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Neulich gespielt (2020)

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SpieLama
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Neulich gespielt (2020)

Beitragvon SpieLama » 6. Januar 2020, 20:34

Welche Spiele habt ihr neulich gespielt und wie haben sie euch gefallen?

Wenn ihr Eindrücke und Meinungen zu einem bestimmten Spiel sucht, könnt ihr diesen Thread durchsuchen. Gebt dazu einfach in dem Suchfeld auf dieser Seite den Spieltitel ein. Mehr Tipps zur Forums-Suche findet ihr unter viewtopic.php?f=63&t=389233.

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Ihr könnt eure Beiträge mit dem gespielten Spiel verknüpfen. Bitte macht das nur, wenn ihr euch etwas ausführlicher zu dem verknüpften Spiel äußert. Eine gute Daumenregel ist es, sich folgende Frage zu stellen: Würde es mich persönlich interessieren, den Forumsbeitrag zu lesen, wenn ich mehr über das Spiel wissen will? Durch die Verknüpfung finden Nutzer auf den Detailseiten alle Spieleindrücke zu dem jeweiligen Spiel. Mehr zur Verknüpfung von Beiträgen mit Spielen erfahrt ihr unter viewtopic.php?f=63&t=391291.

Welche Spiele ihr neulich gekauft habt, könnt ihr unter viewtopic.php?f=22&t=393436 erzählen. Die "Neulich gespielt (2019)"-Diskussion findet ihr unter viewtopic.php?f=45&t=393434.

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Yeti MZ
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Yeti MZ » 7. Januar 2020, 20:47

Nach allem was ich über Crystal Palace gehört & gelesen hatte, hielt ich es für sehr schwierig, und war gar nicht so scharf darauf es zu spielen. Aber gestern Abend hat sich mit den richtigen Leuten die Gelegenheit ergeben, und es hat mir wesentlich besser gefallen, als ich gehofft hätte. Man bereitet den Beitrag eines Landes zur Weltausstellung 1851 vor, beschafft Patente, Geld & Material, baut Prototypen, engagiert Erfinder u.ä., ... Das alles als Workerplacement, wobei Würfel die Worker unterschiedlicher Wertigkeit darstellen, höhere Zahlen einzustellen ist teurer (das Spiel ist hier letztes Jahr bereits besser & ausführlicher besvhrieben worden).
Normalerweise liegen mir derart detailreiche Spiele weniger, aber dieses fand ich relativ klar strukturiert & übersichtlich. Die beiden anderen kannten es schon, wir haben zu dritt 3 Stunden gebraucht, und ich war kein einziges mal als letzter mit der Festlegung meiner Würfel fertig (normalerweise bin ich dafür berüchtigt bei solchen Spielen als Bremsklotz zu wirken). Endstand war Spanien 62, G'Britannien 60, Niederlande 57 (und dabei hatte ich mit durchschnittlich 9,5 Minuspunkten pro Kredit deutlich mehr Pech als die Briten). Fazit ist, ich spiele so etwas zu selten um es mir selber zu kaufen, aber Design & Spielmechanik gefallen mir gut, gelegentlich möchte ich noch einige Partien spielen.

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Yeti MZ
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Yeti MZ » 8. Januar 2020, 02:31

Habe letzten Mittwoch Men@Work gespielt, wenn man Geschicklichkeits - Spiele mag, dann ist das super. Wenn man sie nicht so mag, ist es zumindest gelegentlich mal eine ziemlich lustige Abwechslung mit fotogenen Ergebnissen. Unser Bauwerk wurde dann in einem WhatsApp - Chat gelobt, vor allem der ausbalancierte schwarze Balken mit den drei Arbeitern. Daran waren 3 Leute beteiligt, ich hatte ihn schräg auf die Stütze gelegt, einer hat das Paar drauf gestellt, und einer hat den 3. Arbeiter aufs kurze Ende gestellt und ihn damit unbeabsichtigt in die Schwebe gebracht. Daß jemand es schafft, den weißen Täger so schräg dem Arbeiter auf dem asymmetrisch balancierten schwarzen Träger auf die Schulter zu legen hätte ich nicht für möglich gehalten. Dafür hat er sich seine 3. Urkunde & den Sieg redlich verdient.
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Lehni » 9. Januar 2020, 12:46

Maracaibo zu dritt mit der Kampagne: Ich finde es einfach genial, dass man nicht immer mit den gleichen Leuten die Kampagne spielen muss, sondern einmal ist man zu dritt, dann zu viert und man könnte sogar Solo die Kampagne fortsetzen, wenn mal die Mitspieler abspringen. Ich liebe ja Legacy und Kampagne. Ich weiß nicht warum, aber ich denke weil es da noch ein übergeordnetes Ziel gibt. Sicher, bei Charterstone haben wir uns ab der Mitte gezwungen gefühlt es weiterzuspielen, hätten wir als normales Brettspiel nicht getan. Aber Maracaibo ist halt spielerisch einfach eine Wucht, das würde man sowieso gerne spielen. Und ich hoffe - ohne es jetzt schon beendet zu haben - dass die Story fortgesetzt wird. Das geht dank dem Verzicht von Stickern ohne Probleme. Ich denke, dass Maracaibo da ganz neue Maßstäbe in der Vielspielerszene setzen wird.

