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Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Ralf Abilgaard

Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 20. Februar 2001, 12:54

Hallo Leute,
Manchmal glaube ich ich bin im falschen Film. Es geistert wieder ein Phänomen durchs Forum, das bereit kurz vor Essen schon einmal aufgetaucht ist: Schon im Vorfeld der Nürnberger Messe fragt alles nach den Neuheiten. Roman nimmt unfreundliche Bedienung in Kauf um unbedingt so schnell wie möglich Wyatt Earp zu bekommen. Ein Posting ums Andere fragt: "Habt Ihr schon das und das Spiel irgendwo gesehen?", "Wann erscheinen die Neuheiten von soundso?", etc. Es wird nach der Qualität von Spielen gefragt, die selbst die Kritiker höchstens einmal gespielt haben. Wozu?
Mal ehrlich, ist Euch allen schon wieder so langweilig? Habt Ihr in den dreieinhalb Monaten, die seit Essen vergangen sind bereits alles mehrmals durchgespielt und der Krempel kommt Euch schon zu den Ohren raus? Oder habt Ihr nur den Thrill beim Spielen, wenn ihr brandneues in den Händen habt?
Ich gebe zu, die Fragen sind ein wenig provokant, aber ich stelle fest, daß über einige Spiele aus Essen hier noch gar nichts geschrieben worden ist und ich muß gestehen, daß ich trotz mehrmaligem wöchentlichem Spielen und der Teilnahme an einem dreitägigen Spielewochenende hier noch immer ein paar Spiele stehen, die ich noch nicht gespielt habe. Obendrein haben meine Mitspieler auch Lust das eine oder andere Spiel mehrmals zu spielen. Am gestrigen Spieleabend hatten wir fünf Leute dabei, die alle noch nie La Cittá gespielt hatten - gab einen guten Anfängertisch.
Zugegeben, die Renner des Herbstes sind mitlerweile ausgemacht und die 300. Partie Carcasonne wird sicherlich irgendwann langweilig. Aber Es hat mich animiert mal wieder El Caballero herauszunehmen. Aber auch Spiele, die nicht gleich in aller Munde waren können recht gut sein, einfach mal ausprobieren!
Nicht, daß ich nicht gerne neue Spiele spiele und "Im Zeichen des Kreuzes" und "Africa" haben mich sehr angesprochen, gespannt bin ich auch auf "Chip,chip, Hurra", "Gnadenlos" und "Die Suche". Doch bis die Teile endlich auf dem Markt sind, werde ich mich an all den vorhandenen Spielen erfreuen.
Wenn ein paar Threads tiefer, die fehlende Innovation bei hoher Quantität bemängelt wurde, so liegt das auch daran, daß auch die Spieleszene schnellebig geworden ist und nach dem Neuen giert. Kaum ein Spiel hält sich in den Verlagen heute noch länger als drei bis vier Jahre, wie die diesjährige Streichliste ja anschaulich belegt. Schaut Euch nur die Aufregung um "Tal der Könige" an. Kaum geht die Szene davon aus, das es auf der Streichliste steht, preist jeder die Qualitäten des Spiels, aber kaufen tut es trotzdem keiner (bei dem VK sicherlich nachzuvollziehen, aber seit über einem Jahr hat auch kaum noch einer ein "Euphrat & Tigris" zum regulären Preis kaufen wollen). Die Verlage sind gezwungen möglichst viel Neues auf den Markt zu bringen und darunter befinden sich dann halt nur wenige herausragende Spiele. Die Menge der Top Spiele, die in einem Jahr erscheinen wird halt nicht größer, aber das ist eigentlich auch gar nicht notwendig.
Also, wartet doch noch en bisschen auf die Neuheiten und verkürzt Euch die Zeit mit Spielen. die bereits auf dem Markt sind.
Gruß,
Ralf (der ganz enttäuscht war, daß sich in dem Paket von Dickie Tamiya, welches der Postbote wärend des Schreibens brachte kein "Africa" befand :-( )

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Peter Minas

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Peter Minas » 20. Februar 2001, 13:26

In allen Punkten, ja, pflichtbei.
Neugier ist wohl ein fressüchtiges, nimmersattes Monster, das uns treibt.
Wer ist "Dickie Tamiya"?
Gruß
Pitjes

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Bernd Menzel

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Bernd Menzel » 20. Februar 2001, 14:10

