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"Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

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Jürgen W.

"Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Jürgen W. » 30. April 2001, 09:41

Am Wochenende haben wir zu zweit das erste Mal "Die neuen Entdecker" gespielt. Dabei haben wir uns über einige "Design-Entscheidungen" gewundert:
Abhängig von der Anzahl der Mitspieler wird mit einer unterschiedlichen Anzahl von "Kundschaftern" (kleine Holzblöcke) gespielt. Der Verlag hat nun die glorreiche Idee, nur den Farben "weiss" und "rot" 20 Kundschafter beizulegen, "violett" bekommt 15 und "gelb" 11. Die Farbwahl wird dadurch von der Spieleranzahl abhängig und die umfangreiche Spielregel durch einen Exkurs über die Farbwahl aufgebläht. Auch die Verwirrung vor dem Spiel steigt:
- "Ich möchte gelb"
- "Geht nicht"
- "Wieso - da ist doch gelb"
- "Geht aber nur bei 4 Spielern"
- "Häh?"
Und das nur, um bei einem Spiel für 50,-DM 10 kleine Klötzchen einzusparen.
Als Ausgleich dazu wird für 15 Pflanzenmärkchen ein Baumwollsäckchen von der Größe eines Brotzeitbeutels beigelegt. Diese Marken sollen geheim gezogen werden und für die Mitspieler unsichtbar unter die Häuptlingsfelder gelegt werden. Da bleibt es ein Rätsel, wieso die Marken doppelseitig bedruckt worden sind. Ein einseitiger Aufdruck würde das geheime Unterschieben sehr vereinfachen (man bräuchte für das Ziehen dann auch kein Säckchen).
Ansonsten hat mir das Spiel gefallen (Ich habe gewonnen) - meiner Frau weniger (verloren). Als Problem hat sich das "Gold würfeln" herausgestellt. Ein Spieler mit weniger als 4 Goldstücke muß sich diese erwürfeln - die anderen Mitspieler bekommen 1 Stück mehr. Es hat sich herausgestellt, dass derjenige, der zuerst anfangen muss mit würfeln, dauernd am Würfeln bleibt, da er den Mitspieler immer mit Gold versorgt. Der Mitspieler wird auf lange Sicht reicher und reicher, da er immer 1 Goldstück mehr bekommt. Dies zu verhindern ist fast unmöglich (zumindest bei 2 Mitspieler nicht).
Wir überlegen uns nun folgende Varianten:
- Beide Spieler bekommen die gleiche Anzahl von Gold, bzw. der Mitspieler sogar eins weniger.
- Wenn der Würfler ein "Steuerrad" wirft, bekommt nur er Gold.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen bzw. Lösungsvorschläge?
Grüße
Jürgen

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Bernd Menzel

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Bernd Menzel » 30. April 2001, 10:07

Da hab' ich doch gleich mal 'ne Frage:
Was bedeutet "die anderen Mitspieler bekommen 1 Stück mehr"?
Heißt das, ein Goldstück mehr als ich gewürfelt habe? Also z.B. wenn ich eine 2 würfle, bekommt jeder Mitspieler 3 Goldstücke?
Oder heißt das genau ein Goldstück zu ihrem Vorrat hinzu? Also egal was ich würfle, jeder Mitspieler bekommt genau ein Goldstück?
Danke
Bernd
Bernd

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Thoman

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Thoman » 30. April 2001, 10:17

