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Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

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KMW

Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon KMW » 10. November 2000, 15:13

In den vergangenen Tagen liefen die Telefone heiß, jetzt liegt sie uns vor: die Stellungnahme des Friedhelm Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis (siehe URL unten).
KMW

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Carsten Wesel

re: Bingo

Beitragvon Carsten Wesel » 10. November 2000, 15:20

Endlich haben die Diskussionen und Vermutungen ein Ende und es wird klarer am Himmel des "Deutschen Spielepreises".
Gruß Carsten (wird auch weiterhin mitstimmen)

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peer

re: Bingo

Beitragvon peer » 10. November 2000, 15:23

Obwohls auch schade um die schönen Diskussionen, Vermutungen, Verdächtigungen, Polemiken und so ist...
Bleibt die Frage: Und nun?
(Also, sie haben sich geäußert, die Verdächtigungen war gerechtfertigt (also doch!) und wie geht man jetzt damit um?)
ciao,
Peer (für den sich nicht viel ändert - Stimmzettel sind zum abgeben da!)

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Nils Kraft

re: Bingo

Beitragvon Nils Kraft » 10. November 2000, 15:27

Die Meldung ist doch klasse! Gustav der Bär hat zufällig unrecht gehabt ;) und der Merz Verlag gibt alles zu.
Die Lösung, den Spielepreis zu erhalten, kann ich nur unterstützen, denn er ist als Gegengewicht zum Spiel des Jahres mehr als wichtig.
Dann hat die ganze Sache ja doch noch eine positive Wende genommen.
Nils (der sich auf die Abstimmung nächstes Jahr freut)

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Roman

re: Bingo

Beitragvon Roman » 10. November 2000, 15:36

Hi,
>Obwohls auch schade um die schönen Diskussionen, Vermutungen,
Verdächtigungen, Polemiken und so ist...<
Wieso, ich bin froh, dass das ganze ein Ende hat und umfassend aufgeklärt ist. Die Diskussion hier hat ja gewirkt, und die Mutmassungen über die Ursache der Zahlen haben sich bestätigt. Damit hat das Ganze - vorerst - seinen Zweck erfüllt, nämlich, dass der Merz-Verlag eine Stellungnahme dazu abgibt und den Mechanismus und sein "warum" endlich mal aufklärt.
Jetzt ist es an der Zeit, sich etwas neues als Basis für den DSP auszudenken, um ihm seine Glaubwürdigkeit zu erhalten bzw. wiederzugeben.
Meines Erachtens wäre es kein Problem, im Internet-Zeitalter mehr Stimmen zusammenzubekommen - man muss halt dann nur sorgfältige Kontrollen einbauen, dass niemand zigfach abstimmt. Wenn sich der DSP allen Spielern, und nicht nur gezielt den Pöppel-Revue-Lesern (und Kritikern, Spielehändlern etc.) öffnen würde, wäre ein gute Basis da.
>Bleibt die Frage: Und nun?<
S.o., es muss meines Erachtens mehr "Masse" her - die zu kriegen, ist kein Problem, man muss nur gute Kontrollen haben, was Mehrfachabstimmungen angeht - oder, halt, in bezug auf 20 Leute eines Spielekreises schauen, wie man das gewichtet.
Aber, auf jeden Fall: der Modus der Umfrage, wie er auch sein mag, muss klar und deutlich erwähnt werden! So eine verdeckte Zahlenspielerei wie hier macht neben vielleicht einem positiven Aspekt (es sieht nach mehr aus, und schreckt Mehrfachstimmer ab) nur imageschädigendes und Unglaubwürdigkeit zur Folge - zu Recht.
So oder so: ich bin positiv überrascht und froh, dass die Aufklärung da ist und die Diskussionen was bewirkt haben.
Ciao,
Roman (Mathematiker haben manchmal auch Recht...)

