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Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Allgemeine Spiele-Themen
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Harry2017
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Harry2017 » 27. Juni 2015, 15:17

Wenn ich nun dran denke, dass ich bis vor 3-4 Jahren 10 Jahre lang jedes Wochenende ein Starcraft versoffen und verfeiert habe :D dann ist das Spielen für mich richtiges sparen :) Auch wenn ich mir jetzt in 24 Monaten 153 Spiele zugelegt habe...aber so langsam bin ich ja komplett mit den bisher erschienenen Spielen...

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DasTrip
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon DasTrip » 29. Juni 2015, 00:55

Sehe das auch so: Was ich für Brettspiele ausgebe, versaufen andere im Monat für Ausgehen, Autotuning oder Kleider und sonstigen Plunder.
Alles immer Relativ. Ich mag Brettspiele und sie bieten mir persönlich unglaublich viel. Von daher gehe ich konform mit den Preisen.

Auf kurz oder lang würde es mich aber unglaublich interessieren wie es mit der Nachhaltigkeit in der Produktion aussieht, als jemand der sich für das Thema "Nachhaltigkeit" interessiert und auch so gut es geht acht darauf gibt.

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Florian-SpieLama
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Florian-SpieLama » 29. Juni 2015, 01:47

Ich will hier niemanden vorverurteilen und bin da gespannt auf eine Antwort unserer Brancheninsider. Wasvich jetzt sage ist eine reine Schlussfolgerung:

Ich höre ziemlich oft, dass Spiele bzw. Komponenten in China gefertigt werden und dann verschifft werden. Und wenn das den Großteil ausmacht, dann wird es, so denke ich, nicht sehr nachhaltig sein, sofern du damit Umgang mit Ressourcen und Schaden an der Umwelt meinst: Denn
a) hält China nicht viel von ökologischer Wirtschaft, mit der Begründung, dass sie ein erst wachsender Industriestaat sind. Als unsere Länder gewachsen sind, haben wir auch erst die Umwelt zerstört und jetzt wo wir schon reich sind, kann man auf sowas Acht geben. Sie sehen sich noch im Stadium davor und berechtigt erst aufzuholen. Das ist übrigens nicht nur China und muss nicht für jeden Betrieb gelten.
Und b) Transport von Waren um die halbe Welt ist nie besonders ökologisch. Da gehr eine Menge Öl flöten und eine Menge Abgase werden dafür erzeugt. Man ist sich daher gar nicht so sicher, ob der Vegetarier, der der Umwelt zuliebe auf Fleisch verzichtet, sich aber dafür die Sojabohnen vom anderen Ende der Welt rankarren lässt, wirklich der Umwelt was gutes tut.

Also meine Einschätzung: Wenn nicht regional und hauptsächlich in China produziert wird, ist es nicht unbedingt nachhaltig. Aber dadurch, dass die Branche so klein ist, muss man bestimmt nicht demonstrieren gehen, geschweige denn ein schlechtes gewissen haben. Ich hab aber auch schonmal etwas von Spielen eines Verlages gehört, der einen ökologischen Ansatz hat.

Und um zum Thema zurück zu kommen: Würde regional produziert werden, wären die Spiele bestimmt nochmal eine gute Ecke teurer.

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 29. Juni 2015, 02:50

Queen Games haben so ein Öko Stempel, naja dafür bezahlen sie Ihre Designer nicht und verramschen ihre Spiele mit Dumping Preisen

Also bei Ludofact lassen schon immer mehr produzieren, was ich ja ganz gut finde.
Hier gibt es einen kleinen Einblick was bei Ludofact so produziert wurde bis dato, ganz interessant finde ich.
http://www.ludofact.de/de/produkte/referenzen.html
Das man in China produzieren lässt hat ja auch noch den Grund, das Reklamationen ( zb nur mal gesponnen 3000 Einheiten Sheriff von Nottingham) natürlich auch billiger sind und Reklamationen so verkraftbar sind für beide Parteien.
.
Ansonsten finde ich die Diskussion böser Chinese und Nachhaltigkeit immer sehr anstrengend,
Solange wir es kaufen und die Nachfrage größer wird wird sich daran nichts ändern.
Kaufe ich mir ein Spiel so ist mir schon wichtig das es auch wertiges Material enthält.
Da zahle ich dann auch mal lieber mehr Geld für ein Spiel was wenig Material enthält, als wenig für ein Spiel was dafür aber stinkendes Plastik Material beinhaltet.

