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Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Roman Pelek

Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Roman Pelek » 20. Februar 2001, 03:36

Hi Forum,
nachdem von den Nürnberg-Neuheiten noch nicht viel im Versandhandel erhältlich war, haben meine Freundin und ich mal wieder verstärkt im Einzelhandel eingekauft. Dabei ist mir einiges negatives aufgefallen:
Zum einen ist die sehr nette rothaarige Verkäuferin, die mich sogar beim Namen kannte, in einem meiner Spielefachgeschäfte nicht mehr anzutreffen, was ich sehr anprangere, aber ausser mir hier kaum jemanden interessieren dürfte. Zum anderen besteht der "Ersatz" nur aus Mitte-50-jährigen, desinteressierten und desinformieten Verkäuferinnen. Letzt fragte ich sie nach "San Marco", und sie rieten mir sinnbildlich quasi den Besuch eines Reisebüros denn eines Spieleladens an. Bei "Big Shot" zwar nicht gerade den Besuch eines Bordells, doch erforderte die Erkundung des Regelplatzes mit selbigem Spiel einiges an Listenwälzerei, während die nebenstehenden Computer ihr unbenutztes Dasein fristen durften. Und heute kam der Knaller: meine Freundin wollte sich "Wyatt Earp" bei ebendiesem Laden kaufen. Nachdem die Verkäuferinnen bei der Frage nach "Wyatt Earp" von Alea antworteten: "Alea, von denen werden wir normalerweise nicht beliefert". Als meine Freundin entgegnete "Wieso, das gehört doch zu Ravensburger", gerieten sie wohl in hektischen Aufruhr, kramten und suchten, wussten, dass sie das Spiel wohl führen, wussten aber nicht wo. Dann rief mich meine Freundin per Handy an, und ich beschrieb ihr detailgetreu, in welchem Regal an welchem Platz ich es zuletzt gesehen hatte, und daraufhin fand sie es auch und kaufe... Darf das wahr sein? Ist das wahr? Ich empfinde es als Frechheit, und werde ob dessen bei jeder Gelegenheit im weitaus kundenfreundlicheren, einschlägigen Versandhandel bestellen. Da hat man mir bisher fast immer besser weitergeholfen. Zumindest seit die eingangs erwähnte Verkäuferin nicht mehr ihren Dienst dort verrichtet.
Ciao,
Roman

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Ingo Kasprzak

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Ingo Kasprzak » 20. Februar 2001, 08:51

Hallo Roman
Leider, leider, leider muss ich Dir auch diesmal wieder voll zustimmen. In den Online-Shops wird man über EMail meist besser beraten, als im einschlägigen "Spielefachgeschäft". In die Ketten al la Vredes oder ToysRus braucht man sowieso nicht nach Service fragen.
Wenn man in einem Geschäft nach einem Spiel fragt, geht der/die angesprochene Verkäufer/in an den Regalen entlang und schaut, ob da was mit dem genannten Titel rumsteht. Das hätte ich auch gekonnt. Meist finde ich es dann auch schneller, weil ich mich ungefähr an Farbe und Design der Verpackung erinnern kann.
Kurzer Einschub:
Letztendlich erlebe ich ähnlich schlechten Service nur noch im T-Punkt der Telekom. Nachdem ich dort mal einem "Telecommunication-Sales-Manager" von meinem Problem mit ständigen Collisions zwischen meiner Netzwerkkarte und dem DSL-Modem berichtet habe, die durch meinen Switch angezeigt werden, riet er mir, die Geräte fest an der Wand zu montieren...!
Jetzt aber auch mal ein Lob: Durchweg gute Erfahrungen mit Beratung habe ich in diesen kleinen Spielelädchen gemacht, die meist nur durch ein oder zwei "Freaks" geführt werden und in denen es immer aussieht, wie bei Hempels unterm Sofa! Diese Leute haben meist keine Ahnung, wie man in einem solchen Laden Ordnung hält, aber sie kennen sich noch in ihrem Fach aus! Da kauf ich dann auch gerne ein.
Ciao, Kakao,
Ingo

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Ingo Kasprzak

Roman: Wie kannst Du nachts um halb 4 so gute Texte schreiben?! (ohne Text)

Beitragvon Ingo Kasprzak » 20. Februar 2001, 08:53

Ciao, Kakao,
Ingo

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Arne Hoffmann

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Arne Hoffmann » 20. Februar 2001, 09:35