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Ingo Kasprzak

re: Bingo

Beitragvon Ingo Kasprzak » 10. November 2000, 16:05

> S.o., es muss meines Erachtens mehr "Masse" her - die zu kriegen, ist kein Problem, man muss nur gute Kontrollen haben, was Mehrfachabstimmungen angeht - oder, halt, in bezug auf 20 Leute eines Spielekreises schauen, wie man das gewichtet. <
Am einfachsten wäre doch eine Abstimmung über Internet. Da kann man auch viele Leute mobilisieren, weils so schön einfach geht.
Zur Kontrolle nimmt man einfach die EMail-Adresse. (Abstimmung mit Angabe der EMail-Adresse, EMail verschicken, auf Bestätigung der EMail warten und erst dann Wertung aufnehmen, EMail-Adresse in Datenbank speichern)
Natürlich werden dann auch einige über alle verfügbaren EMail-Adressen posten, aber ich glaube nicht, dass das ins Gewicht fällt, wenn dann wirklich viele Leute teilnehmen (am besten noch Gewinne ausschreiben, z.B. die ersten drei Gewinnerspiele oder ein Spiekl nach Wahl oder so)
Cu, Ingo

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Benjamin Spicher

re: Bingo

Beitragvon Benjamin Spicher » 10. November 2000, 16:34

alles schön und gut, nur werden dann kaum mehr Stimmen zusammen kommen (siehe die diversen Umfragen hier, bei Fairplay und Aaron Fuesgis "Top 100"). Vielleicht müsste man sich einfach mal damit abfinden dass man als angefressener Brettspieler zu einer Minderheit gehört gegenüber einer zweifellos vorhandenen grossen masse von Gelegenheitsspielern, die sich aber nicht aktiv beteiligt (wohl ganz einfach weil niemand eine Stimme zu etwas abgeben kann wenn er's / sie's nicht oder nur vom lesen kennt). Folge: Was bringt der DSP gegenüber dem "Spiel des Jahres", wenn so oder so dieselben Spiele prämiert werden? Würde ein Preis nicht reichen, wenn man ein bisschen daran feilen würde (Mehr Kategorien ,...). Das "Spiel des jahres" ist als Gütesiegel bei Gelegenheitsspielern gut bekannt, wir Vielspieler kennen den DSP, aber richten usd nicht danach weil wir eh alle Spiele schon haben. Was soll's dann noch? Wäre der Preis tatsächlich aufgrund der genannten Anzahl Stimmen zustande gekommen hätte man's noch als Auszeichnung verstehen können, aber so ist's wohl eher Zufall.
PS: Grüsse an den lieben Gustav und ich bin froh, dass Occam noch funktioniert.

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Sönke Weidemann
Kennerspieler
Beiträge: 531

re: Bingo

Beitragvon Sönke Weidemann » 10. November 2000, 18:02

Hi! Da der DSP sich ja - trotz der nun zugegebenen "manuellen Aufwertung" - nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Verlagen als echtes Gegengewicht zum SdJ etabliert hat: Ist es für die Verlage ein zu großer Aufwand, einfach jedem Spiel eine Stimmkarte beizulegen? Dann kann wirklich jeder Gelegenheitsspieler seine Bewertung zum gekauften Spiel abgeben. Wenn das nicht zu realisieren ist, sollte m.E. der Merz-Verlag an die Einkaufsgemeinschaften wie z.B. die Vedes sowie an die bekannten Spielespezialläden ( Das Spiel, Adam etc.) herantreten, um dort die Abstimm-Karten bereitzulegen. Im Übrigen möchte ich den "Entdeckern" der o.g. Aufwertung mal meinen Respekt aussprechen - ich glaube, daß sich die nun hoffentlich ergebenden Änderungen positiv auf den DSP auswirken.
Gruß Sönke