Ich stimme im Wesentlichen zu. Auch ich habe einige Spiele im Schrank, die ich erst einmal oder sogar noch gar nicht gespielt habe.
Einige Male habe ich mich auch geärgert, weil ein Spiel, dass ich unbedingt gleich haben musste, dann doch nicht so toll war bzw. weil es ein halbes Jahr später wesentlich billiger war. Ich hab' jetzt für mich beschlossen: Lieber warten und ausprobieren und dann die 3 oder 4 Spiele kaufen, die mir wirklich gut gefallen.
Bernd

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Ralf Abilgaard

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 20. Februar 2001, 14:45

Die japanische Modellbaufirma. Ihres Zeischen Mutter- oder Schwesterfirma von Goldsieber.
Gruß,
Ralf (der heute Abend leider nicht spielen kann, da er Vorstandssitzung in der Spielerei e. V. hat :-( )

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Arno C. Hofer » 20. Februar 2001, 14:48

Wie gut haben's da Orte, Städte etc., in denen es Ludotheken gibt. Da gibts nicht nur alle Spiele zum Ausprobieren - sondern auch fachkundige Beratung durch die LudothekarInnen. Danach kann man sich entscheiden, wo, bei wem, ich welches Spiel erstehe, wenn mein "fresssüchtiges Monster" mit mir durchgeht. Oder ich geh' nochmal in die Ludothek, um das Spiel eventuell mit anderen SpielpartnerInnen auszuprobieren...
Liebe Grüßss. Arno

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ralph

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon ralph » 20. Februar 2001, 16:38

hallo leute,
ich kann ralf's kritik natürlich verstehen, aber leider kann sie daran nichts ändern, dass es nun einfach verdammt spannend ist, wenn so schön langsam die neuen spiele in den läden ankommen und man es kaum erwarten kann, wann denn endlich das heiss ersehnte teil (in meinem fall: big deal!) dabei ist. ich bin froh, dass ich in dem spieleladen, in dem ich immer einkaufe, ganz und garnicht die verkäuferInnen nerve. die freuen sich über meine häufigen besuche, und wir haben uns immer wieder neue spielenews zu berichten.
spielen ist nun mal in meinem fall 'ne (süsse!) sucht, und ich kauf auch mal ganz gern einfach ein spiel, nur weil's gut ausschaut. klar fällt man da auch mal auf die schnauze, aber so wenig ich ein buch aus der bibliothek ausleihen mag, so ungern mach ich das selbe mit den spielen in 'ner ludothek. wenn ich was spielen will, dann muss es schon meins sein. so ist das bei mir eben! ich weiss, manchmal bin ich da schon ein bisschen irre, aber auch wenn ich schon längst keinen platz mehr für neue bretter habe, ich kann nicht anders!
so geht es einem, der glücklich ist über alle spiele die er schon besitzt, und es dennoch kaum erwarten kann, alle neuheiten zu kaufen, kaufen, kaufen ...
liebe grüsse
der ralph (, der heute noch 'troia' spielen will! au ja, is ja meins!)

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Ralf Abilgaard

[OT] Bid deal

Beitragvon Ralf Abilgaard » 20. Februar 2001, 16:46

Also Big Deal ist seit ca einer Woche zu haben. Ich habe bisher die Regel durchgelesen und es kurz angespielt. Mich hat's nicht so sehr vom Hocker gehauen. Die Graphik ist obendrein auch noch gewöhnungsbedürftig.
Gruß
Ralf

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S.Gienke

Bist Du der Marketingdirektor der dt. Brettspielproduzenten ?

Beitragvon S.Gienke » 20. Februar 2001, 17:35

Eins steht fest, die Neuerscheinungen braucht man nicht abzuwarten, um zu wissen, daß sich bei einem Großteil der Neuerscheinungen die erhobenen Thesen bestätigen werden ... German Type of Games - the same p. as every year ...
S.Gienke

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Ralf Abilgaard

re: Bist Du der Marketingdirektor der dt. Brettspielproduzenten ?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 20. Februar 2001, 18:05

