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Neulich gespielt (2020)

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SpieLama
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Neulich gespielt (2020)

Beitragvon SpieLama » 6. Januar 2020, 20:34

Welche Spiele habt ihr neulich gespielt und wie haben sie euch gefallen?

Wenn ihr Eindrücke und Meinungen zu einem bestimmten Spiel sucht, könnt ihr diesen Thread durchsuchen. Gebt dazu einfach in dem Suchfeld auf dieser Seite den Spieltitel ein. Mehr Tipps zur Forums-Suche findet ihr unter viewtopic.php?f=63&t=389233.

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Ihr könnt eure Beiträge mit dem gespielten Spiel verknüpfen. Bitte macht das nur, wenn ihr euch etwas ausführlicher zu dem verknüpften Spiel äußert. Eine gute Daumenregel ist es, sich folgende Frage zu stellen: Würde es mich persönlich interessieren, den Forumsbeitrag zu lesen, wenn ich mehr über das Spiel wissen will? Durch die Verknüpfung finden Nutzer auf den Detailseiten alle Spieleindrücke zu dem jeweiligen Spiel. Mehr zur Verknüpfung von Beiträgen mit Spielen erfahrt ihr unter viewtopic.php?f=63&t=391291.

Welche Spiele ihr neulich gekauft habt, könnt ihr unter viewtopic.php?f=22&t=393436 erzählen. Die "Neulich gespielt (2019)"-Diskussion findet ihr unter viewtopic.php?f=45&t=393434.

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Yeti MZ
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Yeti MZ » 7. Januar 2020, 20:47

Nach allem was ich über Crystal Palace gehört & gelesen hatte, hielt ich es für sehr schwierig, und war gar nicht so scharf darauf es zu spielen. Aber gestern Abend hat sich mit den richtigen Leuten die Gelegenheit ergeben, und es hat mir wesentlich besser gefallen, als ich gehofft hätte. Man bereitet den Beitrag eines Landes zur Weltausstellung 1851 vor, beschafft Patente, Geld & Material, baut Prototypen, engagiert Erfinder u.ä., ... Das alles als Workerplacement, wobei Würfel die Worker unterschiedlicher Wertigkeit darstellen, höhere Zahlen einzustellen ist teurer (das Spiel ist hier letztes Jahr bereits besser & ausführlicher besvhrieben worden).
Normalerweise liegen mir derart detailreiche Spiele weniger, aber dieses fand ich relativ klar strukturiert & übersichtlich. Die beiden anderen kannten es schon, wir haben zu dritt 3 Stunden gebraucht, und ich war kein einziges mal als letzter mit der Festlegung meiner Würfel fertig (normalerweise bin ich dafür berüchtigt bei solchen Spielen als Bremsklotz zu wirken). Endstand war Spanien 62, G'Britannien 60, Niederlande 57 (und dabei hatte ich mit durchschnittlich 9,5 Minuspunkten pro Kredit deutlich mehr Pech als die Briten). Fazit ist, ich spiele so etwas zu selten um es mir selber zu kaufen, aber Design & Spielmechanik gefallen mir gut, gelegentlich möchte ich noch einige Partien spielen.

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Yeti MZ
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Yeti MZ » 8. Januar 2020, 02:31

Habe letzten Mittwoch Men@Work gespielt, wenn man Geschicklichkeits - Spiele mag, dann ist das super. Wenn man sie nicht so mag, ist es zumindest gelegentlich mal eine ziemlich lustige Abwechslung mit fotogenen Ergebnissen. Unser Bauwerk wurde dann in einem WhatsApp - Chat gelobt, vor allem der ausbalancierte schwarze Balken mit den drei Arbeitern. Daran waren 3 Leute beteiligt, ich hatte ihn schräg auf die Stütze gelegt, einer hat das Paar drauf gestellt, und einer hat den 3. Arbeiter aufs kurze Ende gestellt und ihn damit unbeabsichtigt in die Schwebe gebracht. Daß jemand es schafft, den weißen Täger so schräg dem Arbeiter auf dem asymmetrisch balancierten schwarzen Träger auf die Schulter zu legen hätte ich nicht für möglich gehalten. Dafür hat er sich seine 3. Urkunde & den Sieg redlich verdient.
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Lehni » 9. Januar 2020, 12:46

Maracaibo zu dritt mit der Kampagne: Ich finde es einfach genial, dass man nicht immer mit den gleichen Leuten die Kampagne spielen muss, sondern einmal ist man zu dritt, dann zu viert und man könnte sogar Solo die Kampagne fortsetzen, wenn mal die Mitspieler abspringen. Ich liebe ja Legacy und Kampagne. Ich weiß nicht warum, aber ich denke weil es da noch ein übergeordnetes Ziel gibt. Sicher, bei Charterstone haben wir uns ab der Mitte gezwungen gefühlt es weiterzuspielen, hätten wir als normales Brettspiel nicht getan. Aber Maracaibo ist halt spielerisch einfach eine Wucht, das würde man sowieso gerne spielen. Und ich hoffe - ohne es jetzt schon beendet zu haben - dass die Story fortgesetzt wird. Das geht dank dem Verzicht von Stickern ohne Probleme. Ich denke, dass Maracaibo da ganz neue Maßstäbe in der Vielspielerszene setzen wird.

Aber zurück zu unserer Partie: Ich habe mir eine Karrierekarte ausgesucht, die mir Punkte für die Expeditionsleiste gab. Ich hatte die Entdeckerin auf der Hand und früh gespielt. Insgesamt bin ich da sehr gut in die Gänge gekommen. Für die erste Etappe bekommt man ja gleich 3 Einfluss bei einer Nation, da habe ich England genommen weil ich eine coole Karte auf der Hand hatte, die mir immer 2 Kampfpunkte bringt, wenn ich für England kämpfe. Zu dem Zeitpunkt war aber schon Frankreich die klare Nummer 1 und dieser Spieler hatte auch glaube ich 2 Matrosen. Ich wußte, das würde ein Kampf England vs. Frankreich werden. Mein Problem war nur das Feld 20, wo ich mich immer entscheiden musste ob ich kämpfen oder entdecken will - harte Entscheidung. Der dritte Spieler hat sich da eher zurückgehalten und Einkommen aufgebaut. Sein Vorsprung an Siegpunkten baute sich zunehmend aus, aber er hatte nur wenig Einfluss bei den Nationen. Lange Rede, kurzer Sinn: Frankreich wurde größte Nation und England nur 2., aber beide haben wir gute Punkte gemacht. Ich wurde knapp Zweiter nach einer spannenden Partie. Bei der Story kamen wir auch gut weiter:
► Text zeigen


Adventure Games - Die Vulkaninsel Exit ist mir etwas zu unthematisch, deshalb habe ich mich auch sehr auf die Vulkaninsel gefreut. Man spielt 4 Kapitel, eines davon doppelt so lange. Somit hatten wir 4 Sessions damit und das Spiel kann sogar noch hergeschenkt werden. Verglichen mit Exit ist das....kein Vergleich. 5-fache Spieldauer und keine Zerstörung. Aber natürlich muss es in erster Linie auch spielerisch passen. Für uns hat es gepasst, weil wir es ohne Zwänge gespielt haben. Es gibt da Bewegungsregeln und Gegensände Übergaberegeln. Aber als Variante auch, dass man sich nicht daran halten muss. So haben wir es auch gemacht, ein Pool an Gegenständen für alle Spieler. Das Vorlesen der app am Handy ist gut und wichtig. Die Story hat uns gefallen, wir sind aber an einigen Punkten nicht weitergekommen. Es ist wie ein Escape Room ohne Hinweise. Stehst du an, dann stehst du an. Das fanden wir frustrierend. Ich habe dann im Textbuch nachgeschaut, welche Gegenstandskombinationen wir übersehen haben. Über diesen Weg sind wir weitergekommen. Jeder kennt es: Ab und zu steht man bei Rätsel an, nicht umsonst haben alle diese Spiele Hinweise und Lösungen, damit man in frustigen Situationen weiterkommt. Hier nicht. Da muß Kosmos etwas machen.
Fazit: Hat Spaß gemacht, viel Spieldauer und keine Zerstörung für wenig Geld. Aber oft frustrierende Elemente wenn man nicht weiterkommt.

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 19. Januar 2020, 11:29

Terraforming Mars zu fünft mit Prelude-Erweiterung auf dem Elysium-Plan: Terraforming Mars spiele ich sehr sehr gerne, mich würde nur interessieren, ob ich auch schon mal gewonnen habe. Weil ich mit der „Mining Guild“ startet, nahm ich mir ganz fest vor, ganz viel auf dem Planeten zu bauen. Am Ende des Spiels hatte ich glaube ich drei Gebäude dort stehen. Es klappte diesmal auch nicht mit dem frühzeitigen Hochtreiben der Geldproduktion und so kam ich irgendwie auf keinen grünen Zweig. Man kann recht gut vor sich hinspielen. Bei den Meilensteinen und Errungenschaften kommt sich ein klein wenig in die Quere und natürlich auf dem Mars selbst. Wenn man wie ich, dort aber nichts baut, fällt auch der Aspekt weg. Und dennoch hat das Spiel Spaß gemacht. Beim nächsten Mal nehm ich mir vor, mehr Städte auf dem Planeten und vor allem mehr Parks an meine Städte zu bauen. Mal schauen, ob das was wird … Die Spieldauer war mit etwas mehr als 2,5 h noch im annehmbaren Bereich, auch wenn die Downtime, bis man wieder dran war, schon recht groß war, da man in der Zeit nicht wirklich viel überlegen musste. (Wertung: 9,0)
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Detective Club zu fünft: Ich bin echt nicht gut im spontanen Argumentieren. Dafür bin ich aber auch nicht gut im unspontanen Argumentieren. Und das kommt mir bei allen Deduktionsspielen zu gute. „Detective Club“ ist die Mischung aus „Dixit“ und „A Fake Artist“: Der aktive Spieler denkt sich geheim einen Begriff aus und legt eine Handkarte dazu aus. Dann schreibt er auf Zettel (für alle Mitspieler) den Begriff, nur bei einem macht er nen Strich. Derjenige weiß also nicht, welchen Begriff die Karte umschreiben soll. Reihum muss dann jeder eine Karte zu dem Begriff auslegen. Danach legt wieder der aktive Spieler und alle anderen einen zweite Karte aus. Nun erklärt der aktive Spieler den Begriff und warum seine Karten dazu passen. Reihum machen das auch alle Mitspieler, also auch der, der erst vor wenigen Sekunden den Begriff zum ersten Mal gehört hat. In der dritten Phase stimmen dann alle außer dem aktiven Spieler darüber ab, wer wohl der Unwissende war.