Hallo Jürgen,
auch wir haben am Wochenende die "neuen Entdcker" zum ersten Mal zu zweit gepspielt.
Was das Material betrifft muß ich Dir bei den Pflanzenchips vollauf recht geben. Auch die verschiedenen Anzahlen der Kundschafter in den einzelnen Farben muß ich bemängeln, desweiteren finde ich sind diese Kundschafter etwas zu klein ausgefallen.
Zwei Millimeter Aufschlag in Durchmesser und Länge und sie wären wesentlich besser zu handhaben.
Was den Würfeln des Goldnachschubs betrifft habe ich in den zwei Spielen andere Erfahrungen gemacht. So wechselte bei beiden Partien der Goldwürfler ca. 4 Mal. Ich habe beide Spiele gewonnen, obwohl ich beim ersten Spiel ca. 75% gewürfelt habe.
Mir haben beide Spiele viel Spaß bereitet und auch meine Frau hat sich trotz der zwei Niederlagen positiv über das Spiel geäußert.
Bei uns wird das Spiel jedenfalls noch öfter auf dem Tisch landen.
Tschau und Gruß
Thoman

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Michael Schramm

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Michael Schramm » 30. April 2001, 10:36

Hallo Bernd,
es bedeutet wirklich, dass die Mitspieler ein Goldstück mehr bekommen als der Würfel an Augen anzeigt und der Würfler die tatsächlich gewürfelte Zahl in Gold ausgezahlt bekommt. Es ist daher wohl nicht sinnvoll, sein Gold so sorglos auszugeben, dass man immer derjenige ist, der würfeln muss. Daher wird man manchmal gezwungen sein, bewußt weniger Kärtchen zu kaufen als man möchte, damit in der nächsten Runde der Würfelzwang einen anderen Spieler trifft.
Nice dice
Michael

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Carsten Wesel

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Carsten Wesel » 30. April 2001, 11:17

Richtig. Der Würfler wexelte auch bei uns. Dazu muß er nur etwas sparsam mit seinem Geld umgehen und schon können die Mitspieler nicht mehr so ausufenerde Beträge ausgeben und müssen im Zweifel auch mal selber nachwürfeln.
Die unterschiedliche Anzahl der Würfel je Farbe ist uns allerdings auch negativ aufgefallen - die Größe der Kundschafter nicht.
Gruß Carsten (der die alten Entdecker schöner findet (evtl. erweitert um die neue Variante des Goldwürfelns))

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Wolfgang Lüdtke / TM-Spiele

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Wolfgang Lüdtke / TM-Spiele » 30. April 2001, 15:52

