Beitragvon Roman » 3. November 2000, 14:16
Hi Michael,
>Ob eine Brücke zu kurz ist stellt sich ja schon im Moment des Bauens heraus.<
Wann sollte das auch sonst passieren ;-)
>Wenn dem so ist schwimmt sie weg, wie Du richtig gesagt hast.<
Ja, soweit sind wir uns einig.
>Da zu diesem Moment noch keine Figur draufstehen kann, da diese Aktion ja erst als nächste folgt (bzw. folgen könnte) kann zu diesem Zeitpunkt auch noch keine Figur ins Wasser fallen.<
Eben das ist in der Regel anders aufgeführt, die wohl den Grundgedanken hat, dass jedesmal, wenn man etwas nicht machen kann, die Figur ins Wasser fällt:
"Der Spieler wählt den Steg, den er setzen will nach Augenmass aus, d.h. er darf vorher nicht ausprobieren, ob er passt. Wenn er keine Möglichkeit findet, den Steg regelgerecht zu legen [...] wird dieser Steg aus dem Spiel genommen."
Hier ist der erste Punkt: fällt er gleich beim ersten Fehlversuch ins Wasser, oder darf man solange rumprobieren, bis er irgendwo passt (m.E. eigentlich nicht...). Und nun der zweite:
"Kann ein Steg nicht gelegt werden (Paßt nicht oder der Stein, der für das Ablegen vorgesehen war, wurde von einem anderen Spieler entfernt), fällt die Figur ins Wasser und beginnt noch einmal im Startdorf."
Hiernach fällt die Figur also immer dann ins Wasser, wenn ein Steg nicht passt. Fragt sich nur, ob:
1. Der Steg wegschwimmt, wenn er beim ersten Mal nicht passt, man aber dann ausprobiert, ob er irgendwo gepasst hätte, und die Figur nur dann ins Wasser fällt, wenn er gar nicht gepasst hätte.
2. Der Steg nur wegschwimmt, wenn er nirgendwo passt, und die Spielfigur dann ins Wasser fällt.
3. Der Steg wegschwimmt, wenn er beim ersten Mal nicht passt, und die Figur gleich mit ins Wasser tappst.
>Eine Figur, die irgendwohin laufen sollte, wo dies aufgrund nicht vorhandener
Stege nun aber nicht mehr möglich ist muß einen anderen Weg nehmen,
notfalls auch zurück Richtung Startpunkt.<
Klar, das ist unbestritten.
>So wurde es uns erklärt, und das hat sich auch rund gespielt.<
Ja, aber nur solange, bis jemand einen Steg anlegen will, der nicht passt.
Meine Interpretation der Regel ist folgende:
Ein Spieler hat einen Steg und schaut nun, wo er nach Augenmass passt. Findet er nach Augenmass keine Möglichkeit oder setzt ihn fälschlicherweise so, dass er zu kurz wäre, fällt er ins Wasser, und die Spielfigur auf jeden Fall als Strafe nochmal gleich mit.
Ich finde diese Regelung zwar ziemlich hart, aber sie bewahrt das Spiel vor dem Sieg eines Spielers, der zu unvorsichtig mit seiner Bauplanung ist.
>Gruß,
Micha (dem Drachendelta sehr gut gefallen hat)<
Mir auch, ich find's zumindest zu viert und sechst einen Riesenspass mit schönem Ärgerfaktor. Zwar werden die eigenen Berechnungen oft genug durchkreuzt, letztendlich muss man aber auf jeden Fall durchgehend taktisch spielen, um zu gewinnen, mit genug Ausdauer setzt man sich dann durch :) Bei uns kam das Spiel auch bei allen Mitspielern sehr gut an; wenn man es als unterhaltsame Dreiviertelstunde auffasst, was es sein soll, erfüllt es seinen Zweck mehr als gut. Nur wer sich das Spiel als Hardcore-Strategiespiel ohne Glücksfaktor kauft, der wird sicherlich enttäuscht - aber nach einem Probespiel sollte das klar sein.
Wir jedenfalls haben's nach grosser Skepsis zu Beginn einmal in Essen auf dem grossen Prototyp-Tisch gespielt und tags darauf bei einem günstigen Angebot zugeschnappt. Hat dem eigentlich von mir heiss erwarteten Doge (das wir zu unübersichtlich und zu monoton fanden) von nebenan sauber den Rang abgelaufen.
Ciao,
Roman