In unserer Partie hat der Unwissende immer gewonnen, weil keiner oder maximal einer auf ihn getippt hat. Dabei half, dass die aktiven Spieler oft Begriffe wählten, wozu auch die restlichen Mitspieler keine wirklich guten Karten hatten. Und so mussten die auch holprig argumentieren, wieso die ausgespielte Karte zum Begriff passen soll. Und so konnte man als Unwissender sehr gut nur gegen die anderen argumentieren, weil die noch schlechtere Karten legten.

Mir gefällt das Spiel immer noch sehr gut, nur fand ich den Aspekt, dass man als aktiver Spieler nur einen möglichst schweren Begriff wählen muss, damit der Unwissende zusammen mit dem aktivem Spieler Punkte bekommt. Das kam mir zu leicht vor. Und es bringt auch nicht viel, anders zu spielen, denn je leichter der Begriff bzw. je passender die Karten im Allgemeinen, desto eher wird der Unwissende entlarvt und auch der aktive Spieler geht leer aus. (Wertung: 8,0)

Alte Meister zu dritt: Eines meiner Highlights von der SPIEL'19. In dem Arbeitereinsetzspiel setzen zuerst die Spieler reihum ihre Arbeiter auf einem Aktionsrad ein und legen sie dann reihum hin, um die Aktion auszuführen. So kann man als Startspieler früh ein beliebtes Aktionsfeld belegen, kann die Aktion dazu aber auch erst ganz am Ende der Runde ausführen. Besonderer Kniff: Am Ende der Runde wird das Aktionsrad ein Feld weitergedreht und jeder Spieler muss genau einen Arbeiter bei einer Aktion stehen lassen. Genau dieser Mechanismus hat mir extrem gut auf der Messe gefallen und gefiel mir auch jetzt in der zweiten Partie.

Auch thematisch passt das Spiel (bis auf eine Kleinigkeit): Ziel ist es zwei Bilder zu malen. Dafür benötige ich Grundfarben oder gemischte Farben, die ich durch Aktionen erhalten bzw. Mischen kann. Wie viele Farben ich erhalten oder mischen kann bzw. wie viele Farbkleckse ich auf einmal auf ein Bild zaubere, hängt von der Ausbildungsstufe ab, die ich auch durch Aktionen verbessern kann. Das passt alles thematisch super zusammen. Einzig, wieso ich beim Mischen von zwei Farben immer mehr gemischte Farbwürfel erhalte, erschließt sich nicht. Schließlich erhalte ich aus 1 Einheit Blau und 1 Einheit Gelb eben nur 2 Einheiten Grün. Und das kann sich nicht zu 6 Einheiten vermehren.

Davon abgesehen ein super schnelles und interessantes Eurogame mit einem nicht endlos verbrauchten Thema. Ja, es gibt noch „Fresko“ und „Atelier: The Painters Studio“, aber viel mehr ist da auch nicht bzgl. Farbmischung. (Wertung: 8,5)
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Dee
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 25. Januar 2020, 13:32

On the Underground: London/Berlin zu dritt: Für mich war das Spiel eines der Highlights der SPIEL 19 in Essen. Ich kaufte es aber nicht, entschied mich aber dann im Dezember mir doch ein Exemplar zu besorgen und ich bereue es nicht.

In dem Spiel legen die Spieler Bahngleise auf einen vordefinierten Plan von London oder Berlin. Dies tun sie, damit der Passagier, der sich nach jedem Zug irgendwelche Sehenswürdigkeiten anschauen will, die eigenen Bahngleise nutzt, was Punkte bringt. Es reicht dabei nicht aus, nur taktisch die beste Entscheidung zu treffen, sondern man muss seine verschiedenfarbigen Bahngleise auch noch langfristig gut ausbauen, damit man immer von der Reise des Passagiers profitiert.

Regeltechnisch sehr einfach, aber dennoch strategisch. Natürlich mit etwas Zufall, wo der Passagier als nächstes hinwill. Downtime ist eher gering, vor allem bei der Bewegung des Passagiers prüfen alle Spieler automatisch mit, was die beste Strecke ist (um hoffnungsvoll davon zu profitieren). Das Spielende fand ich etwas blöd, weil noch vier Karten übrig waren als das Spielende eingeläutet wurde. Diese wurden also nicht besucht und derjenige, der dort seine Gleise gebaut hatte (in dem Fall ich), konnte nicht mehr davon profitieren. Hätten wir nämlich noch eine Runde mehr gespielt, hätte ich damit gewonnen.

Aber egal wie, sehr schönes, buntes Spiel und es macht einfach Spaß, gemeinsam den Stadtplan von London und Berlin nachzubauen. Einzig den Passagiermarker habe ich durch eine Krosmaster-Figur ersetzt. Diese konnten wir besser gegenüber den grauen Stadtmarkern unterscheiden. Und es war sehr nett zu sagen: „Amalia möchte als nächstes dahin.“ oder "Sie steigt dann in Waterloo um und fährt bis nach Hammersmith und läuft den Rest nach Kew Garden (da ist im Übrigen sehr schön).“ :) (Wertung: 8,5)
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Orléans zu dritt: Meine Erfahrungen mit „Orléans“ bleiben wie alle zuvor: Ich hab wieder gewonnen, aber ich glaube, ich weiß, wieso. :) Dieses Mal konzentrierte ich mich auf die Häuser auf der Karte. Dort konnte ich im Laufe des Spiels 8 Stück fallen lassen. Dieses Mal zu dritt kamen wir uns sogar etwas in die Quere, aber ganz ganz wenig. Mit fünf weiteren Bürgern hatte ich am Ende einen tollen Multiplikator für meine 6 Sterne. Dennoch konnte ich während des Spiels nicht wirklich abschätzen, wer nun genau vorne liegt. Das ist zum einen gut, weil dann jeder ungestört vor sich hinarbeiten kann und nicht behindert wird. Aber irgendwie wirkt das am Spielende dann auch sehr zufällig, wer gewonnen hat.

Wir spielten mit einem geänderten Rathaus (wo ich meine Bürger herbekam), sonst bleib alles gleich. Gefühlt kamen wir in der Wissensleiste (wo die Sterne her sind) zu schnell voran. Am Spielende standen wir alle am Leistenende und erhielten unsere 6 Sterne als Multiplikator für Häuser und Bürger. Hier gab es also nichts direkt zum Vergleichen. Auch sonst war wie zuvor die Interaktion eher gering. Es kam ganz selten vor, dass man eine Aktion machen wollte, die einem jemand zuvor wegschnappte. Dafür ist aber auch die Downtime sehr gering, weil ja alle parallel spielten. Einzig in der Planungsphase mussten wir immer mal wieder auf den langsamsten Spieler warten, aber das war zu verschmerzen.

Ansonsten gilt wie bisher: Solides Spiel, dass ich sicherlich immer wieder mitspielen werden. Aber nicht zu oft, damit ich nicht aus Versehen irgendwann mal verliere. ;) (Wertung: 7,5)
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Yeti MZ » 27. Januar 2020, 10:45

Am Freitag habe ich jetzt auch mal StarWars - Rebellion von Pegasus kennengelernt, zusammen mit einem anderen Neuling auf der Seite des Imperiums, für den Rebellen war es die 2. Partie.
Luke Skywalker hat nach seiner Ausbildung bei Yoda einen anderen Rebellenführer befreit, aber darauf hatten wir nur gewartet, weil wir eine Aktionskarte hatten, um bei einer erfolgreichen Befreiung die aktive Figur gefangen zu nehmen. So blieb Luke bis zum Spielende auf dem Todesstern eingesperrt. Als wir dem geheimen Rebellenstützpunkt bei unserer Suche zu nahe kamen wurde er verlegt. Dazu zogen die Rebellen 8 Karten für mögliche neue Standorte, und konnten so die bislang versteckte, zweitgrößte Fraktion ihrer Streitkräfte mit der größten auf Bothawui vereinen. Da wir nach einem gescheiterten Erkundungsversuch nicht sicher waren, ob der neue Stützpunkt wirklich dort ist, und wir den Rebellen keine Zeit für einen neuen Umzug lassen wollten, griffen wir dort in deutlicher Unterzahl an Schiffen & Bodentruppen an. Der Rebellenspieler hatte viel Pech mit den Würfeln, und konnte den Raumkampf über dem Planeten mit einem übrig gebliebenen Transportschiff nur knapp für sich entscheiden. Auf dem Boden stand in der letzten Runde 1 Rebellentrupp einem angeschlagenen AT-ST gegenüber, und konnte den Sieg des Imperiums nicht mehr aufhalten.
Es fühlt sich schon etwas schal an, wenn nach einem langen strategischen Spiel, der Sieg derart an den Würfeln hängt. Aber vielleicht hatten wir auch das Schicksal auf unserer Seite, mein Mitspieler kennt sich nämlich nicht nur hervorragend im StarWars - Universum aus, er hat auch am May the fourth Geburtstag (vielleicht sollte ich ihn mal mit 2 StarWars - Fans aus Mainz, die da Hochzeitstag haben zwecks gemeinsamer Themen - Feier bekannt machen).
Insgesamt ist es ein schön designtes Spiel, mit ziemlich gelungener Mechanik, das Personen und Ereignisse die man aus den Filmen kennt neu komponiert, und auch das Grundthema sehr gut umsetzt. Ich bin kein ausgesprochener StarWars - Fan (für mich sind die Filme einfach nur eines von vielen guten Spiele - Themen). So begeistert, daß ich es kaufen möchte war ich zwar nicht, aber wenn die richtigen Leute fragen, wäre ich gerne nochmal dabei.

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon lanzi » 10. Februar 2020, 12:31

Zuletzt auf dem Spieleabend des Vereins als 5er-Partie: Gugong
Das fand ich wirklick klasse, interessant, richtig schön.

Als 4er: Lancaster
Dieser Queen-Games-Titel, m.E. der beste, hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Die drei anderen Mitstreiter kannten es noch nicht, ich hatte es zuletzt vor vielen Monaten gespielt. Wie so oft bei diesem Spiel: allen gefiel es ausgesprochen gut, wird bestimmt wieder auf den Tisch kommen.

...und im ganzen Januar/Anfang Februar noch ca. 60 weitere Partien, hauptsächlich 2er (viel Newton, Lorenzo).