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ralf

re: Bingo

Beitragvon ralf » 10. November 2000, 18:06

Gute Frage: Was sollen die Spielepreise überhaupt noch? Trotz seines Bekanntheitsgrades hat doch auch der Spiel des Jahres Preis gelitten - selbst bei den Gelegenheitsspielern. Da geht es doch eigentlich nur noch um Geld. Die Vergabe des Preises ist eher ein Politikum als eine objektive Preisverleihung und die Einnahmen aus den Lizensgebühren (soviel ich weiß, derzeit drei Prozent) spielen offensichtlich eine große Rolle. Erinnert Euch doch nur mal an den Preis 1997 (Mississippi Queen) Da hätte es auch Löwenherz oder Bonanza werden müssen, aber aus verschiedenen Gründen wurde es nicht Löwenherz und aus Geldgründen nicht Bohnanza.
1999 war schon auf der Messe in Nürnberg klar, daß Tikal Spiel des Jahres wird, obwohl der Jahrgang noch kaum gespielt war. An jedem Stand hieß es Tikal ist gut und Ravensburger ist mal wieder dran.
Obendrein ist das Wahlverfahren der selbsternannten Jury völlig undurchsichtig. Obendrein wird dann von großen Ketten (teilweise aus dem Buchhandel) zu Werbezwecken das Spiel unter Einstandspreis verschleudert.
Der Deutsche Spielepreis müßte auf viel breitere Basis gestellt werden, damit er ein repräsentatives Bild abgeben könnte. Außerdem müßten die Stimmen vor der Bekanntgabe des Spiel des Jahres und der Auswahlliste abgegeben werden, da diese die Stimmen offensichtlich beeinflussen. Das beste Beispiel sehen wir dieses Jahr: Torres war zum Zeitpunkt der Stimmabgabe im letzten Jahr bereits in den Regalen, trotzdem wurde nicht oder kaum dafür gestimmt. In diesem Jahr landet es auf Platz zwei.
Wie wäre es, wenn der Merz Verlag seinen Spielepreis auf der Messe in Essen wählen ließe? Dann wäre ein ausreichend großes Puplikum vorhanden, von denen bestimmt einige Stimmen abgeben würden (vor allem bei der Auslobung von Preisen). Wenn nur 10 Prozent der Messebesuche mitstimmen würden, dann hätte man weit mehr Stimmen als bei den manipulierten Abstimmungsergebnissen der letzten Jahres. Man müßte dann halt auf die abendliche Verleihung am Anfang der Messe verzichten aber man könnte die Verleihung ja groß auf den Sonntag legen (viel Arbeit mit nächlichen Auswertungen aber es würde sich lohnen). Für die Verlage wäre es allerdings ein Kraftakt diese Auszeichnung noch zum Weihnachtsgeschäft nutzen zu können, aber auch das wäre möglich.
Klar sollte uns eigentlich allen sein, daß für Vielspieler die Preise eigentlich völlig unattraktiv sind, da wir bis zur Bekanntgabe normalerweise alle interessanten Neuheiten längst gespielt und diskutiert haben. Aber die Preise sollten uns nicht gleichgültig sein, da viele Leute erst durch diese Preise zum Spielen animiert werden und wer von den Vielspielern, die heute ca. 30 sind hat nicht als Kind Stunden vor Hase und Igel oder Scottland Yard verbracht?
ralf

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Wolfgang

re: Bingo / URL gesichert

Beitragvon Wolfgang » 10. November 2000, 18:07

Hallo Spieler,
schon bevor die ganze Diskussion um den Deutschen Spielepreis in Gang gekommen ist, habe ich mir die Domain www.spielepreis.de gesichert. Vielleicht ist ja das Internet die geeignetere Plattform.
Wer hat Lust, dieses Projekt mit mir zu verwirklichen ???
Ciao
Wolfgang

