ladungen passen die Ladungen kaum rein, fallen raus, die Farben verwirren eher als dass sie helfen und geschützt wird die Sicht auch nicht, da man eindeutig merkt, ob man oben oder unten die Ladungen befestigt. Also auch da durchgefallen. Aber das kann man ja noch anderweitig lösen, wenn das Spiel funktioniert. Aber für uns funktioniert eben auch das nicht. Die App und das Herausfinden der richtigen Elemente ist klasse, das macht wirklich Spaß! Auch das logische Schließen ist klasse (wobei es durch das Material oft zu Flüchtigkeitsfehlern kommen kann, wenn man nicht aufpasst). Aber das Drumherum hat uns keinen Spaß gemacht. Man hat zu wenig Geld, wird kaum für das Raten belohnt und irgendwie macht es einfach kaum Sinn, etwas anderes als Forschung zu betreiben. Dafür braucht man aber immer Ressourcen und muss Tränke verkaufen, verliert aber immer wieder die Zutaten und im Endeffekt sammelt man immer wieder Zutaten, nur um dann zu Forschen und die Mechanik macht nicht einmal Spaß. Inhaltlich sind die Ideen sehr lustig mit dem Selbertesten, dem Testen an Studenten, dem Publizieren usw., aber für uns ist dieser Teil des Spiels einfach absolut nicht spaßig. Notwendiges Übel für das tolle logische Denken, aber leider überwiegt das Übel und macht einfach keinen Spaß.
Für uns leider durchgefallen, wird nicht noch einmal gespielt.

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 18. April 2019, 22:14

Lehni hat geschrieben:Werwörter gefällt uns gerade sehr gut.
Wir haben es gestern wieder gespielt. Es ist einfach witzig und bietet auch zu viert viel Spaß. Vor allem gibt es immer wieder neue Konstallation. Zum Beispiel als Bürgermeister und Werwolf „Mirabelle“ erklären müssen, worauf kaum jemand kommt, selbst wenn man nicht lügt. Schlimmer war da noch „Oktober“. Niemand ist auch nur ansatzweise drauf gekommen, nur die Seherin hat sehr offensichtlich in die richtige Richtung geraten. Toll war auch, dass einmal der Werwolf selbst nach 3 Minuten das Wort „errat“ und zielsicher auf die Seherin zeigte. So kann man auch gewinnen. Lustiges Spiel! (Wertung: 8,5)

Maery hat geschrieben:Corinth spielen wir momentan als unser Roll-and-Write-Spiel
Das kannte ich noch gar nicht, dabei mag ich solche Spiele sehr. Aber ich gebe zu, dass ich auch nicht 10 Stück in der Art brauche. Und „Welcome to...“ finde ich thematisch bisher am besten. Aber Corinth werd ich mir mal anschauen, wenn ich dazu komme...

Wir spielen auch mit neuen Leuten nur mit der Erweiterung und das Spiel ist optisch einfach der Knaller!
Ja, da sticht es echt hervor. Und ich spiel es auch sehr gerne. Mal schauen, ob es am Samstag mal wieder auf dem Tisch landet nach langer Zeit.

Er fühlte sich auch immer im Zugzwang durch mich, denn wenn ich bei den Anbetungsleisten vorangegangen bin und die Wertungsboni freigeschaltet habe, musste er das ja auch um nicht ganz extrem zu verlieren.
Das ist interessant, weil das bei uns nicht passierte. Sehr oft fährt jeder von uns seine eigene Taktik und bisher ging das meist auch einigermaßen gleich gut auf. Sprich, ich hatte bisher nie das Gefühl, dass ich irgendwo meinem Gegner hinterherlaufen muss, weil er sonst uneinholbar wird. Vor allem bei den Tempel suche ich mir das zu meiner Strategie (und Bonussen) passende Leiste aus und treibe die zielstrebig voran. Es bringt rein gar nichts, einem anderen Spieler hinterherzulaufen.

Er hat auch immer haushoch verloren und für ihn war das schon von Vornherein klar
Kann er sagen, warum es ihm klar war? Ich habe Teo schon ein paar Mal gespielt, hatte bisher aber nie das Gefühl, dass man vor allem in den ersten paar Runde schon jemand davon ziehen sieht. Was sein kann: Teo verzeiht Fehler nicht sehr gut. Sprich, wenn er in den ersten Runden einen (bzw. mehrere) Spielfehler macht, dann kann es sein, dass der andere davon zieht. Vor allem bei allem, was wiederholt gewertet wird wie der Pfad der Toten oder die Masken. Wenn Du es verkaufst, sag mal bescheid ... ;)

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 19. April 2019, 08:21

Scythe: Aufstieg der Fenris ging in die letzten zwei Partien der Kampagne. Natürlich wieder mit Spoiler-Tags.

Partie 7:
► Text zeigen


Partie 8:
► Text zeigen


Ohne Spoiler, was bleibt zu sagen? Die Kampagne spielt sich gut. Und ich bin in Area-Control-Spielen extrem schlecht. Thematisch hat mich Fenris (bis aufs Ende) sehr gut unterhalten. Die Texte waren größtenteils spannend, manchmal nur etwas zu lang. Die neuen Fraktionen bringen Abwechslung, aber spielen sich teils auch ganz anders. Ich bin noch gespannt auf die Koop-Variante, danach hab ich von Scythe aber erstmal genug.

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 20. April 2019, 19:59

Sechsstädtebund zu dritt: „Sechsstädtebund“ ist sicherlich kein Überflieger der Handelsspiele, aber es spielt sich so leicht und locker in etwas mehr als einer halben Stunde herunter, dass ich es immer wieder gerne spiele. Und das letzte Mal ist nun auch schon über drei Jahre her.

In „Sechsstädtebund“ müssen die Spieler mit ihrem Handelswagen in eine von sechs Städten reisen, um dort Waren zu erhalten. Für die Reise selbst muss man Knappen bezahlen und zusätzlich bieten zwei Spieler um die gleiche Stadt, wenn sie sich in die Quere kommen. Dieser Bietmechanimus funktioniert ähnlich wie bei „Evo“ und gefällt mir sehr gut am Spiel. Wenn alle eine Stadt für sich haben, erhält man Warenwürfel oder neue Knappen. Wer die meiste Pferdestärke erhalten hat, ist zuerst am Markt, wo man die Waren gegen Siegpunkte und oder Gefolgsleute eintauschen kann. Die Gefolgsleute geben Siegpunkte am Ende des Spiels für Mehrheiten. Auch hier finde ich die Art der Warenlieferung klasse, weil sich der aktive Spieler eine Reihe aussucht, die beliefert werden soll und damit andere Spieler zum Einsetzen der Waren zwingen muss. Ebenfalls klasse finde ich den Reihenfolgemechanismus, der sich jede Runde ändern kann und pro Phase ggf. variiert und so für ein sehr ausgeglichenes Spiel sorgt.

Mir gefällt auch, dass Waren nicht aufgehoben werden. So kann man diese nicht horten, sondern muss damit leben, was es gerade gibt. Das verbietet damit zwar eine große Spielstrategie, was aber die Einfachheit des Spiels ausmacht. Ich finde es jedenfalls klasse, auch wenn ich ganz knapp mit 70:69 (2 Knappen):69 (1 Knappen) Letzter geworden bin. (Wertung: 8,0)

Cryptid zu dritt, drei Runden: Wenn man ein komplexeres Sudoku sucht und „Alchemisten“ (siehe oben bei Maery) fiel zu aufwändig mit den ganzen Aktionen fand, wird sicherlich mit „Cryptid“ glücklich. Auf dem variablen Spielbrett mit mehreren Landschaften, verschiedenfarbigen Säulen und Tiergebieten versteckt sich ein Fabeltier, dass wir als Kryptozoologen suchen. Jeder Spieler erhält zum Spielstart jeweils einen anderen geheimen Hinweis (z.B. dass sich das Wesen auf Sumpf oder Wüste befindet, oder in Reichweite 3 zu einer weißen Säule etc). Mit allen Hinweisen zusammen gibt es ein eindeutiges Feld auf dem Spielplan, wo das Wesen steckt. Und so fragt man reihum seine Mitspieler ab, ob sich das Wesen auf einem Feld verstecken könnte oder nicht und findet so das Wissen der Spieler und damit deren Hinweise heraus. Durch einen kleinen, farbigen Würfel werden Fehltreffer markiert und durch eine Scheibe mögliche Positionen, sodass man diese gut unterscheiden kann. Und so kann man irgendwann versuchen, das Rätsel zu lösen.

Ein Thema sucht man bei „Cryptid“ vergebens, konkrete Begriffe wie „Bärengehege“ und „Pumagehege“ werden automatisch zu ihrer abstrakten Darstellungsform „gestrichelt“ und „durchgezogen“. Und die verlassenen Hütten werden schnell zu „Dreieck“. Die Landschaften gibt es auch nur der Farbkodierung wegen. Und ehrlich gesagt steckt nicht so viel Spieleentwicklung im Spiel, denn die unterschiedlichen Hinweise mitsamt Zielfeld hat (vermutlich) ein Computer ausgerechnet.

Die erste Runde war grauenvoll, da ich keinerlei Plan hatte, was abgeht oder wie man etwas kombiniert. Zusätzlich kam dazu, dass wir das Ziel nicht fanden. Auch nach Zusammenlegen aller Hinweise fanden wir kein passenden Feld auf dem Spielplan. :( Ggf. war dies ein Druckfehler bei einem der Hinweise. In Runde zwei war ich dem Ziel sehr nah, verwechselte aber grün und blau. :( Und in Runde drei hatte ich einen Denkfehler. Das ist auch ähnlich problematisch wie bei „Alchemisten“, denn wenn man einen Fehler beim Kombinieren macht, ist man raus. Immerhin könnte man bei „Cryptid“ alles noch einmal nachvollziehen, da alle Informationen auf dem Brett liegen. Aber die Arbeit macht man sich selten, wenn die anderen Spieler kurz vor der Lösung stehen. Vor allem würde das die Downtime extrem erhöhen, wenn man in seinem Zug alle Kombinationen durchrechnet. Das passiert dennoch manchmal und lässt die Mitspieler dann leider Warten.

Negativ ist, dass per Standard kein Block zum Aufschreiben der Hinweise ist. Ich weiß nicht, wer nur durch bloßes Starren auf das Brett sich alle Infos merken bzw. zusammenführen kann. Entsprecht gibt es bei BGG auch sehr viele Decodierblöcke zum Herunterladen. Davon abgesehen ist das Spiel ganz interessant und man kann aufgrund der kurzen Spieldauer ruhig zwei, drei Partien nacheinander spielen. Aber man muss kombinatorische Rätsel mögen. (Wertung: 7,0)

The Cave zu dritt: Ein weiteres meiner Lieblingsspiele, dass wir zuletzt im Mai 2016 gespielt hatten. Jeder Abenteurer versucht die Höhle durch das Aufdecken von Plättchen zu erkunden. Dabei kann man tiefer in die Höhle eindringen, muss enge Passagen, Abgründe oder Seen überqueren oder durchtauchen und kann tolle Fotos schießen. Für alles gibt es passende Marker mit Siegpunkten und einer Mehrheitenwertung am Ende.

