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Bernhard Thole und das Schweigen im Walde

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Gerhard Koch

Bernhard Thole und das Schweigen im Walde

Beitragvon Gerhard Koch » 27. Februar 2001, 16:52

Ich war auf die Aussagen in der Spielbox zu den Juryaustritten sehr gespannt und habe sie aufmerksam gelesen. Enttäuscht war ich dann allerdings, dass Herr Thole nix zu sagen hatte. Warum nicht? Ich hätte gerne mal eine Stellungnahme vom Mann im Kreuzfeuer der Kritik gelesen, aber kein Sterbenswörtchen. Gut, Herr Ernst spricht wohl im Namen des Vereins, aber Geldgeber und - nehmer (für das Archiv) ishalt ein anderer.
Niemand wird die Verdienste und die Bedeutung von Sdj anzweifeln.
Niemand wird Herrn Thole persönlich irgendwas vorwerfen (ausser das ewig gleiche Festhalten an Machtpositionen vielleicht).
Aber die Situation bleibt nun mal suspekt, auch wenn man von aussen nur einen kleinen Einblick hat. Aber eben drum gerade. Von aussen wirkt alles höchst merkwürdig. Für mich ist es fast so, als würde MV als DFB-Präsident sämtliche Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2006 sowie das dazugehörige Finale in Stuttgart austragen lassen. Den Aufschrei möchte ich mal hören! Was müsste der reden und sich rechtfertigen.
Warum sagt Herr Thole nichts? Ich verstehs nicht.
Für mich ist "Spiel des Jahres" in allererster Linie eines: Ein Preis für den Endverbraucher und eine Auszeichnung für das beste Spiel. Es kann und darf kein Finanzierungsmodell für das Spielearchiv sein.
Historisch gewachsene Strukturen sind ja gut und schön. Persönliche Verdienste sind ebenfalls gut und schön. Irgendwann muss man sich jedoch den Veränderungen stellen und neues in Betracht ziehen. Und irgendwann ist vielleicht auch mal der Zeitpunkt gekommen, wo man sagen muss: Ich mache Platz!
Das ganze erinnert mich ein wenig an Helmut Kohl. Unangenehmes aussitzen! Wie war das mit den Geldern, Herr Alt-Bundeskanzler??? Da verschränkt der Bursche die Arme auf der Brust und presst durch die Lippen: Ich sach nix! Und der Laie wunder sich.
Zitat Thole (laut Mutschke): "Macht erst mal, was ich schon geleistet habe, und könnt könnt ihr verändern."
SUPERARROGANT!!!!!!!!!!
Gerhard Koch

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Helmut
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Beiträge: 1529

re: Bernhard Thole und das Schweigen im Walde

Beitragvon Helmut » 27. Februar 2001, 17:48

Willst du wirklich wissen, was Bernward Thole dazu sagt? Also, mir ist die ganze Sache ziemlich egal. Ich hoffe nur, dass die verbliebenen Jury-Mitglieder diese Jahr wieder nachvollziehbare Entscheidungen treffen. Ansonsten konzentriere ich mich auf's Spielen und nicht auf Animositäten zwischen Spiele-Experten.
MfG
Helmut

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Kalle

re: Bernhard Thole und das Schweigen im Walde

Beitragvon Kalle » 27. Februar 2001, 17:54

Hi Leute,
das Affentheater der Jury ist ja nix Neues. Herr Ernst redet die ganze Aktion weich, wie die schlimmsten Politiker in unserer Republik. Herr Thole schweigt. Das ist immer das Dümmste, was man in so einer Situation tun kann. Die den Trog der Macht verlassen haben hauen um sich, und die Spielbox und der Verband bemühen sich die Verdienste der vielen Jahre herbeizuztitieren. Im Hintergrund lauert noch so ein Machtmensch namens Werneck und all die sauberen und unsauberen Verflechtungen mit der Spiele-Industrie.
Schade ein wenig um die "jungen" Aussteiger, aber bitte nennt sie nicht Rebellen. Da könnte man ja gleich Helmut Kohl als Che Deutschlands bzeichnen. Ich bin froh, daß der Mann der Süddeutschen mit seinen oftmals Voll-daneben-Kritiken und seinem "kosmischen" Schulterschluss aus dem Topf ist, aber der Rest...
Und wir, die Spieler fressen genau diesen Menschen alljährlich aus ihren Händen, die ich nicht einmal schütteln möchte.
Es wäre zu schön, wenn dies das Ende dieses verquarzten
SDJ-Gremiums wäre, aber es geht sicher weiter noch weicher und natürlich objektiv und sachlich wie immer.
Erspart mir, mich zu belehren, daß dieser Beitrag subjektiv sei und rhetorisch, aber mich kotzt dieses
verlogene Getue nur noch an
Sorry Kalle