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ErichZann
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon ErichZann » 29. Juni 2015, 10:40

Florian hat geschrieben: Man ist sich daher gar nicht so sicher, ob der Vegetarier, der der Umwelt zuliebe auf Fleisch verzichtet, sich aber dafür die Sojabohnen vom anderen Ende der Welt rankarren lässt, wirklich der Umwelt was gutes tut.



Ich will jetzt nicht die Diskussion kapern aber das ist so ziemlich totaler Schwachsinn...was glaubst du was die Rinder und Schweine in Mastbetrieben fressen und wo das angebaut wird?? man sollte sich schon wenigstens ein bisschen Informieren. In 2. und 3. Weltländern werden Nahrungsmittel angebaut damit wir sie an Tiere verfüttern oder Biosprit draus machen während dort die Leute an Hunger krepieren.
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DasTrip
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon DasTrip » 29. Juni 2015, 10:58

ErichZann hat geschrieben:
Florian hat geschrieben: Man ist sich daher gar nicht so sicher, ob der Vegetarier, der der Umwelt zuliebe auf Fleisch verzichtet, sich aber dafür die Sojabohnen vom anderen Ende der Welt rankarren lässt, wirklich der Umwelt was gutes tut.



Ich will jetzt nicht die Diskussion kapern aber das ist so ziemlich totaler Schwachsinn...was glaubst du was die Rinder und Schweine in Mastbetrieben fressen und wo das angebaut wird?? man sollte sich schon wenigstens ein bisschen Informieren. In 2. und 3. Weltländern werden Nahrungsmittel angebaut damit wir sie an Tiere verfüttern oder Biosprit draus machen während dort die Leute an Hunger krepieren.


Leider ein oft falsch verbreiteter Irrglaube und Erich hat da schon richtig Klargestellt:
Das ist Industriesoja von welchem du redest. Vegetarier essen das nicht. Das Soja welches für (Menschen-)Nahrung hergestellt wird, macht einen unglaublich lächerlichen kleinen Anteil aus, und wird praktisch für den Europäieschen Raum hautpsächlich in Frankreich, Deutschland und Österreich angefplanzt. Das Soja von welchem du redest geht in der Tat für die Tierhaltung drauf.

Aber du kannst dein Beispiel mit Amaranth oder Quinoa und sonstige "exotische" Powerfoods nehmen welche gerade "inn" sind bei Ernährungsnerds. Das Zeug wird teuer Importiert und Übersee verschifft und den Einheimischen fehlt es immer mehr daran, da wir es ihnen "weg" importieren.

Aber ohne jetzt das Thema in die Richtung "Ernährung" kappern zu wollen, auch wenn ich den Gedanken hinter dem Vergleich durchaus verstanden habe:
Der Rest von deinem Post Florian, ist mir genau so öfters durch den Kopf gegangen in Bezug auf "Chinaproduktion".
Nun China heisst ja nicht immer ökologisch mies. Aber die Tatsache, dass es natürlich um die halbe Welt verschifft wird, bleibt immer ein negativer Umstand. Ich werde bestimmt auch weiterhin Brettspiele kaufen.
Aber ich wünschte, dass es durchaus mehr Transparenz gäbe in Bezug wo und wie das Hergestellt wird. Ich zahle lieber etwas mehr und kaufe dann weniger, als weniger zu zahlen und unter Umständen etwas zu Untersützen, was ich eigentlich sonst Versuche so gut es geht zu boykottieren.