Moin Ingo!
Du schriebst:
"Leider, leider, leider muss ich Dir auch diesmal wieder voll zustimmen. In den Online-Shops wird man über EMail meist
besser beraten, als im einschlägigen "Spielefachgeschäft". In die Ketten al la Vredes oder ToysRus braucht man sowieso
nicht nach Service fragen."
Das "Leider, leider leider" kann ich in vielen Faellen auch singen, so ist es nicht. In vielen Laeden suche ich auch lieber selber nach dem Spiel als erst nach einem Verkaeufer, der es dann fuer mich sucht.
Aber: wir sollten hier nicht pauschalisieren ueber die entsprechenden Ketten. Ich habe gerade in den Vedes-Filialen hier in Aachen und auch in Moenchen-Gladbach recht guten Service bekommen. Jedoch sollte man schon wissen, welche Verkaeufer/innen man ansprechen muss - das muss ich aber in jedem anderen Geschaeft auch, ist ja nicht nur bei Spielen so.
Tschoe,
- Arne -

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Ingo Kasprzak

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Ingo Kasprzak » 20. Februar 2001, 09:54

Hi Arne!
> wir sollten hier nicht pauschalisieren ueber die entsprechenden Ketten
Pauschalisieren wollte ich auch eigentlich nicht, sorry. Es ist nur so, dass bezgl. der grossen Ketten dies bisher meine einzige Erfahrung ist, so traurig das ist. Ich bin aber jederzeit bereit, das Gegenteil kennenzulernen und somit die Positiv-Quote um einen unendlichen Faktor nach oben zu korrigieren ;-) !
Meine oben genannten Erfahrungen beschränken sich zudem auch nur auf die Städte Mainz, Bochum, Castrop, Recklinghausen, Witten und Dortmund, was ja jetzt nicht die Welt ist.
Ciao, Kakao,
Ingo

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peer

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon peer » 20. Februar 2001, 10:41

Oh ja, (seufzt)
schön sind auch die Verkäufer, die wenn man sie fragt, worum es in einem Spiel denn geht, die Packung umdrehen und dir den Text vorlesen (Gerade bei Brinkmann gehabt -grrr).
Bei Karstadt kann man immerhin manchmal die Packung aufreissen (zumindest tue ich das...), aber auch da wird "interessanter Service" zelebriert: Zum einen unterbieten sich zum Teil die Regale gegenseitig (!) (Hab schon dasselbe Spiel mit drei unterschiedlichen Preisen gefunden), zum anderen wurde mir schon gesagt, dass es bestimmte Spiele nicht gibt, um sie dann selber aus unteren Regaen zu fischen. Daher nutze ich die Verramschungen bei Karstadt, aber mehr auch nicht. Für Beratung gibt es in Hamburg zum Glück Claus Voigts Das Spiel.
ciao,
Peer

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Dietmar Stadler

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Dietmar Stadler » 20. Februar 2001, 11:13

Hallo Roman,
es heißt ja auch nicht umsonst "FachverkäuferIn", von wegen 'raus aus dem Fach' und 'rein ins Fach'...
Es ist immer wieder interessant und amüsant dazu, in Spieleläden den Verkaufsgesprächen zu lauschen. Da erkundigen sich Kaufinteressierte z.B. in der Vorweihnachtszeit nach einem 2-Personenspiel und die "Fachverkäuferin" zeigt ihnen dann mehrere Möglichkeiten, wobei keines davon aber mit 2 Personen gespielt werden kann... (anzumerken ist vielleicht noch, dass es sich um eine Mitarbeiterin eines größeren Spielverlages aus dem Bodenseeraum gehandelt hat, welche in diesen Wochen als "Fachbetreuung" die restliche Crew unterstützte...).
Sicherlich sind zum Glück nicht alle MitarbeiterInnen der Spieleläden über einen Kamm zu scheren, doch ist es leider nicht von der Hand zu weisen, daß hier erheblicher Nachholbedarf in Sachen Beratung besteht.
Nachdem m.W. nach die Spielverlage sog. "Spieleschulungen" für den Handel anbieten, stellt sich die Frage, was bei diesen Veranstaltungen rüberkommt. Werden hier die "falschen" Leute seitens der Spieleläden hingeschickt, sprich gehen hier die Chefs hin und das "Fußvolk" bleibt auf der Strecke ? Oder sind die mit der Spieleschulung betrauten Mitarbeiter der Spielverlage pädagogisch nicht in der Lage das Wichtigste über ein Spiel zu vermitteln ?
Ich denke, daß hier sowohl die Spieleläden gefordert sind, die notwendigen "Fortbildungen" für ihre Mitarbeiter auf die Beine zu stellen. Man möchte doch schließlich weiter behaupten können: Der Kunde ist König. Dies beinhaltet aber m.E. vor allem eine gute Beratung.
Des weitern müsste es auch im Interesse der Spielverlage liegen, daß ihre Spiele von den FachverkäuferInnen im Spieleladen auch den potentiellen Käufern erklärt werden können. Denn nur wenn ein Spiel dem Kunden "schmackhaft" gemacht werden kann, wird dieser dieses auch käuflich erwerben. Dies ist sicherlich und gerade bei Gelegenheitskäufern der Fall (z.B. bei der Suche nach einem Geschenk), welche ansonsten eben zu etwas anderem greifen (z.B. einem Buch - was nicht unbedingt schlechter sein muss...).
Nice dice
Dietmar

