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Eine Lanze für Wer wird Millionär

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Uwe Hackenberg

Eine Lanze für Wer wird Millionär

Beitragvon Uwe Hackenberg » 17. April 2001, 19:12

... will ich hier brechen
(auch wenn ich eventuell schon geschriebenes wiederhole). Das Publikum dieses Forums steht (zurecht) Quizspielen eher spektisch gegenüber und vermutet bei Fernsehablegern eher Abzocke als Qualität.
Nach meinen ersten Partien Wer wird Millionär kann ich diesen Befürchtungen aber hier nur widersprechen und finde viel Lob für dieses Spiel:
1. Erwartungshaltung - das Spiel hält, was es verspricht. Durch Aufmachung, Ausstattung und Regeln bildet das Brettspiel sehr gekonnt die Fernsehsendung nach; sprich wem die Sendung gefällt, dem wird das Spiel gefallen.
2. Regelumsetzung - ich habe mich gefragt, wie man die Joker (speziel Telefon & Publikum) in einer Spielrunde umsetzen will und muss sagen, sehr gut umgesetzt. Durch Einbezug der richtigen Lösung erhält man immer eine Auswahl inkl. der richtigen, evtl. eine ganz sichere Lösung. Die Joker sowie die Auswahl der Befragten (Telefon) kann man sehr gezielt zur Zielfindung einsetzen. Die Standardregel beteiligt alle Spiele (Frager und alle Kandidaten, selbst nach Ausscheiden ist man am Ergebnis der erfolgreichen Spieler interessiert) - das ist schon ein sehr hoher Interaktionsfaktor.
3. Ausstattung - gefällt durch strikte Anlehnung an die Sendung sehr, die Kartenhalter funktionieren sehr gut. Einziges Sorgenkind (wie bei allen Quizspielen) ist die Anzahl von Fragekarten, hier muss man auf Ergänzungen hoffen.
4. Spielrunde - wichtigster Knackpunkt für gelungene Spiele sind hier die Mitspieler, das gilt aber für alle Kommunikationsspiele und viele sonstige gute Spiele. Für meinen Geschmack (das mag für andere anders gelten, siehe frühere Diskussion um Ehrlichkeit im Spiel) sollte sich die Runde auf ehrliche Antworten bei den Jokern einigen & halten sowie das ganze etwas ernst spielen und nicht ständig durch Kommentare zuviele Hinweise geben.
5. Verglichen mit Klassikern des Genre, zB Trivial macht dieses Spiel einen deutlichen Qualitätssprung und setzt viele neue Akzente, das rechtfertig seine Existenz über die Fernsehsendung hinaus. Klar, der Preis ist happig, so läuft halt das Business. Wetter aber auch, das dieses DM 90 Spiel in vielen Familien mehr als doppelt so oft gespielt werden wird als DM 50 Tikal.
Abschliessend der Aufruf an alle kritischen Vielspieler, WmM bei Gelegenheit eine Chance geben und ausprobieren, Ihr werdet mir zustimmen.
Grüsse Uwe
(leider kein Millionär, muss deshalb noch etwas arbeiten)

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David

re: Eine Lanze für Wer wird Millionär

Beitragvon David » 17. April 2001, 21:26

... ich glaube, bei den meisten hier rennst du offene Türen ein (bzw. versucht gebrochene Lanzen zu brechen) - aber ich kann nur zustimmen:man bekommt mit WwM genau das, was man sich unter dem Titel vorstellt - gut für alle, die die Sendung mögen - alle die noch ni9e etwas mit solchen Sendungen (oder Quizspielen) anfangen konnten, werden wohl auch an diesem Spiel keinen gefallen finden...
David (der gerne (bei passender Runde) eine Partie WwM spielt (aber noch nie bis zur 1 Millionenfrage gekommen ist)