Tut mir leid, aber die Frage verstehe ich nicht. Wieso betreibe ich Werbung für die dt. Brettspielproduzenten, weil ich den Sachverhalt, daß alles nach Neuheiten giert (ich zum Teil ja auch) schildere?
Obendrein finde ich Deine abfällige Bemerkung über die "deutschen Spiele" etwas merkwürdig. In welchem Land findest Du denn eine größere Spielevielfalt als hier? (Jetzt oute ich mich ungewollt doch als Marketingdirektor) und obendrei sind sehr viele Spiele, die hier erscheinen von ausländischen Autoren.
Was ist nach Deiner Meinung ein "Germam Type of Games"?
Ehrlich gesagt ist mir eine ausformulierte sachliche Antwort lieber als eine reißerische fette Überschrift.
Gruß,
Ralf

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Markus Barnick

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Markus Barnick » 20. Februar 2001, 22:54

Du sprichst ein Problem an, das mich auch schon lange beschäftigt. Früher war ich mit Caffee international und Adel verpflichtet und Lancelot zufrieden und glücklich und heute habe ich einige dutzend Spiele im Schrank, davon einige sogar noch ungespielt. Letzthin hat jemand zu mir gesagt: "Bei dir habe ich noch nie ein Spiel doppelt gespielt."
Irgendwo ist es anscheinend doch eine Sucht. Mich interessiert einfach das Neue, das Material, die schönen Steine, die neue Idee. Auch spiele ich nicht nur um einfach zu spielen, sondern um auch Leute kennenzulernen. Z.B. auf der Messe Ronald Hofstätter oder Uwe Walentin oder Dirk Geilenkeuser. Wenn ich es dieses Jahr endlich mal schaffe, nach Essen zu kommen, freue ich mich auf ein Zusammentreffen mit Carsten Wesel, Roman Pelek und wer mir halt noch über den Weg läuft. - Hoffentlich muss ich dann nicht 4 Tage lang durchspielen...
Markus
(der immer noch kein Carcassonne hat)
(und der weiß, daß auch Spielen nicht die Hauptsache im Leben ist - aber die schönste Nebensache der Welt)

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cristinus
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Beiträge: 348

re: Bist Du der Marketingdirektor der dt. Brettspielproduzenten ?

Beitragvon cristinus » 20. Februar 2001, 23:03

Ralf,
ich glaube was Stefan mit "German Type Games" meint, ist die Tatsache, daß viele "Deutsche" Spiele mehr Wert auf den Spielmechanismus als auf das Thema eines Spiels legen. Nimm zum Beispiel "Gott" Knizia. Seine Spiele sind, meiner Meinung nach, zu oft verkappte Rechen- und Kalkulationsaufgaben, mit einem mehr als dünnem Thema. Irgendwie fehlt mir da Fleisch und Blut, ja die Seele eines Spiels schlechthin. Wenn ein Spiel den Mechanismus so stark über die Thematik stellt find ich es einfach zum Gähnen langweilig. Natürlich ist das mein persönlicher Geschmack, aber die "Geman Games" könnten in Zukunft die Thematik mehr in den Vordergrund stellen. Und wenn ich von Kramer nochmal einen "Tikal/Torres/Java"-Ableger sehen muß, fang ich echt an daran zu glauben, daß Marketingaspekte und potentielle Verkaufszahlen über der Qualität und Originalität eines Spiels liegen. Um den Kreis zu schließen, ich weiß, daß die amerikanischen Spiele oft einige Mängel hatten (speziell Avalon Hill): Regelkonvolut, Counterflut usw, aber in ihrer thematischen Ausrichtung waren sie wirklich unschlagbar. Du konntest in "Blackbeard" ein Pirat sein und die Karibik unsicher machen, in "Republic of Rome" als römischer Senator Geschichte schreiben, mit "Hannibal" die Alpen überqueren, dir in "Gunslinger" High Noon-Stimmung bereiten. In der Beziehung könnten sich die meisten deutschen Spieledesigner eine Scheibe abschneiden.
Gruß
christian

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Carsten Wesel

re: Essen durchspielen

Beitragvon Carsten Wesel » 21. Februar 2001, 08:35

> Wenn ich es dieses Jahr endlich mal schaffe, nach
> Essen zu kommen, freue ich mich auf ein Zusammentreffen
> mit Carsten Wesel, Roman Pelek und wer mir halt noch
> über den Weg läuft. - Hoffentlich muss ich dann nicht
> 4 Tage lang durchspielen...
Das kann aber passieren - du solltest also ausgeschlafen nach Essen kommen.
Gruß Carsten (Warum Essen, wenn nicht durchspielen?)