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Dani-spielbox

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Dani-spielbox » 20. Februar 2001, 11:42

Hallo,
jetzt muss ich doch mal in die Bresche springen für meinen Lieblingsladen. Er gehört zur Vedes-Kette (was ich erst herausfand, als sie die Siedler von Nürnberg hatten, sonst sieht man es nicht) und ist ein wunderschöner Spielwarenladen mit Tradition (demnächst 125 Jahre in Duisburg). Schon meine Mama hatte ihre Puppen von da... ;-)
Aber ich schweife ab: Auf jeden Fall wird man dort gut beraten, der Chef selbst spielt auch (ist so knapp über 30), jedes Spiel kann man aufreissen und reingucken und alle zwei Wochen gibt's dort einen Spieleabend, bei dem alles probiert werden kann, was die Regale so hergeben. Dadurch ist mir schon mancher Fehlkauf erspart geblieben... ;-)
Ehrensache, dass wir die Spiele, die dort getestet wurden, auch da kaufen, auch wenn sie nicht mit z.B. Adam spielt mithalten können. Außerdem ist die Auswahl recht groß, ob nun Krimsu's Spiele oder High Bohn, alles da.
Na ja, Schluss mit der Werbung, es gibt auch genügend Läden ohne Beratung, aber ich wollt's nicht gar so schlimm aussehen lassen.
Viele Grüße,
Dani