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Thomas Rosanski

re: Bingo / URL gesichert

Beitragvon Thomas Rosanski » 10. November 2000, 18:31

Hallo Wolfgang!
Welches Projekt? Auf der Webseite war noch nicht viel zu lesen (der linke Frame lädt nicht). Ich nehme an, du möchtest einen "alternativen" Spielepreis kühren. Was mich interessieren würde, wären insbesondere folgende Punkte:
- Wer ist Jury? (Fachleute, offene Abstimmung, anonyme Internetabstimmung)
- Wie viele "Sieger" soll es geben? (einen? mehrere Kategorien?)
- Welche Spiele sollen berücksichtigt werden? (bekannte Verlage? Autorenspiele? Kleinverlage?)
- Welche Organisationsform? (kommerziel mit Lizenzgebühren fürs Logo?, rein privat?, vereinsmässig mit Satzung?, etc.)
- Wie könnten Interessierte dir bei deinem Projekt helfen? (Spiele testen? Webseite pflegen?)
Jedenfalls würde ich an deiner Stelle einen anderen Namen benutzen, weil der Deutsche SpielePreis ja nicht begraben wird und die Namensähnlichkeit zu Verwirrungen führen könnte (ganz abgesehen von rechtlichen Aspekten).

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RoGo

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon RoGo » 10. November 2000, 22:57

Ein Lob dem Merz-Verlag.
Schön, dass er zu seiner Manipulation steht und garnicht erst behauptet hat: I never had sex with that numbers.
Ein Trauerspiel der Tat.
Der Zufall hätte mir wahrlich besser gefallen und knapp 4000 Stimmen sowieso, schade.
Grüße
Roland

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RoGo

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon RoGo » 10. November 2000, 23:09

Außerdem ist der Rücklauf von 10% aller Ehren wert.
Um kurzfristiger Manipulation auszuweichen, sollte man vielleicht nur an Abonnenten einen nichtkopierfähigen Stimmzettel verschicken (qualitativ nicht zuverachten).
Zur Verbreiterung der Basis könnte dieser Stimmzettel an Abonennten andere Spielemagazine versandt werden, z.b. der von uns so verschmähten Spielbox.
Gruß
von Roland (der nächste Jahr mitstimmen möchte)

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Thomas Felzen
Spielkamerad
Beiträge: 33

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon Thomas Felzen » 11. November 2000, 00:23

Schade, schade!
Leider haben sich damit die schlimmsten Befürchtungen bewahrheitet. Seit Einführung des Deutschen Spielepreises wurden also die Zahlen der Leserumfrage manipuliert. Herausgekommen ist es eigentlich nur, weil es in diesem Jahr so unverschämt offensichtlich war durch die nachträgliche Wertung der Platzierungen. Nach den Kriterien zur Vergabe des "Goldenen Pöppel" (des Vorläuferpreises) fragen wir besser gar nicht nach.
Trotz allem: Hut ab vor den Damen und Herren des märz-Verlages, dass sie - wenn auch nach einer zweiwöchigen Bedenkzeit - so zu den Unregelmäßigkeiten stehen.
Offensichtlich müssen wir tatsächlich einsehen, dass die wirkliche Spieleszene nur sehr klein ist.
Fakt ist natürlich auch, dass es so mit dem DSP nicht weitergehen kann, Manipulationen in großem Stile sind ja nun Tür und Tor geöffnet. Ich hoffe, es beginnt jetzt eine fruchtbare Diskussion, wie der DSP in Zukunft transparent ermittelt werden kann. Erste Ansätze sind ja schon bei den Kommentaren zur märz-Erklärung vorhanden. Hiermit seien auch die anderen "großen" Spielemagazine (wie z. B. die Spielbox, die Fairplay, die Spielerei und warum auch nicht die öterreichische Spielwiese) aufgerufen, sich zusammen mit dem märz-Verlag ein neues Wahlverfahren für den Deutschen (oder deutschsprachigen) Spielepreis zu überlegen. Denn sterben darf der DSP meiner Meinung nach nicht! Vielleicht kann ja auch das Internet als erheblich breitere Basis bei Spielinteressierten dazu genutzt werden. Ab jetzt kann es mit dem DSP nur aufwärts gehen!
Hallo Gustav! Hat es Dir jetzt die Sprache verschlagen, oder bist Du immer noch der Meinung, dass es sich hier um eine zufällige Zahlenreihe handelt???
Spielerische Grüße aus Bonn