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Emirio » 12. Februar 2020, 13:05

Ich würde auch gerne mal wieder was schreiben. Meine Meinung deckt sich zwar oft mit meinem Spieleparter "Dee", aber zu Wavenlength (Deutscher Titel: "Perfect Match") wollte ich doch was loswerden:

Wir haben gestern gespielt: On the Underground (Berlin Seite), Wavelength, Rallyman GT


Wavelength, oder zu gut deutsch: Perfect Match ist ein Teamspiel, bei dem sich die Teampartner gut kennen sollten um schnell viele Punkte zu erlangen.
Ein Spieler im Team erhält eine zufällige Karte auf der zwei vergleichende Wörter angegeben sind wie z.B. besser-schwächer, sieht wie eine Person aus - sieht nicht wie eine Person aus; Star Wars - Star Trek, usw.
Eine Scheibe mit einem Tortendiagramm wird zufällig eingestellt. Auf ihr sind sehr schmale "Tortenstückchen" eingezeichnet, die unterschiedlich viele Punkte einbringen. Der aktive Spieler muss sich nun einen Begriff zur gezogenen Karte ausdenken, der möglichst auf die Anzeige des Diagramms , der prozentualen Stellung des Rades passt. Sind die Tortenstückchen eher auf der linken Seite sollte er einen Begriff wählen der entsprechend schwächer, wie eine Person aussehend oder zum Thema Star Trek passt. Befinden sich die Tortenstückchen auf der rechten Seite, dann sollte entsprechend ein gegensätzlicher Begriff genannt werden.
Das Team erhält nun die Scheibe mit dem Diagramm, welches noch verdeckt ist, und versucht nun einen Zeiger so auszurichten, wie sie den genannten Begriff auf der Skala einordnen. Ist der Zeiger eingestellt, können die Punkte beim Aufdecken des Diagramms einfach abgelesen werden. Bei 10 Punkten ist die Partie zu Ende.
Wieder Erwarten hatte ich mit jeder Runde mehr Gefallen an dem Spiel entwickelt, dabei gefällt mir das Begriffe ausdenken nicht wirklich. Das Einschätzen einer anderen Person umso mehr und die Diskussion die darum herum entsteht war zwar so nicht von mir erwartet, aber ist meiner Meinung nach das Beste am Spiel!

Ich konnte nicht umher, eine kleine Variante auszuprobieren:
Wenn der Spielablauf etwas anders gestaltet wird, entwickelt sich das Spiel für mich zu einem Besseren!
In dieser Variante wird ebenfalls eine der Vergleichs-Karten aufgedeckt. Nun stimmt sich aber das gegnerische Team ab, welchen Begriff sie gerne eingestellt hätten. Steht der Begriff fest, stellt nun ein Spieler im aktiven Team die Scheibe nach seinem gut-dünken ein (anstatt per Zufall) und verdeckt dann seine Meinung. Sein Team muss nun den Spieler einschätzen, wie dieser den genannten Begriff einordnet!
In der offiziellen Variante muss ein Begriff gefunden werden, der zur zufällig eingestellten Scheibe passt. Dies kann mit unter sehr einfach sein (extreme) oder durchaus knifflig werden (fasst ganz extrem, aber nicht so ganz).
Wählt statt dessen das gegnerische Team einen Begriff und dieser muss von zwei Parteien unabhängig voneinander eingestellt werden, müssen diese sich tatsächlich einschätzen! Zudem lernen sich die Spieler etwas im Spiel kennen.
Ein Beispiel in unserer Runde war: heroisch - nicht heroisch. Der gewählte Begriff der Gegner war "Seine Schwiegermutter, bzw. ihre Mutter". Wie stellt nun das Pärchen jeweils die Scheibe ein? Schätzt sie die Meinung des Partners über die eigene Mutter richtig ein?
Unabhängig vom Resultat und der erlangten Punkte gibt es auf diese Weise viel mehr Diskussionen, da Begriffe gewählt werden die einen interessieren und nicht welche, die zum Zufall passen. In der falschen Gruppe kann das aber mitunter zu Streit führen...
Ich würde die Variante jedenfalls den offiziellen Regeln vorziehen.


Wir haben die englische Version gespielt. die deutsche wird bei Schmidt Spiele erscheinen.

Grüße
Sven

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon SophiaSpielt » 13. Februar 2020, 06:27

Habe die Tage Klask das erste mal gespielt. Spiel wird von Game Factory vertrieben und hatten wir auf der SPIEL gesehen. Finde das Konzept super und ist ja auch zugänglich. Was ich schwierig finde: Wenn du nicht die nötige Fingerfertigkeit besitzt, dann schließt dich das direkt von vorne rein als kompetenten Spieler aus. Schade. Es geht übrigens darum, mit Hilfe von Schiebern kleine Steinchen beim Gegner ins "Tor" zu befördern und das selbe bei sich selbst zu verhindern.

Spannend dazu: Gibt da echt Weltmeisterschaften!? Hatte mir ein Bekannter erzählt. Echt verrückt. Haben uns dein ein Video auf YouTube angeschaut. Die Mädels und Jungs spielen das wie Profisportler. Beeindruckend. Erst recht, wenn man selbst so untalentiert ist die Schieber zu bewegen.

Ich glaube, die Version war Klask 3. Wobei ich nicht genau weiß, was hier die Unterschiede sind. Das Spielfeld und die Anordnung / Spieleranzahl, würde ich vermuten.
eeeh eeeh macarena

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Mitspieler » 13. Februar 2020, 13:23

lanzi hat geschrieben:Als 4er: Lancaster
Dieser Queen-Games-Titel, m.E. der beste, hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Die drei anderen Mitstreiter kannten es noch nicht, ich hatte es zuletzt vor vielen Monaten gespielt. Wie so oft bei diesem Spiel: allen gefiel es ausgesprochen gut, wird bestimmt wieder auf den Tisch kommen.


Finde es schön, wenn hier auch immer wieder mal über ältere Spiele berichtet wird. :blush:
Viele davon sind auch heute noch spannend und nicht altbacken.
(Deshalb gibt es ja inzwischen auch von vielen Titeln nur leicht modifizierte Neuauflagen.)

Ich denke da an neu aufgelegte Spiele wie Agricola, Kohle/Brass, Caylus, Puerto Rico, Die Macher, Alhambra, BuBu, Hansa Teutonica,..
aber auch an Spiele, die noch keine Neuauflage bekommen haben, wie Myrmes, Québec, Naufragos, RoboRally, Cuba,..
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Vielversprechende Neuheiten 2020:
Animix / Canopy / Hallertau / Honey Buzz / Mariposas / My Farm Shop / New York Zoo / Patios / Praga Cap.Reg. / What's Missing? / ZuZ.Amsterdam

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 15. Februar 2020, 11:21

Wir haben gestern gespielt: On the Underground (Berlin Seite), Wavelength, Rallyman GT
Haben wir tatsächlich … :D

On the Underground: London/Berlin zu viert: nachdem wir kürzlich zu dritt in London waren, verschlug es uns dieses Mal zu viert nach Berlin, d.h. wir spielten mit der Rückseite des Spielplans.

Die Grundregeln sind identisch zu London: Strecken legen, Punkte bekommen, Passagier zu den nächsten Zielen bewegen und wieder Punkte bekommen. Zwei Unterschiede gibt es in Berlin: Zum einen können Gebiete nicht mehr eingekreist werden. Bzw. können sie das, aber es gibt keine Punkte dafür. Als Ausgleich kann man Verbindungsbahnhöfe mit seiner Linie anbinden und bekommt dafür, wenn man alle vier anbindet in Summe 8 Punkte. Zum anderen muss man mit der Strecke nicht mehr zwei Marker verbinden, sondern Marker einsammeln. Wenn man ein Set von 5 unterschiedlichen Markern zusammen hat, gibt es 10 Punkte. Zusätzlich wird der größte Stapel an Markern am Ende noch einmal mit 3 Punkten pro Marker gewertet, wodurch im Spiel zu viert rein rechnerisch 21 Punkte möglich wären.

Der Berlin-Spielplan spielt sich sehr ähnlich zu London. Dass es eine Endwertung gibt, verändert das Spiel ein klein wenig, da nicht immer gegen den real Führenden gearbeitet wird. Aber ansonsten fühlt es sich gleich an. Dennoch bevorzuge ich den London-Spielplan, da ich mit den Metro-Haltestellen einfach mehr anfangen kann als mit denen aus Berlin. (Wertung: 8,5)
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Wavelength zu viert: Wenn man wissen will, ob man auf einer Wellenlänge liegt, kann man „Wavelength“ spielen. Wenn daraus Streit entsteht und eine Beziehung zu Bruch geht, ist man aber selbst dran schuld … „Wavelength“ fällt in die Kategorie „Kommunikative Partyspiele“. Zwei Teams treten gegeneinander an. Es gibt eine Sichtscheibe mit einem Tachorad, welches verdeckt gedreht wird. Ein Spieler schaut sich geheim den Stand des Tachos an, der in einem kleinen Bereich 2-4 Punkte bringt, der größte Teil der Scheibe ist aber leer. Der Spieler muss nun zu einer vorgegebenen Karte (z.B. „hart oder weich“, „Held oder Bösewicht“) einen Begriff sagen. Das eigene Team bekommt die verdeckte Scheibe und stellt eine Tachonadel ein, wo sie denkt, dass der Begriff denn bzgl. der Vorgabe am besten einzuordnen ist. (Ist eine Radreifen eher weich oder eher hart? Hinweis: Das hängt vom Luftdruck ab, daher ist das kein guter Tipp, regt aber zu Diskussionen an.) Dann wird die Scheibe wieder aufgedeckt und wenn das Team den Mitspieler gut eingeschätzt hat, gibt es entsprechend Punkte, wo die Tachonadel auf den Tacho trifft.

Die Einschätzung der Mitspieler macht Spaß. Sieht man eine Einordnung genauso oder nicht? Darüber lässt sich auch gut diskutieren. Ein Nachteil ist, wenn der Punktebereich an einem der rechten oder linken Bereiche liegt, denn dann muss man nur ein Extrem vorgeben und die Mitspieler werden es vermutlich korrekt einordnen.

Wir spielten nach der ersten Partie gleich noch eine Variante (die aufgrund einer missverstandenen Spielerklärung zustande kam): Das gegnerische Team zieht die Vorgabekarte (also z.B. „modisch oder antiquiert“) und gibt einen Begriff vor. Ein Spieler des anderen Teams muss nun das Tachorad geheim einstellen. Danach müssen die Mitspieler des Teams die Tachonadel einstellen, wo sie denn denken, dass es Punkte gibt. Uns hat diese Version besser gefallen. Durch das aktive Einstellen des Rades geht es noch mehr darum, den Mitspieler einzuschätzen. Und in der Regel gibt das gegnerische Team keine Extrembegriffe vor, weil dies zu einfach ist. Und am schwersten und spaßigsten ist „Wavelength“, wenn das Ergebnis irgendwo in der Mitte liegt. Natürlich kann man bescheißen, indem man sich abspricht und das Tachorad immer exakt in die Mitte oder ganz rechts oder links einstellt. Aber das macht ja niemand, mit dem wir spielen würden. ;) (Wertung: 8,0)

Rallyman: GT zu viert: Ich finde Autorennen nicht sonderlich spannend. Der Start ist noch interessant, aber ansonsten fahren die Autos immer im Kreis und ggf. gibt es mal das ein oder andere Überholmanöver. Oft gewinnt der mit der besten Boxentaktik und -reifen. „Rallyman: GT“ fing dieses Gefühl in unserer Partie sehr gut ein – leider. Denn warum sollte ich etwas spielen, was langweilig und unspannend ist?