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Ralf Abilgaard

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 20. Februar 2001, 12:06

<gerieten sie wohl in hektischen Aufruhr, kramten und suchten, wussten, dass sie das Spiel wohl führen, wussten aber nicht wo.>
In Läden, die so groß sind, daß die Verkäufer erst in Listen nachsehen müssen, wo denn ein bestimmtes Spiel steht, kaufe ich eigentlich nie ein (Wieviel Regalmeter Spiele haben die denn?). Wie soll sich in einem so großen Laden eine VerkäuferIn einerseits mit allen Spielen auskennen und andererseits noch das komplette Sortiment von Baby Born über Furbys bis hin zu sämtlichen tausend Harry Potter Artikeln, die in der nahen Zukunft die Läden überschwemmen werden, zurechtfinden. Aus Rationalisierungsgründen ist man in en meisten Spielwarengeschäften von VerkäuferInnen, die für eine spezielle Abteilung allein zuständig sind abgekommen. Ebenso läßt man es an der Schulung der Mitarbeiter mangeln. Wenn eine VerkäuferIn sich über ein Spiel genauer informieren will, oder sogar mal die Spielregel lernen bzw. probespielen will, dann ist das sein / ihr Privatvergnügen, welches er nicht in der Arbeitszeit zu tun hat, so verkaufsfördend das auch sein mag. Den einzigen Anreiz für so etwas stellen höchsen evtl. Verkaufsprovisionen dar, die man bei größerem Umsatz erhält. Doch die Rechnung: Besserer Service = größerer Umsatz = höherer Verdienst, geht leider nicht immer auf und das Frustrationspotenzial bei den Angestellten ist relativ hoch.
Obenderin hat die Ausdünnung des Einzelhandels (vor 15 Jahren gab es in meiner Heimatstadt noch drei große Spielwarenläden - heute ist es noch einer) zu dem Effekt "der Kunde Kauft sowieso" geführt. Viele Möglichkeiten für den anderweitigen Erwerb gibt es oft gar nicht - auch bei Dir in Mainz. Im Endeffekt habt Ihr das Spiel ja gekauft (und gleich wieder vernichtet, wenn ich Dein anderes Posting richtig in Erinnerung habe :-) ). Warum habt Ihr nicht die Abstimmung mit den Füßen betrieben und das Spiel woanders gekauft - nur weil es erst in wenigen Läden zu haben war? War die Sucht wirklich so groß? Du hast doch wahrhaftig genug andere Spiele, die Du sicherlich viel zu selten spielst.
Aber woran liegt diese Servicewüste? Einerseits daran, daß sich der Handel an den anspruchslosen Umgang mit Kunden gewöhnt und der Kunde sich lange nicht dagegen gewehrt hat. Mittlerweile ist beim Kunden auch gegenüber Händlern der Eindruck entstanden: "der will mich nur abzocken und sucht nur seinen eigenen Profit". An den ehrlichen Kaufmann glaubt heute kaum noch einer.
Andererseits ist auch kaum ein Kunde bereit, den Service zu bezahlen. Das ist nicht nur bei den Spielwaren der Fall, gerade auch im Hifi Geschäft (in dem Du meines Wissens tätig bist) kommt das oft vor. Ein Freund von mir arbeitet in einem guten Hifi Geschäft. Viele Kunden lassen sich dort beraten und kaufen dann im Discounter oder im Internet:-( Und das ist auch bei Spielen, wenn auch weniger ausgeprägt der Fall. Wenn Du nur noch im Inernet Deine Spiele kaufst und Du mit ein paar Informationen per email zufrieden bist, dann werden die Fachgeschäfte immer weniger werden. Gerade bei anspruchsvollen Spielen haben die Läden und das Internet die gleiche Klientel.
Es ist ein Teufelskreis, der so schnell nicht durchbrochen werden wird. Der große Handel wird auch weiterhin aus Kostengründen seinen Service nur mäßig verbessern, die Spieler für anspruchsvolle Spiele werden immer mehr zum Internethandel abdriften. Einige kleine Läden werden versuchen noch in der Nische Fuß zu fassen.
Schau Dich mal um. Es gibt ihn sicherlich auch in Deiner Gegend: Den kleinen Laden, in dem die Verkäufer (meistens auch gleichzeitig die Besitzer) eine Ahnung von den Spielen haben, Du Dir den Schachtelinhalt ansehen und evtl. auch probespielen kannst. Teilweise leihen diese Läden die Spiele sogar aus. Viele dieser Läden gibt es nicht mehr und als Nachteil wirst Du dort Wyatt Earp auch nicht unbedingt jetzt schon bekommen, da die Großbestellungen von den Verlagen oft bevorzugt werden.
Also viel Glück beim Suchen, vielleicht findest Du ihn ja noch: Deinen kompetenten Spieleladen, möglichst in Laufweite.
Gruß,
Ralf

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David Frogier

re: Problem liegt bei Käufer und Händler

Beitragvon David Frogier » 20. Februar 2001, 12:34

Hast du schön formuliert, Ralf
:o)
ich denke auch, das Problem ist ein "gewachsenes": Die Ware "Spiel" ist etwas, das sich offenbar sehr gut ohne Fachverkäufer an den Mann bringen lässt: Dich spricht ein Spiel, von der Verpackung an, du liest dir den Text durch, du kaufst es.
(ich rede jetzt nicht von den Vielspielern, aber den fetten Umsatz macht man meines Wissens ja gerade mit den Gelegenheitsspielern)
Interessanterweise ist es aus der Erfahrung auch so, dass Leute, die sich ein Spiel gekauft haben, es am Ende auch überwiegend "gut" finden (es sei denn, es steht im Schrank und wird nie ausgepackt); ich glaube da ist so ein kleiner Mechanismus im Kopf der den Leuten sagt "ich hab das jetzt gekauft, also muss es gut sein" - vielleicht fehlt Gelegenheitsspielern da auch der Überblick über die Szene.
Man schaue sich auch mal umgekehrt um, wieviele Käufer im Laden denn überhaupt Beratung wollen: Das ist ja gerade mit ein Grund für den umwerfenden Erfolg eines "Spiel des Jahres". Natürlich hängt das auch damit zusammen, dass sie es nicht anders gewöhnt sind, aber viele kämen gar nicht auf den Gedanken, dass das anders sein könnte, und man (um bei Ralfs Beispiel zu bleiben) wie beim HiFi-Fachverkäufer eigentlich einen Service verlangen könnte.
Ich hatte das Aha-Erlebnis auch erst mit Beginn meines Studiums. Was man nicht kennt, erwartet man eben auch nicht.
Ich fürchte übrigens, dass nicht in jeder Stadt ein "Nischenladen" existiert, und auch in so einem Laden kann übrigens der Service grauenhaft sein: Ich hatte in meiner Heimatstadt mal einen kleinen Bücherladen, dessen Besitzer sich sicherlich umfassend und aktuell mit Fantasy auskannte, aber es war ein dermaßen unfreundlicher Typ, dass ich nie was gekauft habe.
Ich gebe Ralf allerdings recht, dass wir "Vielspieler" die kleinen Händler unterstützen sollten, gerade auch indem wir die Gelegenheitsspieler drauf aufmerksam machen. Es ist immer wieder schön mit anzusehen, wie Leute begeistert sind, wenn sie auf einmal tatsächlich ein gutes Spiel gekauft haben... Ich ziehe auch jeden Buchladen, in dem ich persönlich beraten werde, einer Kette vor - auch auf die Gefahr hin, dass ich mal zwei Tage auf das Buch warten muss, weil es nicht da ist.