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Gustav der Bär

re: Bernhard Thole und das Schweigen im Walde

Beitragvon Gustav der Bär » 27. Februar 2001, 21:39

> Warum sagt Herr Thole nichts? Ich verstehs nicht.
Die "Jury" ist nun mal ein Verein, und interne Querelen gehen letztlich nur die Vereinsmitglieder etwas an.
Warum sollte er also Aussenstehenden gegenüber Rechenschaft ablegen?
Wenn es Vereinszweck ist, Preise zu verleihen, dann brauchen die Kriterien schließlich auch nur den Vereinsmitgliedern einzuleuchten. Sollten die Kriterien also die sein, dass als Ergebnis möglichst viel Geld fürs Spielearchiv herausspringt ist auch das nur eine Vereinsangelegenheit, genau so, wie es eine ist, wenn die Mitglieder in diesem Punkt untereinander nicht einig sind.
Solange die Preise nicht von einer Jury verliehen werden, die ich gewählt habe, gehe ich davon aus, dass es mich nichts angeht, was die treiben. Also muss ich auch nicht unbedingt verstehen, was da vorgeht.
Liebe Grüße
Gustav der Bär
(a.k.a. Peter Gustav Bartschat)

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Günter Sauerbier

re: Bernhard Thole und das Schweigen im Walde

Beitragvon Günter Sauerbier » 27. Februar 2001, 23:17

Wer nach Remscheid fährt, hat ja vielleicht Gelegenheit, Herrn Thole zu befragen. Soviel ich weiß, wird er dort wieder eine Workshop zum Thema Spiel des Jahres und dessen Auswahlkriterien halten.
Vielleicht läuft er da aber auch gar nicht auf, denn es könnten ja tatsächlich ein paar unbequeme Frager im Auditorium sitzen. Ich hoffe auf ein paar Frager!
Wer fährt denn nun hin?
Günter
(der leider zu weit weg wohnt und sich sowieso nicht traut ;-)

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Günter Cornett

Ist das hier ein Forum oder ein Pranger ?

Beitragvon Günter Cornett » 28. Februar 2001, 03:28

Du schreibst einen Namen in die Betreffzeile (und das auch noch falsch), weil du seinen Träger blosstellen willst! Nachdem du dich so disqualifiziert hast, willst du dann den Moralapostel spielen...
Indem du Bernward Thole mit Helmut Kohl vergleichst, zeigst du, dass es dir nur um Stimmungsmache geht, nicht um inhaltliche Auseinandersetzung.
Einfach nur ein paar Assoziationen ins Forum zu werfen, ist unseriös.
Was wäre eigentlich, wenn die Jury sich von Anfang an als GmbH gegründet hätte ? Tolle Geschäftsidee - nützt ihnen und dem Spiel, würde man da wohl denken. Die Jury hat aber einen anderen Anspruch an sich selbst.
Materielle Nutzniesser des Preises sind vor allem Autoren und Verlage. Die Mitglieder der Jury haben Arbeit, Anerkennung und - aufgrund ihres Erfolgs - Macht (was sicher nicht unproblematisch aber andererseits auch kein Verbrechen ist). Geld verdienen die Mitglieder der Jury mit ihrer Arbeit nicht.
Was intern abgelaufen ist, und wie das Verhältnis Spielearchiv - Jury sein sollte, ist vor allem Sache des Vereins.
Sicher kann man auch öffentlich darüber diskutieren, wie dies und jenes besser zu machen wäre. Aber wer es wirklich ernst meint (und nicht nur als Alibi-Funktion), wenn er von Verdiensten der Jury spricht, sollte eher solidarische Kritik üben als mit Dreck um sich zu schmeissen.
Ich denke an einer solchen Art 'Unterstützung' kann auch den ausgetretenen Jury-Mitgliedern nicht gelegen sein.
Günter Cornett