„Rallyman: GT“ ist eine Neuauflage von „Rallyman“ von 2009. Je nach Wetterlage und aufgezogenen Reifen erhält ein Spieler in seinem Zug eine gewisse Anzahl an Gangwürfeln, Gaswürfeln und Bremswürfeln. Von seiner aktuellen Position auf der Strecke aus kann er die Würfel vor das Auto auf einzelne Streckenabschnitte legen, um anzuzeigen, wie weit er fahren will. Dabei darf man nur genau einen Gang rauf- oder runterschalten, Gas geben, um in dem Gang zu bleiben, oder beim Runterschalten Bremswürfel dazulegen, um von einem hohen Gang in einen sehr niedrigen zu bremsen (von Gang 5 auf Gang 2 kostet zwei zusätzliche Bremswürfel). Danach würfelt der Spieler entweder die Würfel nacheinander und hört irgendwann auf, falls er Gefahr läuft, zu viele Ausrufezeichen zu würfeln. Denn damit crasht das Auto und verursacht Schaden und vor allem einen Stillstand. Alternativ würfelt er alle Würfel auf einmal, was die Gefahr natürlich vergrößert. Wenn der Wurf glückt, bekommt man dafür aber noch Marker, die man einsetzen kann, um Würfel nicht würfeln zu müssen. Und so fährt man im Kreis …

Thematisch hat „Rallyman: GT“ ein großes Problem: Warum gibt der Gang vor, wie weit ich fahren darf? Ja, prinzipiell kann ich im fünften Gang schneller fahren. Aber wenn ich im fünften Gang bin und bleibe, komme ich genau drei Felder weit (5. Gangwürfel plus zwei Gaswürfel). Wenn ich aber pro Feld einen Wert abbremse oder zuerst eine Vollbremsung mache und dann wieder hochschalte, komme ich sieben Felder weit (1. Gangwürfel [plus 3 Bremswürfel], 2. - 5. Gangwürfel und zwei Gaswürfel). Das ergibt in einem Autorennen keinen Sinn. Ebenfalls sinnlos sind die Wetterwechsel. Das Wetter ändert sich nämlich nur zufällig, wenn aus dem Schadenssäckchen der Wetterwechselmarker gezogen wird, nachdem ein Auto einen (heftigen) Crash hatte. Denn nur in hohen Gängen müssen auf bestimmten Terrain Marker gezogen werden – was in unserer Partie kein einziges Mal vorkam.

Allgemein crashte bei uns kaum jemand. Das lag nicht an der herausragenden Taktik der Spieler, sondern dass einfach selten zu viele Ausrufezeichnen gewürfelt wurden. Ein Spieler würfelte grundsätzlich alle Würfel auf einmal und hatte nie ein Problem. Ganz im Gegenteil wurde er belohnt und hatte am Ende dreißig Marker vor sich liegen, mit denen er Würfel nicht hätte werfen müssen – was ihm aber egal war. Andere dagegen würfelten die Würfel einzeln und mussten bereits beim dritten Würfel aussteigen, um nicht zu viele Ausrufezeichen zu haben. Mir persönlich ist der Zufall viel zu groß bei so einem taktischen Rennspiel.

Das letzte Problem sehe ich in der nicht vorhandenen Spannung. Zum einen crashte kaum jemand. Durch die gewählte, sehr kurvenreiche Strecke, konnte man auch nie richtig Gas geben und sich absetzen. Genau genommen blieben alle Spieler bis zur vorletzten Runde immer im Block nebeneinander stehen. Das lag auch daran, dass wir mit der empfohlenen B-Seite spielten, die nur aus zwei Spuren bestand. Sobald die ersten beiden Spieler gezogen hatten, konnte die letzten beiden nicht mehr überholen und wurden blockiert. Ganz blöd war dabei auch, dass wenn sich die beiden vorderen absprechen würden, sie die hinteren immer blockieren könnten, in dem sie jede Runde im ersten Gang nur ein Feld weit ziehen. Die hinteren dürften dann nicht vorbei. Selbst in einem höheren Gang kämen sie zwar zuerst dran, dürften aber immer noch nicht überholen.

„Rallyman: GT“ hat in meinen Augen zahlreiche Regel-Probleme, die man mit Hausregeln sicherlich korrigieren kann. Aber bei einem 50-Euro-Spiel (oder 85-120 Euro, wenn man die Kickstarter-Erweiterungen dazu nimmt) erwarte ich, dass es einfach in jeder Konstellation flüssig läuft. Und das tat es bei unserer Partie definitiv nicht. Ich werde es noch einmal spielen (dann ggf. mit den Klassikregeln), aber „Flamme Rouge“ macht als Rennspiel so viele Sachen wesentlich besser, dass „Rallyman“ hier einfach nicht punkten kann. (Wertung: 4,5)
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon lanzi » 29. Februar 2020, 08:24

Und gestern wieder einen sehr schönen, älteren Titel hervorgeholt: NAVEGADOR
Konnte uns auch im 2er wieder überzeugen, machte viel Spaß.

Dazu passend zur Lage einen Pandemie-Titel....allerdings retteten wir die Niederlande nicht vor Viren sondern vor den Fluten.

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon lanzi » 2. März 2020, 10:36

Am Samstagabend schloss eine Runde Weinbau (VITICULTURE) zu zweit, bei der mal so gar nichts bei mir passen wollte, an eine Partie PUERTO RICO (2er-Version "Angst des Aufsehers") an, die wieder zeigte, wie interessant auch heute noch "alte" Spiele sein können.

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 4. März 2020, 15:32

Kleines Spielewochenende vorletzte Woche …

TEAM3 im Teamspiel: Auch in zwei Teams macht TEAM3 sehr viel Spaß. Man spielt nicht gegen die Uhr, sondern gegen das andere Team. Herausfordernd ist es, den anderen Erklärer auszublenden, während man die Augen geschlossen hat und bauen muss. Es war jedenfalls wieder lustig und spannend. (Wertung: 9,5)

Sonar Family zu viert: „Sonar Familiy“ ist die Familienvariante von „Captain Sonar“. Nur 2-4 Spieler können es in zwei Teams gegeneinander spielen. Der Funker zeichnet nach wie vor die gegnerischen Bewegungen auf und versucht herauszufinden, wo sich das andere U-Boot befindet. Der Kapitän übernimmt die drei Rollen aus „Captain Sonar“: Er gibt vor, wohin gefahren wird, zeichnet dies auf der Karte ein, macht ein Kreuz für jede Bewegung und darf Aktionen wie Sonar, Auftauchen oder Torpedo ausführen. Die wichtigste Änderung: Die Teams spielen nacheinander und nicht mehr gleichzeitig in Echtzeit (als Variante gibt es auch die Echtzeit-Option).

Im BGG-Forum liest man dann auch: „Wieso nacheinander? Ist voll langweilig! Echtzeit ist das einzig Wahre.“ … Was für „Captain Sonar“ zutrifft, muss für „Sonar Family“ aber nicht zwingend gelten. Wir dachten gleich und spielten zuerst in Echtzeit. Daraus ergab sich ein Problem: Bei „Captain Sonar“ muss man sehr stark überlegen, in welche Richtung man fährt. Einige Richtungen können das U-Boot zum Explodieren bringen. Daher muss man schon überlegen, wo es hingeht. In „Sonar Family“ gibt es diese Beschränkung nicht. In Echtzeit bedeutet das: Wenn ich den Gegner gefunden und einmal mit einem Torpedo getroffen habe, sage ich nur ganz schnell „Süd, Süd, Süd, Süd“ (bin dann hoffentlich noch im gleichen Quadranten) und feuere erneut, da mit den vier Bewegungen der Torpedo zusätzlich wieder aufgeladen wurde. Das klappt natürlich nicht immer, aber es nimmt den Spaß.

Viel besser hat mir die Nicht-Echtzeit-Variante gefallen. „Sonar Familiy“ spielt sich dann wesentlich taktischer. Durch die unterschiedlichen Quadranten auf der Seekarte kann ich dem Gegner entkommen, obwohl man fast nebeneinander steht. Und grob vorherzusehen, wo der Gegner langfährt, um ihn dann in einem Quadranten abzufangen, macht mehr Spaß als die hektische Echtzeit-Version.

Dennoch bleibt ein Problem: Man kann sich auch sehr leicht in ein Deadlock manövrieren, indem man sich taktisch immer wieder clever ausweicht, auftaucht und dann wieder verschwindet. Das haben wir gegenseitig dreimal gemacht und dann hatten wir keine Lust mehr und ich hab unser Boot absichtlich in die Luft gesprengt. Es ist meist kein gutes Zeichen für ein Spiel, wenn die Spieler das Ende einer Partie so sehr herbeisehnen, dass sie lieber freiwillig verlieren als weiterzuspielen. (Wertung: 6,5)

Werwörter zu viert: Ich find das Spiel auch zu viert immer noch gut. Man merkt aber auch, dass es Neulinge in einer eingespielten Gruppe etwas schwerer haben. Aber wenn man nicht nur vier Runden spielt, sondern länger, dann spielt sich das im Laufe des Abends ein. (Wertung: 9,5)

On the Underground: London/Berlin zu zweit: Dieses Mal wieder die London-Seite, dafür nur zu zweit, wo jeder vier Strecken bauen darf. Den Krosmaster-Passagier ersetzten wir durch eine Maus-und-Mystik-Figur, die etwas kleiner ist und deswegen besser auf die Felder passt. Ansonsten spielte es sich wieder sehr gut. Mir machte der direkte Schlagabtausch sogar noch etwas mehr Spaß, da ich schneller auf meinen Gegner reagieren kann. Vor allem kann man dem Gegner mit vier Strecken in einem Zug direkt etwas vor der Nase zubauen, muss dafür aber auch seine Strecken opfern. Super Spiel wieder! (Wertung: 9,0)
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Rallyman GT zu zweit auf der Strecke „Germany“: Nach dem Desaster vom letzten Mal wählten wir eine andere, nicht so kurvenreiche Strecke. Zusätzlich ließen wir alle Besonderheiten der neuen Version aus (Bremswürfel, Beschleunigungswürfel) und spielten nur mit den Standardwürfeln. Zusätzlich spielten wir nicht direkt gegeneinander, sondern ein Zeitrennen wie im Original, bei dem beide Spieler nacheinander starten und je nach Gang, in dem sie stehen bleiben, eine Zeitkarte bekommen. Es kommt also gar nicht darauf an, so weit wie möglich vorzufahren, sondern lieber kleine Schritte zu machen, dafür aber in einem hohen Gang den Zug zu beenden.