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Volker L.

re: Gibt's noch "FachverkuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Volker L. » 20. Februar 2001, 13:18

Ich hatte gestern ein Stueck weiter unten schon einen
Beitrag geschrieben, der sich teilweise mit diesem
Thema befasst, den haenge ich hier unveraendert nochmal
an, auch wenn da einiges drin steht, was andere schon
auf Deine Frage geantwortet haben.
Ergaenzend moechte ich erwaehnen, dass das von mir
gewaehlte Beispiel sich an einem tatsaechlich
existierenden Laden orientiert.
(BTW einer der drei Laeden, die ich in die
Einkaufsquellen-Liste einzutragen gedenke, sobald KMW
meine Vorschlaege zum Eingabeformular umgesetzt hat)
Es handelt sich dabei um einen ziemlich grossen
Spielwarenladen, der u.A. ueber eine gut sortierte
Spiele-Abteilung und ueber kompetentes Fachpersonal
verfuegt. Ganz besonders eine Verkaeuferin anfang bis
mitte 30 beraet ahnungslose Kunden sehr gut, wie ich
danebenstehend schon mehrfach erleben durfte, allerdings
klagt auch diese Verkaeuferin darueber, dass sie sich
auf eigene Kosten in ihrer Freizeit weiterbilden muss,
wenn sie an irgendwelchen Seminaren oder Messen
teilnehmen will.
Gruss, Volker
*******************************************************
Kopie von weiter unten (Titel "Kompetente Beratung"):
> da wären wir bei einer ganz anderen Frage: Warum
> verlangt in Deutschland offenbar kein Käufer vom
> Spielehändler die Fachkompetenz, die er in einem
> Buchladen erwartet, nämlich, dass in den VEDES
> oder Müller oder Kaufhof oder sonstigen
> Ketten-Geschäften und ihren Abteilungen keine Verkäufer
> stehen, die morgen auch Parfüm verkaufen könnten, und
> außer dem Spiel des Jahres kein Spiel gespielt haben!?
Fachverkaeufer kosten mehr Geld als Aushilfskraefte.
Die grossen Ketten versuchen immer, Personalkosten
einzusparen, indem sie nicht mehr fuer jede Abteilung
(Buecher, Kleidung, Spielwaren, Elektroartikel etc)
je zwei speziell dafuer geschulte/informierte Kraefte
einstellen (so dass immer einer da ist, wenn der andere
Mittagspause hat), sondern fuer alle 4 Abteilungen
isngesamt 5 oder 6, die dann immer da eingesetzt werden,
wo es gerade noetig ist. Dagegen wird man kaum etwas
machen koennen :-(
Die kleinen Fachgeschaefte, die sich durchaus noch
Fachverkaeufer leisten, koennen wegen der hoeheren
Personalkosten und des geringeren Mengenrabatts
preislich nicht mit den grossen Kaufhausketten und
Versandhaendlern mithalten und sterben allmaehlich aus
(das trifft die meisten Branchen, nicht nur Spiele).
DAGEGEN koennen wir etwas machen: oefters mal dort
ein Spiel fuer 25,- DM kaufen, auch wenn wir genau
wissen, dass es 100m weiter bei Karstadt nur 22,95 DM
und bei Adam Spielt 19,80 DM kostet!
Gruss, Volker