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Bettina

SdJ

Beitragvon Bettina » 28. Februar 2001, 12:21

Hallo Ihr alle,
ich finde das alles nur noch verwirrend...
Ich gebe Günther Cornett insoweit recht, daß man vorsichtig mit politischen Vergleichen sein sollte.
Andererseits ist Kritik oder Enttäuschungsbekundungen was das Verhalten von B.Thole betrifft nachvollziehbar. Und wenn das Zitat von A.Mutschke stimmt ("Macht erst mal das,..."), dann finde ich das auch sehr arrogant von Herrn Thole.
Ich persönlich war schon verwundert, daß Herr Thole sich nicht äußern mag - es hätte mich interessiert, was er zu sagen hat.
Auch kann ich in dem Zusammenhang nicht verstehen, warum das alles die Öffentlichkeit nichts angehen soll.
Soweit ich weiß ist auch dieser Verein ein e.V. und somit gemeinnützig und damit sehr wohl eine gewissen Rechenschaft den Interessierten schuldig, oder?
Ich bin jedenfalls wie jedes Jahr gespannt, welches Spiel dieses Mal auf dem Siegertreppchen steht.
Obwohl das für mich als Viel-Spielerin kein Kaufentscheid (mehr) ist.
Liebe Grüße
Bettina

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Ralf Abilgaard

re: SdJ

Beitragvon Ralf Abilgaard » 28. Februar 2001, 13:21

<Soweit ich weiß ist auch dieser Verein ein e.V. und somit gemeinnützig und damit sehr wohl eine gewissen Rechenschaft den Interessierten schuldig, oder?<
Da irrst Du Dich leider. Man kann zwar nahezu jeden Verein beim zuständigen Amtsgericht eintragen lassen und so das "e. V." erhalten, damit ist man aber noc lange nicht gemeinnützig. Die Gemeinützigkeit wird vom Finanzamt bescheinigt und nur unter bestimmten Vorrausetzungen gewährt, welche regelmäßig überprüft werden.
Sollte der Verein "Spiel des Jahres e. V." die Gemeinützigkeit überhaupt besitzen (auf der Homepage gab es hierfür keinen Hinweis), sollte der Sachbearbeiter des zuständigen Finanzamts nach der "Geldverschiebung" hellhörig geworden sein und sich die Grundlagen für die Gemeinützigkeit genauer ansehen.
Im allgemeinen bin ich aber schon dafür, daß über die Vereinsinterna öffentlich diskutiert wird. Der Verein stellt sich mit der Auszeichnung "Spiel des Jahres" selbst in die Öffentlichkeit und muß dann auch damit leben, daß die Öffentlichkeit die Hintergründe der Preisvergaben kennen möchte. Wer die Öffentlichkeit haben will, der muß auch mit den unangenehmen Seiten dieser Medallie leben.
Gruß, Ralf

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Kalle

re: Ist das hier ein Forum oder ein Pranger ?

Beitragvon Kalle » 28. Februar 2001, 14:00

Hallo,
ich weiß nicht, wen Du da gemeint hast, aber mit der Meinung des Andersdenkenden scheint es Dir nicht so wichtig. Es steht Dir frei weiterhin für die SDJ-Crew zu sein. Aber Andere abkanzeln tust Du mein Lieber genauso
Und tschüß
Bitte "unterstützt" die Ausgetretenen, Spendenkonto xy007...lach

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Günter Cornett

re: Ist das hier ein Forum oder ein Pranger ?

Beitragvon Günter Cornett » 28. Februar 2001, 15:03

Hallo,
> ich weiß nicht, wen Du da gemeint hast,
Mein obiger Forums-Beitrag ist eine direkte Antwort auf den Beitrag von Gerhard Koch. Das ergibt sich ziemlich eindeutig aus der Struktur dieses Forums, zusätzlich aus dem Inhalt meines Beitrages (schon aus dem ersten Halbsatz).
> aber mit der Meinung des Andersdenkenden scheint es
> Dir nicht so wichtig.
Für mich ist es ein Unterschied, ob jemand eine Meinung äussert oder ein Forum dazu nutzt, eine Person an den Pranger zu stellen.
> Es steht Dir frei weiterhin für die SDJ-Crew zu sein.
Dass du darauf extra hinweist, ist sehr nett. Scheint also keine Selbstverständlichkeit zu sein...
Ich habe mich aber nicht für oder gegen die Jury ausgesprochen, sondern für einen anderen Diskussionsstil.
> Aber Andere abkanzeln tust Du mein Lieber genauso
Sicher, im privaten Gespräch kommt das schon mal vor. Aber wenn ich mich im Forum äußere, überlege ich mir schon, was ich schreibe.
Günter
PS: wer ist Kalle ?