Aber zurück zu unserer Partie: Ich habe mir eine Karrierekarte ausgesucht, die mir Punkte für die Expeditionsleiste gab. Ich hatte die Entdeckerin auf der Hand und früh gespielt. Insgesamt bin ich da sehr gut in die Gänge gekommen. Für die erste Etappe bekommt man ja gleich 3 Einfluss bei einer Nation, da habe ich England genommen weil ich eine coole Karte auf der Hand hatte, die mir immer 2 Kampfpunkte bringt, wenn ich für England kämpfe. Zu dem Zeitpunkt war aber schon Frankreich die klare Nummer 1 und dieser Spieler hatte auch glaube ich 2 Matrosen. Ich wußte, das würde ein Kampf England vs. Frankreich werden. Mein Problem war nur das Feld 20, wo ich mich immer entscheiden musste ob ich kämpfen oder entdecken will - harte Entscheidung. Der dritte Spieler hat sich da eher zurückgehalten und Einkommen aufgebaut. Sein Vorsprung an Siegpunkten baute sich zunehmend aus, aber er hatte nur wenig Einfluss bei den Nationen. Lange Rede, kurzer Sinn: Frankreich wurde größte Nation und England nur 2., aber beide haben wir gute Punkte gemacht. Ich wurde knapp Zweiter nach einer spannenden Partie. Bei der Story kamen wir auch gut weiter:
► Text zeigen


Adventure Games - Die Vulkaninsel Exit ist mir etwas zu unthematisch, deshalb habe ich mich auch sehr auf die Vulkaninsel gefreut. Man spielt 4 Kapitel, eines davon doppelt so lange. Somit hatten wir 4 Sessions damit und das Spiel kann sogar noch hergeschenkt werden. Verglichen mit Exit ist das....kein Vergleich. 5-fache Spieldauer und keine Zerstörung. Aber natürlich muss es in erster Linie auch spielerisch passen. Für uns hat es gepasst, weil wir es ohne Zwänge gespielt haben. Es gibt da Bewegungsregeln und Gegensände Übergaberegeln. Aber als Variante auch, dass man sich nicht daran halten muss. So haben wir es auch gemacht, ein Pool an Gegenständen für alle Spieler. Das Vorlesen der app am Handy ist gut und wichtig. Die Story hat uns gefallen, wir sind aber an einigen Punkten nicht weitergekommen. Es ist wie ein Escape Room ohne Hinweise. Stehst du an, dann stehst du an. Das fanden wir frustrierend. Ich habe dann im Textbuch nachgeschaut, welche Gegenstandskombinationen wir übersehen haben. Über diesen Weg sind wir weitergekommen. Jeder kennt es: Ab und zu steht man bei Rätsel an, nicht umsonst haben alle diese Spiele Hinweise und Lösungen, damit man in frustigen Situationen weiterkommt. Hier nicht. Da muß Kosmos etwas machen.
Fazit: Hat Spaß gemacht, viel Spieldauer und keine Zerstörung für wenig Geld. Aber oft frustrierende Elemente wenn man nicht weiterkommt.