*edit* Dein Link finde ich sehr interessant! Danke Sascha.

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 29. Juni 2015, 11:31

Gern geschehen :)
Hat mich selber überrascht wieviel Verlage dann wohl doch nicht im Ausland produzieren.

Exotische Powerfoods ja das ist auch so ein Thema, ich bleib bei der heimischen Kartoffel und würde mir eher die Zunge verknoten als Hafer und Hirse als das neue Powerfood zu verkaufen. Ganz schlimme Seuche diese Ernährungsnerds.

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Florian-SpieLama
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Florian-SpieLama » 29. Juni 2015, 11:47

ErichZann hat geschrieben:In 2. und 3. Weltländern werden Nahrungsmittel angebaut damit wir sie an Tiere verfüttern oder Biosprit draus machen während dort die Leute an Hunger krepieren.

Dem habe ich und wollte ich auch nie widersprechen, bzw. war das gar nicht das Thema.
Ich gebe zu die Sojabohne war ein schlechtes Beispiel, aber DasTrip hat dann andere Beispiele angeführt, die das was ich mit dem Satz sagen wollte vermittelt. EUnd es ging mir eigentlich nur darum zu sagen, das Transport immer ein sehr großer Umweltfaktor ist. Das die Sojabohne die da kommt Futtermittel ist und nicht (oder nur ein sehr geringer Teil) im Tofu landet, war mir da nicht bewusst. Ich wusste nur, dass in Tofu Soja ist und man hört von Brandrodungen und riesigen Anbauflächen für Soja in Südamerika (die ins sich schon ein Problem sind). Und dann muss das noch zu uns transportiert werden und dann war das meine Schlussfolgerung. Hatte ich aber auch vorher gesagt. Und es steht auch nicht als Tatsache da geschrieben. Ich hätte nur besser statt "man", "ich bin mir nicht so sicher", schreiben sollen. Das war mein Fehler.
Ich wollte damit niemanden auf den Schlips treten und wenn ich es getan habe tut mir es leid.

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 29. Juni 2015, 12:12

Florian ich glaube keiner muss sich hier rechtfertigen, noch soll sich jemand angegriffen fühlen, wenn hier diskutiert wird dann geht es doch meist nur um den Betreff.
Ich dEnke das in diesem Bereich ganz viele Informationen nicht stimmen bzw verbreitet werden um Produkte an den Mann oder die Frau zu bringen. Der Bio Boom ist da wie jeder andere Boom oder Trend nicht nur positiv zu sehen. Fand zb interessant das ein Bio Restaurant sich Bio nennen darf wenn es nur 40 % Bio Lebensmittel verwendet, was das ist kann der Besitzer selber entscheiden.

Aber zurück zum Thema :
Was ich zb nicht versteh wie sich Leute bei Spielpreisen wie 50 Euro aufregen wie zbArler Erde oder Terra Mystica welche nebenbei mal mit wirklich tollem Material kommt, aber dann bei Shadow of Brimstone oder Zombicide ohne zu meckern 60 - 70 Euro auf den Tisch legen was garantiert vom Materialwert nicht mal 20 Euro entspricht.

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Brandigan » 29. Juni 2015, 12:19

Darum:
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon ErichZann » 29. Juni 2015, 12:29

Waaah way to off topic...bitte mit Brettspielen weitermachen...ich denke halt so lang man nicht nur fairen Kaffee kauft und sich komplett in Fairtrade Produkte kleidet muss man sich jetzt über so einen Mini mini mini markt wie der Brettspielbereich nun wirklich keine Sorgen machen, das wäre ungefähr so wie sich über die Abholzung der Wälder aufzuregen während man mit nem SUV mit 6 Liter Hubraum zum Bäcker fährt.
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon SpieLama » 29. Juni 2015, 12:47

Ich zitiere mal unsere Foren-Regeln, http://spielama.de/forum/announcements.php?aid=1: "Bitte veröffentliche nur themenbezogene Beiträge und schweife in Diskussionen nicht völlig vom ursprünglichen Thema ab. Eröffne gegebenenfalls lieber ein neues Thema."