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Wolfgang Ditt

Danke, Günter! War: Ist das hier ein Forum oder ein Pranger ?

Beitragvon Wolfgang Ditt » 28. Februar 2001, 16:04

Hallo Günter,
Herzlichen Dank für dein Posting. Du hast genau das ausgedrückt, was auch ich bei dieser Diskussion empfinde.
Ich war zunächst enttäuscht, als ich las, dass Herr Thole keine Stellungnahme gegenüber der Spielbox abgegeben hat und in einem ersten Moment habe ich gedacht "damit ist alles klar". Erst nachdem ich jetzt eine zeitlichen Abstand dazu habe, sehe ich es anders. Dabei hat mir auch dieser Thread geholfen. Wie schon zuvor wurde sehr schnell geurteilt; wer möchte kann sich gerne die Äußerungen im Archiv anschauen, vor allem, nachdem Herr Ernst hier gepostet hat. Ich überlege mir, was eine Stellungnahme seitens Herrn Thole bewirkt hätte; hätte er einige von uns umgestimmt? Ich denke sogar, einige hätten eher seine Worte angezweifelt als ihre Meinung geändert. Vielleicht haben wir, die Forumsleser, durch unsere frühzeitigen Äußerungen mit dazu beigetragen, dass jetzt der Weg des Schweigens bestritten wurde (Ja, ihr dürft mich jetzt flamen!). Manchmal gilt eben "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold".
-- ab hier [OT] --
Ansonsten frage ich mich, ob es wirklich immer einer Stellungnahme bedarf, vor allem wenn sie wie in diesem Fall leicht in eine Rechtfertigung übergeht. Dies ist ohnehin für mich ein Zeichen der Zeit. Durch schnellere Kommunikation, durch ein Mehr an Medien und ein Mehr an Kommunikation wird sehr viel schneller nach "Stellungnahmen" geschrieen. Wir kennen es auch schon von der SdJ-Verleihung, bei der oft und gerade hier nach einer Erklärung verlangt, ja geradezu danach gebrüllt wurde; und auch hier konnten es nur Rechtfertigungen sein. Aber wir kennen es aus anderen Bereichen (Warum rauchen Sie, tragen Sie Pelze, trinken Sie Alkohol, fahren Sie Mercedes, Golf oder sonst was, treiben zu wenig Sport oder putzen sich nur zweimal am Tag die Zähne? - die ersten beiden Themen sind so schön kontrovers, dass ich sie gerne mal in einem 2-Personenspiel verarbeiten möchte). Aber warum sollen, ja müssen wir uns rechtfertigen? Wir müssen nicht, weder bei meinen Beispielfragen, noch die Mitglieder der Jury, wenn es um die Finanzierung geht. Diese werden bei Vereinen spätestens auf der Jahreshauptversammlung offen gelegt. Und dann schließlich entscheiden die Vereinsmitglieder und nur diese (!), ob sie die Entlastung vornehmen.
Wolfgang

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Bettina

re: SdJ

Beitragvon Bettina » 28. Februar 2001, 16:40

Hallo Ralf,
danke, das wusste ich tatsächlich nicht.
Gruß
Bettina
P.S.: Stimmt voll und ganz, was Du zum Thema Öffentlichkeit denkst.