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 19. Januar 2020, 11:29

Terraforming Mars zu fünft mit Prelude-Erweiterung auf dem Elysium-Plan: Terraforming Mars spiele ich sehr sehr gerne, mich würde nur interessieren, ob ich auch schon mal gewonnen habe. Weil ich mit der „Mining Guild“ startet, nahm ich mir ganz fest vor, ganz viel auf dem Planeten zu bauen. Am Ende des Spiels hatte ich glaube ich drei Gebäude dort stehen. Es klappte diesmal auch nicht mit dem frühzeitigen Hochtreiben der Geldproduktion und so kam ich irgendwie auf keinen grünen Zweig. Man kann recht gut vor sich hinspielen. Bei den Meilensteinen und Errungenschaften kommt sich ein klein wenig in die Quere und natürlich auf dem Mars selbst. Wenn man wie ich, dort aber nichts baut, fällt auch der Aspekt weg. Und dennoch hat das Spiel Spaß gemacht. Beim nächsten Mal nehm ich mir vor, mehr Städte auf dem Planeten und vor allem mehr Parks an meine Städte zu bauen. Mal schauen, ob das was wird … Die Spieldauer war mit etwas mehr als 2,5 h noch im annehmbaren Bereich, auch wenn die Downtime, bis man wieder dran war, schon recht groß war, da man in der Zeit nicht wirklich viel überlegen musste. (Wertung: 9,0)
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Detective Club zu fünft: Ich bin echt nicht gut im spontanen Argumentieren. Dafür bin ich aber auch nicht gut im unspontanen Argumentieren. Und das kommt mir bei allen Deduktionsspielen zu gute. „Detective Club“ ist die Mischung aus „Dixit“ und „A Fake Artist“: Der aktive Spieler denkt sich geheim einen Begriff aus und legt eine Handkarte dazu aus. Dann schreibt er auf Zettel (für alle Mitspieler) den Begriff, nur bei einem macht er nen Strich. Derjenige weiß also nicht, welchen Begriff die Karte umschreiben soll. Reihum muss dann jeder eine Karte zu dem Begriff auslegen. Danach legt wieder der aktive Spieler und alle anderen einen zweite Karte aus. Nun erklärt der aktive Spieler den Begriff und warum seine Karten dazu passen. Reihum machen das auch alle Mitspieler, also auch der, der erst vor wenigen Sekunden den Begriff zum ersten Mal gehört hat. In der dritten Phase stimmen dann alle außer dem aktiven Spieler darüber ab, wer wohl der Unwissende war.

In unserer Partie hat der Unwissende immer gewonnen, weil keiner oder maximal einer auf ihn getippt hat. Dabei half, dass die aktiven Spieler oft Begriffe wählten, wozu auch die restlichen Mitspieler keine wirklich guten Karten hatten. Und so mussten die auch holprig argumentieren, wieso die ausgespielte Karte zum Begriff passen soll. Und so konnte man als Unwissender sehr gut nur gegen die anderen argumentieren, weil die noch schlechtere Karten legten.

Mir gefällt das Spiel immer noch sehr gut, nur fand ich den Aspekt, dass man als aktiver Spieler nur einen möglichst schweren Begriff wählen muss, damit der Unwissende zusammen mit dem aktivem Spieler Punkte bekommt. Das kam mir zu leicht vor. Und es bringt auch nicht viel, anders zu spielen, denn je leichter der Begriff bzw. je passender die Karten im Allgemeinen, desto eher wird der Unwissende entlarvt und auch der aktive Spieler geht leer aus. (Wertung: 8,0)

Alte Meister zu dritt: Eines meiner Highlights von der SPIEL'19. In dem Arbeitereinsetzspiel setzen zuerst die Spieler reihum ihre Arbeiter auf einem Aktionsrad ein und legen sie dann reihum hin, um die Aktion auszuführen. So kann man als Startspieler früh ein beliebtes Aktionsfeld belegen, kann die Aktion dazu aber auch erst ganz am Ende der Runde ausführen. Besonderer Kniff: Am Ende der Runde wird das Aktionsrad ein Feld weitergedreht und jeder Spieler muss genau einen Arbeiter bei einer Aktion stehen lassen. Genau dieser Mechanismus hat mir extrem gut auf der Messe gefallen und gefiel mir auch jetzt in der zweiten Partie.

Auch thematisch passt das Spiel (bis auf eine Kleinigkeit): Ziel ist es zwei Bilder zu malen. Dafür benötige ich Grundfarben oder gemischte Farben, die ich durch Aktionen erhalten bzw. Mischen kann. Wie viele Farben ich erhalten oder mischen kann bzw. wie viele Farbkleckse ich auf einmal auf ein Bild zaubere, hängt von der Ausbildungsstufe ab, die ich auch durch Aktionen verbessern kann. Das passt alles thematisch super zusammen. Einzig, wieso ich beim Mischen von zwei Farben immer mehr gemischte Farbwürfel erhalte, erschließt sich nicht. Schließlich erhalte ich aus 1 Einheit Blau und 1 Einheit Gelb eben nur 2 Einheiten Grün. Und das kann sich nicht zu 6 Einheiten vermehren.

Davon abgesehen ein super schnelles und interessantes Eurogame mit einem nicht endlos verbrauchten Thema. Ja, es gibt noch „Fresko“ und „Atelier: The Painters Studio“, aber viel mehr ist da auch nicht bzgl. Farbmischung. (Wertung: 8,5)
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Dee
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 25. Januar 2020, 13:32

On the Underground: London/Berlin zu dritt: Für mich war das Spiel eines der Highlights der SPIEL 19 in Essen. Ich kaufte es aber nicht, entschied mich aber dann im Dezember mir doch ein Exemplar zu besorgen und ich bereue es nicht.