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Thomas Rosanski

re: Eine Lanze für Wer wird Millionär

Beitragvon Thomas Rosanski » 17. April 2001, 23:07

Hallo Uwe,
ich will gar nicht sagen, dass WWM ein schlechtes Spiel ist, aber auf deine lange Lanzen-Liste antworten und dir dabei einfach nur zeigen, was mir persönlich an dem Spiel nicht gefällt.
> 1. Erwartungshaltung - das Spiel hält, was es
> verspricht.
Was verspricht das Spiel denn? Also ich mag die TV-Sendung, aber mit dem "Brettspiel" kann ich mich nicht anfreunden, da fehlt einfach ein Günter Jauch in meinen Spielerunden.
> 2. Regelumsetzung - ich habe mich gefragt, wie man
> die Joker (speziel Telefon & Publikum) in einer
> Spielrunde umsetzen will
Die Umsetzung gefällt mir nur teilweise. Insbesondere der 50:50-Joker kann unfair sein, da nicht zufällig, sondern durch den Fragensteller zwei Antworten gestrichen werden. Hier hätten die 4 Karten A,B,C und D verwendet werden können, um wirklichen Zufall ins Spiel zu bringen. Auch der Publikumsjoker ist, wenn man nur die beteiligten Mitspieler befragt, wenig hilfreich. Sinnvoller wäre, wenn jeder Spieler verpflichtet wäre, die Antwortkarte abzugeben, die seiner eigenen Antwort entspricht.
Nun könntest du sagen, man kann doch einfach Hausregeln einführen. Ja, sicher, kann man das. Aber wenn ich das im Regal liegende Produkt bewerten will, muss ich erstmal von den vorgegebenen Spielregeln ausgehen. Mit dem Argument, man kann ja was ändern, kann man jedes Produkt "gut" machen, z.B. ein Auto ohne Kat kann man ja auch nachrüsten. Der Telefonjoker - ja, wenn ein Telefon vorhanden ist, und der Anrufer nicht erst zwei Minuten braucht, bis er versteht, warum man so kurz angebunden ist, ist schon brauchbar.
> 3. Ausstattung
Also diese ulkigen Plastikkartenhalter sind nicht gerade sehr praktisch. Man könnte auch einfach die vier Karten zum antworten benutzen. Da jede Fragekarte nur einmal existiert, bringt sie mir auch nicht viel, da ich die Frage eh auf der einen Karte in der Tischmitte nachlesen muss. Und wenn da mehrere gleichzeigt die Frage/Antworten nochmal lesen wollen...
> 4. Spielrunde
Davon hängt die Stimmung natürlich auch ab; aber nicht das Funktionieren des Spielprinzips.
> 5. Verglichen mit Klassikern des Genre
Die Fragen bei WWM sind sicher eher zu beantworten, als die von Trivial, Gerade durch die austeigenden Schwierigkeitsgrade. Das finde ich auch gut.
> Abschliessend der Aufruf an alle kritischen
> Vielspieler
Ob das die richtige Zielgruppe ist? Es ist eher ein Familienspiel bzw. Spiel für Gelegenheitsspieler. Ich spiele selber neben Carcassone, Evo, Vinci und Co auch gerne Tabu, Outburst und andere gesellige Aktionsspiele. Deshalb hätte mich WWM auch interessiert, aber leider bin ich enttäuscht. Vieleicht probiere ich es nochmal mit lockeren Hausregeln aus, wenn jemand das Spiel mitbringt (werde nicht 90 DM ausgeben, wenn ich nicht weiss, ob mir das Spiel mit Hausregeln besser gefallen wird).

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sonne

Gute Ideen Thomas

Beitragvon sonne » 18. April 2001, 10:32

WWM ist auch meiner Meinung eine akzeptable Umsetzung der TV Serie, - aber wie schon oben erwähnt, hängt Spielspaß und Spielreiz wie sonst bei Aktionsspielen sehr von den Mitspielern und deren Motivation ab. Dank der Popularität der Sendung ist's aber nicht so schwer jemanden zu finden, der damit nicht etwas anfangen könnte.
Deine Vorschläge Thomas um die noch vorhandenen kleinen Schwächen auszumerzen finde sehr gut, insbesondere der, daß bei Meinungen des Publikums, die Mitspieler Ihre tatsächliche Wahl zeigen müssen und daß beim 50:50 Joker nach dem Zufallsprinzip 2 Antworten gestrichen werden ist sehr wichtig.
Zur Anmerkung das es eigentlich einen Günther Jauch braucht, um Spaß zu finden: versucht doch mal GJ nachzuahmen, - und: für wichtig halte ich auch, daß man selbst als Moderator vor der Bekanntgabe wirklich kniffliger Antworten einen Werbeblock einschiebt, da kam bei uns wirklich viel Spaß auf....
Gruß sonne