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Bernd

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon Bernd » 11. November 2000, 09:34

Hallo zusammen,
da haben also die Forumsteilnehmer eine Manipulation beim Deutschen Spielepreis aufgedeckt, und der Merz Verlag hat auch alles zugegeben. Schön und gut. Aber die einzige Reaktion der Forumsteilnehmer ist anscheinend "wir hatten recht" zu sagen, und Ideen unter's Volk zu schmeissen, wie man eine breitere Basis bekommt, egal wie praktikabel diese Lösungen sind.
Meiner Meinung nach stellen sich aufgrund des Kommentars des Merz Verlages verschiedene Fragen. Z.B. Wer wußte von der Manipulation? Die Autoren? Die Verlage? Sonstige, dem Spiel an sich verbundene Personen?
Und kann es nicht sein, daß man durch die Multiplikation nicht Mehrfachwähler abschrecken wollte, sondern dem Deutschen Spielepreis einfach eine Existenzberechtigung bescheren wollte? Denn wer nimmt schon eine Preis ernst, dessen Titelträger mit wenigen 100 Stimmen gewählt wurde? Damit wären wir beim nächsten Punkt. Durch die Multiplikation wurde zwar die Reihenfolge nicht verändert, wohl aber Abstände zwischen den Preisträgern. Ist es bei so wenigen Wählern und ohne Multiplikation nicht schon Zufall, wer gewinnt bzw. gibt es signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Plätzen?
Ich finde, daß diese und andere auftauchende Fragen erstmal erörtert werden müssten, bevor man etwas quasi Neues anfängt. Das der Merz Verlag jetzt eine breitere Basis sucht ist schon witzig. Er hatte immerhin mehrere Jahre Zeit zu erkennen, daß sich an der Wahl des Preises kaum jemand beteiligt, und hätte den Preis entweder einstellen oder sich etwas überlegen müssen, was keine Manipulation ist. Aber so war es natürlich viel einfacher und es hat ja auch jahrelang niemand gemerkt...bis die Forumsteilnehmer kamen (Vielleicht wird die entsprechende Diskussion ja mal LOBEND in der Spielbox erwähnt).
Noch ein Wort zu Gustav dem Bären. Ich finde es ziemlich daneben, jetzt quasi im Siegestaumel dumme Sprüche in seine Richtung abzusondern, nur weil er eine gewisse Skepsis an den Tag gelegt und nicht sofort Konspiration geschrieen hat. Denn lieber
skeptisch sein und die Informationen hinterfragen, als nachher "wir hatten Recht und Du nicht" zu sagen, aber nichts zu hinterfragen.
Bernd

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Gerd

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon Gerd » 11. November 2000, 12:24

>>>>Und kann es nicht sein, daß man durch die Multiplikation nicht Mehrfachwähler abschrecken wollte, sondern dem Deutschen Spielepreis einfach eine Existenzberechtigung bescheren wollte? Denn wer nimmt schon eine Preis ernst, dessen Titelträger mit wenigen 100 Stimmen gewählt wurde? <<<<
Mit wieviel Stimmen wird denn das Spiel des Jahres gewählt????????
Aber das nimmt (von uns) ja auch keiner mehr ernst! ;-)