Deshalb bitte an dieser Stelle über die Preise von Gesellschaftsspielen diskutieren. Danke. Gerne könnt und sollt ihr zu anderen verspielten Themen neue Diskussionen eröffnen.

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Harry2017
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Harry2017 » 29. Juni 2015, 13:03

Mit Zombicide hast Du in der Tat recht - Zombicide und der Rest von Coolminiornot ist schon ziemlich hochpreisig.

Ich gehe aber sogar soweit, dass ich finde einige Spiele sind zu günstig (aber ich lass es mir gerne gefallen :) )

Wenn ich sehe, dass es SdJ Spiele wie Istanbul oder Camel Up im Deal bereits ab 13-14€ gibt, oder Civilization, Talisman oder Galaxy Trucker etc im Angebot für 25€, dann finde ich das für das Gebotene echt wenig (und nehme es dankend an).

Wie gesagt: Brettspiele können ein sehr günstiges und dankbares Hobby sein - Ausnahme gibts immer wieder (Kleinverlage, Importe oder 7 Wonders :D )

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 29. Juni 2015, 13:11

Das ist ja eines der Hauptprobleme die Händler haben wenn große Spiele Spiel des Jahres werden, die Marge ist bei kleinen Kartenspielen weitaus grösser. Wenn die großen Spiele dann verramscht werden, sehen sie sich gezwungen mitzumachen oder bleiben auf ewig auf ihren Spielen sitzen.
Somit soll ruhig the game Spiel des Jahres werden.
7 Wonders war übrigens eines der wenigen Spiele die dieser Veramschung nicht zum Opfer gefallen sind, obwohl ich mich nach wie vor Frage warum das Spiel des Jahres geworden ist.

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Ricki
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Ricki » 29. Juni 2015, 18:05

Es ist selten der Fall, dass ich bei einem Spiel denke, dass es zu teuer ist. Eher wundere ich mich, dass manche Spiele teilweise förmlich Verramscht werden.

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Thygra » 29. Juni 2015, 22:42

Sascha 36 hat geschrieben:7 Wonders war übrigens eines der wenigen Spiele die dieser Veramschung nicht zum Opfer gefallen sind, obwohl ich mich nach wie vor Frage warum das Spiel des Jahres geworden ist.


7 Wonders war nicht Spiel des Jahres, sondern Kennerspiel des Jahres. Und zwar das allererste. Das bedeutet, zu diesem Zeitpunkt war der Preis noch völlig unbekannt, sowohl im Handel als auch beim Verbraucher. Somit bot sich das Spiel für den Handel nicht an, um Lockangebote damit zu machen.
André Zottmann (geb. Bronswijk)
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(u. a. für Pegasus Spiele tätig)

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 29. Juni 2015, 23:01

Interessant, das war mir nicht bekannt, erklärt natürlich einiges.

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Noir
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Noir » 29. Juni 2015, 23:27

Sascha 36 hat geschrieben:Aber zurück zum Thema :
Was ich zb nicht versteh wie sich Leute bei Spielpreisen wie 50 Euro aufregen wie zbArler Erde oder Terra Mystica welche nebenbei mal mit wirklich tollem Material kommt, aber dann bei Shadow of Brimstone oder Zombicide ohne zu meckern 60 - 70 Euro auf den Tisch legen was garantiert vom Materialwert nicht mal 20 Euro entspricht.