Wäre es nur das, wäre es langweilig. In einem Zug muss man Nahrung ausgeben, um seine 5 Aktionspunkte auszugeben. Und wenn die Nahrung im Rucksack nicht ausreicht, ist das Spiel zu gut wie gelaufen. Und so muss man immer abwägen, wie weit man noch in die Höhle vordringen will oder wann man besser zum Basislager umkehrt, um neue Nahrung einzuladen. Da es bis auf das Ziehen der Plättchen keinen Zufall gibt, hat man sein Schicksal auch immer selbst in der Hand. Nur ganz selten kann es passieren, dass man sich wagemutig eine Abkürzung zum Basecamp sucht und in einer Sackgasse läuft.

Mir gefällt „The Cave“ sehr gut – und besser als die anderen Spiele von Adam Kaluza, wie „K2“ oder „Mount Everest“. Thematisch find ich es sehr gut umgesetzt, nur die Regel ist echt ein Graus. Darin etwas auf Anhieb zu finden, ist fast unmöglich. Immerhin ist sie nicht sehr lang, aber es gibt immer wieder ein paar Regelfragen –vor allem, wenn man das Spiel drei Jahre nicht gespielt hat. (Wertung: 8,5)
20190420_thecave.jpg
20190420_thecave.jpg (65.03 KiB) 2282 mal betrachtet

Gizmos zu dritt: Wer die Murmelbahn von „Gizmos“ sieht, wird sich gleich an „Potion Explosion“ erinnert fühlen. Bei „Gizmos“ handelt es sich aber in meinen Augen um das einfachere und bessere Spiel.

Jeder Spieler kann in seinem Zug eine von vier Aktionen auswählen: Eine Karte aus der Auslage nehmen und speichern, eine Karte bauen, eine farbige Murmel nehmen oder vom verdeckten Stapel Karte ziehen und ggf. dann etwas davon bauen oder speichern. Das war's! Die gebauten Karten werden mit den Murmeln bezahlt. Und einmal gebaut verbessern sie die vier Aktionen, sodass man für den Bau weitere Murmeln zufällig oder gezielt ziehen kann. Und so spielt man vor sich hin, bis ein Spieler 16 Karten vor sich hat und das Spiel endet. Die Karten bringen dann Siegpunkte.

Das Thema sucht man bei „Gizmos“ auch wieder vergebens. Dass ich „Gizmos” (Maschinen) mit Energiekugeln erstelle, spielt einfach keine Rolle. „Karte“ und „Murmel“ tut es als Begriff auch. Davon abgesehen spielt es sich sehr nett und schnell. Wir waren in knapp 30 Minuten fertig. Sehr befriedigend ist die immer besser ineinander greifende Engine (wenn man keinen Fehler macht), wodurch bei den Aktionen immer mehr Bonus abfällt. Es ist aber auch nicht extrem tiefschürfend, meist ist es recht klar, was man in seinem Zug an sinnvollen Aktionen machen kann und muss nur eine davon auswählen. (Wertung: 7,0)
20190420_gizmos.jpg
20190420_gizmos.jpg (49.97 KiB) 2282 mal betrachtet

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 18. Mai 2019, 10:33

Kneipenquiz zu viert: Die Fragen im Kneipenquiz sind ganz schön happig. Wer weiß schon, wo ein Waldbrand in den 70er Jahren in Deutschland war? Oder was vier genannte Fußballer vereint, die vermutlich kaum ein Mensch vorher schon einmal gehört hat? Und so kam mir das Spiel nach der ersten von fünf Runden auch unschaffbar vor. Aber es wurde besser: Mit der Zeit kamen Fragen, die wir beantworten oder zumindest gut raten konnten. Und so landeten wir am Ende nur einen Zähler hinter einer der gegnerischen Flaschen, die pro Frage ebenfalls nach vorne ziehen dürfen – vor allem, wenn man falsch antwortet.

Zu viert war das Spiel ganz gut. Es wusste eben immer mal jemand etwas. Zu zweit ist es vermutlich nicht machbar. Zu zwanzigst hat man eine reelle Chance, einen Großteil der Fragen zu beantworten. In einer Kneipe könnte man die 20 vielleicht sogar auftreiben. Es wird vermutlich nicht mein Lieblingsquizspiel, aber ab und an würde ich es mitspielen. (Wertung: 6,5)

Treasure Island zu viert: „Treasure Island“ wollte ich unbedingt wegen des Mal- und Deduktionsfaktors spielen. Long John Silver versteckt geheim (hinter seinem Sichtschirm) einen Schatz auf der Insel. Die restlichen Piraten haben nun 6 Runden Zeit, den Schatz zu finden, bevor Long John sich selbst auf den Weg dorthin macht. Hierfür können sie auf der Karte frei umherwandern und Kreise ziehen, welche das Suchareal angibt. Durch Hinweiskarte, die Long John auslesen muss, und teilweise auch vereinzelt geheim an die Mitspieler gibt, kann jeder für sich schließen, wo der Schatz sein könnte bzw. auf alle Fälle nicht ist.

Ich fand das Spiel ganz spaßig. Es ist ein vereinfachtes „Scotland Yard“ oder „Whitechapel“, gemischt mit ein bisschen „Cryptid“. Sehr schön finde ich, dass die ein oder zwei der Hinweise von Long John ggf. auch falsch sein können. Also nicht zwingend falsch sind, sondern nur können. Vielleicht sind sie auch richtig. Das bringt noch einmal etwas Spannung in das Spiel.

Am Ende kam es mir ein klein wenig zu lang vor. Wir spielten die 6 Runden und grenzten immer mehr ein, bis sich auch Long John auf dem Plan bewegen durfte. Jetzt ging es nur drum, wer schneller oder größere Kreise ziehen darf und ich war am Ende der glückliche. Aber das war wirklich mehr Glück als konkreter Sachverstand. Da gefällt mir „Cryptid“ oder „Whitechapel“ zum Beispiel doch besser, weil die Hinweise eindeutiger sind. (Wertung: 7,5)
20190515_treasureisland.jpg
20190515_treasureisland.jpg (73.63 KiB) 2089 mal betrachtet

Blueprints zu viert: Nach langer Zeit wieder gespielt zum Abschluss des Spieleabends. Das Spiel ist schnell erklärt und auch innerhalb von 30 Minuten gespielt. Würfel ziehen, würfeln, einen der 7 in sein Gebäude einbauen, sechs mal wiederholen, werten, Punkte kassieren (oder eher nicht wie in meinem Fall) und das dreimal. Fertig! Ein Vergleich mit „Sagrada“ bietet sich an, Blueprints spielt sich aber leichter und weniger verkopft. Es gibt zwar ein paar Regeln, aber die lassen sich an zwei Fingern abzählen. Daher war es schön, es mal wieder gespielt zu haben. (Wertung: 7,5)
20190515_blueprints.jpg
20190515_blueprints.jpg (86.38 KiB) 2089 mal betrachtet

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 19. Mai 2019, 11:28

Unstable Unicorns zu fünft: „Unstable Unicorns“ wurde in 2017 sehr erfolgreich über Kickstarter finanziert. Von 10.000 US-Dollar kamen 1,8 Millionen US-Dollar zusammen. Nachdem ich das Spiel gespielt habe, frage ich mich, wieso.

Ich denke, das größte Zugpferd (ha ha) des Spiels ist die Grafik. Fast jede Karte ist einzigartig und toll illustriert. Andere Tiere oder Eigenschaften sind echt wunderschön in ein Einhorn-Umfeld eingebettet. So schön einzigartige Karten sind, desto schlechter ist, wenn jede Karte eine andere Funktion hat. Ich selbst mag keine Spiele, wo ich vor mir zig Karten mit Sondereigenschaften liegen haben und mir dann auch noch die Eigenschaften der Mitspieler (zumindest grob) merken muss, weil es eine Rolle für mich spielt. Sprich, das Spiel hat mir zu viele Sachen, auf die ich aufpassen muss.

Größter Kritikpunkt meinerseits: Es spielt sich wie Munchkin. Zieh eine Karte, spiel eine Karte, versuche 7 Einhörner zu sammeln. Wenn jemand nah an der 7 dran ist, stürzen sich die Mitspieler auf ihn und verhindern somit den Sieg – und zögern das Spiel heraus. Denn wie Munchkin hat das Spiel ggf. kein Ende, weilständig jemand noch dazwischenfunkt. Das war auch der Grund, wieso ich vorn vornherein gesagt habe, dass ich nach 30-45 Minuten aufhören werde. Wegen mir hätte ich auch nach 15 Minuten aufhören können, aber ich wollte ja kein ganz großer Spielverderber sein. Aber mitspielen werde ich es nicht noch einmal. (Wertung: 3,5)
20190518_unstableunicorn.jpg
20190518_unstableunicorn.jpg (57.31 KiB) 2018 mal betrachtet

Aeon's End zu viert: Aeon's End ist ein kooperatives Deckbauspiel. Gemeinsam versuchen wir den Angriff eines Monsters aus dem All auf unsere kleine Stadt zu verhindern. Während das Monster vom Himmel fällt und seine Minions oder Zaubersprüche auf uns oder die Stadt loslässt, verteidigen wir uns nach bestem Willen. Dabei haben alle Spieler ein Startdeck und können über Äther (Kaufkraft) neue Karten in Form von mehr Kaufkraft oder Zaubsprüche mit Schaden kaufen.

Soweit ist das von zahlreichen anderen Deckbauspielen wie z.B. Ascension bekannt. Drei Besonderheiten gibt es bei Aeon's End aber: 1. Gekaufte und gespielte Karten kommen auf den Ablagestapel, wobei die Reihenfolge der Ablage eine Rolle spielt, denn: Wenn das Deck leer ist, wird der Ablagestapel umgedreht und nicht gemischt. Somit kann ich zu einem gewissen Grad die Reihenfolge der Karten und sogar die ganze Kartenhand selbst bestimmen, wenn ich mir einigermaßen merke, was ich habe. Ich gebe zu, dass ich daran eher schlecht bin. Ich habe einfach versucht eine gute Mischung aus Kaufkraft und Angriff zu haben. 2. Sprüche müssen erst aufgeladen werden und wirken am Start der nächste Runde. Okay, ein bisschen erinnert das an die Angriffskarten in „Nightfall“. Aber diese Verzögerung hat der gemeinsamen Planung im Spiel sehr gut getan. Und zuletzt 3. Würde man immer nur reihum spielen, wäre das Spiel zu berechenbar, also wörtlich genommen. Denn man könnte genau ausrechnen, wer welchem Monster wie viel Schaden macht oder jemand anderen heilt etc. Stattdessen gibt es ein „Spielereihenfolge-Deck“, in das die Spieler plus zweimal das Monster reingemischt wird. So kommt auf alle Fälle jeder einmal die Runde dran. Aber wir wissen nicht genau, wann. Und wir wisssen auch nicht, wann das Monster zuschlägt und uns Ärger macht.