In dem Spiel legen die Spieler Bahngleise auf einen vordefinierten Plan von London oder Berlin. Dies tun sie, damit der Passagier, der sich nach jedem Zug irgendwelche Sehenswürdigkeiten anschauen will, die eigenen Bahngleise nutzt, was Punkte bringt. Es reicht dabei nicht aus, nur taktisch die beste Entscheidung zu treffen, sondern man muss seine verschiedenfarbigen Bahngleise auch noch langfristig gut ausbauen, damit man immer von der Reise des Passagiers profitiert.

Regeltechnisch sehr einfach, aber dennoch strategisch. Natürlich mit etwas Zufall, wo der Passagier als nächstes hinwill. Downtime ist eher gering, vor allem bei der Bewegung des Passagiers prüfen alle Spieler automatisch mit, was die beste Strecke ist (um hoffnungsvoll davon zu profitieren). Das Spielende fand ich etwas blöd, weil noch vier Karten übrig waren als das Spielende eingeläutet wurde. Diese wurden also nicht besucht und derjenige, der dort seine Gleise gebaut hatte (in dem Fall ich), konnte nicht mehr davon profitieren. Hätten wir nämlich noch eine Runde mehr gespielt, hätte ich damit gewonnen.

Aber egal wie, sehr schönes, buntes Spiel und es macht einfach Spaß, gemeinsam den Stadtplan von London und Berlin nachzubauen. Einzig den Passagiermarker habe ich durch eine Krosmaster-Figur ersetzt. Diese konnten wir besser gegenüber den grauen Stadtmarkern unterscheiden. Und es war sehr nett zu sagen: „Amalia möchte als nächstes dahin.“ oder "Sie steigt dann in Waterloo um und fährt bis nach Hammersmith und läuft den Rest nach Kew Garden (da ist im Übrigen sehr schön).“ :) (Wertung: 8,5)
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Orléans zu dritt: Meine Erfahrungen mit „Orléans“ bleiben wie alle zuvor: Ich hab wieder gewonnen, aber ich glaube, ich weiß, wieso. :) Dieses Mal konzentrierte ich mich auf die Häuser auf der Karte. Dort konnte ich im Laufe des Spiels 8 Stück fallen lassen. Dieses Mal zu dritt kamen wir uns sogar etwas in die Quere, aber ganz ganz wenig. Mit fünf weiteren Bürgern hatte ich am Ende einen tollen Multiplikator für meine 6 Sterne. Dennoch konnte ich während des Spiels nicht wirklich abschätzen, wer nun genau vorne liegt. Das ist zum einen gut, weil dann jeder ungestört vor sich hinarbeiten kann und nicht behindert wird. Aber irgendwie wirkt das am Spielende dann auch sehr zufällig, wer gewonnen hat.

Wir spielten mit einem geänderten Rathaus (wo ich meine Bürger herbekam), sonst bleib alles gleich. Gefühlt kamen wir in der Wissensleiste (wo die Sterne her sind) zu schnell voran. Am Spielende standen wir alle am Leistenende und erhielten unsere 6 Sterne als Multiplikator für Häuser und Bürger. Hier gab es also nichts direkt zum Vergleichen. Auch sonst war wie zuvor die Interaktion eher gering. Es kam ganz selten vor, dass man eine Aktion machen wollte, die einem jemand zuvor wegschnappte. Dafür ist aber auch die Downtime sehr gering, weil ja alle parallel spielten. Einzig in der Planungsphase mussten wir immer mal wieder auf den langsamsten Spieler warten, aber das war zu verschmerzen.

Ansonsten gilt wie bisher: Solides Spiel, dass ich sicherlich immer wieder mitspielen werden. Aber nicht zu oft, damit ich nicht aus Versehen irgendwann mal verliere. ;) (Wertung: 7,5)
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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Yeti MZ » 27. Januar 2020, 10:45

