Beitragvon Roman Pelek » 3. April 2001, 12:08
Hi Knut,
>Ich persönlich hasse Noten. Deshalb habe ich auch drei Kreuze gemacht, als der nostheide-Verlag vor vielen Jahren die Box übernommen und die neue Redaktion die Noten abgeschafft hatte. Doch es gab einen Aufschrei der Leserschaft und so haben wir die Noten wieder eingeführt.<
Tja, natürlich, man vermisst halt den gewohnten ersten Blick auf das Kästchen mit den Kritikerwertungen, der, wie Peer richtig sagt, halt auch einen groben Eindruck gibt, ob die anderen sich der Meinung des Rezensenten anschliessen oder nicht.
Aber auch ich geh nach dem Text, wenn ich nicht schon die Notentabelle mit Grausen seh und erstmal weiterblättere.
>Auch ist mir persönlich die 10er Skala viel zu breit gefächert. Mir würden drei Abstufungen reichen, wie es sie auch bei den Spielwiese-Kurzkritiken in der spielbox gibt.<
Genau wie wir's hatten: man kann zwar näher differenzieren (hm, das gefällt mir jetzt aber besser als XY, das kriegt einen Punkt mehr), aber wie Du weiter unten richtig sagst: ganz schnell würde man dann nach drei weiteren Partien gerne ein Pünktchen nach unten (oder, seltener: auch nach oben) korrigieren. Und dann steht man da: "Aber Du hast doch geschrieben/bewertet, wie toll Spiel XY... auch gerade im Vergleich zu..., und jetzt erzählst Du mir, dass..." ;-)
>In PC-Zeitschriften habe ich mal gesehen, daß dort die Spiele sogar nach einer 100er Skala bewertet werden. Mich würde interessieren, wie man begründet, daß ein Spiel 63 statt 64 Punkte wert ist.<
Die machen umfangreiche Quervergleiche in den einzelnen Genres. Bei den 387 Formel1-Simulationen mag das manchmal sogar angehen, dass man genauer bewerten kann. Aber eine 100er-Skala halte ich auch für einen Witz - vielleicht bewerten die in 10er Schritten und mitteln dann die Meinungen aus... Siehe Spielboxnotentabelle. Da hat man dann auch "Hunderter".
>Im Text kann man viel besser ausdrücken, was man von einem Spiel hält.<
Vollste Zustimmung.
>Bei der Notenvergabe habe ich immer ein ungutes Gefühl. Es ist eine Momentaufnahme nach den zuletzt gespielten Partien. Schon 3, 4 Spielrunden später oder wenn inzwischen andere neue Spiele auf den Tisch gekommen sind, könnte die Note um 1 Punkt nach oben oder - und das ist wahrscheinlicher - nach unten (also ins Negative) rutschen. Bei neuen Spielen packt mich immer ein wenig Euphorie.<
Das ist immer so, der Reiz des Neuen packt einen schon immer gerne, und manchmal ist man sich dann wirklich nicht sicher, ob man sich einfach nur über ein neues Spiel gefreut hat oder über das Spiel selbst. Wenn ich was zu einem Spiel schreibe, würde ich am liebsten Spiele nehmen, die ich seit zwei Jahren habe. Da ist dann die Qualität klar, weil jeglicher Reiz des neuen verflogen und auch der Langzeitspass da sicher bewertet werden kann. Aber, Du meine Güte, wenn interessieren Rezensionen zu zwei Jahre alten Spielen? Die sind ja manchmal gar nicht mehr auf dem Markt, ausserdem haben in der Zwischenzeit schon Dutzende anderer genug darüber geschrieben...
Insofern kann man fast froh bzw. auf der sicheren Seite sein, wenn man mal auf eine Frage eines Interessierten eine Meinung zu einem älteren Spiel abgeben darf...
Und bei der Spielbox habt Ihr bestimmt auch noch gewisse Termine für Kritiken bzw. müsst das mit anderen absprechen (korrigier mich, wenn ich irre) - da hat der eine es schon zum Hals raus und der andere packt's grade erst aus - eigentlich kann man's immer nur falsch machen ;-)
Ciao,
Roman