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Peer

[OT] Diskussionsverhalten

Beitragvon Peer » 28. Februar 2001, 16:43

Hallo Ralf,
Ein Lob: SO stelle ich mir eher die Diskussion zur SDJ-Jury vor - sachlich.
Natürlich darf spekuliert, diskutiert und die Meinung geäussert werden. Auch das gestellte Fragen oder Stellungsnahmen sind interessant. Doch ich mag diese Hetzpostings ebenso wenig wie Du (Unterstelle ich dir mal :-) oder Cornett oder so. Hat sich der Urheber dieses Diskussionspunktes (der Vorname ist mir gerade entfallen) schon ziemlich polemisch geäussert, finde ich den Einwurf von Kalle gegenüber Cornett ziemlich daneben. Ist jeder, der nicht mithetzt ein Feind? Das ist eine Haltung die ich für einen ziemlichen Diskussionskiller halte. Ich weiss noch bei der SDJ-Diskussion letztes Jahr, als ein Forumsteilnehmer Schmiergeld-Gerüchte in die Welt gesetzt hat und dann einen anderen Teilnehmer, der diese Meinung nicht teilte vorwarf, er wäre ein "SDJ-Spitzel" - grrr!
Im übrigen bedauer ich auch, dass sich Herr Thole nicht geäussert hat, vor allem da das Image des SDJ in Gefahr sein könnte, aber das kann man auch sachlicher ausdrücken...
ciao,
Peer (Pädagoge :-)

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sonne

re: Danke, Günter?

Beitragvon sonne » 28. Februar 2001, 17:35

Zunächst mal Dankeschön für diese herrlich kontroverse Diskussion. Es stört mich überhaupt nicht, wenn nur Assoziationen hier kund getan werden, und die die das den einen vorwerfen scheinen ja selbst auch nicht anders oder tiefgründiger zu formulieren. Aber nun zum Thema:
1. Kann es uns egal sein, was in der SDJJ passiert nachdem dies ein Verein ist (mal unabhängig ob e.V. oder nicht)? Ist alles eine bloß vereinsintern abzustimmende Frage?
Ich will hierzu versuchen die Grenze des öffentlichen Interesses auszuloten. Angenommen eine Frau wird von Ihrem Mann geschlagen, soll das andere Leute außerhalb dieser Ehe etwas angehen dürfen? Hmm, sorry, obwohl ich nicht in diese Familie gehöre würde ich mich wohl versuchen einzumischen. Ein Bürgermeister der Gemeinde Hinteroberkumpelbachingen ist gleichzeitig Vorstand der Gesellschaft: "Rettet die Waldameise" und verschiebt Gelder der Gemeinde unter einen Waldameisenhaufen. Muß mich das etwas angehen, wenn ich in Hamburg wohnte und auch keine Waldameisenaffinität hätte? Mich könnte es vielleicht schon stören. Oder: ein deutscher Landespolitiker nutzt aufgrund seiner verschiedenen Ämterkompetenzen Gelder für seinen Wahlkampf, die dafür nicht vorgesehen sind (ohne Steuergelder zu veruntreuen). Auch das würde mich ehrlich gesagt stören. Oder: Babs möchte sich von Boris trennen und will das Fernsehen im Gericht dabei haben. Auch hier scheint wohl leider ein gewisses öffentliches Interesse zu bestehen, auch wenn ich's nicht mehr verstehen kann.
Also man muß sich wohl die Frage stellen passierte etwas illegales, verwerfliches (bitte stempelt mich aber nun nicht auch gleich als Moralapostel ab) in der SDJJ ? Illegales: offenbar nein. Verwerfliches: schwer zu beantworten; meiner Meinung nach ja - aber hier sind die Geschmäcker im Forum verschieden (Details bitte hierzu im Spielbox-Archiv nachlesen). Besteht ein öffentliches Interesse? Herr Knopf sprach hier von einer Außenwirkung der SDJJ die in betracht gezogen werden sollte. Der Pöppel hat oder hatte eine große Wirkung auf das Einkaufsverhalten bei Spielen. Kann es uns dennoch egal sein was hinter den Kulissen der Jury passiert? Ich meine es kann uns dann nicht egal sein, wenn wir daran interessiert sind, das Kulturgut Spiel voranzubringen und eigentlich einen Pöppel ohne Schönheitsflecken und eine Jury wünschten, deren Praktiken allseits anerkannt sind. Es ist wohl letztlich eine Frage des Maßstabes den man anlegen möchte und eine Frage, ob man nun im konkreten Fall den Pöppel bzw. Teile der Jury angesichts der Vorwürfe mit häßlichen Flecken sieht oder nicht.
Es ist also hier, da offenbar noch nichts illegales passiert ist eine ganz persönliche Einschätzung und es würde mich daher freuen, wenn hier im Forum weniger aufeinander losgegangen wird, wie m.E. von Herrn Cornett hier geschehen.
2. Was bedeutet das Schweigen des Herrn Thole?
Wolfgang Ditt mutmaßte ja nun, daß dem armen Mann gar nichts anderes übrig bliebe als zu Schweigen, da möglicherweise die Reaktionen zu heftig gar zu unerträglich sein könnten? Herr Ernst mußte ja schon einige Reaktionen hier über sich ergehen lassen.
Tatsache ist, es stehen Vorwürfe im Raum, denen von Herrn Thole nicht begegnet wurde. Entweder sind Herrn Thole die Vorwürfe nun egal, oder er möchte sich nicht dazu äußern, weil er damit möglicherweise eine Diskussion erst richtig in Gang brächte, oder er möchte nichts dazu sagen, weil er zu wenig entlastendes kennt, oder er möchte nichts sagen, weil er alle Internetfuzzies und Jungrezensenten für unwürdige Gesprächspartner hält, oder er möchte darüber nichts von sich geben, weil er an einer Wahrung der gewachsenen Strukturen interessiert ist und diese nicht gefährden möchte, oder er möchte sich nicht äußern, weil er ja nur Vereinsmitglied ist und nicht Bundeskanzler, er also seine öffentliche Rolle m.E. unterschätzt, oder, eine Diskussion würde mehr Licht in eine Dunkel bringen, wo's besser Dunkel bleiben sollte?, oder, oder, oder......
Es gibt also viele Möglichkeiten warum er schweigt, ob's wirklich Edelmut ist, wie von anderen angedeutet bezweifle ich allerdings. Es gibt m.E. zu viele negative Deutungsmöglichkeiten des Schweigens, deshalb halte ich es für unvorteilhaft für die SDJJ und für Herrn Thole, aber das ist ja nun wirklich sein eigenes Problem. Wenn den Herren die Außenwirkung - sowohl Ihre eigene als auch die der Jury - herzlich gleichgültig ist - können wir uns im Forum natürlich lange aufregen.
Gruß sonne
PS: Die Spielidee für das 2 Personenspiel finde ich sehr gut.