Insgesamt fand ich diese Spielart ein bisschen besser. Aber hat es Spaß gemacht? Nein, es war total langweilig. Wenn ich exakt das gleiche mache, wie der Spieler vor mir, hängt es rein vom Würfelglück ab, wer gewinnt. Ich habe mich bewusst an einer Stelle anders entschieden, einfach nur um zu schauen, was dann passiert. Und ja, der Spielverlauf änderte sich vor allem in der letzten Kurve ein wenig. Ich verlor immer noch, weil ich zweimal im Spiel lieber nacheinander würfelte anstatt auf Risiko zu spielen und alle Würfel auf einmal zu werfen. Dadurch verlor ich natürlich einige Bonuschips, die dann den Sieg kosteten. Aber es ändert dennoch zu wenig am ganzen Spiel! Ich versteh leider nicht, wo der Spielspaß bei „Rallyman GT“ liegt. :( Ich muss irgendwann nochmal das Originalspiel spielen … (Wertung: 5,0)

Kanban zu zweit: So gehen Auto-Spiele, auch wenn es kein Autorennen ist. Ich fand nur leider nicht ins Spiel hinein. Mein Mitspieler stellte immer genau das her, was bei einem Meeting Punkte einbrachte und auch am Spielende konnte ich nicht wirklich viel punkten. Im Spiel hatte ich von den drei Wochen nur in der zweiten Woche etwas Fuß fassen und aufholen können, aber in Runde 3 gelang mir fast nichts. Daher zurecht verloren und Spaß dabei gehabt. :D (Wertung: 10)
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The City zu zweit: Ich hatte das Spiel schon einmal 2016 gespielt und jetzt kam es wieder auf Umwegen auf den Tisch. Die Regeln waren schnell neu eingelernt. Und dann ging die Kartenschlacht los. Und ja, mir missfiel das Spiel erneut oder immer noch – je nach Sichtweise.

Man spielt Karten aus, die man mit Handkarten als Währung bezahlen muss. Die ausgespielten Karten geben am Zugende als Einkommen neue Karten auf die Hand. Wenn ich genügend Einkommen/Handkarten jede Runde generiere, schalte ich um auf die Generierung von Siegpunkten. Wer zuerst 50 Punkte hat, gewinnt. Und das war es leider auch schon.

Es gibt keinerlei Spannung. Sobald ich mein Einkommen von >= 12 Handkarten habe (das ist das Handkartenlimit, mehr Einkommen bringt nur noch mehr unnötige Auswahl), suche ich mir von den erhaltenen Karten dann eine möglichst teure aus, die viele Siegpunkte bringt und spiele sie. Es gibt nicht mal große taktische Entscheidungen, da die beste Karte meist recht klar ist. Ggf. hat man eine Auswahl aus zwei oder drei, aber dann ist es auch egal, welche Karte ich als nächstes baue. (Wertung: 4,5)
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Whitehall Mystery zu dritt: Das Thema um Jack the Ripper mochte ich in „Letters from Whitechapel“ schon sehr. Problematisch war eigentlich in voller Besetzung nur die Spielzeit. Mit „Whitehall Mystery“ kam vor drei Jahren eine schlankere und schnellere Version des Spiels auf dem Markt.

Wie zuvor übernimmt ein Spieler die Rolle von Jack the Ripper. Jacks Aufgabe ist es, vier geheime Tatorte auf der London-Karte aufzusuchen. Pro Weg zu einem Tatort stehen ihm dabei 15 Züge zur Verfügung. Mit Sonderplättchen kann er besser und ungezwungener reisen. Die Aufgabe der Polizisten (mit bis zu drei Spielern) ist es, Jacks Spur zu verfolgen und ihn gefangen zu nehmen.

Anfangs denken sich beide Seiten: „Wie zum Gott soll ich das schaffen?“ Und trotzdem funktioniert das Katz-und-Maus-Spiel sehr gut. Jack entkommt, obwohl er nur ein Feld neben einem Polizisten steht und man ist am fluchen. Dafür können die Polizisten die Bewegung von Jack manchmal sehr gut voraussehen und ihn einkreisen, sodass ihm fast der Angstschweiß auf der Stirn steht. Die Spannung war auch in unseren beiden Partien wieder greifbar.

Die Abspeckung von „Whitechapel“ gefällt mir. Es können jetzt zwar nur vier statt sechs Spieler mitmachen, aber das ist verschmerzbar. Dafür sind die Regeln etwas kürzer (auch wenn in der Anleitung nicht alle Fragen beantwortet wurden) und es spielt sich dadurch auch schneller. Die Polizisten haben noch Sonderfähigkeiten, die sie einmalig einsetzen können, was uns an einer Stelle sogar zum Sieg verholfen hat.

Wir haben zwei Partien gespielt, in beiden wurde Jack in der ersten bzw. in der zweiten Runde gefasst. Ich will das Spiel unbedingt noch einmal als Jack spielen, um zu prüfen, ob ich mich dann besser anstelle. :) (Wertung: 8,5)
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Galaxy Trucker mit erster Erweiterung und neuen Schiffen zu dritt: Wie immer regiert das Chaos und der Zufall in Galaxy Trucker. Und wie immer macht das extrem viel Spaß! Die Schiffe sind schnell gebaut und fallen im Flug genauso schnell wieder auseinander. Und dennoch kann ein sehr guter Flug ausschlaggebend für den Sieg sein, auch wenn man die beiden anderen verhauen hat. Mein zweites Schiff trieb leider mit der allerletzten Weltraum-Karte antriebslos ins Ziel und machte so alles kaputt. Und in Runde 3 wurde ich von Aliens zerschossen. Dafür konnte der Spieler, der mit Schiff 1 und 2 nicht mal ins Ziel kam, am Ende doch noch das Spiel für sich entscheiden. (Wertung: 10)
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Dee
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 4. März 2020, 16:33

On Mars zu dritt: Nach „Kanban“ das zweite Spiel innerhalb einer Woche von Vital Lacerda. Eins vorweg: „On Mars“ hat nichts mit „Terraforming Mars“ zu tun. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass die Spieler auf dem Mars etwas bauen. Das restliche Thema und vor allem die Mechanik beider Spiele sind völlig unterschiedlich, sodass sich ein Vergleich verbietet.

Wie gesagt besiedeln die Spieler in „On Mars“ gemeinsam auf einem Spielpan, aber in Konkurrenz den Mars. Im Orbit schwebt eine Raumstation, auf der man seine Arbeiter einsetzen kann, um Baupläne zu besorgen, neue Technologien zu lernen und zu verbessern oder auch einfach nur auf dem Mars zu landen. Wenn man es nicht ganz so eilig hat, kann man auch am Ende einer Runde das Marsshuttle nehmen, welches regelmäßig vom Orbit zur Marsoberfläche und zurück fliegt. Auf der Marsoberfläche kann man wieder durch Arbeitereinsatz Gebäude bauen, diese mit einem Bauplan verbessern, Wissenschaftler anwerben oder neue Arbeiter mit einer Rakete von der Erde liefern lassen. Der Gebäudebau braucht bestimmte Ressourcen, die man im Orbit erhält oder sobald auf dem Mars etwas produziert wird. Zusätzlich gibt es noch Mars-Roboter und Mars-Rover, die auf dem Mars herumfahren und sowohl kleine Bonuschips einsammeln können als auch festlegen, wo gebaut werden darf.

„On Mars“ ist Lacerda-typisch kein leichtgewichtiges Spiel. Die erste halbe Stunde des Spiels war ich recht planlos und machte irgendetwas, was sinnvoll aussah. Ich steckte mir kleine Ziele und war froh, diese erreichen zu können. Die Mitspieler kommen einem dabei nicht wirklich in die Quere. Aktionen kann man nicht final blockieren, sie werden nur etwas teurer. Auf dem Mars können natürlich Bauplätze und auch Gebäude weggeschnappt werden, was aber oft nicht so entscheidend ist. Insofern ist die Interaktion zwischen den Spielern nur gering gegeben. Das hat den Vorteil, dass man fast ungestört vor sich hinspielen kann.

Im Laufe des Spiels gibt es Zwischenwertungen, bei der die meisten Spieler auch Siegpunkte sammelten. Ich schaffte es vor der Endwertung gerade einmal auf ganze 2 Siegpunkte, meine Mitspieler lagen da schon bei 30. Dafür konnte ich mit der Endwertung extremst punkten und so über 70 Punkte einfahren und den Sieg davon tragen. Das hat mir insofern gefallen, dass es nicht direkt offensichtlich ist, wer gerade der führende Spieler ist, auch wenn alle Informationen dafür offen auf dem Tisch liegen. So bleibt bis zum Spielende die Spannung erhalten!

Ebenfalls Lacerda-typisch ist die Erklär- und Spielzeit. Die Erklärung aller Aktionen und Zusammenhänge dauerte fast eine Stunde. Und ich weiß, dass mit zwei Monaten Pause bis zur nächsten Partie ich alles wieder vergessen habe und von vorne beginnen muss. Gleiches passiert auch bei anderen Lacerda-Spielen wie „Kanban“ oder „CO2“. Irgendwie sind diese so komplex, dass man sich immer wieder erneut einarbeiten muss. Die Spielzeit pro Spieler belief sich auf ca. 45 Minuten (wobei ich mit 55 Minuten etwas über dem Schnitt lag). In Summe macht das mit Erklärung und Aufbau und Abbau ca. 4,5 h für ein einziges Spiel. Man spielt also ca. 1/4 der Spielzeit und den Rest wartet man auf die Mitspieler. Interessanterweise spürt man diese Wartezeit aber kaum, da man im Kopf die verschiedenen Optionen durchspielt und optimiert. Für Spontanentscheider ist das also nichts. Zum einen gewinnt man ohne Planung bei „On Mars“ kein Stück Marsstaub, zum anderen muss man dann eben sehr lange warten, bis man wieder an der Reihe ist. Und noch ein Kritikpunkt: Den Rover (und auch die Mars-Roboter) hätte es nicht gebraucht. Die Bewegung des Rovers fühlt sich nur wie eine weitere Mechanik an, die eingebaut wurde, um das Spiel länger zu machen.