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Brigitte Ditt

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Brigitte Ditt » 20. Februar 2001, 14:26

das Problem mit verschwindenden Fachverkäuferinnen kenne ich.
In den nächsten Monaten werden die beiden besten Verkäuferinnen unserer Gegend in Mutterschutz gehen.
Brigitte

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Henrik Schrader

re: Problem liegt bei Käufer und Händler

Beitragvon Henrik Schrader » 20. Februar 2001, 15:53

Hi David !
Bei einm Buchladen mag das ja gehen, die haben eine Preisbindung. Soll heißen der kleine Buchladen unterscheidet sich hauptsächlich durch seinen Service.
Bei Spieleläden ist das leider anders, große Ketten und
Internethändler haben halt deutlich niedrigere Preise als ein Spieleladen um die Ecke und der Kunde kauft halt da wos billig ist, Service hin oder her das ist dann ja nebensächlich.
Leider,vieleicht wäre ja eine Preibindung die Lösung.
Henrik

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Sven

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Sven » 20. Februar 2001, 16:23

Hallo Dietmar!
Von einem Freund,der selber oft an solchen Spieleschulungen teilnimmt weiß ich ,daß viele Verkäuferinnen dort nur gezwungenermaßen ihre Zeit absitzen und sich lieber über die neuesten Errungenschaften der Mode -& Kosmetikindustrie unterhalten .Schade um die Zeit,die Verlagsmitarbeiter mit solchen Schulungen verschwenden.Für die Kunden springt dabei wohl kaum etwas heraus.
Gruß Sven

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

re: Problem liegt bei Käufer und Händler

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 20. Februar 2001, 17:14

Was die Preisbindung betrifft: In einem der beiden vergangenen Deutschlands hatten wir ja 40 Jahre Preisbindung für alles. So weit ich das bei meinen Besuchen mitbekommen habe, war das auch nicht die Lösung und jenes Deutschland war vor über 10 Jahren bankrottt. Auch da gab es freundliche und kometente Verkäufer und solche, für die die Kunden offensichtlich ein Störfaktor waren.
Was den kleinen Laden mit kompetenten spielebeisterten Besitzern/Verkäufern betrifft, bin ich in der glücklichen Lage zwischen dem Heidelbär in Heidelberg und dem Spielwarenladen in Wiesloch pendeln zu können. Für den beratungsfreien Mainstream bleibt dann noch Vedes (auch sehr nette Leute) in HD Rohrbach und der hiesige Toys'R'Us in HD.

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Roland G. Hülsmann

re: Problem liegt bei Käufer und Händler

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 20. Februar 2001, 17:20

"spielebeisterten" soll natürlich "spielebegeisterten" heißen.
SORRY.

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David Frogier

re: Problem liegt bei Käufer und Händler

Beitragvon David Frogier » 20. Februar 2001, 17:27

Hallo Henrik,
jein
die Frage ist, wen du als "der Kunde" vor Augen hattest
Service ist nicht nebensächlich. Wenn du in einer Kette ohne kompetente Beratung per Trial and Error Spiele kaufen musst, bis du eines findest, das gut ist, zahlst du drauf;
Das mit dem Internet ist etwas anderes. Da kaufen vor allem die Vielspieler und Freaks ein. Also müsste sich jeder von uns selbst an die Nase greifen, ob er in Zukunft lieber kompetente Spiele-Läden, oder billige Preise will. Wie unsere Lebensmittelskandale zur Zeit zeigen (ich weiß, Pöppel und Birnen...), tut Verramschung nie gut - auf lange Sicht schadet sie dem ganzen Marktsegment.

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Sönke Weidemann
Kennerspieler
Beiträge: 531

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Sönke Weidemann » 20. Februar 2001, 18:15