Terra Mystica kommt jetzt aber nun wirklich nicht mit "tollem" Spielmaterial. So ein paar Holzpöppel und Pappe. Und die Holzpöppel sehen auch noch 1 zu 1 wie bei Siedler aus, wenn ich mich recht entsinne?
Materialwert mag bei den Miniaturbrettspielen sicher kleiner sein ... aber vom künstlerischen Wert her? Ganz ab vom Spiel- und Bemalspaß den man haben kann, wenn man denn möchte. Shadows of Brimstone mit Holzquadraten ginge sicherlich auch ... wäre aber nur halb so spaßig. Und man bekommt sowohl bei Zombicide als auch bei SoB ne Menge Kram ABSEITS der Minis. Karten und Map-Tiles, die enorm gut designed sind ... dagegen stinkt ein Terra Mystica aber ganz derbe ab.

Materialwert, da gehen wir d'accord. Das ist mit Holz sicher ne andere Hausnummer, als mit Plastik.

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 30. Juni 2015, 00:22

Es ging mir rein um den Materialwert.
Ansonsten frage ich mich ob wir das gleiche Terra Mystica gespielt haben.

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ErichZann
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon ErichZann » 30. Juni 2015, 08:02

Bei Miniaturen ist der Materialwert nicht entscheident sondern die Herstellung der Gußform...jemand muss erstmal die Figur erstellen und modellieren und dann muss ein Werkzeug dafür gebaut werden...das ist unheimlich teuer und weitaus aufwändiger als Holzteile zu verwenden die bereits Massenhaft vorhanden sind. Jede unterschiedlich gestaltete Miniatur bedeutet das jemand diese in vielen Arbeitsstunden designt hat und diese ein eigenes Spritzwerkzeug benötigt, Materialwert ist glaube ich im Vergleich dazu ein verschwindent geringer Faktor.
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Marcel P.
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Marcel P. » 30. Juni 2015, 10:53

Noir hat geschrieben:Terra Mystica kommt jetzt aber nun wirklich nicht mit "tollem" Spielmaterial. So ein paar Holzpöppel und Pappe.


Ein paar Pöppel und Pappe? Das kann ich so nicht stehen lassen. ;-)
Man bekommt immerhin 369 hochwertige Holzteile, davon zumindest Festungen und Heiligtümer auch kein Standard. Dazu Spielplan und 7 dicke, beidseitige Tableaus und 224 weitere Pappteile. Man bekommt also auch hier eine ganze Menge "Kram".

Das Spielmaterial ist auch qualitativ hochwertiger als bei Zombicide. Letzteres spielen wir ausgesprochen gern, aber nach über 20 Partien sieht man es den Markern schon an und die Map-Tiles sind sehr empfindlich, biegen sich sehr schnell (aber auch wieder zurück über Nacht).

Ist wie so oft Geschmackssache. Ein klassisches Euro wie Terra Mystica spiele ich viel lieber mit Holz. Ameritrash wie Zombicide viel lieber mit Miniaturen. Deswegen finde ich eigentlich beide Titel sind schon Vorzeigeobjekte für "tolles Spielmaterial". :)

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 30. Juni 2015, 11:22

Schön gesagt Marcel, es ging mir auch nicht darum Miniaturen zu bewerten, eher ging es um eine Relation über die ich mir Gedanken gemacht hatte.
Mit Sicherheit kommen auch die persönlichen Vorlieben dazu und die Spiele die man bevorzugt, da das bei mir hauptsächlich Eurogames sind bin ich Holzfan.
Das Fantasy auch mit Holz funktionieren kann zeigt ja Terra Mystica, aber in erster Linie ist Fantasy wohl ein Garant für Plastik.

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon openMfly » 30. Juni 2015, 11:40

Sascha 36 hat geschrieben:
Das Fantasy auch mit Holz funktionieren kann zeigt ja Terra Mystica, aber in erster Linie ist Fantasy wohl ein Garant für Plastik.


Was meine Fantasy-Sammlung betrifft wohl eher Papier und Pappe.
Gerade in dem Bereich gefallen mir ein tolles Artwork auf Karten und Pappmarker viel besser als Miniaturen die ich auch noch selbst anmalen müsste.