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Heino Ehlers

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Heino Ehlers » 21. Februar 2001, 10:00

Hallo Ralf,
auch ich stimme diir allgmein zu.
Vor ein Paar Jahren noch hatte in Hannover die Ramschtische leergefegt, alles voller Spiele und kaum was dabei, was mir wirklich gefiel...
Heute guck ich erst hier ins Forum, in meine alten Spielboxhefte, bevor ich ein Ramschpiel erwerbe.
Denn immer noch hab ich hier Spiele stehen, die ich noch nie gespielt habe (es sind ca. 30) insgesamt hab ich ca. 160 Spiele und kaufe kaum nochh neues, weil, ich will ja spielen!!!
Bei "Die Macher" habe ich allerdings zugeschlagen, zum regulaerem Preis haette ich das Spiel nie gekauft.
E&T hab ich allerdings stehen lassen.
Ich finde die Spielepreise haben sich negativ entwickelt, sie sind z. T. unsozial. Wenn es wirklich um Spielekultur geht, duerfen weite Bevoelkerungschichten nicht einfach ausgeschlossen werden. 60 DM soillte die absolute Schmerzgrenze sein,
Auch die Jury SdJ sollte das beruecksichtigen. wenn es denen um weitere Verbreitung des Spieleedankens geht, duerfen auf der KListe keine Spiele zu Horrorpreisen auftauchen, die kein normalverdienender Familienvater etc. erwerben kann.
freakspiele ja, die soll und muss es geben, die waeren aber beim "Deutschen Spielepreis" besser aufgehoben.
Aber auch da erlebt man ja mit "6 nimmt" positive Ueberraschungen...
Mein Fazit: Was nuetzt ein schoenens teures Spiel das im Regal verstaubt´weil es mit 15 Seiten Regel einfach nur von geuebten SpielerrInnen zu bewaeltigen ist.
Das spiele ich lieber Carcassonne, Hexentanz, das verrueckte Labyrinht, Cafe International, Bauernschlau, Hols der Geier, Kuhhandel, Ein solches Ding, Bluff, 6 nimmt oder die Siedler (ein Gluecksfall auch fuer nichtspieler) um nur einige Beispiele zu nennen und habe meinen Spass, ganz im Sinne von Spielekultur.
Gute Spiele muessen nicht komplex sein und Teuer sein!
Gruesse
Heino

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Bernd

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Bernd » 21. Februar 2001, 11:04

Hallo Heino,
wie kommst Du denn darauf, daß Spielepreise unsozial sind? Soweit ich das sehe, haben sich die Preise seit ca. 5 Jahren nicht erhöht. So kosten z.B. die Spiele von Goldsieber und Kosmos schon mehrer lang Jahre ca. 60 DM. Und man sieht ja auch teilweise, dass die Verlage versuchen, diesen Preis zu halten (z.B. werden bei Kosmos die Schachteln vom Material her immer dünner). Und das ist bestimmt nicht einfach, denn wir werden vom Material her ja auch immer anspruchsvoller, bzw. wollen auf das hohe Niveau, das wir gewohnt sind, ja auch nicht verzichten. Bei Capitol wird z.B. über den Spielplan gemeckert, und ich muss sagen, ich wäre auch bereit gewesen mehr zu zahlen, wenn der Spielplan qualitativ besser, und Theater, Tempel und Brunnen auch aus Holz gewesen wäre.
Außerdem gibt es genügend günstige Spiele, die sich jeder leisten kann. Und wenn ich mir "weite Bevölkerungsschichten" anschaue, die mit allem technischen Schnickschnack ausgestattet sind, kann ich mich Deiner Kritik überhaupt nicht anschliessen.
Bernd

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Bettina

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Bettina » 21. Februar 2001, 11:28

Hallo bernd,
stimmt - für gutes Material gebe ich gern `ne Mark mehr aus.
Aber für Luft zu bezahlen finde ich ätzend - zumal ich mit Platz geizen muß (mehr als ein Regal wird mir in diesem Haus nicht zugestanden ;-)))
Beste Beispiele kommen da von Goldsieber - "Bakschisch", "Saludos Amigos" und auch "Galopp Royal" waren Kistenmäßig gelinde gesagt eine Frechheit.
Auch die Schachtelhöhe bei Kosmos war nicht immer nötig, siehe "MarraCash". Es geht ja auch anders - siehe "Wettstreit der Baumeister", "Wörtersee" u.ä.
Ich habe mich darüber schon auf der Messe mit Verantwortlichen unterhalten. Die Antwort - wenn die Schachteln kleiner (dünner) sind, werden sie a) übersehen und b) können wir keine 60.-DM verlangen...
HÄÄÄÄÄÄ???????
Das ist echt unsozial!!!
Also nochmal auf den Punkt gebracht:
Die Schachteln sollten dünner werden, nicht das Material. Ich finde Kosmos ist auf dem richtigen Weg.
Gruß
Bettina