Am Freitag habe ich jetzt auch mal StarWars - Rebellion von Pegasus kennengelernt, zusammen mit einem anderen Neuling auf der Seite des Imperiums, für den Rebellen war es die 2. Partie.
Luke Skywalker hat nach seiner Ausbildung bei Yoda einen anderen Rebellenführer befreit, aber darauf hatten wir nur gewartet, weil wir eine Aktionskarte hatten, um bei einer erfolgreichen Befreiung die aktive Figur gefangen zu nehmen. So blieb Luke bis zum Spielende auf dem Todesstern eingesperrt. Als wir dem geheimen Rebellenstützpunkt bei unserer Suche zu nahe kamen wurde er verlegt. Dazu zogen die Rebellen 8 Karten für mögliche neue Standorte, und konnten so die bislang versteckte, zweitgrößte Fraktion ihrer Streitkräfte mit der größten auf Bothawui vereinen. Da wir nach einem gescheiterten Erkundungsversuch nicht sicher waren, ob der neue Stützpunkt wirklich dort ist, und wir den Rebellen keine Zeit für einen neuen Umzug lassen wollten, griffen wir dort in deutlicher Unterzahl an Schiffen & Bodentruppen an. Der Rebellenspieler hatte viel Pech mit den Würfeln, und konnte den Raumkampf über dem Planeten mit einem übrig gebliebenen Transportschiff nur knapp für sich entscheiden. Auf dem Boden stand in der letzten Runde 1 Rebellentrupp einem angeschlagenen AT-ST gegenüber, und konnte den Sieg des Imperiums nicht mehr aufhalten.
Es fühlt sich schon etwas schal an, wenn nach einem langen strategischen Spiel, der Sieg derart an den Würfeln hängt. Aber vielleicht hatten wir auch das Schicksal auf unserer Seite, mein Mitspieler kennt sich nämlich nicht nur hervorragend im StarWars - Universum aus, er hat auch am May the fourth Geburtstag (vielleicht sollte ich ihn mal mit 2 StarWars - Fans aus Mainz, die da Hochzeitstag haben zwecks gemeinsamer Themen - Feier bekannt machen).
Insgesamt ist es ein schön designtes Spiel, mit ziemlich gelungener Mechanik, das Personen und Ereignisse die man aus den Filmen kennt neu komponiert, und auch das Grundthema sehr gut umsetzt. Ich bin kein ausgesprochener StarWars - Fan (für mich sind die Filme einfach nur eines von vielen guten Spiele - Themen). So begeistert, daß ich es kaufen möchte war ich zwar nicht, aber wenn die richtigen Leute fragen, wäre ich gerne nochmal dabei.

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon lanzi » 10. Februar 2020, 12:31

Zuletzt auf dem Spieleabend des Vereins als 5er-Partie: Gugong
Das fand ich wirklick klasse, interessant, richtig schön.

Als 4er: Lancaster
Dieser Queen-Games-Titel, m.E. der beste, hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Die drei anderen Mitstreiter kannten es noch nicht, ich hatte es zuletzt vor vielen Monaten gespielt. Wie so oft bei diesem Spiel: allen gefiel es ausgesprochen gut, wird bestimmt wieder auf den Tisch kommen.

...und im ganzen Januar/Anfang Februar noch ca. 60 weitere Partien, hauptsächlich 2er (viel Newton, Lorenzo).

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Emirio » 12. Februar 2020, 13:05

Ich würde auch gerne mal wieder was schreiben. Meine Meinung deckt sich zwar oft mit meinem Spieleparter "Dee", aber zu Wavenlength (Deutscher Titel: "Perfect Match") wollte ich doch was loswerden:

Wir haben gestern gespielt: On the Underground (Berlin Seite), Wavelength, Rallyman GT


Wavelength, oder zu gut deutsch: Perfect Match ist ein Teamspiel, bei dem sich die Teampartner gut kennen sollten um schnell viele Punkte zu erlangen.
Ein Spieler im Team erhält eine zufällige Karte auf der zwei vergleichende Wörter angegeben sind wie z.B. besser-schwächer, sieht wie eine Person aus - sieht nicht wie eine Person aus; Star Wars - Star Trek, usw.
Eine Scheibe mit einem Tortendiagramm wird zufällig eingestellt. Auf ihr sind sehr schmale "Tortenstückchen" eingezeichnet, die unterschiedlich viele Punkte einbringen. Der aktive Spieler muss sich nun einen Begriff zur gezogenen Karte ausdenken, der möglichst auf die Anzeige des Diagramms , der prozentualen Stellung des Rades passt. Sind die Tortenstückchen eher auf der linken Seite sollte er einen Begriff wählen der entsprechend schwächer, wie eine Person aussehend oder zum Thema Star Trek passt. Befinden sich die Tortenstückchen auf der rechten Seite, dann sollte entsprechend ein gegensätzlicher Begriff genannt werden.
Das Team erhält nun die Scheibe mit dem Diagramm, welches noch verdeckt ist, und versucht nun einen Zeiger so auszurichten, wie sie den genannten Begriff auf der Skala einordnen. Ist der Zeiger eingestellt, können die Punkte beim Aufdecken des Diagramms einfach abgelesen werden. Bei 10 Punkten ist die Partie zu Ende.
Wieder Erwarten hatte ich mit jeder Runde mehr Gefallen an dem Spiel entwickelt, dabei gefällt mir das Begriffe ausdenken nicht wirklich. Das Einschätzen einer anderen Person umso mehr und die Diskussion die darum herum entsteht war zwar so nicht von mir erwartet, aber ist meiner Meinung nach das Beste am Spiel!