Wir spielten das Einstiegsspiel mit Standard-Karten zum Kaufen und einem leichten Monster. So leicht war es aber gar nicht. Unsere Stadt sank von 30 Lebenspunkten (ja, wie auch immer eine Stadt Lebenspunkte haben kann) zwischendurch auf 6 ab. Das Monster startete mit 70 und es dauerte ca. 2,5 Stunden, ehe wir es besiegt hatten. Die Spielzeit ist wohl einer meiner wenigen Kritikpunkte. Wir haben uns natürlich viel abgesprochen und in einem eingespielten Team geht das sicherlich auch schneller. Aber für das, was das Spiel bietet, fand ich 2,5 h etwas zu lang. 1,5 Stunden hätten es auch getan. Ggf. gibt es extra Regeln, um die Spielzeit noch etwas zu verkürzen. Ansonsten hat es mir aber ganz gut gefallen, sodass ich es mitspielen, wenn auch nicht selbst kaufen würde. (Wertung: 7,5)
20190518_aeonsend.jpg
20190518_aeonsend.jpg (64.61 KiB) 2018 mal betrachtet

Just One in verschiedenen Besetzungen zu viert, fünft, siebt so um die sechs oder sieben Partien: Just One war der Füller nach dem Abendessen bis sich alle wieder einfanden und lustigerweise gleich danach (also ohne anderes Spiel dazwischen) der Absacker bis alle gehen mussten. Das Spiel bietet sich dafür auch an, weil eine Runde ca. 3 Minuten dauert und man jederzeit ein- oder aussteigen kann. Wer es nicht kennt: Ein Spieler muss einen Begriff raten, die anderen schreiben dazu geheim jeder für sich ein Erklärwort auf. Doppelte Tipps werden aber herausgefilert, sodass am Ende nur Unikate übrig bleiben. Und damit muss der Ratende damit leben. Super spaßig, vor allem, wenn zwei Spieler sehr gleich denken und ständig das Gleiche aufschreiben (drei Runden nacheinander mit einer Mitspielerin passiert). Zu viert wird das Spiel manchmal schwer, denn wenn es Doppelungen gibt, bleiben nur zwei Tipps und damit kommt man selten auf den gesuchten Begriff. Aber es blieb in jeder Besetzung witzig. Ich werde es mir wohl doch noch zulegen müssen. (Wertung: 9,0)

Trapwords zu viert: Und noch eine Runde Trapwords war auch noch drin. Wie Tabu, nur dass sich das gegnerische Team die Tabu-Wörter ausdenkt und der Erklärer diese nicht sehen darf. Sehr schön, wenn so gut wie jede Falle zuschlägt (Wir schreiben „Gesichtsbehaarung“ und die Erklärerin startet mit „Haare im Gesicht“. Das ist einfach lustig!) oder man sich im eigenen Team nur durch zwei Begriffe auf das gesuchte Wort kommt. Spiele ich immer wieder gerne. (Wertung: 8,5)

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 23. Mai 2019, 12:39

Hm, außer mir scheint niemand mehr in dem Forum zu spielen. Oder zumindest nicht darüber schreiben zu wollen ...

Werwörter zu viert und fünft: Kandidat Nummer 1 für Spiel des Jahres. Die Partie war wie immer lustig. Als Werwolf-Bürgermeister ist es schon verdammt schwer, nicht zu offensichtlich falsche Tipps zu geben. Sehr gut war einmal meine Rolle als Seherin, wo ich absichtlich nur falsche Fragen stellte, aber um genau auf die Art Irrwege für die anderen auszuschließen, was auch super geklappt hat. Also klasse Spiel. Sicherlich ein anderes Kaliber als Azul, aber dennoch ein sehr gutes Spiel. (Wertung: 9,0)

Just One zu fünft und sechst: Kandidat Nummer 2 für Spiel des Jahres. Wir hatten das Spiel nicht da, behalfen uns aber mit Zettel und Stift und „When I Dream“-Karte. Die Begriffe waren aber zu einfach, sodass wir auf „Codenames“-Karten auswichen, was etwas besser funktionierte aufgrund der Mehrdeutigkeit. Es gab einige Male Doppelungen, wo es dann mit den übrigen Wörtern fast unmöglich war, noch den gesuchten Begriff zu erraten. Wenn aber alle Begriffe saßen, dann fiel das Raten sehr leicht. Insofern war die Partie etwas langweiliger als letzten Samstag, aber immer noch sehr lustig. (Wertung: 8,5)

Kutschfahrt zur Teufelsburg zu sechst: Nach dem Desaster vom letzten Mal, wo wir die Koffer vergessen hatten, ging das Gegenstände sammeln sehr schnell, was für mich der größte Vorteil am Spiel war: Es ist schnell vorbei. Mir fällt partout nicht mehr ein, wieso ich das Spiel und die Erweiterung selbst mal hatte. Ich kam auch nicht ins Spiel hinein. Ich tauschte genau einmal und konnte kein einziges Mal einen Kampf gewinnen. Ich hatte also Null Informationen und nur zwei Gegenstände am Ende als die Gegner ihren Sieg verkündeten. (Wertung: 5,0)

Der Widerstand zu sechst: Zwei Partien und beide waren gut. Die letzte Partie war von Oktober 2015, wenn ich das richtig sehe. Und ich verstehe nicht, wieso wir uns so lange Zeit mit einer weiteren Partie gelassen haben. In der ersten Runde hatten uns die Spione alle zum Narren gehalten. Die vier Rebellen verdächtigten sich nur gegenseitig und trauten sich keinen Millimeter über den Weg. Super gespielt. In der zweiten Partie spielte ich gleich am Anfang eine Fehlschlag-Karte, um einen der guten aus dem Spiel zu nehmen. Hätte mein Partner in der Folgerunde mit drei anderen auch noch einmal einen Fehlschlag gespielt, hätte es nur eine sicheren Rebellen gegeben, der die nächsten drei Runde hätte überstehen müssen. Leider spielte mein Partner einen Erfolg und so bekamen wir keinen Fuß mehr in die Tür. :( In der zweiten Runde spielten wir aber auch mit Kommandeur und Attentäter, leider ging mein Schuss ganz knapp am Kommandeur vorbei. (Wertung: 8,5)

Takenoko zu dritt: Das letzte Mal am 07.05.2017 gespielt war ich froh, dass es endlich mal wieder auf den Tisch kam. Es spielt sich sehr leicht und locker, auch wenn es ein, zwei Regelfeinheiten gab, die ich nachschlagen musste. Aber immerhin findet man alles sehr schnell in der Anleitung. Es ist sicherlich nicht extrem taktisch, aber ein bisschen überlegen muss man schon. Und das Spielmaterial ist immer noch einfach klasse. Wir spielten ohne Chibis-Erweiterung, obwohl die eigentlich gar nicht so viel Zusatzregeln reinbringt. Ich habe die Hoffnung, dass es nicht wieder zwei Jahre bis zur nächsten Partie dauert. (Wertung: 7,5)
20190522_takenoko.jpg
20190522_takenoko.jpg (87.53 KiB) 1897 mal betrachtet

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 27. Juni 2019, 22:14

Ich weiß ja, dass es warm ist. Und da mag man auch nicht viel nachdenken. Aber seit dem 23. Mai hat hier im Forum niemand mehr etwas gespielt/will nicht etwas dazu sagen (außer natürlich dem Siedler in seiner Montagsrunde)? Das kann ich kaum glauben ... scheint aber wohl so zu sein. Dann kann ich ja diesen Thread hier für mich kapern. :D

Ninja Taisen zu zweit: Eines meiner ersten Spiele, die ich von der SPIEL mitgebracht habe. Das Prinzip ist einfach: Beide Spieler haben Ninja-Karten vor sich ausliegen. Diese sind farbig markiert und haben Werte von 1-3. Ein Spieler würfelt drei farbige Würfel und muss mindestens einen (kann aber auch alle) anwenden und bewegt einen seiner Ninja der passenden Farbe die entsprechende Augenzahl (1-3) vorwärts, d.h. nach rechts, in Richtung des Gegners. Dabei kann ein Ninja bis zu zwei andere Huckepack mitnehmen. Wenn sich gegnerischen Ninjas und eigen begegnen (gegenüber liegen), kommt es zum Kampf, der nach Schere, Stein, Papier ausgewertet wird (Blau schlägt Grü schlägt Rot schlägt Blau). Wer als erstes in das generische Dorf (einmal von links nach rechts) oder alle gegnerischen Ninjas besiegt hat, gewinnt.

Kein strategisches Spiel, wobei es doch einige taktische Überlegungen gibt, wie man seine Ninjas stapelt und positioniert, sodass der Gegner im Kampf nicht das ganze Feld leerräumen kann. Durch die Abhängigkeit der Würfel, ist ein Vorausplanen eh nicht möglich, aber für 15 Minuten Spielzeit ist das auch völlig okay. (Wertung: 7,5)

Hanamikoji zu zweit: Nochmal Japan, diesmal beschenken wir Geishas, um deren Gunst zu erwerben. Nur vier Aktionen hat jeder Spieler, die er zwingend ausführen muss, um die Karten mit den Geschenken für die Geishas abzuwerfen, dem Gegner anzubieten oder geheim hinzulegen. Am Ende der Runde werden geheime Geschenke aufgedeckt und zugeordnet. Wer einer Geisha die meisten Geschenke gemacht hat, bekommt deren Gunst. Wer vier Geishas auf seiner Seite hat, gewinnt.

Ebenfalls simpel und ebenfalls kann man nicht wirklich vorausplanen. Die Karten werden zufällig gezogen, man kann nur das beste aus seiner Hand machen und hoffen. Dennoch ein schönes, nettes kleines Spiel, das vor allem mit der Grafik glänzen kann. (Wertung: 7,5)

Dice Hospital zu dritt: Jeder Spieler leitet ein Krankenhaus. Am Anfang werden im Krankenwagen die Patienten eingeliefert (drei Würfel mit Wert 2-5). Danach kann man neue Behandlungszimmer oder neue Ärzte einstellen. Alle ordnen dann die Ärzte den Räumen zu, welche Spezialfähigkeiten haben und so die Patienten behandeln (um 1 erhöhen) können. Wenn ein Patient bei 7 landet, ist er geheilt und wird entlassen, was Punkte gibt. Je mehr man gleichzeitig entlässt, desto punkteträchtiger. Daher ist das Timing für gleichzeitiges Entlassen ganz wichtig. Auch braucht man eine gute Balance zwischen Anzahl Ärzten und Anzahl Behandlungszimmer. Denn unausgewogen stehen Räume leer bzw. nicht alle Ärzte können eingesetzt werden. Nicht behandelte Patienten werden kränker, bei Wert 0 sterben sie, was Minuspunkte bringt.

Das Spiel hat eine interessante Kurve. Die ersten zwei Runden hat man alles gut unter Kontrolle. Dann ist das Krankenhaus voll und man muss zwingend Patienten entlassen und gerät in Panik. Und die letzten zwei Runde hat man meist alles wieder unter Kontrolle und kaum noch Patienten im Krankenhaus. Diese Optimierung macht mit Spaß, auch wenn es ggf. 10 Minuten zu lang geht. Zusätzlich ist es sehr solitär, man schaut nicht, was die anderen machen, was mich aber nicht stört. (Wertung: 8,0)

Samurai Spirit zu dritt: Und Japan zum dritten (oder zum vierten, wenn wir annehmen, dass es sich zuvor um ein japanisches Krankenhaus handelte). Ewig nicht gespielt, daher musste ich die Regeln schnell überfliegen. Kooperativ mimen wir Samurai, welche ein Dorf beschützen. In drei Wellen stürmen die Gegner auf uns ein, die wir abwehren müssen oder gegen die wir kämpfen können. Die Abwehr ist sogar bis zu einem gewissen Grad Pflicht. Denn wenn ein Samurai nicht bestimmte drei Gegnertypen abwehrt, ist er feige und das Dorf muss leiden. wenn ein Samurai kämpft, wird der Kampfwert der Gegner addiert. Erreicht die Gruppe exakt einen bestimmten Wert, wird der Samurai besonders mutig und haut einen Gegner komplett aus dem Spiel und triggert noch seine Spezialfähigkeit. Sollte ein Samurai im Spiel zweimal verletzt werden, wird er zum Tier - im wahrsten Sinne! Das Spielertableau wird rumgedreht, wo eine Tierfigur abgebildet ist, die mehr Schaden aushält ist und deren Spezialfähigkeit stärker ist. Das kann man also auch taktisch einsetzen.