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Bernd

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Bernd » 21. Februar 2001, 11:34

Hallo Bettina,
bzgl. der Kosmosschachteln meinte ich, daß die Pappe, aus denen sie hergestellt werden immer dünner wird.
Bernd

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Roman Pelek

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Roman Pelek » 21. Februar 2001, 12:03

Hi Ralf,
[Gier nach Neuheiten]
>Mal ehrlich, ist Euch allen schon wieder so langweilig? Habt Ihr in den
dreieinhalb Monaten, die seit Essen vergangen sind bereits alles mehrmals
durchgespielt und der Krempel kommt Euch schon zu den Ohren raus? Oder
habt Ihr nur den Thrill beim Spielen, wenn ihr brandneues in den Händen
habt?<
Selbst die Spiele, dir mir in Essen gut gefallen haben (Java, Babel, Carcassonne) kommen mir in der Tat etwas zu den Ohren raus. Und die anderen ruhen im Schrank, bis man eben mal wieder Lust drauf verspürt. Selbst das neue "San Marco" habe ich nun schon ca. 10x gespielt, so dass es mal eine Pause verdient hat. Ansonsten habe ich bei meinen letzten Spieletreffs Spiele wie "Giganten", "Krieg & Frieden", "La Citta", "Acquire" und "Therapy" gespielt - also irgendwie scheine ich doch das Bedürfnis nach Neuheiten zu haben... ;-) Obwohl "Wyatt Earp" z.B., auf das Du ansprachst, sich meine Freundin gekauft hat bzw. kaufen wollte - ich hätte auch drauf verzichtet, zumal ich momentan gerne "Capitol" auf den Tisch bringe...
In meinem Fall muss ich natürlich auch dazu sagen, dass wir/ich nicht schon einen Spieleschrank mit 400 Titeln haben wie andere, sondern vielleicht 70-80 Spiele neueren Datums - da ich noch nicht so lange (wieder) Spielefreak bin wie andere. Da kauft man sich dann halt mal eher noch ne Neuheit mehr als manch "sattere" Spielefreunde.
Ciao,
Roman

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David Frogier

re: 60 Mark unsozial?

Beitragvon David Frogier » 21. Februar 2001, 12:05

Ich stimme Bernd zu, und kann nichts unsoziales an Spielen über 60 Mark entdecken;
so lange der Spielemarkt nicht bei 60 Mark anfängt...
Übrigens sagt ja der Preis auch nichts über die Qualität des Spiels aus, sondern nur über den Umfang und die Qualität des Materials - ich kann also auch sehr gut ohne teure Spiele leben;
umgekehrt kann ein Schach-Liebhaber auch 100 Mark für ein Brett ausgeben, er muss es aber nicht, er hätte auch mit einem Brett für 10 Mark Spaß; darüber hinaus gehört ja beispielsweise "Kino" auch zum Lebensstandard von fast jedem: geh mit 5 Freunden einen Abend ins Kino, dann bist du aber mindestens schon 70 Mark los und hattest nur einen Abend Spaß; es ist alles ne Frage der Prioritäten;
Auch deine Kritik im Zusammenhang mit dem Spiel des Jahres ist nicht ganz berechtigt: Die Auszeichnung sorgt ja gerade dafür, dass der Preis des Spiels fällt, weil es großflächig verramscht werden kann - das ist allenfalls unsozial gegenüber den kleinen Händlern, aber nicht gegenüber den Käufern. Teure Spiele müssen übrigens auch nicht zwanghaft "Freak-Spiele" sein; auch ein Quiz oder ein Holzlegespiel kann mal die 60 Mark überschreiten.