Ich konnte nicht umher, eine kleine Variante auszuprobieren:
Wenn der Spielablauf etwas anders gestaltet wird, entwickelt sich das Spiel für mich zu einem Besseren!
In dieser Variante wird ebenfalls eine der Vergleichs-Karten aufgedeckt. Nun stimmt sich aber das gegnerische Team ab, welchen Begriff sie gerne eingestellt hätten. Steht der Begriff fest, stellt nun ein Spieler im aktiven Team die Scheibe nach seinem gut-dünken ein (anstatt per Zufall) und verdeckt dann seine Meinung. Sein Team muss nun den Spieler einschätzen, wie dieser den genannten Begriff einordnet!
In der offiziellen Variante muss ein Begriff gefunden werden, der zur zufällig eingestellten Scheibe passt. Dies kann mit unter sehr einfach sein (extreme) oder durchaus knifflig werden (fasst ganz extrem, aber nicht so ganz).
Wählt statt dessen das gegnerische Team einen Begriff und dieser muss von zwei Parteien unabhängig voneinander eingestellt werden, müssen diese sich tatsächlich einschätzen! Zudem lernen sich die Spieler etwas im Spiel kennen.
Ein Beispiel in unserer Runde war: heroisch - nicht heroisch. Der gewählte Begriff der Gegner war "Seine Schwiegermutter, bzw. ihre Mutter". Wie stellt nun das Pärchen jeweils die Scheibe ein? Schätzt sie die Meinung des Partners über die eigene Mutter richtig ein?
Unabhängig vom Resultat und der erlangten Punkte gibt es auf diese Weise viel mehr Diskussionen, da Begriffe gewählt werden die einen interessieren und nicht welche, die zum Zufall passen. In der falschen Gruppe kann das aber mitunter zu Streit führen...
Ich würde die Variante jedenfalls den offiziellen Regeln vorziehen.


Wir haben die englische Version gespielt. die deutsche wird bei Schmidt Spiele erscheinen.

Grüße
Sven

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon SophiaSpielt » 13. Februar 2020, 06:27

Habe die Tage Klask das erste mal gespielt. Spiel wird von Game Factory vertrieben und hatten wir auf der SPIEL gesehen. Finde das Konzept super und ist ja auch zugänglich. Was ich schwierig finde: Wenn du nicht die nötige Fingerfertigkeit besitzt, dann schließt dich das direkt von vorne rein als kompetenten Spieler aus. Schade. Es geht übrigens darum, mit Hilfe von Schiebern kleine Steinchen beim Gegner ins "Tor" zu befördern und das selbe bei sich selbst zu verhindern.

Spannend dazu: Gibt da echt Weltmeisterschaften!? Hatte mir ein Bekannter erzählt. Echt verrückt. Haben uns dein ein Video auf YouTube angeschaut. Die Mädels und Jungs spielen das wie Profisportler. Beeindruckend. Erst recht, wenn man selbst so untalentiert ist die Schieber zu bewegen.

Ich glaube, die Version war Klask 3. Wobei ich nicht genau weiß, was hier die Unterschiede sind. Das Spielfeld und die Anordnung / Spieleranzahl, würde ich vermuten.
eeeh eeeh macarena

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Mitspieler » 13. Februar 2020, 13:23

lanzi hat geschrieben:Als 4er: Lancaster
Dieser Queen-Games-Titel, m.E. der beste, hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Die drei anderen Mitstreiter kannten es noch nicht, ich hatte es zuletzt vor vielen Monaten gespielt. Wie so oft bei diesem Spiel: allen gefiel es ausgesprochen gut, wird bestimmt wieder auf den Tisch kommen.


Finde es schön, wenn hier auch immer wieder mal über ältere Spiele berichtet wird. :blush:
Viele davon sind auch heute noch spannend und nicht altbacken.
(Deshalb gibt es ja inzwischen auch von vielen Titeln nur leicht modifizierte Neuauflagen.)

Ich denke da an neu aufgelegte Spiele wie Agricola, Kohle/Brass, Caylus, Puerto Rico, Die Macher, Alhambra, BuBu, Hansa Teutonica,..
aber auch an Spiele, die noch keine Neuauflage bekommen haben, wie Myrmes, Québec, Naufragos, RoboRally, Cuba,..
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Vielversprechende Neuheiten 2020:
Canopy / Caylus 1303 / Einer geht noch / Honey Buzz / Mariposas / My Farm Shop / Santa Monica

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Re: Neulich gespielt (2020)

Beitragvon Dee » 15. Februar 2020, 11:21

Wir haben gestern gespielt: On the Underground (Berlin Seite), Wavelength, Rallyman GT
Haben wir tatsächlich … :D

On the Underground: London/Berlin zu viert: nachdem wir kürzlich zu dritt in London waren, verschlug es uns dieses Mal zu viert nach Berlin, d.h. wir spielten mit der Rückseite des Spielplans.