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Ralf Arnemann

Das ist doch keine Privatveranstaltung!

Beitragvon Ralf Arnemann » 28. Februar 2001, 18:12

Wenn ein kleiner Verein sich irgendwo im Hinterzimmer trifft und die Leute sich untereinander streiten - dann ist das eine Privatsache, über die sie nach außen keine Rechenschaft ablegen müssen.
Aber die Vereinsstruktur in allen Ehren - "Spiel des Jahres" ist wesentlich mehr als nur ein paar Privatleute.
Die ganze Wirkung der Preisverleihung beruht doch darauf, daß ein Resonanzboden in Medien und Spielerszene da ist, der die Preisverleihung mitträgt und zum zentralen Ereignis macht.
Oder umgekehrt: Das letzte was die Jury wollen kann ist doch, daß sie als Gruppe von unbedeutenden Privatleuten angesehen wird, für die sich niemand interessiert.
Natürlich bedeutet das nicht, daß die Jury oder Bernward Thole auf jede Email antworten müssen. Aber eine seriöse und begründete Anfrage eines Organs wie der Spielbox sollte unbedingt beantwortet werden.
Ohne Transparenz und Glaubwürdigkeit wird der Preis nämlich erheblichen Schaden nehmen, und die ganze Aufbauarbeit vieler Jahre wird gefährdet.

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Ulrich Roth

"Die Hunde bellen...

