Anzeige

Spielepreise - die Zukunft

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Roman Pelek

Spielepreise - die Zukunft

Beitragvon Roman Pelek » 16. Februar 2001, 03:53

Hallo,
hier eine kurze Idee von mir, wie vielleicht irgendwann ein "Spiel des Jahres" entstehen könnte:
Es finden sich interessierte Fachjournalisten aus der Spieleszene zusammen und küren gemeinsam ein "Spiel des Jahres". Aufgrund der eigenen Rezensionen und einer Abstimmung. Ohne feste Einrichtung "SdJJ", ohne Verpflichtungen, Lizenzgebühren, Verflechtungen mit irgendwelchen anderen Institutionen. Grundvoraussetzung wäre lediglich langjährige Tätigkeit im Spielerezensionssektor, ungeachtet ob in Zeitungen, Zeitschriften, Internet oder ähnlichem. Überprüfbar müsste nur langjährige, öffentlich einsehbare Beteiligung der Abstimmenden sein. Und natürlich müsste jemand die Organisation übernehmen - allerdings völlig unabhängig von den Abstimmenden. Der/diejenigen könnten ihre Arbeit durch einen fixen Lizenzsatz, evtl. sogar gesponsort von ALLEN Verlagen, finanzieren. Die Abstimmenden würden ehrenamtlich mitstimmen.
Ich weiss nicht, ob das realisierbar ist, es erscheint mir aber persönlich nach Kenntnisnahme der Stellungnahmen von Knopf, Ruschitzka und Mutschke der einzig logisch gangbare Weg zu sein. Alles andere scheint in vereinsinternen Strukturen abhanden zu kommen. Was denkt Ihr?
Ciao,
Roman


Benutzeravatar
Carsten Wesel

re: Spielepreise - die Zukunft

Beitragvon Carsten Wesel » 16. Februar 2001, 08:54

Klingt wie eine praktikable Idee, doch...
> langjährige Tätigkeit im Spielerezensionssektor,
wozu soll die notwendig sein? Nicht wer lange in diesem Sektor gearbeitet hat, hat Ahnung, sondern wer sich intensiv mit Spielen beschäftigt - egal ob im Rezensionssektor oder in anderen Bereichen. Die langjährige Tätigkeit bringt hier keine Vorteile. Vorteile bringt nur die zeitnahe Beschäftigung mit der Materie.
Gruß Carsten (hat endlich mal Roman widersprochen)

Benutzeravatar
Michael Schramm

re: Spielepreise - die Zukunft

Beitragvon Michael Schramm » 16. Februar 2001, 09:28

Hallo Roman,
wenn ich die Geschichte des SdJ noch recht in Erinnerung habe, ist das Ganze genauso einmal entstanden - aus einem Kritikerstammtisch, den Tom Werneck während der Spielwarenmesse in Nürnberg in lockerer Form zusammenrief und wo dann die Idee entstand, doch ein "Spiel des Jahres" zu prämieren.Zu dieser Zeit waren natürlich Lizenzgebühren noch gar kein Thema, das Engagement der Beteiligten komplett ehrenamtlich, und die Resonanz des Handels und der Verlage auf diesen Preis anfangs nur zögerlich. Also - müssen wir unbedingt die Geschichte wiederholen?
Nice dice
Michael

Benutzeravatar
Roman Pelek

re: Spielepreise - die Zukunft

Beitragvon Roman Pelek » 16. Februar 2001, 11:53

Hi Carsten,
>> langjährige Tätigkeit im Spielerezensionssektor,
>wozu soll die notwendig sein? Nicht wer lange in diesem Sektor gearbeitet
hat, hat Ahnung, sondern wer sich intensiv mit Spielen beschäftigt - egal ob
im Rezensionssektor oder in anderen Bereichen. Die langjährige Tätigkeit
bringt hier keine Vorteile. Vorteile bringt nur die zeitnahe Beschäftigung mit
der Materie.<
Prinzipiell richtig, nur dann wird es extrem schwer, auszuwählen, wer als Mitstimmer geeignet ist. Wer macht sich die Arbeit und durchforstet alle Medien nach geeigneten Personen, die sich gerade durch gute Kritiken und intensive Beschäftigung mit dem aktuellen Spielejahrgang hervortun? Willst Du sie aus dem Forum hier rekrutieren? ;-)
Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Roman Pelek