Die Grundregeln sind identisch zu London: Strecken legen, Punkte bekommen, Passagier zu den nächsten Zielen bewegen und wieder Punkte bekommen. Zwei Unterschiede gibt es in Berlin: Zum einen können Gebiete nicht mehr eingekreist werden. Bzw. können sie das, aber es gibt keine Punkte dafür. Als Ausgleich kann man Verbindungsbahnhöfe mit seiner Linie anbinden und bekommt dafür, wenn man alle vier anbindet in Summe 8 Punkte. Zum anderen muss man mit der Strecke nicht mehr zwei Marker verbinden, sondern Marker einsammeln. Wenn man ein Set von 5 unterschiedlichen Markern zusammen hat, gibt es 10 Punkte. Zusätzlich wird der größte Stapel an Markern am Ende noch einmal mit 3 Punkten pro Marker gewertet, wodurch im Spiel zu viert rein rechnerisch 21 Punkte möglich wären.

Der Berlin-Spielplan spielt sich sehr ähnlich zu London. Dass es eine Endwertung gibt, verändert das Spiel ein klein wenig, da nicht immer gegen den real Führenden gearbeitet wird. Aber ansonsten fühlt es sich gleich an. Dennoch bevorzuge ich den London-Spielplan, da ich mit den Metro-Haltestellen einfach mehr anfangen kann als mit denen aus Berlin. (Wertung: 8,5)
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Wavelength zu viert: Wenn man wissen will, ob man auf einer Wellenlänge liegt, kann man „Wavelength“ spielen. Wenn daraus Streit entsteht und eine Beziehung zu Bruch geht, ist man aber selbst dran schuld … „Wavelength“ fällt in die Kategorie „Kommunikative Partyspiele“. Zwei Teams treten gegeneinander an. Es gibt eine Sichtscheibe mit einem Tachorad, welches verdeckt gedreht wird. Ein Spieler schaut sich geheim den Stand des Tachos an, der in einem kleinen Bereich 2-4 Punkte bringt, der größte Teil der Scheibe ist aber leer. Der Spieler muss nun zu einer vorgegebenen Karte (z.B. „hart oder weich“, „Held oder Bösewicht“) einen Begriff sagen. Das eigene Team bekommt die verdeckte Scheibe und stellt eine Tachonadel ein, wo sie denkt, dass der Begriff denn bzgl. der Vorgabe am besten einzuordnen ist. (Ist eine Radreifen eher weich oder eher hart? Hinweis: Das hängt vom Luftdruck ab, daher ist das kein guter Tipp, regt aber zu Diskussionen an.) Dann wird die Scheibe wieder aufgedeckt und wenn das Team den Mitspieler gut eingeschätzt hat, gibt es entsprechend Punkte, wo die Tachonadel auf den Tacho trifft.

Die Einschätzung der Mitspieler macht Spaß. Sieht man eine Einordnung genauso oder nicht? Darüber lässt sich auch gut diskutieren. Ein Nachteil ist, wenn der Punktebereich an einem der rechten oder linken Bereiche liegt, denn dann muss man nur ein Extrem vorgeben und die Mitspieler werden es vermutlich korrekt einordnen.

Wir spielten nach der ersten Partie gleich noch eine Variante (die aufgrund einer missverstandenen Spielerklärung zustande kam): Das gegnerische Team zieht die Vorgabekarte (also z.B. „modisch oder antiquiert“) und gibt einen Begriff vor. Ein Spieler des anderen Teams muss nun das Tachorad geheim einstellen. Danach müssen die Mitspieler des Teams die Tachonadel einstellen, wo sie denn denken, dass es Punkte gibt. Uns hat diese Version besser gefallen. Durch das aktive Einstellen des Rades geht es noch mehr darum, den Mitspieler einzuschätzen. Und in der Regel gibt das gegnerische Team keine Extrembegriffe vor, weil dies zu einfach ist. Und am schwersten und spaßigsten ist „Wavelength“, wenn das Ergebnis irgendwo in der Mitte liegt. Natürlich kann man bescheißen, indem man sich abspricht und das Tachorad immer exakt in die Mitte oder ganz rechts oder links einstellt. Aber das macht ja niemand, mit dem wir spielen würden. ;) (Wertung: 8,0)

Rallyman: GT zu viert: Ich finde Autorennen nicht sonderlich spannend. Der Start ist noch interessant, aber ansonsten fahren die Autos immer im Kreis und ggf. gibt es mal das ein oder andere Überholmanöver. Oft gewinnt der mit der besten Boxentaktik und -reifen. „Rallyman: GT“ fing dieses Gefühl in unserer Partie sehr gut ein – leider. Denn warum sollte ich etwas spielen, was langweilig und unspannend ist?