Die ersten zwei Runden liefen recht gut. Wir verloren ein, zwei Barrikaden und wegen mir auch jeweils eins von sechs Häusern, aber alles war im Rahmen. In der dritten Runde kamen dann die ganze starken Bossgegner dazu, die uns niedermetzelten. Nicht mal die Hälfte des Gegnerstapels konnten wir durchspielen bis ein Spieler, der bereits zum Tier wurde, erneut zwei Wunden bekam und dadurch starb, wodurch wir das Spiel verloren. Ich glaube, ich habe Samurai Spirit noch nie gewonnen. Aber ich spiele es immer wieder gerne. Grafisch ist es ansprechend, von der Mechanik her klasse und gar nicht kompliziert (Wertung: 8,5)

Benutzeravatar
lanzi
Brettspieler
Beiträge: 95

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon lanzi » 28. Juni 2019, 09:58

Viel gespielt in den letzten Wochen, aber meist die "üblichen Verdächtigen":

Ganz schön clever, Doppelt so clever, Qwixx, Noch mal, Quacksalber, Heckmeck am Bratwurmeck, Welcome to... (das auch mit der 7jährigen Tochter)

Heaven&Ale - weiterhin eines unserer Lieblingsspiele
Viticulture - top
Der Untergang von Pompeji - als ob es nicht heiß genug draußen wäre ;-)

Dann packten wir ein paar alte "Schätze" an, die teils sehr lange nicht mehr gespielt wurden:
Zooloretto (ist für eine Partie zwischendurch ganz okay), Thurn&Taxis, Im Wandel der Zeiten - Würfel/Bronze, Stone Age (immer gerne), Oltre Mare (gefällt weiterhin), Alexandros (nach 10? Jahren mal wieder, gefiel mir nicht mehr allzu gut), Tikal (schön, schön)

alles 2er

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 1. Juli 2019, 21:29

Haspelknecht zu zweit: Der Spieletag startete mit einem etwas komplexerem Spiel, wobei es nicht kompliziert ist. In „Haspelknecht“ aus der Kohle-Trilogie von Thomas Spitzer bauen wir Kohle ab. Dazu müssen wir den Stollen zuerst abstützen, ggf. das Grubenwasser leeren, um an die Kohle zu kommen. In drei Jahren und drei Jahreszeiten (der Winter ist zum Aufräumen da, da ist es zu kalt, um Kohle zu Tage zu bringen) wählt man Aktionsscheiben aus, welche vorgeben, welche Aktionen und wie oft ich diese tun kann. Diese Scheiben ordnen die Spieler dann parallel ihren Arbeitern zu, wobei man nur drei bzw. vier Arbeiter hat. Danach führt man die Aktion jedes Arbeiters aus und fördert als Ziel die Kohle zu Tage.

„Haspelknecht“ wirkt anfangs etwas komplex, aber spätestens nach den ersten zwei Runde hat man das Schema verstanden. Dadurch, dass man das eigene Aktionstableau noch etwas mit Boni erweitern kann, bleibt das Spiel nicht zu monoton, auch wenn man genau am Ende des Spiels fast das Gleiche macht wie am Anfang. Das ist wohl auch der Grund, wieso das Spiel zwar gut ist, ich es aber zum Beispiel nicht besitzen müsste. Ich würde es auch wieder mitspielen, wenn es jemand spielen will. Aber ich würde es nicht vorschlagen, wenn es anderes/besseres zur Auswahl gibt.

Das Thema finde ich im Übrigen gut umgesetzt. Das einzige, was mich etwas stört sind die Aktionsscheiben in schwart, braun und gelb, die wiederum für das Fördern von Kohle, Roden des Waldes oder Getreide ernten steht. Hier ist das Spiel also etwas abstrakt, ansonsten fand ich es aber thematisch sehr stimmig. (Wertung: 7,0)
20190630_haspelknecht.jpg
20190630_haspelknecht.jpg (80.26 KiB) 1452 mal betrachtet

Welcome to … Apokalypse und Ostereierjagd zu zweit: Die Erweiterung von „Welcome to“ bringt zwei neue Spielpläne.

In „Doomsday“ (mal frei mit „Apokalypse“ übersetzt, weil mir „Tag des jüngsten Gerichts“ zu lang war) ist die schöne Vorstadt zerstört, die Swimming Pools sind verseucht (und wir bauen sie trotzdem) und Bunker sind zum Verstecken dar. Neben einigen neuen Zielkarten, geht es darum pro Straßenzug die höchstwertigen Bunker zu bauen (Wert entspricht der Hausnummer). Und das war's leider auch schon an Neuheit, weswegen für mich „Doomsday“ nicht wirklich lohnt. Die Ähnlichkeit zum Grundspiel ist viel zu groß bzw. der Unterschied zu gering, als dass sich die Anschaffung lohnt. (Wertung: 7,0)

Mehr Spaß macht die „Ostereierjagd“. Auf den Bauplätzen sind 0, 1 oder 2 Ostereier abgebildet. Und diese gilt es mit den „runden“ Zahlen (0, 6, 8, 9, 10, 16) zu jagen, d.h. einzukreisen (die 8 kann also als einziges zwei Eier einkreisen). Am Ende gibt es Siegpunkte je mehr Eier man eingekreist hat. Klingt langweilig, oder? Macht dafür aber tierisch viel Spaß, denn die Eier sind natürlich nicht so angeordnet, dass man seinen Straßenzug normal bauen kann. Da tauchen im ganz linken Bauplatz schon mal zwei Eier auf. Was tun? Natürlich 'ne 8 reinschreiben, um beide Eier zu erhalten. Und was macht man mit den restlichen 10 Bauplätzen daneben? Logischerweise einen Kreisverkehr bauen, weil man sonst keine Chance hätte, das ganze noch sinnvoll zu füllen. Das Spiel wird etwas denklastiger und kniffeliger, was mir sehr gefallen hat. (Wertung: 9,0)
20190630_welcometo.jpg
20190630_welcometo.jpg (77.82 KiB) 1452 mal betrachtet

5-Minute Dungeon zu viert: Das war leider kein gutes Spiel. Kooperativ hat jeder Spieler ein eigenes Deck mit Gegenstände/Aktionen (Schwert, Geschwindigkeit, Zauberspruch etc.). Die Gegenstände tauchen bei allen Spielern auf, nur die Häufigkeit unterscheidet sich. Ziel ist es, einen Monsterstapel durchzuspielen. Es wird immer ein Monsterkarte aufgedeckt, welches durch bestimmte Gegenstände besiegt werden kann (2 Schwerter, 1 Spruchrolle, 1 Geschwindigkeit). Die Spieler werfen wild die passenden Karten rein, denn es sind nur fünf Minuten Zeit.

Das Spiel ist ein Beispiel wie man ein Thema nicht gut umsetzt. Das Thema spielt auch gar keine Rolle. Niemand schaut auf die Monsterillustrationen. Es geht nur darum zu der Karte, welche bestimmte Farbsymbole braucht, die richtigen Karten aus der Hand abzuschmeißen. Wie ein Kampf fühlt sich das nicht an! Die Kommunikation war bei uns fast 0. Jeder hat eben reingeworfen, was fehlte, und auch wenn manchmal zu viel im Kampfstapel lag (Was liegt, liegt!), machte das nichts aus. Zusätzlich gibt es keinerlei Spannungsbogen. Die erste Karte spielt sich wie die letzte Karte. Und das einfache Monster wie das Schwierige. Einzig die Anzahl der Monsterkarten ist anders.

Ein besseres, schnelles Koop-Dungeon-Spiel ist da für mich Dungeon Time. Auch nur 5 Minuten, aber wesentlich spannender und teils wirklich knackig. Es kommt hier auf eine echt gut Abstimmung der Gruppe an. Im Gegensatz zu 5-Minute Dungeon, dass mir absolut nicht gefallen hat (Wertung: 3,5).

Undo – Fluch aus der Vergangenheit zu viert: Eine neue Art des Detektivspiels. Eine Person ist gestorben. Wir reisen in verschiedene Momente in der Zeit zurück und können dort ein klein wenig den Lauf der Geschichte verändern. Machen wir das richtig, verändern wir den Lauf der Geschichte so, dass die Person nicht stirbt. Die Anzahl der Zeitsprünge ist aber begrenzt und so können wir nur zu 10 der 13 vorgegebenen Zeitpunkte zurückreisen.

Das erste „Undo“ spielt sich ungewohnt. Beim Aufdecken einer Zeitkarte wird man vor drei Optionen zur Wahl gestellt. Dummerweise hat man bei den ersten Karten gar keine Ahnung, wie die Story sich abspielt und was die richtige Wahl ist, um das Unglück zu verhindern. So tappt man erst einmal eine Weile im Dunkeln. Mit jeder Karte erfährt man aber immer mehr und es macht Spaß, eigene Theorien zu spinnen, wie es wohl zum Tod gekommen ist und was wir dagegen tun müssen. Dabei steht das Auflösen des Falls leider nicht im Vordergrund, sondern es geht nur drum die korrekte Option auf jeder Karte zu wählen. Das fand ich etwas schade.

Thematisch ist das Spiel etwas wackelig aufgestellt. Bei „Time Stories“ hatte ich eher das Gefühl von Realismus, dass wir wirklich in den Körper einer realen Person springen. Bei „Undo“ wird nicht erklärt, wie wir wirklich in die Vergangenheit gelangen und auch nicht, wie wir den Lauf verändern. Wir können zwar großen Einfluss nehmen, aber wie wir das hinkriegen, darüber schweigt sich das Spiel aus. Und dummerweise hat man es spielmechanisch nicht hinbekommen, dass die Entscheidungen der Vergangenheit sich auf die Gegenwart auswirken. Das heißt, wenn ich mich vor einem Jahr, entscheide ein Buch zu verbrennen, ist das Buch in der nachfolgende Karte (z.B. vor einem halben Jahr) immer noch da und spielt immer noch eine Rolle. Erklärt wird das, dass wir zurückspringen, überall eingreifen und dann alles mit einer Fingerschnipps gleichzeitig wirksam wird – was leider thematisch nicht funktioniert, selbst wenn ich die nicht-existenten Zeitreisengesetze sehr stark dehne.