Hi!
Sicherlich ist es richtig, über die Qualifikation im Spiel(waren)fachgeschäft nachzudenken. Genauso richtig ist es auch, darauf hinzuweisen, daß gerade in den Vedes-Ketten die VerkäuferInnen über tausende von Artikeln Bescheid wissen müssen (und das sogar, das erlebe ich immer wieder, mit einer großen Detailkenntnis). Da bleibt für die spezielle Qualifikation im Spielebereich nicht viel Zeit übrig.
Doch bevor man nur darüber jammert, kann man doch selbst was dagegen tun! Ich glaub, ich hab´ das hier schon mal früher gepostet, aber: warum nicht selbst tätig werden? Vor ein paar Jahren hörte ich eher durch Zufall, daß unser örtlicher Vedes-Händler jemanden sucht, der einmal im Monat für die Belegschaft Spiele erklärt. Ich habe mich da einfach mal gemeldet mit der Folge, daß ich jetzt nicht nur seit Jahren den Kollegen dort Spiele erkläre, sondern auch an den Adventssamstagen im Laden stehe und die Kunden berate (die übrigens viel aufgeschlossener sind, als man denkt und längst nicht immer nur das SdJ suchen).
Gut, das ist natürlich ein Zeitaufwand, den nicht jeder erübrigen kann, aber abgesehen davon, daß das unheimlich viel Spaß bringt, denke ich schon, daß man so an der Verbreitung des Kulturgutes Spiel beitragen kann.
Probiert das doch einfach mal aus, fragt Eure örtlichen Händler, ich kann mir vorstellen, daß Ihr offene Türen einrennt.
Gruß Sönke (der sich ansonsten auch über den prima Service der Adams und von Claus Voigt freut)

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Roman Pelek

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Roman Pelek » 21. Februar 2001, 12:19

Hi Ralf,
[Wo kaufen? / Selbstbestimmung]
>Im
Endeffekt habt Ihr das Spiel ja gekauft (und gleich wieder vernichtet, wenn ich
Dein anderes Posting richtig in Erinnerung habe :-) ).<
Ja <grins>
>Warum habt Ihr nicht
die Abstimmung mit den Füßen betrieben und das Spiel woanders gekauft -
nur weil es erst in wenigen Läden zu haben war?<
Dies war der einzige Laden, der es schon führte. Zur Abstimmung mit den Füssen: wir haben hier in Mainz auch einen (teilweise noch teureren) Spieleladen, den ich häufig besuche. Da sie noch keine Neuheiten führen, ich wir sie aber erst vor Weihnachten mit einem Großeinkauf von älteren Spielen und jüngst beim Ausverkauf von einigen "Ladenhütern" beglückt haben, kamen die nicht so schlecht weg, dass ich da Skrupe hätte :)
>War die Sucht wirklich so
groß? Du hast doch wahrhaftig genug andere Spiele, die Du sicherlich viel zu
selten spielst.<
Es geht, wie ich in einem anderen Posting schrieb. Auf viele Spiele habe ich nur gelegentlich Lust, und wenn ich sehe, wie viele ältere Spiele ich in letzter Zeit wieder gerne gespielt habe, ist das okay.
Aber, ich muss sagen, ich stehe auf Abwechslung, wie beim Essen so beim Spielen. Ich muss Spiele nicht "totspielen", bis ich das letzte Eckchen Taktik aus Ereigniskarte XY erkundet habe. Zumal sich das auch als ungut erwiesen hat - man verliert die Lust am Spiel und zudem haben Spieleneulinge es dann schwer, auch nur ein bisschen gegen einen anzukommen. Und da ich in vielen Runden mit vielen Gelegenheitsspielern spiele, erweist sich das als sehr vorteilhaft. "Java" und auch "San Marco" mag ich schon fast nicht mehr auf den Tisch bringen, da meine Freundin und ich zu klar im Vorteil sind mit Neulingen.
>Andererseits ist auch kaum ein Kunde bereit, den Service zu bezahlen. Das
ist nicht nur bei den Spielwaren der Fall, gerade auch im Hifi Geschäft (in
dem Du meines Wissens tätig bist) kommt das oft vor. Ein Freund von mir
arbeitet in einem guten Hifi Geschäft. Viele Kunden lassen sich dort beraten
und kaufen dann im Discounter oder im Internet:-(<
Das Problem umgeht sich bei mir quasi von selbst, da wir die "gängigen" Marken den Discountern überlassen und nur im Preissegment darüber tätig sind. Bei der Massenware ist Service/Beratung aufgrund der Gewinnspannen (sofern man die noch so nennen kann) nicht bezahlbar - und von Dir geschildertes Problem ergibt sich.
>Und das ist auch bei
Spielen, wenn auch weniger ausgeprägt der Fall. Wenn Du nur noch im
Inernet Deine Spiele kaufst und Du mit ein paar Informationen per email
zufrieden bist, dann werden die Fachgeschäfte immer weniger werden.<
Die paar Informationen per E-Mail, die ich bei Bestellungen im Internet erhalte, sind kompetenter und fundierter als die im guten Spieleladen, da die selbst nicht jedes Spiel so gut kennen - zumal sie auch noch Rollenspiele, Tabletops etc. führen.
>Gerade bei anspruchsvollen Spielen haben die Läden und das Internet die
gleiche Klientel.<
Ja, nur es gibt für mich immer weniger Gründe, wirklich in einen Spieleladen zu gehen, wenn ich solche Debakel sehe. Wenn ich bessere Beratung, besseren Service und günstigere Preise im Internet bekomme - und in genanntem Laden auch die Spieleschachtel nicht aufmachen darf - brauch ich ihn nicht mehr. Dann gehe ich da wirklich höchstens hin, wenn die was da haben, was mich brennend interessiert, und noch kein anderer führt...
> Es ist ein Teufelskreis, der so schnell nicht durchbrochen werden wird. Der
große Handel wird auch weiterhin aus Kostengründen seinen Service nur
mäßig verbessern, die Spieler für anspruchsvolle Spiele werden immer mehr
zum Internethandel abdriften. Einige kleine Läden werden versuchen noch in
der Nische Fuß zu fassen.<
So sieht es ja jetzt schon aus. Nur wenn die Beratung nicht das hohe Niveau der Preise hält, dann wird's eben schwer...
Ciao,
Roman
Zum P.S.: ja, ich habe auch so einen kleinen Laden, den ich trotz seiner hohen Preis ab und an gerne unterstütze. Nur wurde der halt noch von nix beliefert - aber es gibt ja noch genug Neuheiten, die auch der irgendwann führen wird - und nicht alles wird sofort gekauft. San Marco, Capitol und Wyatt Earp waren willkommene Abwechslungen in der Neuheitenwüste ;-)