„Rallyman: GT“ ist eine Neuauflage von „Rallyman“ von 2009. Je nach Wetterlage und aufgezogenen Reifen erhält ein Spieler in seinem Zug eine gewisse Anzahl an Gangwürfeln, Gaswürfeln und Bremswürfeln. Von seiner aktuellen Position auf der Strecke aus kann er die Würfel vor das Auto auf einzelne Streckenabschnitte legen, um anzuzeigen, wie weit er fahren will. Dabei darf man nur genau einen Gang rauf- oder runterschalten, Gas geben, um in dem Gang zu bleiben, oder beim Runterschalten Bremswürfel dazulegen, um von einem hohen Gang in einen sehr niedrigen zu bremsen (von Gang 5 auf Gang 2 kostet zwei zusätzliche Bremswürfel). Danach würfelt der Spieler entweder die Würfel nacheinander und hört irgendwann auf, falls er Gefahr läuft, zu viele Ausrufezeichen zu würfeln. Denn damit crasht das Auto und verursacht Schaden und vor allem einen Stillstand. Alternativ würfelt er alle Würfel auf einmal, was die Gefahr natürlich vergrößert. Wenn der Wurf glückt, bekommt man dafür aber noch Marker, die man einsetzen kann, um Würfel nicht würfeln zu müssen. Und so fährt man im Kreis …

Thematisch hat „Rallyman: GT“ ein großes Problem: Warum gibt der Gang vor, wie weit ich fahren darf? Ja, prinzipiell kann ich im fünften Gang schneller fahren. Aber wenn ich im fünften Gang bin und bleibe, komme ich genau drei Felder weit (5. Gangwürfel plus zwei Gaswürfel). Wenn ich aber pro Feld einen Wert abbremse oder zuerst eine Vollbremsung mache und dann wieder hochschalte, komme ich sieben Felder weit (1. Gangwürfel [plus 3 Bremswürfel], 2. - 5. Gangwürfel und zwei Gaswürfel). Das ergibt in einem Autorennen keinen Sinn. Ebenfalls sinnlos sind die Wetterwechsel. Das Wetter ändert sich nämlich nur zufällig, wenn aus dem Schadenssäckchen der Wetterwechselmarker gezogen wird, nachdem ein Auto einen (heftigen) Crash hatte. Denn nur in hohen Gängen müssen auf bestimmten Terrain Marker gezogen werden – was in unserer Partie kein einziges Mal vorkam.

Allgemein crashte bei uns kaum jemand. Das lag nicht an der herausragenden Taktik der Spieler, sondern dass einfach selten zu viele Ausrufezeichnen gewürfelt wurden. Ein Spieler würfelte grundsätzlich alle Würfel auf einmal und hatte nie ein Problem. Ganz im Gegenteil wurde er belohnt und hatte am Ende dreißig Marker vor sich liegen, mit denen er Würfel nicht hätte werfen müssen – was ihm aber egal war. Andere dagegen würfelten die Würfel einzeln und mussten bereits beim dritten Würfel aussteigen, um nicht zu viele Ausrufezeichen zu haben. Mir persönlich ist der Zufall viel zu groß bei so einem taktischen Rennspiel.

Das letzte Problem sehe ich in der nicht vorhandenen Spannung. Zum einen crashte kaum jemand. Durch die gewählte, sehr kurvenreiche Strecke, konnte man auch nie richtig Gas geben und sich absetzen. Genau genommen blieben alle Spieler bis zur vorletzten Runde immer im Block nebeneinander stehen. Das lag auch daran, dass wir mit der empfohlenen B-Seite spielten, die nur aus zwei Spuren bestand. Sobald die ersten beiden Spieler gezogen hatten, konnte die letzten beiden nicht mehr überholen und wurden blockiert. Ganz blöd war dabei auch, dass wenn sich die beiden vorderen absprechen würden, sie die hinteren immer blockieren könnten, in dem sie jede Runde im ersten Gang nur ein Feld weit ziehen. Die hinteren dürften dann nicht vorbei. Selbst in einem höheren Gang kämen sie zwar zuerst dran, dürften aber immer noch nicht überholen.

„Rallyman: GT“ hat in meinen Augen zahlreiche Regel-Probleme, die man mit Hausregeln sicherlich korrigieren kann. Aber bei einem 50-Euro-Spiel (oder 85-120 Euro, wenn man die Kickstarter-Erweiterungen dazu nimmt) erwarte ich, dass es einfach in jeder Konstellation flüssig läuft. Und das tat es bei unserer Partie definitiv nicht. Ich werde es noch einmal spielen (dann ggf. mit den Klassikregeln), aber „Flamme Rouge“ macht als Rennspiel so viele Sachen wesentlich besser, dass „Rallyman“ hier einfach nicht punkten kann. (Wertung: 4,5)
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