Nichtsdestotrotz war die Reise ganz unterhaltsam. Das Schema zählt aber nicht zu den besten der Detektiv/Escape-Spiele. (Wertung: 7,0)

Fresko zu viert: Fresko war eines der ersten Spielen, die ich kennengelernt habe, als ich anfing, Brettspiele zu spielen. Ich hatte es sogar mal auf meiner Kaufliste. Inzwischen ist es aber gut, dass ich es nicht gekauft habe.

In Kurz: Die Spieler restaurieren ein Deckgemälde. Dazu gehen sie auf den Markt, kaufen dort Farben, die sie auch zu den Sekundärfarben mischen können. Jeder Teil des Deckengemäldes benötigt bestimmte Farbkombinationen, die man abgeben muss, um Siegpunkte und Einkommen zu generieren. Das war's und daran merkt man auch, dass das Spiel für mich etwas zu einfach ist. Es gibt Erweiterungsmodule, die aber auch nicht wahnsinnig viel spannender klangen. Ich habe sie aber noch nicht gespielt.

Thematisch fand ich es sehr schön, dass die Reihenfolge darüber definiert wird, wann man aufsteht. Je eher man das tut, desto mehr Auswahl hat man auf dem Markt, desto teurer sind die frischen Farben aber auch. Und natürlich sinkt die Stimmung, wenn man so früh aufstehen muss. (Was ich nicht verstehen kann, da ich sehr gerne gegen 6 Uhr aufstehe.) Das Malen des Deckengemäldes dagegen fällt thematisch etwas ab. Es macht zwar Spaß Stück für Stück des Gemäldes aufzudecken, aber die Auftragsplättchen sind zufällig gemischt und so hat das aufgedeckte Bild rein gar nichts mit den Farben zu tun, die man zum Restaurieren abgegeben musste. Es ist echt interessant, dass mir so etwas auffällt und dass ich auf so etwas wert lege, aber es gibt einfach zu viele Spiele jedes Jahr, die solche Themenfehler nicht begehen. Dennoch: ich spiel Fresko gern (auch mit Erweiterung) wieder mit. (Wertung: 7,0)
20190630_fresko.jpg
20190630_fresko.jpg (86.84 KiB) 1452 mal betrachtet

Eselsbrücke zu viert: Ein Memory-Spiel der anderen Art. Jeder zieht reihum je viermal Plättchen mit Begriffen aus einem Beutel und muss sich dazu eine Geschichte einfallen lassen, die er erzählt. Das macht man, damit zwei, drei Runden später sich die anderen Spieler an die Geschichte bzw. an die Begriffe erinnern können. Wenn ihnen das gelingt, erhalten sie Punkte.

Ich fand das Spiel ganz okay. Das Geschichten erzählen und zuhören machte mir sehr viel Spaß, das Erinnern der Begriffe nur solala. Ich konnte mir vieles merken, wenn auch nicht alles, aber es hat mich nicht so richtig umgehauen. Ich würde aber sicherlich wieder mal mitspielen. (Wertung: 6,5)

Werwörter zu viert: Definitiv mein Spiel des Jahres. Wir haben ca. 10-15 Runden gespielt, ich habe nicht mitgezählt. Aber niemand wollte aufhören. In jeder Rolle macht das Spiel Spaß. Selbst ohne Sonderrolle als Dorfbewohner macht das bloße Raten des Begriffes Spaß. Die App hat dabei so viele verschiedene Begriffe aus unterschiedlichen Richtungen zur Auswahl (Weltwunder, Huhn, Unterlippe, Advent), dass man nie exakt gleich fragen kann und das Eingrenzen immer etwas anders verläuft. (Wertung: 9,5)

Benutzeravatar
Yeti MZ
Spielkind
Beiträge: 14
Wohnort: Mainz
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 4. Juli 2019, 09:23

Haben Ende Juni endlich mal Tudor von Corax gespielt. Thema des Spiels ist Politik am englischen Königshof im 16. Jahrhundert, mit einem Teil seiner Figuren beschafft man Karten die für 7 verschiedene "Staatskünste" stehen (Politikfelder? z.B. Finanzen, Diplomatie, Militär, ...) und Bewegungsoptionen, mit den anderen bewegt man sich durch den Thronsaal, muß dabei meistens passende Karten abgeben, und sammelt dabei politische Erfahrungen in Form von Staatskunst - Plättchen. Gelegentlich bekommt man dabei Einfluß- & Intrigen - Chips, deren Verwendungszweck wird vor dem Spiel festgelegt. Am anderen Ende des Saales erreicht man dann verschiedene Ämter, und bekommt dabei jedesmal einen neuen Siegelring für eine der 7 Künste. Die Ringe steckt man auf die Finger einer Hand aus Pappe, die Position der Ringe entscheidet welche Aktions - Möglichkeit dadurch verbessert wird, die Farbe auf welche Karten oder Plättchen die Aktion angewendet werden kann. Auch wofür man Siegpunkte bekommt, kann für jede Partie neu gewählt werden, in der Anfänger - Version gibt es Punkte bei der Übernahme von Ämtern und am Ende für möglichst viele gleiche Staatskunst - Plättchen (der Sieger hatte bei uns 112 Punkte, je 56 davon durch die Ämter und die Sammlung).
Die abstrakte Spielmechanik passt zum Thema, könnte aber auch ganz anderen Themen unterlegt werden. Zum Thema könnten eigentlich auch Verhandlungen und Abstimmungen unter den Spielern passen, so etwas bietet das Spiel in der Basisversion leider nicht. Das ließe sich aber problemlos nachrüsten, indem man sich auf entsprechende Verwendungszwecke für Einfluß- & Intrigen - Chips einigt.
Eigentlich sind die Aktionen sprachneutral wirklich sinnvoll mit Symbolen auf Händen & Spielplan dargestellt, trotzdem wirkt das anfangs unübersichtlich und provoziert Fragen. Aber wenn man diesen Einstieg überwunden hat, finde ich es ein gelungenes Spiel. Wie bei vielen anderen Spielen können thematische Unstimmigkeiten auftreten, je nachdem wie die Plättchen aus dem Beutel gezogen werden, könnte z.B. jemand Schatzmeister werden, ohne ein einziges Finanz - Plättchen aufgesammelt zu haben. Aber auch das ließe sich durch passende Bedingungen für Siegpunkte beheben. Daher juckt es mich in den Fingern, es mit anderen (und später mit selber definierten) Aktionen & Siegpunkte - Bedingungen zu spielen.
Zuletzt geändert von Yeti MZ am 11. Juli 2019, 01:17, insgesamt 2-mal geändert.

Benutzeravatar
Lehni
Kennerspieler
Beiträge: 327

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 4. Juli 2019, 19:16

Dee, bezüglich 5 Minuten Dungeon: Bei uns ist das immer gut angekommen, aber andere 5 Minuten Spiele kenne ich auch nicht. Hängt sicher viel von der Stimmung am Tisch ab.

Yinzi: Wir befinden uns in China, produzieren Waren, verschiffen und verkaufen sie und versuchen möglichst viele Siegpunkte zu erreichen. Der Grundablauf ist leicht, aber es gibt viele sonderregeln drum herum. Der Grundablauf: Man hat 12 Karten; In jeder Runde zieht man 3 Karten und hat damit 6 Aktionen/Züge. Jeder hat das gleiche Set. Also quasi es gibt X Aktionen und führe 6 davon pro Runde aus, wobei du nicht völlige Freiheiten hast. Das mit den Karten hat gut funktioniert.
Wie fühlt sich das Spiel an? Wenig Glück. Das Spiel fühlt sich nicht abgedroschen an, viele Elemente, die man so noch nicht gesehen hat. Interaktion ist eher hoch, aber nicht direkt gegeneinander spielen. Klingt ja eigentlich ganz gut. Für mich aber trotzdem "nur" ok. Es hat sich für mich zu wenig zugespitzt, zu wenig Plan. Du machst dies, du machst jenes und hast nicht das Gefühl besser zu werden oder einen Plan zu verfolgen. Liegt sicher an der mangelnden Erfahrung.

Carpe Diem zu 4. Ein Plättchenspiel, wie bei Isle of Skye baut jeder bei sich. Spieldauer war mit 1.5h schön knackig. Spiel ist recht interaktiv: Wertungen die einem weggenommen werden und einem viele Punkte kosten. Auch bei Plättchen das gleiche Spiel. Wenn man jetzt noch anfangt und den Mitspieler analysiert, wäre die Spieldauer explodiert. So passiert es einfach. Im Gegensatz zu Yinzi hast du viele Ziele. Eigentlich zu viele. Da liegen bei Spielbeginn 17 Zielkombinationen aus. Man kann Zielkarten ziehen. Und man hat Ziele am eigenen Spielplan. #
Der Spieleinstieg war eher höher, weil zahlreiche Gebäude alle erklärt werden mussten. Die Partie selbst blieb dann dank guter Übersicht klar. Ich fands gut. Das Spiel ist zum Kennerspiel nominiert. Deshalb vergleiche ich es etwas mit Isle of Skye. Das hat aber mit weniger Einstiegshürde mehr geschafft aus meiner Sicht. Ich glaube nicht, dass es gegen Wingspan gewinnen wird.

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 4. Juli 2019, 19:38

@Lehni: Was kam bei Euch denn gut an? Sprich, wo hat Euch das Spiel begeistert?

Benutzeravatar
Lehni
Kennerspieler
Beiträge: 327

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Lehni » 5. Juli 2019, 09:44

@Dee: Gute Frage. Beim 5 Minuten Dungeon ist der Spieleinstieg sehr leicht. Einfach die geforderten Symbole abgeben. Geredet haben wir wegen der Sonderfähigkeiten viel. "Halt die Zeit an" oder jetzt ist gut alle Karten herzuschenken. Ich glaube es kam gut an, weil es mit 5 Minuten so kurz war und Hektik aufkam und es oft spannend war ob wir es schaffen oder nicht. Auf den höhreren Levels sind wir oft gescheitert und haben verschiedene Charakterkombis durchprobiert. Deshalb meinte ich auch, dass es vielleicht noch bessere 5 Minuten Spiele gibt, aber für uns das erste. Es ist kein Spiel mit viel Strategie oder Möglichkeiten. Das ist richtig.

Benutzeravatar
Yeti MZ
Spielkind
Beiträge: 14
Wohnort: Mainz
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 6. Juli 2019, 10:04

Moin zusammen,
ich bin neu hier, ich spiele überwiegend bei verschiedenen öffentlich zugänglichen Brettspiel-Treffs in Mainz, Wiesbaden & Umgebung. Bei WhatsApp bin ich in mehreren Gruppen - Chats mit anderen Spielern, in 2 davon schreiben einige Leute Berichte (Mini-Rezensionen ?) über das was sie gespielt haben, daran beteilige ich mich, meinen Beitrag zu Tudor habe ich etwas weiter oben hierher kopiert. Richtige Rezensionen zu schreiben ist mir zu aufwändig, dieses Forum scheint mir ein geeigneter Rahmen für meine Eindrücke zu sein, die meisten Texte sind deutlich kürzer als der über Tudor. Ich möchte noch einige andere, auch ältere Berichte hier veröffentlichen, wenn nichts dagegen spricht kann ich eine Liste schreiben, dann können sich Leute melden, die etwas davon interessant fänden.