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Ralf Abilgaard

Spielepreise zu hoch?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 21. Februar 2001, 12:17

<Ich finde die Spielepreise haben sich negativ entwickelt, sie sind z. T. unsozial. Wenn es wirklich um Spielekultur geht, duerfen weite Bevoelkerungschichten nicht einfach ausgeschlossen werden. 60 DM soillte die absolute Schmerzgrenze sein,>
Ich finde die Spielepreise kaum überzogen, die Zeiten haben sich geändert und fünfzig Mark sind heute nicht mehr so viel wert, wie vor 20 Jahren. Ich kann mich erinnern, daß ich für mein erstes Scottland Yard 40 Mark ausgegeben habe, daß war für mich als Kind eine Menge Geld. Das ist aber 18 Jahre her. Damals haben meine Eltern den Liter Benzin noch unter einer Mark bekommen und der Zigarettenautomat konnte noch gar keine fünf Mark Stücke annehmen; ein Asterix Heft kostete DM 5,90 - lediglich die Lebensmittelpreise sind in der Zeit eher gefallen (oft auf Kosten der Qualität).
Die Spielepreise sind zum großen Teil absolut gerechtfertigt. Das Material ist oft viel besser geworden und auch die Ausstattung der meisten Spiele sieht viel besser aus. Ich hatte weiter unten bereits mal vorgerechnet, wie sich der Peis von "Tal der Könige" erklärt: Das Spiel enthält 165 hochwertige, lackierte Holzwürfel, d. H. jeder Würfel wird Dir für etwas mehr als siebzig Pfennig verkauft. Ich habe noch keinen Laden gefunden, in dem Du einen solchen Würfel zu diesem Preis bekommen könntest - selbst ein W6 aus Plaste (Massenprodukt) kostet zum Teil mehr! Obendrein enthält das Spiel noch einen Satz Folienstifte, die im Schreibwarenhandel ca. DM 10,- kosten. Zusätzlich bekommst Du noch eine Menge hochwertiges Spielmaterial, eine Schachtel und wie beim Buch mußt Du natürlich die geistige Leistung von Autor und Graphiker bezahlen. DM 119,-, beim ersten Lesen ein atemberaubender Preis, erklären sich somit ganz einfach.
Letzte Woche habe ich ein Hardcover Buch gekauft, da der Titel leider nicht als Taschenbuch erhältlich ist: DM 48,- und frage bitte nicht, was Fachbücher kosten :-( Hier kann man die geistige Leistung des Autors in etwa mit der in einem Spiel gleichsetzen - beim Spiel bekomme ich aber für DM 48,- meist den höheren Materialwert als beim Buch.
Weiterhin kann man ja auch mal eine Kosten-Nutzen Rechnung aufmachen:
Ich kaufe mir ein SvC Basisspiel für den empfohlenen Verkaufspreis von DM 59,95 (das war er jedenfalls noch bis letztes Jahr, Kosmos hat dieses Jahr die Preise kräftig erhöht). Dieses Spiel spiele ich mit meiner Familie - vier Personen - etwa 15 Mal (die meisten Siedler werden öfter gespielt), jede Partie dauert ca. eine Stunde. Dann haben sich vier Personen fünfzehn Stunden lang amüsiert und dafür DM 60,- bezahlt, das macht pro Person und Stunde genau eine Mark. Ich kenne sonst nur wenige Dinge, bei denen man heute noch eine Freizeitktivität für nur eine Mark die Stunde bekommt - selbst die meisten Sportarten sind teurer, wenn man den Kauf der Ausrüstung einrechnet.
Ich sehe auch nicht, daß weite Bevölkerungsschichten durch zu hohe Spielepreise ausgeschlossen werden. Es muß sich ja nicht jeder 160 Spiele zulegen, von denen er 30 noch nicht gespielt hat - eine solche Sammelwut können sich in der Tat nur wenige Bevölkerungsschichten leisten. Aber für ein Spiel ist meist noch Geld da, und meine Freunde mit denen ich spiele haben sich auch jeder ein Spiel zugelegt, mit den vier Stück kommen wir schon einige Monate weit oder sollten es zumindest, wenn wir nicht zu geil auf Neuheiten sind. Obendrein gibt es noch Flohmärkte und die Internetauktionshäuser, wo man auch preiswert an Spiele kommen kann.
Außerdem gibt es in nahezu jeder Stadt mindestens eine Stelle, bei der man sich Spiele ausleihen kann. Wenn die Kosten-Nutzen Rechnung bei einem Spiel nicht aufgeht oder ich es mir nicht leisten kann, leihe ich mir das Spiel eben.
Und wenn man ein wenig über den Tellerrand schaut, dann merkt man, wie preiswert Spiele in Deutschland sind. Für ein gewöhnliches "Das verrückte Layrinth" muß man in Frankreich um die 200 Franc auf den Ladentisch blättern und in anderen Ländern sieht das änhlich aus! Weiter unten hat hier jemand Spiele mit Lebensmitteln verglichen und dieser Vergleich hinkt eigentlich nicht einmal:
Der Kunde will möglichst wenig bezahlen. Wenn er dabei noch gute Qualität bekommt nimmt er diese aber er ist auch mit minderwertiger Ware zufrieden - Hauptsache billg. Dieses Denken ist sehr kurzfristig, wobei man an den Thread weiter unten zu den Fachhändlern anknüpfen kann. Im Lebensmittelbereich ist der Wandel fast vollständig vollzogen. Es gibt fast nur noch Discounter und große Ketten, die die kleinen verdrängt haben. Diese bieten Ihre Ware zum Teil unter Einkaufspreis an um längerfristig noch weniger Konkurrenz zu haben. Auf Qualität legte der Kunde weit weniger Wert als auf den Preis und mit diesen Dumpingpreisen konnten die meisten kleinen Lebensmittelläden nicht mehr leben. Qualität zu fairem Preis findet man fast nur noch in Bioläden, in denen man meist auch noch richtig bedient wird. Erst durch eine Katastrophe wird dies der breiten Öffentlichkeit bewußt.
Beim Spielehandel verlagert sich der Umsatz auf Discounter und Internet, aber auch bei den Herstellern ist die Vielfalt immer geringer geworden. Leider kann ich mir keine Spielekatastrophe vorstellen, die die Gesundheit bedroht, aber mein Horroszenario sieht so aus: Es gibt nur noch Ravensburger, Schmidt und Hasbro, welche ihren Einheitsbrei über anonyme Kaufhäuser vertreiben. Lediglich in kleinen Kooperativen werden Spiele in geringer Auflage fair gehandelt, damit alle auch davon leben können.
Ich will wirklich nicht wieder als der Marketingstratege der dt. Brettspielindustrie erscheinen, aber wir sollten unser Umfeld etwas genauer beobachten. Man kann sich über billige Angebote ja freuen, muß aber auch die Konsequenzen bedenken. Obendrein scheint es der Gesellschaft schon zu gut zu gehen. Unser Spieleverein mit immerhin 1000 Mitgliedern sucht händeringend nach Leuten, die ein wenig Arbeit in den Verein stecken. Etwa 20 Personen organisieren die Ausleihe, Anschaffung von Spielen und die Vereinsarbeit (Beschaffen von Zuschüssen, Organisation des Programms, Freizeiten,etc.). Die restlichen Mitglieder lassen sich in der Ausleihe bedienen. Bei einer Umfrage im Verein kam heraus, daß ein Großteil der Mitglieder lieber einen höheren Beitrag zahlen würde, damit Leute für die Dienstleistung fest angestellt werden können. Als wir die Höhe eines solchen Mitgliesbeitrages ausrechneten, sagten dann alle ganz schnell wieder nein dazu - neue Mitarbeiter haben wir trotzdem keine:-(
Gruß,
Ralf (den die ganze Diskussion zum Entwurf eines Brettspiels angeregt hat - wird aber unter DM 60 nicht zu haben sein :-) )