Holzteile wiederum möchte ich in den "Bauernhof-Spielen" nicht missen.

Was teuere Spiele angeht, so liegt bei mir VPG mit Darkest Night vorne.
Kleinverlag + Import. 60 Euro sind für das wenige Material dann schon happig.
Allerdings bereue ich es in dem Fall nicht.

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Dornenreich
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Dornenreich » 30. Juni 2015, 22:49

ICh bin auch ein Freund hochwertigen Spielmaterials und da gehört Plastik definitiv nicht dazu. Ich komme ja ursprünglich aus der Tabletop Ecke und habe da schon den erschreckenden Wandel von schönen soliden Zinnminiaturen zu Plastik, Resin, Restik, Gummi und was weiß ich miterlebt... Der Kunststoff mag seine Anhänger haben, ich gehöre aus mehreren Gründen nicht dazu.

Viel lieber habe ich Holz, Karten mit schönen Artworks und Stoffbeutel (statt Zip-Tüten). Das geht sogar soweit, das ich mir gute Spiele mit besserem Material aufpeppe.

Als Kunde hat man viel mehr Macht als man denkt, aber wenn die meisten die "Geiz ist Geil" Philosophie innehaben wird sich da nichts ändern. Als Handwerker habe ich da dann doch eine andere Sichtweise und das obwohl ich auch eine kaufmännische Ausbildung habe.

Fazit: Ich gebe gerne Geld für Qualität aus, sehe aber oft das Verhältnis von Preis und Qualität nicht gegeben und das in beide Richtungen.
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.
- Georg Christoph Lichtenberg

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frankjaeger
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Re: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon frankjaeger » 23. Juli 2015, 08:34

Na, da habt ihr euch ja ein Thema ausgesucht... ich habe wegend es bevorstehenden Gen Con und der allgemeinen Hochsaison nicht viel Zeit, daher nur stichwortartig:
- ein Spiel kostet in der Produktion zwischen 20% und 25% des Endverkaufspreises. Bei großen Verlagen meist etwa 20%. Das heißt ein 30-Euro-Spiel darf maximal 6 Euro kosten.
- Irgendwo stand hier, "da wären nur Karten drin, das sei Wucher". Karten sind übrigens teuer, es sei denn, man kommt in hohe Auflagen.
- "nur Pappe" - Kinder, was glaubt ihr, was man für 20% da reinlegen kann? Marmorplatten?
- der Preis hängt extrem von der Auflage ab, wie immer bei Drucksachen. Hohe Auflage bedeutet ordentlichen Erlös, falls man alles verkauft...
- Sonderpreise im Handel, mit Ausnahme von Lagerräumungen, gehen immer zu Lasten des Handels. Der Verlag hat da keinen Einfluss. Wenn das SdJ mal wieder in den Keller geht, dann war das nicht der Verlag.
- Nachhaltigkeit: Eines unserer (= Ludo Facts) besonderen Aspekte. Wir verwenden ausschließlich Materialien, die soweit möglich aus Deutschland stammen und nachhaltig produziert werden. Auf Wunsch FSC zertifiziert.
- danke für das Verlinken der Referenzen. Nur zur Abrundung: Ludo Fact produziert etwa 14 Millionen Spiele pro Jahr. Etwa 2500 verschiedene Spiele bzw. Sprachversionen. Beispiel: gestern wurden 40000 Spiele ausgeliefert, 12 verschiedene, davon 7 verschiedene Spiele und 3 zusätzliche Sprachversionen und 2 Puzzles, für 6 verschiedene Verlage.

Grundsätzlich sind die Preise für Gamer's games trelativ hoch, weil die Auflagen meist recht niedrig sind. Im Massenmarkt sind Spiele in Deutschland sehr niedrigpreisig.

Frank.


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