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Uwe Hackenberg

re: Eine Lanze für Wer wird Millionär

Beitragvon Uwe Hackenberg » 18. April 2001, 10:57

Hallo Thomas,
habe ja keinen Werbeauftrag von Jumbo (schade eigentlich), aber um zumindest Dich zu einem zweiten Versuch für WwM zu begeistern, hier ein paar Anregungen:
1. Was verspricht das Spiel denn? Also ich mag die TV-Sendung, aber mit dem "Brettspiel" kann ich mich nicht anfreunden, da fehlt einfach ein Günter Jauch in meinen Spielerunden.
Nun Günter Jauch verspricht WwM nicht, sondern ein Quizspiel mit entsprechenden Fragen. Jauch steckt auch nicht im WwM Buch, CD-Rom etc. In Evo steckt auch kein T-Rex ...
2. Regelumsetzung - Die Umsetzung gefällt mir nur teilweise. Insbesondere der 50:50-Joker kann unfair sein, da nicht zufällig, sondern durch den Fragensteller zwei Antworten gestrichen werden.
Korrekt, hier kommt es einmal auf die Geschicktheit/Fairness des Fragenstellers an UND auf die Geschicktheit der Kandidaten, den 50:50 dann zu wählen, wenn man nicht gerade zwei Favoriten hat.
Auch der Publikumsjoker ist, wenn man nur die beteiligten Mitspieler befragt, wenig hilfreich. Sinnvoller wäre, wenn jeder Spieler verpflichtet wäre, die Antwortkarte abzugeben, die seiner eigenen Antwort entspricht.
Wir spielen es so, dass Du die Antwort vorschlägst, von deren Richtigkeit Du am meisten überzeugt bist; dh. wenn Du auch noch Kandidat bist, dann natürlich Deine Antwort ("Publikum" sind natürlich auch die Spieler, die schon ausgeschieden sind).
Der Telefonjoker - ja, wenn ein Telefon vorhanden ist, und der Anrufer nicht erst zwei Minuten braucht, bis er versteht, warum man so kurz angebunden ist, ist schon brauchbar.
Wir spielen TJ wie Publikum, nur das man nur einen Befragt. Da muss man sich halt überlegen, wer weiss das am besten.
> 3. Ausstattung
Also diese ulkigen Plastikkartenhalter sind nicht gerade sehr praktisch.
Gehört aber zum WwM Feeling dazu und Du kannst Mitspielern einfach beim 50:50 die noch zur Verfügung sthenden Antworten anzeigen. Ich finde sie sehr praktisch.
> 4. Spielrunde
Davon hängt die Stimmung natürlich auch ab; aber nicht das Funktionieren des Spielprinzips.
Naja, ungeschickte Mitspieler können Funktion der Joker usw schon zunichte machen.
Ob das die richtige Zielgruppe ist?
Für mich heisst viel spielen = viel spielen = unterschiedliches spielen je nach Anlass, Situation, Mitspieler. Und dafür passt WwM sehr gut in ein buntes Portfolio.
Grüsse Uwe
(der noch nie Evo aber dafür schon häufig Tyranno Ex von KH Schmiel gespielt hat)

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Helmut

re: Eine Lanze für Wer wird Millionär

Beitragvon Helmut » 18. April 2001, 13:00

Hallo, Uwe,
ich mag die TV-Sendung, bin aber nicht bereit, soviel Geld für ein Quiz-Spiel auszugeben, das recht bald verramscht werden wird.
Ich meine, kein Spieler kann gezwungen werden, irgendein Spiel zu mögen.
Viel Spaß noch bei WWM!
Helmut (der sich bei ALDI ein WWM-Buch gekauft hat für 6,95!)

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Thomas Rosanski

WWM-Buch?

Beitragvon Thomas Rosanski » 18. April 2001, 14:03

> der sich bei ALDI ein WWM-Buch gekauft hat
Was ist denn ein WWM-Buch? Steht da alles über die Sendung, die Kandidaten (das wären ja viele), die Macher der Show etc. drin?

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peer

re: WWM-Buch?

Beitragvon peer » 18. April 2001, 14:44

Hi,
nein, das WWM-Buch ist in der Tat ein Buch voller Quizfragen im WWM-Stil (Inklusive der verschiedenen Schwierigkeiten). Damit kann man für wenig Geld WWM-Light spielen (halt ohne Joker, Geld oder Anzeiger) oder sich gegenseitig abfragen.
ciao,
Peer (der hat das Spiel, aber nicht das Buch)

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Frank

Ich fand`s nicht so gelungen...

Beitragvon Frank » 18. April 2001, 14:58

Also ich finde, dass dieses Spiel wirklich keine 99DM "wert" ist. Für dieses Geld sollte man sich eher ein Trivial Pursuit besorgen. Ich fand WwM einfach nur langweilig, auch wenn ich die TV-Sendung gern sehe. V.a. das englische Original, denn der Moderator ist um einiges besser als der gute Günther ;-)
Schöne Grüße!
Frank

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cristinus
Kennerspieler
Beiträge: 348

re: Ich fand`s nicht so gelungen...

Beitragvon cristinus » 18. April 2001, 17:23

Ganz deiner Meinung, Frank! Das Spiel ist der größte Fehlkauf, den ich bisher getätigt habe. Wurde nach 2 x Spielen dann auch wieder verkauft. WWM funktioniert einfach nicht als Brettspiel, das ganze Konzept ist auf Multimedia-Interaktion angelegt, das kommt beim "konventionellen" Spiel einfach nicht rüber. Fazit: Dröge und langweilig... Meine Empfehlung für Quizfreunde: "Das Quiz des 20. Jahrhunderts".

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Helmut

re: Ich fand`s nicht so gelungen...

Beitragvon Helmut » 18. April 2001, 17:42

Hallo Christian, absolute Zustimmung zu Deiner Empfehlung: "Quiz des 20. Jahrhunderts". Ist z.Zt. das beste Quizspiel auf dem Markt, besser als TP!
MfG
Helmut


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