History repeating

Beitragvon Roman Pelek » 16. Februar 2001, 11:59

Hi Michael,
>Also - müssen wir unbedingt die Geschichte wiederholen?<
Das ist wie bei Rechnern: wenn was nicht läuft, hilft manchmal doch Neustart oder Neuinstallation ;-) Ansonsten läßt sich wohl bei nichts verhindern, dass es evtl. wieder irgendwann aus dem Ruder läuft - dann muss man es gleich lassen. Prinzipiell habe ich ja nichts gegen das Prinzip des SdJ, wie es mal gedacht war, im Gegenteil.
Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Jürgen Klimke

re: Spielepreise - die Zukunft

Beitragvon Jürgen Klimke » 16. Februar 2001, 12:17

und ich füge Michael noch hinzu: ein Gremium ganz ohne Geld?
wer zahlt denn dann für Organisation, Geschäftsstelle und vor allem... wer zahlt für die Werbung???
war nicht einer der Hauptaustrittsgründe von Michael Knopf (der ausdrücklich in seinem Beitrag der Jury KEINE Bestechlichkeit unterstellt, Roman) die Tatsache, dass in der Jury niemand Lust hatte, das Thema Werbung engagiert anzugehen und nach einer besseren, wenn vielleicht auch kostspieligeren Möglichkeit Ausschau zu halten?
Grüße

Benutzeravatar
Roman Pelek

re: Spielepreise - die Zukunft

Beitragvon Roman Pelek » 16. Februar 2001, 14:55

Hallo,
>wer zahlt denn dann für Organisation, Geschäftsstelle und vor allem... wer
zahlt für die Werbung???<
Hier kämen wir zur Frage, wie man die Geschäftsbereiche von der eigentlichen Kritikertätigkeit trennt, und das die zentrale Frage. Aber auch das Verfahren der Lizenzgebühren stünde ja zur Diskussion, um Zweifel nicht erst aufkommen zu lassen. Da gibt's viel zu bedenken - es bleibt nur zu hoffen, dass viel dazu gedacht wird von Leuten, die auch imstande sind, es zu realisieren. Sprich: ich befürchte, wie die meisten anderen auch, dass da eher die Sache weiterläuft wie bisher.
>war nicht einer der Hauptaustrittsgründe von Michael Knopf (der ausdrücklich
in seinem Beitrag der Jury KEINE Bestechlichkeit unterstellt, Roman)<
Ich kann mich auch nicht entsinnen, dies so formuliert zu haben, und wollte diese Assoziation auch nicht in meinem Beitrag bzw. meinen Beiträgen wecken.
>die
Tatsache, dass in der Jury niemand Lust hatte, das Thema Werbung
engagiert anzugehen und nach einer besseren, wenn vielleicht auch
kostspieligeren Möglichkeit Ausschau zu halten?<
Wobei hierbei ja auch der Hintergedanke war, die Verknüpfungen zum Spielearchiv etwas zu lockern, um die Finanzierungsfallstricke dort zu umgehen.
Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, hier mein persönliches Resümee aus dem Gehörten:
a) Die engen finanziellen und personellen Verbindungen zwischen Spielearchiv und SdJ müssen stark gelockert werden, um Zweifelsfragen und Verantwortlichkeiten bei der Finanzierung auszuräumen
b) Die Pressearbeit für das SdJ muss in diesem Rahmen neu organisiert werden, wobei Finanzierung und Fachkompetenz der Verantwortlichen den Ansprüchen genügen müssen (was schwierig wird)
c) Die für das SdJ stimmberechtigten Jurymitglieder sollten von diesem organisatorischen und finanziellen Ballast weitesgehend freigehalten werden und sich um das kümmern, was wirklich wichtig ist: nämlich das ausgiebige Testen und Bewerten von Spielen, um fachkundig ein SdJ küren zu können.
Sowas geht aber nicht mit internen Querelen plus persönlicher und finanzieller Verantwortung für das Spielearchiv. Sicherlich muss hier abgewägt werden, Bereiche, die einer Fachkompetenz in Sachen Spiel entbehren können, in professionelle Hände zu verlagern, um den anderen die Konzentration auf ihren Aufgabenbereich zu ermöglichen.
Aber, nuja, wir hier müssen's eh abwarten, und unsere Sandkastenphilosophierereien werden wahrscheinlich nicht viel bewirken. Der Austritt hat gezeigt, dass hier ja anscheinend nicht die nötige Konsequenz bzgl. solcher Umstrukturierungen vorhanden zu sein scheint. Aber vielleicht nimmt sich die Jury ja ein bisschen von der öffentlichen Resonanz zu Herzen. Schliesslich ist Ihre "Ware" ja im Prinzip fachkundige Öffentlichkeitsarbeit für das Hobby "Spiel".
Ciao,
Roman


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 57 Gäste