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Hartmut Thordsen

re: Bingo

Beitragvon Hartmut Thordsen » 11. November 2000, 12:51

> Wie wäre es, wenn der Merz Verlag seinen Spielepreis auf der Messe in Essen wählen ließe?
Gute Ideen sind sicher auch im Hause Merz immer willkommen, aber das ist keine. Erstens soll die Abstimmung vom SdJ zeitlich unabhängig sein, Essen käme da zu spät. Zweitens soll auch der DSP eine sachlich fundierte Basis haben, wenn auch die Beteiligten kaum mehr als die Hälfte der neuen Spiele gespielt hat (aber doch bestimmt mehr als nur zwei oder drei). Deswegen sollte die Abstimmung sich eben NICHT z.B. an die Masse in Essen richten, die stets an dem halben Dutzend großer Stände der bekanntesten Marken verweilt und auch in diesem Jahr ein "Tadsch Mahal" oder "Ohne Furcht und Adel" kaum entdeckt haben dürfte. Dann kommen also 99 Prozent der Stimmen für "Pokemon". Der Vorschlag mit den Zetteln in Spielwarenläden der Nation oder auch Postkarten in Spielekisten führt übrigens mit Sicherheit zum gleichen Ergebnis. In den 90er Jahren hätte dann der Megaseller "Tabu" mindestens fünfmal den Titel abgeräumt.
Der DSP soll doch auch eine beratende Wirkung nach außen haben, also geht der Merz-Verlag m.E. bisher den richtigen Weg. Gut fand ich allenfalls noch den Vorschlag, die Leser der anderen Fachzeitschriften einzubeziehen. Und wenn dann keine zehntausend Stimmen zusammenkommen, weil es nun einmal soviele informierte Spieler im Lande nicht gibt und man die Mehrheit der Leser nicht zur Abstimmung zwingen kann (es sei denn über Köder wie Abo-Ermäßigung - aber dann sind die Stimmen schon wieder "gekauft"), so schmälert es die Aussagekraft des Preises dennoch nicht im geringsten.
Hartmut (der keine Postkarte zur Abstimmung geschickt hat, sondern lediglich mit seiner Stimme im Spielkreis "Tadsch Mahal" auf 1 gewählt und so mit großem Gewicht - deutlich über 100kg - die Entscheidung bewirkt hat ;-)

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Hartmut

re: Bingo / URL gesichert

Beitragvon Hartmut » 11. November 2000, 12:53

"Uiii, toll"
[Scar, König der Löwen]
Haben wir darauf wirklich gewartet? Naja, wenigstens hast Du 39 DM für Denic opfern müssen.
Hartmut

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ricco

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon ricco » 11. November 2000, 13:55

Na hallo.
Danke Merz Verlag, das du uns Jahre lang geschützt hast vor den bösen Machenschaften von Mehfacheinsendern. Das war wirklich absolut lobenswert mit welchem Einsatz ihr euch darum bemüht habt.
Ich finde auch gut das ihr euch nicht dafür entschuldigt. Warum auch, denn dahinter steht ein solches soziales und kulturelles Engagement für das Spiel und in keinster Weise ein monitäres Interesse von eurer Seite. Absolute Bewunderung!!!!
Wie kommt ihr auf die Idee, das wir an euch Kritik üben wollen. Macht weiter so, ich hoffe der Merz Verlag wird mit all seinen Erfahrungen, die treibende Kraft sein die den Spielepreis weiter auf diesem Level hält.
Einen Ratschlag kann ich mir allerdings nicht verkneifen:
Ich hoffe ihr besorgt euch gute Ratgeber in dem anstehenden Aufgaben. Kreative Menschen die in der Lage sind ein ausgeklügelstes Netz aus Ideen zu spinnen.
Im Angebot der Headhunter sind Daum, Helmut Kohl und die Wahlkämpfer aus USA, alles erfahrene Kämpfer für das Wohl der Gesellschaft. Das Volk würde ich nicht einbeziehen, macht es unter euch aus, den Experten unserer Spielszene. Ihr werdet es schon richten, wie bisher.
Vielen Dank schon jetzt!!
Ricco
>>>Das Aussprechen einer Entschuldigung ist keine Demütigung, sondern ein Zeichen von Reife und Aufrichtigkeit.
Norman Vincent Peale, US-amerikanischer Publizist
Cu
Ricco

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Ricco

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon Ricco » 11. November 2000, 14:11