Hallo Jürgen,
da du auf das Material von "Die neuen Entdecker" eingehst, gewähre ich dir einen Einblick in unsere redaktionellen Überlegungen.
Das "alte" Entdecker, das wir damals für Goldsieber bearbeitet haben, hat 59,95 DM gekostet. Das war 1996.
"Die neuen Entdecker" haben einen größeren Spielplan,
viel mehr Entdeckerkärtchen und mehr Kundschafter.
Obwohl mittlerweile die Rohstoffpreise gestiegen sind und mehr Material enthalten seín sollte, wollten wir nicht, dass das Spiel mehr als das alte kosten sollte. Dafür mussten wir allerdings ziemliche Klimmzüge machen. Dazu gehört auch, dass die Kundschafter, die ja jetzt wesentlich mehr sind, kleiner werden mussten. 14 zusätzliche Kundschafter waren in der Kalkulation nicht drin.
Die Pflanzenchips waren ein ziemliches Problem für uns.
Denn wenn wir die einfache Lösung (einseitiger Druck) wie von dir vorgeschlagen umgesetzt hätten, hätte es Probleme geben können. Wenn die Chips nicht 100%-ig gestanzt sind oder man während des Spielen eine "Macke"
verursacht, ist das Spielen mit den Pflanzenchips tot.
Wo ist die Spannung, wenn einer einen Chip zieht und nach dem geheimen Legen jeder weiß, welcher Wert sich auf der Rückseite befindet? Den (berechtigten) Aufschrei hier im Forum und anderswo hätte ich mir
vorstellen können, hätte man die Pflanzen aufgrund schlechter Stanzung identifizieren können. Da es diese 100%-ige Sicherheit bei Stanztableaus nie gibt, kam diese Lösung nicht in Frage.
Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, neutrale Kunststoffchips zu verwenden und diese mit einem Aufkleber zu versehen. Kunststoff hat eine höhere, wenn auch keine absolute Sicherheit, nicht unterscheidbar zu sein. Aber erstens fanden wir das ästhetisch nicht besonders ansprechend und zum zweiten
konnte es auch da Materialprobleme geben. Klaus Teuber ist schließlich auf die clevere Idee mit den Häuptlingshütten gekommen. Aber auch hier hat er experimentiert, Muster gebaut und verändert, bis sie einwandfrei funktionierten. Das Problem war gelöst, wir brauchten lediglich nur etwas Platz auf dem Stanztableau. Auch nach dem 100sten Spiel kann der Chip noch so viele Macken haben, da er in der Hütte steckt, macht das nichts. Und da die Hütten neutral sind, schaden auch Macken an den Hütten selbst nichts.
Allerdings mussten wir auch gewährleisten, dass der Spieler, der einen Chip nimmt nicht sehen kann, was er nimmt. Also musste ein Beutel her - und diese sind leider relativ teuer. Kleinere Beutel in die man noch seine Hand hineinstecken kann, sind kaum zu erhalten. Aber darauf verzichten konnten wir auch nicht. Denn auch bei einseitiger Bedruckung der Pflanzenchips hätten wir die Chips nicht einfach verdeckt auf dem Tisch auslegen können, denn auch dabei wären wir wieder diesen Markierungsproblemen ausgeliefert.
Und zum Schluss noch eine Bemerkung zum "ewigen Goldauswürfeln": Ein Spieler, der Gold ausgibt, weiß,
dass er, wenn er weniger als 4 Gold übrig behält, er beim nächsten Mal würfeln muss - es sei denn, ein anderer Spieler, der vorher dran kommt, hätte ebenfalls weniger als 4 Gold. Wer das in Kauf nimmt, darf sich nicht wundern, wenn die Mitspieler sich für einen Einkommenswurf bedanken. Will der Spieler den Würfel später wieder loswerden, muss er halt mal eine Runde lang sparen und vielleicht nur 1 Kärtchen aufdecken. Da er sehen kann, wie viel Gold die anderen Spieler haben, kann er sich leicht ausrechnen, ob er beim nächsten Mal wieder würfeln darf oder nicht.
Weiterhin gute Entdeckerfahrt
und viel Land in Sicht,
spiele Grüße
Wolfgang Lüdtke

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Benjamin Spicher

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Benjamin Spicher » 30. April 2001, 16:15

>Denn wenn wir die einfache Lösung (einseitiger Druck) wie von dir vorgeschlagen umgesetzt hätten, hätte es Probleme geben können. Wenn die Chips nicht 100%-ig gestanzt sind oder man während des Spielen eine "Macke"
verursacht, ist das Spielen mit den Pflanzenchips tot.<
Richtig. Gleiches gilt für die Landschaftsplättchen - und genau da ist's bei mir passiert. Ausgerechnet auch noch die Rückseite des PLättchens mit dem Piratenschiff. Ich habe bereits eine e-mail an Kosmos geschickt, aber bisher weder eine Antwort noch ein Ersatzplättchen erhalten.. gibt's da eine Chance?

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Wolfgang Ditt

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Wolfgang Ditt » 2. Mai 2001, 07:59

Hallo Benjamin,
wir hatten in der Suche einen Hobbit mit gebrochenen Beinen. 4 Werktage nach unseren Email bekamen wir, per Email, die Bestätigung, dass der Hobbit unterwegs sei und am einen Werktag später war er da.
Ob das auch bei Kärtchen aus einem Stanzbogen so geht, weiß ich nicht, aber du solltest weiter hoffen.
Wolfgang

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Benjamin Spicher

re: "Die neuen Entdecker" - Design und Regelfrage

Beitragvon Benjamin Spicher » 2. Mai 2001, 09:11

Herzlichen Dank an Kosmos! Zwar ohne e-mail oder sonstige Rückmeldung, aber die Kärtchen sind gestern eingetroffen!


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