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Gabi Goldschmidt

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 21. Februar 2001, 12:22

Hallo Heino,
schade, daß Du dich gegen E&T entschieden hast. Es ist eines der besten Spiele der vergangenen 5 Jahre. Aber nachdem Du aufgezählt hast, was Du gern spielst, wurde Deine Entscheidung verständlich.
Was ich aber nicht ganz verstehen kann, ist Deine Einschätzung der Kosten für Gesellschaftsspiele. Mir fällt im Moment kein anderer Freizeitbereich ein, wo ich mit so wenig Geld, so viel Gegenwert bekomme.
Extreme Beispiele: Carcassonne 50 mal gespielt - 24 DM / Siedler: 175 mal gespielt 90 DM. Aber auch Euphrat & Tigris: 10 mal gespielt 70 DM. Für diese große Anzahl von Stunden, die ich glücklich und zufrieden mit Spielen verbringe und bei dem Geld, das ich investiere kann ich nicht ins Kino gehen, kann ich nicht lesen, eislaufen gehen oder Badminton spielen.
Wenn man natürlich nur spazieren geht, das kann man billiger haben...
Ich freue mich eher immer über die zivilen Preise bei Spielen. Wenn ich sie mit Buchpreisen vergleiche und die Zeit der Entspannung dabei sehe, liegen Spiele klar vorn.
Ciao Gabi (die sich nie langweilt)