Hallo
Hier noch mal ein paar Anregungen für einige Leute zum nachdenken!!! Kann sicher jeder was passendes finden für sich.
>>>Wer die Menschen kennen lernen will, der studiere ihre Entschuldigungsgründe.
Christian Friedrich Hebbel (1813 - 1863), deutscher Dramatiker
>>>Es ist schwer, Menschen hinters Licht zu führen, sobald es ihnen aufgegangen ist.
Alfred Polgar (1875 - 1955), österreichischer Schriftsteller und Theaterkritiker
>>>Auch Schlafen ist eine Art von Kritik, vor allem im Theater.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925
<<<Die Menschen lassen sich lieber durch Lob ruinieren als durch Kritik verbessern.
George Bernard Shaw (1856-1950), anglo-irischer Dramatiker, Nobelpreis für Literatur 1925
>>>Betrug ist die Triebkraft des Geschäfts, die Seele der Religion, der Köder der Liebeswerbung und die Grundlage politischer Macht.
Ambrose Gwinnet Bierce (1842 - 1914) genannt Bitter Pierce, US-amerikanischer Journalist und Satiriker - danke Anita Ludwig!
Und um folgendes geht eigentlich:
<<<Beim Spiel kann man einen Menschen besser kennenlernen, als im Gespräch in einem Jahr.
Platon, lat. Plato (427 - 348 od. 347 v. Chr.), griechischer Philosoph, Begründer der abendländischen Philosophie
>>>Im Spiel verraten wir, wes Geistes Kind wir sind.
Publius Ovidius Naso, Ovid (43 v. Chr. - 17 n. Chr.), römischer Epiker
Spielen ist Experimentieren mit dem Zufall.
Novalis, eigentlich Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg (1772 - 1801), deutscher Lyriker
>>>Spiel und Freude sind wie die zwei Seiten einer kleinen Münze. Sie zu mißachten, heißt auf Reichtum zu verzichten.
Cu Ricco
>>>

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Harald Schrapers

Fachpublikum

Beitragvon Harald Schrapers » 11. November 2000, 14:31

Lieber Hartmut,
dein Beitrag zielt meines Erachtens in die richtige Richtung. Wir brauchen keine MediaControl-Charts (so was ähnliches gibt es nämlich schon), sondern der Dt. Spiele Preis hat sich bewährt.
Und deshalb brauchen wir keine Publikumsbefragung, sondern es sollte weiterhin eine Fachpublikumsumfrage sein. Und dieses Fachpublikum kann man nur dadurch eingrenzen (definieren oder operationalisieren), dass man es auf die namentlich feststellbaren AbonnentInnen der Fachzeitschriften beschränkt. Und da ist der einzige Fehler des Dt. Spiele Preises: Warum wurden die Pöppel-Revue-LeserInnen gegenüber denen anderer deutschsprachiger Fachzeitschriften privilegiert?
Internet-Magazine lassen sich leider - zumindest zur Zeit - nicht einbeziehen. Denn hier kann jede und jeder anonym und mit beliebig vielen Identitäten mitlesen - und ggf. mitabstimmen (gmx, hotmail oder andere Identitäten gibt es wie Sand am Meer).
Gruß aus dem Ruhrgebiet
Harald

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Harald Schrapers

keine Ergebnismanipulation (re: Stellungnahme des Merz Verlags)

Beitragvon Harald Schrapers » 11. November 2000, 14:41

Fakt ist, dass es keinerlei Hinweise auf eine Manipulation des Ergebnisses des Dt. Spiele Preises gibt.
Die Pöppel-Revue hat sich - und dies gilt auch nur für die zu 40 Prozent ins Gewicht fallende Leserumfrage - den Fehler erlaubt, Rohdaten statt Prozentzahlen zu veröffentlichen. Und diese Rohdaten waren gefälscht - jedoch ohne Auswirkung auf das Gesamtergebnis.
Gruß
Harald