Benutzeravatar
SpieLama
Administrator
Beiträge: 5884
Wohnort: Wiesbaden
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon SpieLama » 6. Juli 2019, 11:33

Willkommen im Forum. Schön, dass du hier bist. Gerne kannst du hier deine Eindrücke veröffentlichen. Es spricht auch absolut nichts dagegen, eine Liste von "älteren" Eindrücken zu veröffentlichen.

Übrigens: Wenn du Eindrücke zu einem bestimmten Spiel suchst, kannst du diesen Thread gezielt durchsuchen. Wie das geht, steht unter viewtopic.php?f=45&t=393434&sid=0b49899a511354018db4df36d7435603#p441320.

Benutzeravatar
Yeti MZ
Spielkind
Beiträge: 14
Wohnort: Mainz
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 6. Juli 2019, 12:01

Hallo SpieLama,
vielen Dank für die persönliche Begrüßung. Wir kennen uns auch im realen Leben, von den Spieltreffs am Elsässer Platz und in der Aspeltstraße. Gruß R.

Benutzeravatar
Yeti MZ
Spielkind
Beiträge: 14
Wohnort: Mainz
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 6. Juli 2019, 12:21

Hier eine Liste von Spielen, zu denen ich Texte unterschiedlicher Länge auf Lager habe.
Gebt einfach Bescheid, wenn Euch etwas interessiert.
Duell - spiel mit mir das Lied vom Tod von Sphinx
Light of Dragons
Nichts als Ärger, Noch mehr Ärger & Ärger dich schwarz von Frank Stark
Ninja - Arena
Terraforming Mars
Aventuria
Homeland
7 sins - the others
504 von 2F
Lobotomy
Firefly
Dark Moon
Kingdomino
Magic Maze
Kampf um den eisernen Thron von Heidelberger
Not Alone von GGA / Corax
Escape-Room von Noris
Whoosh
Networks
Safehouse von Moses
Viral von Corax
Mechs vs Minions
Yeti von Pegasus
Anachrony
Rising sun
Die unüblichen Verdächtigen
Lords of Hellas
Heroes of Air, Land & Sea von Gamelyn
Menara von Zoch
Magnetic Balance
Rise of the Necromancers
Dungeon Petz
Oktoberfest von RioGrande
Chronicle of Crime von Corax
Cryptid
Just one
Lift Off von HiG
Spirit Island von Pegasus
Holding on von Asmodee
Side Quest von Corax
Quartermaster General 1914
Neom von Lookout
Outlive
Krieg der Knöpfe
Ethnos
New Bedford
Sub Terra von Schwerkraft
Nemesis
Spirit Island
Misty Ruins von JoeMagicGames
Bau(m)land von Spieltrieb
Der große Dalmuti
The Gallerist von Eagle Gryphon
Orleans mit Invasions - Erweiterung
Newton von CranioCreations
Solenia von Asmodee
Gizmos von CMON
Planet von BlueOrange
Gaia-Projekt von Feuerland
Furcht von 2F
Prehistory von A-Games
Cosmic Encounter von HexaGames
Dinosaur Island von Pandasaurus
Waldschattenspiel
Flügelschlag
Firefly von GaleForce9
CliniC von Alban Viard
This war of mine von Galakta

Benutzeravatar
Florian-SpieLama
Kennerspieler
Beiträge: 1605
Wohnort: Lünen

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Florian-SpieLama » 6. Juli 2019, 19:32

Das ist eine ganz schöne Menge und eigentlich finde ich da alle auf die eine oder andere Art interessant. Ich würde sagen, poste doch v einfach alle. Nur nicht auf einmal, dass es in Spam ausartet und den Thread aufbläht. Aber z. B. alle 2 Tage einen Beitrag sollte ein guter Rhythmus sein. :)

Benutzeravatar
Yeti MZ
Spielkind
Beiträge: 14
Wohnort: Mainz
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 6. Juli 2019, 21:48

Wenn es um was kurzes für schnell mal zwischendurch oder als Absacker geht, ist mein Lieblingsspiel "Duell - spiel mit mir das Lied vom Tod" von Sphinx, daher wirklich erst neulich wieder gespielt. Jeder hat das gleiche Set von 6 Karten, mit Taktik & Bluff versucht man der letzte Überlebende einer kurzen wilden Schießerei zu sein, wie sie in jedem billigen Western vorkommt. Die Illustrationen sind einfach, aber die dargestellten abgewrackten, unrasierten Typen bringen die Atmosphäre der klassischen Italo-Western gut rüber.
Nach der Messe 2016 war ich nach meinem "must have" - Tip gefragt worden, da habe ich dieses handliche Kartenspiel empfohlen. Natürlich gibt es für die verschiedensten Geschmäcker & Spielertypen bessere Spiele, aber mit diesem sollten fast alle was anfangen können. Es ist einfach, schnell erklärt, und es geht schnell genug, daß man dafür sogar die Downtime mancher komplexen Spiele nutzen könnte. Außerdem ist es platzsparend und kostet nur 7 Euro, das kann sich jeder leisten.

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 7. Juli 2019, 13:11

Am Freitag war ich bei einem Freund, um dessen „Pile of Shame“ zu reduzieren (ich spiele gerne neue Spiele – meist aber nur einmal). Apropos Scham …

Red Light zu zweit: Aus Jugendschutzgründen zeige ich keine Bilder. Ich finde, man kann dennoch über das Spiel kurz reden. Das Spielprinzip ist sehr einfach. Karten ziehen, Darstellerinnen ausspielen, denen einen Film zuweisen oder Auszeichnungen bekommen. Und so spannend, wie es sich anhört, spielt es sich leider auch. Es gibt eine kleine Spannungskurve, weil die Auszeichnungen immer „teurer“ werden, aber viel verändert das nicht im Spielverlauf.

Das Kartenglück spielt sehr mit, weil es Zufall ist, welche Auszeichnungen man erhält, welche Filme man zieht und welche Damen man auf die Hand bekommt. Dementsprechend unfair kann es auch zugehen. Positiv ist, dass jede Karte einmalig ist. Das führt aber auch dazu, dass es eine Weile dauert den Aktionstext auf den Karten zu verstehen und im Kopf zu behalten.

Thematisch spricht mich das Spiel nicht wirklich an. Die Damen und Aktionskarten finde ich noch ganz gut illustriert und nicht zu plump dargestellt, aber die Auszeichnungen ziehen das Niveau für mich zu sehr herunter. Davon abgesehen spielt es sich aber auch nicht interessant. (Wertung: 3,5)

Le Havre – Der Binnenhafen zu zweit: „Le Havre“ fand ich damals beim erstmaligen Spielen echt anstrengend. Zu viele Aktionen, zu viel auf dem Brett, zu viel zu beachten. Das war vor ca. 12 Jahren, als ich mich noch als Gelegenheitsspieler bezeichnet habe. Heute würde ich das ggf. anders sehen. Wir begnügten uns zu zweit aber mit dem Zwei-Personen-Spiel „Der Binnenhafen”.

Über zwölf Runden bauen die Spieler aus der Auslage Häuser auf ihr Tableau. Diese Häuser kosten Rohstoffe (Fisch, Getreide, Holz oder Lehm) oder Geld zum Bauen. Auf den Häusern sind wiederum Aktionen abgedruckt, die man ausführen kann und einem Rohstoffe bringen. Soweit so einfach. Erste Besonderheit: Die Rohstoffe werden nicht als Marker oder Spielsteine gesammelt, sondern nur auf einem Tableau (ähnlich einem Kontor) abgetragen. Das ändert wenig an einer Version mit Markern, nur ist die Menge an Rohstoffen beschränkt. Zweite Besonderheit: Neu gekaufte und benutzte Häuser werden auf einer Scheibe in die Sektion mit der Nummer 0 gelegt. Jede Runde wandert eine Anzeige im Kreis und schiebt so die Sektion weiter, deren Zahl dann angibt, wie oft man die Aktion des Gebäudes ausführen darf. Je länger man eine Gebäude-Aktion also nicht nutzt, desto stärker wird sie.

Bisher klingt das sehr solitär, ist es zum Teil auch. Interaktion kommt daher, dass man sich Gebäude wegschnappt und – noch etwas wichtiger – die Gebäude des Gegners ebenfalls nutzen darf (und damit erschöpft und auf 0 setzt). Das Element hat mir am meisten Spaß gemacht, weil es den Ärgerfaktor einfach steigert. Zu oft konnte ich diese Möglichkeit aber nicht nutzen, da es eine Münze kostet, gegnerische Gebäude-Aktionen zu nutzen, und Geld bei mir eher rar war.

„Le Havre – Der Binnenhafen“ ist ein sehr solides Spiel. Ich bräuchte es nicht (zumal ich selten nur zu zweit spiele), aber würde es mitspielen, wenn es jemand vorschlägt. (Wertung: 7,0)
20190705_binnenhafen.jpg
20190705_binnenhafen.jpg (61.1 KiB) 1027 mal betrachtet

Keyflower: Mein erstes Key-Spiel. Jeder Spieler baut eine eigene Stadt auf. Hierfür muss er auf die neuen Plättchen in der Stadtmitte bieten. Dafür setzt er neutrale Arbeiter in den Farben Grün, Rot, Gelb, Blau ein. Wenn einmal eine bestimmte Arbeiterfarbe einem Plättchen zugeordnet wurde, darf man in dieser Runde nur noch diese Farbe nutzen, um zu überbieten. Zusätzlich kann man auch die Aktionen auf allen Plättchen – auch vom Gegner – nutzen, in dem man ein, zwei oder drei Arbeiter bei der ersten, zweiten oder dritten Aktion daraufstellt. Auch hier muss die Farbe in einem späteren Zug oder Gebot bekannt werden.

Jetzt der Clou und der Grund, wieso ich das Spiel bereits in der ersten von vier Runden verloren hatte: Arbeiter für Gebote kommen zurück in den Sack. Arbeiter auf den Dorfplättchen kommen zu der Person, die das Plättchen im Dorf liegen hat bzw. gerade ersteigert hat. Und dummerweise nutzte ich in der ersten Runde viele Aktionen der Dorfplättchen in der Tischmitte, die dann mein Gegner ersteigerte. So hatte er viel mehr Arbeiter als ich, was dauerhaft einen Vorteil brachte, weil ich fortan weniger Aktionen machen konnte. Neue Arbeiter erhalten die Spieler am Rundenende durch die Ankunft der Mayflower. Diese liegen offen aus und so können die Farben bewusst gewählt werden. Aber damit konnte ich meinen Rückstand nicht wettmachen.

Eine weitere Besonderheit bei dem Spiel ist, dass man für manche Aktionen oder die Aufwertung von Plättchen Rohstoffe benötigt. Diese muss man aber erst von der Produktionsstätte (also das andere Dorfplättchen, wo man zum Beispiel Holz oder Stein erhalten hat) mit einem Lastkarren (noch eine Dorfplättchen-Aktion) durch die Gegend fahren. Dadurch muss man auch gut planen, wie man sein Dorf aufbaut, damit die Lieferwege möglichst kurz sind („Die Siedler“ lassen grüßen).