Beitragvon Ulrich Roth » 28. Februar 2001, 19:20

... , die Karawane zieht weiter!"
Welcher Karawanenführer, der etwas auf sich hält, würde sich zu einer Debatte mit kläffenden Straßenkötern herablassen?
So gesehen, ist das bemängelte Schweigen von Herrn Thole eigentlich schlüssiger als das einmalig hier abgestellte Rechtfertigungs-Statement von Herrn Ernst (das prompt von manchem als Zeichen der Diskussionsbereitschaft missdeutet wurde).
Tja Leute, die Hunde sind wir, die "Gern- und Vielspieler"!
Hier mein Antwortversuch auf zwei Hauptfragen, die sich mir in diesem Zusammenhang stellen:
1. War unser Bellen (oder war es eher ein Aufjaulen?) angesichts des JSdJ-Skandälchens angebracht?
Oft genug wurde völlig zu Recht darauf verwiesen, dass das SdJ seinem Wesen nach ein Verbraucherpreis, im Sinne einer Kauforientierungshilfe für Otto Wenigspieler, ist und auch bleiben soll.
Hat die Jury diese Aufgabe bisher alles in allem gut erfüllt?
Ich denke ganz klar ja, und vor allem dadurch hat der Preis ja sein heutiges Gewicht erlangt.
Wird die Fähigkeit der Jury, auf dieser erfolgreichen Linie weiterzuarbeiten, durch interne personelle Fluktuationen nennenswert beeinträchtigt?
Hierzu ein klares Nein, denn eine plausible Nominierungsliste und Wahl des Hauptpreisträgers ist - angesichts der Qualität der alljährlichen Neuerscheinungen - sooo schwer nicht zu erstellen (in der Tat würde ich so manchem Teilnehmer an diesem Forum zutrauen, den Job einhändig zu erledigen).
Insofern war der letzte Absatz der Stellungnahme von Herrn Ernst der überzeugendste, in dem er sinngemäß verkündet: "Jawohl, wir ziehen weiter, macht euch da mal keine Sorgen."
2. Warum haben wir dann so laut gebellt bzw. gejault?
Vielleicht vor allem, weil wir uns nun endgültig um die Illusion einer spielerischen Besser-Welt betrogen wähnten, in der so eklige Dinge wie "Interessenkonflikte" und "finanzielle Abhängigkeiten" (oder gar "Manipulationen", wie beim DSP) nicht vorkommen.
Zudem mag die Sympathie für die wackeren "Rebellen" eine Rolle gespielt haben, denen man mehr Erfolg bei ihrem Kreuzzug gegen die ach so unsäglichen "gewachsenen Strukturen" gewünscht hätte (wie wäre das übrigens als innovatives Brettspielthema?).
Alles hochmoralisch und ehrenwert, aber letztlich haarscharf daneben angesichts der Tatsache, dass es hier (wie von Gustav weiter oben schon klargestellt) essenziell um die Interna eines uns keine Rechenschaft schuldigen Vereins geht.
In summa:
Wie in diesem Forum bereits sattsam betont, brauchen WIR die JSdJ und ihren Preis nicht. Die Leute, die ihn wirklich brauchen (können), werden sich wie gehabt an ihm orientieren, und ihnen dürfte und darf es auch egal sein, wie er im Einzelnen zustande kommt, und wer oder was da personell, institutionell und finanziell alles drin- und dranhängt.
Ulrich

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MarcFigel

110% Zustimmung.

Beitragvon MarcFigel » 1. März 2001, 09:58

In deiner Analyse liegst du völlig richtig.
Die Spieleprofis werden sich jetzt genauso wenig am SDJ
orientieren wie vorher auch.
In den Massenmedien habe ich von der "Krise" im VSDJ
bisher nichts gesehen/gehört/gelesen. Für die große Öffentlichkeit hat sich also nichts geändert.
Außerdem glaube ich nicht, daß der "Normalspieler"
überhaupt die Namen von Herrn Thole oder Herrn Ernst mit dem SdJ in Verbindung brächte.
In der Szene gibt es aber einiges aufzuarbeiten.
Spieler sind eben auch nur Menschen ( wie Politiker, wie Beamte, wie Briefträger, wie Pfarrer...).
Was denkst du? Liese sich ein Spiel um das SdJ gut verkaufen? So ein wenig satirisch?

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Roland G. Hülsmann
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Beiträge: 2598

re: 110% Zustimmung.

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 1. März 2001, 11:22

> Was denkst du? Liese sich ein Spiel um das SdJ
> gut verkaufen? So ein wenig satirisch?
Die Idee ist gut: Jeder Spieler beginnt als Spieleautor mit einem neuen Spiel, aber nur einer wird am Ende den Preis kassieren ... und es ist bis zum letzten Spielzug ungewißt, wer es sein wird. Die Abrechnungsmodalitäten sind vorher nicht bekannt. Hm ... hm ... wenn ich doch etwas mehr Zeit hätte ...
Nur fürchte ich: Auf den Preis selbst hätte dieses Spiel keine Chance und kein Verlag, dem der Preis beim Verkauf hilft, würde dieses Spiel herausbringen.

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Roman Pelek

re: "Die Hunde bellen...