In Summe hat mir das Spiel bis auf die Spielzeit gefallen. Dennoch weiß ich nicht, ob ich es noch einmal spielen will. Thematisch gefällt mir „Terraforming Mars“ einfach besser, bei dem ich Karten ausspiele, die für Ereignisse im laufende von Jahrzehnten oder Jahrhunderten stehen. In „On Mars“ ist die darunterliegende Mechanik immer wieder präsent. Und ob das Spiel nun auf dem Mars, dem Mond oder Unterwasser spielt, macht dabei wenig Unterschied. Das heißt, das Thema ist austauschbar. Ein thematisch dichteres Spiel von Lacerda ist „Kanban“. Zum einen ist die Optimierung einer Autoproduktion ein unverbrauchteres Thema als die Besiedelung eines Planeten, zum anderen fühlen sich die Aktionen, die ich durchführe, thematischer an. Dennoch bleibt „On Mars“ ein sehr gutes Spiel – nur eben nicht für mich. (Wertung: 9,0)
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Yeti MZ » 11. März 2020, 09:47

Anfang des Monats habe ich eine Testversion von Knight Tales von Vodoo Games gespielt (Verlag in Bischofsheim bei Mainz, Kickstarterprojekt läuft bis 18.3.'20). Es ist ein semikooperatives Fantasyspiel, bei dem man gemeinsam ein Dorf gegen heranrückende Monster verteidigt, aber jeder erarbeitet seine eigenen Siegpunkte.
Wer am Zug ist, wählt eine der offen liegenden Karten als Gegner aus, von diesem und der eigenen Ausrüstung hängt ab, welche Würfel gerollt werden. Jede Ausrüstungskarte kann pro Schicht nur 1x verwendet werden, bei einigen muß man das vor dem Wurf entscheiden, mit den meisten kann das Ergebnis hinterher nach Bedarf modifiziert werden. Das Einleiten eines Kampfes kostet je nach Art & Position des Monsters Ausdauerpunkte, von den Würfeln hängt ab wieviele Lebenspunkte man verliert, diese beiden Marker bewegen sich aufeinander zu, wenn sie sich treffen muß man das Schlachtfeld für den Rest der Schicht verlassen. Erlittene Verletzungen vergrößern den Zorn, der kann in Rerolls investiert werden. Für erlegte Monster rücken neue nach und werden vorne aufgedeckt, der jeweilige Ritter wird mit Gold belohnt, was man in einer Phase zwischen den Wächter - Schichten für neue Ausrüstung, Begleiter etc investiert. Die nächste Runde an der Front beginnt man wieder mit vollen Ausdauer- & Lebenspunkten. Nach 3 Monsterwellen werden die Siegpunkte für erlegte Gegner, erworbene Ausrüstung, bei beidem Bonuspunkte für möglichst viele verschiedene Kategorien (set collection), sogenannte Questen (einfach variable Bonusse für bestimmte Monster oder Konstellationen), u.a. zusammen gerechnet (soweit ein grober Überblick, da fehlen noch Effekte der Boss - Monster u.v.m.). Unsere Runde hat zu dritt 2 Stunden gedauert.
Die Angreifer haben alle individuelle Effekte, verstärken sich teilweise gegenseitig, und es ist sinnvoll zu schauen, wer für welchen Gegner die effektivsten Waffen, etc hat. Im Laufe des Spiels wird der Anteil der gefährlicheren Monster, die mehr Würfel haben, größer, aber man bekommt durch die neue Ausrüstung selber kaum neue Würfel dazu, sondern eher mehr Möglichkeiten die Seiten zu manipulieren, und oft bringt erst eine Kombination davon den Erfolg.
Wie immer bei dieser Art von semikooperativen Spielen, besteht die Möglichkeit, daß so eigennützig konfrontativ gespielt wird, daß die Monster gewinnen (war in unserer Runde nicht so). Es gibt 3 Schwierigkeitslöffel, und auch einen voll kooperativen sowie einen Solo - Modus. Das Design finde ich durchaus thematisch passend und gelungen, es beinhaltet aber auch für Kickstarterprojekte typischen entbehrlichen Firlefanz. Für die Anhänger der All-in - Religion werden außer den obligatorischen Metallmünzen wohl auch Würfel aus Marmor angeboten, ich werde mich mit dem Basisspiel (Squire) begnügen. Ich gebe zu, daß ich einen Mitarbeiter des Verlages persönlich kenne, und kann nicht ausschließen, daß das einen Einfluß hat. In der Umgebung von Mainz kann man ggf durch Abholung im OrcishOutpost Versandkosten sparen.
https://www.kickstarter.com/projects/19 ... ight-tales

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 16. März 2020, 21:43

„Klinik: Deluxe Edition“ zu dritt: Ich mag Spiele mit einem nicht komplett abgenutzten Thema. Es muss nicht zwingend extrem innovativ sein, aber das x-te Mittelalter-Aufbauspiel oder die y-te Weltraum-Erkundungsschlacht reizt mich nicht wirklich. Deswegen hatte ich auf der SPIEL 2014 (Oder war's 2015?) auch „Clinic“ auf meiner Liste – nur kam ich nie dazu, das Spiel anzutesten. Inzwischen gibt es eine Deluxe-Version, die in Deutschland über die Spieleschmiede herausgebracht wurde.

Der Name „Die Klinik“ lässt ein bisschen erahnen, worauf sich die Spieler einlassen müssen: möglichst optimal und lukrativ Patienten im eigenen Krankenhaus behandeln. Hierfür können die Spieler ihrer Klinik zum Beispiel neue Behandlungsräume hinzufügen, um mehr Patienten zu heilen. In einem zweiten Gebäude oder einem anderen Stockwerk darf man auch eine neue Abteilung aufmachen. Wieso nur psychologische Probleme angehen, wenn es auch einen Augenklinik oder Orthopädie sein kann? Warum das wichtig ist? Schließlich verletzen sich die Patienten ja nicht immer an der gleichen Stelle.

Fünf verschiedene Krankheitsarten gibt es. Und man sollte sich ganz genau überlegen, welche Patienten man zu sich in die Klinik lockt. Denn ohne entsprechende Abteilung wird ein Patient nur immer kränker und kränker und naja … bringt Minuspunkte nach dem Ableben. Viel besser ist es, wenn man den passenden Arzt hat. Passen muss dabei interessanterweise nicht die Profession, denn jeder Arzt kann alles heilen, wenn er sich im richtigen Behandlungsraum befindet. Ein Arzt kann sich aber per Standard nur um die Patienten kümmern, die seinem Ausbildungsgrad entsprechen. Ein extrem schlauer Arzt, der ganz lange an der Universität war, behandelt natürlich nur die schwersten Fälle. Mit einem simplen Knochenbruch gibt der sich nicht ab. Dagegen kann ein Frischling oder ein extrem erschöpfter Arzt grade mal noch so einen Splitter aus der Haut entfernen. Artzhelfer können dem Chef aber unter die Arme greifen und ein bisschen aushelfen … oder seltsamerweise ablenken, sodass er auch kränkere oder gesündere Patienten behandeln kann.

Thematisch klingt das natürlich etwas seltsam. Noch seltsamer ist, dass man für die schwerkranken Patienten die meisten Punkte bekommt. Okay, das ist nicht seltsam, sondern entspricht unserem Gesundheitssystem normal. Es fühlt sich aber komisch an, dass man absichtlich die Patienten in der Notaufnahme herumlungern lässt, bis der Gesundheitszustand kritisch ist und man die meisten Kohle an ihm verdient.

Seltsam ist auch der Bildungs- bzw. Erschöpfungsgrad der Ärzte. Wenn ein Arzt die Schicht im Labor verbringt, wird er schlauer, was recht sinnig klingt. Ebenso passend ist es auch, dass wenn ein Arzt eine Schicht schuften musst, er erschöpfter wird und die ganz schlimmen Fälle nicht mehr behandeln kann. Wenn ein Arzt aber eine Schicht nur Däumchen dreht, weil z.B. gerade kein passender Patient vor der Tür steht, dann wird er „dümmer“ und wird ebenfalls degradiert. Irgendwie klingt das komisch. Zum einen kann er sich in der Zeit auch erholen, zum anderen vergisst man nicht so schnell, wie eine Herzoperation funktioniert. Auf Aufleveln von Ärzten ist dabei ungleich schwerer als der automatisch Downgrade am Rundenende, sodass am Spielende oft nur langweilig viele Weißkittel (die unterste Stufe) in den Abteilungen herumlungern – und die wenigsten Siegpunkte einbringen.

Auch unthematisch ist das Bauen der Räume. Wieso darf eine Abteilung nicht mit einer anderen zusammenwachsen? Hassen sich der Herzchirurg und der Augenarzt so sehr? Bzw. wieso gibt es so strikte Regeln für das Anlegen von Behandlungsräumen, die in einem Standardkrankenhaus nie und nimmer gelten würden. Hier wurde das Thema der Mechanik untergeordnet. Von diesen kleinen Problemchen abgesehen passt das Thema aber sonst recht gut. Sogar an die kleinen Autos wurde gedacht, welche die Patienten und Ärzte mitbringen und aufgrund der schlechten Parksituation die Bauplätze verstopfen. Wieso ein entlassener Patient mit dem Auto des Herzspezialisten wegfährt, lässt sich nur Not noch aufs Car-Sharing schieben.

„Klinik“ spielte sich ganz okay. Im Laufe des Spiels wurde es sogar etwas besser, weil viel mehr Dinge bei der Planung aufgingen als am Anfang des Spiels. Hier war ich doch schon überfordert, was es alles zu beachten gibt. Vor allem die Anlegeregeln und Kleinigkeiten vergasen wir immer wieder, weil es einfach nicht intuitiv ist. Aus dem Grund werde ich die Erweiterung vermutlich nicht mehr testen. Sie würde mich zwar interessieren, aber auch so sind es schon zu viele Informationen und Regeln, sodass ich nicht noch mehr davon brauche. Da gefällt mir das etwas eingängerige, aber dennoch nicht triviale „Dice Hospital“ besser. (Wertung: 7,0)
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„Whitehall Mystery“ zu dritt: Nach der letzten Partie wollte ich auch einmal Jack spielen. Aber leider versagte ich auf ganzer Linie. Ich hatte gehofft, dass sich die Ermittler in eine andere Richtung bewegen, aber leider kesselten sie mich ein und wussten genau, wo ich nach der zweiten Tat war. :(

Was ich immer noch schade finde, ist die uneindeutige Regel bei den Ermittlerfähigkeiten. Setzt man diese zusätzlich zum eigentlich Zug ein oder anstelle dessen? Gefühlt wird es für die Ermittler viel zu leicht. Aber vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal für Jack besser. (Wertung: 8,0)

„Great Western Trail“ zu dritt: „Great Western Trail“ ist nicht mein Lieblingsspiel. Beim letzten Mal schafften wir abends um 22 Uhr nur die Erklärung und dabei setzte mein Gehirn aus. Diesmal war es etwas früher und nach der Erklärung hatte ich doch Lust auf das Spiel. Leider hielt das Lustgefühl nicht sehr lange an. Irgendwie passte bei mir alles nicht so recht zusammen. Ständig hatte ich die falschen Karten auf der Hand für die Aktionen, die ich machen wollte. Erst gegen Ende hin lief es dann etwas besser.