Alle Mechanismen (das Bieten auf die Plättchen, das Behalten der Arbeiter, das Umherkarren der Ressourcen) haben mir sehr gut gefallen. Auch zu zweit spielt sich „Keyflower“ nicht solitär, da man sich irgendwo bei Aktionen oder beim Bieten immer in die Quere kommt. Es gibt wenig Zufall im Spiel (außer beim Ziehen von Arbeitern aus dem Sack) und macht es so sehr gut planbar. Hätte ich nicht den Fehler in Runde 1 gemacht und das Spiel nicht so hoch verloren, wäre die Bewertung sicher höher ausgefallen. ;) (Wertung: 8,5)
20190705_keyflower.jpg
20190705_keyflower.jpg (77.06 KiB) 1027 mal betrachtet

Das Streben nach Glück zu zweit: Frisch eingetroffen von der Spieleschmiede. Erstmals angeschaut habe ich „The Pursuit of Happiness“ auf der SPIEL '15. Damals war es mir noch zu viel Material auf dem Spielplan. Inzwischen bin ich erfahrener und kann auch mit mehr als fünf Karten in einer Auslage umgehen. ;)

Jeder Spieler versucht möglichst glücklich durchs Leben zu kommen. In mehreren Runden als Teenager, Erwachsener bzw. Rentner setzt man auf dem Spielbrett seine Sanduhren ein, die andeuten, wie viele Aktionen/Zeit man für etwas hat. Als Aktionen gibt es viele Möglichkeiten, um Karten zu erhalten: Wir können uns Lebensziele stecken und in denen immer besser werden, bis wir sie erreicht haben. Oder wir suchen uns einen Job und steigen die Karriereleiter hoch. Alternativ können wir uns natürlich auch nur durch Freizeitaktivitäten und Hobbys die Lust am Leben erhalten. Und natürlich darf auch ein (oder mehrere) Lebenspartner nicht fehlen, die wir im Dauer-Date-Modus halten oder bis vor den Altar führen können.

Die Karten kosten meist Ressourcen und bringen andere Ressourcen oder, was wichtiger ist, Glück oder gar Lebensfreude (=Siegpunkt). Glück wird in jedem Lebensabschnitt (=Runde) zurückgesetzt, hat aber den Vorteil, dass die Kosten bei den Lebenszielen geringer ausfallen. Neben Glück und Lebensfreude ist der Stress noch wichtig: Zu oft die gleiche Aktion ausgeführt bringt uns aus der Balance und verursacht Stress. Zu viel Stress sorgt dafür, dass wir weniger Zeit (=Sanduhren/Aktionen) haben. Und Zeit ist ein rares Gut. Denn vor allem Job und Partner kosten in den späteren Lebensabschnitten sehr viel davon, bringen aber natürlich auch viel Geld oder Freude ein.

Mir hat „Das Streben nach Glück“ sehr gut gefallen. Es fühlt sich fast wie das eigene Leben an und wir haben während des Spiels auch immer eine Geschichte erzählt und nicht nur stumm unsere Sanduhren gesetzt. Ich war zum Beispiel von Start an Sohn reicher Eltern und habe mir dazu noch eine Dame angelacht, die entsprechend Geld mit in die Beziehung brachte. Ich kam also sehr gut ohne Job aus und verbrachte meine Zeit hauptsächlich mit Reiten (erst auf einem Pony, später auf einem Einhorn), spielte Paintball oder ärgerte im Aquarium die Fische. Mein Gegner dagegen schuftete von früh bis spät und weil es leider keine passenden Jobs auf dem Markt gab, konnte er nicht einmal bis in die höchste Stufe aufsteigen. Und dennoch: Durch das Geld, was er machte, konnte er ebenfalls Siegpunkte generieren und war nur wenige Punkte hinter mir, der das Leben eher gemütlich anging. (Wertung: 8,5)
20190705_streben_glueck.jpg
20190705_streben_glueck.jpg (87.08 KiB) 1027 mal betrachtet

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 7. Juli 2019, 13:13

Und weiter geht's mit Teil 2, was ich aufteilen musste, weil die Software nur fünf Bilder pro Beitrag zulässt …

Meeple Circus zu viert: Im Balancieren bin ich nicht so gut, aber „Meeple Circus“ macht dennoch Spaß. In drei Runden erhalten die Spieler Figuren, Tiere und Gegenstände wie Bälle oder Balken und müssen diese in der eigenen Manege auf Zeit nach bestimmten Vorgaben stapeln, um Siegpunkte zu erhalten. Die Erklärung der Besonderheiten und Siegpunkte dauert dabei länger als das eigentliche Spiel. Für Zwischendurch spiel ich so etwas gerne mit. (Wertung: 7,0)
20190705_meeple_circus.jpg
20190705_meeple_circus.jpg (65.33 KiB) 1027 mal betrachtet

K2: Lhotse zu zweit: Warum ich „The Cave“ lieber mag als „K2“ (beide von Adam Kaluza)? Weil ich in „The Cave“ nicht ständig sterbe. In K2 jagen die Spieler ihre zwei Bergsteiger mittels Handkarten einen Berg hoch und hoffentlich auch lebend wieder runter. Je höher man klettert, desto mehr Punkte gibt es – wenn man überlebt. In der Höhe muss man sich aber erst akklimatisieren und so viele Akklimatisierungspunkte kann man nicht sammeln oder als Karten ausspielen. Zusätzlich ist nicht massig Platz auf so einem Bergsteigerpfad und man kommt sich ständig in die Quere und blockiert den Weg. Ständig wechselndes Wetter sorgt manchmal für Sonnenschein, meist aber eher für Schnee oder Regen in den höheren Lagen, was es noch schwieriger macht.

Die Erweiterung „Lhotse“ bringt zwei neue Berge und neue Wetterplättchen mit. Der erste Berg wird unterteilt in Rechts, Mitte, Links und das Wetter wirkt oft nur in einer oder zwei der Zonen. Da das Wetter drei Runden im Voraus bekannt ist, muss man seinen Weg so bahnen, dass man möglichst nicht davon betroffen ist. Durch neue Kletterhaken kann man eine eigene Seilschaft legen und so leichter von einer Sektion in die andere gelangen. Der Berg hat mir ganz gut gefallen, aber der Unterschied zum Grundspiel ist eher gering. Vor allem zu zweit ist viel zu viel Platz. (Wertung: 7,0)
20190705_k2_lhotse1.jpg
20190705_k2_lhotse1.jpg (82.68 KiB) 1027 mal betrachtet

Der zweite Berg ist sehr flach und kostet kaum Bewegungspunkte, dafür hat man aber weniger Akklimatisierungskarten im Stapel. Dementsprechend heißt es: Schnell rauf und wieder runter. Das spielte sich schon anders etwas als das Grundspiel, aber auch nicht wieder so anders. Da es nur wenige Wege und Alternativrouten gibt, kommt man sich auch zu zwei gut in die Quere. (Wertung: 8,0)
20190705_k2_lhotse2.jpg
20190705_k2_lhotse2.jpg (79.96 KiB) 1027 mal betrachtet

Alles in allem: Eine ganz gute Erweiterung, ein bisschen besser als Broad Peak. Wenn man das Spiel bzw. das Grundspiel aber nur einmal im Jahr spielt, lohnen sich die Erweiterungen in meinen Augen nicht.

Onitama: Der Weg des Windes zu zweit: Die Erweiterung bringt einen Windgeist auf das Brett, den beide Spieler bewegen dürfen. Trifft er auf eine Figur, tauscht diese mit dem Windgeist einfach nur die Position.

Ich bin dieses Mal einfach gar nicht ins Spiel gekommen. Ein Soldat nach dem anderen fiel dem Gegner zum Opfer und zum Schluss auch mein Anführer. Das Grundspiel finde ich ganz gut. Die Erweiterung verkompliziert mir das eher schlanke Spiel zu sehr. Daher lieber ohne. (Wertung: 6,0)
20190705_onitama.jpg
20190705_onitama.jpg (81.67 KiB) 1027 mal betrachtet

Benutzeravatar
Dee
Kennerspieler
Beiträge: 1280
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Dee » 7. Juli 2019, 13:15

Auf dem Auryn in Böblingen konnte ich auch wieder ein paar neue Spiele testen.

Crimopolis zu zweit: Vorab: Ich habe „Crimopolis” mit einer Preview-Copy von Kickstarter gespielt. Das Artwork ist vermutlich nicht final, spielt in meinem Bericht aber auch keine Rolle. Zum Spiel: Jeder Spieler hat einen Gangster-Clan. In einer Stadt, die sich durch Plättchen nach und nach aufbaut, erledigen die Gangster Aufträge, indem sie genügend Leute neben dem entsprechenden Gebäude zusammenziehen und die Karte abwerfen. Bewegungen und Aufträge kosten Zeit, wovon man pro Runde sieben hat. Mit jedem Job wird eine Nachrichten-Karte aufgedeckt, mit der ggf. noch etwas passiert. Auch ist es möglich gegnerische Gangster anzugreifen, um auf den Friedhof Grabsteine zu sammeln, die auch Punkte wert sind. Die eigenen Gangster sterben dabei aber auch.

„Crimopolis“ ist leider kein gutes Spiel, wenn das Spielprinzip so bleibt. Einfach zu viel wird dem Zufall überlassen: Die Jobs sind sehr zufällig und wirken nicht austariert, wenn man sie miteinander vergleicht. Ein Job, der nur zwei Zeit und zwei Gangster kostet, bringt mehr Punkte ein als einer, der fünf Zeit und drei Gangster kostet (oder so ähnlich). Da die Jobs zufällig gezogen werden, kann es sein, dass man diese an einem Ort erledigen muss, den es nur zweimal im Stapel der Stadtplättchen gibt. Und wenn es dumm läuft, liegen diese ganz unten. So kann man den Auftrag nie erfüllen. Abwerfen ist möglich, kostet aber nicht gerade wenig Zeit und ist somit eine verschenkte Aktion. Die Nachrichtenkarten werden auch zufällig gezogen und wirken absolut chaotisch. Manche sind positiv, manche negativ und so haben manche Spieler extrem viel Pech beim Ziehen und keinen Spaß am Spiel.

Die Idee, die Punkteleiste um eine schöne Pappkirche zu bauen, ist nett, aber unpraktikabel. Bei jedem Tod muss das Dach der Kirche abgenommen werden, um an die Grabsteine zu kommen. Das ist umständlich und macht das Material nur schneller kaputt. Da lässt man das Kirchendach lieber gleich ab. Das Platzieren der Grabsteine hinter der Mauer ist dazu auch etwas fummelig, aber man kann sie auch einfach so auf die farbigen Flächen legen.
20190706_crimopolis2.jpg
20190706_crimopolis2.jpg (66.42 KiB) 1028 mal betrachtet

Zu zweit skaliert das Spiel nicht gut. Die Stadt ist gleich groß und so laufen sich die zwei Gangs selten über den Weg. Ich habe nur einmal die Aktion für einen Angriff genutzt, um es auszutesten, aber das war echt nur, weil ich darauf gespielt habe. Ansonsten sind wir uns das ganze Spiel über passiv aus dem Weg gegangen.

Zum Schluss muss ich bemängeln, dass es keinerlei Spannungsbogen gibt. In Runde 10 mache ich exakt das gleiche wie in Runde 1: Gangster sammeln, zum Ort laufen, Job ausführen. Es gibt keinerlei Steigerung von Fähigkeiten oder des Schwierigkeitsgrads. Durch den hohen Zufall wirkt alles chaotisch und unspannend.