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Gabi Goldschmidt

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 21. Februar 2001, 16:13

Hallo Dani,
kannst Du mir bitte den Namen und die Adresse dieses Spieleladens zumailen, da mein Bruder sich dort häufiger aufhält und mir dort dann Spiele besorgen kann.
Danke.
Gabi

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Peter Minas

[OT] re: Roman: Wie kannst Du nachts um halb 4 so gute Texte schreiben?! (ohne Text)

Beitragvon Peter Minas » 21. Februar 2001, 20:35

Ich fordere sofortigen Haartest für Roman Pelek.
SCNR
Pitjes

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Gabi Goldschmidt

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 22. Februar 2001, 11:57

Hallo Ingo,
falls Du in den angegebenen Städten (außer Mainz) mal einen guten Laden entdecken solltest, gibst Du mir dann bitte einen Tip, da ich in den gleichen Städten unterwegs bin.
Danke.
Gabi
(Bei Lütgenau in Dortmund kann man übrigens auch Spiele ausleihen...)

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Achim Ammon

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Achim Ammon » 22. Februar 2001, 12:43

Es ist schon bezeichnend, dass sich niemand vom Einzel-(Fach-)Handel hier verteidigt. Jeder der sich für sein Geschäft interessiert, muss eigentlich diese Seite kennen. Der Versandhandel sowie das Internet allgemein sind nur deswegen so stark, da der stationäre Handel seine Hausaufgaben nicht macht. Sorry!!
mfg Achim Ammon

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KMW

re: Gibt's noch "FachverkäuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon KMW » 22. Februar 2001, 12:55

Die Tipps hätten wir auch gern auf unserer Seite "Einkaufsquellen". Das was bisher dort eingetragen wurde, kann doch noch nicht alles an Spieleläden sein, die es hierzulande gibt...
KMW

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Volker L.

re: Gibt's noch "FachverkuferInnen" im Sektor Spiel?

Beitragvon Volker L. » 22. Februar 2001, 13:32

> Die Tipps hätten wir auch gern auf unserer Seite
> "Einkaufsquellen". Das was bisher dort eingetragen
> wurde, kann doch noch nicht alles an Spieleläden sein,
> die es hierzulande gibt.
Ist es ganz sicher nicht. Vielleicht haben noch mehr
Leute so wie ich entschieden, mit dem Eintragen zu
warten, bis das Eingabeformular mit den von Dir fuer
gut befundenen aber aus Zeitmangel zurueckgestellten
Ergaenzungen versehen ist?.
Gruss, Volker
P.S.
Das ist nicht als Draengeln gemeint, nur als Erinnerung,
damit Du es bei der vielen sonstigen Arbeit nicht doch
noch vergisst.


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