Beitragvon Roman Pelek » 1. März 2001, 11:36

Hi Ulrich,
ich kann Deinen Ausführungen weitgehend zustimmen. Im Gegensatz zu Dir sehe ich allerdings die Gefahr, dass, wenn die SDJJ sich nicht der öffentlichen Diskussion in Spielerkreisen stellt bzw. die Kritik auch ernst nimmt, sie irgendwann im Image auch in der breiten Bevölkerung Schaden nimmt.
Ansonsten ist natürlich nicht zu erwarten, dass hier alles mit Begeisterung von den Jury-Mitgliedern im Detail mitdiskutiert wird.
Über eine regelmäßige Information über wichtige, öffentlichkeitswürdige Interna (Zusammensetzung, grundlegende Organisation oder grobe Finanzierungspläne) der Jury würde ich mich allerdings freuen. Nur, wo sollen die im Moment herkommen? Der angesetzte Newsletter für solche Zwecke hängt wohl seit dem Weggang mit Michael Knopf erstmal im Vakuum.
Wie auch immer - viel mehr tun als hoffen, dass die Jury manche sachliche Kritik ernst nimmt und bedenkt, kann man wohl nicht. Tut sie dies nicht, was in ihrem freien Ermessen steht, befürchte ich persönlich langfristig allerdings einen Imageverlust. So ist es nunmal mit der öffentlichen Präsenz - wer sie haben will, muss seine Taten auch manchmal rechtfertigen und klarstellen, um unnötiges Misstrauen zu nehmen. Dazu, s.o., muss man allerdings auch nicht auf jedes Kinkerlitzchen antworten, sonst macht man sich ja fast noch verdächtig, sich wirklich schuldig zu fühlen.
Dennoch schade, dass Herr Thole auch nicht der Spielbox zur Verfügung stand. Sowas macht natürlich angreifbar. In einem so gravierenden Fall mit solchen Beschuldigungen wäre wenigstens _ein_ sachliches Statement angebracht gewesen.
Ciao,
Roman

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Roman Pelek

War da nicht mal "Hoax"?

Beitragvon Roman Pelek » 1. März 2001, 11:41

Hi,
entweder mein Gedächtnis trügt oder nicht, aber:
gab's nicht den Vorläufer von "Die Erben von Hoax" - namentlich Hoax - mit Karikaturen von Jurymitgliedern drauf? Hab ich das nicht erst letzt irgendwo gesehen?
Ciao,
Roman

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KMW

re: War da nicht mal "Hoax"?

Beitragvon KMW » 1. März 2001, 13:19

Hi Roman,
Dein Gedächtnis funktioniert noch: Die Hoax-Version hieß "Sein oder Nichtsein" und erschien bei Hexagames.
KMW
PS: Hast Du eigentlich neulich meine Mail wg. der Excel-Tabelle bekommen?

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MarcFigel

re: 110% Zustimmung.

Beitragvon MarcFigel » 1. März 2001, 13:20

Der Spieler als Spieleautor? Hm. Zuwenig Einfluß.
Der Spieler müßte einfach das Ziel haben, ein Spiel zum
SdJ zu machen. ( Ein Typ im Hintergrund, der die Fäden zieht.)
Wichtige Einflußfaktoren: Autoren/welches Spiel
( Entscheidung für eine bestimmte Idee/Trend ), Verlage ( in welcher Qualität soll es erscheinen, Marktmacht ), Jury SdJ/ andere Preise ( Einfluß auf die Besetzung des Gremiums/ auf die Zahl der abgegebenen Stimmen ) , Öffentlichkeit ( Teilnahme an Messen, Kritiken... ).
Könnte komplex werden...

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MarcFigel

Live: Entstehung Spiel zum SdJ

Beitragvon MarcFigel » 1. März 2001, 13:24

Ich wollte nur eine neue Überschrift zu dem neu entstandenen Thema ( siehe Beiträge vorher )
plazieren. Erfindet alle mit!

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Ralf Abilgaard

re: War da nicht mal "Hoax"?

Beitragvon Ralf Abilgaard » 1. März 2001, 14:52

Prima,
ich als Spielearchiv nehme mir zwei Gold :-)
Gruß,
Ralf

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Carsten Wesel

[OT] War da nicht mal "Hoax"?

Beitragvon Carsten Wesel » 1. März 2001, 16:03

Du als Forum-Abstinenzler kannst dir gar nix nehmen.
SCNR, Carsten (Huch, biste doch widda da?)


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