Insgesamt ist das kein gutes Urteil für das Spiel. Als seichtes Familienspiel würde es ggf. durchgehen, wenn man nicht Leute auf den Friedhof schicken müsste. Aber auch dann gibt es zig bessere Spiele für Familien. Für mich ist das Spiel durchgefallen. (Wertung: 3,0)
20190706_crimopolis1.jpg
20190706_crimopolis1.jpg (58.23 KiB) 1028 mal betrachtet

LAMA zu dritt: Der letzte Kandidat für den Spiel-des-Jahres-Preis. Und ich frage mich echt, wie das Spiel nominiert werden konnte. In LAMA hat jeder Karten auf der Hand und versucht diese abzulegen. Dabei darf nur eine Zahl mit gleichem Wert oder eins höher abgelegt werden. Auf eine 6 passt dazu ein Lama und auf ein Lama eine 1, sodass man einen Kreis bekommt. Es gibt Minuspunkte für Karten, die man nicht losgeworden ist.

Das war das Spiel und selbst für Familien ist das zu langweilig. LAMA wird immer wieder mit Uno verglichen. Ja, es gibt Ähnlichkeiten, aber Uno macht wenigstens Spaß. (Wertung: 3,5). Im Vergleich meine anderen SdJ-Wertungen: Werwörter (9,5) und Just One (8,0). Also LAMA spielt in einer ganz anderen, sehr niedrigen Liga.

Apropos … Just One zu siebt/sechst: Es hat wieder Spaß gemacht, aber irgendwie diesmal nicht so viel wie sonst. Das Spiel hängt sehr stark von den Teilnehmern ab. Wenn diese aus unterschiedlichen Bereichen kommen und alle einmal um die Ecke denken können, gibt es kaum Doppelungen, sodass nie etwas herausfällt und der Begriff fast immer erraten wird. Das nimmt irgendwie den Spaß, weil das Spiel so zu einem langweiligen Ratespiel verkommt. Daher musste ich meine ursprünglichen 9,0 auch anpassen. (Wertung: 7,5) (Hinweis: Die Wertung ist immer für die aktuelle Partie. Oben das ist die Gesamtwertung über alle gespielten Partien.)
20190706_justone.jpg
20190706_justone.jpg (21.1 KiB) 1028 mal betrachtet

Eines meiner Lieblingsspiels Clans of Caledonia zu dritt: Ein Spieler kannte das Spiel noch nicht, daher dauerte die Erklärung etwas länger, aber dennoch ist die Ikonographie und Gestaltung so genial, dass man kaum etwas vergisst. Nur ist es eben sehr viel Informationen und manche werden da etwas ungeduldig und wollen lieber gleich (und zu früh) anfangen.

Ich spielte dieses Mal mit dem Clan, der beim Erfüllen von Aufträgen bis zu drei Weizen abgeben kann, um pro Weizen neun Geld zu erhalten. Natürlich spielte ich dann auch auf diesen Clan und besorgte mir immer genug Weizen, damit kein Auftrag ungenutzt blieb. Die Rundenziele beachtete ich nur zum Teil, konnte aber immer noch moderat Punkte abgreifen. Wichtiger waren wie immer die Aufträge, wovon ich die meisten erfüllen konnte. Durch ein frühes, geschicktes Ausbreiten am See konnte ich auch noch die größte Siedlungsverbindung ergattern, was mir am Ende den Sieg bescherte. Sehr wichtig war auch das Markttableau und vor allem der Nachbarschaftsbonus. Den sollte man unbedingt im Auge behalten.

Mein Mitspieler nutze seinen Whiskey-Clan auch sehr gut, kam aber bei den Aufträgen nicht so gut mit. Der Neuling hatte den Clan, wo Häuser preiswerter gebaut werden konnte, nutze dies aber erst in Runde 4 und 5 voll aus, wodurch die Eigenschaft gar nicht richtig zum Zuge kommen konnte. Deswegen lag er auch etwas hinten. Ich freute mich natürlich über meinen Sieg und kann keinen Makel am Spiel erkennen. (Wertung: glatte 10,0)
20190706_caledonia.jpg
20190706_caledonia.jpg (73.24 KiB) 1028 mal betrachtet

Zum Schluss noch ein Kennerspiel-des-Jahres-Kandidat, Flügelschlag zu fünft: Auf unserem Tableau siedeln wir Vögel an. Diese leben im Wald, in der Steppe oder am Fluss. Alternativ zum Ansiedeln können wir die Aktion der drei Landschaften nutzen. Im Wald bekommen wir Nahrung. Je mehr Vögel ich habe, desto mehr Nahrung darf ich sammeln. Die Nahrung brauche ich, um Vögel auszuspielen. In der Steppe brüten die Vögel. Je mehr Vögel ich habe, desto mehr Eier kann ich auf meinen Vögeln verteilen. Eier sind wichtig, um mehr Vögel in einer Landschaft spielen zu können. Im Fluss darf ich neue Vogelkarten ziehen. Drei davon liegen offen aus, ich kann aber auch vom verdeckten Stapel ziehen. Nach einer Landschaftsaktion kann ich noch einige Vögel in der jeweiligen Landschaft aktivieren und deren Fähigkeiten nutzen, was mir mehr Karten, Nahrung oder Eier bringt.

Daneben gibt es noch Rundenziele und persönliche Ziele. Bei den zufällig gezogenen Rundenzielen kommt es darauf an, die meisten von irgendwas zu haben (meisten Steppenvögel, meisten Eier auf einem bestimmten Nesttyp, meisten Vögel mit Eiern in einem Nesttyp etc.). Durch die zufällige Auslage variiert das Spiel jedes Mal. Die persönliche Ziele hat jeder und kann meist auch welche im Laufe des Spiels nachziehen. Es gibt „normale“, wo man einfach nur viel von etwas braucht. Es gibt aber auch interessantere wie z.B. Vögel, die zusätzlich eine Pflanze oder Tier im Namen tragen (Fischadler, Mäusebussard, Birkenzeisig etc.)

Das Spiel ist recht schnell erklärt und spielt sich für erfahrene Spieler recht einfach. Durch die Runden- und persönlichen Ziele gibt es eine Vorgabe, in welche Richtung man gehen kann. Aber: Es führen viele Wege zum Sieg und so gibt es auch andere Arten, Siegpunkte zu erhalten, z.B. über möglichst teure Vögel, über viele Eier, über gesammelte Nahrung etc. Dadurch hat das Spiel auch einen guten Wiederspielreiz. Einzig bei der Interaktion gibt es einen Abzug, da jeder Spieler für sich spielt und plant. In die Quere kommt man sich nur bei den Rundenzielen, wenn man auf diese achtet.

Die Illustrationen der 170 unterschiedlichen Vögel ist großartig. Und man lernt auf jeder Karte auch etwas zum Lebensraum und Funfacts zum Tier. Die Nahrungsmarker sind normal aus Pappe, was völlig ausreicht. Hingucker sind die kleinen Eier, welche auf den Vogelkarten platziert werden.

Ich habe die anderen Nominierungen „Carpe Diem“ und „Detective“ noch nicht gespielt, aber Flügelschlag wäre ein sehr guter Kandidat für den Pöppel. (Wertung: 8,0)
20190706_wingspan.jpg
20190706_wingspan.jpg (52.87 KiB) 1028 mal betrachtet

Benutzeravatar
Yeti MZ
Spielkind
Beiträge: 14
Wohnort: Mainz
Kontakt:

Re: Neulich gespielt (2019)

Beitragvon Yeti MZ » 10. Juli 2019, 23:52

Kampf um den eisernen Thron von Heidelberger verwendet die Spielmechanik des Klassikers Cosmic Encounter. Hier spielt jeder eines der Häuser von Westeros, und hat einen für dieses Haus spezifischen Stapel Karten. Die Werte der Kampfkarten sind bei jedem gleich, aber zu jeweils 5 Persönlichkeiten aus dem Haus gibt es 2 Karten mit einem besonderen Effekt. Wer am Zug ist zieht von einem Stapel in der Mitte eine Karte die vorgibt, mit welchem anderen Haus er einen Konflikt auszutragen hat. Dann müssen sich die Mitspieler reihum entscheiden, ob und auf welcher Seite sie sich einmischen wollen. Vor allem in dieser Phase, aber auch sonst, kann über alles mögliche verhandelt werden. Der Konflikt wird normalerweise durch den Machtwert der beteiligten Persönlichkeiten plus das Ausspielen von Kampf- oder Diplomatie-Karten abgehandelt, aber die Bündnisse, die Vorbereitung, die Kartenwerte, die Folgen, etc können durch Personen-Karten verändert werden. Die Sieger platzieren dann meistens Einflußmarker im unterlegenen Haus, man könnte sich aber auch ohne Kampf z.B. darauf einigen, daß beide im gegnerischen Haus einen Marker setzen. Wer zuerst 5 seiner Einflußmarker in andere Häuser verteilt hat gewinnt das Spiel. Die aktuelle Macht der Persönlichkeiten wird durch Stapel kronenförmiger Marker angezeigt, die kann man bei Konflikten verlieren, bei Verhandlungen als Zahlungsmittel verwenden, nur eingeschränkt im Haus umverteilen, ... (die Macht kann je nach Person für militärische Überlegenheit, politischen Einfluß, finanzielle Potenz, oder anderes stehen). So weit mal ein grober Überblick, es gibt noch einige Details, aber kompliziert ist es nicht, alles hängt davon ab, wie verhandelt wird, und welche Karteneffekte aufeinander treffen.

Man könnte wohl bei hunderten von militärischen Strategiespielen die Spielpläne mit realen oder Fantasy - Kontinenten durch Landkarten von Westeros mit den Wappen der großen Häuser austauschen, der Bezug zu Game of Thrones bliebe relativ abstrakt. Dieses Verhandlungs-Spiel mit seinen wechselnden Bündnissen kommt der Serie viel näher. Da gibt es (mehr oder weniger) passende Spezialfähigkeiten und Aktionskarten zu 25 der Figuren. Leider nicht zu allen wichtigen, aber dafür gibt es zumindest eine Erweiterung. Und das intrigante Geschacher von Cosmic Ecounter trifft die Atmosphäre der Serie besser als jedes militärische Strategiespiel.

2017 haben wir eine Partie gespielt, in der alle 3 Häuser von Frauen angeführt wurden, Daenerys Targaryen, Cersei Lennister & Catelyn Stark. Die kleine Arya hatte zum Auftakt bereits den großen Khal Drogo ausmanövriert (Kartenglück), und als sie von Viserys besiegt wurde bekam der ihre Rache zu spüren. Cersei & Jaime hatten versucht Robb erpresserisch für ihre Zwecke einzuspannen, und vor Verteilung der Beute wieder auszubooten, waren dann aber doch zu sehr auf seine Hilfe angewiesen, weil die dynamische Daenerys schon zu mächtig war. Catelyn konnte mit ihrer Mütterlichkeit angeschlagene Familienangehörige zügig wieder aufbauen, und Robb den nötigen Rückhalt für den entscheidenden Sieg des Hauses Stark gewähren. Das Spiel vollzieht natürlich nicht die Drehbücher nach, aber die Eigenheiten der Figuren sind schön in die Spielmechanismen umgesetzt.


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 12 Gäste