Es gewann im Übrigen wieder der Spieler mit der Kuhstrategie (was derjenige aber nicht wusste, da es sein erstes Spiel war). Aber Cowboys einstellen, dann Kühe kaufen und diese am Ende wieder verkaufen ist einfach die lukrativste Art des Spielens, da man so eine gute Geld-Engine aufbauen kann. Denn nur mit teuren und unterschiedlichen Kühen machst Du Geld. Und das brauchst Du für alle anderen Strategien, sei es Häuserbau oder Zugbau. Prinzipiell wäre ich auf die Erweiterung gespannt, da die die Zugstrategie etwas verstärken soll. Aber sie bringt auch noch mehr Regeln und Details ins Spiel. Daher bin ich mir nicht sicher, ob ich wirklich Lust darauf hab. (Wertung: 7,0)
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„Azul“ zu dritt: Als krasses Gegenteil zu „Great Western Trail“ spielten wir das seichtere „Azul”. Als kleines Gimmick kamen die durchsichtigen Steine dazu, die als Joker fungieren. Einmal in eine Reihe eingebaut, darf man dort aber nie wieder einen Joker hinlegen. Zusätzlich darf man sich, wenn man die Joker-Steine nimmt, eine weitere Farbe nehmen, muss aber alles gemeinsam einbauen.

Die Joker-Steine sind ganz nett, da sie das Spiel nicht komplett berechenbar machen. Das ist ja oft das Problem bei „Azul“, wenn nur noch ein oder zwei Plättchen mit Steinen ausliegen. Dann kann man leicht durch Abzählen berechnen, wer ggf. den großen Batzen an Steinen bekommt, die man nicht mehr einbauen kann. Sonst ändert sich aber wenig am Spielgefühl. Nach drei Runden sind die meisten Glassteine auch im Tableau eingebaut und es gibt keine Joker mehr zur Auswahl.

Wir spielten diesmal mit der freien Rückseite, die aber sehr langweilig ist. Dadurch, dass es keine Bauvorgabe gibt, baut man einfach stupide von oben nach unten seine Reihen auf, da das am lukrativsten ist. Ab der dritten Spalte wird es dann zwar etwas eingeschränkter beim Bau, aber in der Regel macht dann hier irgendein Spieler sowieso das Spiel aus, sodass dies keine große Rolle spielt. Da ist die Vorderseite mit den Vorgaben wesentlich besser, da man eben nicht so viel Auswahl hat und nicht alles in einem Block bauen kann. (Wertung: 8,0)
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 5. April 2020, 21:51

Der Thread scheint jetzt wohl wirklich mir zu gehören ... Spielt niemand irgendetwas? Ich hätte erwartet, dass die Spielberichte von Familien, Zwei-Spieler-Spielen oder Solo-Spielern zunehmen.

Wir spielen derzeit logischerweise vor allem am virtuellen Spieletisch. Mit Sprachchat zusammen macht das fast genauso viel Spaß wie am realen Tisch.

Russian Railroads zu dritt: Eigentlich ist es ja langweilig, dass ich immer etwas Ähnliches mache in dem Spiel, wobei ich mir dieses Mal kaum Ingenieure geholt habe, da ich diese nicht sonderlich attraktiv fand. Die Konzentration auf die zweite und dritte Strecke mit rein schwarzen und grauen Gleisen, sowie den Fabriken-Track ist aber wieder voll aufgegangen. Mit 362 Punkten konnte ich mit etwas Abstand gewinnen, auch wenn der Spieler, der auf die Gleisstrategie gegangen ist, in der letzten Runde 128 Punkte machte. Noch eine Runde mehr und er hätte mich damit eingeholt. (Wertung. 9,5)
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Takenoko zu zweit: Auch zu zweit spielt sich Takenoko sehr gut, nur die Auslagefelder rotieren nicht so stark durch wie sonst. Ansonsten macht es viel Spaß den Panda durch die Gegend zu schieben und Bambus essen zu lassen bzw. mit dem Gärtner neue Bambus sprießen zu lassen. Als Einstiegsspiel für Wenigspieler find ich „Takenoko“ klasse und spiele es auch als Vielspieler noch gern. Dass es einen Würfel gibt, der zufällig fällt und Auftragskarten zufällig gezogen werden, ist dabei zweitrangig. (Wertung: 9,5)

Kanban zu zweit: Eines meiner komplexesten Lieblingsspiele. Im Gegensatz zur letzten Partie konzentriere ich mich auf die ausliegenden Meetingziele und die Siegendebedingungen. Auch schaffte ich genug Autos in meine Garage, die dieses Mal sogar zu meinen verbesserten Designs passten. Vermutlich war das auch ein Schlüssel zum Sieg. Ich habe versucht immer das gleiche Autoteil zu verbessern. Das kostete mich zwar verschiedene Autos in der Garage, aber der Marker lag weit vorn und mein Mitspieler hatte keine der Verbesserungen. Und so gewann ich mit 177 vor 133 Punkten endlich einmal wieder dieses sehr schöne Auto-Bau-Spiel. (Wertung: 10,0)
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Can't Stop zu dritt: Vor Ewigkeiten mal gespielt und als ganz gut in Erinnerung behalten. Und es hat wieder viel Spaß gemacht. Das Push-your-Luck-Element ist auf das Notwendigste reduziert, viel Interaktion mit den Mitspielern gibt es nicht. Außer wenn ein Spieler eine Strecke zumacht und man nicht mehr auf diese Würfeln kann. Natürlich ist und bleibt es ein zufallsbetontes Würfelspiel. Mit viel Glück könnte man in der erste Runde das Spiel beenden. Und mit viel Pech verhaut man bereits den ersten ersten Wurf in der Runde. Bei mir hat es aber gut geklappt und ich hab zuerst meine drei Bergsteiger ins Ziel bekommen, auch wenn ich zwischendurch öfters fluchen musste. (Wertung: 8,0)
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Im Wandel der Zeiten - Würfelspiel zu dritt: Ich hatte das Spiel selbst einmal, hab es aber verkauft, weil es einfach bessere Roll'n'Write gibt. Dennoch macht das Würfelspiel Spaß. Nahrung und Arbeiter einsammeln, dann Bauwerke oder Städte bauen. Und mit den erwürfelten Waren und Geld dann Errungenschaften kaufen. Ich finde vor allem die Münzprägerei sehr lukrativ, weil man sich dadurch noch mehr kaufen kann. :) Mit meiner fünften Errungenschaft konnte ich das Spiel beenden, wodurch die Mitspieler glücklicherweise ihre Bauwerke nicht mehr fertig bekamen, und damit dann den Sieg einholen. Das Spiel ist immer noch ganz nett, aber nach wie vor gibt es bessere Spiele. (Wertung: 7,0)
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Machi Koro zu dritt: Leider erinnerte ich mich, wieso ich Machi Koro nicht mag. Auch wenn es einen statistische Verteilung gibt, aber eigentlich würfeln alle nur um die Wette und hoffen auf die richtige Zahl. Wer nur ein Gebäude baut, geht zwar vielleicht oft leer aus. Wenn aber dann die richtige Zahl kommt, gibt es Geld ohne Ende (im Falle des Mitspielers hatte er am Ende 68 Münzen auf dem Konto). Sicherlich kann man auch etwas strategisch vorgehen und ggf. Gebäude dem Gegner wegkaufen, aber richtig Spaß gemacht hat es mir nicht. Aber manchmal muss es auch solche Spiele geben. Nur die nächste Partie wird wohl hoffentlich wieder eine Weile auf sich warten lassen. (Wertung: 5,5)
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Las Vegas zu viert/dritt: Aus Versehen zwei Spiele parallel gestartet. Glücklicherweise baut man ja keine Strategie auf, sondern kann immer nach jedem Wurf entscheiden, wo die Würfel landen. Gerade dieser Glücksaspekt passt sehr gut zu Las Vegas. Und hier ist die Schadenfreude, jemandem was wegzunehmen, wesentlich spaßiger als der reine Sieg des Spiels. Beide Partien waren gut, beide konnte ich knapp für mich entscheiden. (Wertung: 8,0)

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hgzwopjp
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon hgzwopjp » 5. April 2020, 22:49

Dee hat geschrieben:Der Thread scheint jetzt wohl wirklich mir zu gehören ... Spielt niemand irgendetwas?


Doch. Aber bei mir ist es pre-Corona immer "nur" Barrage und Maracaibo (Mini-Erweiterung ist gestern angekommen) gewesen. Und man findet auch nicht immer die Muße, was zu schreiben.

Ich hätte erwartet, dass die Spielberichte von Familien, Zwei-Spieler-Spielen oder Solo-Spielern zunehmen.

Wir spielen derzeit logischerweise vor allem am virtuellen Spieletisch. Mit Sprachchat zusammen macht das fast genauso viel Spaß wie am realen Tisch.


Naja, in echt treffen ist ja derzeit nicht drin (ich hab schon einen Spieleabend abgesagt, als noch keine Kontaktsperre in NRW war, einfach, weil #flattenthecurve angesagt war), und ob man virtuelle Spiele hier berichtet soll... hmmm.

Mein "alter" Spieleclub ist ebenfalls auf virtuelle Treffen ausgewichen; letztes mal per Skü... Skaip... dieses Ding, wo man erstmal einen Nutzer erstellen muß, seine halbe Lebensgeschichte angeben und dann das Zeug benutzen kann. Ich übertreibe nur ganz leicht. Nie wieder. Das nächste wird per Jitsi stattfinden, das tut einfach. Von der Technik abgesehen, war's gut. Wir haben Rajas gespielt. Ich bin auch erster geworden. Also von hinten. Das lag nur daran, daß ich in der flaschen Spielerreihenfolge war, nur daran! Dummerweise waren die anderen Spieler bei Yucata Neulinge, obwohl sie Rajas nicht gerade zum ersten mal gespielt haben. Ergo hat's mich sehr reichlich TS gekostet... :/

Auch zu zweit spielt sich Takenoko sehr gut


Wo spielt man Takenoko online? Und Kanban?

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Wieso hast Du eigentlich Deinen Benutzer-Namen so akribisch rauseditiert?