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Heino Ehlers

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Heino Ehlers » 21. Februar 2001, 14:55

hallo Markus,
ich bin ja jetzt schon 20 Jahre dabei und da sammelte sich einiges an, sp dass ich auch zumindest bei meinem Privaten Spieletreffs selten ein Spiel doppelt gespielt habe.
Man muss halt erstmal rausfinden, was Spiele ueberhaupt sind, wenn man mit 51 ist oto, monopoly, mensch aergere dich nicht und Malefiz etc. aufgewachesen ist. heute weiss ich ja, mas ich gerne Spiele und kaufe auh nur noch "neue" Krationen.
Haette ich alle Spiele behalten aus den letzten 20 Jahren, haette ich an die 500.
Als suechtig bezeichne ich mich heute nicht mehr, weil sich die Spiele dich immer wieder aehneln
Aber gucken alle male, aber die Erfahrug erleichtert doch die Auswwahl. und das ist gut so
Gruss
Heino

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Heino

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Heino » 21. Februar 2001, 15:23

Hallo Gabi,
die Spiele, die ich aufgezaehlt hatte, sind die die ion unseren Spielerunden plus aehnliche am meisten gefragt sind
Ich selber bin ein "Teuber-Typ" soll heissen, ich stehe auf interaktive spiele. Knizias mag ich bis auf eine Ausnahme: Auf Heller und Pfennig ueberhaupt nicht.
Tikal, Die Siedler Loewenherz, Top Secret, das Erbe des Maloneyum nur einige zu nennen.
Die Macher hab ich deswegen gekauft, weil ich gelungene Simultionen mag. Kalle Schmiels a la carte
und sin Pressespiel, oh je, Alzheimmer, wie heisstes noch??? sind so sachen, die mich nebenher also neben der reinen Spielbarkeit interessieren.
"Unsoziale Preise" sind ja, bezogen auf das Material nicht immer ungerechtfertigt.
Ich denke aber dass mehr Menschen gute Spiele kaufen wuerden, wenn sie preiswerter waeren sls ueber 50 DM
Denn: Wenn E&T 60 DM gekostet haette, waere der Umsatz sicher besser gewesen.
SOielreiz hat nicht immer was mit gutem Material zu tun. Ein Beispiel: Maritim von Kosmos. Schoeen - aaaaaaaaaber, spiel es mal mit mehr als drei.
Gruesse aus Hannver
Heino

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

re: Größer, schneller, weiter! Oder: Langweilt Ihr Euch so schnell?

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 21. Februar 2001, 15:24

>> Das ist echt unsozial!!!
Das ist nicht unsozial, das ist freie Marktwirtschaft. (Naja, ob die unsozial ist, ist ein anderes Theme ... ;-)
Außerdem: Du MUSST ja das Geld nicht ausgeben. Und würden die Leute das Geld nicht dafür ausgeben, gäbe es diese Spiele nicht. Man verlangt nur die Preise, die der Markt hergibt. Und wenn der Markt 60 DM hergibt, wäre der Hersteller blöd, würde er das nicht verlangen.
Ein anderes Thema wäre, ob nicht Gesetze gegen Mogelpackungen (und manche Spiele sind das eindeutig) oder eine volumenabhängige Verpackungsteuer derartige Mißstände beseitigen würden. Soviel Verpackungsmüll muß wirklich nicht sein. Man denke nur an die als Brettspiel getarnten Kartenspiele, etc. (Da liebe ich doch die als Kartenspiel getarnten Brettspiele ...)
Ich mag diese Verpackungen auch nicht. Aber nicht der Hersteller ist da zu verurteilen, hier wäre es Aufgabe eines verantwortungsbewußten Gesetzgebers, Abhilfe zu schaffen. Der freie Markt kann das nicht.


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Markus Barnick

re: Essen durchspielen

Beitragvon Markus Barnick » 21. Februar 2001, 16:01

zu anstrengend.
Und außerdem will ich auch mal eine Plausch mit Bekannten machen und nicht von Spiel zu Spiel hetzten.


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