Beitragvon Roman Pelek » 11. April 2001, 18:31
Hi Rüdiger,
danke erstmal für den umfassenden Beitrag - ich habe die ersten Zeilen zur Kenntnis genommen, aber hier weggekürzt ;-)
>bei der spieldauer haben wir lange darüber nachgedacht, welche zeitangabe wohl passend ist. die spielzeit von verhandlungsspielen hängt extrem von den mitspielern ab - in unsren testrunden hatten wir 4-er Partien mit knapp 1,5 bis gut 4 Stunden. Hinzu kommt die Unberechenbarkeit der Würfel (Wahrscheinlichkeit 1:16, dass der Markt Startfeld des Händlers wird) und die der Mitspieler (mit Sonderkarte "Kutscherei" den Händler auf den Markt platzieren). Wir hatten schon Partien mit 5x Markt als Startfeld ....<
Hm, natürlich, das macht die Sache kürzer (wobei ich evtl. Hausregeln einführen werde, falls zu oft der Marktplatz fällt, zumindest, wenn's mehr als 3x ist...). Andererseits wäre eine Angabe 90-150 Minuten Spieldauer wahrscheinlich in der Regel treffender gewesen als 60-120... Oder hattet Ihr Bedenken, potentielle Käufer unnötig abzuschrecken?
>in diesem zusammenhang weise ich auf den tipp vom forumsteilnehmer toasti hin, der den rundenmarker zu beginn des spiels einfach 1-2 felder weiter vor setzt! (achtung wegen große-aufträge-strategie).<
Das wollte ich eben darum nicht machen, mir erschienen bei kürzerer Spieldauer die Großen Aufträge zu benachteiligt. Ich find's so schon optimal; höchstens muss man extremes Würfelglück/Pech bzgl. des Marktplatzes im Zweifelsfall spontan "korrigieren"...
>du sprichst die massentaugliche resonanz an. fürwahr, für alea wünsche ich es mir sehr! massentauglichkeit und spielqualität driften doch oft weit auseinander!<
Hm, tja, anspruchsvolle Spiele fallen fast ausnahmslos weg für die Masse, leider.
>glücklich können sich autoren schätzen, deren spiel zum spiel des jahres erkoren wurde. denke nur an "die siedler von catan", " el grande" oder "torres", welches nicht ein jahr überlebt hätte, wenn es nicht sdj geworden wäre (siehe interview auf www.poeppelkiste.de).<
Hm, den Punkt habe ich wohl überlesen, werde gleich mal nachsehen. Aber sicher, da ist der Verkaufserfolg gewiss, aber ob man sich mit der Prämierung zu anspruchsvoller Spiele nicht einen Bärendienst erweist, ist die andere Frage. Nicht, dass ich einem guten Spiel die Auflage nicht gönne, aber wenn man Familien damit überfordert, kaufen die das nächste Jahr nix mehr. Und Torres war, soweit ich informiert bin, ja quasi ein "Flop" für ein SdJ - mag aber auch zum Teil daran gelegen haben, dass die Ravensburger mit der Produktion nicht hinterherkamen.
>veröffentlicht ein spieleautor massentaugliche spiele, wie z.b. zauberberg(rav.) oder ex& hopp(rav.) oder spacewalk (rav.) ,... so ist man bei den vielspielern schnell in der ecke der "seifenoper"-autoren<
Ich hatte Deinen Namen vor DHVG auch nicht bewusst wahrgenommen, musste auch erstmal in Luding recherchieren, was Du so alles gemacht hast. Bin eben auch nicht unbedingt Zielgruppe der o.g. Spiele.
> - diese vielspieler bedenken aber nicht, dass die zielgruppe bei der entscheidung des verlags maßgeblich für die zusage war!<
Nuja, Du hast ja jetzt ein tendenzielles Vielspielerspiel kreiiert...
>ein händler von genua würde bei ravensburger nie veröffenlicht werden - nicht weil die redaktuere das spiel nicht gut genug finden, nein, die zielgruppe stimmt nicht überein!!!<
Wundere mich bei denen aber eh ein bisschen: Java bei Ravensburger, Wyatt Earp bei Alea... Hm... So ganz blick ich da nicht durch.
>p.s. dickes lob für den beitrag im spielarchiv! so oder so ähnliches dachten auch viele meiner testspieler, als ich anfing, die regel bzw. die einzelnen gebäude mit ihren aktionen zu erklären!<
Danke, es freut mich zu hören, mit dem Beitrag das Spielgefühl und unsere Erfahrungen scheinbar ganz gut vermittelt zu haben und auf Zustimmung zu treffen :)
Ciao,
Roman