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Bernd

re: Stellungnahme des Merz Verlags zum Deutschen SpielePreis

Beitragvon Bernd » 11. November 2000, 14:47

Hallo Gerd,
beim Spiel des Jahres weiß man aber, daß es von einer Jury aus (ich glaube) 10 - 12 "Fachleuten" gewählt wird. Wenn man aber beim Deutschen Spielepreis sagt, daß der Sieger durch die Stimmen der Spieler gewählt wird, denkt jemand, der das Spiel nicht kennt dann aber "Wenn das Spiel allen gefällt, dann wohl auch mir". Wüsste er aber, daß das Spiel nur von wenigen Leuten gewählt wurde und der Abstand zum Zweitplatzierten nicht groß ist, bzw. fast der Zufall entschieden hat, wäre er wohl skeptisch.
Aber wie schon öfter hier im Forum gesagt: Eigentlich könnten uns die Preise egal sein, denn wir haben die Spiele die uns gefallen meistens ja schon vor den Preisvergaben und lassen uns ja auch dadurch nicht beeinflussen. Das Theater um die Preise von unserer Seite aus läßt sich wohl nur mit missionarischem Eifer erklären, neue Spieler gewinnen zu wollen.
Bernd

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Thomas Felzen
Spielkamerad
Beiträge: 33

Es gab auch Ergebnismanipulationen!

Beitragvon Thomas Felzen » 11. November 2000, 15:25

Dieser Argumentation kann ich nun gar nicht folgen.
Natürlich ist es eine Ergebnismanipulation!!
1. Weil es tatsächlich in den letzten Jahren auch Platzverschiebungen durch die Multiplikation der 1. Stimmen mit 10, der 2. Stimmen mit 9 und der 3. Stimmen mit 8 gegeben hat (nur dieses Jahr hat es keine Verschiebungen geben können, da alles mit dem gleichen Faktor multipliziert wurde), und
2. weil es natürlich eine Manipulation ist, zu behaupten, es wären 4000 Stimmkarten eingegangen, wenn es aber doch nur gut 300 waren.

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Tom

keine Ergebnismanipulation (re: Stellungnahme des Merz Verlags)

Beitragvon Tom » 11. November 2000, 16:12

Hallo Harald!
Da bin ich aber ganz anderer Meinung.
Zwar hat sich an der Gesamtplazierung in diesem Jahr nichts geändert (die vorherigen kann ich nicht beurteilen), aber das Gesamtergebnis ist m.E. sehrwohl manipuliert.
Dafür muß man nur das erstplazierte Spiel TADSCH MAHAL mit dem zwanzigstplazierten METRO z.B. vergleichen.
Da wurde uns glaubhaft gemacht, auf TADSCH MAHAL wären 1008 Stimmen entfallen, während METRO 144 Stimmen hätte für sich verbuchen können. Es sind demnach also 864(!) Stimmen MEHR auf TADSCH MAHAL entfallen. Die Wahrheit liegt aber im Unterschied von Platz 1 zu Platz 20 genau bei 72 Stimmen!!!
Ist das keine Manipulation???
Noch krasser wird es, wenn man nur die Erstnennungen der beiden Spiele vergleicht. Denn dann wird aus dem Verhältnis 456 zu null plötzlich nur noch das Verhältnis 38 zu null (Pech gehabt, null mal 12 bleibt halt null).
Alleine auch die Rohdaten besitzen eine Aussagekraft und damit ist das Gesamtergebnis, unabhängig von der Platzierung, für mich ebenfalls absolut manipuliert.
Aber es ist halt nun mal so, genug herumgerechnet, der Merz-Verlag hat sich ja nun geäußert. Ich will nur hoffen, dass daraus nun zumindest eine positive Schlussfolgerung gezogen wird. Und diese basiert m.E. auf einer Umfrage aller Abonnenten der gesamten deutschsprachigen Fachpresse. Dies verleiht mehr Gewicht und Akzeptanz, und vielleicht ergibt sich daraus sogar die Möglichkeit, einen wirklich starken und aussagekräftigen Publikumspreis bzw. Spielerpreis zu etablieren. Einen wirklich neuen DSP. Dem Brettspiel soll es nützen.
Nice dice
Tom


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