So, jetzt hab ich wenigstens den Fred Dir nicht alleine überlassen :-D

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Dee
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 6. April 2020, 14:18

So, jetzt hab ich wenigstens den Fred Dir nicht alleine überlassen :-D


Danke. :)

Wieso hast Du eigentlich Deinen Benutzer-Namen so akribisch rauseditiert?
Datenschutz und so. ^^ hauptsächlich hab ich die Namen der Mitspieler rauseditiert. Und weil ich einmal dabei war ...

Wo spielt man Takenoko online? Und Kanban?


Kanban auf http://www.boiteajeux.net/index.php?p=regles und und Takenoko bei https://boardgamearena.com/gamelist.

und ob man virtuelle Spiele hier berichtet soll... hmmm.
Also für das Spiel selbst ist es ja egal, ob virtuell oder real. Das Spielgefühl und vor allem die Diskussionen rundherum sind natürlich andere. Aber ggf. hat ja jemand was tolles Neues auf Tabletopia entdeckt oder so ...

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 10. April 2020, 09:41

Dixit zu viert: Dixit ist ein sehr gutes Spiel. Zu viert macht es aber nicht so viel Spaß. Da weniger Karten zur Auswahl stehen, passen die Karten der Mitspieler oft nicht zum Begriff des aktiven Spielers. In unserer Runde tippten daher sehr oft alle Spieler immer auf die richtige Karte, wodurch der aktive Spieler meist leer ausging. Das war etwas schade und sehr unspannend. Ein zweites Handicap: Die Implementierung bei Boiteajeux ist echt nicht gut. Grund ist, dass zwar alle Spieler gleichzeitig Karten auswählen können, der Bildschirm sich aber nicht immer automatisch aktualisiert mit den aktuellen Spieldaten. Das heißt, bei drei Mitspielern wählt Spieler 1 eine Karte von seiner Hand aus. Wenn jetzt Spieler 3 eine Karte auswählt, bekommt er eine Fehlermeldung, dass die Daten nicht aktuell sind und man muss erneut die Karte auswählen. Wenn er in der Zwischenzeit auch noch Spieler 2 eine Karte gewählt hat, bekommt Spieler 3 erneut eine Fehlermeldung und muss die Karte erneut anwählen. Und das geschah jede Runde bei jeder Karte, die ausgewählt wurde. Dabei gibt es keinen Grund, dass Spiel mit Gleichzeitigkeit zu programmieren. Man hätte auch nacheinander die Spieler wählen lassen können und erst nach der Auswahl aller die Karte bzw. Tippchips anzeigen. Daneben sah der aktive Spieler nicht, welche Karten die Mitspieler ausgewählt hatten und nun zum Tippen bereit stehen, was die Rolle etwas langweilig machte. Daher: Dixit gerne (Wertung: 8,0), aber nicht bei Boiteajeux (Wertung: 4,5).

Can't stop zu viert: Wir spielten mit der Variante, dass man nicht auf einem besetzten Feld stehen bleiben durfte. Das heißt, erreichte man absichtlich oder zufällig so ein Feld, muss man solange weiterwürfen, bis man wieder alleine auf allen Feldern steht. Die Variante hat mir aber gar nicht gefallen, weil sie den Startspieler etwas bevorzugt, da der sozusagen die vorderen Felder blockiert bzw. es schwerer macht, vorbei zu ziehen. Das gleicht sich zwar im Spiel mitunter aus (in unserer Partie hat der letzte Spieler gewonnen), aber war frustierender als das Originalspiel, weil wir öfters abstürzten. (Wertung: 6,5)

Can't stop zu viert: Danach spielten wir noch die Variante, dass man besetzte Felder überspringt bzw. automatisch ein Feld vorrückt, wenn man auf einem anderen Mitspieler stehen bleiben würde. Das war ein klein wenig besser als die erzwungenen Züge, hier war der Startspieler aber eher im Nachteil. Auch das gleicht sich aus, denn die Wege sind oft so lang, dass wenn alle andere vor dem Startspieler stehen, der ggf. mit einem Zug alle anderen wieder überspringen kann. Die Variante war ganz interessant, aber man nutzt die Leistung der anderen Spieler schon stark aus. (Wertung: 7,0) Mir gefällt daher das Originalspiel am besten, wo man sich wenig in die Quere kommt und hauptsächlich selbst für Erfolg und Misserfolg verantwortlich ist.

Terra Mystica zu viert: Terra Mystica zählt nicht zu meinen Lieblingsspielen. Wenn unsere Aufzeichnungen stimmen, habe ich es nur dreimal gespielt – mit der heutigen Partie. Die ersten/letzten beide Male waren 2014 und 2017. Dementsprechend wusste ich noch grob, dass es um Terraforming Mystica ging und Völker und nebeneinander bauen, aber das war's dann auch schon. Und so wurde ich mit weitem Abstand letzter, wobei wir mit zwei anderen Spielern gespielt haben, die schon 50 bzw. 100 Partien hinter sich hatten. Ich frage mich, wie man ein einzelnes Spiel so oft spielen kann. Ich glaube, da wäre für mich die Luft irgendwann raus, weil es nur noch darum geht, die zum Volk passende Strategie runterzuspielen. Vor allem bei Gegnern wir mir ... Naja, mir hat das Siedeln dennoch Spaß gemacht, auch wenn es bessere Spieler gibt, die in eine ähnliche Richtung gehen (z.B. Clans of Caledonia). Aber ich spiel's 2023 sicherlich auch wieder mal mit. :D (Wertung: 7,5)
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Las Vegas zu viert: Und als Absacker und damit ich auch was gewinnen darf, ein Würfelspiel. Wie schon bei beim letzten Mal Spaß gehabt und es spielt sich sehr flott, wenn man nicht vergisst auf "Zug beenden" zu klicken. Dadurch, dass man das Würfelergebnis und die Auswahl der Mitspieler sofort sieht, kann man auch „wertvolle“ Tipps geben, die das Spiel so spaßig machen. (Wertung: 8,0)
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 15. April 2020, 07:07

Mymres zu zweit: Leider hab ich mein Lieblingsspiel verloren. :( Beim Ameisenbau hatte ich (teilweise aufgrund von Regelunwissen) ein, zwei Züge, die echt nicht gut waren. Ansonsten konnte ich mich sehr gut auf der Wiese ausbreiten und meinen Mitspieler in Schach halten. Wie üblich bin ich zu spät auf die Ziele gegangen. Hätte ich mich da etwas eher getraut, wäre es ggf. anders ausgegangen. Auf der anderen Seite hätte ich dann weniger Ammen für den Einsatz gehabt. :( Wie auch immer hat uns die Online-Version drei Regelfehler gezeigt, was wir bisher immer falsch gespielt haben. Teilweise hat die richtige Regel das Spiel enorm verbessert. Wir dachten bisher immer, dass wenn eine Ameise läuft, bei einem Pheromon-Plättchen jedes Feld einzeln zählt. Dabei zählt das ganze Plättchen als ein Feld. Wenn man also einen Straße aus Plättchen legt, kommt man auch ohne neues Loch buddeln sehr schnell über das Spielfeld. Super! (Wertung: 10)
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Ginkgopolis zu zweit: Die letzte Partie war definitiv zu lang her. Ich musste mir erst die Regeln nochmal erklären lassen bzw. in Kurzform durchlesen, ehe ich grob verstand, wie das Spiel funktionierte. Selbst das Spielende hatte ich nicht verstanden, ich dachte wir spielen den Kartenstapel zweimal durch. Wie auch immer hat es mit den Wertungen sehr gut funktioniert. Ginkgopolis ist echt ein super schnelles und simples Spiel. Ich gebe aber zu, dass mir die reale Version mit dem Übereinanderstapeln der Plättchen doch optisch irgendwie besser gefällt. (Wertung: 8,5)
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Die Speicherstadt zu dritt: Die Speicherstadt hatte ich das erste und einzige Mal 2014 bei „Bad Nauheim spielt“ auf dem Tisch. Ich zitiere mich mal von damals: „Speicherstadt ist ein Spiel von Stefan Feld, bei der man die Güter ankommender Schiffe im Hamburger Hafen lagert und damit Aufträge erfüllt. Dabei handelt es sich um ein Workerplacement-Bietspiel, bei dem aber kein wirklich gutes Spiel zustande gekommen ist. Die Aktionsmöglichkeiten sind arg beschränkt und über die verschiedenen Runden extrem wiederholend, was keinen Spaß gemacht hat. Daneben ist die Anleitung etwas konfus aufgebaut, wenn man diese nicht auseinanderschneidet – wie in den Regeln empfohlen.“ In den letzten Jahren bin auch ich gereift. Es ist immer noch wiederholend, da man über 12 Runden nichts anderes macht, als seine drei Arbeiter (es werden auch nicht mehr) auf vier Spalten einzusetzen. Dennoch wird etwas Spaß erzeugt, weil es schon spannend ist, wo man einem Gegner etwas verteuern kann und ggf. so teuer macht, dass er es sich nicht mehr leisten kann. Problematisch ist etwas, dass man alles ausrechnen kann. Bei uns war nach der 9. Runde irgendwie absehbar, wer gewinnen würde (ich in dem Fall), wenn ich mich nicht extrem blöd anstelle. Zusätzlich sahen wir (zumindest zwei Drittel) einen Königsmacher-Effekt, der aber nicht genutzt wurde. Hätte der letzte Spieler seinen Arbeiter absichtlich etwas schlechter zu seinen Gunsten eingesetzt (was kein Unterschied machte, er hatte eh verloren), hätte er meinen Mitspieler gewinnen lassen können. Das Problem hat man aber oft bei drei Spielern und absoluten Informationen. (Wertung: 7,0)
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon lanzi » 15. April 2020, 07:56

Seit etwa 1 1/2 Monaten hier nichts mehr reingeschrieben.

Okay, online spiele ich seit eh und je. In 2020 bisher durchschnittlich ca. 70 Spiele je Monat.

Daheim gab es viele 2er-Partien seit Anfang März. Zu viele, um sie hier alle aufzuführen, d.h. ca. 55.

Dabei waren u.a. 3x Coimbra, welches neu war und sehr interessant ist. Ebenfalls neu 4x La Granja, gefällt auch sehr gut. Auf dem Tisch landeten noch Dauerbrenner wie Lorenzo, Newton, Flügelschlag, DSC, GSC, Stone Age, Tavernen im tiefen Thal, nach Urzeiten Five Tribes, welches einem ordentlich das Hirn verzwirbelt, Fresko und viele kleinere Spiele.

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon lanzi » 30. April 2020, 09:17

Gestern unsere Erstpartie Wasserkraft/Barrage (2er-Partie) - feines Ding, heute hoffentlich Fortsetzung


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